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hammer
05.11.2009, 13:11
Ich habe da mal eine Frage
Das die Psychologie beim Überleben das Wichtigste ist, müsste uns ja klar sein.
Es gibt berichte von Leuten, die gerettet und auf allen Krankheiten behandelt wurden und dann im Krankenhaus starben, weil sie den Willen zu leben verloren.

Aber die Fitness müsste doch auch eine große Rolle spielen? Denn was nützt es wenn ich mir einen Flucht – Überlebensrucksack gepackt habe, und den wegen seiner 30 Kilo oder so, nur 2Km. Tragen kann. Meine Frage, macht ihr Fitness oder so was, wie überwindet ihr den inneren schweinehund?
Denn Vorbereitung und körperlich fit kann man doch fast gleichstellen.
Ü-B-E-R-L-E-B-E
Überdenke die Lage
Bewahre Ruhe
Erinnere dich, wo du bist
Richte deine Gedanken gegen Furcht und Panik
Lerne zu improvisieren
Erkenne den Wert des Lebens
Benimm dich wie die Eingeborenen
Erarbeite die grundlegenden Fähigkeiten

Obwaldner
05.11.2009, 14:15
Hallo Hammer

Eine gewisse Grundfitness sollte eigentlich immer vorhanden sein, das Heisst, man sollte schon 15km ohne Herzinfarkt ein bisschen zügiger spazieren können.
Lange nicht jeder hat die gleichen Grundvoraussetzungen, ausserdem spielt das Alter eine wichtige Rolle.
Mir gibt mein Lebenswandel in der Bergen eine gewisse Grundfitness, da ich neben der Büroarbeit auch noch einen kleinen Resthof bewirtschafte und mich generell sehr gerne draussen bewege.
Einen Marathon könnte ich deswegen noch lange nicht laufen, aber ich fühle mich grundsätzlich fit. Wenn ich spazieren gehe habe ich immer einen Rucksack mit mindestens 10 Kilo auf. Krank, ich weiss, aber manchmal kann man einfach nicht aus seiner Haut, und so gewöhne ich mir keine Kapriolen an.

Aber das wichtigste ist, wie Du schon geschrieben hast, die richtige Einstellung. Jemand, der sich selber aufgibt wird in schwierigen Situationen unter umständen nicht überleben.
Andererseits haben Menschen schon Situationen überlebt, in denen nur ein extrem starker Überlebenswille dieses ermöglichte.

Es gibt einen Fall, den ich hier erzählen will. Darin geht es ums Überleben unter härtesten Bedingungen. Ob sich diese Geschichte überhaupt so abgespielt hat kann ich nicht abschliessend beurteilen, da ich sie von meinem Grossvater 1980 erzählt bekommen habe.

Karpatenschlacht 1915

Ein Mann in den besten Jahren, deutschstämmiger Österreicher, lebte damals in der heute Slowenischen Südsteiermark, in der meine Familie Väterlicherseits heute einen Bauernhof bewirtschaftet.

Er wurde 1914 in die Armee der K.u.K. Monarchie eingezogen und an die Karpatenfront versetzt, wo im Winter 1914/15 eine der verlustreichsten Schlachten des ersten Weltkrieges stattfand.
Die grössten Verluste geschahen durch den unglaublich harten Winter und dadurch, dass die Österreichischen Soldaten ohne Winterausrüstung in den Krieg geschickt wurden. Zehntausende erfroren damals in den Gräben auf bis zu 2000m.ü.M.

Der Mann wurde ungefähr im Februar 1915 mitsamt des ganzen Bataillons während eines russischen Überraschungsangriffs gefangen genommen. Er war damals dem erfreiren nahe, ausgehungert, weil der Nachschub zu wünschen übrig liess und generell in sehr schlechtem Zustand.
Da die Züge Richtung Osten für die tausenden russischen Verwundeten bestimmt waren, mussten die Gefangenen marschieren. alleine von ihrem Bataillon waren es etwa 980 Soldaten und Offiziere. Die meisten geschwächt durch den langen und kalten Winter in den Schützengräben, viele Hatte TB oder Lungenentzündung.
Sie marschierten beinahe ein dreiviertel Jahr, bewacht von Kosaken. Bis nach Jakutsk. Schaut mal auf Google Earth nach, was das für eine Strecke ist. Alles zu Fuss, einen grossen Teil im Winter.
Den Fussmarsch überlebte mehr als die Hälfte nicht.
Dort durften sie Holz fällen (die glücklichen wie der Mann) oder bei bis zu -50°C in den Minen arbeiten.
Als 1917 der Waffenstillstand kam wurden die Überlebenden, ca. 200-250 Soldaten, mit der Bahn nach Westen gefahren. In Moskau kamen sie gegen Ende November an und gerieten mitten in die Revolution.
Als Soldaten wurden sie von den Bolschewiken vor die Wahl gestellt, entweder für sie zu kämpfen oder aber eliminiert zu werden.
Die meisten entschieden sich für die Roten, dem Mann gelang aber die Flucht, wo er sich dann den Weissen anschloss, die in Sibirien ein Rückzugsgefecht gegen die Roten lieferten.
Dort geriet er wieder in Gefangenschaft und wurde in die Minen verbannt.

Mein Grossvater weinte wie ein kleines Kind, als er mir die Geschichte erzählte. er hatte Jahrgang 1909 und war gerade mal fünf Jahre alt, als dieser Mann in den Krieg musste, meine Urgrossmutter war damals hochschwanger. Dieser Mann war mein Urgrossvater.

Im Frühjahr 1921, in seinem letzten Schuljahr, fand er seine Mutter ohnmächtig am Boden liegend, als er nach Hause kam. In der Küche stand ein alter Weisshaariger Mann den er nicht kannte und von dem er annahm, dass er seiner Mutter etwas antun wollte. Also ging er auf diesen los, bis dieser das Weinen anfing und ihm sagte, dass er doch sein Vater sei.
Meine Urgrossmutter war immer davon überzeugt, dass er noch am Leben war und weigerte sich standhaft, einen anderen Mann zu heiraten.

Er war einer von dreien von den ca. 980, die den Krieg, die Gefangenschaft und die Revolution überlebte. Einer von dreien, die die Geschichte überhaupt erzählen konnten.

Zuerst starben diejenigen, welche nichts zu verlieren hatten, also die Jungen, unverheirateten, fittesten.
Dann starben die älteren und kranken verheirateten, die einfach nicht mehr konnten.
Danach die fitten, die in den Minen arbeiten mussten und durch den Sprengstaub vergiftet wurden.
Zuletzt starben die Väter im besten Alter, als sie zusehen mussten, wie alle anderen wegstarben und ihnen keine Hoffnung auf eine Heimkehr mehr blieb.

Überleben werden diejenigen, die um jeden Preis überleben wollen. Skrupel, Unentschlossenheit und ein innerliches Aufgeben lassen ein Überleben in einer solchen Situation nicht warscheinlich erscheinen, auch wenn die Fitness grundsätzlich stimmt.
Man muss sich bewusst machen, dass die geschilderte Situation eine der schlimmsten ist, die man sich vorstellen kann, aber sie zeigt gut auf zu welchen Leiden ein Mensch fähig ist, wenn er nur überleben will.

Viele Grüsse

Obwaldner

PS: Einer der anderen Überlebenden hiess Josip Broz. Broz wurde bei seiner Gefangennahme schwer durch einen Bajonettstich verwundet. in Sibirien hatte er das Glück, dass er einem Müller im Dorf als Gehilfe zugeteilt wurde, da er gelernter Schlosser war.
Josip Broz erzählte seine Geschichte 1968, vier Jahre nach dem Tod meines Urgrossvaters, meinem Onkel, der ihm im Militärdienst als Funker zugeteilt war.
Josip Broz' Mutter war eine entfernte Cousine meines Urgrossvaters...

Kein Wunder, dass ich mich so für Geschichte interessiere, oder? :-)

jumbopapa
05.11.2009, 18:36
Hallo

Es stimmt schon, das man sich als Survilist fit halten sollte.
Da gehört wohl auch ein gemäßigtes Gewicht dazu. Leider kann ich dieses nicht bieten.
Allerdings bin ich so weit fit, das ich mich zu Fuß mit Gepäck auch weitere Strecken bewegen kann. Laufen und rennen wird wohl nicht gerade mein Ding sein.
Auf der anderen Seite gehört auch eine Portion Begeglichkeit dazu, und die kann ich auch bieten. Letztens erst im Kletterpark unter Beweis gestellt.

Auch eine gehörige Portion geistige Fitness wird dazugehören, was man nicht vergessen sollte.
Der Wille zum Überleben muß vorhanden sein.
Wie schon im Artikel vom Obwaldner geschrieben muß man einen Grund haben zu Überleben, da wird eine feste Beziehung oder Familie bestimmt ein Hauptgrund sein.

Trotz alle hast Du Recht körperliche Fitness sollte man nicht vergessen.
Na, habe nun einen Grund mehr, unser Hobby auszudehnen.

Gruß
Jumbopapa

WAY TO GO
05.11.2009, 22:21
Hallo,
Hier haben sich auch schon ein paar Informationen zu diesem Thema gesammelt.

http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?t=626

Cheers, WTG

User-ID-1130
01.02.2011, 17:06
Servus Foris!

Zu diesem Thema möchte ich nun auch einen kleinen Beitrag leisten.
Ich war früher in einer wirklich ausgezeichneter körperlichen Verfassung und trainierte sehr viel, Krafttraining, Bergsteigen, Ski-fahren, ein wenig Kampfsport.
2-3 x die Woche, je nach Möglichkeit.
Diesem Umstand verdankte ich auch, dass ich meinen schweren Unfall überhaupt überlebte, dies wurde mir von ärztlichen Seite wiederholt gesagt und bestätigt.

Das eigentliche Thema aber, das Überleben wollen um jeden Preis, das ist es, was mir damals entscheidend geholfen hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel ein Mensch ertragen kann, wenn er unbedingt Leben möchte. Wenn man um jeden Atemzug kämpfen muss, eigentlich nicht mal eine Perspektive hat, das ganze Leben danieder liegt und man trotzdem leben möchte, das ist dann nur noch der instinktive Lebenswille.

Voll gepumpt mit Chemie, die Welt aus komplett irrealer Sicht wahrzunehmen, eigentlich keine wirkliche Lust mehr am Leben haben und trotzdem kämpfen. Vielleicht ist das eine Gabe der Jugend, vielleicht legt sich der instinktive Überlebenswille mit zunehmendem Alter, das weiß ich nicht. Bin kein Psychologe, es ist nur meine Geschichte.

Motivation ist sicher ein treibender Motor und daran scheitert vieles. An der fehlenden Motivation, weil man einfach keine Möglichkeit sieht, jemals aus dem Schlamassel herauszufinden. Es hift ungemein, wenn an in solchen Phasen irgendwie ein spiritueller Mensch ist, der an die Möglichkeiten einer übersinnlichen Macht, vielleicht Gott, oder was auch immer glauben kann. Es spielt meine Meinung nach keine Rolle, woran man glaubt, allein, auf eine Hilfe zu vertrauen, die jenseits von unserer Vorstellungskraft liegt, kann wahre Wunder vollbringen.

Es macht keinen Sinn, auf etwas zu hoffen, was man nicht aus tiefstem Herzen für möglich hält. Das ist jetzt reine Erfahrungssache meinerseits. Und trotzdem realistisch bleiben das ist immer eine Gratwanderung.

Ich selber bin schon lange Konfessionslos, weil ich eben erlebt habe, und immer noch erleben darf, dass einzig und allein der Glaube es sein kann, der uns aus ausweglosen Situationen befreien kann, aber nicht muss. Garantie dafür kann ich Euch nicht geben.
Selbst der Glaube an sich selber ist ungemein hilfreich. An die körpereigenen Möglichkeiten, vielleicht mal überlegen, was wir mit unseren Hirnwindungen machen könnten, welche (angeblich) brachliegen und ungenutzt unseren Kopf ausfüllen.

Man benötigt eine sehr gesunde und stabile Psyche. Es ist enorm wichtig, sich mit den Abgründen der eigenen Seele zu beschäftigen und Verhaltensmuster, die uns hindern, zu bearbeiten und dadurch unser Selbstbewusstsein zu stärken.

Deshalb meine Bitte an Euch: Schaut, dass ihr mit Euch immer im Reinen seit, dass ihr Euer Spiegelbild gerne anseht und geht voll Zuversicht durchs Leben.
Stärkt Eure Psyche und konfrontiert euch mit euren Schwachpunkten, da spürt ihr gleich, wo ihr den Hebel ansetzen müsst und auch selber könnt.

