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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Messer mit Hohlgriff - Wiederaufstehung eines alten Designs ?



ID 940
25.02.2012, 15:52
Die letzte Diskussion um Hohlgriffe war m.W. hier (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/5935-Hb-1-01-Survival-Knife).

Cold Steel hat im Katalog von 2012 die "Plastik"-Variante Survival Edge (http://www.coldsteel.com/survivaledge.html) drin, Böker bietet vorauss. ab 05/2012 das Apparo (http://www.boker.de/fahrtenmesser/boeker-plus/outdoormesser/02BO001.html).

Beide Modelle stelle ich mal als Extreme für zwei Ausrichtungen exemplarisch zur Diskussion, die leichte, bunt-poppige Survival-Variante mit geringeren Stabilitätsansprüchen und die robuste Variante in Richtung Kampf-/Universalmesser.

Messer mit Hohlgriffen kommen als Sammlerstücke wohl seit den Rambo-Messern (http://www.rambo-knife.com/) nicht völlig aus der Mode, die Mitnahme von kleinen Utensilien verlagerte sich dann in Richtung Scheiden-Taschen, Bajonett-Varianten (Bsp. Glock Feldmesser), Griffschalen-Befüllung (Bsp. Becker-Sass (http://www.survival.com/sass.htm)) über Molle-kompatible Taschen (Bsp. FKMD Parang (http://www.fkmdknives.com/fast/k/en/eur/products/v/60)) bis in die Gegenwart mit integriertem Feuerstahl (Bsp. Mora Bushcraft (http://www.moraofsweden.se/explorers/bushcraft-survival-blackgrey?group=prod_prod_grp-s1%2F41)). Die Fa. Schrade fertigt diverse Survival-Messermodelle (englisches Review (http://www.bushcraftuk.com/forum/showthread.php?t=37754)), recht teure Exemplare wurden von Chris Reeve konstruiert (Bsp Modell Nkonka (http://www.equipped.com/pp/pic1114.htm)).

Der Idee zum Hohlgriff ist nach dem Buch "Bowie Messer. Ein amerikanischer Mythos" von Matthias Recktenwald (S. 120) älter als gedacht, zwischen 1890-1900 soll ein auktioniertes Bowie-Messer mit beachtlichen 32 cm Klingenlänge entstanden sein, dessen Griff auf einen Gehstock montierbar gewesen sei. Bereits im Karl-May-Roman "Der Schatz im Silbersee", erschienen 1887/88, werde ein altes Bowie-Messer mit Geldscheinen im hohlen Griff erwähnt. Hab´s nicht gelesen, vielleicht erinnert sich jemand von euch.

Meine Diskussionsanstösse:

Sind die Zeiten für Hohlgriff-Messer vorbei, weil ... der Trend zu kleineren, kürzeren Messern geht ?
Sind die Qualitätsansprüche zu hoch, was die Stabilität angeht (Werfen, Batooning etc.) ?
Sind Hohlgriffe einfach unpraktisch - zu unflexibel ?
Fehlt bis heute die zündende Idee - z.B. eines wechselbaren Griffes mit unterschiedlichen Befüllungen ?


Reizt irgendjemanden sich (wieder) einen Hohlgriff-Klassiker bzw. Neuauflage zu kaufen ?


Wenn ja, wie muss das Messer aussehen, was sind eure Kriterien ?
Was soll in einen Griff reinpassen (Medikamente, Durchhalte-Drogen, Foto der Liebsten, Geld, Datenträger, ...) ?


Ich sehe in den diversen Foren-Threads eine Vielzahl von Messertypen, jeder probiert, testet, trägt, sammelt, gibt es noch den Schnittpunkt des idealen S&P-Messers (falls es ihn je gab) und sollte man die Suche irgendwann beenden ?!

Kenne trotz nicht weniger Stücke kein Ideal-Messer ...
- dasjenige, das man dabei hat, muss reichen
- hat man richtig geplant > genügt es den akut erforderlichen Ansprüchen (scharf, stabil, haltbar)
- die kleine, extra mitgeführte Schneideklinge erspart das häufige Schärfen des größeren Arbeitsmessers
- die Stahlqualität ist fast nebensächlich, die Pflege und Schärfbarkeit zählt in Praxis mehr
- man sollte sich beim Benutzen nicht selbst gefährden (Öffnen/Ziehen aus Scheide, Griff, Klingenform, passende Handlänge, Gewicht)

Reicht zum ziehenden Schneiden nicht ein x-beliebiges 10-Euro-Messer ? :rolleys:

Realist.
25.02.2012, 16:30
Meiner Meinung nach ist das Mora Clipper das ultimative S&P Messer.
Ich kann Essen zubereiten, Fisch ausnehmen,"woodcraften", "batoning" und es kostet 12 Euro.

Ich würde mir nie ein Hohlgriffmesser zulegen, wieso soll man Ausrüstung ausgerechnet im Messer unterbringen müssen?:0
Außerdem liegen mir Rundgriffe so schlecht in der Hand, das wird richtig unangenehm auf Dauer.
Das Risiko, das mir das Ding beim Gebrauch abbricht, bewerte ich als hoch.
Ich glaube, dass wir Messertypentechnisch schon den Zenit überschritten haben. Die Trappermesser des 18ten Jahrhunderts waren schon ausgereift.

Das Design ist meiner Meinung nach überflüssig, für Ausrüstung hat man Taschen.
mfg Sam

Camo
25.02.2012, 16:59
Ich habe ein Jungle King 2, welches ich eigentlich ganz anständig finde.
Natürlich ist es kein Bravo 1 und die Säge ist mehr Deko, aber als Messer
eindeutig zu gebrauchen. Den Hohlgriff habe ich lediglich nach dem Erwerb
einmal kurz geöffnet um zu schauen was da so drin steckt!

Was auch immer an Ausrüstung in den kleinen Hohlgriff passt,
sollte man besser in größer und/oder stabiler dabei haben!
Im Regelfall hat man ja auch alles schon in irgendeiner Form daheim
rumliegen und braucht das Zeug aus dem Griff nicht mal.
Sicher kann man den Hohlgriff auch individuell bestücken oder für
andere Sachen die man irgendwie wichtig findet nutzen.

Was mich angeht ich würde mir noch einmal ein Hohlgriff Messer kaufen,
wenn es mir gefällt oder irgendwie anders zu sagt, brauchen tue ich es
aber absolut nicht.

Meiner Meinung nach wird nicht der Hohlgriff über ein Messer entscheiden
sondern die Qualität!

MfG Camo

Fairlane
25.02.2012, 17:15
Die Idee eines Hohlgriff-Messers ist ja ganz nett, allerdings wird die Verbindung zwischen Griff und Messerklinge immer der Schwachpunkt sein. Das ist wie das ewige "Genörgle" der Messer-Freunde, dass ein Folder Klingenspiel hat - also nimmt man ein Feststehendes Messer und dann gibt es diese Diskussion nicht mehr :-)

Das was sich im Hohlgriff unterbringen lässt, ist auch anderweitig als kleiner Survival- oder Notfallpack realisierbar und wesentlich vielseitiger gestaltbar. Oftmals ist es eher ein Placebo, was im Hohlgriff so mancher Survival-Messer untergebracht ist; selbst bei hochpreisigen Modellen vergangener Jahrzehnte, wie den AITOR JungleKing I & II .

