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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ein einfacher Hexenschuss macht euch platt



eraperp
11.05.2014, 22:50
Jedenfalls mich. :girl_flag_of_truce:


Was war geschehen?

Vorvorgestern (schönes Wort gell?) gehe ich morgens kurz raus um ein paar Äste der Nachbarhecke (ohne Groll) abzuschneiden. Nach dem 5. Ast und tief bücken dann der Hammer: nix geht geht mehr. Schere fallen lassen, wie auf Eiern ab ins Haus und gerade so zum Sofa gekommen. Unter originalem Kampfschrei der Apachen dann abgelegt…
1 Stunde und einer Ciclo… später dann wieder aufgekrochen und geglaubt: hey geht schon wieder - doch kein alter Mann - durchs Haus gelatscht und versucht normal zu leben.
Verursacht durch Hausstaubmilben kam es dann aber zu einem Vorfall: extrem cool geniest. Ergebnis: Auf der Stelle auf die Knie gegangen, obwohl total ungläubig. Der Niesanfall ergab einen krassen Ruck durch die Wirbelsäule mit entsprechender Wirkung. Den Schmerz wollte ich dann einfach ignorieren und zum Sofa latschen. Leider war das nicht möglich. Da ich bis dato so etwas noch nicht erlebt habe, stellte ich mir sodann einige Fragen:

1. Warum kann ein einfacher Hexenschuss eine Person komplett außer Gefecht setzen?
2. Warum kann man nicht gegen den Schmerz einfach weiter gehen?

Durch diese Übung wurde mir bewusst, dass man allein ganz schnell im Eimer ist und dass einem auch dann die eigenen Fertigkeiten nicht weiter helfen. Hätte ich so nicht geglaubt. Wieder was gelernt.

Hab dann meinen Freund angerufen (Chirurg) und ihn gebeten, mir den Sachverhalt zu erklären. Das mit dem Hexenschuss ist relativ einfach, denn da wird deine Wirbelsäule und da die Bandscheiben und Nerven in Mitleidenschaft gezogen. Hatte ich auch verstanden. Einen Tag vorher hatte ich den ganzen Tag auf der Erde gehockt und die Stages des IPSC-Wettkampfes zusammen genagelt. Als z.Z. fauler Sack war ich das natürlich nicht gewohnt und meine Wirbelsäule usw. hatte sich nun beschwert. Auslöser war eine Bewegung, die im kalten Zustand die Wirbelsäule stark belastete.

Die zweite Frage klärte sich auch schnell: Mensch kann nicht frei über seinen Körper nach Gutdünken entscheiden, denn da hat der Körper(respektive ZNS=Zentrales Nervensystem) ein Wörtschen mitzureden. Fazit: Dein Körper zwingt dich einfach das Richtige zu tun (seiner Meinung nach). Das mag nicht das "Richtige" in deinem Sinn sein, aber die Schmerzen zwingen dich dann halt abzunknien oder umzufallen. So ist das halt. Einzige Ausnahme: Extrem viel Adrenalin ist im Spiel.

Wieder was gelernt und gespeichert für neue Strategien…
Wollte euch das nicht vorenthalten.

cu Tom


PS: Am nächsten Tag wollte ich eigentlich zu einem 10-stündigen Wettkampf (IPSC) und ich dacht, das klappt nie. Aber der Körper ist halt doch eine Maschine. Der Kopf leider nicht. Der Körper hat zwar funktioniert aber der Kopf hat gesagt: du bist Invalide - und so ist das Ergebnis auch ausgefallen. Schweig ich lieber drüber.

Eterus
11.05.2014, 23:03
Ich hatte vor drei Wochen auch wieder einen und der beschäftigt mich noch heute. :weinen:

Wer sowas nicht kennt sollte hoffen Ihn nie kennen zu lernen, ist echt ne miese Sache.

eraperp
11.05.2014, 23:07
Diese totale Bewegungsunfähigkeit ist der Hammer. Ein Hexenschussanwärter kommt sich vor wie ein Baby - mit einem Unterschied: Das Baby kann schreien UND krabbeln. :rolleys:

cu Tom

ID 2572
11.05.2014, 23:31
Dann mal gute Besserung - ich kenne das...
Erster Bandscheibenvorfall mit 24, der zweite mit Anfang 30.... letzterer heftig. Amüsanterweise beim "vom Klo aufstehen" eingetreten.
LWS Vorfall. Auswirkung auf Ischias, drei Monate das linke Bein taub bis auf Ischias Schmerzen bis unters Knie...


Abhilfe: Bewegung, Rückenmuskulatur aufbauen / erhalten.

eraperp
11.05.2014, 23:36
Ich sach ja - Invalidenforum… :devil:

Spaß!

Ich mach jetzt wieder Sport. Geh klettern. Da wird die Mitte gefordert.

cu Tom

Firehorse
11.05.2014, 23:54
Ich hatte meinen ersten Hexenschuss mit knapp über 20, viele, viele folgten. Immer ähnlich wie Du es geschildert hast; relative Anstrengung, kalt werden, kleine falsche Bewegung. Je nach Lokalisation mit unterschiedlichsten Auswirkungen, aber immer- leistungsmäßiger Totalausfall.

Ich war allerdings früher bestens durchtrainiert, und der Herr, der nach einem Bandscheibenvorfall sämtliche Kleinteile einer völlig zerschredderten Bandscheibe aus meinem Nervenkanal entfernt hat, versicherte mir einen herausragenden Zustand der Muskulatur. Training ist wichtig, aber nicht alles. Seit einigen Jahren bemühe ich mich, die o.g. Situationen zu vermeiden, und habe immerhin keine neuen "Hexenschüsse" erlitten.

In einer Notsituation dürfte es ohne Hilfe allerdings das Ende sein...kann mich an langanhaltende Momente in meiner Stallgasse erinnern...mit Atemnot und einem Kriechtempo, das mich ca. eine 3/4 Stunde für das Zurücklegen von vielleicht 20, 30 Metern brauchen ließ...:Schwitz:

irlandia
12.05.2014, 05:47
Guten Morgen

@eraterp Gute Besserung

Leider kenne ich das auch. Musste einmal den Notarzt auf allen Vieren die Tür aufmachen: Als sie kamen sagte ich: Wehe sie lachen, ich komme nicht mehr hoch. Man kommt sich plötzlich vor, wie eine 80 Jährige und ist total in der Bewegung eingeschränkt. Nach einer Spritze, ging es dann und es war kein Nerv eingeklemmt sondern nur blockiert.

Fazit: Mein Rücken ist nicht trainiert. Trotzdem ich Rad fahre, ständig in Bewegung bin, ist der Rücken nicht stark genug. Ich mache Sport auch Kraftraining speziell für die Rückenmuskulatur, und ganz wichtig meinte der Trainer sind auch die Bauchmuskeln. Da habe ich, fast gar keine mehr.

Ich stand auch kurz, vor einem Bandscheibenvorfall, und versuche mit dem Sport diesen zu umgehen. Die Ärzte sind schnell dabei, Tabletten zu verschreiben, die lösen zwar die verkrampfte Muskulatur bekämpfen aber nicht die Ursache.

