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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlafmohn



Doomer
17.12.2009, 16:57
Heute bin ich über einThema gestolpert, dass mich sehr erstaunt hat. Es geht um Schlafmohn, Papaver somniferum

Als normalsterblich Prepper haben wir, wenn wir kein Arzt sind, keinen Zugriff auf Mittel für ein effizientes Schmerzmanagement. Bei Aspirin und Ibuprofen hörts schnell mal auf. Ich denke in einer Survivalsituation, vor allem einer länger andauernden, ist das ein wirkliches Problem, analog dem fehlenden Antibiotikum.

Da tut sich für uns aber ein Türchen auf: Schlafmohn!
Dieser ist an sich legal, relativ einfach selbst anzubauen und die Samen halten sich luftgeschützt und dunkel gelagert gut 3-5 Jahre.
Eine Mohnkapsel enthält mehrere 100 Samen, so ist ein Samen-Lagerumsatz auch mit nur wenigen Pflanzen möglich. Im Frühjahr die Samen direkt in die Erde geben. Die jungen Pflanzen kann man dann versetzen, wenn zuviele am gleichen Ort wachsen. Sie haben geren neutrale Böden, also nicht zu sauer. Kompost mögen sie gerne als Dünger. Da sie sehr hoch wachsen, sind sie für einen Winschutz dankbar. Sie bilden eine schöne Blüte aus. Man sagt, die Weissblütigen seien die stärksten. Sie verlieren die Blätter, und der Fruchtköper bildet sich. Dann sollte man mit Wasser etwas zurückfahren, aber die Wurzeln nicht trocken werden lassen. Ist der Fruchtkörper voll ausgebildet und die Pflanze beginnt zu trocknen, kann man den Fruchtkörper ca 10cm unterhlab am Stengel abschneiden und zum trocknen aufhängen. Die Samen kann man im Körper belassen oder herausbrechen.
Über die Opiumernte möchte ich mich hier nicht auslassen, denn das ist wiederum Illegal. Auch für die weitere Verwendung des Rohopiums macht sich der geneigt Leser bitte im Internet schlau.
Die Opiate haben neben der schmerzstillenden und berauschenden Eigenschaft auch noch eine Weitere:
Sie bewirken eine Verstopfung. Es gibt also nichts besseres gegen schmerzenden Durchfall:grosses Lachen:
Auch ist die Abhängigkeitsproblematik zu beachten.

In unseren Breitangraden ist der Opiumanteil nicht berauschend (könnte man jetzt hier missverstehen), ein Treibhaus hätte hier sicher Vorteile. Abgesehen davon, dass der Schlafmohn eine sehr schöne Zierpflanze ist, deren Samen auch noch frei im Handel erhältlich sind denke ich, dass das Potential der Pflanze von jedem Selbstversorger in Survivalsituationen genutz werden sollte.

Weitere infos hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafmohn#Mohn_als_Lebensmittel
http://www.awl.ch/heilpflanzen/papaver_somniferum/index.htm

LG

Doomer

Dosenburgerin
17.12.2009, 17:35
Ergänzend solltet ihr das hier noch beachten

Rechtslage

Deutschland

Der Anbau von Schlafmohn war (und ist) in vielen Staaten verboten. Die Einbeziehung des Mohnanbaus in das Betäubungsmittelrecht bedeutete in Deutschland das jähe Ende des erwerbsmäßigen Mohnanbaus, der vor dem 2. Weltkrieg (http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg), in der DDR (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik) sogar bis zur Wiedervereinigung (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wiedervereinigung), weit verbreitet war. Der Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland) genehmigungspflichtig, auch als Zierpflanze (http://de.wikipedia.org/wiki/Zierpflanze), und stellt bei nicht vorhandener Genehmigung einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (http://de.wikipedia.org/wiki/Bet%C3%A4ubungsmittelgesetz_%28Deutschland%29) (BtMG) dar. Dieser kann mit bis zu 5 Jahren Haft und/oder Geldstrafe (http://de.wikipedia.org/wiki/Geldstrafe) geahndet werden. Auch der private Anbau auf Kleinstflächen fällt unter diese Genehmigungspflicht.
Die Zulassung für die morphinarme Sorte 'Przemko', die seit 1996 erhältlich war, wurde inzwischen wieder zurückgezogen, wie die Bundesopiumstelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesopiumstelle) mitteilte. Neuerdings verfügt jedoch die ebenfalls morphinarme Sorte 'Mieszko' über eine Zulassung für den deutschen Anbau. Eine weitere Sorte aus österreichischer Zucht befindet sich derzeit im Zulassungsverfahren.
Mohn im Gefängnis:[8] (http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafmohn#cite_note-7) Da in Schlafmohnsamen geringe Mengen von Opiaten (http://de.wikipedia.org/wiki/Opiat) enthalten sind, wurde der Verzehr von mohnsamenhaltigen Nahrungsmitteln in deutschen Gefängnissen untersagt, da dieser bei Urinproben (http://de.wikipedia.org/wiki/Urinprobe) auf Opiate zu positiven Resultaten führen kann. Es ist dann nicht zu unterscheiden, ob die Alkaloide durch Rauschgiftkonsum (http://de.wikipedia.org/wiki/Droge) oder den Verzehr der genannten Nahrungsmittel aufgenommen wurden. Gleiches gilt in der Regel für Krankenhausstationen im Rahmen von Entzugstherapien.

