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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kurzsichtigkeit heilen / lindern



Ulfhednar
09.04.2014, 19:16
Da meine Sicht sich innerhalb des letzten Jahres um 1 bzw 0,75 Dpt (-5,25/-5,25 auf -4,5/-4,25) verbessert hat dachte ich ich schreibe hier mal darüber.

Wie einige von euch sicher wissen ist Kurzsichtigkeit eine ziemlich nervige Sache, besonders wenn man ohne Brille auf mittlere Entfernung Details erkennen muss. Bei Ballspielen passt man regelmäßig dem falschen und bei Kampfübungen zieht man oft Verbündeten eins über, da man auf Waffendistanz noch nicht in der Lage ist Gesichter zu unterscheiden (Daher auch survivalrelevant, da im Kampf die Brille spätestens nach dem ersten Treffer weg ist).

Aber scheinbar ist es möglich die Sicht zu verbessern. Im Netz findet man einige Methoden, meistens basierend auf der Bates-Methode ( http://de.wikipedia.org/wiki/Augentraining_nach_Bates ).Wie weit diese Methoden funktionieren weiß ich allerdings nicht, da ich sie nicht durchgehend benutzt habe. Primär habe ich meine Augen trainiert indem ich mir angewöhnt habe wenn ich mit anderen rede über den Oberrand der Brille zu sehen. So muss sich das Auge anstrengen um scharf zu sehen und als netten Nebeneffekt hat man das Kinn nahe an der Brust und ist daher weniger verwundbar für Angriffe. Man kann also gleichzeitig die Augen und die Kampfhaltung trainieren.

Kennt ihr noch andere Methoden die Sicht zu verbessern? Hat irgendeine Methode bei euch gut oder gar nicht funktioniert? Erfahrungswerte interessieren mich, da ich die restlichen -4,5 Dpt auch noch loswerden will.

Gruß Ulfhednar

Basmyr
09.04.2014, 20:11
Ich habe mich einer LASIK, einer Laserbehandlung unterzogen, um meine Kurzsichtigkeit von -3,75Dpt. (beide Augen) behandeln zu lassen.
Es lief alles glatt und ich bin sehr zufrieden, ich würde es auch jederzeit wieder tun.

ABER: ich bin ein Mensch, der von Natur aus seine Pupillen sehr weit stellen kann. Das bedeutet, das ich immer sehr gut in der Nacht sehen konnte. Das kann ich nun nicht mehr, da es keine "Aufsätze" für den Laser gab und gibt, die das komplett abdecken konnten. Dadurch ist es nun so, das ich nachts einmal das normale Licht sehe und das ganze nochmal gebrochen. Somit ist dann alles etwas unschärfer. Grob verglichen sehe ich im dunkeln etwas schlechter als vorher mit Brille. Auf jeden Fall nicht in der gewohnten Schärfe wie am Tage. Es lässt sich aber mit leben :)

Auch allgemein ist es nicht risikofrei, aber das gilt für alles, was mit Medizin zu tun hat.

Mein Tipp bei einer Behandlung am Auge: nehmt den Vorschlag ernst, dass ihr euch von einem Bekannten (Freunde, Verwandte) fahren und führen lasst. Kurz nach der OP seid ihr quasi blind (Pupillen sind weitgestellt, selbst halbdunkel blendet tierisch). Haltet nach der OP die Augen geschlossen, nehmt zu Hause am besten eine starke Schlaftablette und macht die Augen nicht vor dem nächsten Tag auf - auch wenn ihr nach ein paar Stunden scharf wie nie sehen könnt. Bleibt standhaft und Augen zu!
Wieso?: Bei dem OP-Termin waren wir 4 Patienten. Wir haben uns bei einem Folgetermin wieder getroffen. Es stellte sich raus, das 2 starke Schmerzen über Tage hinweg hatten, die 3. Patientin und ich aber nicht. Wir 2 hatten aber auch, wie empfohlen, die Augen brav geschlossen gehalten, die anderen beiden nicht.