Ausschlaggebend war eine Sendung im TV, von einem alten Mann der 89 Jahre alt war. Der sollte Rheasport machen. Er kam dort in ein Fitnesscenter und der Trainer meinte , der macht nicht mehr lange. Er hatte überall Schmerzen, die Muskeln verkürzt usw.

Nun ist der Mann 95 Jahre und top fit. Keine Schmerzen, er kann sich uneingeschränkt wieder bewegen und hat Kraft. Das gab den Ausschlag, das ich mir sagte, es hat hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern nur das Training.

Nur den inneren Schweinehund zu überwinden ist schwer, sich zu motivieren hin zu gehen auch wenn einen alle Knochen weh tun.


liebe Grüße an alle schmerzgeplagten

alle anderen auch von Irlandia

Kraftwerk
12.05.2014, 08:12
Hallo @ll,

Danke Irlinda für deinen Beitrag,aber was ist der Unterschied wenn man einen Nerven Eingeklemmt hat zu Blockiert? Verstehe ich nicht...

Nun zu meinem "Missgeschick"...war Wandern den ganzen Tag,mit Rucksack,ca.8 Kg Gewicht,komm nach Hause und wollte eine Hose anziehen,die fiel mir Runter und ich wollte sie " Auffangen";

Das Ergebniss war ein Schmerz der mich nicht mal zum Schreien veranlasste,Ich Fiel um wie ein Baum,der erste Gedanke war:" Jetzt Stirbst du",ich konnte nichts aber auch gar nichts machen,nicht mal Krabbeln,geschweige den mich aufrappeln.
Das Handy war im Gang auf der Ablage,unereichbar,das Telefon im anderen Zimmer- unereichbar...

Irgendwie hab ich es ins Bett geschafft,nach Stunden langem gequälle und Pausen die ziemlich Lange waren...

Am nächsten Tag hab ich dann es geschafft den Notarzt zu Holen,der hat mich dann Versucht einzurenken,gab mir ne Spritze zur Muskellockerung und ab ins MRT,dannach kam raus-Bandscheibenvorfall im Lendenwirbel 2/3 und 4/5...

Dann Physiotherapie und Spritzenkur,nach ca.3 Monaten konnte ich dann einigermasen wieder grad Laufen-Stehen und Bücken ging aber immernoch nicht.

nach ca.8 Monaten fiel mir wieder was runter und ich versuchte es aufzufangen,wieder Schoss es mir rein,nur da war ich wenigstens soweit einer OP zuzustimmen,dannach ging es 3 Wochen in Stationäre Reha,dannach weiter in Physiotherapie.

Jetzt nach 2 Jahren kann ich mich immer noch nicht Bücken aber sonst ist alles gut,habe daraus Gelernt das die Bauchmuskulatur genauso Wichtig ist wie die Rückenmuskulatur,da heisst es Dran bleiben mit Physiotherapie,Wandern tut gut und Schwimmen sollte man nicht vergessen:-)

Gruss Kraftwerk...der nie mehr Lächelt wenn jemand sowas Erzählt

ID 1208
12.05.2014, 09:28
Abhilfe: Bewegung, Rückenmuskulatur aufbauen / erhalten.

Hatte auch schon mehrere Hexenschüsse, üble Dinger. Und jedes Mal erzählte mir der Arzt, ich hätte eine schwache Rückenmuskulatur. Seit ich nun über ein Jahr nach "Fit ohne Geräte" trainiere habe ich keinen Hexenschuss mehr gehabt.

Hexenschüsse können eines der Warnzeichen sein, dass man seinen Körper (v.a. die Muskulatur) vernachlässigt. Ein anderes Warnzeichen sind kribbelnde Hände, wenn sich die Rückenmuskulatur um die Nerven verkürzt und auf diese zu drücken beginnt. Wichtig ist auch, wirklich die Rückenmuskulatur zu trainieren. Nur Bewegung in Form von Radfahren und Spazieren/Laufen genügt nicht. Und natürlich ist es auch wichtig, Dinge (auch leichtere) mit der richtigen Technik zu heben.

Herzliche Grüsse und lasst Euch von den Hexen nicht treffen...
linthler

ID 1279
12.05.2014, 09:51
Wo geht man an Nord- oder Ostsee klettern?

In Kletterparks ist das möglich :rolleys:
http://www.kletterparks.info/ueberblick.php

eraperp
12.05.2014, 11:06
@Irlandia: Danke.

@lord_helmchen:

Hier z.B. (Wald):

http://www.survivalforum.ch/forum/attachment.php?attachmentid=17501&d=1399884718


oder hier (Ostseebäume):

http://www.survivalforum.ch/forum/attachment.php?attachmentid=17502&d=1399884872


oder hier (Brücken in Städten):

http://www.survivalforum.ch/forum/attachment.php?attachmentid=17503&d=1399885093


oder in Häfen:


http://www.survivalforum.ch/forum/attachment.php?attachmentid=17504&d=1399885356



Man darf sich nur nicht überall erwischen lassen…
Na ja - Baumklettern muss man umweltschonend können, sonst leidet die Natur.



cu Tom

littlewulf
12.05.2014, 12:50
Moin @All,

Rücken???
Rücken kenn ich!
Übele Geschichte. Als ich früher noch im Gleisbau war hats mich alle 6 Monate regelmäßig umgehauen.
Und das obwohl ich schon immer recht gut im Training stand. Mag daran liegen das ein Menschlein mit 70KG Lebensgewicht
einfach nicht für Jobs wie Gleisbau geeignet ist.
Doofer Vergleich aber 1,82m littlewulf = 70KG vs. 1,82m UIC60 Schiene = 109,2KG. Da steht der dauerhafte Verlierer wohl schon von vorne herein fest. :rolleys:
Wie dem auch sei. Damals habe ich mir das immer weck spritzen lassen. 2-3 kleine Piks neben die Wirbelsäule und man hat wieder für ein paar
Monate ruhe.
1994 brach ich mir dann 2 Wirbel was mir viele Wochen Krankenhaus und Stufenbett einbrachte. Der Mensch sollte sich halt nicht als Ameise versuchen.
(Nein die Wirbel wurden nicht versteift)
Seitdem hatte ich allerdings nie mehr Rückenschmerzen. Zumindest nicht in dem Ausmaß das es mich komplett lahm legen würde.
Ich muß allerdings auch dazu sagen das ich durch eine Art Meditation meine Schmerzgrenze sehr sehr hoch geschraubt habe und dies mittlerweile auch auf
Komando ganz gut behersche. So etwas ist immer sehr nützlich wie ich letzte Woche auf der Heimfahrt mit dem kaputten Knöchel mal wieder feststellen
konnte.