Österreich
Blaumohn-, Graumohn- und Weißmohnsamen

Im Unterschied zu Deutschland (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland) ist der Anbau des Schlafmohnes in Österreich (http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich) erlaubt und blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis in die Hallstattzeit (http://de.wikipedia.org/wiki/Hallstattzeit) zurückreicht. Die österreichische Anbaufläche von Mohn betrug im Jahre 2004 rund 1.700 Hektar (http://de.wikipedia.org/wiki/Hektar). Hauptanbaugebiete sind das nördliche Ober- (http://de.wikipedia.org/wiki/Ober%C3%B6sterreich) und Niederösterreich (http://de.wikipedia.org/wiki/Nieder%C3%B6sterreich) (Waldviertel (http://de.wikipedia.org/wiki/Waldviertel)). Während in Oberösterreich hauptsächlich Blaumohnsorten angebaut werden, ist das Waldviertel (http://de.wikipedia.org/wiki/Waldviertel) berühmt für seinen großsamigen Graumohn mit seinen offenen Mohnkapseln, welche eine Kombinationsnutzung von Samen und unzerstörter Kapsel für floristische Zwecke ermöglicht. Dieser Mohn ist als "Waldviertler Graumohn g.U." durch die VO (EG) Nr. 510/2006 als europäische Ursprungsbezeichnung (http://de.wikipedia.org/wiki/Herkunftsbezeichnung#Gesch.C3.BCtzte_Ursprungsbezeichnung_.2 8g.U..29) registriert. Das niederösterreichische "Mohndorf" Armschlag (http://de.wikipedia.org/wiki/Armschlag) ist für seine Feste zur Mohnblüte und im Herbst bekannt.



Also solange wir einen Rechtsstaat haben der soetwas kontrolliert, lieber Finger weg vom Anbau :rolleys:

User-ID-362
17.12.2009, 17:47
Wie sagt man? Opium bringt Opi um.

Ich wüsste auch nicht wie ich das meinen neugierigen Gartennachbarn erklären sollte, dass ich Mohn im Gewächshaus habe...

derHerzog
17.12.2009, 18:39
Ehh, Hallo ??
Mal ne dumme frage. Ich hab bei mir im Garten sog. Klatschmohn. Fällt der auch unter dem o.g. Gesetz???
Nur weil meine Frauen meinen, der schaut schön aus, hab ich keine lust für 5 Jahre einzufahren.
Bitte um Aufklährung, bin etz ziemlich verunsichert.:Panik:

MlG

derHerzog:winke:

User-ID-188
17.12.2009, 18:59
Der Rote Klatschmohn ist absolut legal und auch drogenfrei.


Gruß


DosenBurger

Doomer
17.12.2009, 19:26
Habe befürchtet, dass das ein heisses Eisen ist.
Danke für die juristische Klarstellung. Scheint ein Faden nur für Schweizer zu sein, und auch da bin ich mir nicht 100% sicher.

Es geht auch nicht darum, hier eine Opiumplantage zu propagieren. Mit dem Wissen im Kopf und ein paar Samen im Lager kann man wieder was für schwere Zeiten abhaken. So seh' ich's.

Wenn der Faden hier aber nicht "sauber" ist, dann, Admins, waltet eures Amtes.

LG

Doomer

User-ID-732
27.04.2010, 12:50
Die Frage ob legal oder Illegal ist im Ernstfall hypothetisch !

Das Gesetz geht immer davon aus, das solche Pflanzen in großem Stli mißbräuchlich verwendet werden.
Der Gesetzgeber hat weder eine Ahnung davon, was im wie auch immer gearteten Ernstfall benötigt wird, geschweige denn Wissen über die Bedürfnisse Einzelner.
Es interessiert Ihn auch nicht.

Wenns "Klimpert" und deswegen für den Einzelnen fast gar nichts mehr zu bekommen ist ...dann heißt es :
Jeder ist sich selbst der nächste, bezw. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

Wenn eine - wie auch immer geartete - Notlage Handlung erfordert - Dann ist die Frage nach "Gesetzen" völlig irrelevant.

Dann sieht das etwa so aus :

Ich ( oder ein mir Nahestehender Mensch ) habe Schmerzen / gesundheitlich gravierende Probleme ( evt. sogar Lebensbedrohend ? ) und nun muß und will ich Abhilfe haben/ schaffen.

In so einer Situation greife ich zu allem, was mir zur Verfügung steht - egal ob dies rechtens / Gesetzeskonform ist oder nicht !
Wenn mir irgendwie möglich, dann Plündere ich eben eine Apotheke ( wenns sein mus auch mit der Waffe in der Hand ) oder greife zu Pflanzen /Materialien, die im Regelfall unter das BTMG fallen.