Ein paar Messer, die meiner Meinung nach zum Thema Survival passen, belastbar sind, aber dennoch nicht zu gross und schwer: RAT5 (Ontario Knife, bzw. vom Hersteller ESEE), ColdSteel SRK, Fällknifen S1.

Gruss, Fairlane

Papa Bär
25.02.2012, 17:48
Ich steh auf mein Survivalmesser. Zwar kann mir keiner sagen, welches Messer das ist, aber es ist mein Lieblingsmesser.
Die Klinge ist absolut fest, lockert sich auch nicht, wenn man es als Haumesser benutzt. Im hohlen Griff habe ich Wasserentkeimungsmittel und wasserfeste Sturmstreichhölzer.
Ich gehe davon aus, dass ich durchaus in einer Situation landen könnte, in der ich nicht mehr auf die Ausrüstung in meinem Gepäck zugreifen kann, aber ohne Hose werde ich wohl kaum dastehen. Und da das Messer am Gürtel fest ist...
7653

Realist.
25.02.2012, 18:10
Das könnte eine Kopie / zivile Version des amerikanischen M9 Bajonetts sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bayonet-Knife_M9
mfg Sam

Papa Bär
25.02.2012, 18:30
Hallo Sam,
So weit waren wir in einem anderen Thread schon, aber trotzdem vielen Dank. Vermutlich handelt es sich um ein älteres Aitor-Modell oder um einen Eigenbau mit Aitor-Griff und angepasster M9-Klinge. Auf jeden Fall sitzt die Klinge aufgrund der Klingenaufnahme sehr fest und der Hohlgriff bietet Platz fur das Notwendigste.
Ich werde noch Sehne für eine Angel oder einen Bogen hinzufügen sowie Draht zum Fallenstellen. Den Griff umwickle ich gerade sehr fest und eng mit 3mm Paracord, so dass ich dann auch immer ein paar Meter Schnur dabei habe.
Auch kann das Messer als Klinge für einen Spiess dienen...
Also insgesamt sehr vielfältig und nützlich.

LG
Papa Bär

ID 2187
25.02.2012, 21:47
Hallo
Nur zur Richtigstellung.
Die M9 Klingenform / Messerform ist ein Nachahmung oder eine eigen Entwicklung (nette Umschreibung von Copy) schon bekannter Messer.
Den Ursprung dieser Form gibt es schon weit länger als es das M9 gibt. Auch Aitor hat die Klingenform von Eickhorn übernommen und Eickhorn hat diese Klingenform mit Drahtschere schon in den 60er Jahren Gefertigt.

Aitor hat eine sehr gute Stabile Varianten der Verbindung zwischen Klinke und Hohlgriff entwickelt.

Im Militärischen Bereich gibt es sehr wenige Messer mit Hohlgriff .
Das Polnische Fallschirmjäger Kampfmesser und das KM87 der NVA sind mir bekannt. Mir ist nur das KM87 mit klein teile im Griff bekannt.

Die Hohlgriffmesser sind eigentlich durch den ersten "Rambo" Film in Mode gekommen.

Es gibt unzählige Aitor Zivilmesser dieser Art und sogar schon nachbauten dieser aus China.
Also Vorsicht beim Kauf wenn die Klinge ohne Hersteller Zeichen ist.

Für mich ist der Hohlgriff nicht für Utensilien sondern damit ich aus dem Messer eine Sperr machen kann.
Kann aber auch hilfreich sein wenn man da ein paar sachen als letzte Reserve reinmacht.

Gruß Brumbaer

Ziu
26.02.2012, 07:32
Hallo ,
Für meinen Teil würde ich ein Messer mit durchgehendem Erl (Angel) bevorzugen .Ein Messer mit Hohlgriff ist logischerweise immer noch besser als gar kein Messer.Gerade die bekannten Aitor Messer(JungleKing) waren (oder sind?) relativ robust verarbeitet -allerdings wenn ich die Wahl habe -lieber eines ,welches bauartbedingt etwas mehr ab kann.Zumal wenn wir von einer Survival-Situation ausgehen, ist diese ja meist auf die Zeit limitiert, bis wir in die Zivilisation zurückkommen .Was wiederum bedeutet -je nach Lage und Gebiet ist es ungewiss.Daher würde ich immer zu einem feststehenden Messer ohne Hohlgriff tendieren denn das Wenige was sich darin unterbringen lässt passt auch locker in eine augesetzte Tasche an der Scheide.

Nur meine Meinung und Erfahrung dazu

Gruß Dominik

Papa Bär
26.02.2012, 07:52
Ganz sicher ist ein Messer mit durchgehende Angel stabiler. Die Frage ist dabei, wieviel Stabilität braucht man? Ausgehend von einem Messer wie einem Aitor - bei dem die Klinge ca. 3 cm im Griff steckt - würde eine Kraft, die ausreicht die Klinge aus dem Heft zu brechen, auch ausreichen um ein Messer mit feststehender Klinge in einer vergleichbaren Länge zu verbiegen.
Gegenstände, die im Hohlgriff aufbewahrt werden, können halt nicht verloren gehen. Eine auf die Scheide aufgesetzte Tasche kann immer mal abreissen. Und als absolut letztes Backup ist mir die Möglichkeit Feuer zu machen, Wasser zu entkeimen und Werkzeuge zur Nahrungsbeschaffung anzufertigen - und das alles ohne grossen Aufwand - sehr wichtig.

Der einzige Nachteil meines Messers besteht darin, dass es in Deutschland nicht mehr geführt werden darf. Allerdings könnte ich zu versuchen, den Ordnungskräften mein Survivaltraining als Brauchtumspflege zu verkaufen...

Ziu
26.02.2012, 08:42
@Papa Bär
Wichtig ist ,das es für dein System passt!:rolleys:
DAS ideale (Survival)-Messer gibt es meiner Ansicht nach eh nicht.Es ist eben eine sehr individuelle Sache ,was einem mehr liegt und worauf man mehr Wert legt.

Brauchtumspflege....:rolleys::Gut:

Papa Bär
26.02.2012, 08:55
@Ziu
Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu.
DAS ideale Messer gibt es nicht.
Es gibt höchstens das für jemanden ideale Messer

Buddelbär
26.02.2012, 10:16
Vom Überlebensmesser war ich schon mit zwölf kuriert da der Griff einfach abbricht, andererseits war das so ein Jahrmarktteil...

Heute bin ich weiser...

