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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : mechanische Landwirtschaftliche Geräte - Planet Jr-Klone



Maresi
08.05.2014, 08:20
Hi!

Ich bin vor kurzem durch Zufall auf die "Planet Jr. (http://www.planetjr.net/)"-Werkzeuge gestoßen. Dabei handelt es sich um mechanische Geräte für die Landwirtschaft, welche ohne Zugtiere auskommen - pure menschliche Muskelkraft als Antrieb!
Diese Werkzeute wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und im Laufe der Zeit stetig weiter verbessert. Die Zielgruppe war (die damals offensichtlich noch reichlich vorhandenen) Kleinstlandwirtschaften und Hobbygärtner (auch wenn sich das damals vermutlich anders genannt hat).
Leider ist es nicht ganz einfach, eine echte Geschichte dieser Werkzeuge zu finden. Die beste Zusammenfassung habe ich unter http://www.easydigging.com/history/garden-cultivator-1.html gefunden.

Heutzutage gibt es auch einige mehr oder weniger exakte Klone dieser Werkzeuge, u.a. von Hoss (https://hosstools.com/shop/) (USA), Glaser (http://www.glaser-swissmade.com/Produkte.html)(CH) oder Valley Oak (http://www.valleyoaktools.com/) (USA).
Es gibt sogar eine Anleitung (auf Englisch), wie man sich solche Werkzeuge selber herstellen kann: http://planetwhizbang.blogspot.co.at/

Hier ein Video, das die Hoss-Tools im praktischen Einsatz zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=8gvZr_o3AVg


Da mir die Eigenerzeugung zu aufwendig ist - und ich auch nicht die notwendigen Werkzeuge dazu besitze - bin ich am Überlegen, ob ich die notwendigen Werkzeuge nicht einfach frei Haus liefern lasse.
Leider ist das Gute zwar recht nah, aber auch sehr teuer: Glaser kostet mit Abstand das meiste Geld! Bereits das Basisgerät (die Radhacke) kostet zwischen 200 und 300 Euros - Nackt, ohne Zubehör.
Ein weiterer Nachteil ist, dass man alle Teile einzeln kaufen muss, da es keine Kombiangebote gibt.

Bei Oak Valle hingegen habe ich solche Kombiangebote (http://www.valleyoaktool.com/planting-combination-package/) gefunden. Leider werden diese anscheinend nicht nach Europa verschickt :verärgert:.
Möglicherweise kann man die Jungs bei einer Sammelbestellung dazu motivieren, doch eine Lieferung Richtung Alte Welt loszuschicken...

Daher wäre mir euer Feedback recht: Was haltet ihr insgesamt von diesen Geräten, und hätte jmd. Interesse an einer Sammelbestellung teilzunehmen?

LG,

Maresi

tomduly
08.05.2014, 08:37
Hallo,

warum in die Ferne schweifen? Solche Gartengeräte gibts bei jedem Bioland-Saatgut-Händler auch.

Z. B. beim Hof Jeebel

Radhacke mit Systemwerkzeug (http://biogartenversand.de/index.php?cPath=120_217)

Doppelgrabegabel (http://biogartenversand.de/product_info.php?cPath=120_141&products_id=906)

Grüsse

Tom

Maresi
08.05.2014, 12:31
Hi Tom,

den Biogartenversand kenne ich. Ich habe aber Vorbehalte der dort angebotenen Ware gegenüber.
Z.B. die Radhacke: sie hat einen Gummireifen, welcher wesentlich weniger haltbar ist als die üblichen Eisenräder: Der Gummi wird spröde, die Lager können rosten.
Bei den von mir ausgesuchten Hersellen gibt es entweder nur das Eisenrad, oder zumindest als Option. Diese Räder sind mit Messinglagern ausgestattet, welche praktisch ewig halten, niemals geölt werden müssen und nicht rosten können (wenn man z.B. mal trotz Regen fertig arbeiten will).

Ob bei den anderen Werkzeugen auch solche "versteckten Haltbarkeitsfallen" enthalten sind kann ich nicht sagen - möchte es aber auch nicht unbedint ausprobieren...


