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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Wald - Rückzugsort im Krisenfall?



moosbüffel
02.01.2010, 16:43
Hallo,

ich will mal zurück zum Thema kommen.
Dieses heist ja schließlich : Leben im Wald.
Ich habe noch nicht ganz herauslesen können, warum man sich im Wald warscheinlich über einen längeren Zeitraum aufhalten soll oder will oder muß.
Und wo wollt Ihr euch aufhalten?
Wieviele Personen sollen sich aufhalten?
Das meiste Kopfzerbrechen macht mir allerdings das warum?

Gruß Moosbüffel

argus
02.01.2010, 17:13
Meine Meinung ist, daß man Flucht immer in Betracht ziehen muß. Alles hat seine Vor- und Nachteile und seine Grenzen. In der Stadtwohnung sind auch die größten Vorräte mal aufgebraucht, das beste Refugium, die beste Dorfgemeinschaft muß unter bestimmten Umständen aufgegeben werden. Krieg könnte so ein Grund sein. Wenn ich in die Geschichte schaue, sehe ich keinen Grund dieses so häufige Szenario auszuschließen oder auch nur für unwahrscheinlich zu halten. Diese Diskussion sollte aber nicht hier geführt werden.

Neben Krieg könnte der "Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und Versorgung" der imho mit sehr gewalttägen Zuständen einhergehen würde, ein Grund sein, flüchten zu müssen. Selbst ein Dorf könnte nicht gehalten werden. Kommt auf die Zahl der Angreifer und die Bewaffnung an. Manche werden sich den großen Flüchtlingstrecks anschließen, wieder andere werden es auf eigene Faust oder in kleiner Gruppe versuchen wollen. Letztere werden sich möglichst unauffällig bewegen wollen. Da bieten sich streckenweise Wälder an.

Ich kann mir als Stadtbewohner auch Situationen vorstellen, in denen ich vorsorglich ein paar Tage lieber nicht in der Stadt wäre und im Wald untertauche, um relativ sicher abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt. Dafür reichen meine Erfahrungen wohl aus.

LG argus

StefanS
02.01.2010, 17:21
Warum? Schlimmstenfalls geht es einem so wie den Polen unter deutscher und russischer Besatzung. Dann geht man für unbestimmt in die Wälder und baut von da aus den Widerstand mit auf.

Schlimmstenfalls, wie gesagt. Ansonsten halte ich ein paar Wochen für durchaus realistisch, wenn die Städte brennen, vor allem, wenn man vorher eine Schutzhütte gefunden hat, die man mit dem KFZ oder Muli oder zu Fuß erreicht und die man nur noch abdichten braucht...

Um unsere Talsperren herum gibt es eine Menge davon! Das sind super Auffangpunkte, wildreich, baumreich, wasserreich, Dach und Wände schon da. Was will man mehr? :-) Ich habe meine drei Lieblingshütten lokalisiert... Groß genug für 4-8 Leute.

User-ID-78
02.01.2010, 17:42
Warum? Schlimmstenfalls geht es einem so wie den Polen unter deutscher und russischer Besatzung. Dann geht man für unbestimmt in die Wälder und baut von da aus den Widerstand mit auf...
Die Polen hatten aber etwas größere, zusammenhängendere Waldgebiete als sie uns heute zur Verfügung stehen.
Auserdem finde ich die Vorstellung der Leute sich im Kriegsfall durch die Wälder zu schlagen schon ein wenig zum Schmunzeln. Wenn ihr im Kriegsfall durch die Wälder kriecht dann trägt ihr auch aller Wahrscheinlichkeit nach eine Uniform, jedenfalls der männliche Teil der User hier. Und sollte unser Land vom Feind überrannt und besetzt worden sein, dann will ich bestimmt nicht meine Familie mit in den Untergrund nehmen.

moosbüffel
02.01.2010, 17:53
Die Polen hatten aber etwas größere, zusammenhängendere Waldgebiete als sie uns heute zur Verfügung stehen.....


Genau, schaut mal auf die Landkarte oder auf Google earth. Wenn wir in Skandinavien, Ost-Europa oder Nordamerika wären, dann wäre das sich in die Wälder absetzen und dort abwarten eine wirkliche Alternative. Aber doch bitte nicht in unserem überbevölkerten Deutschland.
Außerdem dürft Ihr nicht vergessen, dass die ( zumindest Privat-) Wälder in einem C-Fall mit Sicherheit von den Besitzern und deren Mitbewohneren überwacht, wenn nicht sogar gesichert werden.
Was ich im C-Fall mit einen Fremden, der an meinem Weiher fischt und mit meinem Holz sein Lagerfeuer schürt, anstellen würde, das schreib ich hier nicht.
Denkt bitte nicht, dass Ihr alleine im Wald unterwegs seit. Auch der Wald hat seine Augen, nicht erst im C-Fall, sondern auch jetzt.

Grß Moosbüffel

jumbopapa
02.01.2010, 18:08
Hallo

Ich weiß nicht ob der Wald unter den heutigen Überwachungstechniken noch ein wirklich gutes Versteck ist.
Im Zweiten Weltkrieg konnten sich die Partisanen des Ostens immer wieder in die Wälder zurückziehen und dort unerkannt leben.
Damals steckte die Infrarot-Technik ja noch in den Kinderschuhen.
Heute paßt diese überall hin.
Ein Flugzueg das über dem Wald fliegt hätte ziemlich schnell auswertbare Ergebnisse.
Besonders wenn man sich oft an der gleichen Stelle aufhalten würde.
Außerdem müßte es ein wirklich großes Waldgebiet sein, um darin wirklich versteckt leben zu können.
Und selbst diese sind meist forstgerecht eingerichtet und demensprechend mit Schneißen und Wegen versehen.
Sich hier wirklich zu verstecken halte ich nicht für ganz einfach.#

Gruß
Jumbopapa

argus
02.01.2010, 18:12
@Clearfix

Und sollte unser Land vom Feind überrannt und besetzt worden sein, dann will ich bestimmt nicht meine Familie mit in den Untergrund nehmen.
Was würdest du tun, wenn im Radio die Meldung kommt, daß der Feind vorrückt? Du vielleicht schon die Flieger oder das Artilleriefeuer hören kannst? Schwabens Hauptstadt wäre mir da auch nicht ganz geheuer. Ich weiß nicht, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Der Gedanke an Flucht würde mir schon kommen. Ich habe allerdings auch keine Familie.

Wenn die Schweizer vorrücken würden, bliebe ja genügend Zeit darüber nachzudenken. :grosses Lachen:

LG argus

User-ID-78
02.01.2010, 18:52
@Clearfix

Was würdest du tun, wenn im Radio die Meldung kommt, daß der Feind vorrückt? Du vielleicht schon die Flieger oder das Artilleriefeuer hören kannst? Schwabens Hauptstadt wäre mir da auch nicht ganz geheuer. Ich weiß nicht, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Der Gedanke an Flucht würde mir schon kommen. Ich habe allerdings auch keine Familie.
Zuallerst wäre mal die Frage wer da überhaupt kommt, eine plündernde, mordende und brandschatzende Horde oder eine Armee die sich an die Genfer Konvention hält?
Auserdem ist das Zeitalter der Flächenbombardements bei denen ganze Städte in Schutt und Asche versinken heutzutage vorbei. (im übrigen würde ich, wenn ich schon die Flieger höre, höchstens noch in den Keller gehen, für mehr hättest du nämlich keine Zeit mehr)
Bei einem massiven Nuklearschlag, so wie er in Zeiten des kalten Kriegs geplant war, ist die Frage ob ich mich hier in der Stadt oder im Wald aufhalte sowieso rein hypothetischer Natur.
Und sollte vieleicht mal ein ähnliches Szenario eintreten wie damals in Yugoslawien in den Neunzigern, dann würde ich es vorziehen in eine Gegend zu kommen die fest in der Hand der Leute ist mit denen ich mich verbunden fühle. Werde ich im Wald aufgegriffen stehen meine Chancen wohl mehr als schlecht, dazu muss einen nicht einmal der Gegner aufgreifen um hier in Erklärungsnöte zu kommen. Vor allem wenn man eine Waffe dabei haben sollte gilt man zuallererst als potentieller Feind mit dem man vorsichtshalber am besten kurzen Prozeß macht.
Ich stehe der "Waldidee" also mehr als skeptisch gegenüber.

User-ID-77
02.01.2010, 19:09
ist immer noch ein Waldland.

Und es ist auch nicht zersiedelt. Durch das rigorose Baurecht gibt es kaum Häuser mitten in der Pampa. Es gibt kaum neugegründete Siedlungen. Die meisten Ortschaften sind historischv gewachsen. Höchstens ihr Umfang nimmt zu. Die Staatsforsten wie der Reichswald sind gerade bei mir hier in Franken immer noch groß.

Ich hab meine ganze Kindheit im Wald herumgestreunt. Man könnte sich immer noch gut darin verstecken.

Auf der anderen Seite hat der Wald auch Ohren.

Gruß R.U.

strycker
02.01.2010, 19:23
Für mich gibt es mehrere Gründe warum ich mich mit meiner Frau in den Wald verpieseln würde. Ich wohne eigentlich schon recht abseits, habe aber direkt hinterm Haus ein etwa 10 Qkm großes Waldstück.
Ich muss allerdings zugeben das die Gründe hauptsächlich auf meiner Erfahrung mit Präkognition und Schauungen beruhen, von daher dürften die Gründe für die meisten extrem an den Haaren herbeigezogen sein (aber dafür haben wir ja die IG-Propheties und Schauungen:lächeln:).
Grund 1: Die Staatsmacht will mich in Beschlag nehmen (Einberufung im Kriegsfall, Zwangsimpfung und ähnliches). Bevor die mich kriegen bin ich erstmal weg. Dieses Szenario bedingt wahrscheinlich nur einen mehrwöchigen Aufenthalt im Wald.

Grund 2: Eine fremde Streitmacht fällt über Deutschland her. Hierbei denke ich an den Russenvormarsch in drei Keilen. Auch hier dürfte wieder nur ein mehrwöchiger Aufenthalt nötig sein, da der prophezeite Russenfeldzug nur drei Monate geht. Am schlimmsten wird die erste Zeit sein.

Grund 3: Eine Naturkatastrophe biblischen Ausmaßes. In diesem Fall dürfte kaum ein Stein auf dem Anderen bleiben und ich brauche notgedrungen eine neue Behausung. Dieser Zeitraum dürfte der kürzeste sein da nach der Katastrophe genügend Ruinen herumstehen und in manchen wird man es sich bestimmt gemütlich machen können.

Ich gehe also nicht davon aus ewig im Wald bleiben zu müssen. Mir ist auch klar durch moderne Technik jederzeit entdeckt werden zu können aber das dauert dann immer noch länger als in der Ortschaft. Was marodierende Banden angeht, so gilt zuerst "My Home Is My Castle" (mit Fluchtweg nach hinten raus, sicher ist sicher :rolleys:).

LG Strycker

argus
02.01.2010, 19:42
@Clearfix

Ich stehe der "Waldidee" also mehr als skeptisch gegenüber.

Ich auch. Zumindest was ein dauerhaftes Waldleben angeht.
Kurzzeitig in den Wald ausweichen, sich auf einer Flucht zum Refugium oder sonstwohin durch den Wald zu bewegen oder sich, wenn die Kräfte schwinden zum schlafen in den Wald zu begeben, halte ich nicht für zu abwegig.

