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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Notfalltasche



redtiger
03.07.2014, 11:45
Ich möchte euch mal meine medizinische Notfalltasche vorstellen, so sieht sie von oben aus:
18447

Oberes äusseres Deckelfach:
18448


Mückenschutzspray
Strepislis
Lemoncin
Paracetamol
Grippostad C
Ibumentin
Voltaren
Aspirin C Brausetabletten
Parkemed
Neocitran Saftkonzentrat
Buscopan
Imodium
Dulcolax
Aerius
Zyrtec
Fenestil-Gel


Haupttasche:
18449
großes Fach:

Beatmungsbeutel mit 2 verschiedenen Masken
Handabsaugbeutel mit Absaugkathedern


erstes Fach von links:

Tasche mit Blutdruckmesser + Stethoskop
Fieberthermometer
Blutzuckermessegerät


zweites Fach von links:

3 Alurettungsdecken
Betasisodona Wundesinfektionsmittel (möchte ich noch gegen Octenisept tauschen)
selbsthaftende Mullbinde groß
selbsthaftende Mullbinde klein
Leukosilk


drittes Fach von links:

Kleider/Verbands-Kombischere
Verbandsschere
Pflaster in verschiedenen Größen
Wundauflagen aluminisiert und nicht aluminisiert in verschiedenen Größen
Leukoplast
Steri-Strips


viertes Fach von links:

zwei Dreieckstücher
weitere Wundauflagen
Pinzette


Deckelfach:
18450

Guedeltuben in verschiedenen Größen
2 Paar Einmalhandschuhe Größe L
im darunter befindlichen Zipfach: weitere Einmalhandschuhe


Außentasche rechts:
18451

Händedesinfektionsmittel
2x Kältekompresse


Außentasche links (vorgeschriebene Extras für Auto-EH-Kasten):
18452

Mullbinden
Wundschnellverbände


Außentasche front groß:
18453

Venenverweilkanülen in verschiedenen Größen
i.m. Kanülen
Aufziehkanülen
Venflonfixierungen
Spritzen in verschiedenen Größen
2 Infusionsbestecke
Venenstauband
Adrenalin
Dibondrin
Solo-Volon
NaCl
kristalloide Infusionslösung


Die Tasche selbst hat Tragegriffe sowie einen Umhängegurt. - Alternativ kann man sie auch wie einen Rucksack tragen, die dafür notwendigen Gurte befinden sich in einem extra Zipfach auf der Rückseite.

StefanS
03.07.2014, 19:38
kristalloide Infusionslösung: gut! Ich kenne Leute, die schleppen tatsächlich Haes / Hyper-Haes mit sich rum... obwohl das Zeug selbst im RettD sehr kritisch gesehen wird. Von unseren NEF ist es runter.

Gefällt mir, das Setup.

PS: Seit heute haben wir hier im Haus 'nen FRED! Ich bin ziemlich begeistert. :yahoo:

ID 5359
03.07.2014, 21:10
Hallo redtiger, ...

eines vorweg, ich bin kein " Mediziner ", und habe hier auch nicht so die grosse Ahnung/Erfahrung.
Ich weiß auch nicht wie Du, und zu welchen Zweck Du die Tasche einsetzten willst.

Bug out, Shift, permanent im Fahrzeug, oder nur zu Hause.

Was mir aufgefallen ist, und das würde ich an Deiner Stelle ändern ist, dass die ganzen Sachen eigentlich "lose" verpackt sind.
Was spricht dagegen, die Sachen in wiederverschliesbare Beutel zu packen? ( Bild 2 und 3 )(Wasserdicht)
Was eventuell auch noch fehlt wäre Klammerpflaster oder etwas um Wunden zu nähen.

Ich bin nun seit 2 Wochen stolzer Besitzer eines Erste-Hilfe Kastens, (habe ich mir aus DE mitbringen lassen) man glaubt es nicht, aber so was ist hier in Paraguay und auch in Argentinien nicht zu bekommen!
Ich habe nun einen von Leina-Werke.
Was hier in Py als "Erste-Hilfe" verkauft wird, ist mehr als traurig, einige Pflaster, der Rest besteht aus Pulver und Flüssigkeiten, aber nicht ein Fetzen Verband!
Eventuell bekommst Du so ein Teil auch unter, zumindest den ganzen Inhalt, und bist dann auf der sicheren Seite!

Schöne Grüße aus Py, Mike

Hunted
03.07.2014, 21:42
@redtiger
Aus Erfahrung: Wenn du das Teil im PKW regulär als "Verbandkastenersatz" nutzt mach dich beim TÜV aud Diskussionen gefasst.
Oder machs wie ich und tu einfach noch einen 0815-Standard-Verbandkasten zusätzlich in den Kofferraum. Kosten fast nichts und nimmt in der Minimalversion keinen Platz weg - und man spart sich Nerven...

TheHamster
03.07.2014, 21:54
Also sowas... da muss ich doch mal einfach meinen Senf zu abgeben: :lachen:

Also vorweg muss ich sagen ein sehr nettes Setting. Aber ich wüsste auch gern noch den Verwendungszweck!!!??? Ach ja und deine medizinische Qualifikation. ;)

Als permanent im Auto hat es mir viel zu viele Medis dabei die sommerliche Autotemperaturen nicht aushalten auf Dauer.

Als Bug Out Medibag ganz nett aber dann fehlt nen Nähset (sofern du das handwerklich beherrschst)

Wenn du noch Platz hast denk mal über nen Satz Larynxtuben (3er-5er) nach. Beatmungen fallen damit deutlich leichter, ein gewisser Aspirationsschutz ist da und grad als einzelner Helfer muss man nich immer die Maske neu ansetzten.


Ansonsten ein gut durchdachtes Täschle, aber das mit dem TüV kann ich bestätigen. Die Rennleitung lässt sich da gern auf so was ein aber der TüV is bürokratisch

DerDude
03.07.2014, 22:05
Die Art der Tasche kenne ich - ist, wie ich finde, die mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Findet man im Internet zu Hauf in versch. Dekoren, aber immer die gleiche Bauart.



Die Tasche selbst hat Tragegriffe sowie einen Umhängegurt. - Alternativ kann man sie auch wie einen Rucksack tragen, die dafür notwendigen Gurte befinden sich in einem extra Zipfach auf der Rückseite.
Hierfür ein Tipp - Bei der Größe/Gewicht der Tasche sind die Rucksackgurte echt verzichtbar, aber an den dafür an der Rückseite angebrachten Schnappverschlüsse und Ösen kann man perfekt ein Gummiband durchfädeln (IXI - Förmig) so hat man eine perfekte Haltespinne für einen Stifneck ect, falls man den noch mitführen will - der ist nur gering breiter als die Tasche und kann so ungenickt und in originalverpackung mitgeführt werden.


