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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nimmt Wasser Geruch durch Plastik auf?



HaggridoX
04.03.2014, 22:08
Wie der Name schon besagt, habe ich die Frage, ob Wasser durch Geruch den Geschmack verändern kann.

Folgendes: Ich habe mein Wasser (5l Plastikpackung von Thomas Phillips) zwischen Schrank und Zimmerwand stehen.
Nun habe ich es so hoch gestapelt, dass es umzukippen drohte. Ich bin also kurzerhand in den Baumarkt und habe mir Restholz besorgt.
Habe nun zwischen Schrank und Wand ein Stück Holz befestigt. Habe aus Dekozwecken ein Tuch drumgewickelt und es mit Tarnfarben lackiert.
Und das stinkt wie SAU!
Nun meine Frage, ob das Wasser evtl. den Geschmack annehmen könnte?

Lg

- - - AKTUALISIERT - - -

Ich vertraue nun einfach mal meiner Nase und entferne das Stück und lass es draußen "abstinken" - Naja, oder ein Mod löscht diesen Thread

Frei's Petrollampen
04.03.2014, 22:08
Hallo Haggridox

Ich denke in den Kanistern wird es zu keiner Kontamination kommen.

Wo ich mir aber mehr Sorgen machen würde ist, die Ausgasung in den Wohnraum.

Aber Du hast sicher auf die richtige Anwendung der "Plörre" geachtet.

Wenn nicht würde ich mal nachschauen was das für eine Farbe war die Du da verteilt hast.

Viele Grüsse, Ernst

HaggridoX
04.03.2014, 22:13
Ich habe, muss ich gestehen, auf nichts geachtet. Da wurde silberne Felgenfarbe mit goldenem Kunstspray gemischt und mit den Fingern verwischt :P

Ich schaue mal, ob es Morgen noch so stinkt, sonst kommt das Tuch einfach ab! fertig

Waldschrat
04.03.2014, 22:13
Hallo HaggridoX,

zunächst die klassische Antwort à la Radio Eriwan: "Es kommt darauf an ..."

Nämlich auf den Stoff, in Deinem Fall das/die Lösungsmittel und die Kunststoffsorte.

Grundsätzlich können viele organische Lösungsmittel, besonders nicht polare, durch beinahe alle Kunststoffe durchdiffundieren.

Manche, übrigens auch polare wie z.B. Aceton können eine Reihe von Kunststoffen regelrecht auflösen. Weshalb Du Aceton durchweg nur in Blechgebinden bekommst.

Die reale Antwort auf Deine Frage lautet also: "Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ja."

Grundsätzlich teile ich die Meinung von Ernst, dass die Schadstoffabgabe an die Wohnraumluft um Längen bedenklicher ist, als die an das Wasser.

Ich würde die Deko also erst mal zum Ausdünsten auf die Terrasse oder den Balkon verfrachten.

Meint

Matthias

HaggridoX
04.03.2014, 22:22
Danke euch, für die schnellen Antworten. Da ich eh nicht aufs Verfallsdatum schaue und eine lange Lagerung im Sinne habe, werde ich einfach 2-3 Packungen Mikropur daneben stellen. Das wird schon ;)

Frei's Petrollampen
04.03.2014, 22:27
Danke euch, für die schnellen Antworten. Da ich eh nicht aufs Verfallsdatum schaue und eine lange Lagerung im Sinne habe, werde ich einfach 2-3 Packungen Mikropur daneben stellen. Das wird schon ;)

Aber Du bist Dir schon bewusst, dass Mikropur nicht gegen chemische Kontamination hilft :rolleys:

Ernst

HaggridoX
04.03.2014, 22:33
Für den Fall, für den ich das Wasser etc. vorsehe, wird das dann das geringste Problem sein ;)

Waldschrat
04.03.2014, 22:44
Für den Fall, für den ich das Wasser etc. vorsehe, wird das dann das geringste Problem sein ;)

Hallo HaggridoX,

es ist definitiv, wie Ernst sagt.

Mit Micropur - der Silberionenvariante (Ag+) - kannst Du Bakterien, Pilze, Wurmeier und ähnliches Gelump abtöten, mit der Chlorvariante (ClO-) auch Viren und Sporen.

Chemische oder radiologische Kontamination beseitigst Du damit nicht.

Im Gegenteil, bei Kontamination des Wassers mit organischen Lösungsmitteln könnte die Zugabe von Chlorchemie sogar aus den vorhandenen schädlichen Chemikalien richtig schädliche Chemikalien machen und die Schadwirkung multiplizieren.

Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung, da ich ein paar "seltsame" Hobbies habe. Eines davon ist Trinkwasserchemie und Trinkwasseraufbereitung.

