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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geheimtipps zur Konservierung?



maniacmantis
15.12.2012, 15:24
Hallo Forum,

nein, ich habe mich nicht im Themenbereich geirrt.
Mir geht es in diesem Threat nicht um das Haltbarmachen von Nahrungsmittel, sondern um das
Schützen der Ausrüstungsgegenstände.

Kennt ihr Mittel (chemische, Hausmittel oder sonstige "Geheimtipps"), die unsere Ausrüstung pflegen
und vor Korrosion und Alterung schützen oder diese zumindest verringern.
Klar, niedrige Umgebungstemperatur und -feuchtigkeit sind selbstverständlich.

Bei den zu schützenden Materialien denke ich z.B. an:

- Metalle
(Messer, Sägeblätter, Sensen, Äxte,...)

- Leder
(Schuhe, Handschuhe,...)

- Kunststoffe & Gummi
(Schuhsohlen, diverse Gummierungen welche zum porös und rissig werden neigen,...)

- Textile Kunstfasergewebe
(Mollewesten, Kleidung, Rucksäcke, Kletterseile,...)

- Kleidungsstücke aus natürlichen Geweben
(Baumwolle & Wolle)

Die zu schützenden Materialienarten können gerne noch von euch erweitert werden,
diese fünf wären für mich die Interessantesten.


Schönes Wochenende noch
LG
Günter

ID 3809
15.12.2012, 15:51
Zur Pflege usw. von verschiedenen Materialien nehm ich meist Ballistol, sei es zum Ölen von Metallteilen (Messer, Axt...) oder auch zur Lederpflege.
Vaseline ist noch eine Option für Glattleder, zum Geschmeidiger machern. Bei Lederhosen allerdings lieber Lederfett; Vaseline schmiert zu, d.h, man schwitzt dann arg.

Baumwolle oder Leinen wasche ich grundsätzlich ohne Weichspüler; greift die Fasern zusehr an. Da lieber Waschnüsse oder alternativ Kastanienschalen nehmen.
Kernseife geht auch.

Cordura und sowas einfach mit feuchtem Lappen abwaschen, reicht meistens schon.
Fällt mir grad auf die schnelle ein..
lg Tas

Vincent
15.12.2012, 16:11
- Metalle
(Messer, Sägeblätter, Sensen, Äxte,...)

Diverse Öle, WD 40, Ballistol etc. trocken lagern

- Leder
(Schuhe, Handschuhe,...)

klassische Lederpflegemittel

- Kunststoffe & Gummi
(Schuhsohlen, diverse Gummierungen welche zum porös und rissig werden neigen,...)

Silikonsprays- bzw. Fette, Vaseline, trocken lagern,

- Textile Kunstfasergewebe
(Mollewesten, Kleidung, Rucksäcke, Kletterseile,...)

Sauber ,warm und trocken lagern, Mottenkugeln, Lavendel, ggf. spezielle Imprägniersprays- bzw. Pflegemittel

- Kleidungsstücke aus natürlichen Geweben
(Baumwolle & Wolle)

Sauber, warm und trocken lagern, Mottenkugeln, Lavendel

Ist jetzt alles zwar nicht Top Secret, aber bewährt und hilfreich :-)

Gruß
Vincent

maniacmantis
15.12.2012, 16:57
Also von Ballistol bin ich nicht so sehr überzeugt, der Rostschutz ist nur mittelmässig, siehe auch dieser Test

http://www.wildundhund.de/r30/vc_content/bilder/firma438/Archiv_2006/045_049_waffenreinigung_0606.pdf

und ausserdem verharzt es nach längerer Zeit.


Meine eingelagerten Sägeblätter habe ich mit Universalfett eingestrichen und dann als Zehnerpack in Klebeschrumpfschläuche
mit dem Heissluftgebläse eingeschrumpft.

Mich würde interessieren, ob es einen Metallschutz gibt, der eine dauerhafte dicker Schutzschicht bildet, also nicht so dünnflüssig
ist wie WD40, Ballistol, usw.