Was mich bei der Bepackung etwas stört ist die Verteilung des Verbandmaterials auf so viele Fächer - ich hab in meiner Ausrüstung drei gleich gepackte Ziploc-Beutel mit jeweils 2 Verbandpäckchen, Dreiecktuch, Rettungsdecke, Schere und Handschuhen usw. - hat den Vorteil, dass ich mit einem Griff zur Wundversorgung alles parat habe, selbst wenn ich Material mit blutigen Handschuhen nachhole versaue ich nur die begrenzte Menge innerhalb der Zip-Tüte und kann, bei mehreren Patienten auch nen komplett-Beutel an andere Helfer weitergeben.


Aus Erfahrung: Wenn du das Teil im PKW regulär als "Verbandkastenersatz" nutzt mach dich beim TÜV aud Diskussionen gefasst.
Oder machs wie ich und tu einfach noch einen 0815-Standard-Verbandkasten zusätzlich in den Kofferraum. Kosten fast nichts und nimmt in der Minimalversion keinen Platz weg - und man spart sich Nerven...
Prinzipiell hat man zwei Wege - Diskutieren (es muss letztendlich ja auch nicht "der" Verbandkasten mitgeführt werden, andere Erste Hilfe Ausrüstungen, die den gleichen Umfang bedienen, können alternativ genutzt werden - genauer wortlaut ", ist Erste‐Hilfe‐Material mitzuführen, das nach Art, Menge und Beschaffenheit mindestens dem Normblatt DIN 13 164 entspricht") oder mitführen.
Es bietet sich ohnehin an, Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste (die sowieso) in der Fahrgastzelle mitzuführen, die Frage nach den Gegenständen wird oft nur als Vorwand genutzt, damit der PKW-Fahrer aussteigt und ein Blick in den Kofferraum geworfen werden kann.

redtiger
04.07.2014, 00:30
Verwendungszweck meiner Tasche: In erster Linie ist es ein verbesserter Verbandskasten im Auto. - Anmerkung dazu: Ja das Arsenal an Tabletten ist ziemlich groß, normalerweise ist es auch etwas reduziert, da allerdings eine Reise bevorsteht und die Tasche damit auch als Reiseapotheke dient, ist das Medikamentenangebot etwas breiter gefächert. - Die Tasche ist nicht unbedingt für eine Bug Out Situation bestimmt, wobei sie natürlich so lange das Auto und/oder eine feste Unterkunft zur Verfügung steht natürlich ihren Zweck erfüllt. Wenn es zu Fuß weitergehen muss, dann ist es jedoch deutlich überdimensioniert... momentan wäre da wohl mein Mini-EH-Kit (Wundauflagen, Mullbinden, Pflaster, Dreieckstuch, Alurettungsdecke, Einmalhandschuhe, jeweils 1 Blister: Imodium, Zyrtec, Aerius, Parkemed, Grippostad, Aspirin C Brause) aus meinem EDC das Mittel der Wahl.

Zu meiner Qualifikation: Sanitäter - die Tasche beinhaltet lediglich Material das ich nutzen kann und auch darf. - Deshalb habe ich auch z.B. auf Nähzeug verzichtet, da ich es nicht nur nicht darf, sondern auch nicht kann (wobei ich es gerne mal lernen würde).
Ein Klammerpflaster ist drinnen, bei uns ist jedoch der Produktname SteriStrips dafür gebräuchlich ;)

Bzgl. der Larynxtuben: Ich habe auch bereits daran gedacht, allerdings ist die Tasche erstens schon ziemlich voll und zweitens ist der LT momentan eh wieder ziemlich umstritten.

Die Rucksackgurte sind in der Tat ziemlich verzichtbar, ich hatte sie lediglich nach dem Kauf der Tasche (liegt schon einige Jahre zurück) einmal getestet, der Nutzen hat sich mir nicht so wirklich erschlossen - ich wollte es nur der Vollständigkeit halber anführen :)
Zur Anmerkung der Beutel: Würde ich mir jetzt eine neue "Tasche" kaufen, würde es wohl eher ein Rucksack werden (mehr Platz) und diesen würde ich mit Modultaschen ausstatten. - Die Tasche habe ich halt schon mal (damals noch mit niedrigerem Ausbildungsstand und viel weniger Erfahrung gekauft) und aufgrund der Konstruktion und der entsprechenden Fächer der Tasche finde ich es ehrlich gesagt ohne Beutel praktischer.

Zur Verbandskasten-Frage: Rechtlich ist definiert in Österreich ist Material das zur Versorgung von Verletzungen und Wunden geeignet ist (ein Verbandskasten nach Ö-Norm ist nicht verpflichtend), Deutschland nennt zusätzlich noch mind. die DIN-Norm. In der Tasche habe ich ein DIN-Nachfüllset drinnen, falls also irgendwer nachzählen möchte, wird er alles finden. - Bisher hatte ich auch bei 2 Verkehrskontrollen in Österreich kein Problem. Einer hat einen Blick in die Tasche gewagt und mit den Worten: "Ah äääh jooo passt" war es erledigt.

TheHamster
04.07.2014, 01:18
Super Einstellung. Also das mit dem ich führ nur mit was ich kann und darf. (keine Ironie, find ich echt gut)
Das mit den Tabletten halte ich genau so wie du. Allerdings gilt das bei mir auch für das Ampullarium in dem dann auch die Tabletten und Salben drin sind. Das liegt bei mir daheim gut gelagert und wird nur bei Reisen oder so zugepackt.

Aber wo hast du her das der LT diskutiert wird? Kannst du da ne Quellenangabe zu geben? Interessiert mich wirklich da ich fast täglich den Umgang damit ausbilde und auch in allen Fachgesellschaften deren Blätter und Empfehlungen ich hier habe der LT immer das Mittel der ersten Wahl zur CPR ist. Und selbst auf den KTW´s haben wir die nur noch drauf und keine ET mehr. Auf den RTW´s beides aber genutzt wird v.a. der LT wenn kein Doc da ist der sicher mim ET um kann.

Und nähen hab ich ja scho als Workshop fürs nächste Treffen auf dem ich bin angekündigt.

Wolfshund
04.07.2014, 01:22
StefanS
kristalloide Infusionslösung: gut! Ich kenne Leute, die schleppen tatsächlich Haes / Hyper-Haes mit sich rum... obwohl das Zeug selbst im RettD sehr kritisch gesehen wird. Von unseren NEF ist es runter.


Die wissenschaftlich fraglichen Pauschalaussagen gegenüber HAES gelten für 08/15 RD-Einsätze, sie können keineswegs 1:1 auf Katastrophensituationen übertragen werden.


