PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe für 1.-Hilfe-Liste benötigt



Bärti
16.01.2014, 09:36
Analog zu meiner Werkzeugliste möchte ich nun mal als Denkanstoß eine "Basic-Liste" für 1. Hilfe-Material erstellen. Ich hänge diese einfach mal vor die Werkzeug-Listen-Tabellenblätter in der Excel-Datei, dann haben wir hier alle die Infos gesammelt in einer Datei.

Genau wie beim Werkzeug könnte das eine riesen-Liste sein die einem Feldlazarett entsprechen würde, aber genau das will ich nicht. Es soll eine Kombination aus 1-Hilfe-Kasten und Hausapotheke werden mit ein paar Materialien/Arzneien die sinnvoll sein können. Als Prämisse gilt: Was verschreibungspflichtig ist und nicht von Fachpersonal oder über Beziehungen zum Arzt-Kumpel erworben werden kann kommt nicht rein, wer diese Beziehungen hat oder selber Arzt ist kann das gerne für sich privat ergänzen.

Die Verbände, Pflaster etc. in der Liste hab ich mal gemäß DIN reingesetzt. Bitte schaut doch mal über die Liste was noch fehlt und schreibt das in einer Antwort zu diesem Thread rein (gerne von Sanis und Ärzten hier im Forum), ich ergänze das dann und werde am Ende wieder die fertige Excel-Liste reinstellen die dann schon mal 1. Hilfe Materialien und Werkzeug enthält.

Wie gesagt, alles nur als Gedankenstütze an der man sich entlanghangeln kann, was jeder nachher selber wirklich aufnehmen/kaufen will ist jedem selbst überlassen....

Danke für eure Mithilfe!

Hier die Liste:

15241

Lupus
16.01.2014, 12:50
Hi Bärti,


eine sehr umfangreiche Liste.
Ich habe ebenfalls mehr Material als ich selber verbrauchen kann. Bevor das Zeug abläuft verteile ich es in der Verwandtschaft. Aber ich versuche möglichst viel zu vereinfachen. Beispiel: Augenkompressen. Natürlich perfekt, wenn man welche braucht. Du kannst sterile Kompressen auch auf ein Auge legen und eine Augenkompresse auf eine Wunde am Arm. Nur hast Du so eben zwei verschiedene Artikel, die ablaufen können und Platz brauchen.

Geld ist wohl eher nicht das Thema wenn ich den Punkt „Defi“ ansehe.

Dann ist da noch ein Blutdruckmessgerät, Nahtmaterial, Skalpell und Stethoskop
aber nur eine Beatmungsmaske ohne Beatmungsbeutel und kein Blutzuckermessgerät.
Guedeltuben zur Beatmung können auch sehr hilfreich sein.
Neben der Wund- und Hautdesinfektion wäre noch eine Flächendesinfektion ganz brauchbar um Dir eine saubere Umgebung zu schaffen oder auch wenn Du jemand mit Diarrhö pflegen musst.
Material zum Schienen? Z. B. Sam Splint
Anstatt des Jod könntest Du Dir mal Octenisept ansehen.
Anstatt Nadel und Faden (oder auch zusätzlich) wären Wundnahtstreifen möglich.
Zahnversorgung: ein Erste-Hilfe Zahnset und Nelkenöl
Atemschutzmasken: einfache für Menschen mit ansteckenden Krankheiten und FFP III Masken für Dich. Vielleicht auch eine Schutzbrille.
Dann noch ein Antihistaminikum (Fenistil Gel)

Die Erste-Hilfe-Anleitung ist – süß ;-)

Viele Grüße
Lupus

ksbulli
16.01.2014, 13:26
Hallo Bärti,

eine schöne Liste und ein guter Gedanke!!! :Gut:

Fingerkuppenverband ist IMVHO Spielerei - entweder schneide ich das aus einem Stück Wundschnellverband oder wickele einen kompletten Fingerkuppenverband. Ich habe es lieber etwas mehr von einem einfachen Hilfsmittel zu nehmen und die Spezialisierung durch Wissen und Können zu ersetzen, als spezialisierte Hilfsmittel zusätzlich zu packen.

Zum Thema Beatmung hat Lupus schon was angemerkt - allerdings gebe ich da der Kombination Larynxtubus + Beutel (mit Hygienefilter) den Vorzug vor der Kombi Maske / Guedel + Beutel. JMO2CT...
Und wenn ich mir schon Gedanken um einen Beatmungsbeutel mache, dann gehört da auch eine kleine Handabsaugpumpe mit dazu... :unschuldig:

Ein Sam-Splint Set ist wirklich keine Fehlinvestition, im Gegenteil, lieber noch zwei große Sams ergänzen! :Gut:

Dreiecktücher würde ich falls möglich immer in der Stoffvariante wählen. Die sind gerade für den Laien leichter zu handhaben. Gewaschen werden können angeblich auch die neuen Dinger, ausprobiert habe ich es jedoch noch nicht. (Die "alten" allerdings schon öfter...) :rolleys:

Ach so, ja, die Schere: Es gibt auch ordentliche DIN-Scheren für kleines (ca. 1,60 €) Geld - aber der ganz billige Schrott aus den KFZ-Kästen gehört auf den ebenso bezeichneten Haufen! Lieber die Schere mal in die Hand nehmen, als im Versand blind kaufen...

Zum Thema Verfallsdatum: Es gibt Hersteller, die bieten 20 Jahre - seit die Kunden es unbedingt haben wollten. Ein Sterilprodukt ist so lange steril, wie die Verpackung unbeschädigt ist - für den Hausgebrauch und die Preppersituation ist das IMVHO durchaus tragbar.
Sterile Wundauflagen für den Eigengebrauch immer als Metallbedampfte Variante (Aluderm, Alutect, Metalline oder wie die vom jeweiligen Hersteller gerade heissen...) - kleben nicht so schnell in der Wunde fest und sind mit Sicherheit hypoallergen. Darüber hinaus auch für Brandwunden verwendbar...

Als Durchfallmedikament kann auch gut "Bolus alba compositum Pulver" genommen werden - kommt zwar aus der anthroposophischen Medizin, hilft aber trozdem... :grosses Lachen:

Als Alternative bzw. nicht Ergänzung des von Lupus vorgeschlagenen Fenistil-Gels kann auch Combudoron Gel aus der homöopathischen Ecke genommen werden. Hat (fast) die gleiche Wirkung. (Ihr merkt schon, ich nehme gerne mal was aus dieser Abteilung... :lächeln:)

So, das war jetzt auf die Schnelle, was mir auf- und eingefallen ist. Wenn zum einen oder anderen Produkt Hersteller gefragt sind und dies von der Forumsleitung genehmigt wird, kann ich diese gerne noch geben bzw. ergänzen.

In der Hoffnung, dass das ganze Geraffel nie gebraucht wird...

Christian

DerGerald
16.01.2014, 13:46
Hallo,
wie heißen diese Dinger die man bei Bienen/ Wespenstick Allergien nimmt? Antihistermine?
Bei den Beatmungstüchern sollte man aufpassen, daß es menschen gibt, die eine Alkoholallergie haben. Also wenn möglich keine Beatmungstücher die Alkoholgetränkt sind verwenden.

Und wieder sollte man die Liste eventuell so gestalten, daß man eine Must hvae/ nice to have Liste macht.
Mein Vorschlag für den Laien wäre einen dieser DIN xxx Kästen (vielleicht ein Experte hier der sagen kann welchen?) Und dann die 5-10 Sachen die man noch hinzufügen sollte anführen. Dann braucht man keine Ellenlange Liste sondern hat eine mit 10-15 Positionen.

Gruß
Gerald

Rübe
16.01.2014, 13:53
Bei der medizinischen Vorbereitung sollte man die Medikamente, die von einem selbst bzw. den Angehörigen benötigt werden, nicht vergessen.
Diese stehen sogar an Platz eins der Prioritäten. Ein Wundverband kann Leben retten, Insulin für einen Diabetiker wird mit Sicherheit Leben retten.

Daher nicht den alltäglichen Bedarf vergessen. Dieser kann natürlich nicht verallgemeinert werden, sondern muss von jedem selbst ermittelt werden. Hierzu gehören unter anderem das erwähnte Insulin, Allergie-Mittel, Blutdrucksenker, etc.

Das ganze soll natürlich deine Liste nur ergänzen.

Gruß
Rübe

Bärti
16.01.2014, 13:58
Hi Gerald,

ich nehme lieber etwas mehr rein ohne es absolut ausarten zu lassen. Das setzen der Prioritäten kann dann jeder selber machen. Ich will keinem was vorkauen, dazu sind wir alle erwachsen genug, es soll hat nur ne Hilfestellung sein an der man sich entlanghangeln kann. Defi ist natürlich kostentechnisch schon grenzwertig, kenne aber einige Leute die einen zu Hause haben, deshalb hab ich ihn mit reingenommen. Jeder kann sich ja dann die Liste anpasse, je nach den eigenen Bedürfnissen. Hier kann man gar nicht dem Anspruch gerecht werden es jedem recht zu machen, dazu ist die Individualsituation eines jeden zu unterschiedlich.

Ich warte jetzt wieder 1-2 Tage, setze dann die Ergänzungen in die Liste und packe dann ein neues Tpoic (vielleicht Hygiene- und Sanitärartikel) an was auch wieder als neues Excel-tabellenblatt integriert wird.....

Hier schon mal die aktualisierte Version mit den obrigen Ergänzungen, 1000 Dank für Sam Splint und der Hinweis Wundnatstreifen, kannte ich nicht, haben will ;-)

15243

Kraftwerk
16.01.2014, 14:17
Hallo Bärti,
Auch wenn ich der Neue bin,möcht ich zu deiner Liste was schreiben..

Würde da noch Water-Jel oder Burn-Jel rein tun,gut gegen Verbrennungen....gibt es in verschiedenen grössen.

dann vielleicht noch Israel Bandagen,in der Binde ist eine Kunstoffklammer zum direkten Druck auf die Wunde zu bringen,wenn jemand geübt ist kann man einen guten Druckverband hinbekommen.

Die hat die Bundeswehr eingeführt,da ist die Binde Grün,im zivilen ist sie Weiss.

Was eine Überlegung Wert wäre sind Okklusiv verbände,also Luftdicht,sogenannte "Chest-seal" für Brustkorb-Verletzungen,sogenannte Pneumotorx oder Spannungspneumotorax,allerdings sollte man dann Wissen wo man den Pat Punktiert:-)
kann man zur Not auch mit Plastikfolie und Tape dicht bringen...Nur drauf achten das es wegem Blut und Schweiss nicht sicher hält!

Was vielleicht auch bisschen Luxus wäre,ein Stift-Neck zum die Halswirbelsäule Stabilisieren....zur Not kann man aus Sam-splint eine Machen,dann sollte man aber die Enden 2-3 mal einrollen und mit Dreiecktuch festmachen...von Vorne;-)

Meine 2 cent´s

gruss Kraftwerk

ksbulli
16.01.2014, 15:04
...
Und wieder sollte man die Liste eventuell so gestalten, daß man eine Must hvae/ nice to have Liste macht.
Mein Vorschlag für den Laien wäre einen dieser DIN xxx Kästen (vielleicht ein Experte hier der sagen kann welchen?) Und dann die 5-10 Sachen die man noch hinzufügen sollte anführen. Dann braucht man keine Ellenlange Liste sondern hat eine mit 10-15 Positionen.
...


Hallo Gerald,

ich sage es ganz ehrlich: Die meisten DIN-Zusammenstellungen sind entweder Billigprodukte weil für den Massenmarkt Kfz (dort werden die Dinger aber so schlecht gelagert, dass der Inhalt darunter leidet. Und Otto-Normalverbraucher schmeisst, so er es merkt, nach fünf Jahren wg. MHD weg) oder zu speziell / groß weil von Berufsgenossenschaften zusammengestellt.

Da aber in der EH ja auch die Skills entscheidend sind, halte ich eine eigene Zusammenstellung nach Liste für zielführender. Zumal ja in den DIN-Kästen nie genug Luft für (alle) sinnvollen Ergänzungen ist.

Dies ist meine persönliche Meinung, die ich äussere wenngleich ich Deinen Gedanken der Vereinfachung gerne unterstützen würde....

Christian

Wolfshund
16.01.2014, 19:54
Hallo,


Würde da noch Water-Jel oder Burn-Jel rein tun,gut gegen Verbrennungen....gibt es in verschiedenen grössen.

Davon sind viele Ärzte und Verbrennungszentren nicht (mehr) begeistert, gerade bei großflächigen Verbrennungen kühlt Water-Jel stark aus und es gibt nichts was Water-Jel besser macht als ein großes Verbandtuch.


Was eine Überlegung Wert wäre sind Okklusiv verbände,also Luftdicht,sogenannte "Chest-seal" für Brustkorb-Verletzungen,sogenannte Pneumotorx oder Spannungspneumotorax,allerdings sollte man dann Wissen wo man den Pat Punktiert:-)
kann man zur Not auch mit Plastikfolie und Tape dicht bringen...Nur drauf achten das es wegem Blut und Schweiss nicht sicher hält!

Wie du schon schreibst: Wer eine offene Verletzung der Brustwand abdichtet, der muss auch einen Spannungspneumothorax erkennen und punktieren können.
Wäre blöd wenn man versehentlich aus einem "einfachen" Pneumothorax eine lebensbedrohlichen Spannungspneumothorax macht.

@Bärti


Wie schon ein Vorposter schrieb: Jod gegen Octenisept austauschen.

Ansonsten solltest versuchen möglichst Material zu kaufen was
1. möglichst vielseitig anwendbar ist (z.B. Verbandtuch, Wundschnellverband, Verbandpäckchen usw.)
2. häufig gebraucht wird (z.B. Octenisept, Handschuhe, Rettungsdecke, Verbandtuch, Wundschnellverband, Verbandpäckchen usw.)
3. in "echten" Notfällen die größte Wirkung erzielt (z.B. Defibrillator, Tourniquet usw.)

Was ich also konkret noch vorschlagen würde:
SOFT/CAT-Tourniquet, Octenisept, (Puls-)Uhr, 2 Müllbeutel für Amputatversorgung, Vomex gegen Übelkeit, Diagnostikleuchte.
Optional: Pulsoximeter, Nadel zur Thoraxentlastungspunktion bei Spannungspneumothorax.

Bärti
17.01.2014, 08:07
Super, danke euch Allen für die Hinweise, hab das jetzt ergänzt. Ich mache gleich noch mal einen neuen Thread auf, diesmal mit dem Thema Hygiene- und Sanitärmaterial und Kleinkram im Haushalt. Da ist dann auch die aktualisierte Liste mit den neuen Medizin-Einträgen zu finden auf dem jeweiligen Excel-Arbeitsblatt.

tomduly
17.01.2014, 08:56
Hallo,

da es in einer Krisenlage auch zu Schiwerigkeiten kommen kann, an Informationen zu kommen, werfe ich mal noch ein paar Bücher mit in die Runde:

"Schnelle Hilfe für Kinder - Notfallmedizin für Eltern (http://www.amazon.de/Schnelle-Hilfe-f%C3%BCr-Kinder-Notfallmedizin/dp/3466309719/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389944075&sr=8-1&keywords=erste+hilfe+kindernotf%C3%A4lle)"

"Taschenatlas Notfall- und Rettungsmedizin (http://www.amazon.de/Taschenatlas-Notfall-Rettungsmedizin-Kompendium-Notarzt/dp/3642010504/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389945436&sr=8-1&keywords=taschenatlas+notfall-+und+rettungsmedizin)"

"Pflege - Theorie und Praxis (Juchli) (http://www.amazon.de/Pflege-Praxis-Theorie-Gesundheits--Krankenpflege/dp/3135000087/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389944471&sr=8-1&keywords=juchli+krankenpflege)"

"Rote Liste - Arzneimittelverzeichnis für Deutschland (http://www.amazon.de/ROTE-LISTE%C2%AE-2013-Buchausgabe-Arzneimittelverzeichnis/dp/3939192708/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389944556&sr=8-1&keywords=rote+liste)"

"Where there is no doctor (http://www.amazon.de/Where-There-No-Doctor-Handbook/dp/0333516516/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389944183&sr=8-1&keywords=where+there+is+no+doctor)"

"Where there is no dentist (http://www.amazon.de/Where-There-Is-No-Dentist/dp/0942364058/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389944258&sr=8-1&keywords=where+there+is+no+dentist)"

"Where women have no doctor (http://www.amazon.de/Where-Women-Have-No-Doctor/dp/B00BUW0354/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1389944357&sr=8-2&keywords=where+women+have+no+doctor)"

Hinweis: alle Bücher der "Where...no doctor"-Reihe von der Hesperian Foundation gibt es dort als kostenlosen PDF-Download (http://hesperian.org/books-and-resources/)

Bei aller Planung sollte man auch Bedenken, dass man es in den meisten Fällen nicht unbedingt mit Schlachtfeld-Verletzungen (Brustkorbdurchschüsse, Extremitätenabrisse etc.) zu tun haben wird, sondern eher mit banalen Verletzungen, Infektionen, Erstickungsgefahr, Vergiftungen, Verbrennungen oder "internistischen" Erkrankungen zu tun haben wird, die dadurch lebensbedrohlich werden, weil man von fremder Hilfe abgeschnitten ist und improvisieren muss.

Deshalb:

- ausreichend Hygienematerial: Mundschutz Klasse FFP3, Handschuhe, Einwegschürzen, -overalls, Flächendesinfektionsmittel, kochbare Wäsche (Bettwäsche, Unterwäsche, Nachthemden)
- ausreichend Verbandmaterial: aus eigener Erfahrung: möglichst viele Verbandpäckchen
- ausreichend Haut-/Wund-Desinfektionsmittel: Octenisept ist in Literflaschen am günstigsten
- ausreichend med. Verbrauchsmaterial: Infusionsbestecke, Venenzugänge, Einmalspritzen, Kanülen, Abwurfbehälter für Kanülen, Tuben, Katheter, Schläuche, Nahtmaterial (auch wenn man es selber nicht anwenden kann - diese Dinge werden in einer allgemeinen Krisenlage extrem rar sein - med. Personal wird sich da eher finden lassen.

- med. Messgeräte: Blutdruckmanschette, Stethoskop, Thermometer, Pupillenleuchte, Pulsoxymeter

Allerdings wird die S&P-taugliche medizinische Sammlung mit der Zeit dann recht umfangreich...siehe die Bilder meiner "First-Responder"-Tasche!

Grüsse

Tom

ID 116
17.01.2014, 09:10
Ich kann die Liste gerade aus irgendeinem Grund nicht einsehen. Wenn QuickClot (http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/a/sanitaetsdienst/!ut/p/c4/NYvBCsIwEAX_aLcVhepNEcEi6k3rbU1DXGw3JdkoiB9vcvANzGV4eMOM0Isd KXuhAa_YGV7d3_CJJKDWPISfQCmGZKMmcXgpn96C8WK1WK0oZ7tA6gNMPuhQ SgohF-Aeu6rebqqm-q_-NrO2PZzny8X-uDvhNI7rH5rbqvg!/) fehlt kann man das auch noch ergänzen.

Ich glaube der Preis geht ab 15-20€ los, ich persönlich besitze es noch nicht.

ksbulli
17.01.2014, 16:46
Hallo Tom,

danke für die empfohlenen Bücher. Die "Where there is.." Bücher werde ich mir mal für die nächsten Nachtdienste vornehmen, ich bin gespannt!

Lediglich zur "Roten Liste" gebe ich zu bedenken, dass diese wohl leider nicht mehr "allein selig machend" ist:

Wie mir vor einiger Zeit ein medizinischer Kollege erklärte, sind einige (?) Pharmahersteller nicht mehr in der Liste vertreten, da sie die geforderten Beträge für eine Eintragung nicht weiter bezahlen wollten.

Ist für Mediziner an dieser Stelle das "Arzneimittel Pocket" nicht ausreichend?
Ich denke es geht ja in erster Linie darum, ein Medikament oder seine Generika zu recherchieren, wenn mensch in einer unvorhergesehenen Situation steht. Und da habe ich entweder das Problem eine Packung in der Hand zu haben, bei der der "Waschzettel" fehlt oder ich brauche etwas und suche eine Ersatz, da das bekannte nicht verfügbar ist. Hier kann ich dann über den Wirkstoff weiter kommen.

I.d.R. wird es sich ja um eine Notfallsituation handeln, bei der ja auch der Kanon der Arzneimittel überschaubar ist. Anders sieht dies selbstverständlich in Fragestellungen aus, die sich um die Behandlung sonstiger Erkrankungen oder mehr im Hausärztlichen Bereich abspielen. Aber da habe ich dann doch eher das Problem welche Medikamente frage ich in einer Apotheke ab. Diese sollte ja über entsprechende "Literatur" verfügen, oder?

Wie siehst Du das?

Zu dem Rest Deines Posts: :Gut:

Beste Grüße

Christian

- - - AKTUALISIERT - - -


Wenn QuickClot (http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de/portal/a/sanitaetsdienst/!ut/p/c4/NYvBCsIwEAX_aLcVhepNEcEi6k3rbU1DXGw3JdkoiB9vcvANzGV4eMOM0Isd KXuhAa_YGV7d3_CJJKDWPISfQCmGZKMmcXgpn96C8WK1WK0oZ7tA6gNMPuhQ SgohF-Aeu6rebqqm-q_-NrO2PZzny8X-uDvhNI7rH5rbqvg!/) fehlt kann man das auch noch ergänzen.

Ich glaube der Preis geht ab 15-20€ los, ich persönlich besitze es noch nicht.

Moin Chupacabras,

moin @ll,

ist QuickClot denn zwischenzeitlich allgemein zugelassen und wenn nein warum nicht?

So weit ich weiss, macht das in der Wunde ordentlich Wärme als Nebenwirkung. Wie bekommst Du im Zweifel die so verstärkten Schmerzen und evtl. gesteigerten Emotionen in den Griff?

Es gibt wohl mittlerweile Kompressen, die mit entsprechenden Wirkstoffen behandelt sind und die beschriebenen Nebenwirkungen nicht haben. Wir verfügen weder im Rettungsdienst noch im Katastrophenschutz über dieses Material, daher kann ich keine persönlichen Erfahrungen beisteuern. Ich habe lediglich mal einen Feldversuch gesehen (nicht teilgenommen), das war wohl vielversprechend...

Und bitte bedenke auch hier die Verfallsdaten. Es handelt sich um einen Wirkstoff, der unmittelbar in einer Verletzung zur Anwendung kommt. Da gelten die gleichen Spielregeln wie bei Medikamenten...

Beste Grüße

Christian

Frequenzkatastrophe
17.01.2014, 21:10
Ich melde mich auch mal kurz zu Wort, hier ist schon viel gutes geschrieben worden, ich muss allerdings einigen Vorschlägen/Ideen hier einen kleine Dämpfer verpassen.