Aber zum Thema.
In normalen Zeiten kann man einen Hexenschuß durch Schonung sehr langwierig und Schmerzhaft auskurieren. Dauert etwa 2-3 Wochen.
Wenn es schnell gehen muß bleibt der Artztbesuch mit ein paar netten Spritzen. Hilft sofort.
Dauerhaft vielleicht eine OP. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Eine Stärkung der Rückenmuskulatur ist natürlich immer gut und wirkt einem Rückenschaden entgegen. Verhindern läßt er sich damit aber
nicht zu 100%
Akupunktur und Krankengynastik, bzw. Ergo sind noch Möglichkeiten. Auch Meditation ist eine ganz gute Möglichkeit.

Im Krisenfall ist es das Beste wenn man einen Arzt und/oder Ergotherapeuten im Netzwerk hat. Alleine bleibt eigentlich nur die Bevorratung von
ausreichend Schmerzmitteln und soweit möglich eine Schonung. Das Schmerzmittel lindert und die Schonung reduziert die Entzündung der Nerven.
Ansonsten bleibt nur Zähne zusammen beißen und irgentwie durch manövrieren. Was einen schonmal die Tränen in die Augen treiben und einen
größeren Würgreiz auslösen kann.

Gute Besserung. Hals und Beinbruch.

Schönen Gruß
littlewulf

Bernie
12.05.2014, 19:18
Danke littlewulf

Meine Erfahrung:
2005 Erster Bandscheibenvorfall (BSV) -> PRT (Schmerzmittel und Cortison unter Röntgenkontrolle in den Rücken gejagt)
2006 Rückfall: ein Monat Spital / Rollstuhl, 2 PRT, ein Nerv ins linke Bein "abgeschossen"
Seither trotz regelmässigem Training immer wieder Rückfälle
2013 Rückenop: Künstliche Bandscheibe, zwei Wirbel versteifen

Aktuelle Diagnose zwei weitere BSV, Arthrose im Kreuzgelenk und anderen Wirbelgelenken, Chondrokalzinose in diversen Gelenken (sieht "toll" aus auf den Bildern der Knieop :peinlich:)
Dazu kommen 3 Knie Op (genetisch bedingte Fehlstellungen und Meniskusriss), zwei Leistenbrüche.
Bei mir ist wohl familiär bedingt das Bindegewebe "aus der B-Charge" und die (auch in der Familie vorhandenen) Fehlstellungen der Knie sorgen weiter für eine Belastung / Körperhaltung, die den Chirurgen Brot und Arbeit verschaffen.
(Quatsch: haben alle eine tolle Arbeit geleistet ! :gratuliere:)

Mit gezieltem Training kann man sicher viel machen (kleine Muskulatur, Bauchmuskeln), aber das hilft nicht in allen Fällen.

Meine Erfahrung:
- Wenn ein Anfall kommt: Rein mit Schmerzmitteln und evtl. Entzündungshemmern (Fehlhaltungen und muskuläre Verspannung vermeiden, Schlaf sichern)
- sobald die Schmerzen weniger sind wieder sanft bewegen und dann steigern, klar aber ohne zu weit zu gehen, das bringt bei mir nichts
- den einen hilft Kälte, bei mir gerade umgekehrt: Kälte kann das wieder auslösen und ich brauche eher Wärme
- mir helfen Übungen mit Terraband, Nordic Walken, Schwimmen, relativ einfach statische Übungen auf der Couch oder dem Boden, die Rücken und Bauch trainieren


Im Übrigen:
- sich achtsam bewegen
- Grenzen erkennen und respektieren
- Medis bereithalten
- sich die Lebensfreude nicht versauen lassen


Bernie

ID 1208
12.05.2014, 20:13
Ich bin ja kein Mediziner, aber ich habe den Eindruck, einige Vorfälle gehen über einen "einfachen" Hexenschuss hinaus???

Empfehlen kann ich übrigens noch die Dorn-Breuss-Methode. Vorausgesetzt natürlich, man findet einen guten Therapeuten. Ich lasse mich alle 3 Monate prüfen und bin immer wieder erstaunt, wie er jede Verspannung und jeden Wirbel in falscher Lage findet. Meiner hat auch gute Übungen mitgegeben für Knie und Hüfte.

Herzliche Grüsse
linthler

torolf67
12.05.2014, 20:46
Nun, vor 2 Wochen noch, war mein bester Freund eine rund halbmeter lange Grillzange - eingeklemmter Nerv am Kreuzbein ... Konnte nicht mal die 30 cm entfernte Fernbedienung greifen ! Ich hatte vor 5 Wochen eine OP am Unterschenkel und musste die schicken Kompressionsstrümpfe tragen. Die selbst anzuziehen ist schon ein Gewaltakt. Damit habe ich mir den Rücken versaut und vorbereitet, dass sich der Nerv einklemmte ( ich wollte nur einen leeren Karton aufheben ...) Nach 3 Tagen dann doch zum Weißkittel und wollte mir Tetrazepam verschreiben lassen, was bisher immer gut geholfen hat - dann der Schock !!! wäre vom Markt genommen - wegen Nebenwirkungen. Habe einen Cocktail von Medikamenten bekommen, die nicht einmal die Apotheken am Lager hatten ( bin Selbstzahler ) Half nach 1 Tag - aber ich schwoll an, wie Gozilla ... Nach 3 Tagen abgesetzt ... Seitdem geht es einen halben Tag lang ganz gut - aber so ab Mittag immer das Gefühl, wie wenn es gleich wieder passieren kann ! Ich glaube, wenn mich so etwas ereilen würde, wenn man angespannt Anwesen und Familie schützen möchte, ich wäre völlig unfähig und hilflos, an eine organisierte Flucht von A nach B garnicht zu denken. Jetzt bin ich schon länger am Überlegen, wie man am Besten vorsorgen kann - Medikamente kann ich mir schon verschreiben lassen, aber wie verträgt man diese, zum Schwimmen gehe ich normal 3 x die Woche, nach der OP aber erstmal nicht, vielleicht lag es ja daran ... Das Thema beschäftigt mich sehr, da ich nicht weiß, wie ich es beeinflussen kann !

eraperp
12.05.2014, 21:20
Ich sach ja - Invalidenforum… :devil:



Das es sooo schlimm ist, hatte ich nicht geahnt. :wheelchair:

Ein wenig beruhigt mich das aber auch, denn es scheint, dass Prepper auch nur Menschen sind…
Allen gute Besserung und möglichst keine Rückfälle, Vorfälle usw.!

cu Tom

Tsrohinas
12.05.2014, 21:20
Der klassische Hexenschuss, was ist das?

Quelle: Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenschuss

Trifft es aus meiner Sicht ganz gut: Rückenschmerzen. Nerven im Wirbelsäulenbereich werden durch Überlastung des knöchernen Apparates und des Bindegewebes gereizt. Die Überlastung kommt meist vom mangelnden Training / Bewegung oder von einer tatsächlichen körperlichen Überlastung, z.B. durch zu hohe Gewichte die transportiert werden mussten oder durch falsche oder eintönige Bewegungsabläufe in Zusammenhang mit Gewichten.