Es gibt durchaus Messer deren Klinge nur wenige cm in den Griff hineingeht und es gibt keinerlei Klagen.
Andererseits kann man mit einem Steckerl nahezu die selbe Stabilität erreichen wie mit einem Flacherl, also wäre es keinesfalls eine schlechte Idee den Mittelteil des Flacherls zu entfernen und eine Hohlraum zu erzeugen.
Für einen Mischmetallstab auf jeden Fall genug Platz und etwas Zahnseide passt bestimmt auch noch rein...
An einer ordentlichen Scheide kann man dann noch nen kleinen Schleifstein oder anderes anbringen ohne Angst vor Verlust zu haben, natürlich muss man ordentlich (selber) arbeiten und nicht irgend ein geklebtes Chinateil benutzen.

Macht mal etwas Brainstorming was man brauchen könnte :lachen:

Kartoffelknilch
26.02.2012, 11:58
Also Messer is ja genau mein Thema... :lächeln:

Das die Jahrmarktsteile (Survivalmesser) von Mittags bis 12 halten, is ja irgendwie klar... Es gibt allerdings halt die Alternative sich entweder ein richtig gutes zu holen, wie in diversen Posts überhalb diesem hier schon angeführt, oder als billige Alternative ein Coldsteel Bushman und ein wenig Arbeit hinein stecken...
(Schaut bei Youtube, da gibt es genug inspirative Vids zu dem Teil :lächeln:)

Wobei ich da gleich sagen muss: Mir persönlich ist das Bushman einfach zu leicht. Für eine so lange Klinge ist sie mir auch zu dünn, man bekommt irgendwie kein richtiges "Haugewicht" in die Hand...


Das man die EierlegendeWollMilchSau noch nicht er/gefunden hat, sollte einen aber nicht abschrecken, sich evtl selber mal Gedanken darüber zu machen. :lächeln:

Aber nun komme ich mal zu den anstößigen Dingen... :lächeln:


1.Sind die Zeiten für Hohlgriff-Messer vorbei, weil ... der Trend zu kleineren, kürzeren Messern geht?

Naja, als "Trend" würde ich die Einschränkung des Tragens von Waffen nicht benennen... Man ist vom Gesetzgeber einfach dazu verdonnert (inD-land) max. 12cm Klingenlänge zu benutzen...
Ich persönlich habe durchaus Messer die jenseits der 12cm sind (Macheten z.B.) und "Führe" die auch in der "Öffentlichkeit". Um das mal auseinander zu klamüsern: Ich führe die "Dickenteile" im Wald in der "Öffentlichkeit" spazieren :) Irgendwelche Kommentare von wegen "Sind doch nur 12cm erlaubt" kann man einfach damit abtun, das es ein WERKZEUG ist!



2.Sind die Qualitätsansprüche zu hoch, was die Stabilität angeht (Werfen, Batooning etc.)?

Als Qualitätsanspruch würde ich gelten lassen: es funktioniert und fällt nicht nach 2 mal benutzen auseinander oder die Klinge lockert sich.
Die Werkstofftechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten derart verbessert... Alleine was Sinterstahl angeht, damit sind völlig neue Werkstoffeigenschaften möglich, an die vorher nicht mal zu denken war!
Das alle Messerentwicklungen schon gemacht wurden, halte ich für ein Gerücht. Ebenso, das alle Stahleigenschaften schon entdeckt wurden.

Einen Spruch kann ich mir beim besten Willen nicht verkneifen... Wir beim Modern Arnis sagen immer:"Ein Stock oder ein Messer ist dein bester Freund und deinen besten Freund würdest du doch auch nicht wegwerfen!" soviel also zum Thema Messerwerfen :lächeln:


3.Sind Hohlgriffe einfach unpraktisch - zu unflexibel?

Als unpraktisch und unflexibel würde ich sie nicht bezeichnen... evtl einfach nicht nach Jedermanns Geschmack.
Die meisten kommen halt in diesem "Rambo"-Look&Feel daher, da hätte ich auch keinen Bock mit rum zu laufen, da sind bescheuerte Kommentare zu 100% garantiert.
Logischerweise brauche ich auch einen passenden Griff für mein Messer. Wenn das ein Hohlgriff sein kann, dann ist das mehr als nur OK, da ich da was reinstopfen kann, was im Normalfall sogar trocken bleibt.
Und natl. wie schon mehrfach benannt: im Messer heißt meist auch : Am Mann/Frau! (wer sein Messer im Camp lässt, verdient es auch vom Hirsch gefressen zu werden!:crazy:)
Ich denke mal das die Menschen, die über das Gewicht eines Messers(!) meckern, einfach noch keine guten und durchdachten Scheiden gehabt haben. :lächeln:



4.Fehlt bis heute die zündende Idee - z.B. eines wechselbaren Griffes mit unterschiedlichen Befüllungen ?

Also eine zündende Idee wäre schon mal, einfach mal eines von den Teilen ohne Tarnfarbe, Megaübelsägezahnung und NinjaCommandoRambo-look, das wäre schon mal was.

Wechselbare Griffe halte ich für zwiespaltig. Einerseits isses sicher gut und praktisch evtl 2-3 Grifftypen auf Lager zu haben, andererseits, wenn man die Teile im Gelände wechseln will, wie soll das funktionieren?
Damit so ein Griff richtig hält, sollte der gut verschraubt sein und ich werde ein Werkzeug brauchen den dann zu wechseln. Ich werde aber wohl nicht 3 verschiedene Griffe + Werkzeuge + alles andere in der Butnik mit mir herum schleppen...

Das ist also meine 2ct Senfportion :lächeln:

theBrain
22.03.2012, 09:46
Dann hol ich auch mal zu einem Schwank aus...

Wie die meisten hier, war auch ich mal jung und dumm und dachte 'wenn Rambo so ein Messer hat, muss das doch eigentlich das Optimum sein'.
Ein paar Jahre später sieht das dann doch etwas anders aus, und die Erkenntnis, dass weniger manchmal mehr ist, hat sich durchgesetzt. Auch die Sache mit dem hohlen Griff sehe ich mittlerweile etwas differenzierter: Es gibt etliche sehr schlechte Beispiele dafür am Markt, aber auch z.B. mit Aitor und speziell Chris Reeve (seine Messer sind aus einem einzigen Stück Stahl gefertigt) einige, bei denen man davon ausgehen können sollte, dass sie tatsächlich funktionieren.

Wenn ich aber mein Messer für die Insel aus meinem bescheidenen Fundus wählen müsste, dann wäre das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mora oder etwas von ähnlicher Machart. Also 10 - 12cm Klingenlänge, robust aber nicht überdimensioniert (mit 6mm Klingenstärke schneidet es sich einfach wesentlich schlechter als mit 2,5mm), gute Handlage, No-Nonsense- Design.

Auf der anderen Seite hat ein Freund von mir eine zweiwöchige Durchschlage- und Überlebensübung nur mit einem Benchmade Griptilian durchgehalten. Soviel also dazu, dass es ein feststehendes Messer sein muss.

Mein Fazit dazu ist, dass ein Überlebensmesser nicht zu klein sein sollte, um auch für robustere Aufgaben zu taugen (Unterkunft bauen, Feuerholz herrichten,...) aber auch nicht zu groß sein sollte. So kann ich mir nicht vorstellen, dass sich mit einem Rambo- Messer eine Forelle wirklich gut herrichten lässt. Ausserdem wecken kleinere Messer weniger leicht Argwohn bei Leuten, denen man evtl. begegnet.