Defibrillator, wohl eher AED (=selbst arbeitendes Laiengerät), generell schön und gut,
bei einem Herz Kreislaufstillstand lebensrettend, wenn man direkt danach vom RettDienst betreut wird, in ein Krankenhaus mit Intensivstation kommt, dort 2-x Tage betreut wird, einen Herzkatheter bekommt,... als self-made-medizin im Sinne von "when there is no doctor" - völlig ungeeignet, damit schubst man zwar das Herz wieder in den Takt, aber man beseitigt ja nicht die Grundkrankheit die zu diesem Zustand geführt hat, d.h. einige Minuten bis Stunden später ist der Patient wieder tot. Die 500-1500€ könnte man sehr viel besser investieren.

Auch chest-seal-Verbände um eine Brustwunde zu zu kleben sehe ich ähnlich kritisch, der Patient verbessert sich ohne größere Maßnahmen nicht und wird ohne chirurgische Behandlung (Thoraxdrainage, nicht Nadeldekompression) recht schnell in die Knie gehen, wieder 20-40€ die man sparen kann und in was sinnvolleres investieren kann.

Versteh mich nicht falsch, ich bin froh um jeden der Redundanzen zum Rettungsdienst/Krankenhaus/Katastrophenschutz aufbaut aber ich denke man sollte die Kirche im Dorf lassen, wenn Geld keine Rolle spielen sollte und Du wirklich Zeit (lesen/Weiterbildung)/Geld in die Richtung investieren willst, lass es mich wissen, dann reden wir auf dem Level weiter und ich melde mich in Sachen Medizintechnik gerne zu Wort, ich denke aber, dass man als Prepper mit 1000€ für nen Defi sehr viel besseres anfangen kann.

Falls ich es überlesen habe, verzeihung aber was bei mir auf der Top 10 der Prepper Medizin Vorsorge steht ist und bleibt ein kleiner Vorrat an Breitbandantibiotika, auch wenn Du eingangs schriebst, dass Du keine verschreibungspflichtigen Substanzen willst - darüber würde ich mal mit dem Hausarzt reden, die können wirklich Leben retten und das nicht nur wenn die Zivilisation zusammen bricht sondern auch wenn man ne Woche eingeschneit ist.


Grüße Martin, der sich gerade am Kopf kratzt, weil er nen Defi besitzt...

TheHamster
17.01.2014, 22:13
Amen... AMEN.... und ein Halleluljah!

Dem kann ich mich absolut nur anschließen... Über die ganze Technik können wir gerne reden. Aber das Geld können wir alle 1000 mal besser investieren !

Lucas
18.01.2014, 00:45
Ich melde mich auch mal kurz zu Wort, hier ist schon viel gutes geschrieben worden, ich muss allerdings einigen Vorschlägen/Ideen hier einen kleine Dämpfer verpassen.

Defibrillator, wohl eher AED (=selbst arbeitendes Laiengerät), generell schön und gut,
bei einem Herz Kreislaufstillstand lebensrettend, wenn man direkt danach vom RettDienst betreut wird, in ein Krankenhaus mit Intensivstation kommt, dort 2-x Tage betreut wird, einen Herzkatheter bekommt,... als self-made-medizin im Sinne von "when there is no doctor" - völlig ungeeignet, damit schubst man zwar das Herz wieder in den Takt, aber man beseitigt ja nicht die Grundkrankheit die zu diesem Zustand geführt hat, d.h. einige Minuten bis Stunden später ist der Patient wieder tot. Die 500-1500€ könnte man sehr viel besser investieren.

Nur eine kleine Korrektur:

Der AED wird bei Herzrythmusstörungen wie z.B. Kammerflimmern verwendet.
Der Herzstillstand nicht die medizinische Indikation, sondern das erwünschte Ziel einer AED-Anwendung.

Anschließend hofft man, dass der Sinusknoten oder der AV-Knoten den Rythmus für das Herz wieder übernehmen können.
Das Erregungsleitsystem setzt sich mit dem His-Bündel und den Tawara-Schenkeln fort; allerdings mit einer wesentlich geringeren Schlagfrequenz für das Herz.

Bei Herzstillstand hilft kein AED sondern nur eine HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) im Rythmus 30-2.
Nur mit ihr kann man das Herz wieder in den Takt anschubsen.
30 x mindestens 5cm tiefe Herzdruckmassage (Frequenz 100/min), 2 x mit überstreckten Kopf Beatmen. (Adult Patient)
Und das so lange wiederholen bis entweder der Patient protestiert oder der RA und der NA dich erlösen.

Die HLW ist natürlich auch bei einer notwendigen AED-Anwendung das A und O der Ersten-Hilfe. Man erzeugt ja nur einen elektrischen Herzstillstand.

Ein Erste-Hilfe-Kurs vermittelt hier ein realistisches Gefühl für die Kraft und die Tiefe der Massage und der Technik, wie man Luft in einen Patienten bekommt.

Wer kleine Kinder hat sollte sich für den "Erste-Hilfe am Kleinkind" Kurs interessieren.
Hier werde veränderte Handlungen und Besonderheiten, angepasst an den kleinen Patienten, gelehrt.


VG

Lucas

Frequenzkatastrophe
18.01.2014, 04:47
Kleine Korrektur, Kammerflimmern ist ein (e Form des) Herz-Kreislaufstillstandes (funktional, nicht elektrisch). Das was Du als "Herzstillstand" umschreibt ist die Asystolie also funktionaler und elektrischer Herz-Kreislaufstillstand.
Aber lass uns weniger Fachsimpeln und langatmig allgemeine Grundsätze der Notfallmedizin besprechen und uns auf die Eingangsfrage des Poster konzentrieren.

karlrossmann
19.01.2014, 19:53
Hallo allerseits-

ich möchte dem geschätzten Kollegen Frequenzkatastrophe hier doch widersprechen: Wenn man bereit ist, das Geld zu investieren, ist ein (halbautomatischer) Defibrillator m.E. eine durchaus sinnvolle Anschaffung. Vor allem, wenn oft jemand zu Hause ist, man etwas abseits der nächsten Rettungswache wohnt und die Tatsache, dass man so ein Gerät besitzt nicht vor den Nachbarn verheimlicht, ist das sicher das Lebensrettungsgerät mit dem besten Kosten/Nutzenverhältnis.
Es stimmt auch nicht, dass der Nutzen eines Defibrillators nur mit anschliessender Krankenhausbehandlung zum Tragen kommt. Wenn man schnell handelt, und vor der Anwendung am besten noch effektive Herzdruckmassage gemacht wurde, wachen die Leute oft sehr schnell auf und müssen durchaus nicht tagelang beatmet auf der Intensivstation liegen.
Und der plötzliche Herztod durch Kammerflimmern (von dem reden wir hier ja) ist durchaus nicht immer durch grosse Herzinfarkte verursacht, die nur mit Wiedereröffnung des Infarktgefässes - heute meistens durch Herzkatheter - überlebbar wären. Als man in den 60er Jahren die ersten Herzüberwachungsstationen eingeführt hat, haben die auch nichts anderes gemacht, als die Patienten am Monitor auf Kammerflimmern zu überwachen und schnell zu defibrillieren. Kausale Therapie des Infarkts war damals auch noch nicht möglich und trotzdem haben mehr Patienten überlebt. Auch heute sehe ich dauernd Patienten, die zu spät zur Wiedereröffnungstherapie kommen, und bei denen der Infarkt "natürlich" abheilt.
Dieses Gerät hat also sowohl in friedlichen Zeiten wie auch unter Primitivbedingungen einen Nutzen.
Letzteres trifft m.E. sehr viel weniger für die in den hier vorgestellten Ausrüstungen oft enthaltenen Beatmungs- und Intubationsgerätschaften zu. Mir fallen sehr wenige Krankheits- oder Verletzungsmuster ein, die "im Felde" eine Beatmung oder Intubation erfordern und die ohne Weiterbehandlung, die die Infrastruktur eines Krankenhauses erfordert, überlebbar wären.
Im Übrigen halte ich es für sinnvoll, neben der Materialbevorratung Wissen und Fertigkeiten zu erwerben und auch Nachschlagewerke anzuschaffen. Die Kenntnisse der Leute über Anatomie und Physiologie sind oft auf einem erschreckend niedrigen Stand (und werden ja auch nicht wirklich in der Schule vermittelt). Ich empfehle, zusätzlich zu einem ausführlichen Erste-Hilfe-Kurs, sich einen Anatomieatlas und ein Lehrbuch der Physiologie anzuschaffen. Wer mit einem Tierzüchter oder Jäger schlachten kann, hat auch gleich einen kleinen "Sezierkurs". Säugetiere unterscheiden sich innerlich hauptsächlich in den Proportionen.
Unverzichtbar sind auch Grundkenntnisse der Infektionslehre: Welche Mikroorganismen erzeugen welche Krankheiten, werden wie übertragen und wie abgetötet.

Gruss,
KarlRossmann, MD

Isuzufan
19.01.2014, 20:06
Eine Frage hätte ich als absoluter Laie allerdings dazu:

Hat das noch irgendetwas mit Preppervorsorgekasten zu tun? Wenn ja werd ich diesen Aspekt wohl aufgeben da ich meist nicht mal die genannten Symptome oder Teile kenne und diese wahrscheinlich auch nie verstehen werde.

LG Wolfgang

Lupus
19.01.2014, 21:02
@Isuzufan: Wenn Du einen normalen Erste-Hilfe Kurs machst (kann aber nur für D sprechen, wie das bei Dir ausssieht weiß ich nicht), erhälst Du alle Informationen um so ein Gerät zu sinnvoll einzusetzen. Dafür ist heutzutage keine erweiterte Ausbildung mehr notwendig.

Lucas
19.01.2014, 21:19
Eine Frage hätte ich als absoluter Laie allerdings dazu:
Hat das noch irgendetwas mit Preppervorsorgekasten zu tun? Wenn ja werd ich diesen Aspekt wohl aufgeben da ich meist nicht mal die genannten Symptome oder Teile kenne und diese wahrscheinlich auch nie verstehen werde.
LG Wolfgang

So geht es wohl jedem von uns ...

... auf dem einen oder/und den anderen Gebieten.
_________

Mein schwarzes Loch z.B. ist die Elektronik im Allgemeinen und die Funktechnik im Speziellen.

Nichts desto trotz erkenne ich natürlich die Notwendigkeit des Themas bei der Vorbereitung.

Dies läßt mich doch immer wieder zu dem Schluß kommen, dass man sich als Einzelkämpfer sehr schwer tut, wenn man kein Adonis und ein Universalgenie ist.

Da ich weder das Eine noch das Andere bin, akzeptiere ich, dass es einige Bereiche gibt die man nur mit einer Gruppe abdecken kann, in der die verschiedensten Fähigkeiten vereint sind.

Wichtig sind diese Themen alle, auch wenn ich bei einigen früh kapitulieren muß.
Aber die Jungs und Mädels die sich in den Bereichen auskennen sollen ihren Austausch auf jeden Fall hier öffentlich führen.

Ich lese auch gerne überall quer mit; auch wenn ich noch lange nicht alles verstehe, bekomme ich zumindest eine Idee davon, an was man noch alles denken kann.

Und ja - ich stimme karlrossmann absolut zu.
Es gibt einige Ursachen/Einwirkungen die zu Herzflimmern führen können, die man mit einem AED behandeln muss und anschließend nicht gleich einen intensivstationären Aufenthalt benötigt um ein Weiterleben zu sichern.

Ich halte allerdings auch Laryxtuben in allen Größen vor, da ich hier sehr wohl eine sinnvolle Anwendung in der heutigen wie auch in einer "schwierigen Zeit" sehe.


VG

Lucas

Isuzufan
19.01.2014, 21:49
Ja, das dürfte eines meiner Black Holes sein da hat auch der 2tägige EH Kurs nicht dagegen ankämpfen können.

Viribus Unitis sollte der Schlachtruf sein, spezialisieren hat uns auch aus der Steinzeit geholt.

LG Wolfgang

Lupus
19.01.2014, 22:14
Na ja, trotz "vereinter Kräft" und aller Spezialisierung: den Hintern putze ich mir noch selber. Und so ein AED zu bedienen ist auch nicht schwerer ...
Ich will Dir aber jetzt sicher nicht so ein Gerät aufnötigen. Wenn man von vorne herein weiß, dass man es nicht einsetzt, braucht man sich auch keines anzuschaffen (und die Kosten sind schon enorm).
Mir war nur wichtig anzumerken, dass vor der Bedienung dieser Geräte niemand unnötig respekt haben muss.

Lucas
19.01.2014, 22:35
Na ja, trotz "vereinter Kräft" und aller Spezialisierung: den Hintern putze ich mir noch selber. Und so ein AED zu bedienen ist auch nicht schwerer ...

Naja Lupus,
wenn du dir einen AED angeschafft hast, brauchst auch du "viribus unitis" - also jemanden der dir den Hintern putzt, denn eine Eigenanwendung im Bedarfsfall wird wohl kaum möglich sein.

Deshalb habe ich mir einen Erste-Hilfe-Schulungs-AED ausgeliehen, um alle meine Lieben und meine Freunde mit der Handhabung vertraut zu machen.
Im AED-Notfall ist man immer auf "viribus unitis" angewiesen, - aber die haben auch alle gerne mitgemacht, da sie in mir auch ihre erste medizinische Anlaufstation im Krisenfall sehen.

Erfreut bestätigte mir aber jeder, dass die anfänglichen Vorbehalte bezüglich der Anwendung, ganz schnell einer einfachen Realität gewichen sind.

VG
Lucas

DocAlmi
20.01.2014, 14:01
Hi !

Nach einer kleinen Pause ( ohhhmmmm, ich muss meine Mitte wieder finden ) schreib ich jetzt doch was.
Die Exel liste habe ich kommentiert aber ich traumich nicht die hier reinzustellen, weil ich den Ersteller nicht zu sehr belasten möchte.

was ich hier so lese... süß aber wenig Nutzanwendung.
* ironie on* was unbedingt noch auf die Liste gehört is ne professionelle Sterilisationsanlage, n 3.5 Tesla Hochfeld MRT und der Westflügel der Bayer-Werke*ironie off*

Was willst denn mit nem Defi? Und Nahtmaterial? Wie will man das Reanimationsergebnis ohne ein brauchbares Medikament sichern?
Was hilft Dir n Stethoskop? Selbst wenn Du damit meinethalben nen Spannungspneu diagnostizierst und nu?
Keine Thoraxdrainage, keine Bülau und nicht die mindeste Ahnung, wie man sowas benutzt? Selbst wenn, traust Du Dir zu, deinem Nachbarn in den Thorax Richtung Lunge zu stechen, weil du kein Atemgeräusch gehört hast?
Was sagt Dir der Blutdruck von 90/50 ? Und ne Temperatur von 37,8? 41° plus erkennst auch so, aber das ist ja erst die halbe Miete, denn dann kommt die Frage nach Diagnose und Differentialdiagnose und das geht leider nur bei richtigem Einschätzen der Erfahrungswerte und der Wahrscheinlichkeit.
Was willst mit nem Fingerling?
etc. PP.

Aus meiner Sicht sind 90% damit überfordert, die eigenen Medikamente so einzuteilen, dass immer genug im Hause ist und sie nicht abgelaufen sind.
Ja ich weiss, es gibt hier ein paar, die sagen sie hätten von Medizin Ahnung aber ich kann nur warnen:

Auf wenigen Gebieten ist die Anwendung von Laienwissen gefährlicher als in der Medizin.

Vielleicht der Starkstrombastelkusr für 11jährige aber kurz danach kommt der Thread hier.

Grundlage der Medizin ist die Ausbildung und die Fertigkeit, die nur mit Übung zu erreichen ist. Erste Hilfe ist das eine, Skalpell, Nadel und Faden ist das andere.

Gruss, besorgt,

Almi

Commando
20.01.2014, 14:43
Hi !
Aus meiner Sicht sind 90% damit überfordert, die eigenen Medikamente so einzuteilen, dass immer genug im Hause ist und sie nicht abgelaufen sind.
Ja ich weiss, es gibt hier ein paar, die sagen sie hätten von Medizin Ahnung aber ich kann nur warnen:

Auf wenigen Gebieten ist die Anwendung von Laienwissen gefährlicher als in der Medizin.
Grundlage der Medizin ist die Ausbildung und die Fertigkeit, die nur mit Übung zu erreichen ist. Erste Hilfe ist das eine, Skalpell, Nadel und Faden ist das andere.


Hi DocAlmi,

ja, da gebe ich Dir recht, ich wäre mit meiner medizinischen Kenntnis auch am Anschlag.
Darum haben wir in unserer S&P Gruppe immerhin eine Rettungsanitäterin, Pharma...(Aphotekerin).
Aber ich denke solche Spezialisten sind einfach besser dran wenn auch Material vorhanden ist.
Einfach so mal als Gedankengang (eine Thoraxdrainage bin ich überfordert, aber Sani und Docs könnens besser mit dem richtigen Meterial)
Denn auch der beste Notfallmediziner kann ohne Material unterwegs sein ?

LG

Tsrohinas
20.01.2014, 14:45
.......Auf wenigen Gebieten ist die Anwendung von Laienwissen gefährlicher als in der Medizin.

.........Grundlage der Medizin ist die Ausbildung und die Fertigkeit, die nur mit Übung zu erreichen ist. Erste Hilfe ist das eine, Skalpell, Nadel und Faden ist das andere.

........Almi

Danke, genau deshalb habe ich mich hier bis jetzt herausgehalten, und werde es wohl auch weiter so halten.

Tsrohinas

karlrossmann
20.01.2014, 15:10
Hallo Almi-

ich muss zugeben, dass ich Deinen Beitrag unangemessen polemisch finde.
Halbautomatische Defibrillatoren sind keineswegs gefährlich und vielerorts bereits an öffentlichen Orten zur Benutzung durch zufällig anwesende Helfer angebracht. Im Vergleich zu dem, was viele Foristen in Ausrüstung für Szenarien investieren, deren Eintreten wesentlich unwahrscheinlicher ist, als Zeuge eines plötzlichen (Nahezu-)Herztods zu werden, finde ich die knapp 1000€, die sowas aktuell kostet zwar für mich zu viel, aber keineswegs völlig unsinnig.
Welches "Medikament zur Sicherung des Reanimationserfolges" Du im Nachgang für unerlässlich hältst müsstest Du mir erklären.
Sicher lässt sich die Prognose eines Herzinfarkts durch weitere Massnahmen noch verbessern, wer aber im Kammerflimmern nicht defibrilliert wird stirbt auf jeden Fall. Der Defibrillator ist also ein nicht improvisierbares Gerät. Es gehört wohl zur Grundmarotte vieler Foristen, solche Dinge vorhalten zu wollen.
Und obwohl ich in meinem vorherigen Kommentar stark empfehle, Zeit und Energie in den Erwerb biologisch/medizinischen Grundwissens zu investieren, ist dergleichen für die Benutzung eines AED im Grossen und Ganzen unnötig - zumindest für 11-jährige:
http://lifeguardmdusa.com/site/wp-content/uploads/2010/04/Sixth_Grade_Study_with_Trained_Professionals_White_Paper.pdf
Soviel zum Defibrillator, an dem sich in diesem thread ja am meisten festgemacht wurde.
Bei den übrigen gelisteten Artikeln gebe ich zu bedenken, dass viele auch Artikel vorhalten möchten, die einer ausrüstungslos hinzukommenden Medizinperson ermöglichen soll, ihre Kenntnisse praktisch umzusetzen. Daher greift der an sich richtige Hinweis, dass Material ohne Kenntnisse nutzlos oder gefährlich ist,nur halb.

Gruss,
KarlRossmann, MD

Bärti
20.01.2014, 15:20
Bei einem AED ist (eigentlich) keine Schulung notwendig. Ich habe mal trotzdem eine bekommen, da ich auf meiner Arbeit für die Dinger verantwortlich bin, wir haben auf jedem Stockwerk einen hängen.

Das Gerät ist von sich aus selbst erklärend durch Piktogramme. Ferner quakt einen das Teil auch noch recht gut verständlich voll was man machen soll. Und das wichtigste ist: Die Teile lösen nur aus, wenn sie auch wirklich Herzkammerflimmern messen. Sonst nicht. Man kann also nix falsch machen, im Zweifelsfall reagiert das Gerät nur nicht, aber es wird hier keine Samariter-Gesetzgebung zum tragen kommen, weil man gerade mal jemanden gegrillt hat. Das einzig wirklich wichtige ist: Bei Babys und Kleinkindern sollte man spezielle auf das Gerät abgestimmte Pads verwenden.

Eine Schulung ist gut, weil dabei auch allgemeine Lebensrettungsmaßnahmen wieder mit aufgefrischt werden und man an einem Test-AED der nicht auslöst üben kann. Aber wie gesagt, die Dinger sind so idiotensicher konstruiert, das jeder den AED nutzen sollte wenn man in Bahnhöfen oder auf Flughäfen eine hilflose Person hat bei der man Kammerflimmern "beheben" will. Da sollte man keine Scheu vor haben.

Isuzufan
20.01.2014, 15:54
Ich besitze 2Stück ÖNORM Z 1020.2 Kästen, diverse Autoapotheken, eine Augenspülflasche, Pflaster, Salben und diverse Medikamente.
Bin ich damit jetzt Grundausgestattet oder nicht?

LG Wolfgang

Wolfshund
20.01.2014, 16:32
Kommt auf deine eigenen Erwartungen an.
100% Gerüstet ist man nie!

Zum AED:

Ich habe schon 9 Jährigen Kindern das Ding in die Hand gedrückt.

Abgesehen von der HLW, die sie natürlich noch nicht gut beherrschten, hatten sie keine größeren Probleme.

"Kinderleicht und idiotensicher" sind in diesem Zusammenhang also keine leeren Werbesprüche.

Isuzufan
20.01.2014, 17:07
Zum AED Was ich nicht versteh ist wo gebe ich den hin? Hab ich ihn im Geschäft brauch ich ihn eventuell im Haus, hab ich ihn im Haus brauch ich ihn eventuell in der Wohnung, hab ich ihn in der Wohnung brauch ich ihn im Auto und so weiter.

Oder trägt man den so bei sich wie ich meinen Leatherman und mein Clava und das wichtigste hier aber verpönte?

Natürlich würd ich mit so einem (guten) Gerät klarkommen aber ist der Aufwand des Vorrätighaltens nicht etwas zu viel?

LG Wolfgang

Wolfshund
20.01.2014, 17:17
Ich würde ihn einfach ins Auto packen, denn da wo das Auto ist, da ist man selber auch.

DocAlmi
20.01.2014, 20:23
Hallo nochmal,

das mit der Polemik ist eine Frage des Standpunkts.
Wenn ich wem zu Nahe trete, so liegt es vermutlich in meiner etwas undiplomatischen Art, die ich kenne und die mir eigen ist.
Ich kann auch gut einstecken...
Ich bitte mir aber zugute zu halten, daß ich niemanden persönlich angreifen will und wenn dies im Eifer des Gefechtes passiert, so tut es mir leid.