LG

handyman

ID 778
02.02.2011, 14:07
Hallo Hammer



PS: Einer der anderen Überlebenden hiess Josip Broz. Broz wurde bei seiner Gefangennahme schwer durch einen Bajonettstich verwundet. in Sibirien hatte er das Glück, dass er einem Müller im Dorf als Gehilfe zugeteilt wurde, da er gelernter Schlosser war.
Josip Broz erzählte seine Geschichte 1968, vier Jahre nach dem Tod meines Urgrossvaters, meinem Onkel, der ihm im Militärdienst als Funker zugeteilt war.
Josip Broz' Mutter war eine entfernte Cousine meines Urgrossvaters...

Kein Wunder, dass ich mich so für Geschichte interessiere, oder? :-)

Grüß Dich Obwalder,

eine ähnliche Geschichte kenne auch ich, allerdings aus dem WKII, auch dieser Mann musste in den Minen schuften, und dann mit nassen Kleidern, tw. ohne Schuhe bei Minusgraden zum Lager marschieren; auch er war einer der Wenigen die überlebten, überleben wollten. Kein Mensch kann sich heute vorstellen, welche Qualen die damals durchgestanden haben.

Josip Broz? Du meinst Tito?? D.h Du bist mit Tito entfernt verwandt? oho! ;-)

LG
althea

alexa
09.02.2011, 20:02
@handyman s Ausführungen haben mir zu denken gegeben, weil sie eben ein Erfahrungsbericht sind und somit real. Ich habe darüber nachgedacht, wie das wohl mit dem Überlebenswillen, dem Glauben und überhaupt dem Menschen als Ganzes zusammenhängt. Dann hab ich ein interessanten Link bekommen.
Also, @handyman hat erzählt dass...


Selbst der Glaube an sich selber ist ungemein hilfreich. An die körpereigenen Möglichkeiten, vielleicht mal überlegen, was wir mit unseren Hirnwindungen machen könnten, welche (angeblich) brachliegen und ungenutzt unseren Kopf ausfüllen.

Man benötigt eine sehr gesunde und stabile Psyche. Es ist enorm wichtig, sich mit den Abgründen der eigenen Seele zu beschäftigen und Verhaltensmuster, die uns hindern, zu bearbeiten und dadurch unser Selbstbewusstsein zu stärken.

Deshalb meine Bitte an Euch: Schaut, dass ihr mit Euch immer im Reinen seit, dass ihr Euer Spiegelbild gerne anseht und geht voll Zuversicht durchs Leben.
Stärkt Eure Psyche und konfrontiert euch mit euren Schwachpunkten, da spürt ihr gleich, wo ihr den Hebel ansetzen müsst und auch selber könnt.

Mir kam es so vor, als ob der Überlebenswille irgendwie ein total sich-aufmachen ist, ein sich-auf-eine-Linie bringen mit sich selbst und den Umständen, in denen man sich befindet. Irgendwie nach dem Motto: egal wies kommt, ich wills packen, ich kann es schaffen, ich schaff es. Ich war immer davon überzeugt, dass der Mensch als Ganzes, also Kopf, Herz und Körper zusammenspielen müssen, damit man "Berge versetzen" kann. Und ich fragte mich immer, was ist es, dass dieses Potenzial gestört oder blockiert wird. Wir versuchen doch oft, stark zu sein, es zu packen, es zu vollbringen... und doch ...

Schaut mal die Ausführungen von B. Brown an. Sie spricht darüber, dass, wenn wir versuchen unverwundbar zu sein und uns selbst zu schützen versuchen, wir uns eben gerade ins Gegenteil begeben, weil unsere eigenen "Schutztmechanismen" eben auch andere wichtige Fähigkeiten blockieren.

http://www.ted.com/talks/brene_brown_on_vulnerability.html

Ich hoffe, es ist euch auch so nútzlich wie mir :Gut:

Gruss
Alexa

Mark Wilkins
11.02.2011, 14:18
Ich denke die körperliche Fitness macht in einer echten Survival Situation mindestens 50-60% aus.

Ebenfalls bin ich mir 1000% sicher, dass jemand, der absolut nicht fit ist, in so einer Situation nicht den Biss hat, sie durchzustehen.
Natürlich ist der Wille zu überleben wichtig. Aber dieser wird ja gerade durch z.B. Sport aufgebaut und gestärkt. Wenn jemand es schafft z.B. einen Langstreckenlauf zu absolvieren hat dieser damit schon einiges an Willen aufgebracht, denn zu einem anstrengenden Training gehört es
a) Im Alltag seinen Schweinehund zu überwinden
b) Dinge zu tun, zu denen man vorher nicht in der Lage war
c) Durchzuhalten
Damit ist er dem Couch-Potatoe schon weit überlegen.

Dann kommt hinzu, dass Sport & Fitness ausgesprochen nützlich ist, um Stress abzubauen und den Körper z.B. mit Stresshormonen wie Cortisol viel besser fertig werden lässt. Und Stress dürfte ein wesentliches Merkmal einer Survival-Situation sein.
Zu diesem Punkt kommt auch, dass unter physischer und psychischer Belastung der Körper oft weniger leistungsfähig ist, wenn der "Besitzer" (--> LOL) sich nicht bereits an diese gewöhnt hat. Wer schon mal in einem Boxring gestanden hat, wird mir recht geben. Die Runden, die man vorher im Training locker absolviert hat, können ganz schön lang werden...

Noch ein messbarer Faktor ist, dass sich z.B. durch regelmäßiges Krafttraining die Sehnen und Gelenke stärken sowie die Knochendichte vergrößert. Dies ist natürlich schon mal eine ganz gute Vorbeugungsmaßnahme gegen Verletzungen - auch gegen Stressbedingte wie Ermüdungsbrüche etc.

Mir kann keiner erzählen, dass er durch irgendeinen spirituellen Hokos-Pokus allein den Willen erreicht, den man durch Grenzbelastungen bekommt.

Zu der körperlichen Fitness kommen dann meines Erachtens noch Improvisationstalent(!) und ein bißchen Sachwissen in Sachen Outdoor hinzu.
Über die % zahlen kann man sich natürlich streiten. Aber ich denke, dass z.B. das "Sachwissen" um Survival nicht unbedingt soooo viel ausmacht, jedenfalls nicht in unseren Gefilden. In sehr spezialisierten Gebieten wie der Wüste, dem Hochgebirge etc. sieht das natürlich anders aus.
Aber die Leute die man aus vielen "Survival-Geschichten" kennt, schienen nicht unbedingt die typischen Crocodile-Dundees wie wir ;-) zu sein.

Keusen
11.02.2011, 14:36
Wenn ich das so lese, hab ich echt KEINE Chance
aber ich verspreche Euch, ich werde sie nutzen :-)

Grüße

Eugen j.keusen

O.K. ich müsste echt mal wieder was für meinen Body
tun, aber es ist noch soooo viel anderes zu tun :-)

Mark Wilkins
11.02.2011, 14:59
@ Keusen: Ich habe geschrieben, jemand der ABSOLUT NICHT FIT ist, bevor man mich FALSCH versteht. Natürlich muss man kein Spitzensportler sein, um mit einer Survival- /Not- / Krisensituation fertig zu werden. Aber wenn man sich mal die Leute, die mit solchen Situationen am ehesten konfrontiert werden ansieht, z.B. Spezialeinheiten aus dem militärischen / polizeilichem Bereich, leistungsorientierte Bergsteiger etc. wird man dort sicherlich niemanden finden, der körperlich unfit ist.
Und daher beziehe ich meine Ansicht, dass einen das gelegentliche Training weiter bringt als der Mediationskurs...

Nur mal als ÜBERSPITZTES Beispiel: Die machen das bestimmt nicht, weil es Schwachsinn ist in Gefahrensituation fit zu sein oder weil es so einen großen Spass macht völlig fertig zu sein:


http://www.youtube.com/watch?v=i6tR3Gs_oFg&feature=related

Keusen
11.02.2011, 19:11
Hallo Mark Wilkins

es war auch eher ironisch gemeint, denn ich bin aktuell wirklich ABSOLUT NICHT FIT
was mich aber auch nur sehr bedingt stört, es gibt halt Prioritäten und einen echt
stressigen Job den ich zurzeit habe.

Aber allemal besser sich Gedanken zur Vorbereitung auf eine extreme Situation zu machen
als gar nix zu tun

Und der Anstoss ist ja gemacht, mich aufzufitten :-)

Aber ich habe weder einen militärischen Hintergrund noch jegliche sportliche Ausbildung,
sondern nur den durchschnittlichen gesunden Menschenverstand, und den versuche ich
eben bestmöglich zu nutzen.

Und natürlich bin ich sicher mehr als 50% der hiesigen Bevölkerung im Überlebenskampf
in der Wildnis unterlegen, würde aber auch gar nicht erst versuchen dort durchkommen
zu müssen. Ich denke es gibt immer auch alternative Möglichkeiten zu überleben, und ich
nehme dann gerne die etwas Gemütlichere :-) und dafür muss man eben ausreichend
vorbereitet sein, dann sehe ich auch für mich und meine Familie ne reele Chance

Grüße

eugen j.keusen

Mark Wilkins
11.02.2011, 19:28
Wie gesagt, das war ja auch nicht auf Dich speziell bezogen, noch als Angriff gemeint! Es ging mir ja eher um eine fiktive, theoretische Diskussion, wie wohl dem T.E. auch.

Keusen
11.02.2011, 19:35
Ich fühlte mich auch nicht angegriffen
nur eben auch nicht verstanden :-)

Grüße

eugen j.keusen

Frei's Petrollampen
11.02.2011, 19:49
Hallo zusammen

So ........!

Was Fitness bedeuter wissen wir ja jetzt ganz genau.

Bei den Army-Jungs aus dem Video ist es einfach so ........, sie sind in der Regel mal halb so jung wie einige Erfahrenen unter uns :staunen:

Zudem ist es Ihr Job ............. :rolleys:

Es können nun mal nicht alle Fitnessinstruktoren sein.

Wir brauchen in einem Krisenfall auch Leute in einer Gruppe die was im Hirn haben.

Und nicht nur möglichst schnell durch eine Wald durchrennen können.

Viele Grüsse, Ernst

Mark Wilkins
11.02.2011, 22:17
@ Freis: Hat ja auch keiner bestritten. Guck mal in Deine Signatur. Da steht doch eigentlich schon alles drin!!!

Frei's Petrollampen
11.02.2011, 22:36
@ Freis: Hat ja auch keiner bestritten. Guck mal in Deine Signatur. Da steht doch eigentlich schon alles drin!!!

Hallo Mark

Sorry ......., was hat mein Beitrag mit meiner Signatur zu tun?

Viele Grüsse, Ernst

Mark Wilkins
11.02.2011, 23:46
Na, das war so gemeint, dass es letztenendes darauf ankommt das man etwas tut - egal wie die Vorraussetzungen sind. So hab ich jedenfalls in diesem Zusammenhang das "verrückt" interpretiert.

Keusen
12.02.2011, 10:49
Ich denke der überwiegende Teil der Bevölkerung hält uns eh schon für verrückt oder ?
aber ich find eh normal langweilig und die werden dann schon sehen was sie davon haben :-)

Schönes Wochenende wünsche ich Allen

Eugen j.keusen

Forester
12.02.2011, 11:46
Hallo zusammen,

ich halte körperliche Fitness in einer Survival-Situation für mindestens so wichtig, wie materielle und mentale Vorbereitung. Zudem hat regelmässiger Sport unzählige positive "Nebeneffekte": Gesundheit, Ausdauer, Körperempfinden, Koordinationsvermögen, soziale Kontakte,... die Liste ist lang und reicht in alle Bereiche des Lebens. Man muss ja nicht gleich beim nächsten Leistungssportverein anklopfen und fünfmal die Woche trainieren gehen.

Ganz ehrlich, kein Mensch in der westlichen Welt hat so viel zu tun, dass es nicht wenigstens für ein tägliches Fünf-Minuten-Programm reicht: ein paar Kniebeugen, ein paar Liegestützen, etwas Dehnung. Besser als nichts!

Gruß
Forester

Keusen
12.02.2011, 11:54
Hallo Forester

Klar klappt das mit Deinem Fünf Minuten Programm

ich find sogar zwei drei mal die Woche ne Stunde Zeit
was für meinen Körper zu tun, aber FIT ist man damit
noch lange nicht

Wenn ich das vergleiche mit meinem Zustand, als ich
noch auf dem Bau gearbeitet habe, dann bin ich heute
ein schlaffer Sack , und man wird ja auch nicht jünger :-)

Alles ne Frage der Relation, denn die Jungs die oben im
Video ausgeschieden sind, werden sich auch nicht fit gefühlt
haben, und von deren Leistung werden die meisten von uns
noch meilenweit weg sein oder :-)

Aber ich bin da liberal, jeder wie er meint und es für vernünftig
hält, ich halte Marathon laufen ja auch nicht für gesund

Grüße

eugen j.keusen

Forester
12.02.2011, 20:03
Hallo Keusen,


ich find sogar zwei drei mal die Woche ne Stunde Zeit
was für meinen Körper zu tun, aber FIT ist man damit
noch lange nicht

Ich denke mal, hier im Forum sind keine aktiven Elitesoldaten, -polizisten oder sonstigen Superkrieger unterwegs. Man kann also getrost von normal arbeitender Bevölkerung ausgehen, wenn man den Begriff "fit" definieren wollte. Daher würde ich auch behaupten, du machst mit drei Stunden die Woche weit mehr als der Ottonormaleuropäer und bist durchaus als fit zu bezeichnen. Respekt!