Was kann man also, zur Vorbeugung tun?
- Gezieltes und regelmäßiges Training zur Stärkung der Muskulatur im Rücken- und Bauchbereich
- Stretching / Yoga
- Ergonomische Bewegungsabläufe und Haltungen im Alltag und bei der Bewältigung von Lasten

Neue Ansätze:
Faszien nicht vergessen
http://de.wikipedia.org/wiki/Faszien

Dehnung, Schwunggymnastik und gute Physiotherapie als Ergänzung zum langweiligen Krafttraining. Die Spannung und Elastizität des ganzen Körpers muss erhalten werden.

Quellen zur Info:
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/faszien-das-bindegewebe-ist-oft-verwickelt-in-sportverletzungnen-a-946415.html
http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/bewegungsapparat/faszien105.html
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/faszien-104.html

Tsrohinas

Isuzufan
12.05.2014, 21:23
Viele Invalide in diesem Forum- da fühl ich mich zugehörig.
Ich bin allerdings der Meinung das man gerade wenns gesundheitlich nicht mehr passt noch mehr Wert auf Vorsorge legen sollte als wenn man ein topfiter Triathlet ist.
Man sollte versuchen seine Schwächen auf einem Gebiet durch Stärken auf einem anderen zu kompensieren.

Eine Flucht per pedes wäre für mich ein ziemliches Problem (nicht absolut unmöglich) darum bereite ich mich eben hauptsächlich auf ein statinäres Aussitzen einer Krise vor, oder eben eine Flucht mit dem Auto wenn Aussitzen nicht in Frage kommt. Auch sollte man speziell benötigte Dinge immer parat haben, mit meinen Spezialschuhen (immer ein 2tes Paar in Reserve) meinen Medis etc bin ich erstaunlich mobil für einen Menschen dem schon vor 2 Jahren der Rollstuhl empfohlen wurde.

Vielleicht ist es sogar so das Leute mit Einschränkungen besser geeignet sind eine Krise zu überstehen als Gesunde, da sie bereits gelernt haben mit Problemen zu leben und sich nicht unterkriegen lassen.

LG Wolfgang

jonn68
13.05.2014, 08:12
Wenn ich das so lese:
Man kann nicht alles planen, die einfachsten Dinge können einen Schachmatt setzen, deswegen auch immer einen Plan B haben.

Daß sehr viele Rückenprobleme im Forum haben, war zu erwarten, da es einer der Erkrankungen ist, die mit die meisten Fehltage von Arbeitnehmer in Deutschland verursacht.

Warum haben soviele Probleme damit?

- mangelnde und falsche Bewegung(unsere sitzende Tätigkeiten sind nicht wirklich gut für die Bandscheiben und die Muskulatur)
- schlechte Stühle, ungesunde Haltung beim Couchsufing etc...
- Übergewicht
- Stress und psychische Komponenten sind ein großer Verstärkungsfaktor

Und was viele nicht wissen, ein Bandscheibenvorfall muß nicht immer die Ursache der Rückenschmerzen sein, das wollen die Orthopäden einen immer einreden.
Es gibt gute Untersuchungen, macht man im einem gesunden Kollektiv MRT Untersuchungen der Wirbelsäule, findet bei fast 40-50% eine Vorwölbung oder einen
Vorfall. Unser Gesundheitssystem lebt von den OPs und den Folgen von den falsch behandelten Rückenpatienten > sichere Einnahmequelle für die Leistungserbringer.

Über viele Jahrzehnte hat man Rückenpatienten zur Schonung, Schonhaltung, Rückenschonendem Verhalten animiert > damit wurden viele chronifiziert.

Jonn

Kraftwerk
13.05.2014, 08:32
Hallo @ll,

Als der Professor in der Reha gesagt hat das 70% der Krankheiten vom Kopf ausgehen,also Psychischer Natur sind,machte auch ich Gedanken was es Ausgemacht hatte...eine andere Reha-mitleiderin hat dann auch von Stress auf der Arbeit geredet,auch-weil das sogut wie jeder hatte.

Wenn man sich vorstellt wie die Leute vor langer Zeit gearbeitet haben und sich am Abend zusammen gesessen sind um über ihr Tagwerk zu Reden,was von dem Professor gut beschrieben wurde,muss ich sagen: Ja,das Fehlt bei den meisten...einfach den Tag Revue passieren lassen,zusammen Reden,5e Grad seinen lassen...Kein Stress,Kein Streit,nur Muse und Erholung,vielleicht noch zusammen ein Liedchen trällern...

Den eins ist auch meine Erkenntniss-Den Stress macht man sich selbst,immer und Überall.

Will sagen: Bewegung ist gut,aber auch nach Feierabend darfs Ruhiger sein,nicht jedem Termin hinterher Hecheln,nicht gleich in die Kneipe rennen,ach da muss ich noch hin und das und jenes machen...NEIN,muss nicht sein,lasst es Ruhig angehen...ihr werdet Sehen,es tut richtig gut mal abschalten und ihr habt einen besseren Schlaf,ist auch Wichtig.

Gruss Kraftwerk

Fairlane
13.05.2014, 19:30
Hexenschuss und Bandscheibenvorfall....oh ja, ein Thema mit dem ich mich leider auch schon als Betroffener beschäftigen musste. Sehr unangenehm, schmerzhaft und es gibt immer wieder kleine Probleme.
Mir hilft hier immer eines: laufen, schwimmen, monotones Sitzen vermeiden!
Tritt der persönliche Notfall ein und tuts mal wieder zu sehr weh: Diclofenac & Musaril auf Vorrat haben.
Ich bin froh, dass ich in fünf Jahren vielleicht einmal zu den Pillen greifen muss, ansonsten sorge ich für möglichst viele Wanderungen und Bewegung.

Gruss, Fairlane

torolf67
13.05.2014, 19:46
Hallo Fairlane - Musaril auf Vorrat wird in Zukunft nicht mehr gehen, der Wirkstoff Tetrazepam ist vom Markt genommen worden ... mein Weißkittel des Vertrauens konnte mir Musaril nicht mehr verschreiben ( war wohl zu gut )

naui
13.05.2014, 20:46
Wirkstoff Tetrazepam ist vom Markt genommen worden ... mein Weißkittel des Vertrauens konnte mir Musaril nicht mehr verschreiben ( war wohl zu gut )


Hallo torolf67

ich glaube nicht das der Wirkstoff zu gut ist oder war, ich denke einfach das Suchtpotenzial wie bei (fast) allen Benzodiazepiene ist zu hoch und aus meiner Sicht wirken die Risiken mehr als der Nutzen des Medikaments, versuch es doch mit anderen Muskelrelaxans und halt Rücksprache mit deinen Arzt.

gruß naui

Frei's Petrollampen
13.05.2014, 21:28
Hallo zusammen

Wenn ich das so lese wird mir auf Grund meines doch fortgeschrittenen Alters ein wenig bange!

Oder doch nicht?

Ich denke es ist wichtig, ein ausgewogenes Gewicht zu haben. Leider der Ursprung einiger Übel.

Versteht es bitte nicht falsch, jeder hat es in der Hand.