Das mit dem "Westflügel der Bayer Werke" ist polemisch aber nur politisch korrekt is andererseits langweilig.
Selbstverständlich ist der Ostflügel von Pfizer oder Hexal oder jede beliebige Pharmafirma gleichwertig, nur damit mir keiner Unausgewogenheit vorwirft.
Ok.

prinzipiell lese ich zwei Einwände:
a) ...der Kram, den ich bunkere ist nicht für mich sondern für umherstreunernde Rettungsmediziner.
b) ...das alles ist nicht so schwer, selbst ein 9 jähriger kann defibrillieren.

zu a)

Da geht es aus meiner Sicht schon los.
1.) Vorraussetzung: Alles ist so wie es derzeit ist.

Entweder
- horte ich dann medizinisches Material zu Hause für den momentanen Gesellschaftszustand, dann bin ich umgeben von einem recht gut funktionierenden Rettungswesen. Das heisst ich muss die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ( Kavallerie ) überbrücken.
Die Grundlage des medizinischen Handelns ist dann immer noch 1. Nicht schaden, 2. wirklich nicht schaden, 3. nachdenken, 4. handeln. ( Also ich will die üblichen Rettungsmaßnahmen und kann sie erreichen und sie mich.) Das heisst auch, ich muss im Schnitt 10 min bis 15min überbrücken. Wenns mistig läuft auch mal 1h, aber dann muss es schon mit relativ viel Pech zugehen. ( Hubschrauber fliegt nicht, alle Notärzte haben den Noro Virus zur selben Zeit oder sind sonstwie beschäftigt.)
Selbst in letzterer Situation würde ich mir "grab n run" überlegen denn wenn der Berg nicht zum Proheten kommt dann geht der Prophet halt zum Berg. Und da ist das Dilemma ersichtlich, den der Laientransport ist in der Regel gefährlicher als das Abwarten.
Und auch hier gilt eine statistische Überlegung.
Selber medizinisch einzugreifen macht keinen Sinn, wenn ich durch" nicht eingreifen" das gleiche Ergebnis erziele, es macht auch keinen Sinn, wenn ich eingreife in einem Fall, wo selbst maximale Kompetenz und Ausrüstung nichts mehr bringen. Nur was dazwischen liegt erfordert mein Handeln. Zu erkennen, wo genau die Trennlinie besteht ist also die Kunst. Das kann ich durch vorhandensein von Material nicht erreichen sondern ist proportional zu meiner Erfahrung/Wissen/Ausbildung.
Also muss es das Ziel der Vorbereitung auf einen solchen Fall sein, zunächst die Kompetenz zu erwerben und dann erst die Ausrüstung und nicht umgekehrt


- bereite ich mich auf eine Expedition abseits der üblichen Rettungswege vor und will was mitnehmen, was mir oder anderen das Leben retten kann. ( Also ich will die übliche Hilfe zwar, aber bin schlecht kommunikativ zu erreichen oder ich mach was extrem gefährliches oder die Retter können mich sehr schlecht erreichen.) Mein Hauptaugenmerk wird sich auf die Kommunikation richten. Satelliten Telefon, Epirp Boje, Funkgerät m i t Mikro etc. Und mein Equipment wird sich auf lebenserhaltende bzw. verlängernde Gegenstände konzentrieren, die ich auch Anwenden kann. Im Prinzip ab da das gleiche wie oben.

- letzte Möglichkeit: Ich will nicht erreicht werden, mich umgibt ein patentes Heer an professionellen Rettern aber ich will mich nicht retten lassen. Also ich bin auf der Flucht oder was auch immer. No pain no gain. Ich habe in der Regel miserables bis gar kein medizinisches Equipment, weil ich auf der Flucht vor der Staatsmacht einfach keinen Platz für besagten Defi habe.

In diesen Fällen unterscheidet sich mein Notfallset aber stets erheblich dennochs bin ich derjenige, der es anwenden muss, weil entweder die Retter noch nicht da sind oder ich gar nicht will dass die Retter kommen.

Das Argument, eventuell kommt wer daher, der superdupergut mit all den feinen teuren Sachen umgehen kann und der schneller ist als die professionellen Retter halte ich für unwahrscheinlich. Weder auf der Bergtour noch auf hoher See würde ich mich auf einen solchen Zufall verlassen wollen. In der Premiere vom "Ring" in Bayreuth mag die Arztdichte etwas höher als durchschnittlich sein, aber ansonsten...

Also mach es bisher aus meiner Sicht wenig Sinn, mehr zu horten als was man selbst verwenden kann.

Kommen wir zu Szenario a2:

Die Ordnung bricht zusammen:

Ich halte es für ein sehr weit her geholtes Überlebensmodell, eine kleine Privatklinik betreiben zu können, zu hoffen dass in diesem Falle gutgelaunte hilfsbereite medizinische Fachangestellte zufällig in meinen Garten stolpern und sagen: Ja da schau her, die Schwarzwaldklinik, da bleiben wir, flicken die armen Verletzten, Moribunden und Erkrankten zusammen, is ja alles da ( Westflügel etc.) und dem, der uns das alles zur Verfügung stellt, dem sind wir doch recht viel schuldig und den füttern wir durch die Krise. ( jaja polemisch aber you get the point, oder?)

Vermutlich hauen sie viel eher mir und meiner Familie was auf den Kopf, plündern mich aus um dann die erbeuteten Gegenstände gegen etwas Dosenfleisch zu verhökern.
Oder der Usurpator stellt einen ungeputzten Stiefel auf mein teures Sterilisationsgerät ( meinethalben auch den Defi ) und bedeutet mir, das das jetzt seines sei.
Ein verwundertes Zögern meinerseits sollte in diesem Falle unterbleiben.
( was ich sagen will: Entweder hältste Deine Vorräte geheim, dann findet Dich keiner, der damit umzugehen weiss oder Du plapperst es rum und bist dann der Dumme.
Denn wenn Du Zeugs hast, mit dem Du nicht umgehen kannst, dann bist Du abhängig vom Wohle anderer und das is nie so eine gute Idee.)

Ja, das ist polemisch. Aber eine Hypotese ist nur dann valide, wenn sie gegen null und gegen unendlich Bestand hat. wenn sie nur gut ist, solange alles normal ist, dann brauch ich mich auf das Aussergewöhnliche nicht vorzubereiten.



und nun zu b) (allen anderen "Gute Nacht")

"Selbst ein 9 jähriger kann defibrillieren und ausserdem hängen in den U-bahnen ganz viele Defis rum, ergo muss was dran sein!".

Folgende Quellen bitte lesen: http://www.herzstiftung.de/Defibrillator-fuer-zu-Hause-kaufen.html

und japanische Studie 2013 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23603306


und hier das neueste, das ich finden konnte:
https://circ.ahajournals.org/content/111/24/3336.full

Alle Studien gehen davon aus, dass die Defibrillatoren an Orten ausgehängt werden, wo viele gefährdete Personen sind.
Für Privatpersonen sehe ich keine Studien, sorry.
( Polemic on: Golfclubs in Florida, ich hab mal in FL gelebt, da darf Methusalem wegen Unterschreitung der Altersgrenze nicht rein...)

und alle Studien, am schönsten die letzte gehen von folgender Rettungskette aus:

- Alamierung des Notfallsystems ( 911 in USD, 112 in D)
- Erkennen des Herzstillstands durch trainierte Umstehende und suffiziente Herz-Lungen-Wiederbelebung
- frühe Defibrillation
- früher advanced life support ( Das beinhaltet die Stabilisierung des Reanimationsergebnisses durch Medikamente und Intubation)

Spätestens bei Punkt 4 kommt jeder noch so gut angelesene Laie ins Schleudern.

Also bringts das auch nur, wenn Rettungskräfte eintreffen, und zwar rechtzeitig.
Im Szenario "Flucht" und im allen Szenarien "Ordnung zusammengebrochen"ist dies aber nicht der Fall.

Selbst im günstigsten Falle ( Studie 1, Japan) ist das positive neurologische Ergebnis ( Also überleben mit Hirn ) von 12 auf 36% gestiegen.
Andersherum: 2/3 der defibrillierten behalten eine negative neurologische Symptomatik zurück. Leider weiss ich nicht ab wann die von "positive" sprechen.

Also selbst wenn Doogie Hauser ( bitte selber suchmaschinennachschaun) vorbeikommt und nicht zufällig nen Katecholaminperfusor, ne Evita oder nen Servo C, Tuben und Spatel, n Thromektomie-Set incl. OP Schwester, n Bildwandler und weiss der Kukuk was noch alles dabei hat, ja dann wird Dir der ganze Materialhort nicht viel nützen.

Ach ja, weil wir grad bei Polemik sind... auf youpoops sind zig Beispiele von Kindern, die jüngste mein ich 4 Jahre, die eine Cessna landen, zu sehen.
Ich bin dennoch froh, dass die allermeisten Piloten eine fundierte Ausbildung haben und in der Regel ohne Hilfsmittel auf den Tisch schauen können.

Klar ist es nicht schwer erlernbar, zwei Plapperl auf den Brustkorb zu pappen und auf Start zu drücken.
Aber das reicht halt net, schon gar nicht wenn man alleine auf sich gestellt ist.
Dass 11-jährige das in der Tat idiotensichere Teil aufklappen und benutzen können, ohne sich selbst zu gefährden, mag sein.
Und nu? Ausser dass der am Boden liegende Onkel dann so lustig zuckt wird eine 11-jährige wenig Sinnvolles beitragen können.
Wir lassen in der Regel Kinder erst ab 14 auf die Intensivstation. Selbst als Besuch...

Wer glaubt, mit einmal 360 V auf die Wampe brennen is es getan, der hat zuviel Pulp fiction gesehen ( OK, Honeybunny hat adrenalin intracardial bekommen...).
Es hat immer einen Grund, wenn wer stirbt. Herzstillstand oder Kammerflimmern ist in der Regel keine Erkankung per se sondern ein Symptom eines todbringenden Zustands. Da reicht es nicht, das Symptom zu kurieren und das Herzerl nochmal in ne Ehrenrunde zu schicken.
Vor der Therapie hat der liebe Gott die Diagnose gesetzt. *seufz*

Irgendwer schreibt hinter seinen Namen MD. Ist das Ausdruck des Berufsdoktorats nach erfolgreichem Abschluss eines
Bachelor-Studienganges ohne Promotionsleistung? Das ist imho Polemik... jaja bin schon still.

So genug, jetzt hab ich meinen schönen Feierabend für Euch geopfert und: Ich hab es gern getan.
Wer Polemik weitertreiben will, na ja, dem sei der Spass vergönnt.

Die anderen haben eventuell etwas Information erhalten und können sich ein eigenes Bild machen.
Keiner muss meiner Meinung sein, ich will weder jemanden davon abhalten, sich nen AED zu kaufen noch sonstwie missionieren.

Allerdings fänd ich es schön, wenn man sich ausserhalb des Forums fortbildet, 1. Hilfe Kurse besuchen würde und sich eventuell bei Feuerwehr oder THW engagiert.
Hilft der Allgemeinheit und bildet einen selber weiter.
Und wenn nur einer dabei ist, der darüber nachdenkt, wie gut seine Kenntnisse in 1. Hilfe sind und der erkennt, wie wenig man ausrichten kann, wenn man statt fundiertem Wissen nen Stall voll Equipment hat und das dann kritisch überdenkt: Dann habe ich mehr erreicht als ich mir erträume.

Guten Abend, soorry für den langen Post. Ich neige zur Weitschweifigkeit, mea culpa.

Almi, ( aaaahh juckt das grad in den Fingern....)

karlrossmann
20.01.2014, 23:15
Hallo lieber Almi-

mit dem Hinweis auf den "MD" hast Du wohl mich gemeint. Ich setze das hier im Forum hinter meinen Alias, wenn ich zu medizinischen Themen poste, um darauf hinzuweisen, dass ich ein "Medical Doctor" bin. Das als Hinweis auf meine formale Qualifikation. Aber keine Sorge, ich bin auch richtig promoviert.
Im Übrigen stehe ich zu meinen Äusserungen in den vorhergehenden Kommentaren. Wenn Du auch Intensivmediziner bist, na dann haben wir, wie Du so schön sagst, hier eben konkurrierende Ansichten.

Gruss,
KarlRossmann, MD

Wolfshund
20.01.2014, 23:25
Zu den AEDs, du Argumentiert mit folgendem:

- AEDs nützen auf lange Sicht nichts
- Eventuell bleiben Spätschäden zurück

Zum ersten Argument möchte ich sagen, dass es nicht umsonst "plötzlicher Herztod" heißt und in vielen Fällen eben keine offensichtliche Ursache erkennbar ist.

Zum anderes ist es so wie Karlrossmann gesagt hat, dass
1. bei rascher Reanimation die Patienten tatsächlich nach einigen Minuten erwachen und
2. Die Ischämie am Herz zwar bleibende Schäden hinterlassen kann, diese aber auch auf lange Sicht nicht tödlich ist, tödlich sind einzig die dabei auftretenden Herzrhythmusstörungen.


Zum zweiten Argument muss man sagen, dass diese Studie allein nicht aussagekräftig ist und entscheidende Details (für mich) nicht nachvollziehbar sind.
Spätschäden können bei allem entstehen, wenn dies gänzlich verhindern wollte, dann müsste man seine Patienten erschießen.



Ein weiterer Aspekt auf den du überhaupt nicht eingehst:

Auch unter Zivilisationsbedingungen ist der AED ein Lebensretter, ebenso wie Rauchmelder und Feuerlöscher sind auch Verbandkasten und AED effektive Geräte für Zivilisationsnotfälle und helfen im wichtigsten Teil der Rettungskette.

Ich kann Karlrossmann nur zustimmen, ein AED ändert die Chancen auf eine erfolgreiche Wiederbelebung dramatisch und ist durch nichts ersetzbar.

DocAlmi
20.01.2014, 23:40
Da die Diskusion ein wenig vom ursprünglichen Thema " Hilfestellung bei einer 1. Hilfe Liste" abdriftet schlage ich vor, einen eigenen Thread über Sinn und Unsinn eines AED im privaten Haushalt zu eröffnen. da können wir uns dann die Köppe einschlagen, von mir aus auch auf hohem Niveau.
Was nicht nachvollziehbar an der Studie aus dem New England J ist, kann ich wiederrum nicht nachvollziehen aber seisdrum.
Wenn nur einer dafür ist, dann mach ich nen eigenen Thread auf.

Almi

Vollzeit-Opa
21.01.2014, 00:29
Allerdings fänd ich es schön, wenn man sich ausserhalb des Forums fortbildet, 1. Hilfe Kurse besuchen würde und sich eventuell bei Feuerwehr oder THW engagiert.
Hilft der Allgemeinheit und bildet einen selber weiter.
Und wenn nur einer dabei ist, der darüber nachdenkt, wie gut seine Kenntnisse in 1. Hilfe sind und der erkennt, wie wenig man ausrichten kann, wenn man statt fundiertem Wissen nen Stall voll Equipment hat und das dann kritisch überdenkt: Dann habe ich mehr erreicht als ich mir erträume. ... war leider nicht dick geschrieben (und/oder für den einen oder anderen im Text zu tief!

Danke
Schorsch

kath
21.01.2014, 00:45
Hi,

bei meinem letzten Sonnenbrand habe ich von Fenistil ein Wundheilgel aus Hydrokolloidgel ausprobiert und war vollauf begeister! Das Gel kühlt sehr angenehm, zieht schnell ein und der Sonnenbrand ist schneller abgeheilt als durch das bloße Eincremen mit After-Sun Lotion. Daher halte ich es für eine sinnvolle Ergänzung, denn einen Sonnenbrand (oder auch eine Brandblase -muss ja keine großflächige Verbrennung sein...) hat man sich schnell mal eingefangen.

Desweiteren würde ich zur Ergänzung deiner Vitamin C-Tabletten, noch Multivitamintabletten hinzufügen, denn nur Vitamin C finde ich ziemlich einseitig, da ich davon ausgehe, dass wenn dein Körper nach dem Zusammenbruch der Zivilisation mit Vitamin C unterversorgt ist, ihm wohl auch andere Vitamine fehlen.

Vielleicht wären auch ein paar Schlaftabletten oder zumindest ein pflanzliches Beruhigungsmittel nützlich, da im Krisenfall durchaus mit Schlafstörungen zu rechnen ist. Und selbst wenn du sie selbst nicht nehmen willst, haben deine Lieben vieleicht so sehr an der Krise zu knabbern, dass sie sie gerne nehmen, um mal durchschlafen zu können.

Außerdem habe ich keine fiebersenkenden Mittel gesehen...oder habe ich die vielleicht überlesen?

Nützlich können im Einzelfall auch Mittel gegen Sodbrennen sein, besonders wenn man sowieso dazu neigt... Man könnte aber auch einfach Natron in der Küche vorhalten, hilft im Notfall ebenso...


Und dann hätte ich an die Mediziner im Forum noch eine Frage: Wie sieht es aus, wenn jemand in Folge der Krisensituation in einen psychologisch bedenklichen Zustand verfällt und vielleicht apathisch wird und die Nahrungsaufnahme verweigert?
Wären dann pflanzliche Antidepressive und Appetitanreger sinnvoll und wenn ja, welche würdet ihr wählen?

Was ich definitiv empfehlen kann, ist, sich mit Heilpflanzen zu beschäftigen und zwar am besten, bevor die Krise ausbricht! Denn wenn die Krise, was auch immer es sein sollte, so lange anhält, dass die med. Vorräte zur Neige gehen, kann man sich teilweise aus der Natur behelfen. Ein kleiner Kräutergarten ist da fast eine Hausapotheke ;) Leider nur praktikabel, wenn man den Platz und die Zeit dazu hat...
Verfolgt man diesen Gedanken ("was wenn die Krise länger dauert?") weiter, könnten auch Stoffverbände, die man auskocht, eine Überlegung wert sein...

So...das war jetzt en bissl was. Könnt ja mal euern Senf dazugeben ;)

Lg
kath

Hunted
21.01.2014, 01:34
Antidepressiva sind per se eine sehr diffizile Sache. Verschiedene Wirkstoffklassen, verschiedene Zweitwirkungen (anregend/dämpfend), verschiedene und sehr schwere Nebenwirkungen, Wechselwirkungen/Unversträglichkeiten mit anderen Medikamenten, teilweise recht komplizierte Dosierungsschemata und vor allem eine sehr lange Dauer bis zum Wirkeintitt (Wochen!). Bei pflanzilichen Antidepressiva kommt hinzu, dass der Wirkstoffspiegel stark schwankt und die Dosierung damit zum Glücksspiel wird.
Meine Empfehlung: Antidepressiva als Medikament für den BOB nur als persönliche Medikation für den Depressiven unter Medikation. Selbst für den Psychiater ist das nichts für den BOB, für dem Mediziner noch weniger und für den Laien erst recht nicht.

Sinnvoll ist aber sicherlich sich mit Psychohygiene zu beschäftigen. Vielleicht ist auch der ein oder andere Blick in die Arbeitsweise der Kriseninterventionsteams sinnvoll. Zugegeben ein interessanter Aspekt, den ich in Sachen Preparedness noch nicht bedacht habe

DocAlmi
21.01.2014, 02:15
Hi kath,

zu den Mitteln gegen Sonnenbrand: Sicher nicht schlecht, ich würde alles meiden, was Parfüme oder so beinhaltet. Das von Dir erwähnte Mittel bringt sicher Linderung. es ist zwar besser, erst gar keinen Sonnenbrand zu kriegen aber wenn, dann mag das hilfreich sein.

Was das Vitamin-C / Multivitamin Thema angeht so muss ich etwas zu bedenken geben.
Was ist denn erste Hilfe? Darunter fallen für mich Maßnahmen die von jedermann zu bewerkstelligen sind um lebensbedrohliche Zustände abzuwenden oder abzumildern bis professionelle Hilfe eintrifft. Immer wieder gern vergessen: Notruf absetzen und sicher sein dass er gehört und verstanden wird und das Abwenden von weiterem Unheil durch Absichern der Unfallstelle, retten aus der Gefahrensituation gehören ebenso dazu.

Vitamin C und Muvitabs, Schweinebraten und ein frisches Helles gehören aus meiner Sicht eher zu den Nahrungsmitteln.
Einen akuten Skorbutanfall und das akute Tic-Tac-Entzugssyndrom meiner Tochter lasse ich wegen der Gefahr der Polemik mal jetzt weg.

Du hast aber schon recht, Das gehört aus meiner nicht-preppenden Sicht vermutlich zu den Erfordernissen einer Vorbereitung auf eine längerfristige Krise, aber eher im Rregal mit den Nahrungsmitteln. in einem Erste Hilfe Kasten der Aussmaße wie im Eröffnungspost beschrieben gehört aus meiner Sicht nur rein, was 1. Hilfe ist. Alles weitere verwirrt, lenkt ab und macht das ganze unübersichtlich.

Fiebersenkende Mittel sind zuhauf vorhanden, PCM, ASS und IBU sind da genannt, das ist aus meiner Sicht redundant. Ibu wegen der therapeutischen Breite wäre da meine Empfehlung. Auch hier eine Warnung, Fiebersenkung hat noch keinen geheilt, denn Fieber hab ich in der Regel von Infektionen und die fiebersenkenden Mittel ändern nix an der Infektion sondern unterdrücken ein Symptom. ( und wiegen einen unter Umständen in falscher Sicherheit ).


Schlaftabletten? Kommt drauf an. Allesamt verändern sie die Reaktionsfähigkeit, die Wahrnehmungsschärfe und die Fähigkeit schnell und sicher zu handeln. Würde ich nur dann befürworten, wenn ich in 100% Sicherheit bin. Erst recht bei meinen Lieben. Ich stell mir grad vor wie ich zwei so halbgare hinter mir herschleppen muss, wenns hinter mir raucht und scheppert...

Psychopharmaka, mein Leibgericht...
Der von Dir beschriebene Zustand tritt vermutlich eher als akute Belastungsreaktion in Anbetracht eines seelischen Traumas auf. Da hilft das Antidepressivum nicht wirklich.
oder zumindest nicht schnell genug, um in einer Krisensituation zu helfen. Pflanzliche Arzneimittel in allen Ehren, aber die Antidepressiva auf pflanzlicher Basis , Johanniskraut und ähnliche sind von der Wirksamkeit eher im "milden" Beriech anzusiedeln, um es mal lieb zu formulieren.
Du beschreibst einen antriebsarmen Zustand, man bräuchte also ein stimmungsaufhellendes und gleichzeitig antriebssteigerndes Medikament.
Also zum Beispiel ein SSRI (selektive serotonin reuptake inhibitor) oder etwas ähnliches.
Gibts zuhauf. Der Haken an der Sache: Die benötigen bis zu 3-6 Wochen, bis sie wirken, da der Mechanismus auf einer Umstellung auf zellulärer Ebene beruht.
Soviel Zeit hast Du in einem solchen Zustand nicht.
( illegale Psychostimulantien wären da eher wirksam, Amphetamine hatten in Kriegszeiten Hochkonjunktur, Appetitanreger.... nun, Deine erwähnte Person hat ja vermutlich Hungeraber spürt ihn nicht mehr ) aber das ist alles nichts wozu man wirklich raten könnte.
lies mal den Artikel Pervitin bei wikipedia

Gut zureden, in Sicherheit bringen, eine sinnvolle Aufgabe zum Wohle von sich und anderen, dabei sein und zur Not einfach immer wieder versuchen, mehr bleibt einem wohl nicht. Treten bedrohliche Zustände ein müsste man darüber nachdenken, die Abwehrfähigkeit ausser Kraft zu setzen und zu sedieren, um dann Flüssigkeit und Nahrung mit "Gewalt" durchzusetzen. Dies führt dann allerdings zu einem erneuten Trauma und da capo al fine...