Gruß
Forester

MissSaigon
12.02.2011, 20:35
Fitness ist sicherlich wichtig, aber bei manche können aus körperlichen Gründen nicht mehr so wie sie wollen.
Wie oben bereits erwähnt ist Glaube und Durchhaltewillen sehr wichtig.

Aber: Es wird sich sicherlich auch für die lahmen Klepper eine Aufgabe finden. Auf das Vorratslager aufpassen z.B. oder den Medicus geben.
Das zeigt einem, dass man gebraucht wird, was einem dann wiederum Kraft gibt, durchzuhalten.

ID 1208
12.02.2011, 21:50
Wäre interessant zu wissen, wer von uns (inkl. mir natürlich) beim Aufnahmetest der Green Berets nach wievielen Stunden oder Tagen rausgeflogen wäre.:rolleys::grosses Lachen:

Die Diskussion erinnert mich an einen anderen Thread und daraus folgende Geschichte:

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article11629563/Darf-ein-Hausbesitzer-einen-Raeuber-erschiessen.html

Der Herr ging an Krücken, war in Unterzahl, bediente sich eines Werkzeugs und überlebte. Er ist 77. Der andere Herr, der 50km entfernt einen anderen Raubüberfall nicht überlebte war 51.

Alles relativ. Sicher sind Fitness, Durchhaltewillen, etc. wichtig. Aber vielleicht auch Glück. Das richtige im richtigen Moment zu tun (ohne sicher sein zu können, dass es das richtig ist).

Vielleicht auch interessant, mal nach den Ergebnissen der "positiven" Psychologie (die nach den Stärken statt Defiziten forscht) zu suchen. Resilienzforschung. Warum z.B. gewissen Menschen Krisen und Extremsituationen (wie z.B. Folter) besser überstehen als andere.

Herzliche Grüsse
linthler

Forester
12.02.2011, 22:23
Der Herr ging an Krücken, war in Unterzahl, bediente sich eines Werkzeugs und überlebte. Er ist 77. Der andere Herr, der 50km entfernt einen anderen Raubüberfall nicht überlebte war 51.

Alles relativ. Sicher sind Fitness, Durchhaltewillen, etc. wichtig. Aber vielleicht auch Glück. Das richtige im richtigen Moment zu tun (ohne sicher sein zu können, dass es das richtig ist).

Da sehe ich jetzt den Zusammenhang nicht. Wer eine Waffe hat, braucht keine Fitness??

Forester

ID 1208
12.02.2011, 23:03
Kommt auf die Definition von Fitness an. Fit im Umgang mit der Waffe, ja. Mental fit, auch ja. Marathonläufer, nicht nötig.

Eine Schusswaffe kann viel Unterlegenheit ausgleichen. Was hat ein Kasten von Mann, an Kondition und Kraft einer Frau deutlich überlegen, ohne sonstige Waffen gegen eine geübte Schützin für Chancen?

Herzliche Grüsse
linthler

Forester
12.02.2011, 23:51
Eine Schusswaffe kann viel Unterlegenheit ausgleichen. Was hat ein Kasten von Mann, an Kondition und Kraft einer Frau deutlich überlegen, ohne sonstige Waffen gegen eine geübte Schützin für Chancen?

Ich denke wir reden bzw. schreiben aneinander vorbei. In einem Madmax-Endzeitszenario hättest du sicher bessere Karten mit einer Schusswaffe. Einen Unfall, einen Hausbrand oder eine Naturkatastrophe halte ich persönlich aber für sehr viel wahrscheinlicher und da bin ich lieber fit als bewaffnet.

Forester

Frei's Petrollampen
12.02.2011, 23:53
Ich denke mal, hier im Forum sind keine aktiven Elitesoldaten, -polizisten oder sonstigen ....... Gruß
Forester

Hallo Forester

Täusche Dich mal nicht :rolleys: ........., sage aber nichts mehr dazu!

Viele Grüsse, Ernst

Mark Wilkins
14.02.2011, 02:10
Hallo Forester

Täusche Dich mal nicht :rolleys: ........., sage aber nichts mehr dazu!

Viele Grüsse, Ernst

Ich sag auch nichts dazu ;-)


Nur ein kurzer Einwand:

Fit nach Definition der AOK ist, wer kontinuierlich mindestens 3 x die Woche und mindestens 90min Sport macht, also z.B. 3 x 30 Min joggen. Bei dieser eher geringen Intensität sind, jedenfalls laut medizinischem Bericht der AOK, schon deutlich die positiven Auswirkungen körperlicher Bewegung wie z.B. eine Verbesserung des Herz-Kreislaufsystems, Stressabbau usw. zu spüren.
Das KÖNNTE vielleicht als Definition im Sinne von "Fit" im Bezug auf die Allgemeinheit gelten.

Das ist natürlich nicht Fit im Sinne irgendwelcher leistungsorientierten Sportler oder Elitesoldaten etc. etc. - aber man kann es definitiv als Basis nehmen um darauf aufzubauen.

Alles was darüber hinausgeht, kommt auf die eigenen Ansprüche an. Wie gesagt, ich bin als Trainer für KM unterwegs und ich denke jeder muss seine eigenen Prioritäten setzen.
Natürlich gilt in einer Krisensituation: Je fitter, desto besser. Und wenn man nun zwei Personen vergleicht, die ansonsten die gleichen Fähigkeiten haben, gleich intelligent sind, psychisch gleich stark, die selben Erfahrungen haben und, und und... dann ist der physisch stärkere UNTER DIESEN BEDINGUNGEN nun mal deutlich im Vorteil - da brauch man sich nichts vormachen.
Noch deutlicher wird das auch in, ick sach ma, "Combat-Survival" Situationen - aber davon ist, zumindest meinerseits -, glaub ich hier auch nicht die Rede.

Mark Wilkins
14.02.2011, 02:13
(hä? Jetzt ist die Hälfte weg....)

Wie gesagt, das soll auch KEINE ABWERTUNG DEN FÄHIGKEITEN weniger fitter Leute sein.
Einfach nur ein rationaler Vergleich. Der auch seine Berechtigung hat.

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man sowieso nicht soooo sehr spekulieren solllte, wer jetzt wann, wie und wo im Vorteil ist.
Mir ist auch aufgefallen, dass mein Beispiel mit einer Spezialeinheit in einem Punkt hinkt: Die sind auch nicht immer 100% fit. Und auf ihre Operationen können sie sich vorbereiten, somit können sie bestimmte Risiken kalkulieren. Und ich denke nicht, dass ein vernünftiger Offizier einen derzeit kranken Soldaten in den Einsatz schicken würde.

Eine Survival-Situation trifft einen aber eher unvorbereitet.
Beispiel: Person A ist Special Forces Veteran, Triathlet, Marathonläufer, Messerkampfexperte und kann mit seinem M-16 auf 200Meter eine Fliege erschießen. Person 2 ist eine kleine, liebe Knuddel-Omi, Ex-Krankenschwester, die zufällig auf der selben Etage mit ihm wohnt.
Plötzlich finden sich beide in einem Hurricane á la Catrina wieder. Person A, der Supermann, bekommt aber nachts plötzlich 41° Fieber, Schüttelfrost und ERBARMUNGSLOSEN ;-) Durchfall sowie Muskelkrämpfe. Wer braucht jetzt wen?

(^^ Wie immer überspitzt, aber was ich meine wird wohl klar.)

Ich halte mich für ziemlich fit. Trotzdem wäre ich für jede (nette) Gesellschaft in einer Notsituation dankbar, egal ob fit oder nicht. Nur Rambo wäre das nicht - aber der ist soweit ich weiß auch nicht hier angemeldet.

draussen
15.02.2011, 23:33
Wenn ich das vergleiche mit meinem Zustand, als ich
noch auf dem Bau gearbeitet habe, dann bin ich heute
ein schlaffer Sack , und man wird ja auch nicht jünger :-)

Es ging mir genau gleich. ich arbeitete auf dem Bau im Akkord. Heute arbeite ich 50% im Büro und 50% draussen aber nicht körperlich anstrengend.

Mein Trainings "Aufwand" ist ca. 5 bis 7 Std. in der Woche, Ausdauer und Kraft. und am Wochenende möglichst viel draussen sein. Das ist nicht viel wenn man bedenkt, dass der Mensch ein Sammler und Jäger ist, (war) immer dran am etwas machen, sammeln, jagen, reparieren, zubereiten, erweitern. Eben immer was zu tun körperlich.

Ich persönlich finde die körperliche Fitness sehr wichtig all meine Handicaps merke ich nicht wenn ich fleissig trainiere, Nacken- und Rücken-Schmerzen, Knieschmerzen, ja sogar die Kopfschmerzen sind sehr selten geworden, Migräne habe ich auch nicht mehr da bin ich mir zwar nicht sicher ob es vom trainieren ist.

Fit sein ist DIE Lebensqualität für mich. Ich bin auch geistig belastbarer. Gerade wenn die berufliche Belastung nach oben ausschlägt will ich das mit trainieren ausgleichen.

Ich glaube nicht das es darauf ankommt ob man 10km oder 42km laufen kann. Es kommt darauf an, dass man es gewohnt ist sich körperlich zu fordern, im Notfall werden dann schon noch die Reserven mobilisiert. Klar wer viel trainiert hat mehr Reserven. Aber das Training muss ja auch passen zur Person, es macht ja auch keinen Sinn wenn man jedes mal mit sich streiten muss bis man sich bewegt.

"In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist" für mich stimmt das, aber nur so und nicht auf alle möglichen arten verdreht.

Cephalotus
16.02.2011, 00:08
Wer Sport auf "höchstem Niveau" betreibt verschleißt seinen Körper auch stärker und ist ggf. anfälliger für Krankheiten, wie man ja bei Leistungssportler gut beobachten kann. Das Mittelmaß ist so verkehrt wohl nicht, außerdem ist es ganz gut, verschiedene Belastungen gewohnt zu sein. Man mag einen Marathon in unter 4 Stunden laufen können und trotzdem mit einem 20kg Rucksack schon nach wenigen km massive Probleme bekommen. Krafttraining nutzt einem nicht die Bohne (eher ist sogar das Gegenteil der Fall), wenn man eine längere Strecke laufen muss, ohne dass einem der Kreislauf kollabiert.

Die mit großem Abstand wichtigste wöchentliche Trainingsstunde ist meiner Ansicht nach die allererste, die einem von demjenigen unterscheidet, dar garnichts macht. Ich hab mal so ein halbes bis dreiviertel Jahr nahezu keinerlei Bewegung gehabt (außer eben meinen täglichen Gang in den 5. Stock und was man halt als nicht Autobesitzer im Alltag so zu Fuß rum geht) und das ist ziemlich gruselig, wie man da abbaut und wie sich z.B. der Ruhepuls erhöht.

Bei mir setzt eine Knochenhautentzündung im Schienbein, die ich einfach nicht mehr los werde, gewisse Limits bei der langfristigen stoßartige Belastung wie z.B. Laufen über mehrere Stunden. Wenn ich es mal übertreibe habe ich wochenlang Schmerzen, von daher übertreibe ich es einfach nicht mehr...
Ich muss mich heute damit zufrieden geben, maximal 1-2 Stunden am Stück zu laufen und dann muss ich es mehrere Tage lang gut sein lassen. Radfahren, Wandern, Schwimmen usw. geht zum Glück noch uneingeschränkt.

Wenn ich mich im Freundeskreis so umsehe habe ich's damit noch gut erwischt. Ich kenne fast keinen Amateurfußballer, der jetzt in den 30ern noch keine Knieprobleme hat. Gut, dass ich das nie gemacht habe...
Wäre mal interessant zu wissen, ob diese Elite-Soldaten mit 50 noch schmerzfrei laufen können. Ich war bei der Bundeswehr jetzt auch nicht gerade in einer Schreibstubeneinheit, aber professionelle Beratung zum sorgfältigen Umgang mit dem Körper unter Belastung war da absolute Mangelware, genauso wie gut geeignete Ausrüstung.
Wen man mit Kampfstiefeln und wahllos auf den Rücken geschnallte 50kg zig mal von Fahrzeugen runter hüpft geht das massiv auf die Knochen. Oder alleine diese dämlichen dienstlich gelieferten Joggingschuhe, da hat mir als 20jähriger nach längeren Läufen auf Teerstraßen aber alles geschmerzt vom Schienbein über die Knie bis hin zur Wirbelsäule, bis ich mir endlich mal vernüftige zivile Schuhe besorgt hatte. Oder die diversen Übungen wie das längst verpönte "Klappmesser", das ja angeblich ganz extrem die Wirbelsäule belastet.
Das kann nicht gesund sein...