@Waldläufer der du im K-Fall längere Zeit im Wald überleben willst:

Wenn hungernde bewaffnete Bürger auf der Jagd oder plündernde Banden unterwegs sind, schauts schlecht aus. Da hinterläßt du im Schnee Spuren weil es Winter ist - außer du hast anders gebucht. Feuermachen ist ein enormes Risiko entdeckt zu werden (Licht, Rauch, Geruch). Da drängen sich mir so Bilder auf, wie du an einem tiefgefrorenen Hasen den du mit einer Falle erlegt hast, rumlutschst. Pflanzliche Kost dürfte Mangelware sein. Schneeschmelzen ist auch nicht. Mahlzeit!
Auch eine gute Bewaffnung erhöht die Chancen nicht wesentlich. Das bleibt auf Dauer nicht bei einem Schußwechsel den du vielleicht unverletzt überlebst. Selbst eine gewonnene Schießerei macht die Leute in weitem Umkreis aufmerksam. Was machst du jetzt? Stellung halten? Warten bis sie mit Verstärkung wiederkommen? Stellungswechsel durch sehr hellhöriges Gebiet? Jeder Bauer liegt jetzt mit seiner Flinte auf der Lauer und schießt vor Angst auf alles was sich bewegt. Als Einzelkämpfer? Keine Chance. Meine Meinung.

Ist Militär im Spiel, hat man es mit Patroullien, Nachtsichtgeräten, Wärmebildkameras und Luftaufklärung zu tun. Feuermachen geht jetzt gar nicht mehr, siehe oben.
Die eigenen werden dich abknallen weil sie dich für einen Feind halten. Wenn du rechtzeitig mit der weißen Fahne winkst, werden sie dich nicht weiterziehen lassen sondern erstmal festnehmen. Gegen irgendein Gesetz hast du bestimmt verstoßen. Waffen hattest du auch dabei? Entscheidungen über deine Zukunft treffen ab jetzt andere.
Der Feind knallt dich auch ab. Wenn du dich rechtzeitig ergibst, wirst du verhaftet, verhört, und ... Für was könnten die dich halten? Deine Waffen haben sie auch gefunden? Tz, tz, tz ...

@Rambo
Dich hab ich damit natürlich nicht gemeint.

LG argus

User-ID-78
02.01.2010, 19:51
@argus

Ich meinte damit natürlich auch das "Ich schnapp mir meinen Rucksack und meine Flinte, verzieh mich in den Wald, ernähre mich dort von der Jagd, und warte dort das Ende der Krise ab"-Szenario.

User-ID-77
02.01.2010, 20:04
@Clearfix


Ich auch. Zumindest was ein dauerhaftes Waldleben angeht.
Kurzzeitig in den Wald ausweichen, sich auf einer Flucht zum Refugium oder sonstwohin durch den Wald zu bewegen oder sich, wenn die Kräfte schwinden zum schlafen in den Wald zu begeben, halte ich nicht für zu abwegig.

@Waldläufer der du im K-Fall längere Zeit im Wald überleben willst:

Wenn hungernde bewaffnete Bürger auf der Jagd oder plündernde Banden unterwegs sind, schauts schlecht aus. Da hinterläßt du im Schnee Spuren weil es Winter ist - außer du hast anders gebucht. Feuermachen ist ein enormes Risiko entdeckt zu werden (Licht, Rauch, Geruch). Da drängen sich mir so Bilder auf, wie du an einem tiefgefrorenen Hasen den du mit einer Falle erlegt hast, rumlutschst. Pflanzliche Kost dürfte Mangelware sein. Schneeschmelzen ist auch nicht. Mahlzeit!
Auch eine gute Bewaffnung erhöht die Chancen nicht wesentlich. Das bleibt auf Dauer nicht bei einem Schußwechsel den du vielleicht unverletzt überlebst. Selbst eine gewonnene Schießerei macht die Leute in weitem Umkreis aufmerksam. Was machst du jetzt? Stellung halten? Warten bis sie mit Verstärkung wiederkommen? Stellungswechsel durch sehr hellhöriges Gebiet? Jeder Bauer liegt jetzt mit seiner Flinte auf der Lauer und schießt vor Angst auf alles was sich bewegt. Als Einzelkämpfer? Keine Chance. Meine Meinung.

Ist Militär im Spiel, hat man es mit Patroullien, Nachtsichtgeräten, Wärmebildkameras und Luftaufklärung zu tun. Feuermachen geht jetzt gar nicht mehr, siehe oben.
Die eigenen werden dich abknallen weil sie dich für einen Feind halten. Wenn du rechtzeitig mit der weißen Fahne winkst, werden sie dich nicht weiterziehen lassen sondern erstmal festnehmen. Gegen irgendein Gesetz hast du bestimmt verstoßen. Waffen hattest du auch dabei? Entscheidungen über deine Zukunft treffen ab jetzt andere.
Der Feind knallt dich auch ab. Wenn du dich rechtzeitig ergibst, wirst du verhaftet, verhört, und ... Für was könnten die dich halten? Deine Waffen haben sie auch gefunden? Tz, tz, tz ...

@Rambo
Dich hab ich damit natürlich nicht gemeint.

LG argus

Noch ein anderer Aspekt. Ihr mögt mich jetzt für nostalgisch oder deutschtümmelnd halten.

Aber wir haben eine besondere Beziehung zum Wald. Wen trefft ihr, wenn ihr wandern geht oder Pilze sammelt?
Heimat wird gerade bei mir in Franken oft mit Wald verbunden. Andere Kulturen sehen den Wald als bedrohlich und unheimlich an und meiden ihn. Die Deutschen besingen ihn in Ihren Volksliedern und in den Märchen kommt er ständig zwar auch bedrohlich aber genauso oft als ORt des Schutzes vor.
Andere Kulturen verbringen das Wochenende mit Picknicken und Grillen auf öffentlichen Parkflächen. Sie würden aber nie ingroßem Umfang auf die Idee kommen durch Wälder zu wandern. Mir fiel es auch an den Spaniern und Franzosen immer wieder auf. Sie fahren mit der Familia mit dem Auto zu einem Platz wo man gut parken kann und packen dort das Essen oder die Angel aus. Selten sieht man sie in ihrem Wald laufen. Wenn dann trifft man dort überwiegend Touristen oder leute, die im Wald arbeiten. Selten aber Naherholungssuchende.

Die Tschechen und Polen haben glaube ich ein ähnliches Verhältnis zum Wald wie wir Deutschen


Gruß R.U.

strycker
02.01.2010, 20:19
Hmm, möchte ich mich jetzt angesprochen fühlen?
Eigentlich nicht, ich kenne den Wald vor meiner Tür, kenne die Ausfall- und Einfallwege. Ich weiß mittlerweile wo Ecken sind welche nicht einsehbar sind, Kilometer von den Schneisen und Wegen entfernt. Und ich handele grundsätzlich (auch jetzt schon) nach dem Motto täuschen, tarnen, verpissen. Nur einmal hat mich der Förster beim Hüttenbau erwischt und da war ich sehr nah am Weg um zu testen wie der Hüttenbau funktioniert.

LG Strycker

Doomer
02.01.2010, 20:32
Argus hat die Argumente bestens zusammengefasst, danke dafür!
Auch Clearfix hat recht, die "Rucksack und Flinte"-Technik haut nicht hin.
Vor allem nicht auf Dauer. Für eine Rast, zum Übernachten und zum Vorwärtskommen ist der Wald gut geeignet, auch um Depots anzulegen.
Aber längere Zeit im Wald leben halte ich in unseren Breitengraden, und vor allem in der Krise, für ungesund.

LG
Doomer

strycker
02.01.2010, 21:42
Ich glaube, ich habe meine Strategie ungenau definiert, so dass es falsch verstanden wurde. Völlig autark für mehrere Wochen im Wald zu "campieren" halte ich auch für unsinnig und schwer durchführbar, vor allem mit Anhang.
Es soll lediglich das Lager versteckt im Wald aufgeschlagen werden. Nahrungsmittel werden aus den versteckten Cache und aus der Ortschaft besorgt, genauso werden wir weiterhin in der Nachbarschaft "unterwegs" sein (wir haben eine recht gut funktionierende Nachbarschaft). Ich will nur nicht überraschender Weise "erwischt" werden und für eine kurze Zeit nicht in meinem Haus anzutreffen sein, dass ist alles.

LG Strycker

Doomer
02.01.2010, 21:49
@strycker
Ja, das macht natürlich Sinn. Wir leben 50 Meter vom Wald weg, von daher ist dieser auch mein "Rückzugsgebiet" Nr.1, falls der Grund für den Rückzug nicht von dort kommt. Je nach Situation ist es taktisch entscheidend, ob Wald "gehalten" werden kann. Wenns mir nicht gelänge, hatte ich schnell verloren,da der Wald so nahe ist.

LG
Doomer

strycker
02.01.2010, 21:56
@strycker
Ja, das macht natürlich Sinn. Wir leben 50 Meter vom Wald weg, von daher ist dieser auch mein "Rückzugsgebiet" Nr.1, falls der Grund für den Rückzug nicht von dort kommt. ...

Genauso ist es bei uns angedacht.

LG Strycker

kelte1964
02.01.2010, 23:17
bei uns ebenso!!!
mein equipment reicht dazu völlig aus - und das nötigr wissen ist auch vorhanden!!

Hired Gun
03.01.2010, 10:41
Also hier mal die Sache so wie ich es sehe.

Rückzug bedeutet für mich "Ich Lebe fortan in diesem Bereich" Und das ist eine nette Ilusion. Unentdecktes Leben in einem deutschen Wald kannst man vergessen. Die meisten Leute die vom "Dauerhaften Leben" im Wald sprechen, haben einfach die Romantische Vorstellung vom Räberleben im Kopf. Die nötigen Fertigkeiten und Wissen (von der PRAKTISCHEN Erfahrung sprech ich garnicht) haben die wenigsten. Sorry, aber wer denkt, das ein "Survivalkurs" oder ein vierwöchiger Campingaufenthalt genug sind, der liegt Falsch.

Man muß bedenken und WISSEN:

-Woher bekomme ich mein Wasser (Auch ohne hochtechnische Filter, den die wachsen nicht auf Bäumen)
-Wie baue ich einen dauerhaften Unterstand für jedes Wetter, den ich auch selbst instand halten kann.
-Woher bekomme ich mein Futter, und wie Konserviere ich Vorräte für den Winter. Vor allem wie Jage ich, und wie gehe ich mit der Beute um? Wer hat die Fertigkeit, ein Reh oder Wildschwein zu zerteilen und zu Konservieren OHNE technische Mittel. Wenn ich nur Karnickel jage, wie verhindere ich die Kaninchenruhr? (Jagdwaffe hat jeder Waldflüchtling sicher zur Hand, also lasse ich diesen Punkt mal ganz weg)
-Brennstoffe. Wie fälle ich Bäume, zerteile diese OHNE Motorsäge und lagere sie für den Winter? (was ist wenn ich erst im Winter Flüchten muß?)
-Wie repariere ich meine Ausrüstung und Kleidung ohne Zugang auf Ersatzteile usw?

Ihr seht.

RÜCKZUG in den Wald ist etwas anderes wie FLUCHT durch den Wald....