Davon, ein Messer als Speerspitze zu verwenden halte ich wenig bis garnichts. Die Wahrscheinlichkeit, sein (nach dem Überlebenswillen und dem Know-How) wichtigstes Werkzeug dabei nachhaltig zu beschädigen ist mir da einfach zu groß. Da verlasse ich mich lieber entweder auf eine geschnitzte, feuergehärtete Spitze, oder setze eine Spitze aus Knochen, Stein oder Holz in den Schaft ein.
Dazu passt ein Satz aus der Signature eines Mitglieds des Messerforums: 'Ein Messer ist ein Werkzeug; Wenn ich eine Waffe brauche, nehme ich mein Messer und schnitze mir einen Knüppel.'

wiki
22.03.2012, 11:33
Von Hohlgriff Messer halte ich auf Grund der Stabilität im Griff eher wenig, abgesehen davon sind die Dinger meißt schwer - teuer und unhandlich im Vergleich zu einem Moramesser.

Was aber eine scheints gute Lösung ist, wäre das neue Light my fire:
http://www.relags.de/?show=shop&artikel=177401

Und der Preis von rund 30.- ist vertretbar.
Ich bestell mir mal eines um zu sehen wie praktisch das Ding ist.

theBrain
22.03.2012, 12:13
Wiki, da war ich schneller. Ich habe vor ca. 1 Woche eines in quietschgrün bekommen, Review folgt, sobald ein Freund mit Kamera mal wieder mit ins Grüne kommen will.

Der erste Eindruck ist durchaus gut, die Klinge aus 12C27 ist von Mora und etwas schlanker als die vom Clipper (damit auch weniger bauchig), aber vergleichbar lang, und dass die Light-my-Fire- Stähle feunktionieren sollte hinlänglich bekannt sein. Als Budgetalternative zum Bushcraft Survival definitiv geeignet, einzig zum Schleifen muss man sich eine Alternative suchen.

wiki
22.03.2012, 12:34
Und, wie gut hält der heiße Schwede im Griff?
Fällt das Ding gleich von selbst raus oder ist das langlebig gelöst?

theBrain
22.03.2012, 12:41
Der rastet mit einer Art Bajonettverschluss ein. Wenn der Griff vom Messer oder vom heißen Schweden nicht massiv beschädigt ist, fällt der nicht raus.

ID 940
22.03.2012, 21:47
Wenn ich aber mein Messer für die Insel aus meinem bescheidenen Fundus wählen müsste, dann wäre das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mora oder etwas von ähnlicher Machart. Also 10 - 12cm Klingenlänge, robust aber nicht überdimensioniert (mit 6mm Klingenstärke schneidet es sich einfach wesentlich schlechter als mit 2,5mm), gute Handlage, No-Nonsense- Design.

Auf der anderen Seite hat ein Freund von mir eine zweiwöchige Durchschlage- und Überlebensübung nur mit einem Benchmade Griptilian durchgehalten. Soviel also dazu, dass es ein feststehendes Messer sein muss.

Mein Fazit dazu ist, dass ein Überlebensmesser nicht zu klein sein sollte, um auch für robustere Aufgaben zu taugen (Unterkunft bauen, Feuerholz herrichten,...) aber auch nicht zu groß sein sollte. So kann ich mir nicht vorstellen, dass sich mit einem Rambo- Messer eine Forelle wirklich gut herrichten lässt. Ausserdem wecken kleinere Messer weniger leicht Argwohn bei Leuten, denen man evtl. begegnet.

Da würde ich gerne differenzieren:

bewusste Wahlmöglichkeit für "die Insel", d.h. Zeit und Vorbereitung > Allzweck-Messer
Zurechtkommen mit dem Vorhandenen > wahrscheinlich Obergrenze Gewicht/Tragbarkeit
Größenwahl für eingegrenzte Anwendung vs. legales Führen


Weil entweder es kann vorab die Situation vorauskalkuliert werden (Urlaub/Kurs, jedoch kaum bei echten Krisensituationen) oder es werden aufgrund Marschgepäck Gewicht bzw. Volumen jedes Gegenstandes festgesetzt. Um bpsw. bestimmte Ausrüstungen zu testen, wie ein Messer.

Das besagte überdimensionierte Langmesser kann ich mir beim Angeln sehr gut vorstellen, es dauert einfach länger und geht schlechter von der Hand. Aber es geht. Das (zu) kurze/leichte bzw. Klappmesser beim Lagerbau hingegen ... das geht irgendwie, doch wie im ersteren Fall unter höherem Zeitaufwand, ggf. Verletzungsrisiko, ein gestauchter, geschnittener Finger beschleunigt keinesfalls die notwendigen Arbeiten.


Davon, ein Messer als Speerspitze zu verwenden halte ich wenig bis garnichts. Die Wahrscheinlichkeit, sein (nach dem Überlebenswillen und dem Know-How) wichtigstes Werkzeug dabei nachhaltig zu beschädigen ist mir da einfach zu groß.

Ein Cold Steel Bushman (http://www.coldsteel.com/bushmanseries.html) bietet einen Hohlgriff für Speerbauten, bin nach einigen Videos geneigt zu sagen, ich würde einen Kauf tätigen um mich von der Qualität zu überzeugen. Mit Fahrradschlauch und Gummi- bzw. Korkpropfen verschlossen sind kleine Dinge im Griff unterzubringen. Ich halte das Bushman aufgrund des Preises und der Dimensionen für einen guten Kandidaten als Allzweck-Messer, wer Besitzer ist, kann gerne über seine Erfahrungen berichten.

Sich eine Distanz-Waffe zu schaffen, geht ohne aufgesetzte Klinge, den genauen Verwendungszweck eines Speeres zu klären, wäre geboten.


'Ein Messer ist ein Werkzeug; Wenn ich eine Waffe brauche, nehme ich mein Messer und schnitze mir einen Knüppel.'

Messer unter Sammlerzwecken, unter Aspekten des vernünftigen Gebrauchs bzw. unter Zugriff auf geeigneteres Werkzeug zu bewerten ist ein Luxus, den jemand auf der Flucht so nicht mehr hat. So sehr ich den Ansatz im Messer-Forum verstehe, zu 100% passende Kaufberatungen zu diskutieren, manchmal habe ich den Eindruck, jeder Millimeter bis zu Farbschattierungen entscheiden über Wohl oder Wehe, lese gerne Reviews dort, weil gute Fotos mit Detailaufnahmen präsentiert werden.

Im S&P-Einsatz zählen m.E. breite Kriterien als ein enges Budget, bestimmte Klingenlängen, Klingenformen oder Materialeingrenzungen. Das kann zwar relevant werden, doch wie haben es die Steinzeitmenschen nur geschafft ohne alle diese "Features" zu überleben ? O.k. sie mussten sich nicht aus Autos oder in Keller/Häuser heraus- und hineinarbeiten, die Bedingungen in den meisten Krisenszenarien sind trotzdem selten so streng hinsichtlich Messer-Qualitäten und -Kriterien, dass im Budget von unter 100 Euro alles zu finden ist, was dem Einzelnen gefallen und in 95 Prozent der Fälle nützlich sein dürfte.

