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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusammenstellung "Scout" IFAK



ID 3605
24.09.2014, 14:28
Hallo Miteinander!

Zur Erstellung / Zusammenstellung eines IFAK (Individuelles Erste-Hilfe-Set) möchte ich gerne eure Fachkompetenz zu Rate ziehen und bitte um ergebnissorientierte Diskussion.

Planungsannahmen:

- IFAK für 1-3 tägige Erkundungseinsätze
- ausgelegt für eine einzelne Person, d.h. Redundanz im Inhalt bei 2 oder mehreren Teilnehmern, aber keine "Lastenteilung"
- max. Umfang SanMat = Doppelmagazintasche G36 bei minimalem Gewicht
- "hostile environment": Schusswaffengebrauch zivil verfügbarer Schusswaffen (Klein- mittelkalibrige Sport-/ Jagdwaffen) möglich,
milit. Sprengmittel / Kampfmittel unwahrscheinlich, improvisierte Kampfmittel möglich, aber wenig wahrscheinlich
- no-nonsense Inhalte, die ausschließlich durch den "Scout" selber anwendbar bleiben müssen
- Ausbildungshöhe vglb. Einsatzersthelfer B
- "Missions"abbruch bei allem über leichter Verletzung / Verwundung --> Folgeversorgung nach Rückkehr zu eigenen Kräften
- Messer / Multitool in 2nd line vorhanden


Erste (eigene) Ideen:

- 1x OALES bandage
- 2+x Kerlix
- Wunddesinfektionsmittel (Jod) + Hautdesinfektion (Alkoholpads)
- 1x flexible adhäsive Binde
- Pflasterstrips
- 1x QuickClot (combat) gauze
- 1x Wundkleber
- (Schmerzmittel, da wirds mit frei Verfügbarem eng)

Absicht ist also die Zusammenstellung eines persönlichen Verbandspäckchens im minimierten Umfang, um ähnlich der Gefechtsschadeninstandsetzung "Fahren - Feuern - Funken" für ein eigenverantwortliches Individuum in einem Umfeld mittlerer Bedrohungslage (nervöse Bauern/ Jäger, triggerhappy Rednecks, militärisch unerfahrener / ungerüsteter aber entschlossener Outlaws) sicher zu stellen, und so die Voraussetzung für ein Lösen vom Gegner und einer anschließenden weiteren medizinischen Versorgung zu ermöglichen.

Los gehts, ich freu mich auf eure Beiträge!

Gruß,
Maro

Papa Bär
24.09.2014, 14:42
Wie wäre es damit:
https://www.google.de/search?biw=1361&bih=724&tbm=isch&sa=1&q=woundstop&oq=woundstop&gs_l=img.3..0i24.11307.15038.0.16053.9.7.0.2.2.0.81.538.7.7. 0....0...1c.1.54.img..0.9.541.F31yRenHfq4

ID 6436
24.09.2014, 14:45
Ich würde, gerade für das von Dir beschriebene Anwendungsgebiet, noch eine Entlastungskanüle mit dazu packen!
Ein Spannungspneumothorax, durch ein ballistisches Trauma, ist kein Pappenstiel!

Grüße und Glück ab!

ACD

ID 3605
24.09.2014, 14:53
@ Papa Bär

Die Fähigkeitsforderung "Druckverband", die die von dir abgebildete israeli emergency bandage mit integriertem Spann"system" sicherlich erfüllt, möchte ich lieber mit der OALES abdecken. Erstens kompakter, der Druckpunkt lässt sich besser setzen und zusätzlich noch optisch kontrollieren.
Hab beide hier rumliegen, erachte aber die OALES für diesen Zweck als geeigneter.

Papa Bär
24.09.2014, 14:57
Ach, sieh mal an...wieder was gelernt. Ich habe diese Teile hier bei mir zu Hause und wusste gar nicht, dass das eine israeli emergency bandage ist...steht ja auch nirgendwo drauf:peinlich:

ID 6436
24.09.2014, 15:02
@Marodeur

Was allerdings gegen die OALES spricht, sie hat keinen Griff & kann daher nur schwer mit einer Hand angebracht werden.

ACD

ID 3605
24.09.2014, 15:09
Ach, sieh mal an...wieder was gelernt. Ich habe diese Teile hier bei mir zu Hause und wusste gar nicht, dass das eine israeli emergency bandage ist...steht ja auch nirgendwo drauf:peinlich:

Stimmt -wenn du welche aus deutscher Produktion mit der Beschriftung Notverband hast (olivgrün/grau), sind die baugleich mit den Israelischen.

- - - AKTUALISIERT - - -


@Marodeur

Was allerdings gegen die OALES spricht, sie hat keinen Griff & kann daher nur schwer mit einer Hand angebracht werden.