Beim Rückzug lebe ich dort, aber wenn ich zu einem Fluchtpunkt aufbreche befinde ich mich nicht länger wie 8h an einer Stelle. Ich wandere, schage ein Ruhelager auf, Trinke etwas Wasser und genemige mir etwas "Fluchtproviant" wie Energieriegel oder abgepackte Trockennahrung.

Wenn ein Szenario so schlimm wird, das ich "Flüchte", ist es sicher das ich nicht alleine Unterwegs bin. Den dann fliehen sicher auch die "normalen" Menschen. Und in einem solchen Fall ist es viel wichtiger eine Kompakte Aurüstung zu haben, die man gut Tarnen kann (Im Sinne von verdecktem Tragen). Den man darf einfach nicht mehr bei sich haben wie die anderen Flüchtlinge. Also einen Rucksack pro Person....Und auch bedenken....wie trage ich bei einer Flucht meine mühsam gesammelten Tauschwaren mit mir?
(Wer hat Goldbarren im Schuh?).

Eine FLUCHT durch den Wald kann sinnvoll sein, allerdings ist das Gelände meistens der Wohnort von Personen, die keine Angst vor "alten Räubermrchen " usw haben......Dem Militär. Und das kann dann zu ganz anderen Problemen führen, wenn man auf den Anruf "Parole" nicht die Richtige antwort kennt....

Flucht durch den Wald zu Punkt BETA....ein Ja.
Flucht IN den Wald und dort leben.... Ein Traum und Ilusion. Die Energie die man für die Vorbereitung auf einen solchen Fall verschwendet, ist an anderer Stelle sinnvoller aufgehoben......

ID 358
03.01.2010, 15:12
Weil jemand oben die polnischen Partisanen erwähnte. Es stimmt wohl, dass viele davon in Wäldern lebten, aber sie stützten sich dabei auf externe Versorgung durch die umliegenden Dörfer, wenn wir es mal politisch korrekt umschreiben...

Wenn Ihr für längere Zeit im Wald leben müsst und nur das mitnehmen konntet, was Ihr habt tragen können, dann werdet Ihr nach kurzer Zeit zwangsläufig zum Dieb, Plünderer und schlimmerem werden müssen.
Außer Ihr habt derart viel Vorräte deponiert, daß es für einige Zeit klappt, aber selbst dann werdet Ihr wohl nicht auf Dauer unentdeckt bleiben.

Ich schätze, es wird von 100 Leuten, die es beabsichtigen nur 10 annähernd gelingen, längere Zeit im Wald ohne Rückgriff auf Dorf und Stadt auszuhalten.

jumbopapa
05.01.2010, 19:53
Hallo

Verfolge dieses Thema schon eine Weile mit Interesse.
Mir scheint, das sich die meisten mit ein oder höchstens zwei Personen in der Krise bewegen zu scheinen.
Ich bin in der glücklichen Lage eine Herde mit insgesammt 5 Köpfen durchs Land zu treiben.
Wenn ich mir vorstelle, mit meiner Familie für eine Weile im Wald leben zu sollen, sträuben sich mir die Haare.
Ich glaube kaum, das dies wirklich funktioniert. Allein die Logistig wäre wohl ausufernd. Alles in großen Mengen in den Wald zu schleppen, ohne das man auffällt und an einen versteckten Ort zu lagern?
Welcher Wald wäre leicht erreichbar und geeignet als Versteck zu dienen?
Bei uns in der Gegend kenne ich keinen der wirklich dicht genug wäre.
Selbst wenn, ich halte es für schwer machbar im Wald mit einer größeren Gruppe wirklich unendeckt zu leben.

Als einzelne oder als Paar sicherlich machbar, mit Einschränkungen, aber mit Familie?
Ich persönlich glaube es nicht.
Für mich geht es halt ums Überleben mit meiner Familie, denn die werde ich nicht alleine lassen.

So haltet mich jetzt für einen Spielverderber, oder überzeugt mich vom Gegenteil.:peinlich:

Gruß
Jumbopapa

User-ID-387
20.02.2010, 21:31
@jumbopapa:
Mir geht´s privat wie Dir (allerdings nur insgesamt 4 Köpfe).
Trotz der Tatsache, dass die drei Anhängsel samt Kids die Grundlagen des "draussenlebens" beherrschen, ist an einen kompletten Umzug in den Wald nicht zu denken.
Trotz dessen, dass wir entsprechende Erfahrungen und Ausrüstung haben, können wir als Familie (wenn wir alle zusammen und ich eben dabei bin) lediglich ein paar Tage im Wald aushalten, wenn es nur ums nackte Überleben geht und dazu noch einige Stunden zur Vorbereitung bleiben).
Sozusagen schnelle Flucht, beobachten und Lage klären, Plan-B aktivieren.

hamster
21.02.2010, 10:44
Hmm, möchte ich mich jetzt angesprochen fühlen?
Eigentlich nicht, ich kenne den Wald vor meiner Tür, kenne die Ausfall- und Einfallwege. Ich weiß mittlerweile wo Ecken sind welche nicht einsehbar sind, Kilometer von den Schneisen und Wegen entfernt. Und ich handele grundsätzlich (auch jetzt schon) nach dem Motto täuschen, tarnen, verpissen. Nur einmal hat mich der Förster beim Hüttenbau erwischt und da war ich sehr nah am Weg um zu testen wie der Hüttenbau funktioniert.

LG Strycker

Hilfe!
Immer wieder dies "Kilometer von den Schneisen und Wegen entfernt"
Wo bitte gibt es in D, Ch oder Aut diesen Wald?
Selbst in den Nationalparks sind Wege und schneisen vorhanden.

kelte1964
21.02.2010, 10:47
würd mich auch interessieren!

wotanus
21.02.2010, 10:58
Hilfe!
Immer wieder dies "Kilometer von den Schneisen und Wegen entfernt"
Wo bitte gibt es in D, Ch oder Aut diesen Wald?


Hmmm ..., einfache Antwort - nirgends, zumindest nicht in Deutschland. Die Staatswaldflächen sind nahezu zu 100% mit Forstwegen und Rückegassen erschlossen. Und im Privatwald ist die Erschließung mittlerweilen auch sehr weit fortgeschritten - d.h. hängt auch mit der Zunahme der Pellet- und Hackschnitzel-Heizunge zusammen. Es lohnt sich für die Waldbesitzer wieder auch schwächeres Holz, das bei Durchforstungen anfällt, zu verkaufen. Dafür braucht es aber eine gute Erschließung und Logistik. (Sorry das war jetzt etwas OT).

Die einzigen weitgehend unerschlossen Flächen, wo keinerlei Nutzung stattfindet sind Naturwaldreservate Datenbank Naturwaldreservate in Deutschland (http://www.survivalforum.ch/forum/Datenbank%20Naturwaldreservate%20in%20Deutschland) (in BaWü heißen sie Bannwald). Allerdings dienen die häufig der Wissenschaft, so dass man dort auch mit "Besuchern" rechnen muss.

Grüße
Wotanus

PapaB
23.02.2010, 05:45
.... Allerdings dienen die häufig der Wissenschaft, so dass man dort auch mit "Besuchern" rechnen muss.

Grüße
Wotanus

Nun gut...im C-Fall wird die Wissenschaft bestimmt nicht sooo häufig im Wald rum wuseln ;-)

User-ID-78
23.02.2010, 08:26
Unterschätzt auch nicht das Heer der Holzsammler die dann die Wälder durchstreifen werden. Nach Aussage meiner Eltern war in den Nachkriegsjahren die Wälder wie ausgekehrt, kein Bruchholz, kein Zapfen... wurde alles aufgesammelt und verheizt. Mein Vater musste damals auch jeden Tag zum Holz sammeln in den Wald.

Guerilla
06.02.2011, 16:24
So, auch wenn es fast ein Jahr her ist, seit hier der letzte Beitrag geschrieben wurde, will ich doch auch meine Ansicht zu dem Thema kundtun.
Bei uns im Erzgebirge gibt es noch sehr große zusammenhängende Waldgebiete. Es handelt sich überwiegend um Staatswald. Die Folge fehlender Finanzen ist, daß immer weniger Leute den Wald "bewirtschaften", weil im Staatsbetrieb Sachsenforst auch immer mehr Leute eingespart und wegrationalisiert werden. Dadurch enstehen immer mehr Flächen, die verwildern und mit dem den meisten bekannten "Kulturwald" nichts mehr gemein haben.
Da gibt es Ecken, die mich eher an den Miriquidi (alte Bezeichnung des Waldes im Erzgebirge, als es noch ein echter Urwald war, übersetzt etwa "dunkler Wald") erinnern. Natürlich fehlen die uralten Bäume, aber es ist schon teilweise undurchdringliches Dickicht. Dort kann man sich schon verstecken, wenn man will und weiß, wie man sich verhält, um nicht aufzufallen. Dorthin würde es mich ziehen, wenn ein entsprechendes Szenario eintritt.
Wer bei welchem Szenario flüchtet oder sich fürs daheim bleiben entscheidet, ist eine andere Sache. Ich würde mich wahrscheinlich dann verdrücken, wenn die öffentliche Ordnung zusammenbricht und Anarchie herrscht. Dazu braucht es weder eine Naturkatastrophe noch einen Einmarsch fremder Mächte, es genügt schon, wenn das Finanzsystem zusammenbricht, das reißt alles mit, Politik, Staatsordnung, Verkehr, Versorgung und so weiter.
Wohin ich gehen würde, weiß ich schon, ist nicht ganz einfach zu erreichen, ich habe fließendes Wasser in den Bächen, in Trinkwasserqualität, Sommer wie Winter, ich kann mir ein kleines Camp bauen und der Wald (staatlich, nicht privat) ist wegen fehlender Bejagung relativ wildreich.
So, und ehe alle anfangen, mit mir zu schimpfen, ich weiß, was ich tue, wenn ich jage, ich hatte das Glück, in Polen an etlichen Jagden teilnehmen zu können, da mich mein damaliger Schwiegervater, ein passionierter Jäger, immer mitgeschleppt hat, egal, ob zu Drückjagd, Treibjagd, Ansitz oder Pirsch. Natürlich ist mir klar, daß jede Art von Wilderei strafbar ist. Aber mal ehrlich, es geht hier um außergewöhnliche Situationen und wenn die Staatsordnung zusammengebrochen ist, und man auf Gedeih und Verderb etwas zu essen auftreiben muß, sind irgendwelche Strafen das Letzte, worüber man sich Gedanken macht, wenn die Strafe nicht gerade Erschießen heißt.
Ich war 25 Jahre Sportschütze, an Treffsicherheit mangelt es also nicht. Die Ausrüstung zur Jagd gibt es auch, ganz legal, Armbrüste oder Bögen, man sollte halt damit trainieren, damit man auch was trifft, wenns wirklich drauf ankommt. Natürlich weiß ich, daß die Jagd mit Bogen oder Armbrust verboten ist, aber auch hier wieder der Hinweis, daß es hier, zumindest momentan, um eine hypothetische außergewöhnliche Situation geht. Training mit Armbrust oder Bogen ist für jeden ganz legal machbar, ist noch dazu ein schöner Sport, und wozu die erworbenen Fertigkeiten im K-Fall angewendet werden, ist derzeit eher theoretischer Natur. Ein Sportschütze wird sich schließlich auch mit seiner Waffe zur Wehr setzen, wenn sein Leben bedroht ist, obwohl er doch eigentlich nur für die Präzision beim Schießen trainiert hat. Außergewöhnliche Situationen erfordern eben außergewöhnliche Maßnahmen, meiner Meinung nach fängt Survival im Kopf an, man sollte wissen, was man tut, und es dann auch tun wollen, ohne zu zaudern.
Zu der Frage, ob der Wald nicht binnen kurzer Zeit leergefegt ist, stelle ich mal folgende Überlegung an: wieviele Leute kämen auf die Idee zu jagen, bei der allgemeinen Antijagd-Hysterie erscheint mir die Zahl nicht sehr hoch. Wieviele von denen hätten denn überhaupt erst die Möglichkeit, zu jagen, meist mangelt es doch schon an der Ausrüstung, selbst wenn der Wille da ist. Und wieviele potentielle Jäger würden denn auch ein Stück Wild erlegen, die meisten würden es eher verscheuchen oder gar vergrämen. Ich bitte hier schon mal um Entschuldigung bei den Jägern hier im Forum, aber es ist doch auch so, daß man den Leuten auch mit solchen Sprüchen "das kannst du sowieso nicht, also lass es bleiben" den Mut nimmt, es wenigstens zu versuchen. Das sichert natürlich auch ab, daß es gar nicht erst viele versuchen, was die Zahl nochmals verringert.
Mein Fazit wäre also, wer weiß, was er tut, hat recht gute Chancen, hier und da doch zu einem Stück Fleisch zu kommen. Daß dieses Fleisch nur Ergänzung zu vorhandenen Vorräten und anderen selbst aufgetriebenen Nahrungsmitteln sein kann, ist selbstverständlich. Wer denkt, er kann wie Obelix jeden Tag mal zwei Wildschweine aus dem Wald holen, ist bestenfalls ein Träumer. Aber eine Zeitlang im Wald überleben, bis sich die Situation beruhigt hat, sollte schon möglich sein, wenn man gut vorbereitet ist, und die vielen anderen Ressourcen des Waldes zu nutzen weiß. Es zieht ja keiner wie Bear Grylls mit absoluter Minimalausrüstung los. Das ist zwar recht interessant, aber wieviel davon Fake und wieviel echt ist, kann ich nicht beurteilen, zudem weiß ich auch nicht, ob er sich ins Hotel verzieht, wenn die Kamera aus ist. Und wenn ich mal den Inhalt meiner Hosen- und Jackentaschen anschaue, hab ich ja fast mehr Ausrüstung täglich am Mann als er. So, jetzt bin ich mal gespannt auf die Pro’s und Contra’s zu meinem Beitrag.