The Hamster
Ansonsten ein gut durchdachtes Täschle, aber das mit dem TüV kann ich bestätigen. Die Rennleitung lässt sich da gern auf so was ein aber der TüV is bürokratisch

Wobei man rechtlich Recht hätte :peinlich:, es ist ja nur vorgeschrieben den Inhalt nach Din 13... mitzuführen, die Verpackungsform ist nicht geregelt.
In der Praxis müsste also der TÜV-Prüfer alle Verbandmaterialien selber durchzählen... oder irre ich mich da? :grosses Lachen:


RedTiger

Bzgl. der Larynxtuben: Ich habe auch bereits daran gedacht, allerdings ist die Tasche erstens schon ziemlich voll und zweitens ist der LT momentan eh wieder ziemlich umstritten.

Wage ich zu bezweifeln. Wer behauptet denn so etwas?

TheHamster
04.07.2014, 01:29
Jupps müsste der TüV-Mann und zwar jede einzelne Kompresse.:grosses Lachen:

Ich habs dadurch gelöst das ich ein Set nach DIN 13169 orginal verschweißt drin habe. Damit hab ich jeder Rechtsvorschrift genüge getan und acuh genug Material drin. Für die alltäglichen Notfälle hab ich noch nen bissl was in ner anderen Modultasche

redtiger
04.07.2014, 02:12
Aber wo hast du her das der LT diskutiert wird? Kannst du da ne Quellenangabe zu geben? Interessiert mich wirklich da ich fast täglich den Umgang damit ausbilde und auch in allen Fachgesellschaften deren Blätter und Empfehlungen ich hier habe der LT immer das Mittel der ersten Wahl zur CPR ist. Und selbst auf den KTW´s haben wir die nur noch drauf und keine ET mehr. Auf den RTW´s beides aber genutzt wird v.a. der LT wenn kein Doc da ist der sicher mim ET um kann.


Nun ich persönlich finde den LT ja auch als eine gute Sache, doch unsere Uni-Klinik hat bereits mehrmals den LT kritisiert, da laut ihren Fallberichten LT-Patienten häufig aspiriert haben, ebenso sei der LT oft undicht, angeblich verursache er auch Schwellungen im Larynxbereich und erschweren eine spätere ET-Intubation. Bei einer kürzlichen Fortbildung behauptete die Uni-Klinik-Koryphäe der LT keineswegs besser als eine gut durchgeführte Beutel-Maskenbeatmung, Goldstandard und Ziel sei die ET-Intubation - der LT sei nur als Alternative zu betrachten wenn eine suffiziente Beutel-Maskenbeatmung fehlschlage oder eine ET-Intubation aufgrund der Situation unmöglich sei (z.B. eingeklemmter Traumapat.).

TheHamster
04.07.2014, 16:18
Okay das ist die meiner Meinung nach die Meinung eines einzelnen Kollegen. Wie gesagt alle Fachgesellschaften empfehlen den LT weiter uneingeschränkt im BLS und wenn kein geeigneter "Intubateur" zugegen ist auch beim ALS. Die ERC Guidelines sagen ganz klar max 20 Sekunden unterbrechung der CPR zur ET Intubation. Wenn das nicht möglich ist dann soll auf einen alternativen Atemweg wie den LT zurück gegriffen werden. Außerdem kann ich aus der eigenen Erfahrung (etwa 50-70 ET und 150LT/LM Intubationen inkl. anschließender Umintubationen) kein negatives Outcome sehen.

Und die Aussage das Beutel-Maske besser oder ebenwürdig zur LT Beatmung sein soll halte ich für schlichtweg falsch. Wenn da euer Pabst Quellen zu hat soll er die bitte in den passenden Fachgesellschaften veröffentlichen oder solche Aussagen besser vorsichtig tätigen. Goldstandart ist die ET Intubation aber nur unter den o.g. Voraussetzungen. Wenn die nicht vorhanden sind ist nach allen Fachgesellschaften der LT/LM der Goldstandart.

Mehr ist da eigentlich nich zu zu sagen. Wie gesagt, wenn er ne belastbare Studie dazu hat soll er se veröffentlichen. Und er würde es wohl auch machen wenn er se hätte. Meiner bescheidenen Meinung nach sieht da mal wieder ein Kollege seine eigene höchst ärztliche Tätigkeit in Gefahr.

DerDude
04.07.2014, 16:57
Goldstandart ist die ET Intubation aber nur unter den o.g. Voraussetzungen. Wenn die nicht vorhanden sind ist nach allen Fachgesellschaften der LT der Goldstandart.
Die meisten Empfehlungen sprechen von supraglottischem Atemweg und empfehlen nicht ein spezielles Device (also keine Unterteilung Larynxmaske oder Larynxtubus).
Bei Kindern gibt es durchaus Berichte, dass der LT schlechter abzudichten sei als die LM, bei Erwachsenen scheint es eher umgekehrt zu sein.
Allerdings ist immer das Tool am besten, mit dem man sich sicher fühlt - ich arbeite innerklinisch viel mit der LM und würde daher auch eher auf eine LM zurückgreifen (z.B. die LM supreme, die IMHO ein extrem gutes Tool ist), eben weil man die Grenzen und Besonderheiten eben mehr kennt, als mit nem LT, den man nur mal in Extremsituationen in der Hand hat.


Bei einer kürzlichen Fortbildung behauptete die Uni-Klinik-Koryphäe der LT keineswegs besser als eine gut durchgeführte Beutel-Maskenbeatmun
Das mag wohl zutreffen, allerdings können viele Helfer eben nicht eine "gut durchgeführte Maskenbeatmung" sondern sind mit nem supraglottischen Atemwegszugang besser beraten. Dazu kommt, dass präklinisch ja noch der Transport dazu kommt, in der Phase haben natürlich auch die geübten "Maskenbeatmer" ihre Probleme.