Den besagten Knüppel zu schnitzen - das wäre mit einem großen Messer leichter und schneller getan. Was die Reaktionszeit - besonders einer Gruppe die auszustatten ist - deutlich verkürzt, ähnlich dem Lageraufbau, Holzvorrat bei x Personen statt einer.

******************

Betrachtet man die Messerwahl unter engeren Kriterien der universellen Verwendbarkeit aller denkbaren Einsatzzwecke sehe ich die breiten, dicken und langen Klingen im Vorteil. Schwanke oft bei Kurzausflügen, was nehme ich mit, kurzes Beil oder Klappsäge, ein Hackmesser für die schnelle kurze Tour trage ich manchmal, aber ich will bei kurzer Rast keinen Lärm machen, nehme Rücksicht auf Zivilisation und Waffengesetz (verdecktes bis verschlossenes Tragen). Beil und Säge sind überhaupt kein Problem, im Gegenteil, sicherer am Gürtel zu tragen als ein überlanges Messer. Mir genügt i.d.R. unter zivilen Bedingungen ein (schwachbrüstiges) Klappmesser bzw. SAK.

Bin am überlegen, mir die C64-Klinge in Pilotenmesser-Form (http://weber-messer.eu/shop/product_info.php?info=p286_Pilotenmesserklinge-4050.html) (erhältlich auch als Komplettangebot (http://weber-messer.eu/shop/product_info.php?info=p1094_HIRSCHKRONE-Pilotenmesser-4050.html), ein älterer Testbericht (http://www.messerforum.net/showthread.php?82232-Hirschkrone-Pilotenmesser-Kohlenstoffstahl)) zu holen, um daraus ein neues Arbeitsmesser zu machen, das den o.g. universellen Ansprüchen genügt, aber günstig genug, um keine Rücksicht nehmen zu müssen, erst im langwährenden Umgang fasse ich Vertrauen und wähle ein Messer ins Fluchtgepäck.

Back to topic
Die Resonanz zeigt eher gesundes Mißtrauen am Hohlgriff-Design. Falls sich der eine oder andere im Laufe der Zeit für eine der unter #1 (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/26187-Messer-mit-Hohlgriff-Wiederaufstehung-eines-alten-Designs?p=94809&viewfull=1#post94809) genannten Neuerscheinungen mit Hohlgriff entscheidet, wäre ein kurzes Feedback mit Fotos und Bewertung toll. Danke.

theBrain
22.03.2012, 22:24
Sowohl das SurvivalEdge als auch das Apparo steht auf meiner Wunschliste, keine Angst :rolleys:


Ich hoffe, du lässt uns am Entstehungsprozess deines neuen Messers teilhaben!

wiki
22.03.2012, 23:10
Davon, ein Messer als Speerspitze zu verwenden halte ich wenig bis garnichts. Die Wahrscheinlichkeit, sein (nach dem Überlebenswillen und dem Know-How) wichtigstes Werkzeug dabei nachhaltig zu beschädigen ist mir da einfach zu groß...

Ich seh das genauso.
Warum soll ich mein einziges Werkzeug an einen Stock binden, den in eine Sau oder einen Hirschen reinstecken und dann zusehen wie mein Messer auf nimmer wiedersehen im Busch verschwindet? -> Da bau ich mir doch lieber vorher einen Bogen und Pfeile.
Warum soll ich mein einziges Werkzeug an einen Stock binden, denn unzälige male auf eine Forelle werfen und jedesmal mit der Spitze tief zwischen die Steine am Flußgrund bohren? -> Da bau ich mir doch lieber mehrere Fischreusen, somit wird die Wahrscheinlichkeit zum erfolgreichen Fang ungleich größer und ich kann nebenbei noch pflanzliche Nahrung suchen.

Ok, es mag Situationen geben in denen das Binden an einen Stock von Vorteil ist, zb: ein Bär grieft mich an.
In diesem Fall vermute ich aber, daß ich mir derart in die Hosen pfeffere, daß der Bähr aus geruchstechnischen Gründen abhaut...

Jeder muß für sich selber entscheiden, seinen Anforderungen und der zu erwartenden Proplematik entsprechend.
Für mich gilt:
Die Wahrscheinlichkeit daß mich hier in der Nähe von Graz ein Bär angreift ist um ein vielfaches kleiner als die Wahrscheinlichkeit daß ich mir eine Notunterkunft und Fallen bauen mus.
Hierfür sind kleinere sehr scharfe Messer von Vorteil.

Die Grenze zwischen Groß und Klein sehe ich so um die 12cm Klingenlänge.

Kartoffelknilch
30.03.2012, 22:16
Ich habe das Bushman von Coldsteel und kann dazu einiges sagen.

Das Messer ist in einem Stück gearbeitet. also der Hohlgriff ist ein integraler Bestandteil des Messers, ohne Schrauben oder Klemmen befestigt. Das Messer wurde aus einem Stück SK5 Stahl gefertigt und zwar in Art und Weise, wie man Speerspitzen schmiedet. Sprich, der Griff ist wie ein zu breites Blatt gewesen, welches man dann aufgerollt hat und dann verschweißt wurde. Am Griffanfang ist ein ca 1cm messendes Loch und am Griffende ein ca 3cm Loch, der Griff ist also konisch zulaufend. Am Griffende ist seitlich auch eine kleine Bohrung gesetzt, ca 2cm vom Rand, wo man z.B. einen Bolzen in den Schaft eines Holzes drücken könnte, um eine Arretierung der "Speerspitze" zu gewährleisten. Soll heissen: hau nen Nagel da rein und die Spitze hält!

Zum gebrauch des Messers kann ich natl. auch was sagen :lächeln:
positiv:
Da es einen rein runden Griff hat, liegt es in jeder Griffweise gut in der Hand und es lässt sich gut und lange damit arbeiten. Die Klinge hat einen leichten Hohlschliff, was einerseits dafür sorgt, das man eine höllisch scharfe Schneide schleifen kann, andererseits die Schneide dadurch theoretisch weniger stabil ist, was bei einem "Bushman" ja irgendwie sinnfrei erscheint.
Der SK 5 Stahl ist ein Kohlenstoffstahl mit ca. 0,8% C-Gehalt und wurde zu einem Federstahl gehärtet und angelassen, abbrechen der Klinge ist also so gut wie unmöglich. Desweiteren ist der SK 5 ein sehr feinkörniger Stahl und man kann das Teil echt höllisch scharf schleifen!
negativ:
Die Klinge ist mir einfach zu dünn! Mit gerade einmal 2,5mm auf dem Klingenrücken hat man einerseits ein langes Teil in der Hand, was aber nichts wiegt und das merkt man, wenn man das Messer mal als Machete einsetzen will, es fehlt einfach an Masse!
Auch das "batoning", also das spalten von Holz mit der Klinge + Schlagstock gestaltet sich etwas schwieriger, da die Klinge keinerlei Keilwirkung hat... einfach zu schlank.
Das Messer ist aus einem Stück gefertigt, sprich, der Griff ist auch aus SK 5 Stahl und wenn das Wetter mal kalt ist, ist auch der Griff eiskalt. Da muss man also noch ein wenig nachbessern und den Griff umwickeln.