Also ein Dielmma ohne wirklich gute Lösungsmöglichkeiten. Milde Antidepressiva müssten längere zeit vorher eingenommen werden und aus meiner ganz bescheidenen Sicht ist eine intakte Struktur, das richtige Maß an Ablenkung und die Beschäftigung mit Schönem ( Spiele, Gedichte, Musik, Kunst etc.) in Krisenzeiten vermutlich ein wesentlicher Faktor zur Bewältigung von Stress, Gewalt und Not.

Ich habe viele Kriegsflüchtlinge gesehen und am besten, rein psychisch betrachtet, waren die zurecht, die eine Familienstruktur oder zumindest eine Notgemeinschaft aufrecht erhalten konnten und trotz Flucht und Verfolgung im Angesicht des Todes ein Musikinstrument, einen Gedichtband oder ein simples Kartenspiel dabei hatten.
Ach Sport hilft, allerdings habe ich leider viele Kinder gesehen, die keine Kraft mehr zum spielen hatten.
Überleben ist ein recht anstrengendes Geschäft...

Deinen letzten Satz, der mit den heilkräften der Natur kann ich nur unterstreichen !

Gruss, Almi

DerGerald
21.01.2014, 08:48
Hallo,

Erstmal möchte ich Doc Almi danken, weil er auch sehr lange Posts schön gliedert und so pointiert schreibt, daß einem nicht fad wird. (Schon mal daran gedacht ein Buch zu schreiben?)

Ich für meinen Teil halte nur Dinge vor, mit denen ich auch umgehen kann. Keine Herz Torax Drainagen und nichts womit ich jemandem ins Herz oder sonstwo hinein stechen kann oder muß.
Deshalb habe ich auch einige Posts vorher gemeint, daß es eine Shortlist geben sollte. (Erste Hilfe Koffer und sinnvolle Ergänzungen)

Dann habe ich noch eine Frage, von der ich weiß, daß Mediziner möglicherweise nicht viel davon halten und es in den Bereich der Esoterik schieben: Was ist mit Homöopatischen Mitteln? (Globuli und so)
Die sollten erstens lange halten, zweitens nicht unbedingt schädlich sein und drittens ev. sogar wirken :)

Eine andere Idee wäre noch ein Buch über Heilkräuter, deren Wirkung und Aussehen, sowie die Zubereitung. Das könnte ja auch hilfreich sein, oder?

Und dann als letzte Idee, die in der heutigen Zeit leicht illegal ist, aber in einer Krise möglicherweise sowohl im medizinischen Sinn als auch im Tauschhandel durchaus sinnvoll sein könnte: Hanfsamen :) (Natürlich rechtzeitig kultiviert)
Ich will jetzt keine Diskusion über legalität von Drogen vom Zaun brechen sondern nur wissen, ob das aus medizinischer Sicht sinnvoll sein könnte.

So das war es auch schon von mir.

Gruß
Gerald

Frequenzkatastrophe
21.01.2014, 09:23
Ok, ganz kurz, ich hab mich aus der Defi ja/nein Diskussion jetzt bewusst ausgeklinkt.

Nur ein Satz zu den Hanfsamen, das Problem ist, dass Du Dich schon mit dem Erwerb der Samen strafbar machst oder zumindest in eine ziemliche Grauzone des BtMG bewegst. Außerdem ist es bei der Idee mit auswerfen und sprießen lassen nicht getan, derartige Pflanzen müssen kultiviert werden damit sie einigermaßen Ertrag abwerfen. Wenn man damit keine Erfahrung hat und juristisch 100%ig auf der sicheren Seite sein will - klares nein in meinen Augen.

Isuzufan
21.01.2014, 11:14
Also zumindest in Österreich ist der Erwerb von Hanfsamen legal wenn auch nicht sinnvoll für SHTF.

LG Wolfgang

Hunted
21.01.2014, 14:27
Dann habe ich noch eine Frage, von der ich weiß, daß Mediziner möglicherweise nicht viel davon halten und es in den Bereich der Esoterik schieben: Was ist mit Homöopatischen Mitteln? (Globuli und so)
Die sollten erstens lange halten, zweitens nicht unbedingt schädlich sein und drittens ev. sogar wirken :)


Tu was du nicht lassen kannst. Wenn du das Geld über hast und daran glaubst - warum nicht. Komm nur bitte nie auf die Idee echte Krankehiten damit zu behandeln, dass kann tödlich enden. Mein Tipp: Kauf Traubenzucker, da ist das gleiche drin und billiger sind sie auch.

karlrossmann
21.01.2014, 14:32
Mein Tipp: Kauf Traubenzucker, da ist das gleiche drin und billiger sind sie auch.

Hallo Hunted-

ich glaube, es ist Milchzucker drin. Der wirkt in grösseren Mengen abführend.

Gruss, KarlRossmann

DerGerald
21.01.2014, 14:49
Hallo,

Tu was du nicht lassen kannst. Wenn du das Geld über hast und daran glaubst - warum nicht.

Es geht hier um eine Liste für 1. Hilfe, oder irre ich mich?
Die wird meines Wissens nach nicht bei Krankheiten angewandt sondern eher bei Verletzungen. Wenn Du meinst, daß Traubenzucker als Erste Hilfe Maßnahme gut wirksam ist, dann bitte doch darum diesen in die Liste aufzunehmen, und gib auch an für oder gegen was er hilft.

Das Kinder wenn sie sich das Knie aufreißen plötzlich weniger Schmerzen verspüren, wenn sie Rescuesalbe oder Tropfen bekommen kann ich anhand meines Sohnes sogar beweisen :o) (Plazebowirkung?)


ich glaube, es ist Milchzucker drin. Der wirkt in grösseren Mengen abführend.
Als Arzt, der du bist, frage ich dich mal direkt: Können homöopathische Mittel schaden? Wenn ja, welche Schäden sind dir bekannt?

Ich persönlich halte von diesen Globulis nicht wirklich etwas. Ich merke nur, daß es Leute gibt, die darauf durchaus ansprechen. Das Thema hab ich nur angeschnitten, weil es hier um Erste Hilfe geht, nicht um Behandlung von Krankheiten oder langfristige Heilungsverläufe. Wenn eine Verletzung nicht schlimm ist, aber trotzdem weh tut, dann kann man es doch erstmal mit dem Zeug probieren und muß nicht gleich den Pharmahammer auspacken, oder?

Gruß
Gerald

Wolfshund
21.01.2014, 15:19
Der Zucker soll vermutlich für einen Unterzucker bei Diabetikern dienen, allerdings hilft der nur weiter wenn das Opfer 1. Wach ist und 2. hypoglykämisch (unterzuckert) ist, was sich aber ohne Messgerät nur schwer feststellen lässt.



Ich stimme dir aber zu, dass man sich vor dem Zusammenstellen einer Ausrüstung folgende Gedanken stellen muss:

-Für welche Notfälle bereite ich mich vor?

-Für welchen Zeitraum soll der Patient versorgt werden können?

-Wie groß ist das Budget?

-Welchen Umfang (Größe) soll die Ausrüstung haben?

-wer soll die Ausrüstung benutzen (Ausbildung)?

Hunted
21.01.2014, 15:22
Hallo,
Es geht hier um eine Liste für 1. Hilfe, oder irre ich mich?
Die wird meines Wissens nach nicht bei Krankheiten angewandt sondern eher bei Verletzungen. Wenn Du meinst, daß Traubenzucker als Erste Hilfe Maßnahme gut wirksam ist, dann bitte doch darum diesen in die Liste aufzunehmen, und gib auch an für oder gegen was er hilft.
Unterzuckerung, Erhöhter Energiebedarf.
Und bei Erster Hilfe geht es um eben eine erste Hilfe. Egal ob bei akuten Krankheiten oder Verletzungen.



Das Kinder wenn sie sich das Knie aufreißen plötzlich weniger Schmerzen verspüren, wenn sie Rescuesalbe oder Tropfen bekommen kann ich anhand meines Sohnes sogar beweisen :o) (Plazebowirkung?)
Nenn mich altmodisch, aber früher hats ein Pflaster gegeben und geheißen "stell dich nicht so an".



Als Arzt, der du bist, frage ich dich mal direkt: Können homöopathische Mittel schaden? Wenn ja, welche Schäden sind dir bekannt?
Ja. Enthalten Zucker und/oder Alkohol. Und die größte Gefahr ist neben einem leeren Geldbeutel die verschleppung einer ernsten Krankheit, bzw. die unterlassene Therapie. Was beides zu bedrohlichen Komplikationen mit dauerhaften Einbußen der Lebensqualität, bis hin zum Tod führen kann.



Wenn eine Verletzung nicht schlimm ist, aber trotzdem weh tut, dann kann man es doch erstmal mit dem Zeug probieren und muß nicht gleich den Pharmahammer auspacken, oder?

Auch hier komme ich wieder mit meiner altmodischen Art + dem was man an Psychologie im Studium lernt. Entweder es ist nicht so schlimm - dann brauche ich auch nichts (egal ob Opiat oder Placebo) oder es ist schlimm und dann brauche ich definitiv was - und zwar was echtes und kein Placebo. Und wenn ich schon bei ersterem trotzdem immer etwas gebe ("zur Beruhigung"), dann erreiche ich damit bei mir und bei den anderen eine unnötige Medikalisierung/Konditionierung. Vergelichbar mit einem Kind, dass immer etwas Süßes bekommt, wenn es schreit. Irgendwann wird es schreiben, nicht weil es Süßigkeiten will, sondern weil es sie braucht..
Und können wir so etwas im SHTF Fall gebrauchen? (Wie du dein Kind erziehst ist deine Sache und klammere ich jetzt hier erst mal aus)

karlrossmann
21.01.2014, 15:46
Hallo Gerald-

ganz direkt: Ich halte Homöopathie für Humbug.
In den Hochpotenzen ist ausser dem Verdünnungsmedium, also Wasser oder Milchzucker, praktisch nichts weiter enthalten. Folglich kann das auch nichts schaden.
Bei Niedrigpotenzen von Schwermetallen sieht das u.U. anders aus. Ich kenne mich aber mit den dort üblichen Dosierungen nicht aus und weiss daher nicht, ob das bei bestmmungsgemässem Gebrauch praktisch vorkommt.
Heilungserfolge gibt es aber sicher. M.E. ist dafür der enorme Suggestionseffekt verantwortlich, der in der Alternativmedizin gegenüber der Schulmedizin leichter zu erreichen ist, weil:
1) Die Therapeuten oft charismatischer und die Patienten leichtgläubiger sind
2) Die Therapeuten das Blaue vom Himmel versprechen dürfen und nicht noch über jedes noch so seltene Risiko aufklären müssen
3) Die Anhänger sich durch unsensible Kritik von "Aufgeklärten" gekränkt fühlen und dann in einer "Wagenburgmentalität" unter sich bleiben, was wiederum 1) verstärkt

Nicht nur deshalb bin ich mit Kritik an den Alternativmedizinern vorsichtig. In der Schulmedizin, der ich angehöre, wird m.E. massiv, massiv, massiv überdiagnostiziert und übertherapiert. Unsere Methoden sind vielleicht nicht komplett unwirksam ( minus Placeboeffekt) ihre Wirksamkeit wird aber m.E. von den meisten Patienten UND Ärzten deutlich überschätzt. Sie werden oft unnötigerweise eingesetzt und sind dafür aber zu teuer und gefährlich.
Weil aber die meisten Patienten auch mit mehr oder weniger banalen Problemen nicht mit einem "Das wird schon wieder, machen sie sich keine Sorgen" nach Hause geschickt werden wollen, sondern für ihre guten Krankenkassenbeiträge auch eine materielle Gegenleistung erwarten, wird eben "irgend etwas" gemacht, obwohls´nix bringt.
Von der Antibiotikatherapie bei Erkältung (oder bei sterbenden 90-jährigen) bis zu 95% der Kniespiegelungen.
Da sind mir die Kräuterpanscher und Wassersegner noch lieber, die richten weniger Schaden an (und werden grossteils auf Privatrechnung tätig)

Meine Meinung zu Deiner Frage: Homöopathie ist was für Wohlstandswehwehchen. Die werden bei einer massiven Verschlechterung der Lage schnell verschwinden. Daher würde ich ganz bestimmt keine Homöopathika bevorraten.

Gruss,
KarlRossmann, MD

DerGerald
21.01.2014, 15:49
Hallo,


Unterzuckerung, Erhöhter Energiebedarf.
Fällt das dann nicht eher unter Ernährung?


Und bei Erster Hilfe geht es um eben eine erste Hilfe. Egal ob bei akuten Krankheiten oder Verletzungen.
Da haben wir aber eine unterschiedliche Auffassung von Erster Hilfe. Vielleicht daher deine Überreaktion?
Bei Erster Hilfe denke ich nicht an Krankheiten.


Nenn mich altmodisch, aber früher hats ein Pflaster gegeben und geheißen "stell dich nicht so an".
Was ist dann der Unterschied zwischen Pflaster und Rescuesalbe? (Nicht mal der Preis ist höher)

Es tut mir leid, daß ich mich hier schon wieder in eine Diskussion hineinziehen lasse, die das Thema des Threads nur am Rande trifft.
Ich wollte einfach nur wissen, was die allgemeine Meinung zu den 3 Sachen ist. (Homöopathie, Kräuterbuch, Hanf als Beruhigungsmittel)

Ich dachte nicht, daß jemand so ablehnend auf Globuli reagieren würde. Die ich für mich nicht mal verwende, noch eine allzuhohe Meinung davon habe.

Gruß
Gerald

Isuzufan
21.01.2014, 15:53
Nur so nebenbei aus eigener Erfahrung:

Eine Zigarette kann bei Verletzungsschmerz sehr hilfreich sein.

Und homöopathische Mittel können sehr viel schaden!(hätten mir fast das Leben gekostet)

LG Wolfgang

Hunted
21.01.2014, 17:31
Nur so nebenbei aus eigener Erfahrung:

Eine Zigarette kann bei Verletzungsschmerz sehr hilfreich sein.


Nikotin ist in der Tat ein sehr starkes Medikament. Auch wenn es primär kein Analgetikum ist, so wirkt es über seine dopaminerge und serotinerge Wirkung durchaus auch analgetisch.
Ich würde wahrscheinlich trotzdem im Dreieck springen, wenn mir ich Schmerzen hätte und mir da jemand mit einer stinkenden Zigaretten ankommt.
Also alles Geschmackssache ;-)

PS: Zigaretten bitte nur Rauchen (wenn es denn sein muss). Wer versucht Zigaretten auszukochen oder den Tabak zu essen spielt mit seinem Leben. Hier sind schon geringe Mengen tödlich!

ksbulli
21.01.2014, 23:52
Moin Karl, moin @ll,

...ganz direkt: Ich halte Homöopathie für Humbug.
In den Hochpotenzen ist ausser dem Verdünnungsmedium, also Wasser oder Milchzucker, praktisch nichts weiter enthalten. Folglich kann das auch nichts schaden.
...
Heilungserfolge gibt es aber sicher. M.E. ist dafür der enorme Suggestionseffekt verantwortlich, der in der Alternativmedizin gegenüber der Schulmedizin leichter zu erreichen ist, weil:
1) Die Therapeuten oft charismatischer und die Patienten leichtgläubiger sind
2) Die Therapeuten das Blaue vom Himmel versprechen dürfen und nicht noch über jedes noch so seltene Risiko aufklären müssen
3) Die Anhänger sich durch unsensible Kritik von "Aufgeklärten" gekränkt fühlen und dann in einer "Wagenburgmentalität" unter sich bleiben, was wiederum 1) verstärkt
...
Meine Meinung zu Deiner Frage: Homöopathie ist was für Wohlstandswehwehchen. Die werden bei einer massiven Verschlechterung der Lage schnell verschwinden. Daher würde ich ganz bestimmt keine Homöopathika bevorraten.
...

Bevor jetzt über die Frage des Sinns oder Unsinns der Homöopathie ein Glaubenskrieg ausbricht, möchte ich mich dazu einmal vorsichtig zu Wort melden... :rolleys:

Ich stehe diesem Thema sehr, sehr differenziert gegenüber und bin Suggestionseffekten gegenüber mit Sicherheit immun. :grosses Lachen:
Zum einen, weil ich als "Rettungsbär" von Haus aus eher handwerklich und mit drastischen Methoden zu Werk gehen muss (und dies auch gern tue um Menschen effizient zu helfen) zum anderen, weil meine BEVA als Kinderkrankenschwester einige Zeit in Herdecke gearbeitet hat. Dort hat sie den direkten Vergleich von Schul- und Alternativmedizin unmittelbar erlebt und gelernt für uns und für ihre Arbeit das beste aus beiden herauszufischen. (Für aussenstehende: Das Krankenhaus Herdecke ist eine von zwei Anthroposophischen Kliniken in Deutschland, die gleichzeitig auch Primärkrankenhaus sind...)

Wir kennen daher beide Seiten der Medaille.

Ich gehe mit Dir dahin einig, dass Homöopathie in der Notfallsituation so viel zu suchen hat, wie ein ritueller Regentanz!

Es gibt jedoch durchaus Anwendungen, in denen sie, nun sagen wir hilfreich ist...
Hierzu zählen die unterstützende Behandlung bei Erkrankungen, aber auch sehr unangenehme akute Beschwerden, wie z.B. Durchfall. Und der ist allein schon blöd genug wenn kein Ventilator in der Nähe ist - und somit im Notfall wohl richtig problematisch!

Deiner Aussage bezüglich der kaum zu erwartenden Nebenwirkungen bei den Hochpotenzen muss ich allein vor dem Hintergrund eines mir bekannten realen Falles eindeutig widersprechen. Es handelt sich nach wie vor bei den Homöopatika um Medikamente, die auch mit Nebenwirkungen behaftet sein können wie beispielsweise allergische Reaktionen - auch wenn die Wirkstoffe sich im Grenzbereich der chemischen Nachweisbarkeit bewegen.

Bezüglich der Bevorratung neige ich zu der Haltung, dass nur die Homöopathika vorgehalten werden, die auch im normalen eigenen Gebrauch genutzt werden. Und hier sollte mensch bereits vorher wissen wofür das Zeug gut ist, wofür nicht und vor allem was evtl. für Nebenwirkungen zu vergegenwärtigen sind!

Leider kollidiert die Schulmedizin oft genug mit den Vertretern der "Alternativen Medizin" allein schon deshalb zu recht, weil dort der Übergang zur Esoterik nicht selten ein fliessender ist. Ich denke da zum Beispiel an den Bereich der Bachblüten und der berühmten "Rescue-Tropfen". Ich möchte gerne mal sehen, was man mit diesen Tropfen rettet... :unschuldig:

Ach so, eines noch: Du schreibst in Deinem Post so, dass Homöopathie nur von nicht näher definierten "Therapeuten" eingesetzt wir. Ich darf Dir versichern, dass es auch durchaus ernst zu nehmende Vertreter Deiner Zunft gibt, die sich entsprechend fortgebildet haben und im einen oder anderen Fall auf diese Alternativen zugreifen. Und dies ohne "das Blaue vom Himmel" zu versprechen aber inklusive einer Aufklärung über mögliche Risiken und Nebenwirkungen. Ganz so, wie es sich für einen verantwortungsvollen Arzt gehört... :rolleys:
(meine Hausärztin zum Beispiel)

suum cuique
meint der

Christian

karlrossmann
22.01.2014, 00:08
Christian-

nur als Kommentar zu Deinem letzten Absatz: Wenn ich "Therapeuten" schreibe, meine ich eben jeden, der diese Mittel anwendet. Ob studierter Arzt, Heilpraktiker oder Laie.
Im übrigen sehe ich die Homöopathie, mangels wissenschaftlicher Beweise ihrer Wirksamkeit über subjektive Erfahrungen hinaus, eben als das, was dann noch bleibt: Glaubenssache.
Und ich glaube nicht daran, ebensowenig wie an Shiva, Allah, oder das Jesuskind. Trotzdem haben die genannten unbestreitbar eine Menge Wirkungen auf viele Menschen.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

KarlRossmann

kkvesic1983
31.01.2014, 16:34
Hallo allerseits,

um auf den Titel des Threads zu kommen, würde ich die Liste eventuell erweitern um Cortisoncreme oder cortisonhaltige Creme, die gut gegen diverse Hautentzündungen etc, hilft sowie ggf. kollodiales Silber, das auch ein super Mittel ist, wenn man nicht unbedingt Antiobiotika zur Hand hat.

Was denkt ihr darüber?

Viele Grüße

Kathrin

ID 2572
17.03.2014, 13:40
Servus :)

Ein ein sehr interessanter Beitrag - hab einige Dinge mal auf meine "To Do LIst" gesetzt. :)

Auch hier Bitte an die Fachleute:
Wer wäre bereit, dem Laien eine Einkaufsliste / Empfehlungsliste von Medikamenten zu erstellen, die von der Otto-Normal Familie mit Kleinkind vorgehalten werden sollten?

kkvesic1983
17.03.2014, 16:48
Hallo Daywalker,

das kann ich gerne machen, ich habe im Krankenhaus gearbeitet und weiß, was als Grundstock gebraucht wird. Also zwei Erwachsene und ein Kind oder habt ihr noch ggf. Eltern die mit dazukommen? Was ist mit Haustieren, die bräuchten ja auch dann was oder?

Schicke mir eine PN, dann kann ich dir antworten.

Viele Grüße

Kathrin

TheHamster
17.03.2014, 21:11
Ich stelle gern mal eine Liste zusammen aber ich brauche auch folgende Infos:

Wie viele Menschen?
Kinder oder alte dabei?
medizinische Vorbildung?
Welche Szenarien sollen abgedeckt sein?
Finanzieller Rahmen?
Mit Medikamenten oder ohne?

TheHamster
17.03.2014, 22:45
Finde ich ne gute Sache... Ich geh mal in mich und werde dem Herrn Mustermann mal sein Paket schnüren. Aber erst wenn ich ausgeschlafen bin und meine lieben Patienten das her geben. Also spätestens Ende der Woche... Sollte bis Donnerstag abend noch nix gekommen sein holt den Fred ruhig einfach immer wieder mal hoch. Ich bin ja auch gern ma vergesslich (Das Alter halt :D )

Waldschrat
18.03.2014, 01:30
Medizinische Vorbildung viellleicht: Keine, außer mal vor Jahren einen Erste Hilfe Kurs, von dem schon viel vergessen wurde.

Hallo Legend,

da sprichst Du meiner Meinung nach den wunden Punkt vieler Prepper an.