Ich habe auch schon etliche Berichte über Aspiration unter LT gelesen - aber das ist natürlich auch dadurch begründet, dass das Tool zunehmend eingesetzt wird und somit auch die Fallzahlen von Komplikationen steigen. Die Interessante Frage ist natürlich, ob parallel dazu die Inzidenzen von Aspiration unter Maskenbeatmung und Cannot-Ventilate-Cannot-Intubate abnehmen oder stabil bleiben.


kristalloide Infusionslösung: gut! Ich kenne Leute, die schleppen tatsächlich Haes / Hyper-Haes mit sich rum... obwohl das Zeug selbst im RettD sehr kritisch gesehen wird. Von unseren NEF ist es runter.
Bei RICHTIGER Indikationsstellung gibt es zu Kolloiden aktuell präklinisch keine wirklichen Alternativen - eine wirklich fundierte Datenlage bei Traumapatienten gibt es IMHO noch nicht - wenn ja, bitte ich um Nennung der quellen - viele große HAES - Studien waren halt am Sepsis-Patienten (Indikation?), haben HAES sehr undifferenziert in großen Mengen in die Patienten gekippt oder HAES-Präparate älterer Generationen verwendet.
Bei einem schockigen Traumapatienten, womöglich noch mit SHT, möchte ich erst mal JETZT einen halbwegs ordentlichen Blutdruck etablieren, natürlich ist eine erhöhte Inzidenz vom Nierenversagen in 2 Monaten auch nicht toll, aber dann habe ich dem Patienten wenigstens die Chance gegeben, diese Zeit und darüber hinaus zu Leben und nicht womöglich on the Scene zu verbluten - Studien zu diesem Setting kenne ich nicht.

Grille
04.07.2014, 17:48
Ich war mal mit unserem Rettungswagen beim TÜV - Mangel: Fehlender Verbandskasten...

TheHamster
05.07.2014, 00:54
Die meisten Empfehlungen sprechen von supraglottischem Atemweg und empfehlen nicht ein spezielles Device (also keine Unterteilung Larynxmaske oder Larynxtubus).

Da hast natürlich recht, so war auch meine Intention. Habs etwas doof ausgedrückt. Mit Kindern hab ich kaum Erfahrung, da müsst ich meine BEVA fragen die arbeitet mit Kindern und Frühchen

redtiger
05.07.2014, 05:27
Bei RICHTIGER Indikationsstellung gibt es zu Kolloiden aktuell präklinisch keine wirklichen Alternativen - eine wirklich fundierte Datenlage bei Traumapatienten gibt es IMHO noch nicht - wenn ja, bitte ich um Nennung der quellen - viele große HAES - Studien waren halt am Sepsis-Patienten (Indikation?), haben HAES sehr undifferenziert in großen Mengen in die Patienten gekippt oder HAES-Präparate älterer Generationen verwendet.
Bei einem schockigen Traumapatienten, womöglich noch mit SHT, möchte ich erst mal JETZT einen halbwegs ordentlichen Blutdruck etablieren, natürlich ist eine erhöhte Inzidenz vom Nierenversagen in 2 Monaten auch nicht toll, aber dann habe ich dem Patienten wenigstens die Chance gegeben, diese Zeit und darüber hinaus zu Leben und nicht womöglich on the Scene zu verbluten - Studien zu diesem Setting kenne ich nicht.


PHTLS sieht beim Polytraumapatienten mit v.A. SHT einen Mindestzieldruck von 90sys vor. Wenn kein SHT vorliegt wird sogar ein RR von 70sys akzeptiert. PHTLS sieht einen niedrigen RR vor, da nachweislich ein erhöhen des RRs auch die Blutung verstärkt und sämtliche Infusionslösungen zwar den RR aufrecht erhalten jedoch im Vergleich zum Blut keinen Sauerstoff transportieren. Da also sowieso minimale RRs bis zum OP-Tisch akzeptabel sind, ist die Notwendigkeit der Kolloide meines erachtens auf ein sehr geringes Spektrum beschränkt - ich denke da am ehesten an ein stumpfes Bauch/Beckentrauma mit massiven inneren Blutungen oder an eine lange Bergung/langen Transportweg.

Wolfshund
05.07.2014, 21:03
Die S3 Polytrauma-Leitlinien (und ich dachte auch PHTLS?) empfehlen bei SHT ein "normaler" Blutdruck, d.h. mindestens 120 Sys.

Das Konzept der permissiven Hypotension wurde in Situationen erforscht, in denen via "Load & Go" innerhalb von 60 Minuten ein Krankenhaus erreicht wurde.
Je nach Katastrophenfall schätze ich die Lage aber so ein, dass es Stunden-Tage dauern kann bis eine höhere Behandlungseinheit erreicht wird.
In diesem Fall kann dann wahrscheinlich nicht dauerhaft ein so niedriger Blutdruck toleriert werden, wobei ich mich hier gerne eines besseren belehren lasse.

Zwei Hauptnachteile der kristalloiden Infusionslösungen sind besonders negativ für den Katastropheneinsatz:
-um 1 Liter Blut zu "ersetzten" werden 3 Liter kristalloide Infusionslösung benötigt.
-nach ~30 Minuten ist die Volumenwirkung der Kristalloide schon verpufft.

Wenn ich mein Material also selber transportieren muss und der Verletzte länger in meiner Obhut bleibt, dann überwiegen in meinen Augen die Vorteile.


Kristalloide würde ich nutzen wenn ich Fahrzeuggestützt/Stationär arbeite und Hilfe schnell erreichbar ist.
Da stören mich dann nämlich die Nebenwirkungen von HAES und der Patient profitiert im Vergleich nicht davon.

Hunted
06.07.2014, 14:11
Die S3 Polytrauma-Leitlinien (und ich dachte auch PHTLS?) empfehlen bei SHT ein "normaler" Blutdruck, d.h. mindestens 120 Sys.
Korrekt. Sowohl die S3 Leitlinien, als auch PHTLS/ITLS und ATLS.

Und ich dachte wir reden hier vom SHTF-Fall.. wo wollt ihr den stark blutenden Patienten denn nun tagelang hinbringen? Übrigens so rein aus der Praxis/Erfahrung. Dei Patienten, die auf der Straße Kolloide/Katecholamine nach Trauma brauchen - die brauchen üblicherweise nicht nur 1x davon und längere Strecken, gar tagelang transportieren das kann man üblicherweise auch vergessen. Das wäre ein bisschen Fenta und die Hand halten wohl relaistischer/humaner... (Ich rede hier vom SHTF-Fall!!)

Wolfshund
06.07.2014, 15:28
In solchen Fällen kennst du dich u.a. mit deiner Afrika-Erfahrung weit besser aus als ich.

Für mich ist die Patientenversorgung in so einem Umfeld nur graue Theorie
(http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/30761-War-Surgery-Field-Manual-online?highlight=surgery)


Das man mit 2 L Kolloiden in einem solchen Fall mehr Chancen hat das Ziel zu erreichen, als mit 2 L Kristalloiden da bin ich mir sicher.
Kann natürlich auch sein, dass der Unterschied darin besteht statt 10 km vor der Behandlungseinrichtung nur noch 3 km zu haben... und der Patient dann stirbt.

Aber hier geht es ja darum, was am ehesten klappen könnte.