Grüße
Basmyr

hinterwäldler
10.04.2014, 15:47
Ich habe das gegenteilige (besser: das übers Ziel hinausschiessende) Problem, dass ich innerhalb von 2-3 Jahren massiv weitsichtig geworden bin (mit 48-50).
Da ich als Nachtwächter 12-14 Stunden am Stück lese, um mich wach zu halten, und viel im Dunkeln unterwegs bin, sind meine Augen sowieso chronisch überanstrengt und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Training da was helfen würde.
Habe mich mit einem Haufen "Lesehilfen" beholfen, die sich von 1,2 auf 2,5 Dioptrien gesteigert haben; für meinen Palm bei der Milchkontrolle nutze ich sogar 3 Dpt.

Augenärzte/Optiker drohen jetzt bestimmt mit dem Finger und behaupten, dass "Lesehilfen" total schädlich sind (weil sie ja nur 2 statt 200 EURO kosten).

Leider ist mein Vertrauen in diese Fachleute begrenzt, denn sie haben es nie geschafft, den angeborenen Sehfehler auf meinem rechten Auge mit einer geeigneten Brille zu korrigieren.
Also gucke ich schon mein ganzes Leben hauptsächlich mit links, und hätte total Schiss, dieses einzige immer noch gut taugliche Auge mit einer OP zu vermasseln.

melusine
10.04.2014, 21:00
Augenärzte/Optiker drohen jetzt bestimmt mit dem Finger und behaupten, dass "Lesehilfen" total schädlich sind (weil sie ja nur 2 statt 200 EURO kosten).


Hat nichts mit dem Preis zu tun. Diese sogenannten "Lesehilfen" sind nunmal nicht auf Deine Augen abgestimmt. Es reicht ja nicht, die Gläser einfach nur konvex oder konkav zu schleifen. Da müssen ja auch individuelle - ich sag mal - Konstruktionsfehler, z.B. der Hornhaut mit ausgeglichen werden.

Beim Gestell schaue ich normalerweise nicht so auf die Marke/auf einen hohen Preis. Bei meinen Gläsern gehe ich jedoch niemals Kompromisse ein. Dafür sind mir meine Augen einfach zu wichtig. Und ich habe bis jetzt noch bei jeder neuen Glasgeneration einen Unterschied zur vorhergehenden bemerkt.

Aber ich kenne das auch unter anderem von meinen Eltern. Hat Jahre gedauert, bis ich sie zu einem alteingesessenen Optiker gekriegt habe. Und was das dann für ein Aha-Erlebnis war!!! Zwischen "sehen" und "gut sehen" gibt es halt doch einen Unterschied.

lg
melusine

tomrc46
20.06.2014, 20:42
Schaun mer mal... Wikipedia sagt zu Bates "Ein wissenschaftlicher (http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft) Nachweis für die Wirksamkeit des Augentrainings auf optische Fehlsichtigkeiten (http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlsichtigkeit) konnte jedoch nicht erbracht werden, weshalb das Verfahren von der evidenzbasierten Medizin (http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin) abgelehnt wird." Mehr ist aus meiner Sicht dazu nicht zu sagen.

Kurzsichtigkeit ist ein 'Längenfehler', d.h. das Auge ist für seine Brechkraft zu lang. Die durch das System Hornhaut-Kammerwasser-Linse-Glaskörper gebrochenen Lichtstrahlen treffen sich vor der Netzhaugrube statt in ihr und bilden dort bereits wieder einen Zerstreuungskreis. Abhilfe? Das System müßte mehr ins Minus verschoben werden. Das wäre physiologisch nur an der Augenlinse möglich. Diese wird durch 2 Muskeln bewegt: ein Ringmuskel (der sie zusammendrückt) und radiäre Muskeln (die sie flachziehen). Um das System ins Minus zu verschieben, müßte die Linse 'flacher als flach' gezogen werden, aber vorher würden einem die Zonulafasern um die Ohren fliegen.