Ein EH-Kurs alle 3-4 Jahre (in D der zweitägige Wochenendkurs des DRK, nicht der "Schmalspurlehrgang" für den Führerscheinerwerb) sollte Standard sein.


Meint

Matthias

ID 2572
18.03.2014, 06:01
Ein EH-Kurs alle 3-4 Jahre (in D der zweitägige Wochenendkurs des DRK, nicht der "Schmalspurlehrgang" für den Führerscheinerwerb) sollte Standard sein.


Das hab ich gestern auch so bei mir gedacht und mich beim DRK Ortsverband direkt informiert, was so angeboten wird. Stabile Seitenlage und die Basics bekäme ich wohl noch hin - alles was darüber hinaus geht: gefährliches Halbwissen!
Werd also demnächst einen Kurs buchen.

irlandia
20.03.2014, 08:03
Ich bin was die erste Hilfe betrifft , wie folgt vor gegangen. Was brauche ich am dringendsten? Welche Verletzungen treten immer wieder mal auf?

Dazu zähle ich Schürf und Schnittwunden , Durchfall, Erbrechen, Unwohlsein ,Fieber ,Husten, Erkältung. Also habe ich Pflaster verschiedene Größen und Sorten gekauft, Binden und Klammern.

Dazu ein ganz normales erste Hilfe Set, das in jeden Rucksack passt. Bin ich unterwegs und sollte sich jemand etwas brechen, werde ich mir einen Stock suchen und den Arm oder das Bein damit zu schienen.

Mit Spritzen und anderen Dingen befasse ich mich nicht, weil mir dazu die medizinischen Kenntnisse fehlen und ich, nicht mehr Schaden als Nutzen anrichten will. Außerdem wäre es mir zuviel Ballast.

Ich habe keine Angst vor Blut und anderen Exkrementen und denke im Notfall das richtige zu tun. Erste Hilfe wird aufgefrischt. Hatte mal eine Situation, als ein Hund einer Frau den Arm zerfleischte. mitten in der Stadt.

Intuitiv tat ich das richtige . Handschuhe an, der Arm sah schlimm aus man konnte bis auf die Knochen sehen, Arm verbunden und gewartet bis der Notarzt kam. In einem Survival Fall oder anderen Fällen wo kein Arzt aufzutreiben wäre, hätte ich die Wunde desinfiziert, und versucht zu nähen. Anschließend eine Heilsalbe drauf und verbunden. Und gebetet das sich nichts entzündet.

Ich vertraue einfach darauf , das sich im Notfall medizinische Zelte irgendwo befinden.

Im folgenden habe ich vorrätig: Pflaster, erste Hilfe Set, Schere, Pflasterspray, Desinfektionsspray, Hustensaft, Schmerzmittel, Durchfallkapseln, Magentropfen, Schmerzsalbe, Wund und Heilsalbe, Aspirin , Kühlgel und Brandsalbe, Mückenschutz .

Wolfshund
20.03.2014, 10:57
Ich habe keine Angst vor Blut und anderen Exkrementen und denke im Notfall das richtige zu tun. Erste Hilfe wird aufgefrischt. Hatte mal eine Situation, als ein Hund einer Frau den Arm zerfleischte. mitten in der Stadt.

Intuitiv tat ich das richtige . Handschuhe an, der Arm sah schlimm aus man konnte bis auf die Knochen sehen, Arm verbunden und gewartet bis der Notarzt kam. In einem Survival Fall oder anderen Fällen wo kein Arzt aufzutreiben wäre, hätte ich die Wunde desinfiziert, und versucht zu nähen. Anschließend eine Heilsalbe drauf und verbunden. Und gebetet das sich nichts entzündet.
Bisswunden werden nicht genäht, sondern einfach offen gelassen.
"Heilsalben" sind eigentlich auch sinnlos, da sie Placebos sind oder einfach nur desinfizierend wirken, letzteres kann man aber mit Octenisept besser erreichen.


@Daywalker:
Gerade die Basics sind ja das wichtigste!
Allein mit HLW, Stabiler Seitenlage, Druckverband und Rettungsdecke lässt sich in 99% aller "echten" Notfälle das Outcome der Patienten dramatisch verändern.
Das grobe Wissen dafür könnte man bereits in einer Stunde vermitteln.

Ich denke man müsste in den EH-Kursen viel mehr auf die Psyche der Menschen eingehen.
z.B.
Was sind die natürlichen Verhaltensmuster bei Menschen die plötzlich mit einer dramatischen Situation konfrontiert sind, wie kann man diese Verhaltensmuster durchbrechen etc.

irlandia
20.03.2014, 17:02
Die Bisswunde wurde aber im Krankenhaus genäht, von alleine wäre das nie zugewachsen.Ich schrieb, das man bis auf die Knochen sehen konnte.

Das Verhalten der Menschen in Notfällen ist immer unterschiedlich. Manche rennen weg, schauen weg und andere versuchen zu helfen oder tun es auch. Es kann eben nicht jeder, die Nerven bewahren in Notsituationen. Meist zeigt sich das erst , wenn eine Situation eintritt. Da nützt die Theorie wenig, das kann nur einer beschreiben der schon mal einen Krieg erlebt hat. In Gedanken kann man viele Situationen durchgehen, üben in Friedenszeiten, aber wenn es dann wirklich an die Substanz geht, wer bewahrt dann die Ruhe.




Ganz ehrlich wenn es um das eigene überleben geht, dann werden Menschen zu Tieren.

Hast du immer wieder wenn eine Massenpanik ausbricht, die schwachen werden niedergetrampelt.

PS meine Heilsalbe mache ich selber und sie hilft, und ja auch der Glaube versetzt Berge.

HatzDiesel
25.05.2014, 10:54
Da ich euch bei meinem Post #3023 ( Bilder eurer letzten Anschaffung ) den Inhalt meines Einsatzersthelferrucksackes vorenthielt,
habe ich gestern mal alles ausgepackt.
War auch nötig, diverse Artikel (Handschuhe,Schutzmaske FFP3,...) gleich mal getauscht.
Da muckljones den Rucksack im Post #3022 ( Bilder eurer letzten Anschaffung ) schon super beschrieben hat,
werde ich nur mit dem Inhalt weitermachen.

Kleines Fach außen/oben:
1775417755 Das Lederteil ist ein Trageriemen.

Grosses Fach außen/unten:
177531775617757 Viel Instrumente, ich weiss- da gibt es aber auch immer Schwund.....

Mittleres Fach :
1775817759 Bei den Viggo´s sind noch kleine Einheiten Betaisodonasalbe,Hautdesinfektionsmittel,Alkoholtupfer,etc.. .
Beatmungseinheit mit Hygienefilter,Güdeltuben,3 Beatmungsmasken,3 Pharyngealtuben, Beißschutz/Fixierung und
Blockerspritze


Hinteres, großes Fach:
17760 Im schwarzen Teil ist das Blutdruckmessgerät und das Stethoskop.Infusionslösung ist eine Jonosteril 1/1e, 500ml
Samsplint ist jeweils eine Schiene Bein/Arm/Finger.

Generell ist der Rucksack voll tauglich, ich werde mir jedoch noch eine grössere Lösung besorgen.
Grund dafür ist die Erweiterung mit Absaugpumpe+Zubehör,Stiffneck´s, mehr Volumen für Desinfektionsmittel,etc..... und eine logistisch bessere Sortierung.
Z.B. habe ich erst gestern bemerkt, daß ich nicht mal ein Thermometer dabei hatte....:staun:

Soweit mal von mir-wünsch euch einen schönen Sonntag,
HatzDiesel

HatzDiesel
25.05.2014, 11:53
Naja, habe nen kleinen und großen erst Geschenkt bekommen- nu isser halt da.

Oscar
25.05.2014, 12:00
Die Samsplint kann man auch zerschneiden. Dann kommt man vielleicht mit weniger aus. Außerdem machen die sich, je nach Taschengröße, prima als schützende Randversteifung der Tasche.

Wolfshund
25.05.2014, 12:22
Oder ganz weglassen.

Grund:
Bei Schwerverletzten/Polytraumatisierten Patienten hast du als Alleinversorger andere Probleme, wenn mehr Leute zur Verfügung stehen kann die HWS auch manuell immobilisiert werden.
Bei einer Monoverletzung der (H)WS kannst du den Verletzten einfach liegen lassen und etwas improvisieren
(Sandsäcke neben den Kopf, Kopf auf Transportmöglichkeit festtapen etc.)


Ansonsten finde ich die Tasche gut, als Absaugpumpe kannst du eine Blasenspritze mit Absaugkathetern nehmen, dass verbraucht wenig Platz.
Auf den Hygienefilter und einen Teil der Instrumente würde ich ehrlich gesagt verzichten, ebenso wie auf viele Desinfektionsmittel, aber dies ist nicht so entscheidend.

Was ich noch kaufen würde:
Pulsoxymeter (im Idealfall mit Ton)
mehr Infusionslösung (auch Haes wenn möglich)
Verletztenanhängekarten (z.B. die von der TREMA zum selberdrucken)
Tourniquet (CAT oder SOFT)
Schmerzmittel


Für welche Zeiträume ist die Tasche gedacht?

Waldschrat
25.05.2014, 19:39
Pulsoxymeter (im Idealfall mit Ton)


Hallo Wolfshund,

was mache ich als völlig blödsinniger Laienhelfer mit einem Pulsoximeter?

Entweder der Kerl schnauft und hat eine rosige Gesichtsfarbe, dann ist's gut und ich werde erst mal seine Schrammen und Kratzer verpflastern, oder er schnauft nicht und läuft blau an, dann CPR - aber schnell! Auch die Versorgung einer arteriellen Blutung würde ich dann an einen anderen Helfer delegieren.

Ich würde dann meine 30-2 machen, während ich einem Fünfzigjährigen, dessen erster und einziger EH-Kurs der Schmalspurkurs mit 18 für den Führerschein war, erkläre, wie man eine Druckverband macht. :traurig:

Ich finde es absolut frustrierend, wie wenig EH-Kenntnisse in der Durchschnittsbevölkerung vorhanden sind.

[QUOTE=Wolfshund;172687]
mehr Infusionslösung (auch Haes wenn möglich)


Uuups.

Was willst Du wem infundieren? Ich bekenne mich auch hier als medizinischer Laie, der mit Infusionslösungen nichts anzufangen wüsste. Was ich im Medizinkoffer habe, das sind einige Beutel Elektrolyte zur oralen Verabreichung.

Eine Intravenöse Injektion würde ich nur in extremen Notfällen versuchen, sagen wir mal eine akute Cyanidvergiftung, wo ganz schnell 10 ml 10% Natriumthiosulfat drin wären, weil ich genau wüsste, dass ich dem Patienten als Laie zwar schaden kann, er die Ankunft der Profis aber sonst nicht überleben würde.

Viele Grüsse

Matthias

Oscar
25.05.2014, 19:53
Zum Delegieren der eventuellen Wundversorgung möchte ich noch anmerken, dass es für "Ungelernte" wesentlich einfacher sein dürfte, auf Zuruf eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (oder wie auch immer man es nun nennt) zu machen, als einen Druckverband anzulegen.
Ich rate einfach mal so ins Blaue, dass ein Druckverband nicht funktioniert, wenn man das noch nie gemacht hat.

Andererseits ist es natürlich auf jeden Fall richtig, dass man sich erstmal um das kümmert, was den Betroffenen als erstes umbringt und man sich dementsprechend - als einziger, der sich an den Erstehilfe-Kurs erinnert - erstmal um die HLW/CPR kümmert und das "Abdichten" dann hoffentlich von einem kreativen Umstehenden übernommen werden kann.

Waldschrat
25.05.2014, 20:26
Ich rate einfach mal so ins Blaue, dass ein Druckverband nicht funktioniert, wenn man das noch nie gemacht hat.

Hallo Oscar,

auch eine Herz-Lungen.Wiederbelebung funktioniert nicht, wenn Du das nicht regelmässig übst. Du musst da nämlich herzhaft zulangen. Da gilt die Regel "zwei Rippen gebrochen, ein Leben gerettet"

Der Druckverband ist für einen geübten Ersthelfer eine Standardgeschichte. Das haben wir in 5 Minuten.

Ich kann Euch nur sagen, was ich mache: Alle zwei Jahre einen Wochenendkurs (16 Stunden) beim Roten Kreuz. Ist noch nicht mal teuer, kostet 50 €


meint

Matthias

HatzDiesel
25.05.2014, 20:50
Da muss ich mal meinen Handschuh für Wolfshund in den Ring werfen!
Seine Intention ist vermutlich folgende:

Pulsoximeter (mit Ton)
Ist schnell angelegt und gibt akustisch über Frequenz und Rhythmus auskunft.
Sauerstoffsättigung bei Reanimation ist auch sehr interessant (Setze Alarmgrenzen)
Bei mehreren Verletzten (Schock?.....) durchaus hilfsreich.
Hält einem ein wenig den Rücken frei....vorausgesetzt das Teil funktioniert.
Kostet ab ca.25 Euro und ist ein klein,fein Gadget.

Infusionslösung HAES-
Kolloidale Infusionslösung zur Volumentherapie- aber nur dafür !
Zur Zeit ist das HAES in der Diskussion wegen Nierenschäden,
ist Nicht bei Verbrennungen und Sepsis zu verwenden.
Aber bei einem größeren Blutverlust würde ich- ohne zu Überlegen- eine HES anhängen.
Zusammen mit einer Vollelektrolytlösung bekomme ich da ordentlich was in die Flüssigkeitsräume.

Ein Intravenöser Zugang ist schnell gelegt, eine Kochsalzlösung/Glucoselösung/Vollelektrolytlösung zum offenhalten
ist z.B. in der Pampa durchaus zu vertreten. Vorraussetzung: Mann/Frau kann es !

Was die Reihenfolge der Prioritäten angeht bin ich ganz der Meinung von Matthias, trotzdem muss man manchmal die HLW unterbrechen um andere "Löcher" zu stopfen.
Naja, und die Einschätzung der eigenen Kompetenz ist natürlich die Grundlage des Helfens.

Ich bin zwar seit vielen Jahren raus aus dem Hauptamtlichen Rettungsdienst kann aber trotzdem noch vieles im Fall der Fälle abrufen.
Durch einen Hauptamtlichen Freund bekomme ich die Neuerungen/Veränderungen gesteckt, wir üben auch einmal im Jahr zusammen auf der HLW/CPR-Puppe.
Ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert das zu trainieren, am besten mit dem 16 Stunden-Kurs (wegen der anderen wichtigen Kleinigkeiten....)

Gruß
HatzDiesel

Waldschrat
25.05.2014, 21:04
Ein Intravenöser Zugang ist schnell gelegt,


Hallo Hatz Diesel,

ich habe das Zeug (Braunülen, Infusionsbesteck) am Lager, würde es aber nur im äussersten Notfall selber verwenden.

Meine Idee ist da eher eine andere, ich treffe im Notfall einen Arzt, aber der hat kein steriles Material.

Meint


Matthias

kath
25.05.2014, 21:04
zu den Infusionslösungen:
als völliger Laie (wie Max Mustermann im Beispiel) sind sie wohl tatsächlich nur Ballast, weil man spontan nicht gleich einwandfrei damit hantieren kann und in einem EH-Kurs nicht darauf eingegangen wird, weil eine Infusion nun mal eher vom Rettungs-/ Krankenhauspersonal verabreicht wird... daher vermute ich mal, dass HatzDiesel eine gewisse Vorbildung hat.

Selbst mache ich gerade einen Lehrgang zum Rettungssanitäter: wir lernen venöse Zugänge zu legen (sprich auch Infusionen zu verabreichen) bis wir das selbstständig können, dürfen sie aber paradoxer Weise im Einsatz nicht legen, wenn der Patient nicht unmittelbar vorm Exitus steht...und dann werden wir besseres zu tun haben, als einen Zugang zu legen...

Bedeutet aber: in meiner Bevorratung werden sich Infusionsbesteck und -lösung befinden, da ich damit umgehen kann ;)

Allerdings kann ich alle Laien beruhigen: Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten einer solchen Jono-Infusionslösung ist auch nicht enorm -zur vorläufigen (!) Volumensubstitution (bei bestimmten Schockgeschehen) und zum Offenhalten eines Zuganges ganz nett, aber keine endgültige Therapie...

Zumal meine Überlegung auch wäre: Wozu einen Zugang legen und offenhalten, wenn ich keine Medikamente habe, die ich intravenös verabreichen könnte??
Daher setzt eine Jono-lösung auch voraus, dass irgendwann besser ausgerüstete Hilfe eintrifft oder man selbst Zugang zu Medis und Wissen
über weiterführende Behandlungswege hat...kommt eben auf das Szenarion an :)

Interessant wäre natürlich eine Glukose-40%-Infusion, wenn man auf einen Bewusstlosen trifft, der aufgrund einer Unterzuckerung (hypoglykämisch) bewusstlos ist...

Schwieriges Thema...man muss eben genau abgrenzen: Was kann ich? Was ist sinnvoll?
Aber man muss auch bedenken: Was im Vorrat ist, ist im Vorrat und damit immerhin in Reichweite. Man muss nicht und kann nicht alles im Rucksack
mitschleppen, wenn man flieht. Aber wenn man daheim bleiben kann, schadet es dann mehr in Reichweite zu haben?

Lg kath:)

Oscar
25.05.2014, 21:59
Ach so, was ich eben noch zur VEL (Kochsalzlösung, wie auch immer sie nun gerade genau heißt) vergessen hatte: Man kann die auch "nicht invasiv" prima verwenden, um Wunden zu reinigen. Gerade Schürfwunden und ähnliches sind da super geeignet. Einfach ein Loch reinschneiden und drüberspritzen. :lächeln:

Und wegen der Fertigkeiten, die man als Rettungssanitäter lernt, im Rettungsdienst aber wohl niemals verwenden darf, muss man auch bedenken, dass man ausgebildete Rettungssanitäter ja nicht nur im Rettungsdienst, sondern z.B. auch im Katastrophenschutz braucht. Da wird ein Behandlungszelt von einem Arzt plus sechs Helfern betrieben, von denen idealer Weise mindestens zwei Rettungssanitäter sind. Normalerweise ist der Arzt dabei froh und dankbar, wenn er jemanden hat, an den er diese Arbeiten delegieren kann und darf. Also jemanden, der das schon mal gemacht hat.

Wolfshund
25.05.2014, 22:38
was mache ich als völlig blödsinniger Laienhelfer mit einem Pulsoximeter?


Du schaltest es ein und machst den Clip an den Finger...



...Ne ernsthaft:
Auch als Laie bringt ein Pulsoxymeter eine Menge Vorteile mit sich!
Gerade mit Ton ist es ein hervorragendes Instrument um den Verletzten zu überwachen.

Beispiel:
Bewusstloser Patient nach VU mit V.a. stumpfes Bauchtrauma und Schädelhirntrauma

Nachdem du festgestellt hast, dass der Patient nicht reagiert aber atmet, hast du ihn in die Stabile Seitenlage gebracht und zugedeckt, eventuell würdest du noch den Radialispuls tasten und feststellen dass dieser bei z.B. 90 liegt.

Mit Pulsoxymeter könnte jetzt folgendes passieren:

-Du bemerkst einen plötzlichen Abfall der Sauerstoffsättigung und erkennst, dass der Kopf nicht richtig überstreckt war/ Erbrochenes die Atemwege verlegt/ die Atemfrequenz abgenommen hat.
Die Beseitigung des Problems ist einfach aber lebensrettend.

-Du bemerkst, dass der Puls schnell ansteigt (100>) und kannst auf einen Schock schließen.
Der Patient hat nun eine höhere Priorität, du weißt "wo die Reise hingeht" und kannst deine Schockmanagement intensivieren.

-Das Pulsoxymeter zeigt plötzlich eine Pulslosigkeit an.
Du beginnst sofort zu reanimieren.



Ohne Pulsoxymeter kann und wird folgendes passieren:

-Atemwegs und Atmungsprobleme werden nicht erkannt.
Die von dir beschriebene Zyanose ist bei fremden Menschen für Laien schwer zu erkennen, unmöglich wird es bei Dunkelheit, blutüberströmten Patienten und der im Schock zwangsläufigen Anämie.
Der Patient kann sterben ohne dass du das Problem überhaupt erkennst.

-Kreislaufprobleme werden nicht erkannt.
Ein Laie tut sich schwer mit dem tasten von Pulsen, er wird selten die Pulsfrequenz auszählen und den Verlauf beobachten.
Ein beginnender Schock wird somit leicht übersehen.

-Herzkreislaufstillstände werden nicht erkannt.
Ein Laie wird selten regelmäßig (in ca. 3-5 minütigen Intervallen) Atmung und Puls überprüfen können, er bemerkt einen HKS somit erst viel zu spät.

- Personal wird unnötig gebunden.
Bei mehreren Verletzten kann man einem Bewusstlosen nicht den Rücken zudrehen um z.B. bei einem anderen Patient die Blutung zu stoppen, bei einem Pulsoxymeter mit Ton ist dies möglich.


Was willst Du wem infundieren? Ich bekenne mich auch hier als medizinischer Laie, der mit Infusionslösungen nichts anzufangen wüsste. Was ich im Medizinkoffer habe, das sind einige Beutel Elektrolyte zur oralen Verabreichung.


Mit deiner Elektrolytmischung kannst du einem Patienten genauso schaden wie mit einer Infusionslösung, einzig das Risiko der Punktion entfällt.

Vorteile der Infusion sind: Die Möglichkeit der sofortigen Volumenzufuhr ohne die Nüchternheit zu beeinträchtigen, auch bei Bewusstlosen oder Bauchverletzten.



Eine Intravenöse Injektion würde ich nur in extremen Notfällen versuchen, sagen wir mal eine akute Cyanidvergiftung, wo ganz schnell 10 ml 10% Natriumthiosulfat drin wären, weil ich genau wüsste, dass ich dem Patienten als Laie zwar schaden kann, er die Ankunft der Profis aber sonst nicht überleben würde.

Das ist selbstverständlich, aber auch ein fulminanter Schock kann ein solcher Notfall sein.

Tsrohinas
25.05.2014, 22:44
.......
Pulsoximeter (mit Ton)
Ist schnell angelegt und gibt akustisch über Frequenz und Rhythmus auskunft.
Sauerstoffsättigung bei Reanimation ist auch sehr interessant (Setze Alarmgrenzen)
Bei mehreren Verletzten (Schock?.....) durchaus hilfsreich.
.....

Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, bei diesen nicht enden wollenden medizinischen Diskussionen den Mund zu halten, aber:

Ein Pulsoxy wird an der Peripherie, also Finger, Zehe, Nase oder ähnlichem befestigt.
Zum "funktionieren" braucht es eine periphere Durchblutung (RR ungefähr Syst >80mm Hg). Auch bei kalten Fingern kann es vorkommen das das Pulsoxy nichts mehr anzeigt weil die Durchblutung der Finger zu mangelhaft ist (Zentralisierung).

Bei einer Reha kommt peripher nix, aber auch gar nix an!
Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Rea`s ich schon gemacht habe. Bei keiner gab es eine Pulsoxy Anzeige!
Auch wenn jemand einen "Schock" hat, wird die Durchblutung der peripherie zu Gunsten des Körperstamms leiden....

