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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erntezeit...



Steinmetz
21.10.2012, 13:15
Wie sieht es bei Euch im Herbst mit den Einlageraktionen von Wildfrüchten aus?... Zur Zeit gibt es in der Natur ja Nahrung im Überfluß, die man auch prima einlagern kann. Heute sind bei mir die Walnussbäume in der Umgebung dran (Besitzer fragen nicht vergessen), Bucheckern liegen in Friedhöfen oft auf den Wegen und daher dort auch leicht zu sammeln(sind geröstet total lecker zum Knuspern), Hagebutten für Tee oder Bonbons hängen in fast jedem Gehölz (das stehen meine Nichten und Neffen voll drauf), etc...
Dieses Jahr möchte ich mal ausprobieren wie das mit Eicheln zum Brotbacken ist. Hat da irgendwer von Euch schon diesbezüglich Erfahrungen sammeln können?

hinterwäldler
21.10.2012, 14:46
Ich esse gerade Kornelkirschen-Marmelade.
Leider gibts davon nur 1 Glas, weil ich das Fruchtfleisch mühsam von jedem einzelnen Kern abgeschnitzt habe.
Größere Mengen müßte man entsaften, aber da geht viel Substanz und Aroma verloren.
Gestern hab ich einen Arm voll "Lampionblumen"/"Judenkirschen" vom Dorfkompost geholt, die Leute wissen nicht, daß in jedem orangen Lampion eine essbare Beere sitzt: "Physalis". Gemischt mit zu süßen Früchten wie Birnen, Trauben oder überreifen Bananen lecker (vorher probieren, gibt auch bittere Sorten).
Gleich gehe ich wilde Esskastanien sammeln.
Eicheln und Roßkastanien zu entbittern ist mir noch nicht gelungen.
Nach einer Handvoll roher Bucheckern ist mir mal unwohl geworden und danach gelesen, daß die unbekömmliche Stoffe enthalten.

C71
21.10.2012, 21:15
Zur Zeit gibt es in der Natur ja Nahrung im Überfluß,

Also, da bist Du schon um Einiges weiter als ich. Ich steh in der Natur wie ein Fragezeichen: "Meinst Du das kann man essen?..." Und experimentieren will ich, was das angeht auch nicht. Denn womöglich finde ich mich ganz schnell im Krankenhaus wieder. Erstmal die Pflanzen einigermassen gut bestimmen können. Dann sehen wir weiter...

Das Eichelmehl / Eichelbrot möchte ich demnächst auch mal probieren. Eicheln kann sicher ein Jeder bestimmen. Ist eine gute Idee und glaub jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt. Dazu hab ich mal ein Video gesehen. Für alle die es noch nicht kennen:


http://www.youtube.com/watch?v=cgf_zfADaU8

Da bekommt man richtig Hunger wenn man das so sieht.

Woran ich aber eine Rosskastanie von einer Esskastanie unterscheiden kann weiss ich noch nicht.

Steinmetz
22.10.2012, 00:33
Die Esskastanie schmeckt deutlich besser:rolleys:
Ausserdem sieht der Baum ganz anders aus, die Blätter sind stärker gezahnt. Esskastanien in Fruchthülle haben nicht die form wie ein Morgenstern wie die Rosskastanie, sondern eher wie ein Stachelschwein... gaaaanz viele Stacheln...
Ich hab mir im Frühjahr zwei Bücher gekauft: "Tante Lina´s Kriegskochbuch" und "Tante Lina´s Nachkriegskochbuch" sehr zum empfehlen:Gut:, da unterhaltsam geschrieben und sehr informativ... Ein Stück Zeitgeschichte. Drum bin ich auch auf die Eicheln gekommen...
Mit den Walnüssen schauts dieses Jahr leider mau aus:traurig: nicht mal die Hunde haben was gefunden... Dafür hats dieses Jahr jede Menge Hagebutten:Gut:

@ hinterwäldler Bei den Bucheckern gibts solche Probleme, weiß ich, aber wenn man die röstet, werden die Giftstoffe vollständig abgebaut. Aber bei den Lampionblumen hab ich immer ein schlechtes Gefühl, da der rest der Pflanze schwachgiftig ist...