Eine Myopie-Historie sieht meist so aus: bis Mitte, Ende 20 wachsen die Augen in der Länge und die Kurzsichtigkeit nimmt zu. Dann stehen die Werte teilweise erstaunlich lang: 15 oder 20 Jahre unveränderte Werte sind keine Seltenheit. Dann wandern die Werte - bedingt durch Einlagerungen in der Linse - Richtung Plus (oder eben aus dem Minus heraus). Zwischendurch ist Bonus-Zeit: wenn alle andern mit Mitte 40 die erste Lesebrille brauchen, guckt der Kurzsichtige einfach über seine Brille hinweg - oder drunter durch :)

Die Fachkritik an Lasik sieht wie folgt aus: der Flap (der runde Hornhautlappen unter dem die eigentlichen Lasikschnitte stattfinden und der nach Ende der OP wieder 'zugeklappt' wird) wächst nur an den Rändern wieder so richtig an. Es fehlen einfach Langzeiterfahrungen. Was den Preis mancher Anbieter angeht: you always get what you pay for...

Dem Preppergedanken folgend wäre Brillenredundanz geboten; dabei tuts die 'Alte' als Ersatz meist ganz gut.
Kontaktlinsen ? Das Verfallsdatum der Reinigungsflüssigkeit ist ernst gemeint - schon mal 'nen saftigen Hornhautulkus gesehen...? Oder gespürt?

@Hinterwäldler: tut mir leid für Dich. Aber manche Fehlsichtigkeiten (zumal angeborene) sind einfach nicht korrigierbar. Wenn die Netzhaut nur 40% Visus hergibt, ist da Ende der Fahnenstange. Aber: könnte es sein daß Du Dir aus Angst vorm Tod das Leben nimmst? Funktionell einäugig und das verbleibende Auge überlastend? Wie lange sollte dein visuelles Systen nochmal funktionieren? Such Dir 'nen Arzt und 'nen Optiker dem Du vertraust. Solange dein Bauch Dir sagt 'der ist es nicht' such weiter. Die Lesehilfen sind gut fürs Handschuhfach wenn alle Stricke reißen. Aber mit Deiner Vorgeschichte würde ich mit den Dingern auf gar keine Fall nachtschichtlang lesen.

Waldschrat
20.06.2014, 21:18
Ich habe mich einer LASIK, einer Laserbehandlung unterzogen, um meine Kurzsichtigkeit von -3,75Dpt. (beide Augen) behandeln zu lassen.
Es lief alles glatt und ich bin sehr zufrieden, ich würde es auch jederzeit wieder tun.

Hallo Basmyr,

das hat auch seine Nachteile. Ich bin seit Kindheit kurzsichtig (- 2 dpt) und bin eigentlich mit Brille immer gut zurecht gekommen. Jetzt bin ich in dem Alter, wo andere eine Lesebrille brauchen. Ich peile beim Lesen nur über den Rand meiner Fernbrille oder nehme sie ab. Hätte ich mir die Augen lasern lassen, brauchte ich jetzt eine Lesebrille.

Da wo sich andere in meinem Alter zum Lesen +2 dpt auf die Nase setzen müssen, lasse ich -2 dpt weg.

Auch ein Verlust der Fernbrille wäre bei mir nicht so tragisch. Die schwerste Einschränkung wäre, dass ich ohne Brille nicht Auto fahren kann, aber eine Wanderung könnte ich ohne Brille bequem fortsetzen, ich wäre nur beim Geniessen der Aussicht von einem Berggipfel stark eingeschränkt, aber alles was weniger als 10m weg ist, das geht.

Brauchte ich dagegen eine Lesebrille und wäre ohne Brille nicht mehr lesefähig, könnte also bei Verlust der Lesebrille nicht mehr feststellen, ob auf dem Flaschenetikett "Apfelschorle" oder "Lampenöl" draufsteht und fülle versehentlich das Apfelschorle in die Lampe und saufe das Lampenöl:Panik:, oder ich kann mangels Lesebrille keine Wanderkarte mehr lesen, das wäre schon eine ärgere Einschränkung.

Meint

Matthias


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