Jede Maßnahme, jedes Gerät, jedes Medikament das man einsetzt muss eine Begründung und daraus resultierend eine Konsequenz haben. Sonst kann ich das einfach lassen.

Im Falle Pulsoxy: Entweder ich nehme das Teil um die O2 Sättigung zu messen (z.B. Konsequenz, ich gebe Sauerstoff oder beatme) oder ich nehme es zur Kreislaufüberwachung (keine Anzeige = RR zu niedrig, Frequenz zu hoch = evtl. Valsalva Manöver oder Medis usw.)

Tsrohinas

Wolfshund
25.05.2014, 23:29
Ein Pulsoxy wird an der Peripherie, also Finger, Zehe, Nase oder ähnlichem befestigt.
Zum "funktionieren" braucht es eine periphere Durchblutung (RR ungefähr Syst >80mm Hg). Auch bei kalten Fingern kann es vorkommen das das Pulsoxy nichts mehr anzeigt weil die Durchblutung der Finger zu mangelhaft ist (Zentralisierung).
Eigene Erfahrung:
Patient mit oberer GI-Blutung, RR ca. 40/20! und das Pulsoxymeter vom Monitor hat eine korrekte Pulskurve + Frequenz geliefert.
Nur der Sättigung von 100% konnte ich nicht wirklich glauben (Anämie)


Bei einer Reha kommt peripher nix, aber auch gar nix an!
Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Rea`s ich schon gemacht habe. Bei keiner gab es eine Pulsoxy Anzeige!
Jein, vereinzelt kann es schon eine Anzeige geben, aber die ist wertlos.


Jede Maßnahme, jedes Gerät, jedes Medikament das man einsetzt muss eine Begründung und daraus resultierend eine Konsequenz haben. Sonst kann ich das einfach lassen.

Im Falle Pulsoxy: Entweder ich nehme das Teil um die O2 Sättigung zu messen (z.B. Konsequenz, ich gebe Sauerstoff oder beatme) oder ich nehme es zur Kreislaufüberwachung (keine Anzeige = RR zu niedrig, Frequenz zu hoch = evtl. Valsalva Manöver oder Medis usw.)
Ja und?
Ich denke ich habe ausführlich genug erläutert, warum ein Pulsoxymeter auch für Laien nützlich sein kann.

Waldschrat
26.05.2014, 22:41
Mit deiner Elektrolytmischung kannst du einem Patienten genauso schaden wie mit einer Infusionslösung, einzig das Risiko der Punktion entfällt.




Hallo Wolfshund,

da wären mir nähere Angaben recht. Ich führe Elotrans oder Oralpädon auf Fernreisen für den Fall einer richtig ekligen Enteritis mit. Da ist es meiner Ansicht nach das symptomatische Medikament der Wahl.

"Das Risiko eine Punktion" Ich glaube, ich würde mir im Notfall zutrauen, einen IV-Zugang zu legen, da hat mich ein richtig guter Rettuntungsassistent und eine Anästhesistin, beides sehr gute Freunde, in einem Privatkurs belehrt. Ich täte es aber nur als Mittel der letzten Wahl, wenn wirklich auf mehrere hundert Kilometer kein Arzt und kein professioneller Sani in Sicht sind. Braunülen und Infusionsbesteck habe ich jedenfalls im Sanikoffer.


Vorteile der Infusion sind: Die Möglichkeit der sofortigen Volumenzufuhr ohne die Nüchternheit zu beeinträchtigen, auch bei Bewusstlosen oder Bauchverletzten.



Das ist selbstverständlich, aber auch ein fulminanter Schock kann ein solcher Notfall sein.

Du überforderst gerade meine EH-Kenntnisse. Was könnte ich ausser Schocklagerung und im Notfall CPR bis der Krankenwagen kommt noch tun???

Dass ich natürlich als Ersthelfer erst mal alles tue, um einen Volumenmangelschock durch Blutungen zu stoppen, das sollte selbstverständlich sein.

Fragt

Matthias

DerDude
27.05.2014, 15:27
Ich greife mal ein paar Punkte raus über die ich gestolpert bin und gebe dazu mal Hinweise und Anmerkungen - ich hoffe, das ist so gewünscht


Eigene Erfahrung:
Patient mit oberer GI-Blutung, RR ca. 40/20! und das Pulsoxymeter vom Monitor hat eine korrekte Pulskurve + Frequenz geliefert.
Nur der Sättigung von 100% konnte ich nicht wirklich glauben (Anämie)
Warum kannst du es nicht glauben - Bei einer Anämie kann ja auch (wie sonst auch) das komplette zirkulierende Hämoglobin oxygeniert sein - allerdings ist die Menge des transportierten Sauerstoffs natürlich für den Organismus nicht ausreichend, da zu wenig "Transporteinheiten" zur Verfügung stehen.
Von daher in solchen Fällen nicht glauben, dass die 100% sättigung für eine gute Sauerstoffversorgung im Gewebe spricht.

Gerade als Erstmaßnahme von solch starken Blutungen ist eine 100% Sauerstoffgabe sinnvoll, so schafft man auch noch (ein wenig) Sauerstoff physikalisch im Blut zu lösen, dass dann unabhängig von Erythrocyten in den Kreislauf geht.


Ich habe keine Angst vor Blut und anderen Exkrementen und denke im Notfall das richtige zu tun. Erste Hilfe wird aufgefrischt. Hatte mal eine Situation, als ein Hund einer Frau den Arm zerfleischte. mitten in der Stadt.

Intuitiv tat ich das richtige . Handschuhe an, der Arm sah schlimm aus man konnte bis auf die Knochen sehen, Arm verbunden und gewartet bis der Notarzt kam. In einem Survival Fall oder anderen Fällen wo kein Arzt aufzutreiben wäre, hätte ich die Wunde desinfiziert, und versucht zu nähen. Anschließend eine Heilsalbe drauf und verbunden. Und gebetet das sich nichts entzündet.
wie schon von Wolfshund geschrieben
Bißwunden gehören zu den Wunden, die man niemals vernäht, sondern offen sekundär heilen lässt, dass eine genähte Bißwunde "hochgeht", sich also unter der naht eine dicke infektion/Abszess bildet, ist immens hoch.



Entweder der Kerl schnauft und hat eine rosige Gesichtsfarbe, dann ist's gut und ich werde erst mal seine Schrammen und Kratzer verpflastern, oder er schnauft nicht und läuft blau an, dann CPR - aber schnell! Auch die Versorgung einer arteriellen Blutung würde ich dann an einen anderen Helfer delegieren.

Ich würde dann meine 30-2 machen, während ich einem Fünfzigjährigen, dessen erster und einziger EH-Kurs der Schmalspurkurs mit 18 für den Führerschein war, erkläre, wie man eine Druckverband macht. :traurig:
Eine Blutung, die zum Herzkreislaufstillstand führt ist so groß, dass hier die Priorität auf sofortige, effiziente und sichere Stillung liegt - ideal also Tourniquet, sofern anwendbar - hier Zeit mit Wundversorgung zu verdüddeln führt zu weiterem Blutverlust und somit zu schlechteren Bedingungen - Daher hier erst mal Blutstillung (so schnell und effektiv wie möglich) - im übrigen ... so lange du siehst, dass es eine arterielle Blutung ist, brauchst du auch kein "30-22" - es ist ja noch puls da.. ;-)
Das auftreten einer Zyanose "läuft blau an" wird bei einem solchen Pateinten auch ausbleiben - jemand der ausgeblutet ist, hat ja zu geringe Hämoglobinmengen, so dass man die Zyanose nicht sehen wird. man kann eher ein sehr blasses, schwitziges Hautkolorit erwarten - auch flächen, die sonst regelmäßig gut durchblutet und sichtbar rot sind, blassen ab (Lippen, Haut rückseitig des augenlids...)


Andererseits ist es natürlich auf jeden Fall richtig, dass man sich erstmal um das kümmert, was den Betroffenen als erstes umbringt und man sich dementsprechend - als einziger, der sich an den Erstehilfe-Kurs erinnert - erstmal um die HLW/CPR kümmert und das "Abdichten" dann hoffentlich von einem kreativen Umstehenden übernommen werden kann.
Naja, wenn ich nicht zu Beginn der HLW "Abdichte" habe ich ganz schnell nix mehr, was ich durch die Thoraxkompression kreisen lassen kann... daher primär parallel arbeiten - wenn nicht möglich, erst "Loch zu"
In den Leitlinien Polytrauma steht :
"Die Hauptursachen des Herzkreislaufstillstandes nach einem Trauma sind das schwere Schädel-
Hirn-Trauma und die Massenblutung [2, 18, 19]. Der Erfolg einer kardiopulmonalen
Reanimation ist nur gesichert, wenn die Ursache des Herzkreislaufstillstandes therapiert werden
kann."
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019l_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2011-07.pdf
Unterstreicht meine Aussage - bringt nichts, eine gute CPR zu machen, die dazu führende Blutung jedoch halbherzig, langsam, ineffizient ... zu versorgen. Idealerweise natürlich parallel, wenn das nicht möglich - würde ich zuerst das Loch schließen




Bei einer Reha kommt peripher nix, aber auch gar nix an!
Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Rea`s ich schon gemacht habe. Bei keiner gab es eine Pulsoxy Anzeige!


Jein, vereinzelt kann es schon eine Anzeige geben, aber die ist wertlos.

Es kann durchaus bei einer effektiven Reanimation zu einer Pulsoxymeteranzeige kommen - bei guter Kardiokompression mit Auswurf ist das gar nicht mal so selten, gerade zu Anfang des Herz-Kreislaufstillstands, wenn die gefäße noch eng sind. von Wertlosigkeit würde ich nicht sprechen, wenn man eine entsprechende Anzeige hat, weiß man zumindest, dass man effektiv reanimiert (allerdings wird umgekehrt kein Schuh daraus - fehlt die Welle, so kann es viele Gründe haben, nicht nur eine ineffektive Reanimation).

Tsrohinas
27.05.2014, 16:34
@Der Dude:

Anbei ein link. Bei optimaler Kompression ist mit einer Systole von 60mm Hg (andere Quellen sagen maximal 80mm Hg) zu rechnen. Kann man dort schön in den Kurven sehen.

http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/medizin1/fachinformationen/AZ_Ordner_versteckt/REA_Script_Oktober_2011.pdf

Bei 60mm Hg ist normalerweise kein peripherer Puls mehr tastbar.
Wie gesagt, eine kontinuierliche Anzeige bei einer manuellen Rea habe ich noch nie erlebt. Nur einzelne "Spitzen".

Vor zig Jahren gab es mal die "abdominelle Gegenpulsation"als Idee. Die habe ich damals mal bei einer langandauernden Rea als Ultima Ratio probiert.
Diese hat für den Auswurf wirklich was gebracht. Dieses Verfahren wurde aber u.a. wegen der großen Gefahr von abdominellen Verletzungen verworfen.
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs003900170050

Tsrohinas

DerDude
27.05.2014, 18:50
http://www.resuscitationjournal.com/article/S0300-9572%2811%2900225-5/pdf
Hier ein kleiner Artikel, der durchaus die Sinnhaftigkeit der Pulsoxymetrie während einer CPR unterstreicht.

neuere Techniken wie NIRS, die ähnlich wie ein Pulsoxy die Sättigung im Hirngewebe messen können, werden teilweise für Studien während CPR-Situationen eingesetzt - bringt aber eher was für Forschungszwecke, nicht aber in der Routineanwendung.

In dem von Dir verlinken Artikel ist der "Aortendruck" gemessen - bei einem 60er Aortendruck ist der Druck in der Peripherie schon entsprechend höher (so etwa um 70 - 80 in der A. radialis - da bekommt man schon eine entsprechende Ableitung), daher beachten, was konkret gemessen wird....

Tsrohinas
27.05.2014, 19:29
Netter Artikel, habe ich noch nicht gekannt.
Aber...er beinhaltet die Fragestellung "Warum wir denn die Pulsoxymetrie bei der Rea nicht verwenden" und versucht zu begünden, dass dies unter klinischen Bedingungen (ausgebildetes Personal und gute Geräte) Sinn machen würde. Gleichzeitig wird aber auch auf die (bekannten) Fehlerquellen (lackierte Fingernägel, pigmentierte Haut, Bewegungen bei der Reha) hingewiesen.

Grundsätzlich danke, ich habe etwas dazugelernt.
Aber...BTT
Für eine 1. Hilfe-Liste sehe ich nur einen sehr beschränkten Sinn im Zusammenhang mit einem Pulsoxymeter, vor allem bei einer präklinischen Reha durch Laien.
Für die Kreislaufüberwachung eines sonstig Verletzten mag es auch für einen Laien durchaus Sinn machen.

Ich denke, wir sollten diese Pulsoxy Geschichte damit beenden?

Tsrohinas

Hunted
27.05.2014, 19:30
Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Literatur zeigt, dass dem Pulsoxymeter unter Reanimationsbedingungen nicht unbedingt vertraut werden kann (sofern es überhaupt etwas anzeigt). Die eine in Wang Z. et al. 2011 zitierte Quelle ist weder stichhaltig, noch valide. Alles andere bleiben unbelegte Meinungen.
Hingegen geeignet für das "Kreislaufmonitoring" unter CPR ist hingegen das etCO2 (Kapnographie). Dieses gibt eine gute Aussage über die Qualität der Herzdruckmassage, sowie einen (begionnenden) ROSC.

Edit: Stichpunkt SpO2 und CPR. Ich erinnere da an den publizierten Fall von vor zwei Jahren aus Berlin, wo die Retter der BF den Patienten im Herzkreislaufstillstand nicht reanimiert haben, da das Pulsoxymeter ja eine Sättingung von 95% angab.

Tsrohinas
27.05.2014, 19:49
Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Literatur zeigt, dass dem Pulsoxymeter unter Reanimationsbedingungen nicht unbedingt vertraut werden kann (sofern es überhaupt etwas anzeigt). Die eine in Wang Z. et al. 2011 zitierte Quelle ist weder stichhaltig, noch valide. Alles andere bleiben unbelegte Meinungen.
Hingegen geeignet für das "Kreislaufmonitoring" unter CPR ist hingegen das etCO2 (Kapnographie). Dieses gibt eine gute Aussage über die Qualität der Herzdruckmassage, sowie einen (begionnenden) ROSC.

Edit: Stichpunkt SpO2 und CPR. Ich erinnere da an den publizierten Fall von vor zwei Jahren aus Berlin, wo die Retter der BF den Patienten im Herzkreislaufstillstand nicht reanimiert haben, da das Pulsoxymeter ja eine Sättingung von 95% angab.

Spässle: Au ja, wir lernen einfach jedem eine ordentliche Intubation und schlagen ein Kapnometer für die 1. Hilfeausstattung vor:rolleys:
Wenn sich das herumspricht und es ganz D-A-CH dann so macht, haben die Rettungsdienste nichts mehr zu tun und die armen Notärzte müssen elendlich verhungern.
Spässle aus

Man sollte sich nie ausschliesslich auf irgendwelche Geräte zur Überwachung von Patienten verlassen, sonst bist du verlassen. Augen, Tastsinne und Ohren auf! Bauchgefühl nicht vergessen.

Edit: Ich sehe gerade, dies ist mein 555. Beitrag im Forum, ich trink jetzt nen Schnaps!

Tsrohinas

Oscar
27.05.2014, 20:03
Ein Pulsoxy ist imho gerade abseits von Reanimationen zur Pulsüberwachung sinnvoll. Man fühlt, dass Puls da ist, klemmt das Ding an den Finger, wartet noch zwei drei Herzschläge ab, ob das Gerät die richtige Frequenz abnimmt und schon kann man denWert ablesen. Kein Auszählen kein Verrechnen bei der Aufregung. Und wenn man den Puls zwischendurch wieder prüfen will, guckt man nur auf das Gerät und fühlt nochmal, ob es noch passt.
Halte ich für praktisch. Gerade ungeübten Helfern dürfte das noch etwas Sicherheit geben. Ob man es aber in einem Erstehilfebeutel braucht... Bin nicht sicher. Vermutlich würde ich mir keins kaufen, aber warum, weiß ich auch nicht.

Ach so, und herzlichen Glückwunsch zur 555, auch im Namen meiner Familie. :grosses Lachen:

DerDude
28.05.2014, 00:54
Ich glaube Pulsoxymeter wird so oft genannt, weil die Geräte mittlerweile extrem preiswert und einfach verfügbar (in Deutschland sogar mal als Aktionsware im Discounter Lidl erhältlich) sind, zudem sind die herausgespuckten Werte recht einfach zu interpretieren.
Dennoch ist es ein Tool, dass große Fehlerquellen hat und nicht immer die Sicherheit gibt, die es suggeriert. Die Kausalkette, die Wolfshund weiter oben aufgestellt hat "-Das Pulsoxymeter zeigt plötzlich eine Pulslosigkeit an.
Du beginnst sofort zu reanimieren." würde ich so nicht unterschreiben - die Pulsoxymetrie ist halt artefaktreich und es gibt oft Probleme bei der Signalableitung. Bei den Preiswerten Finger-Geräten natürlich noch deutlich mehr, als bei einem Klinik-Monitor, bei dem man mehr Auswahl mit passenden Sensoren hat.

Von daher würde ich es nicht umbedingt in eine Laien-ErsteHilfe-Ausstattung packen.

Waldschrat
28.05.2014, 01:43
I
Eine Blutung, die zum Herzkreislaufstillstand führt ist so groß, dass hier die Priorität auf sofortige, effiziente und sichere Stillung liegt - ideal also Tourniquet, sofern anwendbar - hier Zeit mit Wundversorgung zu verdüddeln führt zu weiterem Blutverlust und somit zu schlechteren Bedingungen - Daher hier erst mal Blutstillung (so schnell und effektiv wie möglich) - im übrigen ... so lange du siehst, dass es eine arterielle Blutung ist, brauchst du auch kein "30-22" - es ist ja noch puls da.. ;-).

Hallo DeDude,

wenn ich als Laienhelfer einen nicht ansprechbaren Patienten habe, dann ist der erste Griff zur Halsschlagader um mal nachzufühlen, ob noch Puls da ist. Wenn nicht, wäre mein Hauptziel CPR.

Als Segler lernst Du eines, dass die Führung eines Schiffs aus gekonnter Delegation besteht. Ich muss dann auch andere Leute, selbst wenn die völlige Dödel in Erster Hilfe sind, anleiten können, mich zu unterstützen. Einen Druckverband, der eine arterielle Blutung zum Stehen kriegt, das bekommt eigentlich jeder hin. Wir haben das mehrfach in jedem EH-Kurs geübt und wenn ich dieses "Ameisenkribbeln" im Arm oder im Bein bekam, dann wusste ich, der Druckverband, den mein Übungspartner mir gerade gemacht hat, der funktioniert.


Meint

Matthias

irlandia
28.05.2014, 06:34
Guten Morgen,

Um auf das Thema zu antworten empfehle ich Pflasterspray. Gerade für Stellen, wo kein Pflaster hält, ist es ideal um kleine Wunden schnell zu verarzten. Ich habe davon immer einen an der Frau.

Gerade im Garten passiert schnell etwas. Oder im Alltag. Für mich ist er unverzichtbar und bei meiner 1. Hilfe Ausrüstung dabei.

Gruß Irlandia

Tsrohinas
28.05.2014, 06:46
....... Einen Druckverband, der eine arterielle Blutung zum Stehen kriegt, das bekommt eigentlich jeder hin. Wir haben das mehrfach in jedem EH-Kurs geübt und wenn ich dieses "Ameisenkribbeln" im Arm oder im Bein bekam, dann wusste ich, der Druckverband, den mein Übungspartner mir gerade gemacht hat, der funktioniert.......

Gefährlich!
1. Es gibt durchaus arterielle Blutungen die nicht oder nicht so leicht mit einem Druckverband stillbar sind. Das kann an der Art der Wunde liegen (Zerfetzung, Amputation) oder auch an der Lokalisation (Leiste, Hals).

2. Ziel eines Druckverbandes ist nicht "Ameisenkribbeln". Dieses Gefühl spürt man eher bei einer Abbindung durch mangelnde Versorgung der dahinter liegenden Körperteíle und entsteht oft durch zu schmal gewickelten Verband. Ziel ist vielmehr, dass großer Druck auf die verletzte Stelle kommt, ohne die Versorgung des restlichen Körperteils abzuschnüren.

Tsrohinas

Hunted
28.05.2014, 09:24
Spässle: Au ja, wir lernen einfach jedem eine ordentliche Intubation und schlagen ein Kapnometer für die 1. Hilfeausstattung vor:rolleys:
Wenn sich das herumspricht und es ganz D-A-CH dann so macht, haben die Rettungsdienste nichts mehr zu tun und die armen Notärzte müssen elendlich verhungern.
Spässle aus

Genau so sinnvoll, wie das jeder Laie mit einem Pulsoxymeter herumläuft ;-)
Zumal man so einen SpO2-Wert, bzw. die Pulskonturkurve ja auch korrekt interpretieren und in Verhältnis zur Klinik stellen können musst. Da tun sich doch auch einige Profis noch recht schwer ;-)
Kapnographie kann man übrigens auch bei der Larynxmaske, bzw. dem Larynxtubus verwenden - sogar beim spontanatmenden Patienten.
Was uns im nicht professionellen Setting trotzdem wieder zu dem Problem führt, dass nicht nur die Maßnahmen korrekt durchgeführt werden müssen, sondern auch die Werte richtig interprtiert werden und mit Konsequenzen behaftet sein müssen. Also nichts für den Laien - und ich finde auch nichts für den Doomsday ;-)



Man sollte sich nie ausschliesslich auf irgendwelche Geräte zur Überwachung von Patienten verlassen, sonst bist du verlassen. Augen, Tastsinne und Ohren auf! Bauchgefühl nicht vergessen.

Da bin ich absolut bei dir und das kann man gar nicht oft genug sagen/betonen! Wobei man das Bauchgefühl dann bitte im Anschluss mit Fakten belegen/wiederlegen soll. Ich empfehle die ABCDE-Herangehensweise.



Edit: Ich sehe gerade, dies ist mein 555. Beitrag im Forum, ich trink jetzt nen Schnaps!

Tsrohinas

Prost!

Oscar
28.05.2014, 10:23
Zumal man so einen SpO2-Wert, bzw. die Pulskonturkurve ja auch korrekt interpretieren und in Verhältnis zur Klinik stellen können musst.

Also bei uns haben wir sowohl bei den sanitätsdienstlichen Ausstattungen, als auch für Katastrophenschutz und im Rettungsdienst nur Pulsoxys, die die Herzfrequenz als reinen Zahlenwert und die Sauerstoffsättigung als Prozentwert anzeigen. Außerdem machen sie noch Geräusche. Mit dem Notarzt kommen vermutlich noch Sachen mit, die man an den Defi anschließen kann, aber bis dahin gibt es nichts zu interpretieren.
Zweifeln soll man aber natürlich trotzdem an den ausgegebenen Werten. Also immer wieder fühlen, ob der tatsächliche Puls dem angezeigten entspricht. Und dass die Sättigung auch zu hoch angezeigt werden kann muss einem auch bewusst sein. Man darf also auch bei 100% noch Sauerstoff verabreichen. Besonders wenn einem irgendwas komisch vorkommt. Aber wenn das Gerät eine niedrige Sättigung anzeigt, gibt es keinen Grund, nicht tätig zu werden.