Harmlos
16.02.2011, 10:16
Neben der körperlichen Leistungsfähigkeit, welche durch Sport steigt, sollte niemand die geistige Komponente außer Acht lassen. Jeder Ausdauersport hat auch eine Inetelktuelle Komponente und gerade bei den Langstrecken (welche ab einem gewissen Maß zugegebenerweise nicht gesund sind, aber das ist ein Krisenfall ja auch nicht) ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schweinehund das entscheidende.

Meine Erfahrung ist, dass die Leistungsbereitschaft zuallererst im Kopf entsteht und wenn mann dann weiß, was alles drin ist, dann geht sogar noch mehr. Und dieses an sich Glauben und wissen wozu man in der Lage ist, kann nach meiner Meinung in einer Notfallsituation nur von Vorteil sein.

Mein Motto zu diesem Thema: Quäl deinen Körper, sonst quält er dich

User-ID-1442
17.02.2011, 11:50
Ein wichtiger Aspekt beim Thema Fitness ist das Alter der Person.
In jedem Lebensabschnitt kommt es auf andere Aspekte an, bei Kindern ist anderes zu beachten als bei Jugendlichen, und hier wiederum anderes als bei einer Person um die 40 und später einem Senioren.

Was sicher in jeder Altersgruppe trainiert werden kann sind Dinge wie Koordination (komplexe Bewegungsabläufe), Gleichgewicht und Beweglichkeit.
Abseits von Cardiotraining, Maximalkraft und Kraftausdauer ist das sowohl fürs Survival wie im Alltag brauchbar.

Jedes Kind sollte korrekt Schwimmen, Balancieren (Slackline), Jonglieren und richtiges Fallen (Judo, Jiu Jitsu...) lernen.
Jeder Jugendliche sollte sich eine Grundlage für Kraft und Ausdauer schaffen (sog. Sportlerherzen sind abseits vom Leistungssport aber nicht erstrebenswert).
Jeder ab 40 dem Abbau der Muskelmasse und einer Abnahme an Beweglichkeit entgegenarbeiten.
Und jeder Senior sollte auf seine Koordinationsfähigkeiten und Gleichgewicht achten (im TV habe ich zB mal einen Chinesen gesehen, der immer die Treppe in seinem Haus verkehrt hinauf und hinuntergeht, klingt lustig ist aber sinnvoll im Alltag einzubauen).

Eichenhain
23.02.2011, 16:25
Ich denke, eine gewisse Grundfitness ist sehr förderlich. Ich gehe ein- bis zweimal in der Woche Laufen und zwei- bis dreimal in der Woche mache ich Krafttraining. Früher war es für mich beruflich nötig fit zu sein. Heute ist es zu vernachlässigen. Ich habe mich aber an das "Sport treiben" gewöhnt und werde unleidig, wenn ich mal eine Woche nicht zum Sporteln komme.

Wichtig ist mMn die Mischung:

- Laufen/Radfahren/Schwimmen für die Ausdauer (Flucht über lange Strecken)
- Krafttraining für kurze Anstrengungen (sich irgendwo hoch ziehen, Lasten verlagern, Familienangehörige tragen)
- Koordinationstraining für die Geschicklichkeit (schnell reagieren, sicheres Balancieren, gute Beweglichkeit)
- Eventuell wäre noch eine Kampfsportart zur Verteidigung gut, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese oft überschätzt werden

Klingt nach recht viel, ist aber gar nicht schwer:

- Das Ausdauertraining verbinde ich mit meinem Arbeitsweg (12 km)
- Krafttraining mache ich im Studio, man kann aber auch zu Hause mit dem eigenen Körpergewicht gute Ergebnisse erzielen
- Als Koordinationstraining mache ich Läufe durch den Wald mit relativ tief hängenden Ästen/Gebüschen. So muss ich ständig ausgweichen und reagieren

Und: Sportlichkeit ist nur bedingt eine Frage des Alters. Ich kenne einen Rentner im Studio, der drückt 120 kg auf der Bank ohne mit der Wimper zu zucken. Ebenso hatte ich einen Ausbilder (damals deutlich über 40 Jahre), welcher uns damaligen "Anfangzwanzigern" locker auf jeder Strecke davon lief.

Gesundheit vorausgesetzt, kann man in jedem Alter respektable Leistungen vollbringen. Man muss nur aufpassen und sich den ändernden Bedürfnissen seines Körpers annehmen, in sich reinhören und Sportarten die füher locker gingen, halt abschreiben und umsteigen.

Viele Grüße

ididitmyway
14.04.2011, 21:21
Verzeiht mir...
...ich bin wirklich keine Quasselstrippe,(oder doch:Rol:) auch wenn ich übrall meinen Senf dazugebe.

Natürlich ist eine gewisse körperliche Fitness von Vorteil für das Überleben extremer Szenarien. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die körperliche Fitness nur einen Teil der gesamten Fitness ausmacht. Ich habe während der Offiziersschule Spitzenathleten gesehen, welche während des 100km-Marsches, wie kleine Kinder geweint haben, weil ihr Nervenkostüm versagte. Doch ich habe auch Psychisch angeschlagene Weichbecher erlebt, welche in Extremsituationen, wie Verkehrsunfällen, absolut abgeklärt und rational reagierten.

Ich unterteile die Fitness in verschieden Teilbereiche:
1. körperliche Fitness
2. mentale Fitenss
3. materielle Fitness (in Bezug auf Krisensituationen)
4. sozoale Fitness (Netzwerk von Hilfspersonen, auf welches ich zurückgreifen, oder welches ich unterstützen kann)
5. Fitness des persönlichen Wissens sowie der personlichen Fertigkeiten
6. Fitness des Glaubens und der persönlichen Wertvorstellungen (Bitte nicht weiter kommentieren, sonst sprengen wir den Rahmen des Forums in einem unerfreulichen Rahmen)

Wenn wir uns auf Krisen vorbereiten, sollten wir nicht zu einseitig werden, sondern allen Berichen gerecht werden.

Mark Wilkins
14.04.2011, 23:25
@ idititmyway & all...

Ich finde diese Unterteilung etwas zu weiter hergeholt. So - erscheint es mir jedenfalls - geht es in diesem Thread doch schlicht darum um physische Fitness in Survival, Not- und Krisensituationen von Vorteil ist.

Fakt: Ja, Fitness ist ein großer Vorteil, aufgrund ihrer positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit.

Das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Wenn jemand der flüchten will gut zu Fuß ist, ist er der lahmen Ente gegenüber im Vorteil, will jemand einen Verletzten 200 Meter aus einer Gefahrenzone tragen, ist er im Vorteil, wenn er das schon mal geübt hat,.... - wenn jemand einer physische Belastung ausgesetzt ist, ist physische Widerstandsfähigkeit eben das worauf es ankommt und diese bekommt man nur durch eins: Training.
Das Fitness sich auch positiv auf die Psyche auswirkt und dies auch eine Rolle spielt, ist auch eine Tatsache.

Ist Fitness ein Garant eine Survival-, Krisen- oder Notsituation zu überwinden?

Fakt: Nein.

Das sagt einem doch ebenfalls der gesunde Menschenverstand. Dafür sind solche Situationen doch viel zu komplex. JEDE Fähigkeit KANN in einer Krisensituation ein Vorteil sein.

Lohnt es sich daher für den "Survivor" Sport zu machen und sich körperlich zu betätigen?

Fakt: Ja.

Genauso wie es sich lohnt, sich "Outdoor-Wissen" anzueignen, Prepper-Maßnahmen zu treffen usw. usw. - alles kann, nichts muss (<-- Das ist doch auch eine der schönen Seiten an unserem Hobby, oder??)

Eigentlich ist in diesem Thread doch alles gesagt!? :rolleys:

Frei's Petrollampen
14.04.2011, 23:37
Hallo Mark

Da hast Du recht ......., die körperliche Fitness ist das eine.

Der Rest der "Fitness" in anderen Bereichen das andere. Wir hatten das auch schon mal in einem anderen Bereich besprochen.

Habe jetzt aber keine Lust zu suchen ........!

Es wird in einer Gruppe immer verschiedene Leute geben, die einen können das, die anderen dies!

Also immer die Fähikeiten nutzen die der einzelne am Besten kann! Der junge wird dem verletzten Wild hinterher rennen, der andere wird es verarbeiten.

Dann wird es funktionieren.

Ernst

Mark Wilkins
15.04.2011, 03:57
@ Ernst: Richtig. Der Eine wird hinterher rennen, der Andere wird es verarbeiten und ich..., ich werde es essen :rolleys:

ididitmyway
15.04.2011, 07:28
@ idititmyway & all...

Ich finde diese Unterteilung etwas zu weiter hergeholt. So - erscheint es mir jedenfalls - geht es in diesem Thread doch schlicht darum um physische Fitness in Survival, Not- und Krisensituationen von Vorteil ist.

Fakt: Ja, Fitness ist ein großer Vorteil, aufgrund ihrer positiven Effekte auf die Leistungsfähigkeit.


Sorry, dass ich das Thema etwas gesprengt habe, es entspricht nicht meiner Absicht, die Wichtigkeit der körperlichen Fitness herunterzuspielen. Sie ist ein grosser Vorteil beim Bewältigen von Stresssituationen. Wenn ich jetzt schon bei der kleinsten Aktivität auf dem Zahnfleisch gehe, dann habe ich in einer Krisensituation einen wirklich schwierigen Stand.

Mein Rat: Wartet nicht länger. Beginnt am besten heute damit etwas für eure Fitness zu tun. Es muss nicht unbedingt das Fitnesscenter sein. Man kann auch einfach mal das Auto stehen lassen und zu Fuss oder mit dem Fahrrad eine Strecke zurücklegen. Man kann beginnen Treppen anstatt Aufzüge zu benutzen. Man kann mit dem Rauchen aufhören oder stark reduzieren.

Ich betreibe Laufsport, Kraftraining, wandere, klettere ind habe Spass dabei.

Vengard
15.04.2011, 17:11
Meiner Meinung nach ist körperliche Fitness schon wichtig, indem man dadurch Kraft, Ausdauer, Koordination und dergleichen schult.

Aber man darf Fitness auch nicht überbewerten.

Was bitte schön bringt es, wenn ich noch so gut im Laufen bin, oder noch soviele Liegestütze hinbekomm, mir aber jemand eines Tages ein Messer in den Hals rammt, oder ich ein 9 mm Geschoss abbekomm ??
Oder was bringt mir die ganze Fitness wenn ich mal bei einem Verkehrsunfall dabei bin, oder einer Katastrophe, und ich durch diesen Anblick, und diesen Schock, unfähig bin meine Kraft und Ausdauer einzusetzen ??

Nicht das ihr mich falsch versteht, ich selber versuch auch mich fit zu halten (bspw. durch Kampfkünste, Body Weight Exercises). Aber Fitness ist meiner Meinung nach nicht alles.

Harmlos
18.04.2011, 08:29
Niemand wird behaupten, dass nur Marathonläufer in kommenden Krisen bestehen werden.

Genausowenig kann aber irgendjemand behaupten, dass es ein Nachteil ist körperlich fit zu sein!

Ich würde behaupten, dass körperliche Fitness in jeder Krisensituation von Vorteil ist. Der sportlich Aktive kennt seinen Körper und seine Möglichkeiten besser und wird sich der Krise besser stellen können. Du hast mehr Optionen, wenn du Ausdauer und Kraft hast, als wenn dein Körper schon nach 20 Treppenstufen nach einer Pause schreit.

Natürlich hat jeder seine psychische Zerreißgrenze, ab der er nicht mehr in der Lage ist zu agieren. Das als Teil der Fitness zu sehen halte ich begrifflich für irreführend, da es nicht definier- und messbar zu trainierenist. (außer du bist beruflich z.B. Rettungsassi oder Notarzt) Der einzelne kann sich vielleicht an kleinere Krisensituationen gewöhnen, aber dass heißt nicht, dass die gleiche Person dann bei einer größeren "Schadenslage" immer noch den klaren Kopf bewahrt.

In der Pilotenausbildung versucht mann sogenannte "Canned Situations" zu nutzen, d.h. eine Notsituation wird solange trainiert, bis die Reaktion quasi automatisch erfolgt. Dazu braucht mann nicht einmal einen Simulator sondern es können "Rollenspiele" trainiert werden: Der Trainer sagt an: "Triebwerksausfall rechts" und die Flugschüler erzählen, was sie zu tun gedenken. Richtig moderiert sind die Reaktionen dann verfügbar. Das setzt aber eine sehr exakte Selbsteinschätzung voraus, da ansonsten die Eingangsparameter schon zu abweichend sind.
Diese Verhaltensweise läßt sich im Alltag und auch aufs Preppen bezogen nur dann nutzen, wenn das Ereignis möglichst eng definiert wird. Also z.B: du findest einen Verletzten am Straßenrand, oder zwei Typen versuchen deine Tür mit einer Axt einzuschlagen. Für allgemeine Szenarien taugt das nicht so gut, da hier die Variablen zu weit auseinander liegen.