ID 2572
31.08.2014, 11:27
Das nenne ich mal eine Fachdiskussion.... verstehe nur Bahnhof. ;)

Der Faden ist zwar schon etwas älter, ich bin auf der Suche nach einer groben Liste für ein Medi-Pack das auch der Laie vorhalten sollte.
Das Setup des TE ist schon mal sehr hilfreich - würde dann entsprechend die Sachen rausstreichen die ich nicht bekomme bzw. von denen ich keinen Plan habe.

Wie gesagt: Hier hat ja eine Fachdiskussion stattgefunden - ich würde mich sehr freuen, (andere bestimmt auch), wenn Ihr Euch die Mühe machen würdet, einmal ein Setup aufzulisten das für den Normalsterblichen geeignet ist. Eventuell noch unter der Prämisse eines kürzlich besuchten Erste Hilfe Kurses:

Welche Medikamente sollte man haben? Was insbesondere bei Kleinkindern beachten? usw. usw.
Desinfektionsmittel ? Schutzkleidung? Evtl. auch im Hinblick auf Pandemien....

Ich spiele seit längerem mit dem Gedanken, mal eine strukturierte, sinnvolle Hausapotheke bzw. ein Medi-Kit anzulegen. Bisher ist das alles eher durcheinandergewürfelter Kram....

Letzte Frage: Ohne Zweifel macht es Sinn, mal einen Erste-Hilfe-Kurs oder sowas in der Art zu machen, das DRK bietet da ja auch verschiedene Lehrgänge und Umfänge an. Was würdet Ihr denn dem Otto-Normal Familienvater empfehlen? Eine komplette San-Ausbildung käme jetzt nicht in Frage; Gibt es da was, das zwischen so einem Pflasterkurs und einem Rettungssani liegt ?;)

Nachtfalke
31.08.2014, 11:55
Hallo Daywalker

Der "normale" Erste Hilfe Grundlehrgang geht über 16 Stunden und beinhaltet gegeüber dem LSM-Kurs für Autofahrer (8 Std.) doch einiges mehr. Allerdings macht er aus dir noch lange keinen Profi.
Die nächste Stufe ist die Sanitätsausbildung im Umfang von 24 Stunden, aufbauend auf den Erste-Hilfe-Grundkurs. Dieser wird jedoch nicht von allen Organisationen angeboten weil die Nachfrage leider nicht so groß ist. Falls Interesse besteht dann kurze Meldung an mich.
Als sinnvolle Ergänzung zum Erste Hilfe Kurs sehe ich den Erste Hilfe am Kind an. Wobei ich jetzt nicht weiß wie alt deine Kinder mittlerweile sind.

Ich habe mal vor längerer Zeit hier im Forum meine Tätigkeit als Ausbilder angeboten und könnte mir vorstellen, bei entsprechender Resonanz einen Kurs durchzuführen mit den entsprechenden Themen. Sozusagen Erste Hilfe für Prepper oder so... kostenlos versteht sich, abgesehen von Essen und Trinken :popcorn:. Vielleicht kann man sowas ja noch mit anderen Themen verbinden.

Was dein Medipack angeht, so können wir uns ja mal bei einem Einbecker zusammen setzen und schauen was du so brauchst.

Gruß

Wilfried

ID 2572
31.08.2014, 12:08
wird jedoch nicht von allen Organisationen angeboten weil die Nachfrage leider nicht so groß ist. Falls Interesse besteht dann kurze Meldung an mich.

Ich habe mal vor längerer Zeit hier im Forum meine Tätigkeit als Ausbilder angeboten und könnte mir vorstellen, bei entsprechender Resonanz einen Kurs durchzuführen mit den entsprechenden Themen. Sozusagen Erste Hilfe für Prepper oder so... kostenlos versteht sich, abgesehen von Essen und Trinken :popcorn:. Vielleicht kann man sowas ja noch mit anderen Themen verbinden.


Ich hätte da großes Interesse dran. Wieviel Leute sollte es denn werden? Kameraden: Bitte um Meldungen, da hätten wir alle was von! :)

Nachtfalke
31.08.2014, 12:16
Da müssen wir mal schauen welche Örtlichkeit wir dann zur Verfügung haben. Größer als das heimische Wohnzimmer sollte es schon sein.
Wobei wir es bei schönen Wetter auch draussen durchführen können. Und es kommt auch drauf an wo die Teilnhmer alle herkommen.

Wegen drei, vier Teilnehmern lohnt sich sowas allerdings nicht aufzuziehen. Vielleich tfinden sich ja noch andere aus der Gegend die ggf. andere Themen als Workshop einbringen wollen. Dann ziehen wir da einfach mal ein WE durch.

Ich denke mal wir sollten für diese Sache ein neues Thema eröffnen, hier sollte es ja um Notfalltaschen gehen :peinlich:

Thurgovia
31.08.2014, 13:19
Hallo Daywalker


Ich versuche mal eine vernünftige Liste zusammen zu stellen. Selber habe ich ein kleines Handtaschenset immer dabei, eine leicht erweiterte Autoapotheke, eine Haushaltsapotheke mit Medikamenten welche auch in die Ferien mitkommt und eine Haushaltsapotheke Verbandsmaterial.


Handtaschenset:
- Pflaster
- Wund-Desinfektionsmittel Merfen (Probefläschen)
- kleines Taschenmesser mit Pinzette
- Nadel (hilft beim Herausnehmen von Holzsplittern oder Dornen)
- Einweghandschuhe
- Beatmungstuch
- Wundsalbe (Probentübchen)
- Fenistil (Probetübchen)
- kleines Verbandspäckchen (für Druckverband)
- Sonnencreme (Probetübchen)
- Desinfektions-Feuchttücher
- 2 Paracetamoltabletten


Auto:
- DIN Verbandsset
- BEatmungsmaske
- REttungsdecke


Verbandsmaterial Haushalt:
- Dreiecktücher
- elastische VErbände
- Gelkompressen für direkt auf Wunden
- Pflasterverbände (für Kinder mit Bildchen)
- GAzebinden
- Wunddesinfektionsmittel
- Latex-Handschuhe
- Pinzette
- Schere
- verschiedene Verbandpäckchen
- Rolle Verbandsklebeband
(Netzverband)


