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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mineralgehalt von Wasser bestimmen



Oscar
16.09.2014, 23:22
Hallo,

welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, um den Mineralgehalt von Trinkwasser zu ermitteln?
Also nicht grundsätzlich, bei den Versorgngsbetrieben, sondern für mich, privat, zu hause. :rolleys:

J.C. Denton
17.09.2014, 08:52
Hallo Oscar,

du könntest eine Probe einschicken zum Beispiel hier hin:
http://aqa-online.com/html/index.aspx?page_url=Shop&cn=WasserChecks&cat=264&mid=264&gclid=CO624LjU58ACFShp7Aodj2kALw

Das ist die erstbeste Fundstelle im Netz, nicht verwandt, nicht verschwägert...

Grüße,
J.

ID 358
17.09.2014, 09:16
Bei Wasser ist mir der Gehalt an Mineralstoffen vollkommen egal.
Wichtig ist, daß es nicht verschmutzt oder mit Gift belastet ist.

Mineralstoffe nimmt der Körper über die feste Nahrung auf, nicht durch Trinkwasser.

DerGerald
17.09.2014, 09:30
Hallo Oskar,
kannst du etwas genauer darauf eingehen, was du messen willst?
Dein Leitungswasser oder hast du einen Brunnen oder so?
Was willst du genau wissen, die Zusammensetzung oder nur generell wieviel Kalk du im Wasser hast?

Bei uns hier ist es so, daß man Wasserproben an das Wasserwek schicken kann und dann für einen gewissen Obulus eine komplette Analyse bekommt. Willst du zu Hause testen, dann wird dir wohl am ehesten Matthias (Waldschrat) helfen können.

Gruß
Gerald

Oscar
17.09.2014, 10:42
Ich möchte im Prinzip (mein) Leitungswasser mit Mineral-/Tafelwassern vergleichen. Das hat den Hintergrund, dass ich mich von Calcium fernhalten soll und alleine schon die beiden Wasserflaschen in meinem Rucksack einmal 43 mg/l (ViO) und einmal nur 12 mg/l (Volvic) enthalten. Dementsprechend würde mich interessieren, wo mein Leitungswasser im Vergleich liegt, denn das ist quasi mein Lieblings- und Hauptgetränk.

DerGerald
17.09.2014, 10:49
Hallo,

Ruf bei deinem Wasserwerk an oder schau auf der Internetseite deines Wasserversorgers nach. Das Wasser das dort eingespeißt wird ändert sich bis zu deinem Wasserhahn nicht wirklich (Außer du hast noch Bleirohre).

Gruß
Gerald

rotbaer
17.09.2014, 13:30
Wenn es um Calcium geht hilft Dir schon die Härteangabe weiter.
Wenn das Wasser sehr hart ist, kannst Du davon ausgehen das viel Calcium drin ist.
(Es gibt auch noch andere Härtebildner aber der Hauptverursacher ist Calcium)
Wikipedia: Stichwort Wasserhärte

Someone
17.09.2014, 14:09
@Luftikus

Ich wiederspreche Dir nur sehr ungern, aber der Körper nimmt Mineralien über Wasser sogar besser auf wie über die Nahrung. Stichwort ist hier die Bioverfügbarkeit.

Schau Dir mal diesen Link an: http://www.umh.at/forschung/erkenntnisse_b.html

Auszug:


die Bioverfügbarkeit von Calcium und Magnesium aus natürlichen Mineralwässern besser ist, als jene aus diversen Lebensmitteln. Bei Magnesium lag die Qualität in Hinblick auf die Versorgung des Organismus mehr als doppelt so hoch, als z. B. jene von Brot oder Bananen.


Dr. Engler stellte darüber hinaus fest, dass z. B. beim Kochen von Kartoffeln mittelmäßig mineralisiertes Leitungswasser aus den Kartoffeln 193 mikroSiemens Mineralien herauslöste, im Vergleich dazu mineralarmes Osmose-Wasser den Kartoffeln 542 mikroSiemens Mineralien entzog.

Wenn Ihr dazu noch Fragen habt, dann gerne her damit, kenne mich in der Materie ein wenig aus!

Grüße Someone

Oscar
17.09.2014, 14:19
Okay: Wie kann ich von einer Wasserhärte von, sagen wie mal, 13 °dH auf den Calciumgehalt schließen? Am besten in mg/l. :lächeln:

DerGerald
17.09.2014, 14:47
Ich will hier keinen totalen Blödsinn schreiben :)

Wenn ich das richtig gelesen habe entspricht 1°dH = 17,8 mg/l CaCO3.
Wieviel reines Calcium das ist? kA.

Ob das richtig ist was ich da schreibe? kA. Aber wir haben ja zum Glück ein paar Experten hier.