Mir ist aber auch bewusst, dass auf Grund familiärer Vorbelastungen einige Sachen auftreten können die man nicht beeinflussen kann.

Aber eine ausgewogene Ernährung, eine vernünftige Konstitution, Masshalten mit Genussmitteln, vernünftiger Umgang mit seinen eigenen Ressourcen verhindert viele Zivilisationskrankheiten.

Viele Grüsse, Ernst

Fairlane
13.05.2014, 21:51
Hallo Fairlane - Musaril auf Vorrat wird in Zukunft nicht mehr gehen, der Wirkstoff Tetrazepam ist vom Markt genommen worden ... mein Weißkittel des Vertrauens konnte mir Musaril nicht mehr verschreiben ( war wohl zu gut )


Danke für die Info. Ich bin froh wenn ich das Zeuchs nicht brauche, aber wenn meine Bestände über dem Verfalldatum sind, werde ich meinen Hausarzt befragen, was es an wirksamen Alternativen zum Bevorraten gibt ;-)

Gruss, Fairlane

Waldschrat
14.05.2014, 01:34
Diese totale Bewegungsunfähigkeit ist der Hammer. Ein Hexenschussanwärter kommt sich vor wie ein Baby - mit einem Unterschied: Das Baby kann schreien UND krabbeln. :rolleys:

cu Tom


Hallo Tom,

was täte ich als Ersthelfer?

Diclofenac als Medikament zur Schmerzlinderung

Wärmebehandlung, z.B. durch Wärmepackungen, notfalls eine Wärmflasche, egal, alles was warm ist

Lockerung der Muskulatur, z.B. durch Massagen, weil nämlich oft eine verspannte Muskulatur einen Druck auf die Lendenwirbelsäule ausübt. Was glaubst Du, wie oft ich meine BEVA (Au mein Kreuz!) schon massiert habe und 10 Minuten später war's wieder gut.

Meint

Matthias

Sowi

Firehorse
14.05.2014, 01:42
Wärme ist super. Diclofenac bringt bei mir keine Erleichterung. Im wirklichen schlimmen Fall nicht mal überdosiertes Ibuprofen. Für die Notfallapotheke empfehle ich (neben Ibu) Tramal. Fällt meines Wissens nach unter BTM, ist aber vielleicht lebensrettend. Wenn der Hexenschuss einschiesst, würde ich niemandem empfehlen, Hand an mich zu legen- die kleinste Bewegung/ Berührung ist Schmerz pur. Und ich bin normalerweise alles andere als zimperlich :rolleys:

Waldschrat
14.05.2014, 02:35
Wärme ist super. Diclofenac bringt bei mir keine Erleichterung.... . Wenn der Hexenschuss einschiesst, würde ich niemandem empfehlen, Hand an mich zu legen- die kleinste Bewegung/ Berührung ist Schmerz pur. Und ich bin normalerweise alles andere als zimperlich :rolleys:

Hallo Firehorse,

als Ersthelfer würde ich natürlich nie mit einem Patienten/ eine Patientin eine Massnahme durchführen, die schmerzhaft ist und die er/sie nicht will.

Ich meine, das lernt man doch im EH-Kurs. Solange der Patient ansprechbar ist, wird jede Massnahme mit ihm abgesprochen und seine Einwilligung eingeholt.

Ich bin jetzt nur von meiner Frau ausgegangen, die gelegentlich unter schmerzhaften Muskelverspannungen im Kreuz leidet. Die quietscht dann zwar auch, wenn ich ihr die Muskeln (auf ihren Wunsch) wieder weich knete, hat mich aber bisher noch nie wegen Behandlungsfehlern verklagt ...:rolleys: oder erschossen:gunsmilie:was sie problemlos könnte:lächeln:

Meint

Matthias

Worber
14.05.2014, 08:18
Eigentlich erschreckend wie verbreitet Rückenprobleme sind.
Und eigentlich auch egal ob diese selisch oder mechanisch begründet sind.
Es zeigt dass mit unsere Lebensweise irgend was nicht stimmt.

Der aufrechte Gang ist nicht das gelbe vom Ei.
Deswegen gehen wir wohl genau aus diesem Grund bei einem Anfall wieder auf allen vieren. Ein dieskreter Fingerzeig der Natur?
Der Körper versucht automatisch eine möglichst angenehme, entlastende Stellung einzunehmen.

Gruss, Worber

eraperp
14.05.2014, 09:54
Diclofenac als Medikament zur Schmerzlinderung
Wärmebehandlung, z.B. durch Wärmepackungen, notfalls eine Wärmflasche, egal, alles was warm ist
Lockerung der Muskulatur, z.B. durch Massagen, weil nämlich oft eine verspannte Muskulatur einen Druck auf die Lendenwirbelsäule ausübt.

Hey, bis du dabei gewesen?

Habe Diclo eingeschmissen, von BEVA eine Wärmflasche bekommen und mein Freund hat son komisches Massageteil mit Strom an den Rücken geklemmt - das, wo man sich selber mehr quälen darf durch Erhöhung des Stromes.

cu Tom

Survival-Asia
14.05.2014, 10:58
Hallo Worber,

Du hast geschrieben:


Eigentlich erschreckend wie verbreitet Rückenprobleme sind.
Und eigentlich auch egal ob diese selisch oder mechanisch begründet sind.
Es zeigt dass mit unsere Lebensweise irgend was nicht stimmt.


Ich habe vor mehr als 30 Jahren über Jahre hinweg auf dem Bau, im Sägewerk und im Straßenbau als „Lebender-Bagger“ malocht und musste zwangsläufig riesige Balken, Eisenträger, Betonsockel, Gehweg- und Fahrbahn-Randsteine usw. schleppen, die weit über meinem Körpergewicht von damals 67 Kg lagen.

Das war damals in diesen Hardcore-Betrieben völlig „normal“, ….und keiner kam gerannt um mitzuschleppen.

Seltsamerweise habe ich in all den Jahren keinen Malocher kennen gelernt, der Rückenprobleme gehabt hätte. Auch ich hatte in jener Zeit nie Probleme mit dem Rücken & Co.

Denn dass extrem wichtige bei so einer Knüppelmaloche ist, dass man diese schweren Gewichte anatomisch exakt anhebt und trägt. Ähnlich wie ein Gewichtheber.

Selbst mit dem Tragen von leichten Bierkisten kann man sich auf Dauer den Rücken zerstören, wenn man die Bierkisten nur aus dem Rücken heraus anhebt und hochreißt.

Als ich jedoch Mitarbeiter im Büro wurde, nicht mehr körperlich arbeiten musste und maximal das Gewicht eines Aktenordners hochheben musste, bekam ich nicht nur Rückenprobleme, sondern der gesamte Körper in Form von Muskeln, Sehnen und Gelenken begann zu streiken und reagierte mit Schmerz. Mit oder ohne Beanspruchung.

Erst als ich mit regelmäßigen Krafttraining begann und die Muskulatur wieder aufbaute, ließen die Schmerzen allmählich nach.