Viele Grüsse

Matthias

HaggridoX
04.03.2014, 22:52
Oh Gott, ich habe Chemie nach der 11 Klasse abgewählt. Kann mir jemand jeweils einen Link zur Silberionenvariante und Chlorvariante geben?

Matze du vllt?

Waldschrat
04.03.2014, 23:42
Oh Gott, ich habe Chemie nach der 11 Klasse abgewählt. Kann mir jemand jeweils einen Link zur Silberionenvariante und Chlorvariante geben?

Matze du vllt?

Hallo HaggridoX,

siehe hier (http://www.katadyn.com/)

Kurzfassung aus physiologischer Sicht:

Ag+ Ionen (wie übrigens viele Schwermetallionen, man kann mit etwas toxikologischem Fingerspitzengefühl auch Cu++ nehmen) inhibieren lebenswichtige Enzyme von Mikroorganismen mit aktivem Stoffwechsel, also Bakterien, Pilze, aber auch Eier von Würmern, damit also auch Mehrzellern.

Das richtig heftige Gift gegen Einzeller im Trinkwasser ist übrigens noch nicht einmal Ag+ (Micropur, Silbervariante) sondern Cu++, aber das nimmt man aus den unten geschilderten toxikologischen Gründen bei Überdosierung nicht so wirklich gern.

Ag+ nimmt man deswegen gern, da es zwar an sich ein giftiges Schwermetall ist, mit dem Trinkwasser aufgenommene Überschüsse aber verlässlich von der Magensäure (0.7% HCl) zu unlöslichem und nicht mehr metabolisierbarem Silberchlorid neutralisiert werden. In Mengen überschüssiges Cu++ würde dagegen heftige Reizungen im Magen-Darmtrakt machen, Erbrechen, Durchfall.

Organismen ohne Enzymaktivität, also Viren - die im Prinzip nur durch den "gekaperten" Stoffwechsel von Wirtszellen existieren können, oder Sporen, Bakterien im "Schlafzustand" ohne aktiven Stoffwechsel, werden von Enzymhemmern praktisch nicht beeinträchtigt.

Da hilft nur aggressive oxidative Zerstörung, etwa durch Hypochlorite, Peroxide, Persulfate oder Permanganate und ähnliche Geschichten, oder Denaturierung ihrer Proteine durch langfristiges (20 - 30 min) Abkochen, das ist aber energieintensiv.

Ich habe als Mittel der Wahl mehrere Substanzen im Regal sitzen.

Natriumhypochlorit (die Chlorvariante)
Wasserstoffperoxid (die Sauerstoffvariante )
Kaliumpermanganat (auch eine Sauerstoffvariante)

Alle drei erfordern aber zumindest mal eine grobe Analyse (welcher Dreck ist in dem Wasser drin) und eine stöchiometrische Zudosierung.

Micropur ist bei mir eher ein Fall für EDC und BoB.

Kupfer(II)sulfat habe ich auch, das wäre für mich aber eher ein Mittel der zweiten Wahl mit einer Nachbehandlung als Stufe 2, um überschüssiges Cu++ sicher auszufällen, etwa im alkalischen Milieu als (Hydrogen-)Carbonat.
Meint

Matthias

viele Grüsse

Matthias

HaggridoX
05.03.2014, 01:08
Ich sehe, ich habe Nachholbedarf. Vielen dank, ich werde mich mal weiter informieren. Hast mir sehr geholfen :)

Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern

Isuzufan
05.03.2014, 06:57
Chemische oder radiologische Kontamination beseitigst Du damit nicht.
Viele Grüsse
Matthias

Bist Du Dir sicher das Wasser in einem verschlossenen Behälter radiologisch kontaminiert werden kann?

Meines allerdings schon lange zurückliegenden Schulwissens nach können nur extern eingebrachte Partikel Strahlung abgeben.
Aber: Errare humanum est, in errore perseverare stultum

Wäre wichtig für mich zu wissen da ich immer davon ausgegangen bin mittels meiner Destille durch radioaktiven Fallout verseuchtes Wasser problemlos dekontaminieren zu können.

LG Wolfgang

Henning
05.03.2014, 07:26
Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern

Nein, Miropur (beide Varianten) werden mit den Apfelsaft reagieren (und dann nichts mehr abtöten).

Isuzufan
05.03.2014, 07:46
Ich sehe, ich habe Nachholbedarf. Vielen dank, ich werde mich mal weiter informieren. Hast mir sehr geholfen :)

Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern

Wozu?

Apfelsaft pasteurisiert und luftdicht abgefüllt hält auch so "ewig"

Ich nehme die Literflaschen von Weck dazu oder auch super die Süßmostflaschen von Billa Corso.