LG,

Maresi

DerGerald
08.05.2014, 13:07
Hallo,

ich bin mir jetzt nicht sicher, was du damit machen willst? Ich meine das jetzt nicht böse. Ich will aber echt gerne wissen wie und wo du diese Geräte verwenden willst?

Gruß
Gerald

tomduly
08.05.2014, 13:30
Hallo,


(...) die Radhacke: sie hat einen Gummireifen, welcher wesentlich weniger haltbar ist als die üblichen Eisenräder: Der Gummi wird spröde, die Lager können rosten.
Bei den von mir ausgesuchten Hersellen gibt es entweder nur das Eisenrad, oder zumindest als Option. Diese Räder sind mit Messinglagern ausgestattet, welche praktisch ewig halten, niemals geölt werden müssen und nicht rosten können (wenn man z.B. mal trotz Regen fertig arbeiten will).

mag sein, aber wieviele Fahrradreifen und -lager sind dir bislang versprödet bzw. festgerostet? Die Radhacke scheint ein Fahrrad-Rad zu haben. Mein MTB, Baujahr 1994 fährt immer noch mit den ersten Achsen/Lagern (die ich noch nie geölt bzw. gefettet habe) und ich hab erst den zweiten Satz Mäntel verschlissen (ich weiss, ich sollte mehr radeln...), was aber auch daran lag, dass der erste Satz Mäntel, Michelin Country, einen mehrwöchigen (und sehr nassen, inkl. diverser Flussdurchwatungen) Islandaufenthalt und einen USA-Trip problemlos wegsteckte und erst so nach etwa 15 Jahren Anzeichen von Versprödung zeigte. Seither fahre ich die damals nach dem Rad-Kauf demontierten und als Ersatz zur Seite gelegten Billig-Mäntel der Erstausrüstung...

Eisenräder mit ungeschmierten Messingbuchsen würde ich allerhöchstens Sträflingen im Gefängnisgarten zumuten wollen...als therapeutische Massnahme. :rolleys:

Biegeweiche Spatenblätter, abbrechende Stiele oder Holzrechen mit Zahnausfall ärgern mich jedenfalls mehr und kosten über die Jahre auch nicht wenig Geld. Und unser Schubkarrenrad hat nach 10 Jahren die Luft nicht mehr richtig gehalten (war leider ein schlauchloser Reifen, damals beim Kauf nicht drauf geachtet) - Versprödung, aber vor allem, weil es kein echter Gummireifen war, sondern ein Plastikreifen, dem die Weichmacher abgehen. Die ganzen DDR-Schubkarren bei den Schwiegereltern waren zwar alle platt, aber seit ich die Schläuche komplett durchgeflickt habe, halten sie seit Jahren wieder die Luft. Gummi ist gar kein so übler Werkstoff. Und mit ein zwei Ersatzrädern dürfte auch eine Radhacke durchaus ein Menschenleben halten.

Grüsse

Tom

Isuzufan
08.05.2014, 13:46
Ab welcher "Gartengröße" macht denn so etwas Sinn?

LG Wolfgang

tomduly
08.05.2014, 13:51
Hallo,

hier noch ein Forumsbeitrag aus 2011, der die Anwendung einer schweizer Radhacke zeigt: KLICK (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/5092-Radhacke?p=67106&viewfull=1#post67106).

Grüsse

Tom

ID 358
08.05.2014, 15:48
Ganz überzeugen tun mich diese Gerätschaften nicht. Habs noch nie benutzt und vielleicht ist es ein Vorurteil? (mit dem ich leben kann)