Das ist auch für mich ein wichtiger Grund, warum ich trotz „älterem Alter“ immer noch fast täglich Krafttraining oder Mountainbiking mache.

Gruß Jörg

ID 1208
14.05.2014, 11:22
Der aufrechte Gang ist nicht das gelbe vom Ei.

Er hat sicher nicht nur Vorteile, aber die müssen überwiegt haben, sonst würde es uns mit diesem Gang nicht geben (oder die Evolution hat versagt...).

Der aufrechte Gang wurde aber viele Jahrtausende benutzt, um stundenlang auch wirklich auf den Beinen zu sein. Unterwegs zum Überleben. Auf Pirsch, am Sammeln, am Erkunden, Jagen, usw.

Darauf ist unser Körper ausgelegt. Nicht für 10-12+ Stunden sitzen. Kannst mal ein paar Tage Tagebuch darüber führen, wie lange Du täglich nur schon stehst (also noch ohne grosse Anstrengungen).

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/bewegungsdefizit-zwei-millionen-tote-pro-jahr-a-190694.html
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article108327735/Faulheit-gefaehrdet-die-Gesundheit-Jaehrlich-fuenf-Millionen-Tote.html

Interessant ist z.B. der em. Prof. Arthur De Vany, bei dem eben auch die körperliche (Paläo-)Belastung eine wichtige Rolle spielt:
http://www.youtube.com/watch?v=1NqZPU49dqw

Starker Antrieb in der Menschheitsgeschichte ist Sicherheit (vor Hochwassern, Ernteverlusten, usw.), die Natur wurde "gezähmt". Als das geschafft war blieb der Mensch innovativ und machte bei der Comfort-Erhöhung weiter. Resultate wie elektrisch betriebene Sonnenstoren oder batteriebetriebene Pfeffermühlen, für deren Herstellung eine vergleichbar Riesenmenge Energie benötigt wurde, nur damit man nicht ein paar Mal das Handgelenk drehen muss. Folge: Ressourcenverbrauch und schwächeres Handgelenk.

Weil wir (bei uns) heute im Paradies auf Erden leben müssen wir uns zwingen, eine Haltestelle früher auszusteigen und zu laufen, die Treppe statt den Lift zu nehmen, usw. Weil alles da ist und Bequemlichkeit eine der gefährlichsten Gewohnheiten. Wenn wir uns in der Freizeit viel bewegen und die Muskeln brauchen (sei es Krafttraining, Gartenarbeit, etc.), dann ist das zwar gut, aber wir kommen mit einem Bürojob trotzdem wohl kaum nahe heran, wofür eigentlich unser Körper ausgelegt ist.

Und dann gehen die Leute zum Arzt oder Therapeuten, der dann flicken soll. Ne Weile ist es gut, die Muskulatur gleich schlaff (da zu bequem). Nächste Schmerzen, wieder zum Therapeuten. Evtl. Zunahme der Behandlungen oder deren Ausmass. Vielleicht kommt der Moment (oder der gute Arzt/Therapeut), in dem man sich klar wird oder klar gesagt bekommt, dass man selbst was ändern muss und man schafft es noch rechtzeitig. Bin auch so einer, der erst unter Leidensdruck zu trainieren begann.

DAS sind aus meiner Sicht die Probleme. Oder wie es ein früherer Turn- und Klassenlehrer formulierte, die Entwicklung von zu Fuss zum Fahrrad zum Motorrad zum Auto.

Und das Problem beginnt schon im Kindesalter (siehe Thread Nachwuchsförderung (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/3860-Nachwuchsf%C3%B6rderung)). Lange Schultage. Durchorganisiertheit. Wandern out. Digitale Medien in. Ich bin kein Arzt, erschrecke aber z.B. über ein Kind, das 4-5 Jahre älter ist als unser 5-jähriger. Aber bei der Weitwanderung nur gleich weit lief, aber gemäss Mutter noch den ganzen nächsten Tag fertig war (während man unserem Sohn nach dem Aufstehen nichts mehr anmerkte, rumkletterte auf dem Sofa, usw.). Natürlich war die Mutter stolz auf ihren Jungen, darf sie auch sein. Bei mir an ihrer Stelle hätten die Alarmglocken geschrillt. Wobei unsere Kinder in ihren Altersklassen in Sachen Ausdauer/Wandern sicher deutlich über dem heutigen Durchschnitt liegen, aber ob sie mit früheren Kindern mithalten könnten (als es noch Kinderbanden gab und die noch kilometerweit von zuhause rumstromerten), keine Ahnung. Vielleicht knapp.

Kann sein, dass ich Fanatiker bin. Und pessimistisch grosse Probleme am Laufen sehe. Auf jeden Fall komme ich mir in der heutigen Elternlandschaft schräg vor. Es gibt noch welche, die ähnlich denken, aber wenige (und die so manches auch sehr schräg finden, dass im Wald keine Kinder mehr anzutreffen sind, usw.).

Herzliche Grüsse
linthler

luke123
14.05.2014, 11:24
Im wirklichen schlimmen Fall nicht mal überdosiertes Ibuprofen. Für die Notfallapotheke empfehle ich (neben Ibu) Tramal. Fällt meines Wissens nach unter BTM, ist aber vielleicht lebensrettend.

Man sollte eigentlich kein Medikament "überdosieren" sondern bei zu schwacher Potenz des Medikaments zu einem stärkeren greifen und das niedriger dosieren. Da bei vielen Medikamenten bei höherer Dosierung:
1. die Nebenwirkungen drastisch zunehmen (dosisabhängig)
2. sich ein sog. Ceiling-Effekt einstellt, dh. trotz erhöhung der Dosierung wirkt es nicht/kaum stärker.

Tramal ist in DE und AT BTM-frei! Allerdings ist bei starken akuten Rückenschmerzen auch Voltaren und Novalgin (Tropfen) meist gut wirksam. (Für Leute die Bedenken bei Opiaten haben). WICHTIG: Bei Novalgin-Dauer-Einnahme vom Arzt ein Blutbild machen lassen, da es zu einer Agranulozytose (=starke Verminderung der Granulozyten (Zellart der weißen Blutkörperchen)) kommen KANN.

(Aus direkter Erfahrung aus meinem Umfeld weiß ich auch daß Neodolpasse (= Diclofenac + Muskelrelaxans) als Kurzinfusion ware Wunder vollbringt)

eraperp
14.05.2014, 11:27
Hi Linthler,

sehe ich ähnlich.
Die Welt wird immer virtueller und damit schädigender (in Sachen Bewegung) für den Menschen.
Die Kids sehen die Computer als Freundes- und Outdoorersatz an - und werden meiner Meinung nach immer lebensunfähiger.
Zumindest, wenn das Internet und der Computer mal ausfallen.

Laut einiger Umfragen unter Jugendlichen ist der Ausfall des Netzes eines ihrer größten Probleme.

cu Tom

ID 1208
14.05.2014, 11:57
Auch diese "Errungenschaft" muss man als Teil der Evolution sehen. Die Frage ist, wohin das führen wird.

