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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Parasiten - Hausapotheke BOB / INCH



hier und da
30.07.2013, 22:46
Guten Abend,

Da unsere Katzen wieder einmal einen Bandwurm haben, hab ich mal ein bisschen nachgedacht, und im Forum nach Parasiten gesucht ( unser Forum hat wohl keine ;) ) - aber die Suche ergab leider nichts zufriedenstellendes für mich.

Wie handhabt Ihr das :

-Habt ihr Mittel gegen Würmer, Läuse, Flöhe und Co in euren Hausapotheken, BOBs und/ oder INCHs ?

-Gibt es Erfahrungen welche Mittel gut (wenig Nebenwirkung z.B.) sind.

-Gibt es freiverkäufliche Mittel, zur Bevorratung, wenn ja, welche?

-Sonst noch erwähnenswertes, Tipps oder Ähnliches?

(P.S.: Gibt es außer der von Zecken übertragenen FSME / Boreliose andere Krankheiten, die ein Parasit oft mitbringt, und gegen die man sich „rüsten“ soll und kann?)

LG Julius

Waldschrat
30.07.2013, 23:09
Hallo Julius,

die grösste Gefahr, die von Katzen und Hunden auf Menschen ausgeht, ist meiner Meinung nach der Fuchsbandwurm. (http://de.wikipedia.org/wiki/Fuchsbandwurm)

Hierzu zwei Anmerkungen aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel:

" In 70 % der gemeldeten Fälle sind Hunde- oder Katzenbesitzer betroffen"
...
"Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, sollten regelmäßig entwurmt (http://de.wikipedia.org/wiki/Entwurmung) werden."


Viele Grüsse

Matthias

hier und da
31.07.2013, 01:18
Hallo Matthias,

um den Fuchsbandwurm mach ich mir jetzt noch keine Gedanken, da unsere Katzen nicht rausgehen, reine Stubentieger, wo der Bandwurm (Gurkenbandwurm) jetzt herkommt kann ich nicht genau sagen, aber ich denke, ein Ei hat hier irgendwo überlebt, oder wir haben eins von „draußen“ mitgebracht.

Ich wollte eher auf ein SHTF-Szenario raus, wenn man über längere Zeit draußen ( Wald und Wiese) ist, und sich von Gefundenem ernährt, oder sich beim übernachten was einfängt.

Will sagen: Macht es an sich Sinn, einige Anti-Parasiten-Medikamente für den Fall der Fälle vorzuhalten, wenn der Gang zum Arzt nicht mehr möglich ist, warum auch immer?

Habe, soweit ich mich entsinnen kann, nicht einmal was von derlei Mittelchen irgendwo gelesen, im großen und Ganzen ist bei vielen irgendwie das Gleiche/ Ähnliche vorhanden, aber etwas gegen Parasiten habe ich m.M.n. nie gesehen
( es ist aber wahrscheinlich, dass ich mir nicht jedes BOB / INCH / Bevorratungsthema komplett durchgelesen habe ) .

LG Julius

Frequenzkatastrophe
31.07.2013, 03:58
Ich bin kein Veterinärmediziner und habe im Rahmen meines Studiums bisher nur wenig über Parasiten gehört...
aber was bei mir hängen geblieben ist: (Fuchs-)Bandwürmer werden als übertriebene Gefahr dargestellt!

Ich schau morgen noch mal in meine Unterlagen, dann kann ich ggf. mehr darüber sagen. Intuitiv würde ich aber behaupten, dass Wurmmittel mehr dem Wohlbefinden/der Gesundheit der Katzen als der Besitzer nutzen. Also erst mal Ball flach halten - ich schau mal ob ich was wissenschaftlich fundiertes dazu aus dem Ärmel zaubern kann.

sergeant
31.07.2013, 07:31
Hi Julius

Habe mich letzhin ein wenig mit der Thematik Fuchsbandwurm und andere Parasiten auseinander gesetzt. Schreibe hier mal auf was ich behalten hab.

Ich gebe Frequenzkatastophe recht. Der Fuchsbandwurm ist in den wenigstens Fällen gefährlich. Viele Menschen tragen den in sich aber er generiert keine Schäden.
Wenn er aber trotzdem "loslegt" dann zerfrisst er die Organe (hört sich horrormässig an ist aber scheinbar wirklich so). Bis eine Gesundheitliche Beeinträchtigung bemerkt wird, ist schnell mal ein ganzes Jahrzehnt (!) vergangen.