LG Wolfgang

tomduly
05.03.2014, 07:54
Hallo,

Habe aus Dekozwecken ein Tuch drumgewickelt und es mit Tarnfarben lackiert.

Da wurde silberne Felgenfarbe mit goldenem Kunstspray gemischt
...interessantes Tarnschema - ist vermutlich für Tauchgänge in Onkel Dagoberts Geldspeicher entwickelt worden...

Wer sich davon überzeugen will, dass Kunststoffe diffusionsoffen sind, braucht entweder nur einen gefüllten Benzinkanister an einem Sommertag ins Auto stellen - es riecht hinterher deutlich nach Benzin im Auto. Oder man legt eine PET-Flasche Mineralwasser o.ä. ein paar Monate ins Reserverad - das Wasser riecht anschliessend nach Gummi.

Grüsse

Tom

Isuzufan
05.03.2014, 08:13
Hallo Tom!

Das ist einer der Gründe warum ich das wenige Mineralwasser das ich trotz allen anderen Wasservorsorgen vorrätig habe in Glasflaschen beziehe (Waldquelle).

LG Wolfgang

privater_Schlachter
05.03.2014, 10:59
Mineralwasser in Pastikflaschen ( Einwegpfand) und Mehrweg GLAS flaschen zu kaufen wird schon durch Abfüller und Handel manipuliert. Mineralwasser in Glas ist vom Produktpreis her oft viel teurer, d.h. der Inhalt der Glasflasche ist 0,75 Liter, in der Kunststoffflasche sind es 1,0 liter Inhalt. Anzahl der Flaschen und Kistenpreis ist gleich.

Zum Geschmack stelle ich nach längerer Lagerung deutliche Unterschiede pro Glasverpackung fest.

Entweder ist die Kunststoffflasche nicht Gasdicht (Verlust von Kohlensäure) oder der Kunststoff gibt Geruch und/oder Geschmack ab. Hab beides schon mal festgestellt, aber nicht bei jedem Produkt, also gibt es auch Qualitätsunterschiede in der Herstellung der Flaschen.

Grüsse Windfried Privater_Schlachter

HaggridoX
05.03.2014, 12:55
...interessantes Tarnschema - ist vermutlich für Tauchgänge in Onkel Dagoberts Geldspeicher entwickelt worden...



Habe halt das genommen, was grade rumstand und entbehrt werden konnte :p



Apfelsaft pasteurisiert und luftdicht abgefüllt hält auch so "ewig"

Dein Wort in in Gottes Ohr ;)

Lg

witchcraft
05.03.2014, 17:07
Felgenfarbe enthält folgende Inhaltstoffe und ist nicht für den Innenbereich geeignet.
Aceton
Dimethylether
Butan
Propan
n-Butylacetat
2-Methoxy-1-methylethylacetat
Butan-1-ol

Lösungsmittelnaphtha (Erdöl),

Waldschrat
05.03.2014, 20:34
Ich sehe, ich habe Nachholbedarf. Vielen dank, ich werde mich mal weiter informieren. Hast mir sehr geholfen :)

Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern

Hallo HaggridoX,

das ist nicht nötig, da die Säfte vor dem Abfüllen sterilisiert werden. Täte man das nicht, dann würden allgegenwärtig vorhandene Hefepilze sich den Zucker im Saft vornehmen und eine alkoholische Gärung käme in Gang. Der Apfelsaft würde zu Apfelwein vergären und - wenn kein Druckausgleich vorhanden ist, würde das bei der Gärung entstehende CO2 den Kanister erst aufblähen und dann sprengen.

Es würde mit Micropur & Co. auch nicht funktionieren. Die Stoffe richten sich - vereinfacht gesagt - gegen organisches Material (Bakterien, Viren, ...) in ansonsten sauberem Wasser.

Apfelsaft ist aber nun mal, dazu ist er ja auch gedacht, ein ziemlich nahrhafter Mix diverser organischer Stoffe. Mit denen würde das Entkeimungsmittel reagieren, mit ziemlich sicher üblen Folgen für den Geschmack und dabei aufgebraucht.

Hier liegen auch die Grenzen von Entkeimungsmitteln bei stark organisch verunreinigtem Wasser (trübe Brühe). Eine ausreichende Wirkung ist hier nicht mehr sicher gestellt, das Wasser muss vorher geklärt werden, z.B. mechanische Vorfilterung.

Eine gute Kombilösung - Filtern und Entkeimen - bieten die bekannten Katadynfilter, die es in Grössen von Rucksack bis Haushalt gibt.

Viele Grüsse

Matthias


Service für Gäste-a2: www.team-pak.ch