Mit besten Grüßen vom Guerilla

funkah
06.02.2011, 19:09
Wohl dem der so nah an so einem großen Wald wohnt :)

(Nächstesmal bitte ein paar Absätze einfügen, so ist es ein wenig müsam zu lesen ;) )

Gruß Michael

User-ID-683
28.02.2011, 23:29
Hallo Leute..

Hm.ich denke schon,das sich dieser Virus" Wir leben im Wald" aubreitet wie Mumps..
Da wird ohne Sinn,Verstand und Fähigkeiten in den Wald gelatscht und bald sieht´s da aus wie auf nen Öko-Festival..
Die,die optimal augerüstet sind,müssen sich dann das Gewimmer der "Losen" anhören und sich rechtfertigen..
Lose:Plan,-Hilf.-Ahnungs,-Skrupellose..
Da bleib ich doch so lange es irgent geht in meinem Umfeld und behalte alle s.g. sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen meiner Umgebung im Auge..
Supermärkte,öffentliche Gebäude,leerstehende Gebäude,Tankstellen,etc,etc..
Ich kann mich eher in nen urbanen Umfeld unsichtbar machen als als "Fremdkörper" im Wald..
Nen Keller in nen von seinem Bewohner,die sich im Wald friend und Hunger schiebend rumlümmeln,verlassenen Haus kann mir wesentlich besser als Schutz und Versteck dienen als nen Drainagegraben o.ä. im Wald..

Silberfuchs76
08.04.2011, 14:50
Hallo Leute,

sind ja wirklich gut nachzuvollziehen, was hier an Argumenten gebracht wird. Sowohl pro als auch contra Wald. Aber unsere Vorfahren haben im Wald gelebt und die hatten keine Supermärkte. Man kann sich mit Fischfang, Wildgemüse und Jagd ernähren. Und ich würde in so einem Fall in einem bestimmten Umfeld wandern. Ein Biwak mit Vapor barrier Liner und nem guten Kunstfaser- Winterschlafsack erleichtert das. Ein Hobo-Kocher macht von Brennstoff unabhängig. Wenn ich da an Öff-Öff, den prominenten Waldmenschen denke, sehe ich da schon Spielraum. Und da ich in waldreichen Gebiet wohne und etliche gute Verstecke kenne, die auch mit ausreichend Wasser versorgt sind sehe ich da gar nicht so schwarz.

Naja, dann haut mal rein

Euer Christian

Harmlos
08.04.2011, 15:30
Ich sehe das mit dem Wald eher kritisch und zwar aus ganz praktischen Erwägungen:

1: du bist alleine und ohne Unterstützung. Schon ein verstauchter Fuss bringt dich in arge Bedrängnis.
2: Was machst du im Winter, wenn Schnee liegt hört ein Wald schnell auf romantisch zu sein.
3: Wenn viele auf diese Idee kommen entbrennt schnell Konkurenz um die wenigen Resourcen.
4: was wenn die Krise vorbei ist. Dein Zuhause ist dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr nutzbar.

Unsere Vorfahren haben auch nicht im Wald gelebt, weil es so idyllisch war. Es gab keine Alternative, sie lebten immerhin in Familienverbänden und konnten im Team arbeitsteilig arbeiten. Trotzdem war das kein Zuckerschlecken, verbrauchte irrsinnig viel Platz pro Familie und die durchschnittliche Lebenserwartung war sehr begrenzt. Als überlegene Gesellschaftsform hat sich dann die Sesshaftigkeit durchgesetzt.

Was mich wundert ist, dass hier im Forum hauptsächlich die beiden Extreme diskutiert werden, also Wald, oder Großstadt. Aber beides jeweils im Einzelkämpfermodus. Wir Menschen sind soziale Wesen und dieses wird sich in einer Krise auch schnell wieder zeigen, denn Gemeinschaft verspricht auch immer Schutz. Und auch in Ägypten haben sich sehr schnell Bürgerwehren zum Schutz gegen Plünderer gebildet. Im Schutz einer solchen Gruppe habe ich erheblich bessere Chancen, als alleine unabhängig von der Umgebung. Denn arbeitsteiliges Arbeiten ist nun einmal am effektivsten. Und wenn dein Zuhause geschützt ist, kann sich ein Teil der Gruppe um Nahrungsbeschaffung kümmern. (Damit meine ich ausdrücklich keine Plünderungen, sondern das abklappern von Märkten, sammeln von frei verfügbahren Nahrungsmitteln oder das Anstehen an Verteilstellen.)

Es ist nie verkehrt sich im Wald auszukennen, aber ich würde im Zweifelsfall lieber zu Familie und Freunden fliehen, wenn es lokal begrenzte Probleme gibt. Dann weißt du, dass du (einigermaßen) willkommen bist, dort eine Struktur vorfindest und gleichzeitig eine leichtere Zeit in der Krise hast.

Letztendlich jedoch ist diese Entscheidung von jedem einzelnen zu treffen, doch jeder sollte einmal seinen persönlichen Plan gedanklich bis zum Ende durchspielen.

FrankD
08.04.2011, 15:45
Hallo,
kritisch sehe ich das auch. Aber nicht nur das im Wald durch schlagen, sondern auch das in der Stadt durch schlagen. Meine Meinung ist, man sollte beides in petto haben. Ich halte es in den meisten Regionen Deutschlands für ausgeschlossen einen längeren Zeitraum zu jeder Jahreszeit im Wald aus zu harren. Jagdgeschick hin oder her. Du brauchst Unterstützung, jemanden der Dir den Rücken frei hält. Während des ganzen, während Du auf der Jagd bist, dir jemand anders den Rücken frei hält, muss noch jemand auf Deine Liebsten im Camp aufpassen.

Für einen begrenzten Zeitraum 5-10 Tage, evtl. verlängert durch im Vorraus angelegte Versorgungsdepots sich mal im Wald "zu ducken" bis das Schlimmste in den Städten ausgestanden ist, das ist realistisch. Wenn dann, wo wir hier ja schon bei den in Friedenszeiten illegalen Dingen sind und die natürlich nur im Notstand nach guter Abwägung der Rechtmäßigkeit unter besondernen Umständen in Erwägung gezogen werden sollten, dann noch was in meine Falle läuft, rein hypothetisch gesehen, um so besser.

Doch genau so fitt wie beim Thema wie man ein Nachtlager im Wald einrichtet sollte man auch im Einrichten von leerstehenden Gebäuden sein. Jagen können und Genießbarkeit von gefunden Lebensmitteln bewerten können. usw. Ich denke ihr versteht was ich meine, oder?

liebe Grüße,

Frank

Also nicht entweder - oder, nicht spezialisieren, sondern generalisieren. Alles drauf haben um sich möglichst viele Optionen für was auch immer für ein Szenario offen zu halten.

hamster
08.04.2011, 16:57
Hallo Leute,

.............. Aber unsere Vorfahren haben im Wald gelebt und die hatten keine Supermärkte................

Euer Christian

Passt leider nicht ganz.
Unsere Vorfahren haben offene Landschaften genutzt. Als sie aus den Savannen und Steppen Afrikas und Asiens hierher kamen haben sie Lichtungen in die Wälder gerodet. Wald war im wesentlich Bau- und Brennmateriallieferant, notfalls Rückzugsraum.
Das man im Wald leben kann steht außer Zweifel. Aber was Nahrung angeht ist es recht mau.
Weiterhin glaube ich nicht, das man sich im C-Fall im wald verstecken kann.
Die Wälder wären voll mit Leuten die plötzlich den Lederstrumpf lesen und im Wald das Glück der Erde suchen würden. Selbst heutzutage begegnen mir oder beobachten mich bei der Jagd zu allen Tag- und Nachtzeiten die merkwürdigsten Leute´und die sprechen darüber im Bekanntenkreis.
Das sind Naturliebhaber, Pilzsucher, Pilstrinker, waldarbeiter Förster, Jogger, Mountainbiker etc.

Cephalotus
08.04.2011, 17:30
Aber unsere Vorfahren haben im Wald gelebt und die hatten keine Supermärkte. Man kann sich mit Fischfang, Wildgemüse und Jagd ernähren.


Das waren aber 80.000 leute und nicht 80.000.000 Leute und die wurden auch nicht 80 Jahre alt sondern 30 Jahre alt und die Wälder sahen ebenfalls anders aus als heute.



Und ich würde in so einem Fall in einem bestimmten Umfeld wandern. Ein Biwak mit Vapor barrier Liner und nem guten Kunstfaser- Winterschlafsack erleichtert das.


Mit der Plastiktüte (VBL) liegst Du klatschnass im eigenen saft. Das mag bei den ultralight Leuten schon ne Weile so gehen (auch da gehen die Meinungen weit auseinander), wer krank ist und bei -15°C in der klatschnassen Plastiktüte liegt kann sich auch mal den Tod holen.
Wenn schon in den Wald, dann nicht als ultralight Fetischist.