(Ferien)Apotheke
- Halswehtabletten (Achtung Erwachsene und Kinder ev. nicht dasselbe)
- Hustensaft Kinder
- Paracetamol (Erw. Tabletten, Kiner Zäpfchen in entsprechender Dosierung) => Schmerzen, Fieber
- 2. Schmerzmittel für Kombination mit Paracetamol für Erwachsene, momentan Restposten Mefenamin
- Heilsalbe
- FEnistil Salbe (Insektenstiche, leichte Verbrennungen)
- Thymiansalbe (hilft meinen Kindern gut bei Husten)
- FEnistil Tropfen (bei allergischen Reaktionen, Insektenstichen)
- Kinder-Nasen- Schnupfenspray (bei Schnupfen um Mittelohrentzündungen vorzubeugen resp. leichtere Formen zu behandeln)
- Kochsalzlösung in Einzeldosen (z.B. um Augen zu benetzen wenn etwas drin ist, für Nase bei Schnupfen von Babies)
- rezeptfreie Augentropfen (weil Junior und ich zu harmlosen aber lästigen Augenentzündungen neigen)
==> persönliche Medikamente für jeden
- Perenterol (hilft bei Durchfall)
- ev. Kohletabletten

- Pflaster
- Pinzette
- Schere
- Handschuhe
- Desinfektionsmittel
- Zeckenkarte zum Entfernen von Zecken
- Itinerol (für Kinder bei Übelkeit)
- Traubenzucker
- Sportusal (kühlende Salbe bei stumpfen Verletzungen)
- Fieberthermometer


weiteres im Haushalt
- Handalkohol
- Flächendesinfektionsmittel
- Wundbenzin
- Wund- Wasserstoffperoxid (zum Herauslösen von Schmutz und Sand aus Schürfwunden)
- Kühlbeutel
- Wärmekissen
- Fieberthermometer (Ohrthermometer)
- versch. Tees z.B Kamille/ Salbei
- Honig
- Zwieback
- Traubenzucker in Pulverform
(Blutdruckmessgerät)




Auf den ersten Blick eine riesige Liste. Allerdings gibt es viele Überschneidungen, da das Material auf diverse Standorte aufgeteilt ist. Mein Ziel ist es mit möglichst wenigen Sachen möglichst viel herauszuholen.
z.B. helfen bei Fieber die guten alten Essigsocken oder für ERwachsene kann man mit Honig und Zwiebeln einen guten Hustensaft herstellen. Inhalieren bei Erkältungen statt Grippemittel usw. Vielen wird das eine oder andere noch fehlen => ist immer individuell. In meiner Aufzählung findet sich das, was ich als Mutter zweier kleiner Kinder regelmässig brauche und darüber hinaus noch etwas Ergänzung für den Notfall und Krankenpflege.

Corvinjus
31.08.2014, 13:22
Hmm, so ein oder zwei Punkte an denen ich anecke...



kristalloide Infusionslösung: gut! Ich kenne Leute, die schleppen tatsächlich Haes / Hyper-Haes mit sich rum... obwohl das Zeug selbst im RettD sehr kritisch gesehen wird. Von unseren NEF ist es runter.


Im militärischen Bereich werden sehr wohl nach wie vor kolloide genutzt, ich kann schlichtweg mit geringerem Gewicht/Packmaß eine höhere Volumensubstitution transportieren (Nach dem Motto: Ich kann nur mit dem Retten, was ich auch auf Dauer tragen kann) Siehe Link (http://46.38.238.62/wp-content/uploads/2013/06/TREMA-e.V.-Guidelines-fuer-TCCC-2.0.pdf)Seite 11.
Ich habe es noch NIE erlebt, dass Kristalloide eine initial lebensrettende Maßnahme gewesen wären. Nach dem Rettungsdienst Motto ich häng mal ne tröpfelnde NaCl dran, damit er irgendwas hat. Völlig Sinnfrei. Wenn der Patient irgendwo raus saftet was ich nicht zukriege würde ich eher frühzeitig über Direkttransfusion nachdenken, anstatt irgendwelches Wasser reinzukippen und die Gerinnung völlig platt zu hauen. (


Also sowas... da muss ich doch mal einfach meinen Senf zu abgeben: :lachen:

Als Bug Out Medibag ganz nett aber dann fehlt nen Nähset (sofern du das handwerklich beherrschst)

Wenn du noch Platz hast denk mal über nen Satz Larynxtuben (3er-5er) nach. Beatmungen fallen damit deutlich leichter, ein gewisser Aspirationsschutz ist da und grad als einzelner Helfer muss man nich immer die Maske neu ansetzten.



Thema Nähset. Außerklinisch Nahtmaterial einzusetzen ist grenzwertig, vor allem ohne direkte Infektionsprophylaxe mit Antibiose. In Gebieten mit hoher Keimbelastung würde ich Nähen so gut es irgendwie geht unterlassen. Sehr vieles (vor allem Schnittwunden, bearbeitete Schusswunden usw. können mit Steri-Stripes nach nem vernünftigen Bad in Betaisadona Lsg. sehr gut gehandelt werden. Geht deutlich schneller, schmerzfrei für den Patienten und geringeres Infektionsrisiko da nichts invasiv gemacht wird.

Was machst du mit einem Intubiert-beatmeten Patienten, wenn du in einer Situation bist, in der kein Arzt kommt? In "zivilen Situationen" verwende ich so lange es geht den Beutel, kommt es durch Verwendung des LTS zu Erbrechen oder einem Vagusreiz oder, oder, oder guckst du ziemlich dumm aus der Wäsche. Wenn dann kein fähiger Notarzt kommt, der das Drama richtet wird's dunkel. Und wenn ich den Spaß schon riskiere, nehme ich gleich Endotracheal, dann hab ich wenigstens einen wirklich gesicherten Atemweg



Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Es ist das eine im Straßenverkehr bei nem Unfall als First Responder die Eintreffzeit der Rettungskräfte zu überbrücken. Hier kann man sich getrost mit ner ausgedehnten Anamnese, Kreuzverbänden und NaCl - i.V. Spielereien die Zeit vertreiben. Etwas ganz anderes ist mit der Gewissheit, dass eben kein anderer, vor allem kein höher Qualifizierter, kommen wird. Sinnvolle Lektüren gibt es hier zu Hauf, Stichwörter Trema (Link weiter oben im Text), PHTLS (Der militärische Teil), Stichwort Patrol Medic, Stichwort Expeditionsmedizin usw. usf.
Ganz einfache Fragestellungen treten in einer SHTF- oder sonstwelchen Situation zu Tage: Sicherheit am Einsatzort (Beschuss, Minenlage, ABC-Lage usw.), CABCDE - Schema (Critical Bleeding, Airway, Breathing, Circulation, Disability, Environment/Exposal), Transport. In einer solchen Situation gilt, wer es ohne Eigenatmung unter Raumluft nicht schafft, ist tot.

Meine Ansichten basieren auf Erfahrungen und Lehrgängen weit ab vom deutschen Rechtssystem, also bitte keine Diskussion wer was darf und was nicht. Wenn euch der Ostblock um die Ohren fliegt ist es nämlich völlig Wurst ob Dr. Müller oder Metzger Maier nach Ketanest-Dormicumgabe das Fasttrach in den Patienten klopft, Hauptsache er kriegt Luft.