De_Ba_Be
28.05.2014, 11:02
- Daher hier erst mal Blutstillung (so schnell und effektiv wie möglich) - im übrigen ... so lange du siehst, dass es eine arterielle Blutung ist, brauchst du auch kein "30-22" - es ist ja noch puls da.. ;-)).

"Wie ist der Blutdruck des Patienten" - "1 Meter bis anderthalb Meter..." /Ironie

Zur sofortigen Blutstillung mittels TQ wollte ich gestern schon was schreiben, war mir aber nicht sicher, ob das auf das zivile adaptiert werden darf/kann.

Im Bereich der "Selbst- und Kameradenhilfe" beim Militär bzw. der TCCC (Tactical Combat Casulty Care - "ungef: "Taktische Verwundetenversorgung im Gefecht") spricht an nicht mehr von der "golden hour" wie im zivilen Rettungsdienst, sondern auf Grund der Verletzungsmuster, Transportwege und Sekundärversorgung von den "Platiunum Five Minutes" in denen der Schwerpunkt auf:
- Stillung einer Lebensbedrohlichen Blutung
- Sicherung der Atemwege (Güdel/Wendel)
liegt.

Auch gilt für die sog. "Combat First Responder" (Ersthelfer im Gefecht) die grundsätzliche Regel: "KEINE REANIMATION AUF DEM GEFECHTSFELD"



Naja, wenn ich nicht zu Beginn der HLW "Abdichte" habe ich ganz schnell nix mehr, was ich durch die Thoraxkompression kreisen lassen kann... daher primär parallel arbeiten - wenn nicht möglich, erst "Loch zu"
In den Leitlinien Polytrauma steht :
"Die Hauptursachen des Herzkreislaufstillstandes nach einem Trauma sind das schwere Schädel-
Hirn-Trauma und die Massenblutung [2, 18, 19]. Der Erfolg einer kardiopulmonalen
Reanimation ist nur gesichert, wenn die Ursache des Herzkreislaufstillstandes therapiert werden
kann."

Klassischer Fall von "leergepumpt". Auch wenn es ein ernstes Thema ist, kurzer "humoriger" Einwurf:



"Ein Mann kommt an einen See und sieht am Ufer eine offenbar bewusstlose Person liegen. Er tritt näher und stellt fest das die Person keinen Puls hat und beginnt sofort mit der HLW. Nach zwei Minuten tritt ein weiterer Mann hinzu und sagt: "So wird das nix!!" Darauf der Ersthelfer: "Sind Sie Arzt?!!?" -"Nein, Ingenieur. Aber wenn Sie seinen Arsch nicht aus dem Wasser ziehen, pumpen Sie den ganzen See leer."


Back to topic:



http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-019l_S3_Polytrauma_Schwerverletzten-Behandlung_2011-07.pdf
Unterstreicht meine Aussage - bringt nichts, eine gute CPR zu machen, die dazu führende Blutung jedoch halbherzig, langsam, ineffizient ... zu versorgen. Idealerweise natürlich parallel, wenn das nicht möglich - würde ich zuerst das Loch schließen


Es kann durchaus bei einer effektiven Reanimation zu einer Pulsoxymeteranzeige kommen - bei guter Kardiokompression mit Auswurf ist das gar nicht mal so selten, gerade zu Anfang des Herz-Kreislaufstillstands, wenn die gefäße noch eng sind. von Wertlosigkeit würde ich nicht sprechen, wenn man eine entsprechende Anzeige hat, weiß man zumindest, dass man effektiv reanimiert (allerdings wird umgekehrt kein Schuh daraus - fehlt die Welle, so kann es viele Gründe haben, nicht nur eine ineffektive Reanimation).

Guter Tipp! Meine Lehre die ich daraus ziehe: Pulsoxy zu haben schadet nicht (vor allem durch die simple Anwendung auch für den Laien), ist aber kein alleiniger Heilsbringer.

HatzDiesel
28.05.2014, 17:46
Hallo Leute,
ich finde es nur klasse wie sich die Diskussion über den Ersthelfer-Rucksack entwickelt hat.
Hut ab und ein Danke an alle für die Informationen.
Meine Ausstattung werde ich definitiv auf die Vorschläge von Wolfshund abgleichen:

no Stiffneck,
Pulsoxi ist bestellt, (aufgrund der Pros und Contras dürfte die Verwendung klar umrissen sein)
Tourniquets sind im Anmarsch,
Infusionslösung (Haes) dito,
Verletztenkarte der TREMA ist runtergeladen,
Absaugpumpe wie beschrieben auch
Schmerzmittel werde ich zwar einlagern, aber nur im SHTF-Fall einsetzen.


Gruß
HatzDiesel

Waldschrat
28.05.2014, 20:52
zu den Infusionslösungen:

Hallo kath,

ich habe auf Fernreisen schon oft genug Leute behandelt, die auf gut Deutsch gesagt die "Scheisserei" hatten und kurz vor dem Kreislaufkollaps durch Dehydrierung und Mineralstoffmangel (insbesondere Kalium, Magnesium) standen.

Ich bin da eigentlich bisher mit der oralen Gabe von reichlich Trinkwasser, in dem ein Beutel Elektrolyt (z.B. Elotrans) aufgelöst war, als "Buschdoktor" relativ gut gefahren. Dazu gab es als Nachspeise Tannacomp, ich liebe das Zeug, das Wirkprinzip ist Gerbsäure, es wirkt adstringierend und verhindert den Übertritt von Wasser aus dem Gewebe in den Darm.

Was ich gar nicht so wirklich mag, das ist Immodium (Loperamid). Das lähmt den Darm und die Bakterien und ihre giftigen Stoffwechselprodukte bleiben drin.


Dann schmeisst lieber eine dreifache Dosis Aktivkohle ein.

Meint

Matthias

jonn68
28.05.2014, 21:07
Diese Gerätschaften sollte man aber bedienen und verstehen, als Laie finde ich diese Gerätschaften oversized.
Wieviele schwere Notfälle habt ihr schon gesehen und versorgt?

Lernt gut Reanimieren, eine stabile Seitenlage korrekt durchführen, wenn man das kann man schon dtl. mehr als die meisten anderen Mitbürger und kann damit dtl. besser helfen, denn zuviele technische Geräte verwirren nur im Ernstfall. Für die meisten braucht man jedenfalls personelle Unterstützung.

Für geübte Kräfte sind diese Dinge natürlich sehr nützlich, wobei ich HAES auch da fast nicht empfehlen kann.

Wolfshund
29.05.2014, 19:48
ich habe auf Fernreisen schon oft genug Leute behandelt, die auf gut Deutsch gesagt die "Scheisserei" hatten und kurz vor dem Kreislaufkollaps durch Dehydrierung und Mineralstoffmangel (insbesondere Kalium, Magnesium) standen.

Ich bin da eigentlich bisher mit der oralen Gabe von reichlich Trinkwasser, in dem ein Beutel Elektrolyt (z.B. Elotrans) aufgelöst war, als "Buschdoktor" relativ gut gefahren. Dazu gab es als Nachspeise Tannacomp, ich liebe das Zeug, das Wirkprinzip ist Gerbsäure, es wirkt adstringierend und verhindert den Übertritt von Wasser aus dem Gewebe in den Darm.

Das Problem ist, wenn die Patienten brechen, dann kann man denen soviel Elotrans und co. geben wie man will... es kommt einfach immer wieder raus.
Solche Patienten sterben durch die Elektrolytverschiebung dann innerhalb kürzester Zeit, im Krisenfall sind da einige Vollelektrolytlösungen i.v Gold wert.

@Jonn68
Dein Beitrag enthält viele Behauptungen, aber keine Begründungen.
Zudem enthält er nichts, was den Usern bei ihrer Fragestellung konkret weiterhilft.

Es ist also ein weiterer nutzloser Beitrag der nichts anderes bewirkt als den Leuten Angst zu machen, damit auch ja kein hochgeheimes medizinisches Wissen an die ungebildete Masse durchdringt... es könnte ja am Ende einer mehr wissen als man selbst... :langweilig:

Waldschrat
29.05.2014, 20:27
Das Problem ist, wenn die Patienten brechen, dann kann man denen soviel Elotrans und co. geben wie man will... es kommt einfach immer wieder raus.
Solche Patienten sterben durch die Elektrolytverschiebung dann innerhalb kürzester Zeit, im Krisenfall sind da einige Vollelektrolytlösungen i.v Gold wert.



Da hast Du natürlich recht. Wenn ein Patient z.B. eine Cholera hat, die Elektrolyte also oben und unten wider rauskämen, den kann man übrigens ohne weitere medikamente ziemlich symptomatisch kurieren. Man hängt ihn an eine Infusion und lässt eine Elektrolyt-Glucuse-Lösung reinlaufen, Da wirst Du dann allerdings eine Braunüle mit der Farbcodierung Orange nehmen, weil das Zeug Literweise reinlaufen muss.

Meint

Matthias

TheHamster
29.05.2014, 22:55
Das Problem ist, wenn die Patienten brechen, dann kann man denen soviel Elotrans und co. geben wie man will... es kommt einfach immer wieder raus.
Solche Patienten sterben durch die Elektrolytverschiebung dann innerhalb kürzester Zeit, im Krisenfall sind da einige Vollelektrolytlösungen i.v Gold wert.

@Jonn68
Dein Beitrag enthält viele Behauptungen, aber keine Begründungen.
Zudem enthält er nichts, was den Usern bei ihrer Fragestellung konkret weiterhilft.

Es ist also ein weiterer nutzloser Beitrag der nichts anderes bewirkt als den Leuten Angst zu machen, damit auch ja kein hochgeheimes medizinisches Wissen an die ungebildete Masse durchdringt... es könnte ja am Ende einer mehr wissen als man selbst... :langweilig:

Nunja... Das wenn Leute brechen Infusionslösungen Gold wert sind ist unstrittig. Aber nicht jedes Erbrechen erfordert eine Infusion. Infusionstherapie ist auch nich ohne. Vor allem wenns mehr als mal 500ml oder 1000ml 1/1 Lösung sind. Osmolarität und Übertritt der Volumes ins Gewebe sind da u.a. Punkte die zu beachten sind. Und auch darüber streiten sich Fachgruppen was wann und in welcher Menge zu geben ist. Sicher etwas was man als Laie gar nicht überblicken kann. Ich will ja keinem seine private Infusionstherapie madig machen aber überlegt was ihr tut. Und nein ich rede jetz nich von einer Jono mit ner Ampulle Vomex. Aber es hat seinen Grund das diese Therapien ärtliche Tätigkeit sind!

Jonn68´s Beitrag ist scho nich ganz unbegründed und, Wolfshund deine Art etwas zu kritisieren ist ja scho öfter mal Bestandteil von Kritik gewesen. Belege hat er nich gepostet aber recht hat er. Ich sehe leider viel zu oft das irgendwelche "Experten" rumgedoktort haben und ganze RTW Ausstattungen im Kofferraum haben aber nich mal adäquat reanimieren können, geschweige denn ne ganz normale Seitenlage hinbekommen...

Und zum Thema HAES habe ich hier mal ein paar Links:

http://flexikon.doccheck.com/de/Hydroxyethylst%C3%A4rke

http://www.medizin.uni-greifswald.de/sepsis/index.php?id=69&tx_ttnews[tt_news]=190&tx_ttnews[backPid]=14&cHash=67dbcc2dbd

http://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/medizin-skandal-um-infusion-tod-aus-dem-tropf-infusionsmittel-ist-gefaehrlich_aid_1036711.html

http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/hes-eine-infusionsfluessigkeit-steht-unter-verdacht--65084431.html

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/03/11/bfarm-gewaehrt-mehr-zeit-fuer-die-umsetzung/12286.html

Ich denke das zeigt das HAES ein sau gefährliches Zeug ist.

Waldschrat
29.05.2014, 23:22
Nunja... Das wenn Leute brechen Infusionslösungen Gold wert sind ist unstrittig. Aber nicht jedes Erbrechen erfordert eine Infusion. Infusionstherapie ist auch nicht ohne.

Eben. Ich bin mir da auch als Laienmediziner (Ersthelfer) meiner fehlenden Qualifikation sehr wohl bewusst. Ich war allerdings beim Segeln und auf Fernreisen über Tage in der Situation wo es keinen Arzt gibt und man mal nicht so einfach 112 anrufen kann (Funktionoiert auf hoher See nicht wirklich, weil im Meer keine Handymasten stehen:lächeln:, da kannst Du nur über Seefunk SAR anfordern, kann in abgelegenen Seegebieten 12h dauern)

Wenn ich da einen Notfall an Bord hätte, dem läuft die Sosse vorne und hinten raus, der ist kurz vor dem Kreislaufkollaps wegen Dehydrierung und ärztliche Hilfe ist nicht in Sicht, dann würde ich mir in der Tat aus zwei Litern Trinkwasser und einem Beutel Elotrans eine Infusionslösung abkochen und die nach Abkühlung mit einer Braunüle blau oder rosa reinlaufen lassen.

Aber ich täte es NUR GENAU DANN

Genauso bei akuten Vergiftungen, sagen wir mal Cyanid. Bei CPR hätte ich die besten Chancen, selber zum Opfer zu werden. Wenn ich nichts tue, ist der Verletzte mit Sicherheit tot, bis die Profis kommen. Also 10 ml 10% Natriumthiosulfat aufgezogen und rein in die nächste Vene die ich finden kann. Nicht besonders professionell, aber lebensrettend


meint

Matthias

TheHamster
30.05.2014, 00:02
Wenn ich da einen Notfall an Bord hätte, dem läuft die Sosse vorne und hinten raus, der ist kurz vor dem Kreislaufkollaps wegen Dehydrierung und ärztliche Hilfe ist nicht in Sicht, dann würde ich mir in der Tat aus zwei Litern Trinkwasser und einem Beutel Elotrans eine Infusionslösung abkochen und die nach Abkühlung mit einer Braunüle blau oder rosa reinlaufen lassen.


Oha... ganz böses Foul...

Die Idee ehrt dich aber damit wirst du deinen Kollegen ggf. umbringen. Steril wirst das Wasser ggf. haben aber das Problem sind eher Schwebeteilchen. Die machen uns selbst im KH bei industriellen Produkten das Leben schwer. Ich kopier dir ans Ende mal ein paar Links dazu. Wenn ich die Studie auf Anhieb finde auch die. Aber ich hole mal aus:

Jede Infusion hat Schwebeteilchen. Die bestehen aus Produktionsrückständen, abgeriebenem Gummi vom Infusionssystem einstecken etc. Teilweise kleinenr als 0,2µm. Diese Schwebeteilchen führen in den kleinsten Gefäßverästelungen in Hirn und Herz sowie dem Rest des Körpers zu Mikrotromben, also Verstopfungen. Klar macht das keinen vollen Hinterwandinfarkt aber wenns blöd läuft lagert es sich an der Gefäßwand an. Dummerweise meißt in Herz und Hirn. An diese Anlagerung lagern sich Blutplättchen an und die Gerinnung beginnt. Und wenn das immer weiter geht hat man irgendwann das Gefäß verstopft und seinen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Klar kann man nu sagen viele wenns und aber. Jetzt hat aber selbst eine abgekochtes, trinkbares Medikament (Elotrans in dem Fall) deutlich größere Schwebeteilchen. Und umso schneller und wahrscheinlicher wird die o.g. Kausalität.

Und Trinkwasser, grad wenn es abgekocht ist, würde i.V. gegeben je nach Wasserzusammensetzung eine sehr starke pH Abweichung und Elektrolytverschiebung hervorrufen. Hochgefährlich das ganze. Dazu kommt das der Körper je nach Größe ggf. die Infundierten Fremdstoffe als Fremdkörper identifizieren würde und damit die Abwehr dort aktivieren würde. Das ganze führt dann zur weiteren Schwächung des ganzen Organismus.

Ein weiteres Problem ist wie bekommst du das sterile/abgekochte Wasser in den Patienten? Der Beutel muss ja auch steril sein. Und wie konektierst du den Beutel mit der Vyggo?

Für deine Situation auf See empfehle ich einfach ein paar 1/1 i.V. Lösungen mitzunehmen. Und ggf. ein bissl Ca und Mg zum in die Infusion zuspritzen (nie direkt in die Vene). Das is nich teuer und auf jeden Fall sicherer.


http://www.cbg-mittelhessen.de/resources/DL+Grundlagen+der+Infusionstechnik.pdf

jonn68
30.05.2014, 00:36
Das Problem ist, wenn die Patienten brechen, dann kann man denen soviel Elotrans und co. geben wie man will... es kommt einfach immer wieder raus.
Solche Patienten sterben durch die Elektrolytverschiebung dann innerhalb kürzester Zeit, im Krisenfall sind da einige Vollelektrolytlösungen i.v Gold wert.

@Jonn68
Dein Beitrag enthält viele Behauptungen, aber keine Begründungen.
Zudem enthält er nichts, was den Usern bei ihrer Fragestellung konkret weiterhilft.

Es ist also ein weiterer nutzloser Beitrag der nichts anderes bewirkt als den Leuten Angst zu machen, damit auch ja kein hochgeheimes medizinisches Wissen an die ungebildete Masse durchdringt... es könnte ja am Ende einer mehr wissen als man selbst... :langweilig:


Wolfshund:

es es geht hier nicht um hochgeheimes Wissen, es geht darum, daß man sehr genau wissen muß was man im Notfall macht, für Einen der damit umgehen kann, sind diese Gerätschaften segensreich, aber wenn nicht, dann können diese aber auch sehr viel Schaden anrichten. Und davor wollte ich warnen, erst die Basics wirklich beherrschen, diese sind dann die Voraussetzung für weitere Masnahmen.
Ich denke darauf darf man schon hinweisen.

Und dein Ton würde von anderen schon festgestellt.


Zum HAES wurden schon ein paar Stellen zitiert, ich werde Dir ein Linkliste noch geben, damit du zufrieden bist.

Wolfshund
30.05.2014, 00:46
Nunja... Das wenn Leute brechen Infusionslösungen Gold wert sind ist unstrittig. Aber nicht jedes Erbrechen erfordert eine Infusion. Infusionstherapie ist auch nich ohne. Vor allem wenns mehr als mal 500ml oder 1000ml 1/1 Lösung sind. Osmolarität und Übertritt der Volumes ins Gewebe sind da u.a. Punkte die zu beachten sind. Und auch darüber streiten sich Fachgruppen was wann und in welcher Menge zu geben ist. Sicher etwas was man als Laie gar nicht überblicken kann. Ich will ja keinem seine private Infusionstherapie madig machen aber überlegt was ihr tut. Und nein ich rede jetz nich von einer Jono mit ner Ampulle Vomex. Aber es hat seinen Grund das diese Therapien ärtliche Tätigkeit sind!

Wir haben hier nie von einer literweisen Masseninfusion gesprochen und selbst wenn es mal 2 Liter wären:
Ich habe noch niemand gesehen der an einer Überinfundierung gestorben ist, beim Volumenmangel waren es dagegen schon einige.

Noch einmal:
Wir schreiben hier von Situationen in denen keine schnelle Hilfe verfügbar ist!

Diese ständige Bedenkenträger, die jedesmal die dramatische Gefährlichkeit von irgendwelchen Maßnahmen verkünden, sind jene die in Wahrheit dafür verantwortlich sind dass Laien nicht die optimale Hilfe geben können.

Beispiele gibt es genug, sowohl aus der Vergangenheit (keine Helmabnahme, Reanimation/Defibrillation durch Nicht-Ärzte) wie aus der Gegenwart
(Soldaten mit kurzer Ausbildung legen Zugänge wie der SAN-B, oder schaffen sogar einen chirurgischen Atemweg (CFR)), um aufzuzeigen wie man Laien befähigen kann Leben zu retten statt jeden zu Fortschritt blockieren weil man Angst um seinen "Status" hat.



Jonn68´s Beitrag ist scho nich ganz unbegründed und, Wolfshund deine Art etwas zu kritisieren ist ja scho öfter mal Bestandteil von Kritik gewesen. Belege hat er nich gepostet aber recht hat er. Ich sehe leider viel zu oft das irgendwelche "Experten" rumgedoktort haben und ganze RTW Ausstattungen im Kofferraum haben aber nich mal adäquat reanimieren können, geschweige denn ne ganz normale Seitenlage hinbekommen...

Die Erde ist eine Scheibe! Belege habe ich zwar keine, aber recht habe ich...
Ich habe auch schon eine Menge Ärzte und Pflegekräfte gesehen die diese Maßnahmen nicht beherrschten.
Ich habe Ärzte kennengelernt denen nicht klar war, dass auf den Spo2 Wert bei CO-Intoxikationen kein Verlass mehr ist.

Würdest du denen auch raten in Zukunft lieber ohne Material zu arbeiten?


Und zum Thema HAES habe ich hier mal ein paar Links:

http://flexikon.doccheck.com/de/Hydroxyethylst%C3%A4rke

http://www.medizin.uni-greifswald.de...d=69&tx_ttnews (http://www.medizin.uni-greifswald.de/sepsis/index.php?id=69&tx_ttnews)[tt_news]=190&tx_ttnews[backPid]=14&cHash=67dbcc2dbd

http://www.focus.de/gesundheit/arzt-...d_1036711.html (http://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/medizin-skandal-um-infusion-tod-aus-dem-tropf-infusionsmittel-ist-gefaehrlich_aid_1036711.html)

http://www.badische-zeitung.de/gesun...-65084431.html (http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/hes-eine-infusionsfluessigkeit-steht-unter-verdacht--65084431.html)

http://www.deutsche-apotheker-zeitun...ung/12286.html (http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2014/03/11/bfarm-gewaehrt-mehr-zeit-fuer-die-umsetzung/12286.html)

Ich denke das zeigt das HAES ein sau gefährliches Zeug ist.

Bei Patienten mit Sepsis...
Ein Sepsispatient stirbt im Krisenfall mit unserer Ausrüstung so oder so... ob mit Haes oder ohne...

Ein Patient mit (traumatisch)-hämorrhagischen Schock kann mit 1000ml Haes dagegen wahrscheinlicher gerettet werden, als mit 1000ml Jonosteril von der nur 333ml für 30 Minuten im Gefäß bleiben.

jonn68
30.05.2014, 00:48
Zwei Cochrane Analysen zu HAES und Niere, einUrteil darf jeder selber bilden:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20091640
http://summaries.cochrane.org/CD007594/hydroxyethyl-starch-hes-versus-other-fluid-therapies-effects-on-kidney-function

Ich will HAES nicht verteufeln, aber man muß die Risiken kennen

Jonn

TheHamster
30.05.2014, 01:06
Okay es ist wie immer,... Wolfshund hat recht und alle anderen nicht. Sorry die Zeit mir damit zu vertreiben is einfach zu schade.