Ulfhednar
15.12.2012, 17:08
Mich würde interessieren, ob es einen Metallschutz gibt, der eine dauerhafte dicker Schutzschicht bildet, also nicht so dünnflüssig
ist wie WD40, Ballistol, usw.
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann z.b. Wachs schmelzen, das Metall damit überziehen und nach dem Erstarren grob abschaben. Dabei bleibt eine dünne Wachsschicht über die das Metal schützt. Wenn einem das Schmelzen zu viel Arbeit ist kann man auch Lippenbalsam nehmen, das Zeugs funktioniert auch recht gut. Das bei Öl nötige monatliche Erneuern der Schutzschicht kann man sich bei beiden Lösungen sparen, das Wachs muss man allerdings nach jedem Einsatz des Werkzeugs erneuern. Beim Lippenbalsam ist ein erneuern nur nach Tätigkeiten bei denen die Oberfläche beschädigt wird nötig (z.b. Äpfel schneiden geht, aber nach Graben muss der Stahl neu eingerieben werden).

Gruß Ulfhednar

drudenfuss
15.12.2012, 17:15
Die eiserne Reserve an Jagdmunition ist mit Waffenöl behandelt und mit dem Vakuumiergerät eingeschweisst. Die Schwarzpulverdosen hab ich vor dem Einschweissen 3x mit Spraylack behandelt. Das ganze Gebinde ist gut versteckt und wartet darauf hoffentlich nie zum Einsatz zu kommen.

hspler
15.12.2012, 18:31
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann z.b. Wachs schmelzen, das Metall damit überziehen und nach dem Erstarren grob abschaben. Dabei bleibt eine dünne Wachsschicht über die das Metal schützt.
Könnte je nach Gegenstand auch gut mit Wachsbügeleisen und Abziehklinge funktionieren.

Koebi
15.12.2012, 19:44
Also um Metalle zu Konservieren nehme Ich Motorenöl es ist dafür super geeignet. Beim brauchen einfach abwischen.
Fürs Leder Lederwachs oder Lederfett übrigens sollte man dies nicht nur zum konservieren machen sondern auch um die Produkte zu Pflegen.
Gummipflege mit Silikonhaltigem Spray.
Der rest wurde schon erwähnt.
Gruss Koebi

Maresi
15.12.2012, 19:53
Von Ballistol als Rostschutz habe ich mich auch schon verabschiedet. Ich nehme für Metallteile seit Jahren Kartuschenpressfett, welches ich mittels Pinsel gleichmäßig verteile. Es ist ziemlich zähflüssig, verharzt nicht und konserviert ziemlich gut.

Bei Leder hilft eigentlich nur (neben kühler, trockener und dunkler Lagerung) regelmäßige Pflege mit Lederöl oder -wachs/fett.

LG,

Maresi

Frei's Petrollampen
15.12.2012, 21:33
Hallo zusammen

Das ist grundlegend eine gute Frage.

WAS mir aber fehlt ist die genaue Definition bzw. die Umstände wo was konserviert werden soll.

Vergrabe ich einen metallenen Gegenstand um in im Notfall ausgraben zu können. Da braucht es in der Tat ein wenig stärkere Schichten als ein wenig WD 40.

Für die kurzfristige Lagerung von einigen Monaten bis 1 Jahr reichen Balistol und Co. alleweil. Vorausgesetzt ich lasse meine wertvollen Ausrüstungsgegenstände nicht im Regen oder feuchtem Keller liegen.

Sehr gut ist auch das sog. Anti-Rost-Papier, Teile leicht eingeölt und eingeschlagen. Da überstehen die Metallteile auch einen Überseetransport ohne Schaden zu nehmen.

Nicht metallisch ........, bröcklige oder rissige Schuhe sind ein Zeichen ungenügender Pflege.

Wenn sich Schuhe nach 20 Jahren mal zerlegen sollten ......., sie haben ihren Dienst getan.

Kleidung ......., trocken und sauber lagern. Ggf. einpacken oder Vakuumieren wenn die Klamotten im Erdlager verbleiben sollen.

Ach noch was .........., im Werkzeugsektor sind sog. Tauchwachse üblich um Werkzeuge zu schützen und zu konservieren.
Löst sich besser ab als Kerzenwachs.

Viele Grüsse, Ernst

maniacmantis
15.12.2012, 22:22
Danke schon mal für eure Antworten....Tauchwachs ist ein sehr guter Tipp :lächeln:

Hallo Ernst,

in erster Linie geht es mir um Ausrüstungsgegenstände, die ich im Normalfall nicht benutze,
sondern für den schlechtesten Fall einlagere.
Ich habe diverse Teile doppelt, wie z.B. Beile, Äxte und Messer, genauso habe ich Zeugs welches ich einfach nur
einlagere, weil es im normalen Alltag wenig Sinn macht oder auffällt (Molle-Weste, Kampfstiefel, Kydexholster, militärische Klamotten).
Mein Problem ist, dass ich teilweise (speziell Werkzeuge) in einer etwas feuchten Garage einlagere.
Es geht mir also ausschliesslich um eine langfristige Konservierung.