Ich plädiere trotzdem dafür in diesem Thrad die körperliche Fitness als greifbarste Form der Fitness in den Vordergrund zu stellen und für andere Dinge entweder die entsprechenden Threads zu nutzen, oder neue zu eröffnen. Ansonsten ufert die Diskussion zu sehr aus.

beste Grüße

ete
19.04.2011, 23:13
Hallo,

ich habe gelernt das zur körperlichen auch die mentale Fitness beiträgt und umgekehrt. Dabei meine ich Erfahrungen und Überzeugungen der Person.

Zur körperlichen Fitness zu Thema S&P würde ich immer ein Training vorschlagen/empfehlen das so Spezifisch wie möglich ist. Selbstverständlich unter den max möglichen Sicherheitsvorkehrungen.

Mir wurde beigebracht dass z.B. Ausdauer spezifisch ist. Das bedeutet dass ein guter Radrennfahrer nicht unbedingt ein guter Marathonläufer ist. Oder das ein guter Schwimmer, ein guter Skiläufer ist, obwohl jeder in seiner Sportart über "Ausdauer" verfügt.

Wollte demnächst auch einen Beitrag zum Thema Motorisches Lernen verfassen der hier mehr drauf eingeht.

Gruss Ete

ID 488
20.04.2011, 11:34
Und wie soll prepper-spezifische Ausdauer aussehen?

Ich denke eher, dass es sinnvoll ist mit möglichst vielen, unterschiedlichen Belastungen zu trainieren, um für möglichst viele Fälle, in denen Fitness von Bedeutung sein kann, gerüstet zu sein.

Aber wenn du ein Szenario-spezifisches Training hast, würde mich das interessieren.

tomduly
20.04.2011, 13:39
Und wie soll prepper-spezifische Ausdauer aussehen?

Hallo,

in einer Survival- oder Crash-Situation gibt es doch bestimmte Anforderungen, auf die man sich in Sachen Fitness schon vorbereiten kann:

- Sprinten und Ausdauer: laufen, flüchten bzw. allgemein "Strecke machen": der beherzte Sprint in die Hügel vor dem herannahenden Tsunami hat schon so manchem das Leben gerettet; bei einem AKW-Störfall und gleichzeitig stauverstopften Strassen ist die Fähigkeit, rasch einige Kilometer zurücklegen zu können, ebenfalls von Vorteil. Oder bei Unruhen/militärischen Konflikten - hier sind Flüchtlingstrecks oft tagelang unterwegs.

- Kraft, den eigenen Körper über ein Hindernis zu bekommen. Viele scheitern schon an einem 1,5-2m hohen Hindernis (Zaun, Wand, Mauer). Meistens liegt es an der falschen Technik (wie beim Klettern: hochziehen mit den Armen geht nicht auf Dauer, die Kraft muss aus den Beinen kommen - hochdrücken). Das kann man lernen und üben. Dann ist man auch eher in der Lage, z.B. jemand aus dem Wasser in ein Boot zu hieven oder einen Bettlägerigen aus einem brennenden Haus zu bergen.

- Geschicklichkeit, Trittsicherheit: viele stolpern regelrecht durchs Leben: falsches Schuhwerk und schlechtes Gangbild sind in Kombination fatal für eine erfolgreiche Flucht, einen nächtlichen Marsch durch den Wald o.ä. Ein verstauchter Knöchel, ein Bänderriss und schon ist die eigene Flucht beendet und man fällt anderen zur Last, bis sie einen liegen lassen (müssen).

- Reaktionsschnelligkeit: Situationen erfassen, Bedrohungen erkennen und ihnen ausweichen oder sich wehren. geschärfte Sinne, unbenebelter "Geist" und ein paar antrainierte Reflexe (aus asiatischen Kampfsportarten) schaden nicht.

- gesunde Ernährung, keine Drogen (inkl. Alkohol, Nikotin): gewissermassen vorbeugende Fitness.

...mehr braucht man eigentlich nicht :rolleys:

Hatten letzen Sonntag dieses Fitnessprogramm: Familienausflug Mama (38), Papa (41), Zwerg (2,5) mit den Fahrrädern + Anhänger. Abfahrt 10 Uhr aufgerödelt, mit Proviant, Verbandszeug etc. pp. ausgestattet gings los: knapp 30km über Wald- und Feldwege, etliche Höhenmeter und steile Abfahrten und Aufstiege - und ordentlich Gegenwind dabei. Etappenziel war ein Drachenfest eines Segelflugvereins, dort gabs ein Eis und ne Currywurst, dann gings retour. Um 15 Uhr waren wir wieder daheim. Eltern "hundskao", der Kleine putzmunter. Fazit: anstrengend, aber durchaus machbar. Schätze mal, aufgeteilt in zwei Etappen hätten wir auch 50km zurücklegen können. Ist halt schon ein Unterschied, ob man mit nem nackten MTB durch die Gegend crosst oder ob man 35kg Kinderanhänger am Haken hat bzw. zwei vollgepackte Packtaschen.

Grüsse

Tom

ete
20.04.2011, 13:47
@ Luchs

Die prepperspezifische Ausdauer kann ich nicht benennen. Das hängt meines Erachtens von der Person und dem Szenario ab. Generell sollte man Fähigkeiten und Fertigkeiten so spezifisch wie möglich trainieren. Des Weiteren stimme ich mit deinem Beitrag überein und wollte dasselbe sagen.

Ein spezifischen trainingsplan habe ich nicht.

So wie ich Tom verstehe hat er die Sachen die für ihn wichtig sind umrissen. So habe ich das auch für mich getan. Hierauf aufbauend habe ich dann das ein oder andere für mich angepasst.

Gruss Ete

Vengard
20.04.2011, 15:43
Hallo tomduly,

bei den Themen die du ansprichst, wie zB. Sprinten, Kraft, den eigenen Körper über ein Hindernis zu bekommen, Geschicklichkeit, Trittsicherheit und Reaktionsschnelligkeit kann ich dir Parkour empfehlen.

Parkour kommt aus Frankreich, und es geht einfach darum Hindernisse so schnell und so effizient wie möglich zu überwinden. Zum Trainingsprogramm gehören Sprints, Liegestütze, Krafttraining, Gleichgewichtsübungen, Schulungen der Koordination und Reaktionsschnelligkeit dazu.

Vom Alter her sind alle so zwischen 10 und etwa 45 dabei.

@ Die Admins

Ich hoffe es ist Okay für euch wenn ich einen Link dazu reinstelle. Ich möchte NICHT dafür werben, sondern nur zeigen wo ich Parkour geübt hab.

http://www.parkour-stuttgart.de/

Grüsse Vengard

tecneeq
20.04.2011, 20:28
- Sprinten und Ausdauer

Ok.


- Kraft, den eigenen Körper über ein Hindernis zu bekommen

Jep.


- Geschicklichkeit, Trittsicherheit

Genau.


- Reaktionsschnelligkeit

Exakt.


- gesunde Ernährung, keine Drogen (inkl. Alkohol, Nikotin)

NIEMALS! :Panik:

Keusen
21.04.2011, 15:34
Also ich find Parcour ist schon ne coole Sache
was die Kids da machen verdient Beachtung und
in gewisser Hinsicht auch Respect

Allemal besser als tagelang vor der Playstation
zu sitzen

Schaden könnten solche Fähigkeiten sicher nicht :-)

Ich glaub ich muss wieder mehr Sport machen :-)

Grüße

Eugen j.keusen

AZI
21.04.2011, 16:03
Sport ist Mord, meine devise, aber wenn ich mir gerade die Gartenarbeit anschaue, da ist ein wenig Fittness nicht verkehrt, gerade jetzt im Frühjahr, oder noch schlimmer, wenn der Garten so aussieht wie meiner bis vor kurzem....

Egal ob Bromberen schneiden, Unkraut Jähten, Umgraben, Beete anlegen, Wasser zum gießen schleppen, es ist eine einzige Körperliche anstrengung... naja dafür kann ich dann im Sommer ausruhen, ein wenig Unkraut jähten und giesen, aber die Umkraberei kommt erst wieder im Frühjahr....

Aber ÄHM was wollt ich sagen... Ja ach ja...

Aus Prepper Sicht, also wenn man mal wirklich darauf angewiesen ist, vom Garten soviel wie Möglich ertrag zu bekommen, sollte man vorher schon recht fit sein... Gewichte Stemmen, Treppen steigen, Armdrücken.... gerade wenn man im Normalfall nur wiese hat und dann im Notfall auf einmal anbauen will, Ohne Umgraben geht da nix....

Also Sport ist zwar mord aber ein bischen Fitness als gesunde vorraussetzung für gutes Preppen ist echt hilfreich... Glaubt mir.. man tun mir die Schultern weh, und die Arme und die Knie und...... Ihr versteht...

Nextom
21.04.2011, 22:53
Ich frage mich halt, ob Ihr mit Martial Arts Training nicht mehr erreichen würdet, als wenn Ihr rein auf Muskelkraft bzw. Ausdauer usw. setzt. Vor der Strahlung eines Nuklearunfalls könnt Ihr sowieso nicht wegrennen. Und bei einem Erdbeben hilft Muskelkraft auch nicht viel. Die einzige Situation, in der ich mir vorstellen könnte, dass die körperliche Komponente wirklich ausschlaggebend sein könnte, ist eine Angriffs- oder Kampfsituation. Und auf die könnt Ihr Euch im Fitness-Studio oder auf dem Trimm-Dich-Pfad sowieso nicht vorbereitet. Ich habe immer wieder erlebt, wie Typen mit den tollsten Körpern im Kampfkunst-Training alt aussehen, weil sie überhaupt nicht wissen, wie sie ihre Muskeln einsetzen sollen, bzw. vor lauter Muskeln eher langsam und steif geworden sind.

Wenn Ihr Martial Arts trainiert, habt Ihr beides: die körperliche Fitness-Komponente, aber auch die Komponente der Taktik und des kontext-bezogenen Lernens in einer konkreten Angriffs-Situation. Da man in Martial Arts in der Regel beides zugleich trainiert, ist das meiner Ansicht nach als Training für Preppers besser geeignet als reine Fitness.

Allerdings kann man auch bei der Wahl der Kampfkunst viel falsch machen. Der wichtigste Fehler besteht darin, sich für einen Stil zu entscheiden, nur weil man eben zufällig da hin geraten ist. Aber es gibt viele Methoden und Stile, die für die Praxis absolut ungeeignet sind, bzw. die man bis in alle Ewigkeit trainieren kann, ohne wirkliche Kampfkraft zu gewinnen: Karate, Tae-kwon-do, Aikido, Tai Chi ... alles tolle Systeme, aber wenn man nur begrenzt Zeit hat (weil global das Kacka schon jetzt voll auf den Ventilator trifft), dann sollte man einen Stil suchen, der schnell Fortschritte in wirklicher Kampfkraft verspricht. Das gibt es. Wing Tsun würde mir hier als erstes einfallen. Aber kürzlich habe ich eine russische Methode entdeckt, Systema; die scheint mir auch absolut praxis-tauglich. Ringen und Jiu-Jitsu sind wahrscheinlich auch gut, vorausgesetzt, man hat den richtigen Körper dafür. Oder Boxen. Aber wenn man schon ein wenig älter ist oder keinen besonders leistungssstarken/flexiblen/leidensfähigen Körper hat, dann scheinen mir WT oder Systema die besten Wahlmöglichkeiten darzustellen.

Aber um nochmal meinen Gedanken von ganz oben abzuschließen: Die meisten Gefahren, die ich für uns sehe, sind so beschaffen, dass sie allein mit Körperkraft ohnehin nicht bewältigt werden können, und daher gilt hier dasselbe, wie auch in den Kampfkünsten: Die beste Strategie besteht darin, im Ernstfall erst gar nicht "vor Ort" zu sein. Zu deutsch: Der Vorteil, den man dadurch bekommt, dass man sich vom Leben in Ballungsräumen trennt, ist durch Fitnesstraining jeglicher Art überhaupt nicht aufzuholen. Abends nach dem Job noch in der Mucki-Bude zu trainieren hält Euch vielleicht nur dabei auf, Euer Leben so umzuorganisieren, dass Ihr von vorneherein schon mal gar nicht da lebt, wo's echt gefährlich werden wird. Und das sind - logo - vor allem die Ballungszentren, Städte eben. Am besten, glaube ich, lebt man außerhalb der sog. "Drop Dead Zone", derjenigen Strecke, die ein ausgehungerter, und zu allem bereiter Städter, laufen kann, bevor er tot umfällt.