DieLara
22.10.2012, 09:18
Esskastanien sind auch an der Spitze der Frucht etwas "Haariger", als die normalen Rosskastanien und wirken, zumindest meiner Meinung nach, leicht gestreift/gerillt... Aber am einfachsten ist es, wie schon geschrieben wurde, auf den Baum oder die stacheligen Fruchthüllen zu gucken.
Ich hab mir beim Esskastanien-Sammeln, nicht nur ein Mal schon richtig böse weh getan. Da Streiken dann auch meine Hunde, die sonst selbst durch Brommbeerhecken springen/laufen müssen...

Ich habe grad am Samstag wieder viele Esskastanien in meiner zukünftigen Umgebung ausgesät. Esskastanien sind leider nicht selbstbefruchtend und auch bei paarweiser Pflanzung ist nicht immer mit einer Ernte zu rechnen... Allgemein gilt, ab 10 Bäumen in einem Radius von einigen hundert Metern kann man sich absolut sicher sein und auf ne dicke Ernte freuen.

Ich hab knapp 40 Esskastanien ausgesät, denke, mehr als 2/3 werden das erste Jahr nicht überstehen... Ein paar Wenige, hab ich aber auch in meine Pflanzsteine gelegt um sie im Zweifel von dort aus, auszupflanzen...

Klar, kann ich- wenn überhaupt- erst in 10-15 Jahren mit ner Ernte rechnen... Aber wer weiß, ob ich mich nicht in 10-15 Jahren darüber freue!?

Bucheckern gibt es bei uns auch zu genüge... Esse und Sammel sie auch jedes Jahr. Ich weiß zwar, dass sie leicht giftig sind, aber geröstet hab ich sie noch nie... Ich esse sie roh... Und da auch nur im Maßen... Wie heißt es immer so schön?:Die Menge macht das Gift!... Aber in einer echten Krisensituation würde ich sie natürlich in jedem Fall auch versuchen zu rösten oder zu kochen, wenn ich vor hätte, eine größere Menge davon zu verzehren... ;)

Mit Eicheln habe ich schon viel experimentiert. Dabei fällt mir eben ein, dass in meiner künftigen Umgebung überhaupt keine Eichelbäume zu finden sind... hm... Dafür Unmengen an Haselnusssträuchern...
Eventuell verteile ich beim Gassi-gehen demnächst auch mal ein paar Eicheln... Die Wildschweine werden sich bestimmt freuen ;) (Kleiner Scherz am Rande) Oft findet man ja in Parks am Wegesrand die einjährigen Eichelsämlinge, solche auszugraben und umzusetzen, wäre in meinem Fall sicher sinnvoller.

Haselnusssträucher sind ja recht schnell wachsend und lassen sich verblüffend leicht über Stecklinge vermehren.

Walnussbäume sind vorhanden. Bei Walnussbäumen sind auch die grün gesammelten und getrockneten Blätter in der Naturheilkunde eine tolle Möglichkeit diverse Hauterkrankungen zu behandeln... Fängt beim Milchschorf bei Babys an und geht bis zur Parasitenbekämpfung bei Haustieren. Auch die Aquarianer unter uns, wissen grün gesammelte und getrocknete Walnussbaumblätter sicherlich zu schätzen ;) Ebenso wie (am Baum getrocknetes) Eichenlaub.

Ansonsten sind jetzt natürlich, wie schon genannt, die Hagebutten ein toller Snack, auch der Sanddorn (meistens als Hecke um Supermärkte zu finden) trägt noch Früchte.

Bei Birnen und Äpfeln ist die Erntezeit nun schon fast wieder rum, aber Quitten stecken noch mitten drin.
Ein Quittenbaum im eigenen Garten oder in der Umgebung verlängert also die Erntezeit von frischem Obst.

Dann ist jetzt natürlich Pilzzeit!
Mein Onkel hat immer viele Pilze selbst gesammelt und ich hab ihm viel dabei zugeguckt.