In einer wie vor genannten Lage hat auch der Gesetzgeber / herrschende Machtform - samt seiner Büttel ! - anderes zu tun, als mir meine wie auch immer gearteten Schmerzmittel zu kontrollieren....

Soviel mal dazu.

Und ...
Letztendlich ist das anziehen, verarbeiten und bevorraten solcher Pflanzen in "Friedenszeiten" zwar mit Risiko behaftet...
Aber was man niemand auf die Nase bindet ?
..das hilft einem - weil vorhanden - dann im Ernstfall...wo dann sowieso alles Schietegal ist .

Soweit meine Philosopie dazu.

bommel
27.04.2010, 13:03
Also, ich will ja nix sagen, aber Schlafmohn habe ich schon in etlichen Vorgärten fröhlich herumblühen sehen, ich glaub, da kontrolliert jetzt schon keiner.

Grummel
27.04.2010, 13:40
Hmmm ... Antibiotikas wurden auch angesprochen... kann mir mal jemand von unseren Medizin-Spezis einen Tipp geben welche davon in den meisten Fällen brauchbar sind?
Kann dann ja mal über die Zeit recherchieren wie sich die Chemie/Biologie managen lässt.

Nikwalla
27.04.2010, 20:43
Hallo alle zusammen,
macht es euch doch nicht so schwer.:weinen:
Ist es möglich für den Anbau auf dem eigenen Acker belangt zu werden, streut die Samen in der freien Natur aus, da wo ihr gern am Wochenende spazieren geht.
Freut euch über die schöne Blüte und wenn diese abgeblüht ist, sammelt ihr ein paar Fruchtkörper ein und macht das im nächsten Jahr wieder.
Wenn Not am Mann ist, wißt Ihr wo er jetzt wächst und könnt auch bei Bedarf aussäen...
Bevor ich wegen ein paar Blumen in meinem Garten belangt werde, lasse ich diese Blumen woanders wachsen.:rolleys:
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

woodworker
27.04.2010, 20:54
Ich glaube, so ernst wird das in Deutschland auch nicht genommen.

Beim privaten Anbau von Schlafmohn in Deutschland darf die bepflanzte Fläche 10 qm (nach L. Roth et al.: Giftpflanzen - Pflanzengifte) nicht übersteigen. Ein anderes Buch von Roth (Ölpflanzen-Pflanzenöle) schreibt: 'Papaver somniferum und P. orientale fallen unter das 'Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln' (zuletzt geändert 1999), ausgenommen, wenn der Verkehr mit ihnen Zierzwecken dient und wenn in getrocknetem Zustand ihr Gehalt an Morphin 0,02 v.H. nicht übersteigt. Für andere Zwecke ist eine Ausnahmegenehmigung erforderlich.' In Deutschland dürfen seit 1984 nur noch entgiftete Mohnkapseln im Blumenhandel angeboten werdenQuelle: Nutzpflanzen-Datenbank der Uni Marburg

derHerzog
27.04.2010, 21:42
Also taugt das Zeug nix für "Danach" ???
Oder sehe ich das falsch??

Gruß
derHerzog:winke:

Wilson Freeman
08.05.2010, 23:52
Der Gehalt von Opium schwankt erheblich, je nach Standort, Regen- und Sonnenzeiten, usw. Zudem ist neben dem reinen Ernten (was problemlos möglich ist) viel schwieriger, den Stoff (uh oh, Wortspiel?) "Morphin" auch zu gewinnen.

Denn es sind noch so einige andere Stoffe darin enthalten. Und das sind fast allesamt Alkaloide. Somit steht man zunächst einmal vor dem Problem der Reinheit. Warum das ein Problem ist, kommt später noch.

Davon mal abgesehen hat man noch viel eher ein Problem damit, das Rohopium, das man relativ problemlos ernten kann, dann auch weiter zu verarbeiten. Das dauert mitunter mal ein fröhliches Jahr und mehr, wenn man nicht gerade über das notwendige Know-How und die entsprechende Laborausstattung verfügt.

Doch jetzt zum größten Problem, die Dosierung. Mal angenommen, ihr schafft es tatsächlich, aus den Pflanzen Morphin zu gewinnen. Wie wollt ihr es dosieren?

Der Stoff den ihr da habt ist nicht im geringsten rein. Das macht die Dosierung schonmal schwierig. Dann habt ihr noch das Problem, dass selbst wenn der Stoff 100%ig rein wäre, er immernoch unterschiedlichen Wirkungsgrad aufweisen würde, da dieser schwankt. Nicht umsonst wird im medizinischen Bereich so etwas "eingestellt" (also auf einen Normwert gebracht).

Ich kann da nur abraten, solche Experimente eingehen zu wollen. Schon zweimal nicht in einer Notsituation. Am Schluß vergiftet man seine Lieben, denen man helfen wollte, noch.


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