Fatal-Fury
05.05.2011, 14:24
"Zu diesem Thema möchte ich nun auch einen kleinen Beitrag leisten.
Ich war früher in einer wirklich ausgezeichneter körperlichen Verfassung und trainierte sehr viel, Krafttraining, Bergsteigen, Ski-fahren, ein wenig Kampfsport.
2-3 x die Woche, je nach Möglichkeit.
Diesem Umstand verdankte ich auch, dass ich meinen schweren Unfall überhaupt überlebte, dies wurde mir von ärztlichen Seite wiederholt gesagt und bestätigt.

Das eigentliche Thema aber, das Überleben wollen um jeden Preis, das ist es, was mir damals entscheidend geholfen hat. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel ein Mensch ertragen kann, wenn er unbedingt Leben möchte. Wenn man um jeden Atemzug kämpfen muss, eigentlich nicht mal eine Perspektive hat, das ganze Leben danieder liegt und man trotzdem leben möchte, das ist dann nur noch der instinktive Lebenswille.

Voll gepumpt mit Chemie, die Welt aus komplett irrealer Sicht wahrzunehmen, eigentlich keine wirkliche Lust mehr am Leben haben und trotzdem kämpfen. Vielleicht ist das eine Gabe der Jugend, vielleicht legt sich der instinktive Überlebenswille mit zunehmendem Alter, das weiß ich nicht. Bin kein Psychologe, es ist nur meine Geschichte.

Motivation ist sicher ein treibender Motor und daran scheitert vieles. An der fehlenden Motivation, weil man einfach keine Möglichkeit sieht, jemals aus dem Schlamassel herauszufinden. Es hift ungemein, wenn an in solchen Phasen irgendwie ein spiritueller Mensch ist, der an die Möglichkeiten einer übersinnlichen Macht, vielleicht Gott, oder was auch immer glauben kann. Es spielt meine Meinung nach keine Rolle, woran man glaubt, allein, auf eine Hilfe zu vertrauen, die jenseits von unserer Vorstellungskraft liegt, kann wahre Wunder vollbringen.

Es macht keinen Sinn, auf etwas zu hoffen, was man nicht aus tiefstem Herzen für möglich hält. Das ist jetzt reine Erfahrungssache meinerseits. Und trotzdem realistisch bleiben das ist immer eine Gratwanderung.

Ich selber bin schon lange Konfessionslos, weil ich eben erlebt habe, und immer noch erleben darf, dass einzig und allein der Glaube es sein kann, der uns aus ausweglosen Situationen befreien kann, aber nicht muss. Garantie dafür kann ich Euch nicht geben.
Selbst der Glaube an sich selber ist ungemein hilfreich. An die körpereigenen Möglichkeiten, vielleicht mal überlegen, was wir mit unseren Hirnwindungen machen könnten, welche (angeblich) brachliegen und ungenutzt unseren Kopf ausfüllen.

Man benötigt eine sehr gesunde und stabile Psyche. Es ist enorm wichtig, sich mit den Abgründen der eigenen Seele zu beschäftigen und Verhaltensmuster, die uns hindern, zu bearbeiten und dadurch unser Selbstbewusstsein zu stärken.

Deshalb meine Bitte an Euch: Schaut, dass ihr mit Euch immer im Reinen seit, dass ihr Euer Spiegelbild gerne anseht und geht voll Zuversicht durchs Leben.
Stärkt Eure Psyche und konfrontiert euch mit euren Schwachpunkten, da spürt ihr gleich, wo ihr den Hebel ansetzen müsst und auch selber könnt.

LG "

Du sprichst mir mit deinem Beitrag absolut aus der Seele! Ich teile so ziemlich die selbe Ansicht. Insbesondere finde ich auch, dass wir Menschen unser
physisches und psychisches Potential nicht genügend ausschöpfen und zu mehr im Stande sind als wir uns eigentlich zutrauen bzw. glauben uns zutrauen zu können.

Wichtig ist meiner Meinung auch Dinge aktiv umzusetzen, Dinge zu tun. Man kann sich immer leicht vornehmen z.B. jeden Morgen vor der Arbeit/Uni,etc. 3 Km joggen zu gehen.
Aber es auch wirklich zu tun, das ist die wahre Leistung. Wahrheit liegt nur im Handeln! Man muss sich erst selbst überwinden können um andere Dinge zu überwinden. Wille kann so viel an fehlenden Vorrausetzungen (Bsp. fehlende Ausdauer) wettmachen. Selbstverständlich ist irgendwann eine physiologische Grenze erreicht, aber gerade durch Willenskraft kann meines Erachtens zwischen 10-20% an Potential noch ausgeschöpft werden. Die Willenskraft ist der Schlüssel, denn wer es schaft trotz absoluter Untrainierbarkeit mehrmals die Woche joggen zu gehen, der tritt in einen regelrechten "Engelskreis" ein, da durch diesen Willen die Untrainierbarkeit überwunden wird/trainierter wird und sich der Erfolg fortsetzt. Im Falle einer Survivalsituation ist genau dieser Wille entscheident, nicht umsonst gibt es das Sprichwort: "Der Wille kann Berge versetzen".

Mfg Fatal-Fury

Waldschrat
07.05.2011, 21:12
Sorry, dass ich das Thema etwas gesprengt habe, es entspricht nicht meiner Absicht, die Wichtigkeit der körperlichen Fitness herunterzuspielen. Sie ist ein grosser Vorteil beim Bewältigen von Stresssituationen. Wenn ich jetzt schon bei der kleinsten Aktivität auf dem Zahnfleisch gehe, dann habe ich in einer Krisensituation einen wirklich schwierigen Stand.

Mein Rat: Wartet nicht länger. Beginnt am besten heute damit etwas für eure Fitness zu tun. Es muss nicht unbedingt das Fitnesscenter sein. Man kann auch einfach mal das Auto stehen lassen und zu Fuss oder mit dem Fahrrad eine Strecke zurücklegen. Man kann beginnen Treppen anstatt Aufzüge zu benutzen. Man kann mit dem Rauchen aufhören oder stark reduzieren.

Ich betreibe Laufsport, Kraftraining, wandere, klettere ind habe Spass dabei.

Körperliche Fitness ist eindeutig wichtig. Als Segler kann ich dazu aber nur ergänzen, wenn es in absolutem Sauwetter mal richtig zur Sache geht, ist psychische Fitness mindestens ebenso wichtig. Das ist übrigens der Grund, dass ich inzwischen nur noch als Zweiercrew mit meiner Frau segele. Ich gebe physische Fitness auf, die uns weitere Besatzungsmitglieder liefern würden (zwei Tage bei Sturm auf See mit einer Zweiercrew macht nicht wirklich Spass, Schlaf ist Mangelware, eine zweite Wache würde definitiv helfen) aber ich kaufe mir dafür psychische Fitness. Ich habe es einmal erlebt, mich bei Windstärke 9 um das Schiff und um einen durchdrehenden Mitsegler kümmern zu müssen, das Erlebnis hat mir gereicht.

Wie sagte meine Frau mal als Rudergängerin bei stürmischem Wind auf einem Amwindkurs und 40° Krängung zu mir: " Geh mal in den Keller (gemeint war die Leeseite) und hol´ die Fock dicht.":rolleys:

Diese Gelassenheit muss sein.

Viele Grüße

Matthias

Fatal-Fury
16.05.2011, 11:29
Da ich sehr viel Wert auf körperliche Fitness lege (ebenso wie auf geistige) stelle ich mal mein Fitnessprogramm vor:

Wöchentlich:

- 1-2x Kampfsporttraining (Boxen & Thaiboxen)
- 1x Crossfit
- 1x Krafttraining

Alle 2 Wochen:

- 1x Joggen
- 1x Schwimmen

Wie sieht euer Programm aus?

Mfg Fatal-Fury

Wahrheit liegt nur im Handeln

O.Bey
16.05.2011, 21:11
Wie sieht euer Programm aus?


Wahrheit liegt nur im Handeln


Gelegentlich gehe ich zu Fuß zum Zigarettenautomaten.

Mit sportlichem Gruß

O.Bey
(sorry, konnte ich mir nicht verkneifen)

hamster
16.05.2011, 21:35
Hier mein Motto für die AntiSportler:
Sport und Turnen, führt zu Särgen und Urnen. Nur Sprit hält fit.

Dies für die Waffennutzer (letzte Worte zm Täter):
Weglaufen hilft nicht, du stirbst nur müde.

Waldschrat
16.05.2011, 21:53
Da ich sehr viel Wert auf körperliche Fitness lege (ebenso wie auf geistige) stelle ich mal mein Fitnessprogramm vor:

Wöchentlich:

- 1-2x Kampfsporttraining (Boxen & Thaiboxen)
- 1x Crossfit
- 1x Krafttraining

Alle 2 Wochen:

- 1x Joggen
- 1x Schwimmen

Wie sieht euer Programm aus?

Mfg Fatal-Fury

Wahrheit liegt nur im Handeln

Hallo Fatal-Fury,

ich mache eine 45°-Verbeugung und ziehe den Hut vor soviel Fähigkeit zur Selbstmotivation. Mein Programm ist (leider, ich bin halt ein fauler Hund) deutlich bescheidener.

Im Alltag soviel wie möglich mit dem Fahrrad oder zu Fuss unterwegs. Mit dem Fahrrad komme ich auf etwa 2.000 km im Jahr. Die Topographie des Grossraums Stuttgart bietet da durchaus einige Trainingsanreize. Aufzüge verschmähe ich, obwohl mein Büro im vierten Stock liegt. Nettes Erlebnis: Neulich mal mit einem 15 Jahre jüngeren Mitarbeiter die Treppe hochgespurtet. Der schielte zwar im EG nach dem Aufzug, aber wenn der Chef lief , und abhängen lassen wollte er sich auch nicht ... :rolleys: Im dritten Stock stellte ich ihm eine Frage, nach Ankunft in Stock 4 plus 15 Sekunden verschnaufen hatte er wieder Luft, um sie zu beantworten :grosses Lachen:

Ansonsten: Ein mal die Woche Schwimmen, im Sommerhalbjahr bei jeder sich bietenden Gelegenheit Segeln oder Kanufahren. Man sollte übrigens Segeln nicht unterschätzen. Das ist zwar bis Windstärke 5 reines Faulenzen, null Kalorienverbrauch, man wird vom in der Sonne liegen durch aufgesaugte Sonnenenergie fett :rolleys:, bei 6-7 wird es richtig sportlich und ab 8 artet es in Arbeit aus. Viele Wandertouren am Wochenende, die auch schon mal über 40-50 km am Tag gehen können.

Also eher Ausdauertraining. Sport hat für mich übrigens etwas mit Outdoor zu tun. Ein Fitnessstudio wäre nichts für mich.

Ansonsten gesunde und ausgewogene Ernährung, ein vorzeigbarer BMI, Nichtraucher, allerdings eine gewisse Neigung zu guten französischen Rotweinen :rolleys: Aber die sollen in Maßen angeblich sogar gesund sein ... Franzosen kriegen deutlich weniger Herzinfarkte als Deutsche.

Viele Grüße

Matthias

Thanatos
17.05.2011, 11:35
Ohje das Thema Fitness. Früher machte ich Taekwondo und danach Taebo (und wer jetzt sagt das ist Hausfrauensport hat es wohl noch nicht gemacht), dann hab ich das ganze ein paar jahre schleifen lassen. Dadurch, mein Asthma, und ungesunde Ernährung bin ich jetzt in einem Fitnesszustand der einfach nur bedenklich ist. Wenn ich die Treppe in den dritten Stock zu meiner Wohnung etwas schneller hochlaufe bin ich schon ausser atem. Deswegen möchte ich nun langsam wieder anfangen etwas Sport zu treiben. Wozu ich mich aufraffen kann ist 1-3 mal die Woche eine halbe bist ganze Stunde radfahren. Ich würde gerne etwas joggen, jedoch jogge ich da zwanzig Meter und bin schon übel ausser Atem. Wenn ich Bauchmuskeltraining mache hab ich ruckzuck nen Leistenbruch (dank früher mal Arbeit im Altenheim). Jetzt die Frage an die sportler hier: Mir ist klar das man mittels Ferndiagnose keinen Trainingsplan erstellen kann aber vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben wie ich damit anfangen kann mit dem Sport wieder anzufangen. Was sind leichte Übungen? Wie oft sollte ich sie wiederholen? Und vor allem, wie kann ich mich gut selbst motivieren. So nachdem ich das jetzt geschrieben hab geh ich doch glatt mal ne runde mit dem Rad raus, obwohl das Wetter echt grad net so toll ist.