Ich bearbeite ca. 300m² davon 200 mit Kartoffeln, der Rest Kräuter und Topinambur, Bohnen und Erbsen.
Unkraut tu ich händisch ausreissen, das geht wenn man es etappenweise macht (1 Stunde am Abend).
Irgendwie ist mir das ständige Boden aufreissen suspekt, da buckel ich lieber etwas.
Alternativ zum Jäten oder wenn ich nicht damit nachkomme, lade ich eingemal die Schubkarre voll mit angerottetem Laub und packe das dick zwischen die Kulturreihen aufs Unkraut. Das kriegt dadurch kein Licht und versucht mit langen gelb-weissen Trieben wieder nach oben zu kommen, was es stark schwächt, dann lässt es sich leicht rausziehen, gleichzeitig ist der Mulch ein guter Austrocknungsschutz in der trockenen Hochsommerzeit.
Die aufgeräumten großen Felder, die wir von den Bauern sehen, sind so gut wie immer durch Pestizide so "schön sauber".
Wenn ich so erdnackte Felder sehe wird mir ganz anders, und wie das nach einigen trockenen Tagen staubt und bröselt, da ist mir ein leicht verkrauteter Acker ohne Gift lieber. Ich versuche immer mehr, möglichst bodendeckende Mischkulturen anzulegen. Jeder muss herausfinden, wie es mit seiner Erde und seinen Kulturen am besten funktioniert. Meine Kartoffel grabe ich von Hand alle 30cm mit der Handschaufel ein. Auf einer Fläche, die ich erstmalig notdürftig von Unkraut befreite (zuerst mit Rechen abgezogen, dann das grössere Zeug von Hand ausgerissen) wuchsen die Kartoffeln zwischen den Wildkräutern genauso gut wie auf dem gepflegteren langjährigen Bereichen. So 3mal bis in den Herbst halte ich den ungewünschten Bewuchs nieder, entweder durch Ausreissen, Abschneiden oder dick Abdecken.

In all den Videos wird nirgends ein verunkrauteter Acker gezeigt und wie man dem mit solchen Geräten zu Leide rückt. Das fehlt mir etwas. In den gezeigten Beispielen schieben alle Darsteller ihre Radhacken über eh schon aufgeräumte bröselige Erdbahnen...
Überzeugen würde mich so ein Gerät nur, wenn es eine Wiese aufbricht und in Kartoffelacker umwandelt. Aber dazu braucht es schon eher 1 PS aufwärts, das schafft nur ein Pferd oder eben ein Motorschlepper oder Traktor.
Für Urbarmachen empfehle ich jedem, einen benachbarten Bauer mit einigen Bierkisten Aufwandsentschädigung einzuladen, den gewünschten Bereich einmalig umzuackern. Wenn dann händisch oder mit Handhacke weiter gepflegt wird, bleibt es eine dauerhafte Anbaufläche. Irgendwie bin ich ein reinkarnierter Maulwurf, der sich gern durch seine Scholle wühlt :-)

Maresi
08.05.2014, 16:46
Ab welcher "Gartengröße" macht denn so etwas Sinn?

LG Wolfgang

Hi Wolfgang,

da ich vorhabe, im Krisenfall ca. 7.000m² zu bewirtschaften macht die Anschaffung zumindest für mich Sinn:

massive Zeitersparnis
schont den Rücken ungemein
weniger Anstrengung -> ich komme mit weniger produzierten kcal aus
die Verwendung eines Sägerätes spart ca. 20-30% Samen im Vergleich zur Handsaat


Bei 300m² ist ein Handgrubber und eine Harke definitiv ausreichend.
Wenn es aber mehr werden sollte (ich halte gerade meine Böschung Unkrautfrei, und das sind nur ca. 50m²) wirds aber mühsam. Ich spüre nach jedem mal Unkrautjäten meinen nicht mehr ganz jugendhaften Rücken ziemlich deutlich, und was die 100-fache Fläche damit anstellt möchte ich mir nicht ausmalen...

@Tom: Sicher sind 10-15 Jahre Haltbarkeit bei Gummireifen drin. Wenn der Reifen aber erst mal dieses Alter erreicht hat bin ich gerade Mitte 50, da möchte ich noch 30 Jahre lang mein Feld bestellen können. Und ich glaube nicht, dass ein Gummireifen auch bei optimaler Lagerung 45 Jahre lang hält - zumindest habe ich nicht vor, mich darauf zu verlassen.

LG,

Maresi

Isuzufan
08.05.2014, 16:51
Statt des Bauern wäre ein erstmaliges Rigolen obendrein gut für die Kondition und das Bier trink ma selber.