Natürlich ist auch das Evolution. Die einen verfolgen den Ansatz, den Lebensstil der Biologie anzupassen (Fitnesstraining). Die anderen behalten den Lebensstil, für den unser Körper nicht gemacht ist, bei und setzen auf technisches Flicken. Das kostet sehr viel, schafft aber viele Arbeitsplätze in Pharma und Gesundheitswesen. Auch das Gesundheitssystem ist evolutivem Druck ausgesetzt. Wird es überlastet bricht es zusammen. Egal, ob mit einer grassierenden Epidemie oder einer langsam, aber stetig steigenden Anzahl chronisch Kranker bis zum Punkt, an dem diese nicht mehr finanzierbar sind (oder die Bereitschaft der Mehrheit nicht da ist, die Opfer/Einsparungen für die weitere Finanzierbarkeit in Kauf zu nehmen).

So wie die Sowjetunion zusammenbrach kann auch das Gesundheitswesen zusammenbrechen. Die Prämienverbilligungen in der Schweiz könnten vielleicht ein Vorbote sein.

Herzliche Grüsse
linthler

ID 1208
14.05.2014, 12:19
Zu den Prämienverbilligungen:
http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/schweiz-krankenkassen-praemienverbilligung-statistik-2010-1.16367073

Andere Hintergrundsaspekte:
http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/krankenkasse/artikel/krankenkasse_zum-arzt-kann-ich-mir-nicht-leisten/

Ich kann natürlich nicht sagen, was da alles mit hineinspielt. Tiefe Löhne, Umgang mit Geld, Prioritäten, usw. Aber es ist schon happig (v.a. für Familien), wenn die Prämien Jahr für Jahr mehr steigen als das Einkommen.

Hier noch der Anteil am BIP:
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/14/05/blank/key/internationaler_vergleich.html

Wobei das "Reparaturkosten" sind, die aus Produktivität/Einnahmen in anderen Gebieten bezahlt werden müssen (ähnlich wie die Verwaltung, Umweltschutz oder die Justiz).

Herzliche Grüsse
linthler

DerGerald
14.05.2014, 12:29
Hallo,

Ich bin mir recht sicher, daß ich für den aufrechten Gang gemacht bin und nicht zum auf allen Vieren rumlaufen.

Zum Thema Rückenschmerzen, Bandscheiben, Hexenschuß:
Ich bin jetzt wirklich nicht als muskulös oder durchtrainiert zu bezeichnen, trotzdem habe ich damit keine Probleme Obwohl ich einen Bürojob habe. Warum das? Ich denke es liegt daran, daß ich erstens meinen Stuhl richtig eingestellt habe, immer wieder mal aufstehe. Meine Tasche fürs Büro trage ich auf dem Rücken und nicht über eine Schulter gehängt (einseitige Belastung). Wenn ich etwas hebe mache ich das aus den Beinen, nicht aus dem Rücken...

Worauf will ich hinaus?
Ich denke es liegt weniger an der unterentwickelten Muskulatur, sondern viel mehr an der falschen Belastung und an Übergewicht.

Gruß
Gerald

ID 1208
14.05.2014, 12:41
Ich denke es liegt weniger an der unterentwickelten Muskulatur, sondern viel mehr an der falschen Belastung und an Übergewicht.

Auch. Und die genetische Ausgangslage. Aber wie alt bist Du, wenn ich fragen darf? Muskelabbau und -verkürzungen kommen nicht über Nacht, sondern über viele Jahre. Ich denke, es ist immer nur eine Frage der Zeit bis es Probleme gibt. :rolleys:

Herzliche Grüsse
linthler

DerGerald
14.05.2014, 12:44
Hallo,
42. Ich hatte mal üble Verspannungen im Rücken, die ich über Nacht losgeworden bin (lustige Geschichte) Seit dem schau ich einfach darauf wie ich trage und wie ich sitze. Was soll ich sagen, keine Verspannungen, Rückenschmerzen...

Gruß
Gerald

Fairlane
14.05.2014, 13:03
Hallo,
42. Ich hatte mal üble Verspannungen im Rücken, die ich über Nacht losgeworden bin (lustige Geschichte) Seit dem schau ich einfach darauf wie ich trage und wie ich sitze. Was soll ich sagen, keine Verspannungen, Rückenschmerzen...

Gruß
Gerald

Super dass Du die Probleme quasi im Schlaf los geworden bist und ja, man sollte eigentlich immer darauf achten wie man etwas trägt, nur meine Erfahrung ist, dass Verspannungen, eingeklemmte Nerven etc. fast immer das Resultat "schneller Aktionen" sind. Meinen Bandscheibenvorfall handelte ich mir durch das eben mal schnelle Hochheben eines Pakets mit Steinen ein, einen Hexenschuss kassierte ich beim Tragen zwei recht großer Kartons, die ich "schnell mal" in den Kofferraum stellen wollte....im Prinzip gilt "Erst denken, dann zupacken".

Gruss, Fairlane

Worber
14.05.2014, 13:06
Horst Schlämmer hat auch Rücken.

Mal bei Goggel "schöne Röntgenbilder, schlechte Prognosen" eingeben und das erste PDF lesen.

Gruss, Worber

Survival-Asia
14.05.2014, 13:24
Hallo Linthler,


Du hast geschrieben:


Als das geschafft war blieb der Mensch innovativ und machte bei der Comfort-Erhöhung weiter.

Resultate wie elektrisch betriebene Sonnenstoren oder batteriebetriebene Pfeffermühlen, für deren Herstellung eine vergleichbar Riesenmenge Energie benötigt wurde, nur damit man nicht ein paar Mal das Handgelenk drehen muss. Folge: Ressourcenverbrauch und schwächeres Handgelenk.

Weil wir (bei uns) heute im Paradies auf Erden leben müssen wir uns zwingen, eine Haltestelle früher auszusteigen und zu laufen, die Treppe statt den Lift zu nehmen, usw. Weil alles da ist und Bequemlichkeit eine der gefährlichsten Gewohnheiten. Wenn wir uns in der Freizeit viel bewegen und die Muskeln brauchen (sei es Krafttraining, Gartenarbeit, etc.), dann ist das zwar gut, aber wir kommen mit einem Bürojob trotzdem wohl kaum nahe heran, wofür eigentlich unser Körper ausgelegt ist.


Deinen Zeilen kann ich mich nur anschließen!!!

Und dennoch:

Obwohl wir selber genau wissen, dass Trägheit, Faulheit, Bequemlichkeit und insbesondere Genusssucht als „Mutter“ aller Zivilisationskrankheiten uns nur kurze Lebensfreuden beschert, …

…. aber dafür schwere Krankheiten, Siechtum und langes Leiden schenkt, sind wir nicht bereit unser verwöhntes und verhätscheltes Leben zu ändern.

Jeder von uns kennt Fälle dieser leidvollen Krankheitsverläufe im Bekannten- und Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder unter Arbeitskollegen, aber kaum jemand ist bereit daraus zu lernen, um sich selber vor solchen Zivilisationskrankheiten zu schützen.