Grüße :)

ID 2572
31.08.2014, 13:22
Vielen Dank - Hut ab! Sowas meinte ich. :) Wird ausgedruckt und abgearbeitet :)

Waldschrat
01.09.2014, 01:52
...
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Es ist das eine im Straßenverkehr bei nem Unfall als First Responder die Eintreffzeit der Rettungskräfte zu überbrücken. Hier kann man sich getrost mit ner ausgedehnten Anamnese, Kreuzverbänden und NaCl - i.V. Spielereien die Zeit vertreiben.


Hallo Corvinjus,

auf welchem Planeten lebe ich:rolleys:

Ich hatte da regelmässig ganz andere Sorgen.

Soweit ansprechbar, gut zureden, Blutungen ans Stehen kriegen, falls nicht ansprechbar, Vitalfunktionen prüfen, falls da, stabile Seitenlage, falls nicht da, CPR. Anweisungen an andere: " Sie sichern die Unfallstelle, lassen Sie sich von den anderen mehrere Warndreiecke geben, Sie alarmieren 112 - zwei Verletzte mit stark blutenden Schnittwunden, einer mit geschlossenem Unterschenkelbruch" Damit war ich immer beschäftigt, bis die Profis kamen. Für Spielereien eigentlich keine Zeit.

Es ist übrigens ganz spannend, wie schnell man "Gaffer" für seinen Zweck einspannen kann, wenn man ihnen nur klare Befehle gibt.

Meint

Matthias

Corvinjus
01.09.2014, 10:56
@Waldschrat

Alles gut, du hast da schon richtige Ansichten! Bei der zivilen Ersten Hilfe gebe ich dir völlig recht. Meines Erachtens nach ist es das Wichtigste überhaupt etwas zu tun! Es ist schon mal viel Wert nicht nur bei den Gaffern zu stehen, sondern zu agieren. Sei es nur das Absichern und der Notruf. Da ist schon viel gerichtet. Ich habe auch eher "Fachkräfte" angesprochen, die - wie ich - erweiterte Rettungsmittel in ihrem Auto haben (Stiffneck, SamSplint, Infusionen, Ambubeutel.........).
Aber es macht durchaus Sinn, sich mal nen Kopf zu machen was du tust wenn du eingeigelt in deinem SO oder sonst wo bist und deine Frau sich ein Bein bricht. Arzt nicht erreichbar. Da reicht halt ein KFZ-Verbandkasten nicht mehr aus und ein regulärer EH-Kurs leider auch nicht...



Grüße!

Waldschrat
01.09.2014, 20:57
... SamSplint, Infusionen, Ambubeutel.........).
Aber es macht durchaus Sinn, sich mal nen Kopf zu machen was du tust wenn du eingeigelt in deinem SO oder sonst wo bist und deine Frau sich ein Bein bricht. Arzt nicht erreichbar. Da reicht halt ein KFZ-Verbandkasten nicht mehr aus und ein regulärer EH-Kurs leider auch nicht...



Hallo Corvinjus,

SamSplints besitze ich - zumindest in meiner grossen EH-Tasche und im Auto - und ich habe mich von einem Sani in der Anwendung unterweisen lassen.


Hat für mich bei ziviler EH nur nicht die Wahnsinnspriorität. Der mit dem Beinbruch (solange es ein geschlossener ist) leidet Schmerzen, der mit dem Herzstillstand stirbt oder erleidet irreversible Hirnschäden, wenn ich nichts mache. Ich denke, auch als Laienhelfer muss da ein bisschen der Gedanke an Triage da sein.


Gruss

Matthias

Corvinjus
01.09.2014, 21:02
Hallo Corvinjus,

SamSplints besitze ich - zumindest in meiner grossen EH-Tasche und im Auto - und ich habe mich von einem Sani in der Anwendung unterweisen lassen.


Gruss

Matthias

:Gut:

Ist ne gute Sache, einfach und effizient. Dann bist ja doch über den EH-Kurs raus :)

ID 6436
30.09.2014, 16:42
Was mich sehr interessiert, was ist das für Adrenalin?

Grüße,

ACD

Tsrohinas
30.09.2014, 16:59
Was mich sehr interessiert, was ist das für Adrenalin?

Grüße,

ACD

Vermutlich ist so was gemeint:
http://www.gifte.de/Antidote/suprarenin.htm

Supranenin ist eine Lösung die überwiegend intravenös oder inhalativ, aber auch intramuskulär verabreicht wird.

Standard bei Reanimation (alle 3-5 min 1 mg = 1 ml)
Ausserdem wird es bei heftigeren anaphylaktischen Reaktionen (Allergien) verabreicht (alle 3-5 min 0,1 - 0,3mg)

Tsrohinas

Wolfshund
30.09.2014, 18:46
Als "Off-Label-Use" kann man es noch zur lokalen Blutstillung und als Mittel beim Brochospasmus etc. verwenden.

Kraftwerk
01.10.2014, 08:15
Guten Morgen @ll,

Ist viel geschrieben worden hier,aber wie sieht den nun das Optimale Set für einen Laien aus?

Unter Laien verstehe ich jemand der schon den grossen Erste-Hilfe Kurs (8 Doppelstunden) getätigt hat,und jetzt einfach ein gutes Set haben möchte,etwas mehr als den Erste-Hilfe Kasten aus dem Auto,damit er/sie gerüstet ist,sicherlich keine Infu´s usw...

Sam-splint ist ne feine Sache,vorrausgesetzt man hat es mal beigebracht bekommen was und wie man damit alles machen kann,genauso wie mit israel Bandagen usw.

Würd mich über ein Set-Aufstellung von euch Freuen

Gruss Kraftwerk

TheHamster
01.10.2014, 17:42
Okay dann mache ich dir mal ganz pragmatisch eine Liste für diesen Ausbildungsstand:

Betriebsverbandkastenset nach DIN13169 (gibts überall im Internet und beinhaltet alles was man so an Verbandstoffen braucht, wenn du mehr willst an Menge dann kauf mehrere aber andere typen von Verbandszeug brauchst du nicht...) außer:

1-2 Kühlkompressen dazu
1 Set sterile Pflaster ggf. Wasserfest
1 Pkg. Steri-Strips um Schnittwunden zusammen zu kleben (wird einfach zusammen gedrückt und mit 2-3 Strips wie ne Naht zugeklebt, hält zumindest nen paar Std)
ne ordentliche Verbandschere (die aus den Kästen kann ma immer vergessen)
1-2 Beatmunshilfen (Tuch oder Maske)
1 Rolle Leukoplast (und bitte kein billiges Imitat... das hält eh nie)
1-2 zusätzliche elastische Binden
die üblichen freiverkaüflichen Medis wie Ibuprofen (kein ASS) Dolodobendan oder was man sonst eben so nimmt

ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit sollte es das aber soweit gewesen sein was man mit dem Ausbildungsstand haben sollte und man auch problemlos mit um gehen kann

LG Hamster
:rolleys:
edit: ach ja und nen paar Blasenpflaster können nich schaden

redtiger
25.01.2016, 10:30
Mittlerweile ist einiges an Zeit vergangen... Es ist einiges Spielzeug hinzugekommen, der Wunsch nach einem Rucksack ist auch schon länger da gewesen...
Zu Weihnachten hat sich einer meiner Wünsche erfüllt, für mein Notfallequipment gibt es nun einen Rucksack.