Wenn ich da an Öff-Öff, den prominenten Waldmenschen denke, sehe ich da schon Spielraum.

Ich bezweifle stark, dass der vom Wald lebt.

Es macht einen Unterschied, ob man Jahr und Tag im Wald leben muss oder ob man bei Unlust und Schneesturm dann doch wieder in die beheizte Hütte zurück kann. Es hat schon seinen Grund, warum auch die Jäger in der Steinzeit in unserem Klima keineswegs mit den Schlafsäcken als Waldnomaden herum gezogen sind, sondern sich Höhlen gesucht haben und dort drin dann ein kräftiges Feuer am Brennen hatten.

mfg

Silberfuchs76
08.04.2011, 17:45
Hallo Leute,

sicher, ewig im Wald wohnen kann keiner. Erst recht nicht allein.

Aber ein Zwischending zwischen einer Wohnung und dem Leben im Wald. Sowas wie Öff-Öffs Hühnerstall.
Essen gibts aus dem Fluss und aus dem Wald.

Unterschlupf bietet zum Beispiel ein alter Caravan, den ich bei nem Bauern auf der Wiese stehen habe.

Geheizt wird wird mit Tony Lennartz Notheizung. Brot auf dem Prepper-Ofen gebacken.
Wasser aus einer Quelle geholt.

Ich glaube, wenn man das geschickt anstellt kann man mit 40 Euro im Monat auskommen. Ich besitze kein Wohneigentum und wenn ich keinen Job haben sollte wirds verdammt eng, weil an Sozialleistungen glaube ich dann auch nicht.

Naja, soviel dazu

haut rein

Christian

FrankD
08.04.2011, 18:42
Mit der Plastiktüte (VBL) liegst Du klatschnass im eigenen saft. Das mag bei den ultralight Leuten schon ne Weile so gehen (auch da gehen die Meinungen weit auseinander), wer krank ist und bei -15°C in der klatschnassen Plastiktüte liegt kann sich auch mal den Tod holen.
Wenn schon in den Wald, dann nicht als ultralight Fetischist.

VBL kommt nicht aus dem Ultraleicht Bereich und es ist wenig Zielführend immer wieder theoretische Dogmen über etwas zu verbreiten, was in der Praxis ganz anders aussieht. Ich bin kein Ultraleichtwanderer und ich kenne keinen anderen weg als VBL um bei mehrwöchigen Touren im 2 stelligen Minusbereich die Isolationsfähigkeit des Schlafsacks aufrecht zu erhalten. Im eigenen Saft, wie es von Theoretikern immer wieder beschrieben wird, bin ich noch nie aufgewacht.

Sorry, das hatte zwar wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich konnte das einfach nicht unkommentiert lassen.

liebe Grüße,

Frank

Cephalotus
08.04.2011, 19:06
Naja, der Schlafsack passt ja durchaus zum Thema dauerhaft im Wald. Ich hab mal 7 Wochen lang jede einzelne Nacht im Schlafsack (und Zelt) geschlafen und das ging bestens, war allerdings in sonnigem und trockenem Klima (im deutschen Winter tu ich mir das freiwillig nicht an).
Das Prinzip ist, die grob 500g Schweiß/Wasserdampf, die der Mensch in der Nacht so über die Haut absondert und die im Schlafsack landen am nächtste Morgen/Tag wieder aus dem Schlafsack heraus zu lüften, ansonsten lässt der schnell in der Dämmwirkung nach und wird nebenbei auch immer schwerer.

Sinn der VBL ist nun (das sagen übrigens auch die Verfechter), diese grob 500g Wasserdampf vom Schlafsack fern zu halten, dabei entfällt der Gewichtszuwachs und das Lüften nach dem Schlafen, was z.B. bei Regenwetter und Nebel nicht funktioniert. Außerdem kann man problemlos in eine wasserdichte Schlafsackhülle schlüpfen. Die 500g Wasser schwitzt der normale Mensch aber trotzdem und die Kondensieren eben innerhalb des Plastiksacks bzw. des Plastikanzugs (denn genau das ist der VBL in gutem alten deutsch).
Es ist nun jedem selber überlassen, sich 500ml Wasser in einen Plastiksack zu schütten und zu überlegen, ob einem das so genehm ist. Wollkleidung kann man natürlich noch anziehen. Jeder Mensch schwitzt anders und ein Teil der Feuchte bleibt in der Haut und lässt diese aufquellen (die feuchte Wärme gefällt Pilzen z.B. sehr gut, wäre mal spannend dazu Untersuchungen zu haben von Leuten, die wochenlang im eigenen Saft schlafen).
Frieren muss mal in der Tat nicht, weil die isolierende Schicht ja trocken bleibt, das ist ja genau der "Trick" bei der Sache. Und weil der Schlafsack damit kleiner und leichter ausfallen kann und man sich Wechselwäsche sparen kann ist mit die VBL Geschichte vor allem aus der Ultraleicht Szene bekannt. Dort wird VBL in der Regel mit Daunen kombiniert, denn die sind ja Feuchtigkeits empfindlicher als Kunstfaser, dafür eben leichter.

In der Ultraleicht Szene, die verrückten Sachen gegenüber sehr aufgeschlossen ist, gibt es pro und contra Argumente, bei Langzeit sind die pro Leute sehr, sehr dünn gesät (aber ich kenne auch nicht jeden), aber definitiv ist der Tipp nicht für jedermann. Da sollte man schon seeeeehr genau wissen was man tut und das vorher auch ein paar Mal ausprobieren, bevor man sich da wirklich drauf verlässt.

Wenn Du jetzt selber wochenlange Erfahrungen mit VBL gemacht hast (und scheinbar ein Mensch bist, der nicht schwitzt?), dann können wir Deine Erfahrungen gerne noch weiter diskutieren (evtl. in einem anderen thread), die dürften dann ja auch für andere interessant sein.

mfg

FrankD
08.04.2011, 19:21
Meine Antwort dazu im VBL Thread (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?4139-Vapor-Barrier-Liner-(Dampfsperrschicht-f%FCr-Schlafs%E4cke)&p=68887&viewfull=1#post68887) der schon exisitiert.

Blacky
10.04.2011, 12:02
Da ich das mehr oder weniger schöne Vergnügen hatte früher aus beruflichen Gründen das "Leben im Felde" zu "genießen", bin ich aus praktischen Erfahrungen heraus doch sehr erstaunt welchen "Blütenträumen" sich manche "Kurzzeit-Survivalisten" und "Einzelkämpfer" hingeben. ... Das pure "Überleben" als "Einzelkämpfer", mit minimalster Ausrüstung (am Mann) in Wald und Flur wird bei unbilliger Witterung (Kälte, Nässe) relativ schnell zur Tortur. Insbesondere Kälte, Nässe und ständiger Dreck zermürben auf die Dauer selbst gesunde hartgesottene junge "Naturliebhaber". ... Es gab da zwar Abstufungen, vom Leben im "Tipi"/"Dackelgarage" aus Zeltbahnen über hausen in selbst gebauten Erdbunkern bis hin zu "komfortabel" im 16-Mann-Mannschaftszelt (Zeltofen und 16-Mann-Liegen, Klapphocker und Tisch) bis hin zum "Mißbrauch" der Entaktivierungsanlagen für den ABC-Krieg als Duschanlagen, aber der Faktor "Dreck, mieses Wetter in Verbindung mit ständiger "Bewegung" sorgen dafür daß selbst das schönste Feldlager/Biwak nach Wochen der "Isolation" ("Feldlager" hieß auch nix Familie, nix Ausgang/Urlaub ... und meist "Sackstand") irgendwann seinen Reiz verliert. Bei richtigem Dreckwetter war die Truppe nach 14 Tagen bis 4 Wochen, trotz Abhärtung/Training und Gewöhnung an das "Leben im Felde", froh wenn es wieder in Richtung fester Unterkünfte ging.

Der Traum vom "Waldläufer" a la "Trapper" oder "Wolfsgänger" dürfte in unseren Breiten sehr schnell an Grenzen stoßen. Jagdpächter, Jäger, Grund- und Landbesitzer werden auf die Dauer nicht zusehen oder dulden daß da wer über längere Zeit in ihrem Revier "wildert" oder ihre Jagdhütten okkupiert. ... Und reinweg von der Jagd und dem Fischfang zu leben wird in den dichter besiedelten Teilen der BRD, angesichts der im "Kriesenfall" zunehmenden Jagd ("Überjagung") auch nicht über längere Zeit möglich sein. ... Das "Trapperleben" in den Rocky Mountains, Kanada oder auch Teilen Nordeuropas läßt sich eben nur temporär oder in Ausnahmefällen (ein paar gute Jagdreviere gibt es schon ... aber i.d.R. gibt es da auch Eigentümer/Jagdpächter !) realisieren. ... Ganz toll finde ich daß ein Teil dieser "Survivalisten" (und da meine ich jetzt nicht die Profis wie Lennartz, Nehberg o.ä.) i.d.R. eigentlich kaum über wirkliche Jagderfahrung oder längere "Schlechtwettererfahrung" unter freiem Himmel verfügen.

Desweiteren kommt dazu daß die meisten Menschen, selbst sogenannte "Einzelgänger", im Prinzip nicht dazu geboren sind wirklich über Wochen oder Monate allein mit sich selbst und der Natur auszukommen.

"Survivalkenntnisse" um tempörar kurze Zeit in der Natur zu überleben (Flucht-/Kathastrophenszenarien) halte ich für durchaus nützlich. Aber man sollte schon im Auge behalten daß ein richtiges Dach über dem Kopf, Wärme, eine ordentliche Schlafstätte, Wasch-/Duschmöglichkeiten, Toilette (und sei es das alte "Plumpsklo"), Koch- und Versorgungsmöglichkeiten incl. ordentlicher Verpflegung sowie "Sozialkontakte" und medizinische Versorgung "Errungenschaften unserer Zivilisation" sind. ... Nichts gegen den selbst gebauten "Feuerbohrer", aber wenn sich "Zurück zur Natur" mit "Leben wie ein Urmensch" und "Ich geh in den Wald" paart mag das ja eine Form von "Hardcore-Survival" sein, aber wirklich realistisch ist das meiner Meinung nach nicht. ... Das Leben unserer Altvorderen, vom Steinzeitmenschen bis hin zum Holzknecht oder Bergbauern des vorigen Jahrhunderts war härter als es heutige Kurzzeittrips a la "Urlaub im Steinzeitdorf" (mit "brutalst" geschlachteten Hauskaninchen .-) ) erahnen lassen. Insbesondere Familienväter mit Kleinkindern wird das "Weibchen" spätestens nach einer Woche "Winter-Camping" ohne Wohnwagen und Heizung im "Erdloch" die "Hölle" heiß machen ! ... Selbst "Öff-Öff" ist ja wohl sein Frauchen mit Kleinkind ausgerückt.