ACD

Stimmt nur bedingt. Problematisch bei einer Anwendung am eigenen Arm ist die erste Wicklung. Zwar kann ich die IEB besser einhändig spannen, beim Anlegen zeigt sie jedoch die gleiche Problematik. Muss eh immer das Gebiss herhalten. :grosses Lachen:

Papa Bär
24.09.2014, 15:19
nee, meine sind weiss:lächeln:

ID 7047
24.09.2014, 16:06
@PapaBär
das sind die Versionen für den Zivilmarkt.

Die OALES lassen sich einhändig aufgrund der Klettfläche auch gut einhändig bedienen.

Schon mal an die FEB 9 gedacht? Sind leider etwas teurer.

Erste (eigene) Ideen:


- 1x OALES bandage
- 2+x Kerlix
- Wunddesinfektionsmittel (Jod) + Hautdesinfektion (Alkoholpads)
- 1x flexible adhäsive Binde
- Pflasterstrips
- 1x QuickClot (combat) gauze
- 1x Wundkleber
Ich hätte anstatt Kerlix lieber die H&H Compressed Gauze, da deutlich geringeres Packmaß.
Und auch nur eine, dafür aber zwei BW Verbandpäckchen klein, zur Not kann man mit der auch eine Wunde packen.
Entlastungskanüle wurde schon genannt.
Mir fehlt noch ein Chestseal, liesse sich zwar improvisieren, mittels Panzertape + Folie der OALES/Verpackung, aber ich hätte lieber eine richtige.
Mein Favorit ist die HALO (in HAB haben sie verschiedene Chestseals getestet und dokumentiert).
Was mir auch fehlt sind zwei TQ´s (Tourniquets), ob jetzt CAT oder SOFFT sind persönliche Präferenzen, beide sind vom CoTCCC empfohlen.
Zwei Dreiecktücher (US Version ist komprimiert), eine/zwei Rettungsdecken.
Eine Schere aussen dran (hinten zwischen dem MOLLE).
Verwundetenkarte (vorbereitet) und Stift.

Ob das jetzt so noch in eine G36 Magtasche passt keine Ahnung, könnte ich aber noch testen.

ID 3605
24.09.2014, 16:21
Chestseal, Vwu-Karte und TQ habe ich im Medic Pack an der Weste, die Scout Idee will ich eigentlich im deutlichlich leichteren loadout mittels battle belt realisieren. Da sollte das IFAK unter den genannten Planungsannahmen minimierter ausfallen.

Das Seal, genau wie die Entlüftung Pneu mittels Kanüle in der Eigenversorgung ist schon ziemlich grenzwertig.
Fange ich mir so etwas ein, habe ich in Bezug auf das Vorgehen im "Erkundungsauftrag" ziemliches Pech gehabt / Mist gebaut. Klar ist es dann fein, dafür SanMat mitzuführen, nur kann ich es dann unter der Annahme alleine unterwegs zu sein anwenden?
Ist alles eine Abwägungsssache zwischen Aufwand - Wahrscheinlichkeit des Bedarfs - Nutzen.
Betrifft genauso das TQ. Abbinden zur besseren Wundversorgung ja, aber ich bleibe im Anschluß weiterhin erst mal auf mich alleine gestellt. Wenn ich mit einem ordentlichen Druckverband mich nicht lösen und der Anschlußversorgung zuführen kann, bringt mich ein TQ auch nicht weiter.
Und für das Anlegen des Druckverbandes müsste ich temporär mit anderen Materialien improvisieren können.

Macht die Sache nicht einfacher, ick weeees.

ID 7047
24.09.2014, 16:32
Grad in einer Kontaktphase kann man sich ein TQ selber anlegen und bleibt (bedingt) handlungsfähig.
Minimalistisch für den Battlebelt:
1x TQ (ich würde da nicht drauf verzichten)
1x OALES
1x QCGC (wobei man sich ein Hämostyptika sparen kann und dafür Kerlix oder ähnliches nehmen kann)
1x H&H Compressed Gauze
1x Paar Einmalhandschuhe

Wenn möglich in der (linken) Beintasche
1x Verbandpäckchen klein
1x Rettungsdecke
1x paar Einmalhandschuhe
Verbandpäckchen klein

wiki
24.09.2014, 17:00
Ja genau sowas wolt ich mir auch schon mal zusammenstellen.

Ich würd noch 2-3 Pflaster mehr und 1 Zeckenzange reingeben.

Nur das Schmerzmittel ist nach wie vor ein Problem, Aspirin is für nix wenn ein Finger plötzlich weg is oder eine Rippe gebrochen.