Und mit Verlaub: Der Begriff „Zivilisationskrankheiten“ hört sich so zivilisiert, so geordnet, so ordentlich und irgendwie „ganz normal“ an.

Aber so ist es nicht. Zivilisationskrankheiten sind unter anderem:

Zivilisationskrankheiten – es gibt keine vollständige Übersicht

Folgende Krankheiten werden allerdings oft unter diesem Begriff genannt:



Herz- und Gefäßkrankheiten
Diabetes mellitus Typ 2
Bluthochdruck
Übergewicht und Adipositas
manche Allergien
einige Krebsarten (z. B. Lungenkrebs, Darmkrebs)
einige Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Akne)
Depression
Verstopfung
Demenz


Vielen weiteren Krankheiten wird ein Zusammenhang mit den in den Industrieländern herrschenden Bedingungen nachgesagt, zumal dies noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist.

Quellennachweis:
http://www.naturprodukteberatung24.de/gesundheit-allgemein/zivilisationskrankheiten-definition/


Wie oft sagen wir das Sprichwort:

„Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Aber dieses Sprichwort beziehen fast alle Menschen nur auf den ökonomischen Bereich, auf das vorhandene oder eventuell kommende Geld, aber so gut wie nie auf die eigene Gesundheit und die Unversehrtheit des Körpers!

Ist Euch das mal aufgefallen?

Es scheint wirklich so, dass die Menschen auf ihre Gesundheit keinen Wert legen, aber wenn’s ums Geld geht, da werden die letzten körperlichen Kraftreserven mobilisiert und sogar zeitweise auf den Schlaf verzichtet!

Ich behaupte:

Würden die Menschen nur 10% ihrer Energie in ihre persönliche Gesunderhaltung von Seele, Körper und Geist investieren und dafür 10% weniger in ihre Geldgier, ihren Machthunger und ihren ökonomischen Anerkennungswahn, hätten die Ärzte „kaum“ noch was zu tun.

Ich frage mich ganz ehrlich: Wer hat das Eisen seines Glückes durchdachter geschmiedet:

A. Der Mensch, der nur an seinen ökonomischen Gewinn dachte, auch dadurch wirtschaftlich erfolgreich wurde, aber heute schwerstkrank ist und nur schmerzvoll leidet.

B. Oder der Mensch, der sich bemühte, Seele, Körper und Geist im Einklang zu halten, auf seine Gesundheit achtete und heute trotzt hohem Alter gesund und lebensfroh ist, aber „leider“ keine Reichtümer auf der Bank hat?



Gruß Jörg

jonn68
14.05.2014, 23:36
Man sollte eigentlich kein Medikament "überdosieren" sondern bei zu schwacher Potenz des Medikaments zu einem stärkeren greifen und das niedriger dosieren. Da bei vielen Medikamenten bei höherer Dosierung:
1. die Nebenwirkungen drastisch zunehmen (dosisabhängig)
2. sich ein sog. Ceiling-Effekt einstellt, dh. trotz erhöhung der Dosierung wirkt es nicht/kaum stärker.

Tramal ist in DE und AT BTM-frei! Allerdings ist bei starken akuten Rückenschmerzen auch Voltaren und Novalgin (Tropfen) meist gut wirksam. (Für Leute die Bedenken bei Opiaten haben). WICHTIG: Bei Novalgin-Dauer-Einnahme vom Arzt ein Blutbild machen lassen, da es zu einer Agranulozytose (=starke Verminderung der Granulozyten (Zellart der weißen Blutkörperchen)) kommen KANN.

(Aus direkter Erfahrung aus meinem Umfeld weiß ich auch daß Neodolpasse (= Diclofenac + Muskelrelaxans) als Kurzinfusion ware Wunder vollbringt)


Also mit Diclo bitte aufpassen, kann deutliche Nebenwirkungen auf das kardiovaskuläre System machen z.B. Blutdruckkrisen, Hezinfarkte ca 1:1000, also sehr häufig. Dann die Blutungsgefahr im Magen-Darmtrakt, also ich würde im SHTF ein Diclo erst nehmen wenn es nichts anderes mehr hilft oder nicht vorhanden wäre, an Diclo sterben in Deutschland mehr Menschen als an einem Verkehrsunfall.
Unter kontrollierter Anwendung für kurzzeitige Dauer ist es noch ein gutes Präparat, aber immer in Berücksichtigung der Kontraindikationen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen.

Tramal erst in niedriger Dosis ausprobieren, kann zu Beginn heftiges Erbrechen auslösen, ist aber ein gutes Schmerzmittel.

eraperp
15.05.2014, 00:35
...an Diclo sterben in Deutschland mehr Menschen als an einem Verkehrsunfall.

Gibt es da Quellen?
Müssten ja einige Tausend dann sein… :Aua:

cu Tom

luke123
15.05.2014, 01:14
Also mit Diclo bitte aufpassen, kann deutliche Nebenwirkungen auf das kardiovaskuläre System machen z.B. Blutdruckkrisen, Hezinfarkte ca 1:1000, also sehr häufig. Dann die Blutungsgefahr im Magen-Darmtrakt, also ich würde im SHTF ein Diclo erst nehmen wenn es nichts anderes mehr hilft oder nicht vorhanden wäre, an Diclo sterben in Deutschland mehr Menschen als an einem Verkehrsunfall. Unter kontrollierter Anwendung für kurzzeitige Dauer ist es noch ein gutes Präparat, aber immer in Berücksichtigung der Kontraindikationen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen. Diese vor einer gewissen Zeit durch die Presse gegeisterte Studie ist mir bekannt und sie beschreibt die Folgen einer chronischen Diclofenac-Einnahme. Allerdings habe ich mich ja auch auf den Akutfall bezogen. Willst du dann auch kein Ibuprofen oder Aspirin mehr nehmen? [Diese Medikamente können bei Dauergebrauch die gleichen Folgen haben....nebenbei töten sie langfristig auch deine Nieren ;) ]

eraperp
15.05.2014, 09:43
Ich glaube das nicht. Googeln brachte jedenfalls keine solche Horrornachricht.

Tabletten nehme ich grundsätzlich nur im Notfall. Das dürften dann unter 20 Stück pro Jahr sein.

cu Tom

luke123
15.05.2014, 10:10
@eraperp
schau dir mal diesen link an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Analgetikanephropathie

eraperp
15.05.2014, 10:40
Nu mal Butter bei die Fische.

Da steht nix von 3000 Toten durch Diclo und ich kann den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Diclo bei Hexenschuss und langjähriger Tabletteneinnahme nicht erkennen.

Für mich Panikmache.

cu Tom

luke123
15.05.2014, 10:51
ich wollte eigentlich nur eine Quelle liefern daß Schmerzmittel "richtig eingesetzt" quasi harmlos sind. Wenn man allerdings nicht weiß was man tut (sprich das Zeug futtert wie Smarties) lebensbedrohend sein können.


Für mich Panikmache.
Dem kann ich in vielen Fällen nur zustimmen.


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