LG Wolfgang

ID 358
08.05.2014, 17:21
Bei 300m² ist ein Handgrubber und eine Harke definitiv ausreichend.
Wenn es aber mehr werden sollte (ich halte gerade meine Böschung Unkrautfrei, und das sind nur ca. 50m²) wirds aber mühsam

Schon klar, 7000m² kann man nur händisch machen, wenn man sonst nichts anderes tut und sich möglichst schnell das Kreuz ruinieren will ;-)

Es soll Landwirte geben, die ganz auf Plügen und tiefergehende Bodenbearbeitung verzichten. Das geht mit schnellwachsenden Vor- und Zwischenkulturen (Klee, Luzerne und solche Sachen). Je nach Örtlichkeit ist das optimale zu ermitteln. Um dieses zugunsten der Hauptkultur zu Mulch abzuschneiden bzw. einzugrubbern, sind solche manuellen Radhacken vermutlich ganz ok.

Ich trage mich mit dem Gedanken, mit dem von manchen verteufelten indischen Springkraut als Unkrautunterdrücker zwischen Kartoffeln u.a. Sachen zu arbeiten (Man kann sogar Blüten und Samen vom Springkraut essen, lustig zu lesender bericht: http://www.roh-leben.de/tipps/tdm/tipp0209.php) Letztes Jahr liess ich einige Exemplare dieser Pflanze ungestört wachsen - es sind extrem vitale riesengroße Dinger mit richtigen Stämmchen geworden. Die nicht gewünschten habe ich vor Blüte und Samenentwicklung ausgerissen und kompostiert. Heuer sind die Samen der stehengelassenen in Massen aufgegangen. Sie unterdrücken souverän andere schwerer zu handhabende Wildkräuter. Wenn nun z.B. die gelegten Setzkartoffeln aufkeimen, ist es Zeit die bis dahin das Feld beherrschenden Springkraut-Keimlinge zurückzudrängen. Es ist zu testen, was besser ist: nur abschneiden (geht bestens) oder mit den Wurzeln ausroden (händisch oder mit den hier diskutierten Gerätschaften) Auch wenn die kleinsten Stückchen dieser Pflanze wieder zu wachsen beginnen: es müsste genügen, alle 2 Monate die neuen Bodendecker zu (wertvollem) Mulch zu verarbeiten so dass sie nie zum Blühen und Samenausstreuen kommen. Gegen Herbst könnte man schön verteilt übers Feld einzelne Springkräuter ausblühen lassen. Die sorgen dann für ausreichend neue Bodendecker im nächsten Frühjahr.
Problematisch ist Springkraut nur, wenn es sich unkontrolliert außerhalb Eurer Fläche verbreiten beginnt. Daher sollten einzelne "Ausreißer" am Feldrand bei einem Spaziergang ausgerissen werden und auf den Kompost wandern. Die Pflanzen gehen leicht aus dem Boden herauszuziehen, man muss sich nicht mal bücken, weil sie erst ab einer gewissen Höhe zu blühen anfangen und bis dahin ja niemand was tun ;-).

Wer für zukünftige Selbstversorgung 7000m² zu bebauen plant, muss sich klar sein, daß das aus dem Stand ohne Vorbereitung schwer sein wird. Wie ist die Fläche jetzt? Schafft man es in kurzer Zeit daraus einen Acker zu machen? Noch dazu mit solchen Handwerkzeugen? Ist das Saatgut da? Empfehlenswert ist es, jetzt schon die zukünftig geplante Fläche in einen Zustand zu bringen, aus dem heraus eine Anbau-Expansion jederzeit LEICHT möglich ist.

DerGerald
08.05.2014, 19:24
Hallo,Was ich bis jetzt gelesen habe, sind diese Handgeräte zum pflügen nicht geeignet. Das geht meiner Meinung nach nur mit einem Zuggerät. GrußGerald

frieder59
08.05.2014, 19:52
Eine handgeschobene einreihige Sämaschine oder Radhacke mit Pendelmesser kann ich mir auf gepflegten kultivierten Gemüsegartenböden gut vorstellen. Beim Pflug oder Grubber zweifele ich, ob die außerhalb von ganz leichten Sandböden zu schieben sind . Bei solchen Böden macht aber das Wenden mit dem Pflug auch keinen großen Sinn.
Anstatt den erstmailgen Umbruch mit einem Schlepper mit Pflug machen zu lassen, könnte ich mir auch vorstellen, die zu kultivierende Fläche mit Laub, Mist etc abzudecken, damit die Grasnarbe erstmal abstirbt. Wenn die Mulche dann zusammengerottet ist mit der Motorfräse drüber, eventuell auch mit nem Grubber für den Einachser .