Anfang/Mitte der 80iger ... 14 Tage bei Minus 24 - 27 ° Celsius im "8-Mann-Zelt" aus Zeltbahnen ... beheizt nur durch "Körperwärme" und Teelichter/Kerzen in Konservendosen ... wir haben es überlebt ! ... Nachts als "Feldwache" im Schützenloch, nur gewärmt vom brennenden Fettrest eines "Schmalzfleischdosenofens" ... oder als "Versprengter" auf der mit Erde überhäuften Glut des "Jägerfeuers" ... wir haben es überlebt. ... Im Frühjahr mit zwei Kameraden zwei Nächte im Schneematsch (wie die "Schwulen" aneinandergekuschelt und alle halbe Stunde gedreht damit auch die Außen liegenden Kameraden mal warmen "Rücken" kriegten), nach unten die Atomschutzplanen auf Reisig und zugedeckt nur mit den Zeltbahnen, geschlafen. ... "Überlebt" haben wir es. Aber der Spaß (da wir alle konsequente Heteros) hielt sich in Grenzen !

Wie gesagt ... vom blanken "Überleben" über "Leben im Zelt" bis hin zu halbwegs gut ausgestatteten Mannschaftszelten oder Baracken ... spätestens nach 14 Tagen bis 4 Wochen echtem eckligem "Mistwetter" (damals gab es noch kein "Goretex" oder "Rücksicht" wegen "Wetterunbilden" ... dafür Mitternächtens mal nen heißen Tee oder leckere "Puddingsuppe" ins Kochgeschirr oder die braune Plastetasse als Durchhaltemotivation) mußte man eine Einheit mindestens für 2 Tage aus dieser "Naturidylle" in feste beheizte Unterkünfte schaffen um ihre "Kampffähigkeit" ... dabei vorrangig eigentlich ihre psychologische "Kampfbereitschaft" (weil SVK "Schnauze voll Kamerad") ... wieder herzustellen. ... Eine warme Dusche, Rasur mit heißem Wasser, saubere Klamotten, guter Schlag aus der Truppenküche und ein/zwei Nächte in einem ordentlichem Bett ... und aus dem "Kampfschwein" wurde zumindest halbwegs wieder ein gepflegter deutscher Landser mit guter Laune. ...

Wer Nässe, Kälte, Regen in Verbindung mit Wind, noch dazu ausgepowert, naß, frierend unterschätzt ist im "E-Fall" ganz schnell und böse in der Bredouille ! ... Selbst dem britischem SAS (und die Kameraden gelten als echt zähe hartgesottene "Überlebenskünstler") sind da schon bei diversen Überlebenstrainings oder Einsätzen gute Männer verreckt. ... Im Wald mit einer Lebensmittelvergiftung, schweren Erkältung/Lungenentzündung/Grippe, Jagdverletzung oder auch "nur" verknacksten/gebrochenem Fußgelenk ist für einen allein agierenden "Survivalisten" auch ganz schnell mal "Ende der Übung".

Ich bin zum Teil in Wäldern groß geworden und bin auch heute noch gern in Wald und Flur. Ich würde auch gern im Wald wohnen ... aber wenn dann in einem festen Haus oder einer soliden Jagdhütte. ... In meinem Alter möchte ich nicht mehr des Winters und bei Wind und Wetter in Erdlöchern, Zweighütten oder Zelten biwakieren. ... Zumindest nicht über längere Zeit !

Blacky - der Wohnkomfort inzwischen zu schätzen weiß -

P.S. ... "Draußen" hieß bei uns wirklich ... nur bekleidet in Felduniform mit Waffe und Gerödel ... tagelang in Dreck, Nässe, Hitze, Staub, Schlamm im Sand bzw. in den Wäldern rumkriechen und Gefechtsaufgaben erfüllen! ... Und da wurde eben auch in der Stellung oder bei "Wind und Wetter" unter dem freien "Himmel von Mutter Natur" geschlafen. Wenn man Glück hatte mit Zeltbahn, Decke oder Schlafsack. Und wenn man Pech hatte "ohne Schlafzeug" ! ... (Bei der NVA war man da etwas "brutal".)

FrankD
10.04.2011, 12:31
Ja, so isses. Allerdings bin ich überrascht, dass wir das Thema immer wieder so deutlich brauchen. Jedem der mal in Ruhe nachdenkt sollte sich das selbst erschließen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Wochenendsurvival und dem überleben zu jeder Jahreszeit unter freiem Himmel gibt.

Allerdings ist in meinen Vorstellungen die Motivationslage deutlich anders, als die eines Soldaten auf Übung und das wird auch gerne von allen die von ihren Armeezeiten hier berichten übersehen. Wenn ich in den Wald gehe, um mich sinnbildlich "zu ducken" wenns knallt, dann hat das den Sinn Raum zwischen mich und die grösten Ausschreitungen zu bringen. Es bietet sich dann keine Alternative, kein Gedanke "ach währe ich jetzt auf der Stube in der warmen Kaserne", weil es gibt dann sowas nicht mehr. Die Wahl kämpfen zu müssen oder aus zu weichen, darum geht es dabei. Ich habe selber genug Draußenerfahrung um zu wissen, dass hier ein Leben vom Land, wie es gerne so romantisiert wird, nicht möglich ist. Nahrungsergänzung, im Besten Fall, vom Lande ja, aber mehr auch nicht.

Der von Blacky angesprochene Punkt der Wärme ist übrigends ein sehr wesentlicher. In meiner Vorstellung wird es in der Situation kein Feuer geben, wenn man an seinem Leben hängt. Inzwischen ist bei mir sogar der Kocher aus dem Fluchtgepäck geflogen, denn alles was man warm macht, riecht. In den Wald zu gehen heist, für mich, der kampf ums nackte überleben. Lieber der Natur gegenüber bestehen, als gegenüber meinen aggresiven Mitmenschen. Was es jedoch unbedingt braucht ist ein Plan für nach dem "ducken". Sprich wie stehe ich wieder auf, was mache ich nach der Zeit im Wald?

grüße, euer

Frank

p.s. Ich liebe mein Daunenkissen ;)

austriake
10.04.2011, 13:35
Wenn ich auch meinen Senf dazu geben darf: Meiner Ansicht nach hat Blacky völlig recht.

Und weil auch des öfteren das Szenario Krieg angesprochen wurde: Meine Großmutter mütterlicherseits hatte während des WKII (ihr Mann war in den Niederlanden stationiert) die Möglichkeit, den letzten Bomberangriffen auf Wien zu entkommen und war im Waldviertel (heißt wirklich so) bei Bekannten auf einem Bauernhof untergekommen.
Als die Russen näher kamen, zog sich fast das ganze Dorf in den Wald zurück, wo man sich in zwei Erdbunkern versteckte. Doch als diese dann da waren, holte sie ein Bauer rasch wieder zurück.
Denn alle, die man im Wald erwischen würde, wären für die Russen Partisanen und würden sofort erschossen...

Ehrlich gesagt, kann ich mir auch kein Szenario vorstellen, bei dem ich mich im Wald, egal ob Zelt oder Hütte, Sommer oder Winter, sicherer fühlen würde als in den eigenen vier Wänden. Und hier kann man auf die vorhandenen Ressourcen zurückgreifen und sich notfalls auch gegen Plünderer zur Wehr setzen, die sich sicher im Zweifelsfall lieber wehrlosere Opfer suchen.

Es geht ja schließlich nicht nur um die eigene Kernfamilie, sondern auch um die restliche Verwandtschaft (Eltern/Großeltern/Geschwister/Schwager/Freunde etc.), um die man sich kümmern möchte. Wer würde diese schon zurücklassen?

Tony
30.05.2011, 12:44
Der Denkansatz ist falsch und führt unweigerlich in`s Chaos. Wenn die Versorgungssysteme kollabieren ist jeder Warenvorrat Beute für die Anderen. Sie suchen danach betteln darum, drohen oder nehmen das Depot einfach mit Gewalt in Beschlag. Der Hunger und die Ängste machen`s möglich. Der dauerhafte Erfolg liegt alleine in der Mobilität. Man begibt sich dorthin wo die Versorgung in Aussicht steht und zieht sich anschließend wieder zurück. Wenn ich mir einen Platz für die Nacht suche so trage ich auch kein Brandholz in mein Camp sondern etabliere mich dort wo das Brandholz ist. Jäger - u. Sammlerkulturen haben das vorgelebt. Jegliche Konstante ist für Externe Entdecker kalkulierbar, wird belastend, bindet, muß versorgt u. irgendwann verteidigt werden. Aber das ist ein typisch falscher Denkansatz einer verwurzelten Gesellschaft, so werden Opfer produziert und wenn ich mich zu entscheiden habe ob ich Beute oder Jäger sein möchte....................: Waidmannsheil !

User-ID-1578
30.05.2011, 13:15
Ich bezweifle stark, dass der vom Wald lebt.

Es macht einen Unterschied, ob man Jahr und Tag im Wald leben muss oder ob man bei Unlust und Schneesturm dann doch wieder in die beheizte Hütte zurück kann. Es hat schon seinen Grund, warum auch die Jäger in der Steinzeit in unserem Klima keineswegs mit den Schlafsäcken als Waldnomaden herum gezogen sind, sondern sich Höhlen gesucht haben und dort drin dann ein kräftiges Feuer am Brennen hatten.

mfg

Versuchs doch selbst... ich mach das schon seit 35 jahre hier in Maine... http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?5475-Base-Camp-USA&p=71453&viewfull=1#post71453

Komm doch fuer's sommer rueber... verpiss dich hinten bei mir im wald... lauf's da amok mit die kettensege (oder einer der 1-2-mann handsaegen) -und bau's selbst ne blockhuette oder meinetwegen kannst in meinem 6m Sioux indianer-tipi leben... wenn du ein weichei-moment erlebst und dir's zu viel wird, zieh einfach ne weile in einer der 4 karavanen mit oder ohne strom, -ich hab 8 notstromaggregate alle groessen zur verfuegung...

Genug zu essen ist da, grosser garten - am strand kanns du muscheln sammeln, vom wald allerhand beeren und kraeutern, jagst rehe, karnickel, bären -- kannst mein Winchester nehmen, der zaehe waldlaufer spielen...

Nur mehrere liter insektenschutzmittel mitbringen, sonnst verblutest du innerhalb paar stunden von mueckenstiche... mundschutz auch veilleicht damit du nicht zu viele einatmest (sehr unangenehm)... --die armen indianer - kein wunder das die immer so herum tanzten... :grosses Lachen: wenn mann still steht ist mann in 30 sekunden bedeckt :staun:

Na? willst du auch mal den wildnis paroli bieten? :Zunge raus:

lg... Basey

bastler
30.05.2011, 15:18
Hallo Leute,

abgesehen davon, dass ich das zwar früher in meinem uniformierten Vorleben auch des öfteren gemacht habe - Danke Blacky für die deutliche Sprache, das eine oder andere Lächeln kommt bei der einen oder anderen Erinnerung :rolleys:

Was meines Erachtens - wenn man sich denn klar dafür entschließt, in den Wald zu gehen - ein vollkommen unbeackertes Feld ist, ist die Frage:
Wann starte ich in den Wald und wann gehe ich zurück?

Es gibt kein Signal: Los geht´s , alle ab in den Wald - genausowenig gibt es ein Signal: Krise zu Ende!
(Sirenensignal wäre vielleicht hilfreich:grosses Lachen:)

WANN sagt Ihr: Jetzt packe ich meine 7 Sachen und latsche los - WANN sagt Ihr: Jetzt geht´s nach Hause.

Jetzt? - Wo noch alles da ist?

Wartet ihr auf den Nachbarn? - Wenn der losgeht, gehe ich auch?