Was das Thema Speerspitze angeht: wenn der Hohlgriff so gearbeitet ist wie beim Bushman, dann kann man den Speer durchaus als verwendbar ansehen, wenn man die Spitze mit einem Nagel arretiert auf dem Schaft, eher unwahrscheinlich, das ein potentielles Jagdopfer dann mit der Spitze auf und davon läuft.
Zum Fischen, würde ich eh einen reinen Holzspeer nehmen, ca 10cm tief an der Spitze kreuzweise spalten, die so entstandenen Spitzen mit ein paar kleinen Holzstückchen auseinander drücken (einfach ein kleines Kreuz machen) und dann richtig anspitzen. damit erhält man quasi 4 Spitzen und die Gefahr, das ein Fisch dann noch entkommt, verringert sich deutlich.

ID 940
31.03.2012, 10:17
negativ:
Die Klinge ist mir einfach zu dünn! Mit gerade einmal 2,5mm auf dem Klingenrücken hat man einerseits ein langes Teil in der Hand, was aber nichts wiegt und das merkt man, wenn man das Messer mal als Machete einsetzen will, es fehlt einfach an Masse!
Auch das "batoning", also das spalten von Holz mit der Klinge + Schlagstock gestaltet sich etwas schwieriger, da die Klinge keinerlei Keilwirkung hat... einfach zu schlank.


Für meine Begriffe wäre die Abwertung wg. geringer Klingenstärke nicht so negativ, im Gegenteil, eher die Relation zu großer Klingenlänge bei zu geringer Stärke sehe ich als problematisch, falls aber der Stahl so flexibel ist wie ich (auch hier) gelesen habe, wäre es das was ich suche. Mal sehen was der Osterhase bringt. :lächeln:

Tony
20.06.2012, 23:49
Sämtliche Hohlgriffe sind bekanntlich rund und damit unter Wasser oder in absoluter Dunkelheit insofern nur begrenzt tauglich, da ohne Sicht die Position der Schärfe nicht leicht feststellbar ist, so kann aus dem geplanten messerhieb irrtümlich ein heftiger aber untauglicher Klaps wird. Nunkönnte man argumentieren, ja aber der inhalt des Griffes. 'Sorry aber diese Spielzeuginterna gehört vllt. in die Hosentasche, ein Messer kann man verlieren, die eigene Hose eher weniger.

ID 940
22.06.2012, 09:14
Sämtliche Hohlgriffe sind bekanntlich rund und damit unter Wasser oder in absoluter Dunkelheit insofern nur begrenzt tauglich, da ohne Sicht die Position der Schärfe nicht leicht feststellbar ist, so kann aus dem geplanten messerhieb irrtümlich ein heftiger aber untauglicher Klaps wird.

Zu unter Wasser kann ich nichts beitragen.

In Dunkelheit schafft m.M. eine Kerbe am Daumen die hilfebringende Orientierung. I.d.R. steckt ein Messer in einer Scheide, die "Position" ist demnach anhand der Steckrichtung in der Scheide abzulesen, und zwar blind und ohne Licht.

Darin sehe ich folglich keine konstruktiven Nachteil des Hohlgriffes. Andere Nachteile schon, die in der Beschaffenheit des Griffes liegen könnten,
- zu glatt,
- unpassend für die individuelle Handform
- ungeeignet für den Verwendungszweck, falls das Messer geklemmt in der Hand ziehend in Richtung Körper bewegt wird u.ä.

Dann mag ein flacher Griff einfach funktionaler sein.

Ulfhednar
22.06.2012, 12:57
Sämtliche Hohlgriffe sind bekanntlich rund und damit unter Wasser oder in absoluter Dunkelheit insofern nur begrenzt tauglich, da ohne Sicht die Position der Schärfe nicht leicht feststellbar ist, so kann aus dem geplanten messerhieb irrtümlich ein heftiger aber untauglicher Klaps wird. Nunkönnte man argumentieren, ja aber der inhalt des Griffes. 'Sorry aber diese Spielzeuginterna gehört vllt. in die Hosentasche, ein Messer kann man verlieren, die eigene Hose eher weniger.
Bei Messern mit Parierelement kann die Klingenausrichtung recht leicht festgestellt werden. Beim Glock KM habe ich keine Probleme damit die scharfe Seite zu finden.
Und auch wenn der Griffinhalt vielleicht in der Hosentasche besser aufgehoben wäre hat auch das Verstauen im Messergriff einen großen Vorteil: Wenn man von einem Augenblick auf den anderen weg muss hat man den Kram mit einem Handgriff, statt das Zeugs erst in der Hose verstauen zu müssen.

Gruß Ulfhednar

theBrain
22.06.2012, 14:02
Dass alle Hohlgriffe rund sind stimmt zwar weitgehend, ist allerdings keine konstruktionstechnische Notwendigkeit.
Ausserdem stimmt es nicht, dass es keine Hohlgriffe gibt, bei denen die Lage der Klinge nicht am Griff alleine erfühlt werden kann. Spontan fällt mir da ein Entwurf von Jimmy Lile ein, dessen Vorschlag für das Rambo 3- Messer im großen und ganzen als Weiterentwicklung der ersten 2 angesehen werden kann, wobei hier unter die bekannte Griffwicklung eine Hälfte eines Fahrradgriffes kam, und der Griff somit über Fingerrillen verfügte (Bilder gibt es hier, etwa am Ende des ersten Viertels der Seite (http://www.cartertown.com/rambo1.htm)).

Auch das Aitor Commando (http://www.aceros-de-hispania.com/aitor-knives/commando-aitor-knives.asp?product=cuchillo-16021_aitor) verfügt über einen Griff, der es durchaus erlaubt, die Lage der Klinge eruieren zu können.

So, jetzt dürft ihr über mich herfallen...

Papa Bär
28.06.2012, 13:15
Sämtliche Hohlgriffe sind bekanntlich rund und damit unter Wasser oder in absoluter Dunkelheit insofern nur begrenzt tauglich, da ohne Sicht die Position der Schärfe nicht leicht feststellbar ist, so kann aus dem geplanten messerhieb irrtümlich ein heftiger aber untauglicher Klaps wird.
Also mal ganz ehrlich:
Wer nicht in der Lage ist, sein eigenes Messer in der richtigen Handhaltung aus der Scheide zu ziehen, der sollte von solch einem Werkzeug generell die Finger lassen.
Fast alle mir bekannten Hohlgriffmesser haben eine asymetrische Klinge, passen also nur in einer Richtung in die Scheide. und diese Richtung sollte man sich wohl merken können!