Sorry ich diskutiere gern, aber bitte fachlich und nich auf diese Art und Weise...

Sicher gibt es immer solche und solche aber die Vergleiche sind einfach nicht zutreffend die du da anführst. Ganz ehrlich, ich finde es schade das jede Diskussion die gegen deine Meinung geht von dir mit Themenwechseln und komischen Vergleichen zunichte gmacht wird... So kommen wir in diesem Thread, dem Forum und der Welt nich weiter.
Ich bete nur das du mir inner Krise keinen Zugang legst...

Und sorry das det nu persönlicher geworden ist als ich wollte. Ist kein persönlicher angriff gegen dich als Person aber sehr wohl gegen deine persönliche Auffassung und deine Art hier zu schreiben. Deswegen ändere ich es auch nicht

Waldschrat
30.05.2014, 01:18
Oha... ganz böses Foul...



Hallo The Hamster,

meine Frau und ich sind begeisterte Hochseesegler, wir stehen vor der Situation, dass der nächste Arzt drei Tage weit weg ist. Genauso waren wir häufig in der Sahara unterwegs.


Wir sind da in Sachen EH ziemlich robust unterwegs, meine BEVA hat mir auch schon mal mit chirurgischem Nahtmaterial eine Platzwunde geflickt und mir fünf Tage später die Fäden mit Hilfe der Schere und der Pinzette eines Schweizer Taschenmessers gezogen. Das Ergebnis sieht sehr anständig aus, um die Narbe zu sehen, musst Du schon sehr genau hingucken.

Medizin ist auch nur Handwerk:lächeln:

Meint

Matthias

Wolfshund
30.05.2014, 01:18
Sehr nett mir jetzt den Vorwurf zu machen ich wäre nicht Fachlich.

Wenn du dir das Thema mal anschaust: Ich habe auf die Frage bezogene Antworten gegeben, die ich entsprechend begründet habe.

Ich habe geschrieben was man machen kann.
Du schreibst hingegen immer nur was alles potentiell gefährlich sein könnte.

Was hilft den Usern deiner Meinung nach mehr? Eine Latte von Warnhinweisen oder konkrete Hinweise was in den meisten Fällen funktioniert?


Ich bete nur das du mir inner Krise keinen Zugang legst...
Lieber sterben als mir recht geben? Ist das deine Art?

Esmo
30.05.2014, 03:36
So, auch ich gebe dann mal schnell meinen Senf dazu.
Was bei Insektenstichen, egal ob Bremse, Mücke, oder Wespe hilft ist verdünnter Ammoniak aus der Apotheke. Stinkt fürchterlich, aber mit einem Wattestäbchen auf den Stich getupft bewirkt es wunder

Waldschrat
30.05.2014, 19:13
So, auch ich gebe dann mal schnell meinen Senf dazu.
Was bei Insektenstichen, egal ob Bremse, Mücke, oder Wespe hilft ist verdünnter Ammoniak aus der Apotheke. Stinkt fürchterlich, aber mit einem Wattestäbchen auf den Stich getupft bewirkt es wunder
Stimmt

Ammoniak 3% ist auch meine bewährte Kur gegen Insektenstiche


Man sollte nur wissen, was man tut und keinesfalls der 25%igen aus dem Baumarkt nehmen.:traurig:

Meint


Matthias

TheHamster
30.05.2014, 23:09
Hallo The Hamster,

meine Frau und ich sind begeisterte Hochseesegler, wir stehen vor der Situation, dass der nächste Arzt drei Tage weit weg ist. Genauso waren wir häufig in der Sahara unterwegs.


Wir sind da in Sachen EH ziemlich robust unterwegs, meine BEVA hat mir auch schon mal mit chirurgischem Nahtmaterial eine Platzwunde geflickt und mir fünf Tage später die Fäden mit Hilfe der Schere und der Pinzette eines Schweizer Taschenmessers gezogen. Das Ergebnis sieht sehr anständig aus, um die Narbe zu sehen, musst Du schon sehr genau hingucken.

Medizin ist auch nur Handwerk:lächeln:

Meint

Matthias

Joa... warum auch nicht!!! Nähen kann m.M.n. auch jeder der nen Knopf anner Hose annähen kann. Grad was Platzwunden und so angeht. Da gehts ja im Fall X auch nicht ums schön aussehen. Und obwohl ich nen Nahtkurs hab wirds auch nich immer so ne hübsche Narbe wie die vom plastischen Chirurgen... :lachen:
Ich sag ja jeder soll machen was er kann und helfen wir er kann z.B. nähen; aber gewisse Sachen müssen eben gut überlegt sein und erfordern mehr Hintergrundwissen als ein normaler Prepper ohne medizinisch fundierte Ausbildung hat z.B. Infusionstherapie.

Ich will auch um Gottes Willen kein Geheimnis aus medizinischem Wissen machen oder was hier sonst so alles auf den Tisch kam. Aber wenns alles so einfach müsste mans nich studieren oder 5-6 Jahre die Schulbank drücken bis man es halbwegs erlernt hat. Lernen kann mans nachher eh nur inner Praxis und selbst da geht genug schief. Und es gibt numal viele Sachen die man wie nen Handwerk erlernen und umsetzen kann. Nähen kann ich gern ma auf nem Forentreffen beibringen z.B. aber gewisse Sachen sollte man einfach sein lassen.
Und die kann man an einer Hand abzählen: Operieren (ich mein nich den Splitter aus der Hand); Infusionstherapie wenns nich um grad eine Jono geht sondern Mengen oder so "experimentelle Infusionslösungen"; Bluttransfusionen vor allem diese Patient zu Patient Nummern die ich hier ma gelesen hab, Thoraxpunktionen auch wenn man meint damit nen Pneumothorax zu entlasten und Medikamentengabe und ich mein hier Medikamente deren Wirkung und Nebenwirkung man nicht uoder nur grob kennt und keine Ahnung hat wie man die Nebenwirkungen behandelt. Also mein ich hier sicher kein Zäpfchen oder Aspirin. :lächeln:

Darum bin ich ja auch ein Fan von Gruppen. Ich KANN auch jagen, treffe sogar ab und an was und wenns dann schmeckt freu ích mich. Aber deswegen kanns ein ausgebildeter Jäger oder Sportschütze sicherlich besser und es ist schneller und mehr Leckeres auf dem Tisch. (Ich hoffe ihr versteht den Vergleich auch wenn er um 2 Ecken gedacht ist)


Sehr nett mir jetzt den Vorwurf zu machen ich wäre nicht Fachlich.

Wenn du dir das Thema mal anschaust: Ich habe auf die Frage bezogene Antworten gegeben, die ich entsprechend begründet habe.

Ich habe geschrieben was man machen kann.
Du schreibst hingegen immer nur was alles potentiell gefährlich sein könnte.

Was hilft den Usern deiner Meinung nach mehr? Eine Latte von Warnhinweisen oder konkrete Hinweise was in den meisten Fällen funktioniert?


Lieber sterben als mir recht geben? Ist das deine Art?

Joa ich sehe das du Ratschläge gibst, die mit komischen Begründungen rechtfertigst die leider keinen wissenschaftlichen Background haben und teilweise einfach nur lebensgefährlich sind. Gut ich mag auch etwas radikal gewesen sein aber deine Ideen sind salopp gesagt teilweise gefährlicher Unsinn die einem massivem gefährlichem Halbwissen entstammen.
Daher versuche ich auch auf die Gefahren aufmerksam zu machen die du leider verschweigst oder einfach nicht weißt. Und was davon dann mehr hilft muss man in der Situation entscheiden. Ich möchte es mal überspitzt darstellen:

Zombies greifen uns an. Alle sind tot. Nur 300 leute haben überlebt. Kein Arzt oder sonst was dabei; Klar dann helfen so Hinweise aber sonst finde ich es sehr dünnes Eis.

Du sagst "...was in den meißten Fällen funktioniert hat."
Ich frage: Was sind die meißten Fälle? Hast du Zahlen, Studien, Beweise??? Ich glaube nein. Woher auch. Du hast evtl mal die erfahrung gemacht das es EINMAL oder ZWEIMAL geklappt hat. Aber das ist sicher kein Allgemeingültiger Rat.

Denkt mal drüber nach...


Stimmt

Ammoniak 3% ist auch meine bewährte Kur gegen Insektenstiche



Sehr gute wahl, bis auf die Nase und das fiese brennen am Anfang

Waldschrat
30.05.2014, 23:24
Operieren (ich mein nich den Splitter aus der Hand); Infusionstherapie wenns nich um grad eine Jono geht sondern Mengen oder so "experimentelle Infusionslösungen"; Bluttransfusionen vor allem diese Patient zu Patient Nummern die ich hier ma gelesen hab, Thoraxpunktionen auch wenn man meint damit nen Pneumothorax zu entlasten und Medikamentengabe und ich mein hier Medikamente deren Wirkung und Nebenwirkung man nicht uoder nur grob kennt und keine Ahnung hat wie man die Nebenwirkungen behandelt. Also mein ich hier sicher kein Zäpfchen oder Aspirin. :lächeln:


Hallo The Hamster,

und genau hier wird Medizin Wissenschaft. Einfache Wundversorgung ist Handwerk.

Meint


Matthias

TheHamster
30.05.2014, 23:41
Joa sag ich ja... Und nähen werd ich aufm nächsten Treffen, wenn ichs denn mal zu einem schaffe, auch als workshop anbieten. Die Idee ist glaub ich gut ;)

Kruemelchen1
31.05.2014, 00:55
Hallo an Alle,

Insektenstich - habe ich aktuell gerade was erlebt. Mittwoch abend hat mich ein unbekanntes Tierchen im Garten durch den Handschuh gestochen. Nachts wurde der Finger immer dicker, fühlte sich heiß an und juckte fürchterlich. Erste Versuche mit kühlen und Fenistil hatten null Effekt. Donnerstag sah meine Hand aus wie Zombi und die anfangs überhaupt nicht sichtbare Einstichstelle hatte Ähnlichkeiten mit einer heftigen 2 cm langen Brandwunde ( dunkelrot, blasig ). Inzwischen hat das Ganze auch ohne weitere Behandlung zwar den Weg zur Normalisierung eingeschlagen aber meine Frage wäre an die Fachleute, gibt es was besseres als Fenistil ? Ammoniak ist auf der Einkaufsliste, aber ich würde gerne berufsbedingt was in die Autoapotheke legen.

lg. Brigitte

P.S. Mögliche Schreibfehler sind der Müdigkeit geschuldet....

Wolfshund
31.05.2014, 02:01
Joa ich sehe das du Ratschläge gibst, die mit komischen Begründungen rechtfertigst die leider keinen wissenschaftlichen Background haben und teilweise einfach nur lebensgefährlich sind. Gut ich mag auch etwas radikal gewesen sein aber deine Ideen sind salopp gesagt teilweise gefährlicher Unsinn die einem massivem gefährlichem Halbwissen entstammen.
Daher versuche ich auch auf die Gefahren aufmerksam zu machen die du leider verschweigst oder einfach nicht weißt. Und was davon dann mehr hilft muss man in der Situation entscheiden.

Schon wieder eine Reihe von Behauptungen und Unterstellungen, wie immer ohne ins Detail zu gehen.
Auch du hast bisher keine Beiträge mit "wissenschaftlichem Background" geliefert, der dir doch angeblich so wichtig ist.


Zombies greifen uns an. Alle sind tot. Nur 300 leute haben überlebt. Kein Arzt oder sonst was dabei; Klar dann helfen so Hinweise aber sonst finde ich es sehr dünnes Eis.

Wir reden hier zwar nicht von Zombieattacken, aber in jeder "0815-Krisensituation" für die gepreppt wird kommt es auch zu Einschränkungen der medizinischen Versorgung.

Keiner hier interessiert sich für Tipps für die Bewältigung eines alltäglichen VUs im Berufsverkehr, genauso wenig wie für 1000 Hinweise ala "lernt die Stabile Seitenlage", so etwas ist hinlänglich bekannt.

Wir reden hier von Situationen in denen es Stunden bis Tage dauern kann, bis ein (wie auch immer ausgestatteter) Arzt eintrifft.
In solchen Situation ist man mit einem EH-Kasten schnell am Ende...und der Patient leider auch.

Mit ein bisschen Zusatzwissen und Material könnte man in einer solchen Situation Patienten retten, selbst wenn man dabei ein geringes Risiko hat dem (sterbenden!) Patienten zu schaden.



Beispiel:
An einem Spannungspneumothorax wird ein Verletzter ratzfatz versterben, wenn die Druck nicht zeitnah entlastet wird.
Wenn nun kein Arzt in greifbarer Nähe ist, dann könnte im Krisenfall auch ein gebildeter Laie die Punktion durchführen.
Dies würde natürlich mit einigen Risiken einhergehen, würde den Patient aber vor dem sicheren Tot bewahren.

Meiner Meinung nach die verhältnismäßig beste Variante, aber offensichtlich gehen da unsere Meinungen stark auseinander.

TheHamster
31.05.2014, 03:36
Schon wieder eine Reihe von Behauptungen und Unterstellungen, wie immer ohne ins Detail zu gehen.
Auch du hast bisher keine Beiträge mit "wissenschaftlichem Background" geliefert, der dir doch angeblich so wichtig ist.

Okay... Ohne Worte... Das WILL ich einfach nicht weiter kommentieren. Jeder kann lesen und sich selbst ein Bild machen


Wir reden hier zwar nicht von Zombieattacken, aber in jeder "0815-Krisensituation" für die gepreppt wird kommt es auch zu Einschränkungen der medizinischen Versorgung.

Darum sagte ich ja auch überspitzt... Lies doch mal genau bevor du kommentierst *koppschüttel*


Keiner hier interessiert sich für Tipps für die Bewältigung eines alltäglichen VUs im Berufsverkehr, genauso wenig wie für 1000 Hinweise ala "lernt die Stabile Seitenlage", so etwas ist hinlänglich bekannt.

...sollte aber... Wer die Basics nicht beherrscht braucht den Rest nich zu können



Beispiel:
An einem Spannungspneumothorax wird ein Verletzter ratzfatz versterben, wenn die Druck nicht zeitnah entlastet wird.
Wenn nun kein Arzt in greifbarer Nähe ist, dann könnte im Krisenfall auch ein gebildeter Laie die Punktion durchführen.
Dies würde natürlich mit einigen Risiken einhergehen, würde den Patient aber vor dem sicheren Tot bewahren.

Joa wo punktierst du ja anscheind perfekt gebildeter Laie denn? Antworte ohne zu googeln!


Meiner Meinung nach die verhältnismäßig beste Variante, aber offensichtlich gehen da unsere Meinungen stark auseinander.

Ja weil du leider keine Ahnung hast wovon du redest... in meinen Augen!

irlandia
31.05.2014, 06:12
Guten Morgen,

Ihr streitet wie die Kesselflicker. Ganz ehrlich, im Notfall möchte ich nicht von einem "Möchtegern Arzt"behandelt werden, der Null Ahnung hat.In de Theorie ist alles einfach. Aber praktisch, in einer Krise noch dazu unter wer weiß was für Bedingungen.

Nur weil sich einer, eine Ausrüstung wie ein Arzt beschafft, ist er noch lange keiner. Ich traue mir zu, im Notfall kleine Wunden zu nähen wenn es sein muss, Wunden zu verbinden, gebrochene Gliedmaßen zu schienen und ruhig zu halten, und zu beatmen laut erste Hilfe Kurs.Das war es dann aber auch.

Daher packe ich, in meine Erste Hilfe Kiste nur Dinge die ich kenne, mit denen ich vertraut bin und was ich beherrsche. Alles andere ist überflüssig und kann mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Gruß Irlandia

Oscar
31.05.2014, 08:58
Vor allem ist es gar nicht nötig, dass ihr euch bei diesem Thema in die Wolle bekommt, denn es geht um eine Erstehilfe-Liste. Situationen, in denen stunden- oder tagelang kein Arzt verfügbar ist, gehen weit über Erste Hilfe hinaus. Und auch über das, was man in der Katastrophenmedizin macht.

Ich finde eure Ausführungen wirklich interessant - okay, das Gezanke nicht -, aber für den Erstehilfekasten zu hause, im Auto, im Rücksack oder sogar als EDC, hilft das nicht mehr wirklich.
Und wenn man sich tatsächlich für längere Arztlosigkeit vorbereiten will, muss man das sowieso üben und sich eingehender damit beschäftigen. Dementsprechend sind - trotz meines persönlichen Interesses - Diskussionen darüber hier im Forum vermutlich für niemanden hilfreich.
Aber vielleicht können wir ja mal in einem neuen Thema überlegen, was man - entsprechende Übung vorausgesetzt - als reiner Handwerker medizinisch in einem längeren Notfall leisten könnte und was man dafür so an Ausrüstung braucht. :Gut:

TheHamster
31.05.2014, 17:20
Ja wohl wahr... Ich hab lass mich da aber auch immer gern zu hinreißen wenn mir ein 20 jähriger nicht-Mediziner erklären will wie es in meinem täglichen Job funktionieren kann... Aber damit soll das Thema auch beendet sein.

Wenn ich heut im ND Zeit habe kann ich gern mal einen Thread anfangen was für jedermann gut und "einfach" erlernbar ist und auch sicherlich eine Bereicherung für jede Gruppe darstellt.

Waldschrat
31.05.2014, 20:28
Hallo an Alle,

Insektenstich - habe ich aktuell gerade was erlebt. Mittwoch abend hat mich ein unbekanntes Tierchen im Garten durch den Handschuh gestochen. Nachts wurde der Finger immer dicker, fühlte sich heiß an und juckte fürchterlich. ....Donnerstag sah meine Hand aus wie Zombi und die anfangs überhaupt nicht sichtbare Einstichstelle hatte Ähnlichkeiten mit einer heftigen 2 cm langen Brandwunde ( dunkelrot, blasig ).

Hallo Krümelchen.

ein Wespenstich ist für mich normalerweise ein einstündiges schmerzhaftes Ärgernis. Wird mit Ammoniak 3% und einem Eiswürfel kuriert. Aber ich hatte schon mal einen, wo an Tag drei der Daumenballen tiefviolett und geschwollen war und ich es vorzog zu meiner Ärztin zu gehen, die eine beginnende Sepsis diagnostizierte und mir ein Antibiotikum verordnete.

Die Viecher können schlicht und einfach infiziert sein und mit dem Stich Bakterien übertragen


Viele Grüsse

Matthias

Kraftwerk
31.05.2014, 21:17
Hallo @ll,

Eine Frage zum Insekten Stich,habe gehört das Feuer,also die Hitzeentwicklung,nahe an der Einstichstelle gesetzt,das Eiweis Gerinnen lässt,sodas es nicht mehr Juckt...Weiss da jemand Bescheid?

Gruss Kraftwerk

Waldschrat
31.05.2014, 21:44
Hallo @ll,

Eine Frage zum Insekten Stich,habe gehört das Feuer,also die Hitzeentwicklung,nahe an der Einstichstelle gesetzt,das Eiweis Gerinnen lässt,sodas es nicht mehr Juckt...Weiss da jemand Bescheid?

Gruss Kraftwerk

Hallo Kraftwerk,

das ist jetzt ein absolut laienmedizininischer Tipp und keinesfalls zur Nachahmung empfohlen. Aber nach meiner Erfahrung kannst Du einen ärgerlichen und stark juckenden Insektenstich auch mit dem Lötkolben kurieren.

Meint


Matthias

P.S. Kids -don't try that at home:rolleys:

Kraftwerk
31.05.2014, 21:51
Hallo Waldschrat,

Schrieb ich ja,Hitze,aber die Frage war ja,Funktionierts den auch?

Gruss Kraftwerk

Waldschrat
31.05.2014, 22:02
Hallo Waldschrat,

Schrieb ich ja,Hitze,aber die Frage war ja,Funktionierts den auch?

Gruss Kraftwerk

Hallo Kraftwerk,


ja der Lötkolben hilft. Du solltest nur wissen was Du tust und maximal punktuell, ein paar Quadratmillimeter rund um den Insektenstich, eine Verbrennung ersten Grades erzeugen (entspricht etwa einem Sonnenbrand), keinesfalls mehr.

Brandblasen (Grad2) oder Brandnarben (Grad3) willst Du nicht wirklich haben.


Viele Grüsse


Matthias

Kruemelchen1
31.05.2014, 23:52
Hallo Matthias,

vielleicht liest Du meinen Post einfach nochmal in Ruhe durch ......

lg Brigitte

TheHamster
01.06.2014, 01:12
Um noch mal was produktives zu sagen:

Man nehme ein handelsübliches Elektrofeuerzeug, baue den Piezzo-Zünder aus und klicke mit diesem 1-2mal auf die Einstichstelle...Hilft auch gut und ist ein ähnliches Prinzip wie der Lötkolben.

Kostet aber weniger Überwindung :lachen:

Waldschrat
01.06.2014, 21:07
Um noch mal was produktives zu sagen:

Man nehme ein handelsübliches Elektrofeuerzeug, baue den Piezzo-Zünder aus und klicke mit diesem 1-2mal auf die Einstichstelle...Hilft auch gut und ist ein ähnliches Prinzip wie der Lötkolben.

Kostet aber weniger Überwindung :lachen:

Hallo The Hamster,

Dein Vorschlag ist zutreffend. Das hilft auch.

Was die Überwindung angeht, die brauche ich nicht. Ich habe eine sehr zupackende Frau, die sagt. "Okay, was hast Du? Hock Dich hin, das flicke ich Dir":lächeln: Die hat auch keine Angst, wenn mal Blut fliesst.

viele Grüsse

Matthias

ksbulli
03.06.2014, 00:50
Moin Kraftwerk, moin @ll,

... Eine Frage zum Insekten Stich,habe gehört das Feuer,also die Hitzeentwicklung,nahe an der Einstichstelle gesetzt,das Eiweis Gerinnen lässt,sodas es nicht mehr Juckt...Weiss da jemand Bescheid? ...

Die Frage beantwortet sich, wenn mensch bedenkt, was ein Insektengift ist. Im Prinzp handelt es sich (grob vereinfacht) um ein Eiweissgift, also ein Fremdeiweiss, welches das körpereigene Immunsystem auf den Plan ruft. Dies sehen wir dann als Hautrötung und spüren es als Schmerz oder Juckreiz - ein entzündlicher Vorgang also. (Wieder grob vereinfacht)

Was passiert beim Kühlen? Der Schmerz wird gelindert und die Raktion gedämpft sprich verlangsamt. Tut nicht mehr so weh, dafür habe ich länger was davon...

Was passiert beim erwärmen auf über 41 / 42 Gard Celsius? Das Eiweiß wird denautriert und damit wirkungslos. Tut nicht mehr so weh und die Wirkung ist gestoppt...

Wem der Lötkolben zu experimentell ist, der (oder die) behelfe sich mit einer erhitzen Messerklinge oder einem erhitzen Löffel, den mensch gerade noch so anfassen kann.

Gute Besserung wünscht

Christian


Service für Gäste-a2: www.team-pak.ch