Habt ihr Euch statische Vorgaben gemacht ("wenn die erste A-Bombe auf unserem Staatsgebiet explodiert, schaue ich, dass ich in den Wald komme")

Glaubt Ihr an irgendeinen Guru, der vorgibt: "die Zeit des Waldes kommt!"

Fragen über Fragen...

Gruß,
bastler

der bekanntlich grundsätzlich zu Hause bleibt, bis es das nicht mehr gibt...

Fairlane
31.05.2011, 01:08
Für meine Begriffe gibt es in Deutschland zwar einiges an Wald, aber nicht genug um dort dauerhaft und ungestört unter zu kommen. Ich habe den Odenwald vor der Tür und naja...das ist ein Baum-Fleckerl' Teppich. Der Pfälzer-Wald ist da doch um einiges grösser und zusammenhängender.
Ich sehe den Wald nicht als "Wohnort" im K-Fall, ich sehe ihn als möglichen temporären Aufenthaltsort wenn es mal sehr unruhig in der Stadt werden sollte...aber da ist der eigene Keller wohl doch die bessere Wahl. Etliche Vorschreiber haben schon auf alle möglichen Problematiken aufmerksam gemacht, verlässt man sein Haus, kehrt man ggf. zu einer ausgeräumten, abrissreifen Ruine zurück.

Ich sehe im Wald primär einen Ort, welcher im K-Fall und abhängig von der Jahreszeit mehr oder weniger Nahrung bieten kann, entweder zum Sammeln, oder notfalls eben zum Jagen.

Alles andere, sprich Flucht durch den Wald, in den Wald, leben für eine gewisse Zeit im Wald sehe ich als wild-romantisch an und mit schwer in den Griff zu bekommenden Problemen verbunden.

Gruss, Fairlane

Greenmantle
01.06.2011, 01:15
Ich sehe hier einfach nur einen Konflikt zwischen "Survival" vs. "Preparedness", kein Grund zur Aufregung. Wenn man, wie viele von uns (mich eingeschlossen), "in Friedenszeiten" und "zum Spaß" in den Wald geht und dort lernt, wie man sich im Notfall selber versorgen könnte (Sinnhaftigkeit des Ganzen hin oder her), der wird diese Option natürlich in Betracht ziehen, bevor er in seiner Penthouse-Wohnung vor der leergefutterten Monatstonne verrottet. Wer aber z.B. Familie hat, über ein opulentes Vorratslager und evtl. sogar autarke Strom- und Wasserversorgung verfügt, wird einen Teufel tun, sich freiwillig in "den Wald" zu begeben. Der "spaßige" Teil unseres Hobbies, also Bushcraft, Survival, Boys and their Toys etc. ist sicher nicht zwingend notwendig für die Krisenvorbereitung, es schadet allerdings auch nicht wirklich, wenn man sowas drauf hat (ok, man könnte das Geld für die ganzen Messer auch in dänisches Frühstücksfleisch investieren...).

Vielleicht sollte man die Trennlinie nicht zwischen "Zuhause" und "Wald" ziehen, sondern zwischen urbanen und ländlichen Gebieten, da liegt mMn der Hund begraben. Ich stoße mit meinen gesellschaftspolitischen Theorien mitunter auf Ablehnung, was sich aber evtl. durch mein unmittelbares Umfeld erklären lässt. Ich wohne im Stadtzentrum einer kleineren Großstadt, das vermutlich den höchsten Ausländeranteil bundesweit aufweist (ca. 65%, wenn man die Aussiedler und sog. "Flüchtlinge" (Balkan) mitzählt). Nein, ich will hier keine abgestandenen Fässer aufmachen oder Pauschalisierungen aussprechen, es geht mir schlicht um die Zusammensetzung der Gesellschaft - in meinem Umfeld - im Krisenfall. Und da gelten eben die schönen alten Geschichten von Omma und Oppa nach'm Kriech nicht mehr wirklich, weil eine halbwegs homogene und solidarische Gemeinschaft schlichtweg nicht existiert. Um es nochmal deutlich zu machen: mir ist es dabei wurscht, ob die Leute weiß, schwarz oder grün-violett gestreift sind, welchen Götzen sie anhängen oder ob sie ihr Essen gern stark würzen. Es geht um die objektive Realität und nicht um irgendein ideologisch-theoretisches Gesabbel - das interessiert im Fall der Fälle keinen mehr.

Wir müssen davon ausgehen, dass sich die gesellschaftliche Balkanisierung, die schon längst stattgefunden hat, im Krisenfall weiter verschärfen würde - bis hin zu ethnischen Unruhen. Ethnische Unruhen würden in meiner derzeitigen Lebenslage allerdings nicht bedeuten, dass ich als Weißer Ritter für irgendwelche bedrohten Minderheiten eintreten müsste, sondern dass ich SELBER die bedrohte Minderheit wäre. Und die Leute die dann am Zug sind, haben sowas wie "ethnische Unruhen" noch richtig gut drauf, im Gegensatz zu "uns". Drückt meinetwegen auf den "gefällt mir nicht"-Button, aber den Krisenfall brauchen wir eigentlich nicht mal mehr, wenn man heute im innerstädtischen Bereich im Einzelhandel oder öffentlichem Dienst etc. tätig ist. Da ist der mehr oder weniger schleichende Genozid längst in vollem Gange...

Natürlich bleibt man so lang in der eigenen Wohnung, wie Vorräte und Sicherheitslage es zulassen. In meiner Situation, wo es selbst ohne Krise nicht ungefährlich ist, vor die Tür zu gehen, muss man die Umgebung dabei aber gut im Auge behalten. Es kann die Zeit kommen, dass man einfach raus muss aus diesem Hexenkessel. Wer Glück hat, kann in einen weitläufigen ländlichen Rückzugsbereich ausweichen, der Weg dorthin führt wiederum oftmals durch "den Wald". Kriminelle, Asoziale, Plünderer und bereits bestehende Banden bzw. "ethnisch geschlossene Gruppen" werden sich im urbanen Bereich niederlassen, "Sheeple" werden fliehen so weit sie können, "Survivalists" werden sich im Grenzbereich aufhalten. Dies zumindest dann, wenn man mit der ganzen Vorbereitung nicht nur einen egoistischen Ansatz zur Eigenrettung verbindet, sondern auch die Rettung anderer bzw. die Aufrechterhaltung eines rudimentären Rechtsstaats. Ziel ist dabei auch, die ländlichen Gebiete vor den Auswüchsen der bereits verlorenen Städte so gut es geht zu schützen.

Insofern ist "der Wald" eine wichtige Zwischenstation.

(Ich war mir jetzt nicht sicher, ob das in diesen Thread oder in den Thread "Im K-Fall mit Fremden Kontakt aufnehmen" gehört - die Unterscheidung ist schwierig.)

Jeans
08.10.2011, 17:11
schöne Beiträge hier im Thread!

ich selbst habe mir in meiner Umgebung potentielle Wald/Feldplätze ausgesucht, an denen man es sicherlich ein paar Tage aushalten würde.
Aber mehr sicherlich auch nicht.

wie andere schon vor mir gesagt haben, die Vorstellung, mehrere Jahreszeiten wie z.B. die polnischen Juden in den Wädern auszuhalten, erfüllt mich doch ein wenig mit Grauen.

Ich persönlich glaube, dass wir kaum eine Situation erleben werden, in der wir wirklich in den Wald müssen.

Heutzutage bietet der Wald leider nicht mehr so viel Schutz wie früher (IR und sonstige Techniken wurden ja schon genannt) und mein Haus und Hof würde ich auf keinen Fall hergeben. Im Falle einer Invasion, eines ABC-Angriffes oder Naturkatastrophe werde ich mich sicherlich nicht in den Wald verkriechen und dort mehrere Wochen und Monate leben. Dann wird man sich vermutlich in den Strom der Massen einreihen und mit ihnen ziehen...
Maximal vorstellen könnte ich mir wie oben gesagt, ein paar Tage, maximal eine Woche im Wald leben zu müssen.

FrankD
08.10.2011, 19:53
Danke für das aufwärmen dieses Themas.

Da sag ich nur, Juchu! Der Sommer ist endlich vorbei. Die Trainingszeit hat begonnen!

grüße,

Frank

Papa Bär
08.10.2011, 21:33
Also, unter bestimmten Voraussetzungen ist auch für mich der Wald für einen engbegrenzten Zeitraum Rückzugsgebiet Nr. 1 - ich denke da so an ca. 4-8 Tage.
Der Wald beginnt direkt hinter meinem Haus, d.h. wenn die Plünderer die Strasse entlangziehen und die Vordertüren einschlagen kann ich evtl. noch hinten raus. Und dann geht es mir darum in sicherer Position abzuwarten bis der Mob unser kleines Dorf wieder verlassen hat weil hier nichts mehr zu holen ist.
Wenn keine Gesetze mehr gelten ist die Versorgung nicht das Problem - es ist hier teilweise schwieriger dem Wild aus dem Weg zu gehen als es zu finden.

Allerdings ist in keinem meiner Szenarien vorgesehen sich auf Dauer im Wald einzunisten. Flucht in den Wald oder durch den Wald aber wie gesagt schon. Schließlich haben wir hier mehr Wald als bebaute Gebiete.

Grüsse
Papa Bär

gerdd1
09.10.2011, 13:14
Zum Thema Überleben im Wald:

Jagdstrecke 2008/2009 (Quelle: jagd-online.de) Durchschnittsgewicht (Quelle:jagd-online.de, in Klammer Schätzung)




Wild
Strecke
Gewicht in der Decke
kcal/100g
Gesamtenergie in Mio kcal


Rotwild
67246
65
113
4939


Damwild
55407
35
113
2191


Sikawild
1637
30
113
55


Schwarzwild
646790
41
177
46938



Rehwild
1102604
12,5
121
16677


Gamswild
4389
15
120
79


Muffelwild
6888
20
120
165


Feldhase
421573
(4)
121
2040


Wildkaninchen
231689
(1,5)
103
358


Fasane
267824
(1,1)
141
415


Rebhühner
5487
(0,3)
219
4


Wildgänse
53032
(2,5)
158
209


Wildenten
468262
(1,0)
156
730


Wildtauben
921186
(0,4)
239
881




Summe 75683 Mio kcal.

Bei 2000 kcal/Tag und 365 Tagen/Jahr ernährt die Wildstrecke heute ca. 103.675 Personen.
Nimmt man Wilderei (geschätzte 10% der offiziellen Strecken) dazu, kommt man auf ca. 114.042 Personen. Unberücksichtigt bleibt dabei anderes jagdbares Wild, wie Dachs, Nutria usw..

Situationsveränderungen durch Extremfall:

- Wegfall von Wildfütterung und Kirrung
- Wegfall von Durchfütterung von Wild durch die Landwirtschaft
- Vergrämen von Wild
- Wilderei mit ungeeigneten Methoden (Luftgewehr, ...) und durch Menschen ohne Jagderfahrung (Sportschützen, Dienstwaffeninhaber) und ungeeigneter Munition: dadurch viele Tiere, die ohne Nutzen verenden, Fallenjagd
- Jagd auch in der Schonzeit (geringerer Nachwuchs)
- Wegfall von HegemaßnahmenDie nächsten Fragen:

Was sagen die Besitzer, Pächter, Jagdpächter zu einem Eindringen in den Wald, dem Versuch dort zu jagen, zu leben, zu hausen? Werden die "Illegalen" einsichtig sein? Leben dann mehr Menschen im Wald als in der Stadt, Dorf, Siedlung? Wovon ernähren sich dort alle? Was werden wir für Hygienesituationen antreffen? Verfeuern dort dann alle nur Fallholz - zur Freude des Waldbesitzers? Wie geht eine Konfrontation einer Interessengemeinschaft mit den Vertretern einer anderen aus? Kennen sich die dort Jagenden mit Wildkrankheiten aus?