LG
Günter

Macohe
22.11.2016, 14:36
Hier gibt ein Youtuber Tipps eines alten Handwerksmeisters weiter zur Pflege / Rostschutz von Werkzeug. Er empfiehlt


Wachs und
Kamelienöl, das offenbar eher dickflüssig ist und nicht ranzig wird


https://www.youtube.com/watch?v=_N5V-i2ZPas

Das werde ich ausprobieren. Habe einen uralten Werkzeugkasten noch von meinem Vater. In dem ist alles mögliche, teilweise schon recht alte Werkzeug gelagert, dass ich nur höchst selten brauche.

Die Idee mit dem ölgetränkten T-Shirtstoff im Glas finde ich gut. Das werde ich für zuhause genau so machen.

Habe bei einem Einkauf bei Globetrotter mal 3 Messerpflegetücher (einzeln verpackt) mitgenommen, weil ich die ich sehr praktisch fand für den Rucksack. Dann kann mal gleich unterwegs schon sein(e) Messer pflegen. Aber warum teuer kaufen, wenn man es selbst machen kann und daher auch für Nachschub nicht extra einkaufen gehen oder sich was schicken lassen muss?!

Drum fielen mir beim Videogucken für unterwegs spontan diese winzig klein gepressten "Handtuchpillen" ein. Eine solche Pille aufdröseln und mit ein paar Tropfen Öl in eine ganz kleine Druckverschlusstüte und fertig ist das Messerpflegetuch.

Bingo
22.11.2016, 20:08
Wie kann man denn Konservendosen gegen Rost schützen? WD40 und ähnliches ist da wohl nicht angebracht. Meine Lack- und Farbdosen in der Garage haben alle eine Rostschicht, ich denke das passiert irgendwann mit allen Dosen. Ach wenn's nur außen ist, lecker ist das nicht.

Asdrubal
22.11.2016, 21:01
Wenn die Dosen rostig werden, dürfte der Zeitpunkt, an dem der Inhalt noch genießbar ist, doch normalerweise längst überschritten sein.

Macohe
22.11.2016, 22:13
Wieso? Kommt drauf an, ob die von innen nach außen durchrosten oder ob sich der Rost durch feuchte Umgebung von außen draufgesetzt hat. Sprich, ob die Dosen innen beschichtet sind (und die Beschichtung noch intakt ist) oder ob sie innen gar keine Beschichtung haben. Sag ich jetzt mal so.

udo w
23.11.2016, 08:45
Hallo zusammen,
ich hatte jetzt den Fall mit einer Dose Pumpernickel, die ist von aussen nach innen durchgerostet. Habe da wohl eine Beule übersehen. Das Brot war komplett ausgetrocknet.
Grüße

Henning
23.11.2016, 09:06
Wie kann man denn Konservendosen gegen Rost schützen?

Segler machen das Etiket ab, beschriften die Dosen mit einen Marker und tauchen sie in Klarlack (erst die eine Hälfte, dann die andere).
So kann man sie auch in der Bilge langern.

Bingo
23.11.2016, 15:28
Wieso? Kommt drauf an, ob die von innen nach außen durchrosten oder ob sich der Rost durch feuchte Umgebung von außen draufgesetzt hat. Sprich, ob die Dosen innen beschichtet sind (und die Beschichtung noch intakt ist) oder ob sie innen gar keine Beschichtung haben. Sag ich jetzt mal so.
Ja, so meinte ich das. Feuchter Keller/Garage, Flugrost.


Segler machen das Etiket ab, beschriften die Dosen mit einen Marker und tauchen sie in Klarlack (erst die eine Hälfte, dann die andere).
So kann man sie auch in der Bilge langern.
Ok, aber das finde ich ziemlich umständlich. Außerdem werden wohl zwangsläufig Lackpartikel beim Öffnen der Dose in den Inhalt fallen. Was jetzt aber auch nicht soooo schlimm ist.

Wenn schon umständlich (was ich aber vermeiden will), könnte man jede Dose mit einem Tütchen Trockenperlen in einen Beutel einzuschweißen.

Lieber wäre mir ein lebensmittelechtes Fett, das nicht ranzig wird. Etikett entfernen ist dann eine gute Idee.

Jaws
23.11.2016, 16:17
Als lebensmittelechtes Fett kannst Du Vaseline verwenden. Vaseline ist übrigens auch ein säurefreies Fett.