Fatal-Fury
17.05.2011, 14:28
Hallo Thanatos,

das mit dem Radfahren ist schonmal sehr gut, da du regelmäßig was machst, egal in welchem Umfang. Regelmäßigkeit ist schonmal das A und O eines Trainings :-)
Auch das du früher Teakwondo & Teabo gemacht hast ist schonmal gut, denn was man mal gemacht hat, das hat man gemacht und verlernt es auch nicht komplett. Des weiteren ist ein Trainingszustand,
den man schonmal hatte immer leichter zu erreichen als wenn man komplett von Null anfängt. Treppenlaufen darf nicht unterschätzt werden und das Argument, man sei nach paar Stockwerken schon außer Atem
ist völlig plausibel, da schnelles Treppensteigen hochintensiv ist (Überwindung von Höhe mittels Kraft).
So jetzt aber zum eigentlichen. Wenn du sportlich aktiver sein möchtest, dann suche dir in erster Linie etwas das Spaß macht, denn nur was einem Spaß macht verleiht einem Anfangs die nötige Motivation aktiv Sport zu machen.
Wenn dir damals Taebo oder Teakwondo Spaß gemacht hat, dann fang doch das wieder an oder such dir etwas Ähnliches. Der Spaß steht in Vordergrund und ist der größte Motivationsfaktor.
Wichtig ist auch, dass du dir zu deinem Wiedereinstieg erstmal Minimalziele steckst. Es geht nicht darum von Anfang an einen Marathon zu laufen oder am 1. Tag 20 Bahnen zu schwimmen, selbst wenn der Wille da wäre.
Step-by-Step ist da die Devise, hauptsach kontinuirlich. Weniger ist Mehr!
Ich kann dir empfehlen für den Anfang 1-2 mal pro Woche schwimmen zu gehen, und wenns im ersten Monat auch nur 4 Bahnen sind die durchgeschwommen werden. Tempo und Intensität bestimmst allein du.
Schwimmen hat den Vorteil, dass es die Ausdauer trainiert und auch noch ein ganzkörper Krafttraining ist, das die Gelenke nicht unnötig belastet. Wenn du es nebenher noch schaffst Bspw. 1x ins Teakwondo oder einen anderen Sport zu gehen dann hast du die perfekten Trainigsreize. Behalte vor allem auch das Radfahren bei.
Wichtig zuzüglich Sport ist auch, dass man sich Zeit für die Regeneration lässt (nur in den Ruhephasen verarbeitet der Körper die sportlichen Reize). Gesunde und ausreichende Ernährung sind dabei genauso wichtig.
Also, was immer du tust, fang langsam damit an und hab Spaß dabei

Mfg Fatal-Fury

Thanatos
18.05.2011, 11:45
Na das macht doch zumindest schonmal Mut. Mein Problem ist das ich nichts regelmäßiges, wie Taekwondo, machen kann. Hab Schichtdienst (keine Ausrede). Aber das mit dem Schwimmen ist ne gute Idee. Ja das mit dem Spaßmachen ist wirklich das größte Problem. Mir macht (der meiste) Sport einfach keinen Spaß, deshalb bin ich froh das ich mehr oder weniger zufällig aufs Radfahren gekommen bin und hier direkt vor der Tür ne wunderbare Strecke habe. Na dann werde ich mich mal umschauen wo hier in der Nähe ein feines Hallenbad ist und einfach mal ausprobieren.

Frei's Petrollampen
18.05.2011, 12:35
Hallo Thanatos

Da bist Du schon mal auf einem guten Weg, Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung.

Wichtig ist einfach sich an was ranzutasten ........, nicht die Fitness mit aller Kraft erzwingen wollen.

Das geht schief, das macht dann keinen Spass wenn es zu viel ist.
Und je nach dem ist es auch nicht unbedingt zu empfehlen, zum Beispiel beim Joggen "volle Pulle" einzusteigen.

Zudem hast Du noch nichts über Dein Alter gesagt ......., da gibt es auch Sachen die lässt man ab einem bestimmten alter.

Jetzt aber noch was anderes:

Könntest Du darauf achten nicht alles so im Blocktext-Format zu schreiben.
DAS liest sich relativ schlecht!

Viele Grüsse, Ernst

Thanatos
18.05.2011, 12:55
Ohje das mit dem Blocktextformat ist mir noch nie aufgefallen, könnte was dran sein, ok ich versuch nun öfters mal Absätze zu machen.

Ich bin nun 27 Jahre alt und hab allerdings noch (mittelschweres) Asthma welches ich bis vor einiger Zeit einfach möglichst ignoriert habe (sprich bis vor einem halben Jahr immer wieder mit Unterbrechungen geraucht habe)

Das ich mich net gleich voll reinhauen kann habe ich gemerkt, gleich am Anfang mal n paar Meter gejoggt (mit möglichst hoher Geschwindigkeit natürlich um gleich ALLES falsch zu machen) und war dann total ausser Atem und ausser Stande weiter zu machen.

Noch kurz zum Thema Bauchmuskeltraining ne Frage: Mir haben bisher locker ein halbes Dutzend (wenn nicht noch mehr) mehr oder weniger Qualifizierte Menschen (Taekwondotrainer,Sportlehrer,Trainer im Fitnessstudio,Youtubetrainern,Laien) gesagt wie man Situps machen soll und wie nicht. Wie es allerdings nun richtig geht weis ich nach wie vor nicht, was ist denn eure Meinung dazu?

mit sportlichen Grüßen
Thana

Frei's Petrollampen
18.05.2011, 23:17
Hallo Thana

Schon viel besser ......., besten Dank.

Das mit dem Bauchmuskeltraining, da Du erwähnt hast, dass Du sehr schnell einen Leistenbruch bekommst!

Wende Dich an einen Physiotherapeuten, der wir sich Deinen Bewegungsaparat und alles was dran hängt man anschauen.

Viele Grüsse, Ernst

Erdung
21.05.2011, 22:19
tja, die fitness...
ich trainiere eigentlich nicht großartig. Mit dem Rad zur Arbeit und dann hier und da mal tagestouren zwischen 30 und 120km, je nach Lust und Laune. Mal hierhin und schauen, wos da lang geht, mittlerweile kenn ich meine Umgebung ganz gut :) Im gesamten Jahr gute 4000km.

Ich bin bisher auch im Winter bei 30cm Neuschnee oder -10Grad geradelt.
Nächsten Winter werde ich dann den Luxus Auto favorisieren, wenn der Benzinpreis bis dahin nicht komplett durch die Decke geschossen ist :nono:

Einsteiger kann ich eigentlich nur empfehlen, ihre Neugierde zu nutzen. Einfach mal auf's Rad steigen und schauen, wo dieser oder jene Weg lang geht. Bei mir ist es jedenfalls so gewesen, dass ich immer wieder ein Ziel gefunden habe. Schöner Nebeneffekt ist, dass ich im Radius von 10km jeden Weg kenne und darüber hinaus auch den ein oder anderen Winkel :Gut:

Jo_Fetz
28.05.2011, 17:20
Hallo @ Nextom: Hast du denn Erfahrung mit Systema? Ich denke nämlich das Systema sehr viel Show ist und wenn dann nur schwer zu erlernen. KravMaga ist da doch eher schlicht und direkt.
Ich Stimme dir zu das es viele überflüssige Kampfsportarten gibt jedoch ist für mich z.B. Karate das richtige. Jedoch mache ich Bushidokai Karate eine Art Vollkontakt-Karate mit Bodenkampf. Dort fällt auch auf das ich von 7Jahren Shotukan Karate profitiere da ich motorisch Vollkontakt-Karate-Direkteinsteigern weit voraus bin.
Allgemein denke ich jedoch sollte man sich im absoluten Notfall. D.h. beim Kampf ums überleben nicht auf seinen Körper verlassen sondern auch Waffentraining in Betrachtung ziehen.

Jetzt zu der ursprünglichen Frage ich denke das Fitnesstraining egal in welcher Form sehr sinnvoll ist da es nicht nur die physische sondern auch die psychische Leistung fördert. Wer von sich selbst überzeigt ist und seinem Körper viel zu traut kann mehr leisten und der ist es gewohnt auch über seine Körperlichen Grenzen hinaus zu gehen.
Wo man wieder beim Kampfsport ansetzen kann denn der lehrt einem Schmerzenen zu überwinden und zu verkraften.

In diesem Sinne: Schweiß trocknet, Blut gerinnt, Knochen heilen...

Vengard
28.05.2011, 19:05
@ Jo Fetz

Was Kampfkünste betrifft, kann ich dir vorallem Krav Maga, Wing Tsun und Thai Boxen empfehlen. Wobei der Lernaufwand beim Thai Boxen schon grösser ist. Alle sind sehr praxisbezogen und effektiv. Ich spreche da aus Erfahrung.

Was Systema betrifft... nunja... Ich hab mir im Internet verschiedene Videos dazu angeschaut (bspw. von Michail Ryabko, Vladimir Vasiliev, Aleksey Kadochnikov, Vadim Starov, Andreas Weitzel, und noch einige andere).
Ich habe ehrlich gesagt Zweifel, ob das so in der Realität funktioniert. Manche Techniken wirken irgendwie gekünstelt, akrobatisch... auf jeden Fall nicht praktisch. Aber ich wär bereit das ganze mal bei einem Probetraining auszuprobieren.

Grüsse Vengard

Waldschrat
28.05.2011, 21:36
@ Jo Fetz

Was Kampfkünste betrifft, kann ich dir vorallem Krav Maga, Wing Tsun und Thai Boxen empfehlen.

Mal eine ganz dumme Frage zum Thema Thai-Boxen und Co. Wer seinen Fuss höher erhebt als zum Stoß mit dem Knie in die %&$-Organe des Gegners, den habe ich doch im Wortsinne in der Hand. Ich packe sein Fussgelenk und schaue zu, wie er mit dem Hinterkopf auf den Boden schlägt. Ist Bruce Lee nicht eher was fürs Fernsehen?

Viele Grüsse

Matthias

Vengard
28.05.2011, 21:42
@ Waldschrat

so schnell bist du nicht *g*. Der Tritt, bzw. der Kick, eines trainierten (!) Thai-Boxers ist extrem schnell und hart. Den kannst du nicht so einfach abwehren.

Grüsse Vengard

Frei's Petrollampen
28.05.2011, 21:48
Hallo zusammen

Ganz schöne Theorien ..., da bin ich erstaunt.

Viele reden hier von Erfahrung, aber was ist denn "Erfahrung"?

Kann man das in Jahren der Aktivität ausdrücken? Oder seit Ihr Schulenleiter.

Habe da jetzt ein echtes Verständnissproblem.

Viele Grüsse, Ernst

Jo_Fetz
29.05.2011, 22:32
Also ich für meinen Teil war 7Jahre im Shotukan Karate, bin jetzt seit 2 Jahren im (Voll)Kontakt Karate mach seit 2Jahren Schwertfechten, auch als Sparring und trainiere seit 1Jahr ca. 2mal die Woche mit einem Freund Faust und Waffenkampf.
Zum Thema Tritt würde ich mich auch auf routine und Erfahrung berufen. Wer einmal einen Drehkick vor die Brust bekommen hat wird in der Regel nach hinten weck springen wenn er sieht das der Gegner zu so etwas ansetzt. Eigentlich sollte man während der Drehung in den Gegner hinein laufen um seine stabilität zu brechen. Ist der andere aber schneller als gedacht dann gute Nacht.

@Waldschrat: Am besten ausprobieren, geh in einen Kampfsport Verein in dem sie Sparring machen und versuch's. Meine Persönliche Erfolgsquote liegt bei etwa 1zu 20 und hat mir bisher einen gesplitterten Zeigefinger eingebracht.
Vl. ist meine Menschenkenntnis in Sachen kampfsportlicher Einschätzung noch nicht gut genug...

occam
30.05.2011, 01:22
@ Waldschrat:

Ich kann das von Jo_Fetz Gesagte nur unterstreichen.
Nachdem ich ebenso einige Zettelchen (diverser Kampfsportarten, populär in den 80ern und Anfang 90ern) vorweisen kann,
die mir in hübscher Schrift (eigentlich Schriftzeichen also Kanji) bestätigen auch Erfahrung zu haben möchte ich dies sagen:

Ich konnte so manchen Fußtritt (Shotokan-karate) nicht einmal erahnen. Gerade mal "intuitiv" blocken. Höchstens.
Einen schnellen geschnappten Kick kann man kaum fassen, geschweige fangen.
Sicherlich, bei untrainierten Personen, oder halbherzig ausgeführten Bewegungen ist dies schon leichter möglich.

Jedenfalls möchte ich sagen, daß die Füsse wirklich ernstzunehmende Waffen sind.
Es ist unglaublich wieviel Kraft so manche Leute aus ihren Beinen rausholen.
Und oftmalig ist das genaue "Eintreffen" eines Kicks nicht vorhersehbar.
So kann diverse Deckung durch kreisförmige Bewegungen umgangen werden.