Papa Bär
09.10.2011, 13:51
Wildtierfütterung in der Kritik :: 03.02.2010 Ökologischer Jagdverband wendet sich gegen die Fütterung von Wildtieren in Mecklenburg Vorpommern und auf der Insel Rügen.
Der Ökologische Jagdverband Mecklenburg-Vorpommern als Vereinigung fortschrittlicher, am Naturhaushalt orientierter Jäger, Land- und Waldbauern und Naturschützer stellt hierzu fest: Die Fütterung der Schalenwildarten Rotwild, Damwild, Schwarzwild und Rehwild, um die es hierbei geht, ist aus vielerlei Gesichtspunkten heraus unsinnig und hat in Mecklenburg-Vorpommern nichts zu suchen!


Die Bestände dieser Tierarten seien generell als stark überhöht zu betrachten. Grundsätzlich sind diese Tiere darauf eingestellt, regelmäßig strenge Winter ohne Hilfe zu überstehen. Sie haben dies über Jahrtausende in der wesentlich nahrungsärmeren Natur- und frühen Kulturlandschaft geschafft. Der Winter, der bei uns selten genug kommt, stellt vielmehr auch ein natürliches Regulativ dar, das dazu beitragen kann, schwache Tiere zu selektieren und die Populationen in erträglichen Grenzen zu halten.

gerdd1
09.10.2011, 15:19
Solange das Motto: Wald vor Wild, Bestand hat, (und die Belange des Wildes in allen Bereichen eine untergeordnete Rolle spielt) kann man sich nicht auf die natürlichen Regularien der Natur berufen. Der Mensch vermarktet mittlerweile jeden Quadratmeter Natur und bewirtschaftet was nur geht. Das Wild hat kaum noch Möglichkeiten sich zurück zu ziehen, Ruhe zu haben. Selbst in Naturschutzgebieten ziehen Horden von Naturliebhabern lärmend durch die Regionen.

Das Wild wird immer weiter zurückgedrängt, natürlicher Wald- und Wiesenwuchs wird immer seltener und überall wird regulierend eingegriffen oder touristisch erschlossen.

Fütterungen und Kirrungen sind auch deshalb ein notwendiges Muss, weil das Wild sonst Gegenstand eines Interessenkonfliktes wird, wenn es in Felder, Schonungen und dergleichen eindringt, weil es in seinem Umfeld nichts mehr findet - wer da wohl den Kürzeren zieht?

Lorenz
09.10.2011, 17:39
Ich kann Gerdd nur beipflichten

Zum so genannten Ökologischen Jagdverband -> dieses ist m.E. mehr eine Interessenvertretung der Waldbesitzer ( Motto: Wald vor Wild) - wenn es nach denen geht, würden Rehe und Hirsche komplett ausgelöscht.

Wir leben nun mal in einer Kulturlandschaft und dieses führt dazu das der Mensch und in diesem Fall die Jägerschaft eingreifen muß, um einen vernünftigen Bestand zu sichern - hierzu gehören auch Winterfütterungen in Notzeiten. Alle Versuche und Experimente die Jagd und zugehörige Hege komplett einzustellen wurden wieder eingestampft, da danach komplette Tierarten ausgerottet waren.

Papa Bär
09.10.2011, 18:05
@Gerdd1; @Lorenz
Ihr habt völlig recht, und ich möchte auch nicht anders verstanden werden.

Aber nochmal: wenn die Frage ums nackte Überleben geht - wie sehr interessiert euch das dann noch?

Es ging - wie auch weiter oben ausgeführt - darum in bestimmten Situationen darauf angewiesen zu sein sich in eine sichere Position zurück zu ziehen und dort abzuwarten bis sich die Situation geklärt hat.
Und für mich persönlich finde ich den Wald sicherer als das offene Feld oder die nächste Stadt (um die zu erreichen müßte ich übrigens auch wieder durch den Wald).

Razzor
09.10.2011, 18:18
Ich denke, es ist auf jeden Fall möglich bis zu zwei Wochen im tiefsten Winter im Wald zu überleben. (Zelt, dicker Schlafsack, Essen, 70L Rucksack) (Ohne Jagdwaffe).
Im Sommer könnten es auch länger werden, da ist auch das Nahrungsangebot im Wald (Pflanzen) höher.
Ich kenne einige Geschichten aus Weißrussland, wo sich über 1 Jahr lang Menschen vor den Deutschen versteckt haben. Sie haben aber unter anderem deswegen überlebt, weil sie die deutschen überfallen haben und Essen und Waffen geklaut haben.

SFGast
09.10.2011, 18:24
... Aber nochmal: wenn die Frage ums nackte Überleben geht - wie sehr interessiert euch das dann noch?
Genau das ist der Punkt: Es interessiert niemanden mehr. Weder auf den Jägersmann, dem Waldbesitzer, noch auf derren Statistiken und Hegeziele wird temporär wohl keine Rücksicht genommen werden, es sei denn, sie rücken in Armeestärke gegen einen vor. Was sich aber wiederum die Flüchtlinge nicht gefallen lassen werden. Mit anderen Worten: Es wird unschön. Streit um Nahrung wird immer unschön.
AND

Nikwalla
09.10.2011, 21:01
Hallo alle zusammen,
interessante Gedanken zum Leben im Wald.
Ich gebe noch eines zu Bedenken. Diese Strecken sind möglich, wenn der Jäger ab und zu schießt. Wird mehr erlegt, dann gibt es in der Folge deutlich weniger.

Wer schon mal bei ner Treibjagd dabei war, erinnert sich möglicherweise daran, dass in den Wochen nach der Treibjagd kaum Wild zu sichten ist.

Was also geschieht, wenn zig Leute im Wald hausen, Feuer machen und Lärm den ganzen Tag zu hören ist?

Für Erwachsene und fast Erwachsene ist auch bei Minustemperaturen ein Aufenthalt machbar, kann angenehm sein. Für Kleinkinder und die unter 12jährigen dagegen bedeutet dies erkranken und dann Lärm durch Geschrei.

Wer abgehärtet ist, dem macht es nichts aus mal bei Frost in nassen Klamotten vorm Feuerchen zu hocken - Kinder werden dabei nahezu sofort krank.
Mal so zum mitdrandenken... oder lasst ihr eure Zwerge am Straßenrand??? :nono:

Mit freundlichen Grüßen :rolleys:
Nikwalla

Bärtram
10.10.2011, 07:42
Hier mal was zum Thema Rucksack:

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,788939,00.html

User-ID-2086
10.10.2011, 13:56
Überleben im Wald....ich denke das dies ein Thema ist, das wenn ich es ganz stark vereinfachen darf unter das "Motto, die Spreu vom Weizen trennen" stellen würde. Vermutlich noch extremer als man sich heute trotz Training vorstellen kann, wenn man den psychischen Druck zum physichen addiert kommt schon eine Menge dabei raus. Heute kann man im Notfall immer noch zurück, es gibt die Möglichkeit nocheinmal neu zu probieren, auszutesten usw. wenn aber in einer Notsituation das Leben und das überleben davon abhängt ...ich weiss nicht, meine Grossmutter meinte immer:"Erwarte das schlimmst und bereite dich auf das Unmögliche vor".

Auch bei uns ist es nicht mehr einfach einen ruhigen Ort zu finden, ohne gross Menschen in der Nähe zu haben. Das Flachland ist überlaufen, die Berge sind zum Teil so extrem erschlossen das es fast unmöglich werden würde einen Platz im Wald zu finden der noch nicht allgemein beklannt ist. Von jagbaren Wild mal ganz zu schweigen. Als Übergang und Notrückzugsort? Könnte schwer werden, mit Gepäck und Notvorrat und gewissen anderen Dingen hätten wir zu Fuss etwa 3 Nächte, wenn alles glatt gehen würde. (Wir sind die Strecke bewusst Nachts gelaufen um ein realistischeres Bild zu bekommen)

Es ist keine leichte Entscheidung die einem da abverlangt werden würde....ich bin mir nicht sicher für was ich mich Entscheiden würde.

Nachdenkliche Grüsse Chani

Sasemua
22.11.2011, 10:42
hallo zusammen.

Nachdem ich ja meinen Vorstellungsthread vor einigen Tagen geschrieben habe, möchte ich mich nun gerne auch mal an einem Thema beteiligen.

Ich pers. bin der Meinung, dass man sich, wenn man dies auch wirklich will/muss sehr wohl im Wald "verstecken" und für längere Zeit nicht gefunden werden kann.

Dies bedingt natürlich den Willen der Person, auf alle Annehmlichkeiten zu verzichten was man sonst als Standard angesehen hat.
Als Beispiel möchte ich nur diese zwei Herren hier anmerken:

http://de.wikipedia.org/wiki/Yokoi_Shōichi

und

http://de.wikipedia.org/wiki/Nakamura_Teruo

Wir alle reden hier von "höchstens ein paar Wochen" ... die beiden aber haben es immerhin rund 28 Jahre in ihren Verstecken ausgehalten ;)

Klar, die Situation ist sicherlich nicht die selbe, ob man sich nun irgendwo im Dschungel auf einer Insel verstecken kann/muss, oder in unseren Breitengraden im Wald.
Aber ich denke, wenn es wirklich sein muss, wären auch hier einige Monate oder gar Jahre möglich.

Und wie Ritter Ullinger schon schrieb, haben längst nicht alle Europäer die selbe affinität zum Wald wie wir hier in der Schweiz, Deutschland oder Österreich.
Selbst hier bei uns sind es nur sehr wenige Leute, welche ihre Freizeit wirklich und freiwillig in Natur, sprich in einem "echten" Wald, verbringen wollen.
Die gehen lieber einfach in einem schön angelegten Park oder ans begrünte Flussufer um dort dem Einweggrill mal ordentlich einzuheizen und ein paar nette Stunden in "der Natur" zu verbringen.

Wer seine Umgebung (die nähere und auch die etwas weitere) wirklich kennt und sich darin auch aufzuhalten weiss, der hat meiner persönlichen Meinung nach auch gute Chancen, dort für einige Zeit unterzutauchen...

Wie gesagt, alles nur meine persönliche Meinung :rolleys:

Grüsse

Sasemua

Gnomkeller
17.12.2011, 08:47
Ich würde den Wald als Rückzugsort in Betracht ziehen, weil es in einer Kriegssituation in Europa einer der weniger gefährlichen Orte ist. Wenn ich bedenke, dass ein Krieg der die EU und die Schweiz betrifft (Ja genau, die Schweiz ist nicht in der EU^^) dann geht es um Ressourcen.

Ich werde mich in einem solchen Fall in die Nahe gelegenen Bergwälder zurückziehen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Stadt angegriffen wird ist größer als ein paar vereinzelte Menschen im Wald, und ich persönlich denke, wenn Europa in den Krieg geht, dann wird es ein 3. WK und da verlasse ich mich auf keine Regierung, daher Flucht in ein anderes Land ist für mich keine Option.


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