Soweit ich vor ein paar Tagen gelesen habe, wäre es am besten wenn man sich quasi jedes Jahr auf Parasiten untersuchen lässt beim Arzt. Dann hättest du im Fall eines SHTF-Szenario wenigstens ein Jahrzehnt "Ruhe" falls du überhaupt vom Fuchsbandwurm befallen werden würdest und er anfängt sich in dir auszubreiten.

Am besten ist es immer wenn du gesammelte Nahrung abkochst (zB Brennesseln o.ä.). Da ich persönlich aber nicht immer abkochen will, habe ich es mir angewöhnt nur in Bereichen essen zu sammeln wo nicht gerade ein Wildwechsel in der nähe ist und. Ich hoffe diese präventive Massnahme schützt mich. Pech kann man immer haben.
Und was Frequenzkatastophe schon geschrieben hat ist leider auch wahr: Menschen mit Haustieren sind überdurchschnittlich häufig infiziert... Ebenso ist es möglich, dass ein Fuchs oder ein anderer (Zwischen)Wirt des Bandwurms Nachts durch deinen Garten streift und dabei den einen oder anderen Fuchsbandwurm auf dem Gemüse hinterlässt. Also immer gut gut waschen vor dem verzehr obwohl es vermeindlich "sauber" aus dem Garten kommt.

Google am besten mal nach dem Dokument für die ärtzliche Untersuchung auf Parasiten. Das findet sich schnell im Netz und dann siehst du mal wieviel mögliche Kandidaten es gibt. Evtl kannst du dann für dich persönlich einige Vorbereitungen treffen (Medikamente) oder dich gezielt einlesen in die Materie. Es gibt sehr sehr viel Infos dazu im Netz.

Ach ja noch zu den Zecken:
Die können noch sehr viel mehr Krankheiten übertragen als die beiden bekannten die du erwähnt hast.
Aber meines Erachtens nach lohnt sich die Vorbereitung darauf nicht da es eh schwirig sein wird eine genaue Diagnose zu erstellen um dann die entsprechende Medikation zu nehmen.

Was sich viel mehr lohnt ist sich mind. alle 12 Stunden auf Zecken gründlich abzusuchen.
Denn es ist so, dass je länger eine Zecke saugt desto höher ist das Risiko von Ihr Kontaminiert zu werden.
Es lohnt sich also immer nach dem Besuch im Wald (oder halt 2 mal am Tag wenn man im Wald dauerhaft lebt) sich gründlich abzusuchen (resp. absuchen zu lassen).
Ich hatte schon sehr viele Zecken und wohne in einem Gebiet welches auf der "Zeckenkarte" tiefrot markiert ist. Trotzdem hatte ich noch nie Probleme da ich die Viecher entweder schon beim Hochkrabbeln sehe und abstreife oder sie sehr früh nach dem Saugbeginn entferne.

Gruss
sergeant

hier und da
31.07.2013, 11:42
Hallo,

das heißt, dass ihr (bis jetzt) alle keine Medikamente gegen Parasiten bevorratet oder dabei habt?

Aber warum nicht?

Mit dem Fuchsbandwurm habe ich mich schon grob beschäftigt ( die Finnen lagern sich in den Organen ab, da der Mensch wohl zu den Fehlwirten gehört, diese heraus zu operieren ist nahezu unmöglich ).

LG Julius

sergeant
31.07.2013, 16:49
Ja genau, ich persönlich habe keine Medis gegen Parasiten. Meine Beweggründe habe ich ja schon oben erklärt..
Kurzgefasst: Da es so viel Parasiten gibt ist für mich Prophylaxe das Mittel der Wahl.
Aber dass muss ja nicht heissen das dies der beste Weg ist. Das muss Jedermann(Frau) für sich selbst entscheiden.

Waldschrat
31.07.2013, 20:59
Hallo Matthias,

...

Ich wollte eher auf ein SHTF-Szenario raus, wenn man über längere Zeit draußen ( Wald und Wiese) ist, und sich von Gefundenem ernährt, oder sich beim übernachten was einfängt.

Will sagen: Macht es an sich Sinn, einige Anti-Parasiten-Medikamente für den Fall der Fälle vorzuhalten, wenn der Gang zum Arzt nicht mehr möglich ist, warum auch immer?