frieder

DerGerald
08.05.2014, 19:53
Hallo,Was ich bis jetzt gelesen habe, sind diese Handgeräte zum pflügen nicht geeignet. Das geht meiner Meinung nach nur mit einem Zuggerät. GrußGerald

Maresi
08.05.2014, 22:53
Die Fläche ist derzeit tlw. schon Gemüsebeet, der Rest ist Rasen bzw. Wiese.
Wenn es Spitz auf Knopf geht kann ich mir vermutlich bei einem der Nachbarn (quasi alles Landwirte) Hilfe holen.
Aber selbst wenn nicht: Ich kann mit solchen Maschinchen die Fläche einfacher bearbeiten als alleine mit der Harke.
Die Fläche zu "drehen" sollte in ein paar Tagen möglich sein. Sicher wird das kein Spaziergang, aber das Leben vor 80 Jahren war eben auch nicht von überbordender Freizeit geplagt.
Das mit dem Saatgut (Ausnahme: Kartoffel) habe ich schon geregelt: Ich ziehe in meinem Garten die auch für den Ernstfall vorgesehenen Pflanzen. So kann ich immer ausreichend Samen gewinnen, um auch ein mehrere tausend m2 großes Beet bestellen zu können.

Und selbst wenn nicht die gesamte Fläche in einem Jahr vollständig bearbeitet werden kann: zum Einen gibt es ja noch Vorräte, auf die ich zurückgreifen kann (wobei die sicher kein halbes Jahr halten), zum Anderen ist ohnehin geplant, jeweils einen Teil im Rahmen der Vierfelderwirtschaft unbewirtschaftet zu lassen. Und falls ich irgendwo ein Schaf oder so ergattern kann kann die stehengebliebene Wiese immer noch zur Fleischgewinnung herangezogen werden...

DerGerald
09.05.2014, 10:29
Hallo,
Ich weiß du hast es gerne Manuel, aber wie wäre es mit einem kleinen Traktor? Sowas zB http://de.wikibooks.org/wiki/Traktorenlexikon:_Steyr_80
Der Verbrauch ist nicht so arg hoch, er ist sehr multifunktionell. Läuft vermutlich sogar mit Salatöl :)
Außerdem sind diese Traktore fast unkaputtbar. Ich denke sogar EMP sicher, da keine Technik.

Eventuell eine Überlegung wert, denn wie du sagst wird man ja auch nicht jünger und mit 60-70 Jahren fahr ich lieber Traktor als mit dem Handpflug ein Feld zu beackern.

Gruß
Gerald

Maresi
09.05.2014, 10:43
Ich fahre auch heute schon lieber Traktor als auf dem Feld zu schuften. :Schwitz:Leider bin ich kein begnadeter Mechaniker (nicht komplett talentfrei, aber viiiiel zu wenig Übung) und bin mir nicht sicher, ob ich den Trecker in der Krise auch am Laufen halten kann (Ersatz- und Verschleißteile, Schmieröl,...).
Interessant ist er sicher, aber wenn ich nach dem Grünen Abitur auch noch mit einem Oldtimer-Traktor ankomme kann es sein, dass mich meine BEVA einliefern lässt... :tease:

ID 6222
13.05.2014, 18:13
@ Maresi Die idee von dir finde ich sehr sehr gut aber die Hauptarbeit das pflügen und düngen ist echte Knochenarbeit
meine erfahrung sagt mir das das feld in deinem video sehr sandig,trocken und gut vorbearbeitet wurde
Ausserdem das 1. pflügen bzw auflockern nach dem winter ist am härtesten von nassem , lehmigen ,vom regen und hagel niedergeschlagener ausgewaschener-boden oder gar wiese (rasen) ganz zu schweigen
Für kleine Flächen empfehle ich die gartenkralle oder eben die hake wenn kein zugtier vorhanden ist da die einfachsten dinge nunmal am besten funktionieren