Aber ich habe auch ein Gegenbeispiel aus der Welt außerhalb des Dojos:

Ich mußte mal einen Straßenkampf eines (jahrelang und gut) trainierten Taekwondo-Kämpfers (damaliger Bekannter von mir) mit
einem unsportlich wirkenden dicklichen Angetrunkenen (gut 20 kg schwerer) miterleben.
Es waren von Seiten des T-kämpfers wunderschöne Beinarbeiten zu sehen,
die den Kontrahenten bewußt nicht trafen, sondern zur Einschüchterung dienten...
...was dieser aber gut ausnutzte und in einen dieser Kicks beinhart absichtlich reinging.
Er hebelte diesen aus und setzte sich schlichweg auf ihn drauf um ihn mit Fäusten zu behämmern
sowie zu beißen.

Die beiden Raufbolde wurden schnell getrennt...und auch der letztendlich Unterlegene kam
mit nur wenig Blessuren (leichte Bißverletzung am Hals, ein paar Abschürfungen) relativ unbeschadet davon.

Niemals einen Gegner unterschätzen!
Lieber so einer unliebsamen Konfrontation aus dem Weg gehen...oder laufen.
Die Gesundheit ist ein zu wertvolles Gut.
Auch bewaffnet ist es oft schlichtweg sinnvoll die paar Münzen und Scheinchen dem anderen rüberzureichen,
der mit dem Messer oder dem Baseballschläger herumfuchtelt.
Jede Situation ist anders und es gibt kein Geheimrezept und auch große Meister waren schon (ich hätte da noch
eine Geschichte von einem Aikido-Meister, der auch einem simplen Raufbold unterlag...)
einfachen (nicht kampfsport oder kampfkunstgeschulten) Gemütern unterlegen.

Wenn man einer Konfrontation ausweichen kann...dann nur zu.
Da ist gar nix dabei.

Held ist der, der lebt, nicht der über den Geschichten erzählt werden, weil er tot ist.

Edit: noch eine kurze Story aus der realen Welt:
ein berüchtigter Schläger, der massiv gebaut war und äußerst brutal in der Vorgehensweise,
suchte sich ein schmächtiges kleineres vermeindliches Opfer, welches er auch fand....allerdings wußte
er nichts von den Kickboxfähigkeiten dieses...ich sag nur...ein Tritt...ein einziger.
Otobasale Fraktur. (Eine Form des Schädelbasisbruchs.)
(Gesicherter, wenn auch kurzer Spitalsaufenthalt.)

Ciao,
Occam

Thanatos
30.05.2011, 11:18
Lieber so einer unliebsamen Konfrontation aus dem Weg gehen...oder laufen.

Kann ich nur unterstreichen. Genau das hat uns unser Trainer auch immer beigebracht, nahezu jede Stunde eingebläut. Da kann man noch so überlegen sein (Körperlich, wie technisch), man kann immer mal einfach nur Pech haben, einen Schlag/Tritt daneben setzen und hinfliegen oder auf einmal nem Gegner gegenüberstehen der ne Waffe zieht.
Deshalb lieber rennen.

Muskelmanni
02.06.2011, 22:31
Auch wenn es ein wenig von Thema Fitness abschweift, würde ich für körperliche Konflikte nicht unbedingt auf traditionelle Kampfkünste zurückgreifen. Es gibt sehr wenige Lehrer, die vernünftig Selbstverteidigung mit im Programm haben und keine Illusionen schaffen.
Empfehlen würde ich die Combatives (Jim Grover/ Kelly McCann, Lee Morrison), welche aber noch nicht viel Fuß gefaßt haben in D.
Für die "Flucht" ist Parcour mit Sicherheit ganz nützlich, allerdings in Reinform ohne Salti :)
Ich mache selber seit einiger Zeit Freerunning, was auf Parcour aufbaut und sehe viele Hindernisse nicht mehr als solche an. Selbst 4-4,5m hohe Wände sind gut zu überwinden.

Jo_Fetz
03.06.2011, 14:17
ja, freerunning is was feines, ich mach das im prinzip auch nur überwiegend im wald. dort ist es besonders wichtig seine gelenke gut zu trainieren. da der unebene untergrund sehnen und gelenksverletzungen provoziert. Die gruppe MovNat hat diesbezüglich ein sehr schönes video in youtube

Jonathan
04.06.2011, 19:05
Nochmals kurz zurück zur Kampfkunst und den Tritten!

Daß perfekt ausgeführte hohe Tritte eines Thaiboxers oder Karateka´s sehr wirkungsvoll sind und kaum abgefangen werden können ( vor allem wenn sie getroffen haben ) ist wohl unbestritten, aber man muß bedenken, daß solche Tritte in der Wildnis in ( womöglich ) unebenem Gelände und mit Berg- oder Wanderschuhen, kaum durchzuführen sind .. zumindest aber nur halb so schnell und effizient!

Außerdem kosten solche Techniken enorm viel Kraft in einem Kampf, der vielleicht gegen mehrere Angreifer geführt werden muß und daherauch länger dauern wird! Der beste Kämpfer wird unterliegen, wenn ihm während des Kampfes die Luft ausgeht!

Wenn ich also inmitten der Wildnis mit meinen Angehörigen von einer Verbrecherbande gestellt und angegriffen werde, meine ganze Munition und meinen letzten Pfeil bereits in vorhergegangenen Scharmützeln verschossen habe und mein Samuraischwert abgebrochen ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Körperwaffen einzusetzen, aber welche und wie?

Ich würde meine Gegner in einer solchen Situation zwischen die Beine und in die Kniegelenke treten ( und mit meinem Wanderstab auf die Köpfe schlagen )!

Meine Meinung daher: Wer Survival-Kampftechniken trainieren möchte, braucht kein komplettes Kampfsystem zu lernen!
Es genügen ein paar wenige Tritt- und Boxtechniken!

Wer jedoch - mit dem Überlebensgedanken als Hintergrund - regelmäßiges Kampftraining durchführen möchte, was natürlich nur von Vorteil sein kann, dem möchte ich unbedingt Krav Maga empfehlen, weil es schnell und leicht zu erlernen ist, sich nur mit der Praxis der Selbstverteidigung beschäftigt und daher im Ernstfall äußerst effizient ist!

Damit sage ich nicht, daß Karate, Kick-Boxen oder Wing-Tsun nichts taugen, denn diese Systeme sind in der Tat sehr wirksam, wenn sie von Könnern angewendet werden! Ich weiß das, denn ich habe auch Erfahrung in diesen Systemen, aber Krav Maga ist eben eine Vorbereitung für alle Eventualitäten des Ernstfalles!
Systema ist bestimmt ebenfalls sehr effizient, aber im Vergleich zu Krav Maga sehr schwer und langwierig zu erlernen!
Die Übungen sind auch, wenngleich durchaus sinnvoll, sehr umfangreich!

Waldschrat
04.06.2011, 21:39
Nochmals kurz zurück zur Kampfkunst ...

Wenn ich also inmitten der Wildnis mit meinen Angehörigen von einer Verbrecherbande gestellt und angegriffen werde, meine ganze Munition und meinen letzten Pfeil bereits in vorhergegangenen Scharmützeln verschossen habe und mein Samuraischwert abgebrochen ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Körperwaffen einzusetzen, aber welche und wie?

Ich würde meine Gegner in einer solchen Situation zwischen die Beine und in die Kniegelenke treten ( und mit meinem Wanderstab auf die Köpfe schlagen )!



Hallo Jonathan,

Du spricht hier ein wichtiges psychologisches Thema an. Kampfsportlern wurde im Training ein Sinn für sportliche Fairness anerzogen, der dem Gegner fehlt und der sich im Notfall als Handicap erweisen kann. Der Tritt zwischen die Beine dürfte im Kampfsport (mindestens) mit dem Verweis von der Matte geahndet werden.

Ich sehe wie Du die mentale Preparedness als wichtigen Faktor. Ich überlege mir vorher - also nicht erst im Fall einer unmittelbaren Konfrontation - mit welchen schmutzigen Tricks ich potentielle Gegner überraschen könnte. Deinen Wanderstab oder ähnliche improvisierte Waffen sollte man sich zum Beispiel vorher gesucht oder angefertigt haben, wenn die Räuberbande um die Ecke kommt, ist selbst im Wald meist kein geeigneter Knüppel in Reichweite.

Viele Grüsse

Matthias

Jonathan
05.06.2011, 00:14
Bestimmt hast du recht, Matthias!
So ein Wanderstab leistet in der Tat auch gute Dienste, wenn man längere Wegstrecken in der Wildnis zurücklegen muß, vor allem wenn es bergauf oder auch bergab geht.
Ich finde, er ist viel praktischer als die bekannten Wander- oder Nordic-Walking-Stöcke.
Nicht zuletzt kann er auch sehr wirksam gegen Mensch und Tier als Schlag- und Stoßwaffe eingesetzt werden.

Da wir schon davon reden, möchte ich zur Selbstverteidigung nochmal kurz meinen Senf hinzufügen:
Meiner Meinung nach sollte sie ein wichtiger Bestandteil einer Vorbereitung auf einen Katastrophenfall sein.

Man muß bedenken, daß uns die beste Ausrüstung samt Nahrungsmitteln überhaupt nichts nützt, wenn sie uns gleich bei der ersten Begegnung mit hungrigen und heruntergekommenen Plünderern von denselben abgenommen wird!

Wenn akute Hungersnot herrscht, wird unter Umständen sogar der Nachbar zum Feind, weil er eben auch Nahrung für sich und seine Familie braucht.

Deshalb meine ich, daß Fitness und Bewaffnung, sowie Grundkenntnisse in der Selbstverteidigung ebenfalls sehr wichtig sind und unbedingt zur Vorbereitung auf ein Überleben in der Wildnis gehören!
Je nach Situation kann die Verteidigungsfähigkeit bestimmt oft wichtiger sein, als alles andere!
Oft mag es schon genügen, die etwaigen Gegner nur auf Distanz zu halten.
Das wäre zumindest wünschenswert!

Nunja, ich bin es eben gewohnt, immer die schlimmsten Szenarien anzunehmen und mich dagegen zu wappnen, wenn es dann nicht so arg werden sollte, ist es umso besser!
..aber vielleicht übertreibe ich auch ein bißchen?

Jedenfalls hat Gerald Celente, der bekannte Zukunftsforscher, eindringlich geraten, daß wir uns bewaffnen sollen!
Er denkt, daß auch hier in Europa bald bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen werden und er hat in der Vergangenheit fast immer recht gehabt, mit dem was er sagte!

Die vielen Flüchtlingsströme, die man uns jetzt aus den arabischen Ländern schickt, werden die Situation auf jeden Fall noch sehr verschlimmern, wenn es wirklich zur Hungersnot kommen sollte, das dürfte jedem klar sein!
Dann geht es sicher rund, Leute!

Aber ich hoffe, ich täusche mich .... und ich hoffe Celente täuscht sich diesmal auch!

Macht es gut, Freunde!
Alles Gute, Matthias!

Fatal-Fury
13.07.2011, 16:39
@ Waldschrat

so schnell bist du nicht *g*. Der Tritt, bzw. der Kick, eines trainierten (!) Thai-Boxers ist extrem schnell und hart. Den kannst du nicht so einfach abwehren.

Grüsse Vengard

Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Der Vorteil am Thaiboxen ist auch, dass man eine außerordentliche Fitness, gute Reflexe, Ausdauer, Schlag- & Schnellkraft durch regelmäßiges Training erreichen kann.

User-ID-1760
13.07.2011, 19:05
Hier mal ein paar Tipps von jemandem der seit 1985 trainiert. Grundsätzlich eignet sich ersteinmal jede KK/KS zur Selbstverteidigung. Bei einigen geht es schneller, bei einigen langsamer. Wer etwas traditionelles lernt, braucht entsprechend mehr Zeit. Jedem der sich für SV interessiert, kann ich sog. Hybrid-Systeme empfehlen. Hier geht es nur um SV und nichts anderes. Sie haben keinen philosophischen Hintergrund und haben auch nichts mit Traditionspflege zu tuen.
Empfehlen kann ich folgende Systeme:

- Krav Maga
- Kapap
- Alpha Combat System
- Trinity Combat System

Natürlich ist eine erfolgreiche SV auch mit Karate möglich. Karate enthält alle Techniken die man benötigt. Aber, die meisten Vereine sind auf Wettkampf oder Tradition aus. Karate als SV wird nur selten gelehrt. Wer weitere Informationen zu Vereinen oder Verbänden sucht, bitte melden ich suche dann Adressen heraus. Eine sehr gute und kostengünstige Grundlage für SV ist die Kombination Boxen und Ringen. Wer Thaiboxen macht, ist schon sehr gut vorbereitet.

User-ID-1760
13.07.2011, 23:49
Ich kann nicht im Detail zu jeder Kampfkunst ( KK ) oder Kampfsportart ( KS ) etwas schreiben. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Aber wenn es um SV geht, empfehle ich in erster Linie Hybrid-Systeme und an zweiter Stelle denn ein oder anderen Stil, der sich auch eignet.


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