Hallo Julius,

ich bin weder Veterinär- noch Humanmediziner, da sind andere, z.B. Frequenzkatastrophe, sicher kundiger. Ich halte persönlich keine Antiparasitenmedikamente vor, ich lasse allerdings bei draussen Selbstgesammeltem die übliche Vorsicht walten, also z.B. vor Verzehr gründlich waschen.

Viele Grüsse

Matthias

hier und da
31.07.2013, 21:52
Hallo,

aber grade eine kleine Portion Breitband-Wurmmedezin ist doch durchaus ratsam, denn es kann doch immer ein kleines Ei den weg inden Mund finden.
Ich dachte, bei all den Medikamenten und Gegenständen, die einige in ihren BOBs etc. haben, gehöre derartiges schon zum Standartgerödel.

Sobald ich was passendes gefunden habe (Breitband, gegen Würmer und deren Eier, sowie wenig Nebenwirkungen) melde ich das Präperat hier, möglicherweise besteht ja Interesse.

LG Julius

Frequenzkatastrophe
01.08.2013, 15:24
Also, nachdem ich das Thema mal 2-3 Tage durchdacht habe und mal in meine Vorlesungsunterlagen und mein "Kurzlehrbuch Biologie" (das ich übrigens gleich in einem Anderen Thema erläutern und empfehlen werde) geblättert habe muss ich sagen die Sache ist komplizierter als gedacht und ich muss meine initiale Skepsis ein wenig abschwächen.

Vor weg ich habe selbst 2 Katzen, keine Freigänger und ich bevorrate nichts bezüglich Parasiten etc. Ich werde mich jetzt allgemein halten und nicht alles was ich schreibe mit Quellen/Erläuterungen schmücken, sonst wird das Thema seitenlang.

Ich würde es so zusammenfassen: Prophylaxe ist besser als Behandlung
Also bei einer kurz dauernden Krisensituation bleiben die Tiere so weit es geht zu Hause und man meidet Kontakt zu anderen Tieren.

Wenn wir jetzt von einem längerfristigen Szenario wo wir und die Tiere uns auch aus selbst generierten Nahrungsquellen ernähren müssen ist die wichtige Maßnahme verschärfte Hygiene vor allem wenn es um Fleisch-/Fischkonsum geht. Cook it, boil it, peel it or forget it! Ist ein guter Merksatz für Auslandsreisen und den sollte man in derartigen Szenarien auch beachten. Hauptinfektionsquelle für den beim Menschen nicht seltenen Rinder-/Schweinefinnenbandwurm ist rohes Fleisch. Medikamentöse Therapie ist möglich zB. Praziquantel (rezeptpflichtig) aber für Laien nicht ratsam es zu bevorraten, Prophylaxe ist besser!
Für den Hundebandwurm und den berüchtigten Fuchsbandwurm ist der Mensch ein Fehlwirt, Befall kommt vor ist aber selten und die Behandlung wäre auch bei vorhandener Medikation (Lebenslange spezielle Chemotherapie + operatives Herangehen) für den Laien nicht leistbar.

Freigänger (Katze/Hund) sollten ja eh regelmäßig entwurmt werden, ich halte es für sinnvoll für diese Haustiere beim nächsten Tierarztbesuch einen 3-6 Monatsvorrat Wurmkur mitzunehmen/einzulagern um diesen potentiellen Infektionsweg zu minimieren.
Ähnlich sehe ich mit Medikamenten gegen Haut-/Fellparasiten. Ich habe gute Erfahrungen mit Frontline combo gemacht was komplizierten Katzenflohbefall angeht aber da muss ich auf die Kollegen der Veterinärmedizin verweisen - ich (3. Semester Humanmedizin) kenne mich zu wenig aus was Wirkstoffe/Substanzen angeht.

Generell sinnig erscheint mir ein Flohkamm (Tier) und ein Läusekamm (Mensch) zur Prophylaxe/Entdeckung/Abmilderung eines Befalls mit diesen lästigen Plagegeistern.

Zu Zecken wurde hier glaube ich schon genung geschrieben, kurz gesagt, nicht stechen lassen, regelmäßig absuchen, frühzeitig und komplett entfernen. Ggf. Arzt -> Antibiose wg. Borellien. Antibiotika gegen Borreliose würde ich nicht vorhalten.


Dabei belasse ich es erst mal, ich hoffe ich konnte etwas helfen.


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