Maresi
14.05.2014, 06:49
Wenn möglich werde ich das Pflügen natürlich maschinell verrichten lassen.
Wenn das allerdings nicht möglich ist bzw. generell für die weitere Bearbeitung sind mir Handgrubber und Harke eben zu mühsam (da ich eben nicht nur eine keine Fläche bearbeiten werde).
MMn sind die Planet Jr.-Klone für solche Fälle eben ideal. Sicher: mühsam ist die Feldarbeit damit immer noch, aber weit weniger mühsam und vor allem wesentlich rationeller als nur mit reinem Handwerkszeug...

LG,

Maresi

Honkytonk
16.08.2014, 17:21
Sollte man sich denn nicht auch über eine Rückführung der Nährstoffe Gedanken machen? Mit der Ernte entnimmst Du der Fläche Nährstoffe, die der Folgefrucht nicht mehr zur Verfügrung stehen. Dieses geschieht in der heutigen Landwirtschaft durch organische oder mineralische Düngung. Früher hatten die Höfe immer Vieh und der anfallende Mist diente als Dünger für die angebauten Kulturen. Du solltest Dir nach meinem Dafürhalten Gedanken machen, ob Du nicht mehr als ein Schaf halten willst. Nur lässt sich Vieh im Krisenfall ja nicht fix auftreiben und würde ja auch etwas zum Fressen brauchen. Ich denke daher, das es schwierig ist, im Kriaenfall sofort zum Ackerbauern zu werden, ein guter Kontakt zum Landwirt nebenan wäre da gewiss hilfreicher, als die Gerätachaften aus dem Schuppen zu holen und sofort auf reiche Ernte zu hoffen.

Galahad
16.08.2014, 19:12
Sollte man sich denn nicht auch über eine Rückführung der Nährstoffe Gedanken machen? Mit der Ernte entnimmst Du der Fläche Nährstoffe, die der Folgefrucht nicht mehr zur Verfügrung stehen. Dieses geschieht in der heutigen Landwirtschaft durch organische oder mineralische Düngung. Früher hatten die Höfe immer Vieh und der anfallende Mist diente als Dünger für die angebauten Kulturen. Du solltest Dir nach meinem Dafürhalten Gedanken machen, ob Du nicht mehr als ein Schaf halten willst. Nur lässt sich Vieh im Krisenfall ja nicht fix auftreiben und würde ja auch etwas zum Fressen brauchen. Ich denke daher, das es schwierig ist, im Kriaenfall sofort zum Ackerbauern zu werden, ein guter Kontakt zum Landwirt nebenan wäre da gewiss hilfreicher, als die Gerätachaften aus dem Schuppen zu holen und sofort auf reiche Ernte zu hoffen.

Also im ersten Jahr nachdem man ein Feld umpflügt und bewirtschaftet sollte der ertrag sehr gut sein. Weder der "Schädlingsdruck" von Krabblern ist hoch, noch sollte es einen Nährstoffmangel geben. Einzig der Pilzdruck ist nicht "kontrollierbar" ohne entsprechende Mittelchen.

Ich habe dieses Jahr nur zum Versuch von einem Arbeitskollegen (Er ist Landwirt im Nebenerwerb) ein paar Gerstenkörner bekommen und die angebaut und mich gewundert wie gut das geklappt hat.
Hab dann auch immer wieder Rücksprache mit Ihm gehalten und von ihm hab ich die oben geschriebenen Informationen erhalten.

Also meiner Erfahrung nach "sofort reiche Ernte" ist relativ leicht. Aber dann werden wie du, Honkytonk, schon schreibst die Nähstoffe der limitierende Faktor.

moleson
16.08.2014, 23:00
Sollte man sich denn nicht auch über eine Rückführung der Nährstoffe Gedanken machen? Mit der Ernte entnimmst Du der Fläche Nährstoffe, die der Folgefrucht nicht mehr zur Verfügrung stehen. ...