Gruß
Gerald

Waldschrat
17.09.2014, 18:56
Hallo,

welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, um den Mineralgehalt von Trinkwasser zu ermitteln?
Also nicht grundsätzlich, bei den Versorgngsbetrieben, sondern für mich, privat, zu hause. :rolleys:

Hallo Oscar,

da gibt es den klassischen Trennungsgang nach Jander/Blasius.


Dauert ein bisserle, Du bist mit der Probe garantiert einen verregneten Sonntag beschäftigt, hast hinterher aber ein quantitatives Ergebnis.

Bei Bedarf gern mehrt Details

Matthias

Hafiss
18.09.2014, 14:46
Hallo

Ich würde mir erst mal die Frage stellen ob der menschliche Organismus überhaupt das Calciumcarbonat (Kalk) aufbrechen kann und dann das Calcium nutzen kann.

ID 358
18.09.2014, 14:58
@Luftikus

Ich wiederspreche Dir nur sehr ungern, aber der Körper nimmt Mineralien über Wasser sogar besser auf wie über die Nahrung. Stichwort ist hier die Bioverfügbarkeit.

Schau Dir mal diesen Link an: http://www.umh.at/forschung/erkenntnisse_b.html

Auszug:





Wenn Ihr dazu noch Fragen habt, dann gerne her damit, kenne mich in der Materie ein wenig aus!

Grüße Someone

Wenn das zutreffend ist, stellt sich noch die Zusatzfrage, ob ausgewogene Ernährung nicht eh schon die volle Mineralstoffversorgung bringt und eine zusätzliche Mineralstoffversorgung aus Mineralwasser überhaupt notwendig ist.

Wie schon gesagt wurde, reicht meist die Auskunft des örtlichen Wasserversorgers über die Zusammensetzung des Leitungswassers. Was anderes sind die Werte eines eigenen Brunnens.

rotbaer
18.09.2014, 20:03
@hafiss: Das Calcium liegt im Wasser in gelöster Form als Ion vor. (Ca2+) Das ist so ohne weiteres vom Körper nutzbar.
Als Kalk (Ca2CO3) liegt es nur im alkalischen Milieu vor. Der Zusammenhang wird als "Kalk Kohlensäure Gleichgewicht"
bezeichnet.
Was mich während meiner Ausbildung an dem Them genervt hat sind die vielen traditionellen Trivialbezeichnungen die vieles Verunklaren.

Es gibt die Gesamthärte: [Mg2+] + [Ca2+] darauf bezog sich mein obiger Beitrag. Die Summe dieser beiden Konzentrationen läßt sich in °dH umrechnen.

Wenn man jetzt noch weiß, das Magnesium und Calcium im Verhältnis von ca. 6 zu 10 vorkommen, hat man zumindest einen "dicken Daumen Rechenansatz" um aus der Härteangabe auf eine Größenordnung des Calciumgehaltes zurückzuschließen.
es gilt: °dH=0,14*[Ca2+]+0,23[Mg2+]

gemäß dem obigen Verhältnis das Magnesium durch 0,6[Ca2+] substituiert sollte herauskommen:

°dH/0,28 ~ [Ca2+]

(Hier meine Bitte an die anderen Foris die Rechnerei mal kritisch zu hinterdenken,
bei mir galt im Studium "Inschanöre wie wir, Mathe mit vier!":peinlich:

Zur Carbonathärte, die den wesentlichen anderen Härteanteil ausmacht (nämlich den anionischen Anteil) bitte einmal Kalk Kohlensäure Gleichgewicht ergoogeln.

Mit den beiden Zusammenhängen ist das Thema Wasserhärte eigentlich erschlagen..

Waldschrat
18.09.2014, 20:36
Hallo

Ich würde mir erst mal die Frage stellen ob der menschliche Organismus überhaupt das Calciumcarbonat (Kalk) aufbrechen kann und dann das Calcium nutzen kann.

Hallo Hafiss,

der menshliche Organismus kann.

Was passiert in Deinem Magen? Salzsäure 0,7%. Das Calciumcarbonat - ziemlich unlöslich - wird in gut lösliches Calciumchlorid überführt, das dann im Dünndarm resorbiert wird.


Tatsache ist allerdings, dass organische Calciumverbindungen, etwa das Citrat oder das Lactat (Quark, Käse) besser resorbiert werden.


Es gibt allerdings einige Störfaktoren für die Calciumresorption, die bekannteste dürfte die Oxalsäure sein, z.B. Spinat (angeblich gesund) oder Rhabarber. Da wird Calcium als absolut unlösliches und nicht resorbierbares Oxalat gebunden.

Viele Grüsse

matthias


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