Macohe
23.11.2016, 17:00
Vaseline (engl.: petroleum jelly) ein lebensmittelechtes Fett? :ohhh:

Aus dem Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Vaseline)Artikel:

Vaseline wird aus Rückständen bei der Erdöldestillation gewonnen. Die Rohvaseline wird zur Reinigung und Bleichung mit Schwefelsäure, Bleicherden und Aktivkohle behandelt.
[...]
Die Stiftung Warentest monierte, dass die Anwendung von Lippenpflegeprodukten auf Basis von Mineralölprodukten wie z. B. Vaseline zur Aufnahme gesundheitlich bedenklicher Mengen der Kohlenwasserstoffverbindungen MOSH und MOAH direkt über den Mund in den Körper führen könne

Willst Du das in Deinem Essen? :staunen:

Jaws
24.11.2016, 00:20
Uups, mein Fehler und Danke für die Richtigstellung Macohe.

Dann bleibt wohl nur die Lagerung der Dosen an einem trockenen Ort.

Weberin77
26.11.2016, 16:56
Metalle lange lagern wie bei den Großeltern im Krieg:
1. Schicht: Öl (Motorenöl, WD40 etc.)
2. Schicht: Wolltuch, Ölgetränkt
3. Schicht: Zeitungspapier
4. Schicht: frisch getränktes Wachstuch drumwickeln
5. Schicht: Alles in eine gut geölte Holzkiste
6. Schicht: Nochmal Wachstuch
Und dann: Schön tief, aber oberhalb vom Grundwasser eingraben. Soll nach 10 Jahren Inhalt wie neu rausgekommen sein, nur Kiste beim Bergen teilweise zerfallen. Ist nur umständlich auszupacken. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich heute noch Zeitungspapier nehmen würde, oder eher synthetischen Stoff. In der Lage geht es eigentlich nur darum Öl von Wachs zu trennen, damit das Wachstuch fest schließt. Eingelagert waren Geldstücke und Schmuck für den Notfall.

Snowhawk
26.11.2016, 17:57
Wenn man es in der Wohnung lagert, ist eine intensive Wartung eigentlich nicht nötig.

Samuraischwert: Eine Ölung vor 20 Jahren (klassisch gefaltet)... Nix Rost und steckte in der Scheide. Natürlich nachgeölt nach ziehen :)
Schusswaffen: Waffenöl (Das schwarze klebrige Zeug)
Munition: Gott bewahre wer die Einölt... Zum Teil 20 Jahre alt ohne Anzeichen auf verschleiss oder Korrosion.
Messer: Ballistolschicht und rein in die Scheide... Evtl. einmal im Jahr mal rasch nachgucken. Bisher hält sich das System seit 15 Jahren.
Also in Wohnung hält sich das Zeug bestens...

Für Lagerung Ausserhalb... Verschweissen ist eine sehr gute Idee, oder in einen Luftdichten Behälter. Stahl von Vorteil.
Vorher natürlich behandeln mit Öl. Wichtig ist, das im Behälter keine Luftfeuchtigkeit von aussen eindringt wird.
Von mir aus verbuddeln er mag :)
Beim einlagern würde ich Waffenöl verwenden und nicht das dünnflüssige Ballistol. Da kannst richtigen Klumpen zum Schutz machen :Cool: Aber zum Saubermachen ists der Horror.

Als Tuch kannst auch synthetisches Wasserdichtes Tuch nehmen, das aber auch Atmungsaktiv ist :)

Das Beste (JETZT KOMMTS und beinahe Niemand kennt es) kommt zum Schluss:
Schon mal an Kalk gedacht zum konservieren?
So ne coole Kalkschicht über das Eingewickelte? :)

Linearbeschleuniger
26.11.2016, 20:20
Ich empfehle hierzu die Literatur der Waffenkultur Ausgabe 9 Artikel " Konservierung von Waffen". Einfach nach googeln.
Der Artikel bezieht sich vornehmlich auf Schusswaffen und Munition, lässt sich sicher aber auch auf andere Bereiche adaptieren.

Bingo
07.12.2016, 23:25
In der Nachwirkung dieses Threads kam mir folgender Einfall: Es gibt speichelfesten Sprühlack der für Kinderspielzeug zugelassen ist. Eine dünne Schicht über Konservendosen die in feuchten Kellern eingelagert werden, dürfte den Befall von Flugrost um Jahre verzögern.


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