Hiermit möchte ich euch hier auch ein Update über mein medizinische Notfallequipment zukommen lassen.

Der Tasmanian Tiger First Responder 2:
31969

Der Notfallrucksack liegt die meiste Zeit bei mir im Auto und hat folgende Aufgaben: Qualifizierte Hilfeleistung bei Notfällen zu denen man auf der Straße gelegentlich dazu kommt, bei Veranstaltungen oder Familienfeiern. Desweiteren auch in Krisenfällen als verlässliche medizinische Ausrüstung, als Notfallrucksack bei einem eventuellen Bug-Out mit dem Auto oder für die BOL. - Definitiv nicht ist der Rucksack für ein Bug-Out zu Fuß gedacht, da man da klarerweise andere Sorgen hat.

Naja schauen wir uns das Teil mal näher an:

Front-Pouch:
31970
1x Israeli Bandage, 1x Gauze

Front-Pouch:
31971
1x CAT-Tourniquet

Obere Front-Tasche:
31972
Massenhaft Einmalhandschuhe

Frontfach außen:
31973
Ohr-Fieberthermometer, BZ-Messgerät, FFP3-Masken

Frontfach innen:
31974
Blutdruckmanschette, Stethoskop, Fieberthermometer, Pupillenleuchte, Tasche mit Pinzetten und Zeckenzange

Seitentasche groß:
31975
aluminisierte und nicht aluminisierte Wundauflagen und Kompressen in verschiedenen Größen, 1x Israeli-Bandage, Verbandsschere, in den Innentaschen: 2x Dreieckstuch, Kopfverbände, Pflaster in diversen Größen, Klammerpflaster

Seitentasche klein oben:
31976
Wunddesinfektionsmittel, Kleiderschere, 2x Alu-Rettungsdecke

...Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag... (zu viele Fotos für einen)

redtiger
25.01.2016, 10:46
...Fortsetzung...

Seitentasche klein unten:
31977
Händedesinfektionsmittel, 1x Leukoplast, 1x Leukosilk

Hauptfach außen klein:
31978
Venflowns in diversen Größen, Venen-Stauband, Alko-Tupfer und Trockentupfer, Venflown-Pflaster, kristalloide Infusionslösung, Glucose, Infusionsbestecke

Hauptfach innen klein (Foto fehlt):
Spritzen, Notfallmedikamente

Hauptfach groß außen:
31980
Guedeltuben, Cuffspritze

Hauptfach groß innen:
31981
-) Beatmungsbeutel + Masken
-) Stifneck, Handabsaugung mit Absaugkathedern, Larynxtuben
-) 2x Coolpack, 1x SamSplint, Mückenspray
-) Diverses zusätzliches Verbandsmaterial
-) "Hausapotheke": Ibuprofen, Parkemed, Grippostadt (Paracetamol), Dulcolax, Immodium, Omniflora, Zyrtec, Aerius, Aspirin, Strepsils

So ist der momentan Stand.
Ein paar kleine Verbesserungen, wie u.a. ein Rettungsmesser und eine Taschenlampe sind jedenfalls noch angedacht.
Wenn sich wieder mal was größeres ändert gibt es ein Update.

ksbulli
25.01.2016, 12:41
Moin redtiger,

sorry für das Dislike, war ein Vertipper am Trackpad - habe es sofort wieder zurückgesetzt!

Be prepared!

Christian

Hunted
25.01.2016, 19:58
Wofür hast du eine Cuffspritze, wenn du keinen Tubus (Larynxtubis, Larnynxmaske, etc) dabei hast?
Und Praxistipp, mach die blauen "Ringe" um die Beatmungsmasken ab (es sei denn du hast vor deine Patienten zu NIVen), die stören erheblich, wenn di sie richtig abdichten willst.

VG Hunted

PS: Statt einer normalen Taschenlampe, nimm eine Stirnlampe. Meist braucht man ja doch beide Hände und mit Lampe im Mund (eigene Erfahrung) arbeitet/spricht es sich dann doch nicht so schön.

redtiger
25.01.2016, 22:16
Wofür hast du eine Cuffspritze, wenn du keinen Tubus (Larynxtubis, Larnynxmaske, etc) dabei hast?
Und Praxistipp, mach die blauen "Ringe" um die Beatmungsmasken ab (es sei denn du hast vor deine Patienten zu NIVen), die stören erheblich, wenn di sie richtig abdichten willst.


Die Beatmungsmasken sind welche die man bei größeren Temperaturunterschieden mitunter wieder mit Luft befüllen muss. - Deshalb die Spritze.
Ich hab LTs, allerdings die benötigen eine eigene Spritze die bei selbigen beiliegt.

Danke für den Tipp mit den Ringen!

Hunted
26.01.2016, 21:22
Die Beatmungsmasken sind welche die man bei größeren Temperaturunterschieden mitunter wieder mit Luft befüllen muss. - Deshalb die Spritze.
Ich hab LTs, allerdings die benötigen eine eigene Spritze die bei selbigen beiliegt.

Danke für den Tipp mit den Ringen!

Gerne. Vorsicht bei den Masken, wenn du den Rucksack länger zB im Auto liegen hast und er entsprechenden Temperaturschwankungen ausgesetzt wurde.
Da verlieren die Dichtungswulste nicht nur je nachdem Füllung (dafür hast du ja vorgesorgt), sondern diese werden gerne auch mal spröde (zumindest bei den günstigeren Masken/Einmalmaterial). Und bei mir haben sich solche Masken schon mal komplett verformt und waren daher nicht mehr zu gebrauchen.
Bin daher fürs Auto auf die etwas Robusteren Masken ohne luftgefüllten Duchtungswulst umgestiegen.
Ist ganz praktisch, weil wir im OP auch keine haben und ich mich dann bei Bedarf nicht umgewöhnen muss ;-)

Dualcare
16.02.2016, 04:14
--- letzte Seite nicht gelesen ---

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