Nunkönnte man argumentieren, ja aber der inhalt des Griffes. 'Sorry aber diese Spielzeuginterna gehört vllt. in die Hosentasche, ein Messer kann man verlieren, die eigene Hose eher weniger.

Ob nun im Hohlgriff oder an der Messerscheide: Mir könnte es eher passieren, dass ich ohne Hose da stehe als ohne Messer. Wenn bei mir Alarmstart angesagt wäre, geht mein erster Griff nach Verlassen des Bettes zu meiner Fluchtausrüstung. Die Klamotten mögen dabei vielleicht zurückbleiben (hab ja noch Reserve im Rucksack), aber die Überlebensausrüstung definitiv nicht.
Gut, die meisten handelsüblichen Survivalpacks, die in so einem Uberlebensmesser untergebracht sind, kann man als Spielerei betrachten, deshalb habe ich auch nur Sturmstreichhölzer, Wasserentkeimer und Schlingendraht im Griff, aber das reicht auch fürs erste, wenn es nur um Leben oder Tod geht...

Sampada
28.06.2012, 19:23
Hi ihr Freaks.
Ich bin auch Messerfreak.
Allerdings stehe ich überhaupt nicht auf große oder feststehende Messer. Sind für den täglichen Gebrauch zu sperrig, unhandlich. Man kann sie im "normalen Leben" nicht ständig bei sich haben.
Ein Messer sehe ich auch nicht als Waffe sondern als Werkzeug. Zum Bäume fällen nehme ich eine Axt, kein Messer. Wie hier schon so schön gesagt:
>>'Ein Messer ist ein Werkzeug; Wenn ich eine Waffe brauche, nehme ich mein Messer und schnitze mir einen Knüppel.'<<

Einem Freund von mir wurde kürzlich bei einer Polizeikontrolle dieses Messer weggenommen, da Einhandmesser:
Klingenlänge 4 cm.

http://www.yatego.com/militaerbestaende/p,4d0f852ecb5e6,4d0b89cde423d7_2,boeker-plus-urban-survival

Ich stehe auf kompakte, kleine Messer, hochwertig, einfach zu öffnen. 95% aller Schneidarbeiten brauchen kein großes Messer. Mir ist wichtig, dass ich es überall dabeihaben kann. Da ist ein Messer mit 12 cm Klingenlänge einfach ungeeignet.

Wenn es dann auch noch so ist, dass es legal ist, desto besser.
Mein "täglich Messer" seit 2 Jahren:

http://www.yatego.com/harrys-wohnideen/p,4f9afce30c739,46d2c4d8d5fc82_8,mcusta-taschenmesser-fuji-aus-8-stahl-edelstahl

Zum Bäume fällen nehme ich lieber sowas:> http://www.feinewerkzeuge.de/baum.htm < als ein Messer.
Und zum Brot schneiden nehme ich ein Küchenmesser.

Grüße,
Norbert

Buddelbär
28.06.2012, 20:31
Verliert man sein Messer, verliert man ein Werkzeug.
Verliert man seine Hose geht es mit der Würde einher.:rolleys:
Es soll ja Teams gegeben haben die ihre komplette Ausrüstung verloren haben, kann im Gestrüpp ja mal passieren

Ein gutes Messer kann durchaus eine Hohlraum im Griff haben, ob man jetzt wie in einem YPS Agentengimmick alle möglichen Sachen reinstopft die man evtl brauchen könnte, will ich jedem selbst überlassen.
Es wäre vielleicht eine Überlegung gleich einige Dinge in die Hose mit einzunähen...
Gibt es das vielleicht schon?

Maresi
01.07.2012, 21:56
Verliert man sein Messer, verliert man ein Werkzeug.
Verliert man seine Hose geht es mit der Würde einher.:rolleys:
Es soll ja Teams gegeben haben die ihre komplette Ausrüstung verloren haben, kann im Gestrüpp ja mal passieren


Verliert man seine Hose, verliert man sehr oft auch sein Messer.
Habe in meinem Leben schon so manches Messer verloren, aber noch keine einzige Hose :grosses Lachen:

demonaut
18.07.2012, 01:12
Hi Knife People!

Möchte nen kurzen Kommentar zu diesem Thema beitragen:
In meinen Augen ist ein "gutes" Survivalmesser ein Werkzeug, dass in erster Linie seine Aufgabe zu erfüllen hat! Als Aufbewahrungsbox, Speerersatz, Not-Kocher usw. gibt es bessere Alternativen.

Nebenbei gesagt Frage ich mich schon seit langen ob es eigentlich irgendein "Rambomesser" gibt, bei dem die Rückensäge für irgendetwas zu gebrauchen ist (geschweige der Vergleich zu richtigen Sägen aller Bauarten).

Das allgemein Hohlgriffmesser von schlechter Qualität sind kann ich aber nicht unterschreiben, denn es gibt auf dem Markt Modelle wie z.b. die Mark-Serie von Chris Reeve die von superber Qualität ist (auch wenn es schwierig wird ein solches noch zu ergattern und die Teile nicht gerade Billig sind).

Ich besitze dutzende Messer (leider lernt man nur aus Erfahrung...) und bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass meine Hauptanforderung (sofern es nur eine sein darf) die Stabilität darstellt. Denn: ein kaputtes Messer ist ein schlechtes bzw. auch gefährliches Messer!

Daher ist meine Mainblade zurzeit ein Busse (Boss Street...) aus Infi-Stahl; frei nach dem Motto: mein Messer darf alles, ausser brechen. Und sollte es mal wirklich unbrauchbar Stumpf werden habe ich mit Sicherheit noch immer ein ziemlich teures Stemmeisen!

greetz, demon

ID 3447
23.07.2012, 17:13
Hallo zusammen,

mit Messern kann ich generell nicht viel anfangen (mag sie nicht besonders), aber eins möchte ich in Verbindung mit Survival erwähnen:

http://www.coldsteel.com/bushmanseries.html

Das Buschmaster hat einen Hohlgriff. Somit als Speerspitze zu gebrauchen. Und zu not, kan man eine oder zwei Kleinigkeiten in den Griff aufbewahren.

Ist aus relativ gutem Stahl gefertigt, und der Griff und die Klinge sind aus einem Stück.

L.G. Jorjan

- - - AKTUALISIERT - - -


Ah ja,

und relativ Günstig ist es auch noch, ca 35€

Sampada
23.07.2012, 17:13
Hi jorjan,

neben Haus- und Autoschlüssel sowie etwas Bargeld sollte man vier Dinge immer am Mann haben:
> Taschenmesser
> Taschenlampe
> Feuer (Feuerzeug oder Streichhölzer)
> Etwas Bargeld

Zu einer guten Ausrüstung gehört noch viel mehr, diese vier Dinge, in dieser Reihenfolge, sind für mich das absolute MUSS.
Wenn ich das Haus verlasse, habe ich minderstens diese vier dabei.

Ich bin eher ein Freund von kleinen, kompakten aber hochwertigen Teilen. Ein kleines Taschenmesser, Klingenlänge 4,5 cm mit Clip, erledigt 98% der normal anfallenden Arbeiten für ein Messer.
Taschenlampen mit über 100 Lumen gibt es in einer Größe, die an den Schlüsselring passt. U.s.w.