Naja im Mittelalter war man sich dessen schon bewusst, sprich Dreifelderwirtschaft bzw neuerem Datums Vierfelderwirtschaft. http://de.wikipedia.org/wiki/Vierfelderwirtschaft

Jeder der einen Gemüsegarten hat, weiss das er rotieren muss und wenn man experimentier Freudig ist kann man sich mit Permakultur versuchen.


Allerdings alles kann man nicht improvisieren und es braucht Jahre an Lehrgeld bis man es raus hat.

Maresi
16.08.2014, 23:38
Das Stichwort lautet in diesem Fall: Komposttoilette!
Oder: Plumpsklo.

Hat vor 20 Jahren bei meinen Großeltern noch funktioniert, sollte also heute/morgen auch bei mir noch gehen.

Im alten Japan war Tierhaltung mit Ausnahme von Wasserbüffeln für die Feldarbeit quasi nonexistent. Da wurde halt mit menschlicher Sch..ße gedüngt. Hat zwar gestunken, aber funktioniert...

LG,

Maresi

ID 7139
16.08.2014, 23:46
Hallo,
Wir hatten auch ein richtiges Klo mit einer fest gemauerten Grube. Die Gärtnerei von meinem Vater und der Gemüsegarten von meiner Mutter wurden nur damit "gefütter".
Im Gemüsegarten sehe ich aber längerfrstig ein Problem, weil ich mir vorstellen könnte, dass das, was zuviel ist eben wieder ausgeschieden wird und wieder in den Boden kommt. Das was fehlt, wird nicht ausgeschieden und kommt somit nicht in den Boden zurück. So stelle ich mir vor, dass mit den Jahren einerseits immer mehr von irgendwas fehlt und immer mehr von was anderem zuviel ist.
Tatsache ist, dass wir alle gesund aufgewachsen sind, keine Mangelerscheinungen haben und dass der Garten auch immer guten Ertrag abwarf.
Gruss Kendu

Vansana
17.08.2014, 02:31
Ich habe mir vor kurzem so eine Art Rad-Hacke gekauft, anstelle Rad ist dort ein Schwimmer angebracht um so das geflutete ich Reisfeld zu jaeten. Der Zeit und Kraftaufwand um nur eine Zeile zu jäten ist einfach zu groß. Ich habe das Teil gleich verworfen.

Für die Feld und Gartenarbeit verwende ich einen Allradtraktor von Kubota mit 24PS. Ich habe dafür verschiedene Anbaugeraete und bin sehr zufrieden damit. Zuvor verwendete ich einen hier in Suedostasien sehr gebräuchlichen "walk behind Tractor" oder Ackerschlepper.

Wasserbüffel sind hier total verschwunden. Vor vielen Jahren wollte ich mir 2 kaufen. Verwandtschaft und Nachbarn meinten, ich koenne auf keinen Fall das Feld mit Büffeln bearbeiten, da ich dann mit Sicherheit im Dorf als verrückt erklärt wuerde.

Liebe Gruesse
Vansana, der gerade zuhört, wie sein Reis wächst

Maresi
17.08.2014, 11:44
Hi Kendu,

da das System mit der Düngung durch Exkremente Jahrtausende lang funktioniert hat sehe ich da kein Problem.
Kunstdünger gibt es erst seit ca. 100 Jahren!

Und durch Mist bringen ich sicher mehr Nährstoffe in den Boden als mit NPK-Synthetikdünger...

LG,

Maresi

ID 7139
17.08.2014, 14:25
Hallo Maresi,

natürlich funktioniert das System! Früher hatte man auch mehr Land zur Verfügung, und betrieb die Sache mit dem Brachfeld. Heute ist das Land knapp und Mutters Gemüsegarten war während ca 50 Jahren an der genau gleichen Stelle, und darin sehe ich schon ein Problem, wenn man nicht alle X Jahre neuen Boden umgraben kann.Wenn man mit Gülle von Mensch düngt, kommen genau die Stoffe, die zuviel im Boden und vielleicht zuviel im Menschen sind und deshalb ausgeschieden werden, wieder an die genau gleiche Stelle in den Boden. Mist von Weidetieren finde ich besser, weil die ja nicht im Gemüsegarten Gemüse gefressen haben und ihr Mist kommt wieder in den Gemüsegarten, wo sie dann fressen.