Heute traue ich mich aber nur bei wenigen, absolut einschlägigen und unverwechselbaren Exemplaren ans Sammeln und vor Allem ans Essen ;)
Wichtig beim Sammeln ist, die Pilze mit einem scharfen Messer grade abzuschneiden, damit wird der Pilz am Leben erhalten, beim Abbrechen oder Rausrupfen wird der Pilz getötet... Damit tut man sich selbst natürlich keinen Gefallen.

Auf den Landwirtschaftsfeldern wird jetzt eigentlich nur noch wenig angebaut. Beispielsweise Feldsalat und Rote Beete,
Karotten, Lauch, Zwiebeln etc. sind bereits abgeerntet und wachsen oft noch fröhlich an den Feldrändern weiter.

Ich hab hier bei Youtube mal ein informatives Video gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=utq-XKuVVGs

Liebe Grüße

Steinmetz
22.10.2012, 16:55
Lustig... ich hab gehört, man soll Pilze immer rausdrehen und das Loch danach abdecken, damit die Schnittfläche/Bruchkante nicht fault und dadurch das Mycel kaputtgeht... Hmmm, wer hat nun Recht.. wir sollten mal einen Biologen zu Rate ziehen:rolleys:
Was hast Du schon mit Eicheln gemacht? ich wollte die Eicheln entbittern und dem normalen Brotteig untermischen nach altem Kriegsrezept.
Deine Hunde scheinen jagdlich geführt zu werden, wenn sie Brombeergestrüpp nicht scheuen:Gut:

DieLara
22.10.2012, 22:41
Hallo, zu den Pilzen... *uff* Ich hab es halt so gelernt, lass mich aber natürlich auch jeder Zeit gerne belehren und berichtigen... Will ja keine unschuldigen Pilze killen :)
Google hat mir bei der Frage: "Pilze rausdrehen oder schneiden" (wirklich so eingegeben) gleich eine Antwort geliefert... Und siehe da- wir haben beide recht ;) Es ist völlig egal ob raus drehen oder schneiden... Wichtig ist das zudecken (was ich vorhin zugegeben Vergessen habe)... http://www.pilzforum.eu/board/thema-schneiden-oder-rausdrehen

Meine Hunde sind zum Rettungshund ausgebildet (Flächen- und Trümmer-Suche) :) Da müssen sie auch durch jedes Gestrüpp im Wald... Und sie machen es Freiwillig! Nur weil sie total heiß sind, auf son kleines Döschen Hühnerherzen, was nach 5 Stunden bei 30 Grad im Auto, natürlich ein gaaaanz besonderes "Aroma" hat ;)

Mit den Eicheln hab ich viel probiert... Roh essen macht die Zunge taub und pelzig *grins* ;)
Ich habe Eichelmehl hergestellt und versucht einen Anteil Mehl zu ersetzen... Klappte bei mir nicht, aber die Eicheln ordentlich Wässern und dann in kleine Stückchen schneiden und diese unter eine fertige Brotbackmischung mischen, ergibt eine tolle "Nuss-Einlage" im Brot.

Eichelkaffee hab ich einmal versucht herzustellen, allerdings nur halbherzig und mit geteilter Aufmerksamkeit... So war auch das Ergebnis... Ich nehme mir seit Ewigkeiten vor, es nochmal vernünftig auszutesten, kam aber bis her einfach nicht dazu.

(Hat zwar wenig mit S&P zutun, aber dennoch vielleicht interessant)
Eicheln in Stifte schneiden mit 1 Esslöffel Wasser und 3 Esslöffeln braunen Rohrzucker mischen, ab für 2 Minuten bei 600 Watt in die Mikrowelle, ordentlich durchrühren, wieder für 2 Minuten in die Mikrowelle und anschließend ganz, ganz schnell auf nem, mit Backpapierausgelegtem Blech verteilen, so dass sie nicht zusammen "Verklumpen"... Gibt lecker gebrannte Mandeln
ähm... ich meinte gebrannte Eicheln ;)

Liebe Grüße


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