Messer ist für mich Werkzeug Nr. 1

Grüße,
Norbert

ID 3447
23.07.2012, 17:28
Hallo Norbert,

Die Notwendigkeit schließe ich ja nicht aus, ich mag die Dinger (Messer) nur nicht. Mein Favorit ist ein Multitool z.B. Leatherman M.U.T. .
Dieses Buschmaster empfinde ich als eine schöne Ergänzung (Stichwort Buschkraft)

L.G. Jorjan

Sampada
23.07.2012, 17:59
jorjan,
nochmal ich.
Ich habe mir Dein Messer eben mal näher angeschaut. Macht einen sehr guten Eindruck und der Preis passt auch. In einen Survivalrucksack passt das gut, stabiles Outdoormesser.
Was ich aber, trotzdem, für wesentlich wichtiger erachte:
Ein Messer, das man legal ständig am Mann tragen kann. Täglich, ständig. Auch im Anzug.

Kleiner Tipp, schau´ mal da:
CRKT: Z.B. dieses: http://www.crkt.com/KISSK
Es gibt aber noch viele andere, auch gute Modelle und Hersteller.

Was zu beachten ist: In der Ausführung wie dargestellt, ist das Messer ein Einhandmesser. Das ist bei uns verboten. Deshalb die Schraube für die Einhandöffnug rausschrauben, dann ist alles im grünen Bereich.
Das glilt auch für alle anderen Messer mit diesem Funktionsprinzip.

Grüße,
Norbert

Sampada
23.07.2012, 19:01
Hi Nudnik,

die verriegelte Klinge ist nur ein Problem in Verbindung mit der Einhandöffnung.
Jede Klinge, egal wie kurz oder lang, die einhändig zu öffnen ist, ist verboten.
Einem Freund wurde kürzlich dieses Messer abgenommen da einhändig zu öffnen:

http://www.ebay.de/itm/Boker-Wagner-Medical-Scalpel-Urban-Survival-Taschenmesser-Tactical-Knife-Messer-/120939115498?pt=NATO_Shop&clk_rvr_id=367391536538

Klingenlänge: 4 cm!
Eine Anzeige steht ins Haus.
Absolut unklar, wer solche sinnvollen Gesetzte erlässt.


Grüße,
Norbert

theBrain
23.07.2012, 19:10
Das stimmt so nicht ganz: Es werden bei Klappmessern 2 Kriterien interessant: einhändig zu öffnen und arretierend.

Jedes für sich ist erlaubt (also sowohl ein nicht arretierender Einhänder als auch ein arretierendes Modell, das nicht einhändig geöffnet werden kann wären legal führbar).

Wie das mit den einhändig dann im Detail aussieht ist nicht exakt geregelt und spätestens seit MacGyver wissen wir, dass auch ein Schweizer Messer ein gefährliches Einhandmesser sein kann...

Nachtrag: Wer so etwas veranlasst? Maßgeblich dürfte ein konservativer Politiker sein, dem seit einem missglückten Schussattentat auf ihn, eine PTBS nachgesagt wird.

Sampada
23.07.2012, 20:36
@ the Brain:
Sorry, ich muss Dir widersprechen:
In Deutschland sind Einhandmesser generell verboten. Klingenlänge, ob arretierbar oder nicht, nicht ausschlaggebend.
Siehe den Hinweis auf den Ärger, den ein Freund momentan hat. Mit einem Messer mit Klingenlänge 4 cm.
Wie das Leben so spielt..... das Messer hat er von mir geschenkt bekommen. Klasse.

Unsere Chance: Versuchen, es als berufstypisches Werkzeug zu deklarieren. Haben wir getan. Mal schaun, was bei rauskommt.

Grüße,
Norbert

theBrain
23.07.2012, 20:44
Glaub mir, ich hab recht...

Lies dir das hier (http://www.messerforum.net/initiative/pages/rechtslage-waffengesetz-und-messer.php#s2) mal durch. Speziell Punkt 2.1.

Allerdings ist das schon wirklich off topic...

Sampada
23.07.2012, 20:47
@ thBrain:
ob einhändig zu öffnen oder nicht, können die eh nicht erfassen.
Mit der Herkunft der Gesetzesvorlage könntest Du recht haben.
McGyver brauche ich nicht.
Ich kann auch so ein Messer einhändig öffnen:
http://www.otter-messer.de/product_info.php/info/p62_Nelkenmesser-117-H--Klinge-Kohlenstoffstahl.html/XTCsid/bd15318ba93747258b1a8ad4028a0b5c
Ich bin Gärtner.

Grüße,
Norbert

occam
23.07.2012, 21:12
@ the Brain:
Sorry, ich muss Dir widersprechen:
In Deutschland sind Einhandmesser generell verboten.


Ich bin wirklich kein Rechtsexperte, was das Waffengesetz in Deutschland betrifft.
ABER: Sampada...das ist schlichtweg falsch, was Du schreibst.

Wurde aber hier auch schon hinreichend diskutiert.

Deinem Freund wurde das Messer abgenommen, weil ein Führungsverbot für Messer mit einhändig feststellbarer Klinge in D besteht.
Und Führungsverbot heißt nicht "sind generell verboten."

Ciao,
Occam

Buddelbär
23.07.2012, 21:13
Übrigens geht es um Messer mit Hohlgriff...

Edit:
Wundert es wirklich jemanden das in D Gesetzte ohne Sinn und Verstand verabschiedet werden?.

Sampada
23.07.2012, 21:28
@ the Brain:

Schätze, Du hast recht.
Hilft mir nur bei unserem Problem trotzdem nicht weiter. Einhandmesser, arretierbar, 4 cm Klingenlänge.

Ich denke, mit dem Hinweis, die Öffungsschraube zu entfernen, liege ich trotzdem richtig.
Brain, wie siehst Du das?

Grüße,
Norbert

- - - AKTUALISIERT - - -

@ Buddelbär:

Hmm. sorry, wenn wir etwas OT liegen. Mir ist das Thema aber schon wichtig, weil es mich gerade betrifft.
Und was Brain sagt, ist ja interessant für mich.
Vielleicht können wir das irgendwie brauchen. Also, bitte nicht schimpfen.

Danke,
Norbert

- - - AKTUALISIERT - - -

@ Occam,

ich lerne dazu. Ihr wisst mehr als mein Rechtsanwalt. Gut so.
Könnte aber dazu führen, dass ich Euch weiter nerve. Bitte, nehmt mir das nicht übel, hier ist einfach viel Sachverstand vorhanden.
Ich weiss das zu schätzen.

Grüße,
Norbert

theBrain
23.07.2012, 21:33
Natürlich löst das das Problem. Ob das Messerchen, das euch Probleme macht, dann allerdings noch sinnvoll handhabbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

@ Mods: Wäre es evtl. möglich diesen kurzen Exkurs in die Tiefen der deutschen Juristerei in einen seperaten Thread auszulagern?


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