Alge
17.08.2014, 18:26
Also klar gibt man mit seinen eigenen Exkrementen so einiges an Nährstoffen in den Boden. Bzw. Ballaststoffe etc. die dann von den Bodenorganismen in für die Pflanzen verwertbare Stoffe umgewandelt werden. Allerdings sollte man schon ein wenig umsichtig sein: Die eigene Gülle wenigstens gut abstehen lassen oder im Herbst düngen (wenn keine Winternutzpflanzen). Sonst verbreitet man munter Bandwürmer, wenn sich eine der "Düngequellen" infiziert hat. :shit:
Und wir sprechen ja von Krisenszenarien - und die sind immer mit schlechteren hygienischen Verhältnissen verbunden - und damit höheren Risiken für so etwas.
LG, Alge

moleson
17.08.2014, 18:52
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht meinen Gemüsegarten gedüngt. Hingegen arte ich darauf das ich regelmässig die Fruchtfolge respektiere mit wenn möglich dazu Gründüngung. Ausserdem alles was grün ist wird kompostiert oder gleich wieder auf das Gemüsebeet getan als Oberflächen Kompost. Dazu alle 7 Jahre eine Miete (heisst doch so) einrichten.
Bin auch zum System des nicht umgraben übergegangen, ausser ich will hartnäckige Mehrjähriges Unkraut vernichten und Mulch an der Stelle, gibt eine wunderbare Erde.

Die Bauern haben das früher auch mit Erfolg anders gemacht. Da wurde im Herbst umgegraben und dann Mist drauf getan.Im Frühling hatte man wunderbare Gartenerde.

Ich würde empfehlen Geflügel zu halten, das scheisst ganz ordentlich. Den Tipp den ich von einem Bauern bekommen ist top. Einfach 1 mal im Jahr in den Stall ein sehr dicke Schicht Hanf streu tun (die können wir als Ballen kaufen, 1 reicht pro Jahr). Ab und zu wenn nötig ein bisschen drüber streuen. Das stinkt kaum und nach einem Jahr holt man alles raus (ist zum grössten Teil kompostiert) Und kann es als Dünger benutzen. Die Streu bleibt trocken selbst bei Enten.

Als prepper kann man sich da ein paar Ballen hinstellen und ein paar Jahre so überbrücken. Ist übrigens auch top für trocken Klo.

Maresi
17.08.2014, 21:52
@Kendu: Ist das mit den Nährstoffen deine Meinung, oder hast du da Belege dazu?
Falls nein bleibe ich dabei: Was 5.000 Jahre lang funktioniert hat funktioniert auch heute noch.
Was den Gemüsegarten betrifft: Der kann auch bereits seit Jahrhunderten an der selben Stelle stehen. Wichtig ist, dass das Gemüse in Fruchtfolge angebaut wird...

@moleson: Habe ich so noch nie gehört. Wäre sicher interessant auszuprobieren.
Leider habe ich weder Hühner, noch wüsste ich wo ich Hanfballen herbekommen würde...

LG,

Maresi

ID 7139
17.08.2014, 22:06
Hallo Maresi,
es ist meine Überlegung. Wenn noch Kompost und verrottetes Laub dazu kommt, passt es schon. Ich habe mir aber trotzdem darüber Gedanken gemacht.

Gruss Kendu

moleson
17.08.2014, 23:51
@moleson: Habe ich so noch nie gehört. Wäre sicher interessant auszuprobieren.
Leider habe ich weder Hühner, noch wüsste ich wo ich Hanfballen herbekommen würde...

LG,

Maresi

Ich finde es beim Landi, sonst scheint es bei Pferdehaltern benutzt zu werden

http://www.bafa-gmbh.de/einstreu.htm

ID 5359
18.08.2014, 03:17
Hallo, ...

Vorsicht mit frischen Hühnermist als Dünger!
Ich kenne es nur so, dass dieser mindestens 2 Jahre lagern soll, da dieser sonst zu "scharf" sprich aggressiv ist für die Pflanzen.

Den Traktor von oben (#16), den Steyr 13.er wie er auch genannt wird habe ich auch, kann ich nur empfehlen.

Schöne Grüße, Mike


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