Eine Israelibinde hab ich original zu Hause, jetzt wär nur noch cool, wenn Papa Bär so ein Set (zumindest ohne Schmerzmittel) anbieten würde.
Dann könnte man sich sowas kaufen und mit einem Doc oder Sani (eventuell sogar im Rotkreuz Kurs) die einzelnen Anwendungen besprechen und üben.

Wenn auch teuer, so würd ich doch diese Rettungsschere dazu nehmen:
https://www.steinadler.com/de/shop/product/LMRAPTOR/2288/leatherman-raptor

Und, alles wasserdicht verpacken.

ID 6436
24.09.2014, 17:05
Marodeur ändert aber nichts an der Tatsache das man auch im Erkundungsauftrag aufgeklärt und verbrannt werden kann.
Klar haste dann was falsch gemacht, ändert aber nix dran das es passieren kann.

Sicherlich kann man sich tolleres Vorstellen als sich selbst eine Drainage zwischen Rippenfell und Lunge zu legen.... mitten im Nirgendwo.
Das Problem ist aber ganz einfach: Gerätst Du unter Feuer und wirst im Thorax verwundet, führt ein unbehandelter Spannungspneumothorax binnen weniger Minuten zu einer Mediastinalverlagerung.
Bei raumfordernder Ursache kann es zur Kompression der kontralateralen Lunge und der Vena cava superior kommen. Das führt unbehandelt zum Tod.

Nach einer solchen Erstversorgung ist natürlich eine sofortige Weiterbehandlung durch eine Arzt, inklusive Bettruhe und Breitbandantibiotika (Zwecks Vorbeugung einer Lungenentzündung) angezeigt
Ergo ist eine weitere Einsatz- und Kampfbereitschaft nicht mehr gegeben. Allerdings, zumindest in meinen Augen, besser als Ex gehen.

Grüße,

ACD

wiki
24.09.2014, 17:12
Mann, seid ihr alle Doc oder so? :Panik:
Ich kann das zum Teil nicht mal lesen und schon garnicht irgendwie umsetzen.

ID 7047
24.09.2014, 17:22
Das meiste kann jeder Unbedarfte nach kurzer Zeit Einweisung anwenden.

Die OALES ist ein Verbandpäckchen, ähnlich der (britischen Armee) Israeli Emergecy Bandage, welches eine Folie und Kerlix (eine Art Mullbinde) drinnen hat.
TQ´s (CAT/SOFFT) sind Abbindegeräte um stark blutende Wunden an Arm/Bein abzubinden.
QuickClot Combat Gauze ist eine Art Mullbinde mit einem Hämostyptika (Blutgerinnungsmittel)
H&H Compressed Gauze, wie Kerlix nur komprimiert.
CoTCCC =Committee on Tactical Combat Casualty Care

Das einzige Gerät, welches problematisch ist, ist die Entlastungskanüle, wobei die Anwendung mittlerweile in vielen Kursen gelehrt wird (z.B.: ITLS/PHTLS)

ID 6436
24.09.2014, 17:31
wiki ich glaub von den aktuellen Schreibern ist keiner Arzt.
Das Thema geht über eher spezielle Verletzungen, deren Versorung und das passende SanMat, die häufig im militärischen Bereich auftreten.
Soweit ich das auf dem Schirm habe, ist bzw. war dass das Business von allen aktuellen Schreiberlingen.

Ansonsten hat Hans alles wunderprächtig erklärt.
Die Entlastung ist auch kein Hexenwerk, man muss eigentlich nur aufpassen das man die Lunge nicht (nochmal) punktiert.

Grüße,

ACD

Papa Bär
24.09.2014, 17:50
Eine Israelibinde hab ich original zu Hause, jetzt wär nur noch cool, wenn Papa Bär so ein Set (zumindest ohne Schmerzmittel) anbieten würde
Komisch, das du das jetzt ansprichst...kannst du gedankenlesen?

wiki
24.09.2014, 17:56
@Papa Bär:
Ja :Cool:
Und, wie sieht´s aus, stellst Du sowas zusammen?

Hunted
24.09.2014, 18:02
wiki ich glaub von den aktuellen Schreibern ist keiner Arzt.
Das Thema geht über eher spezielle Verletzungen, deren Versorung und das passende SanMat, die häufig im militärischen Bereich auftreten.
Soweit ich das auf dem Schirm habe, ist bzw. war dass das Business von allen aktuellen Schreiberlingen.

Ansonsten hat Hans alles wunderprächtig erklärt.
Die Entlastung ist auch kein Hexenwerk, man muss eigentlich nur aufpassen das man die Lunge nicht (nochmal) punktiert.

Grüße,

ACD

Selbst das ist kein gravierendes Problem, denn größere Blutungen kannst du mit so einer kleinen Entlastungskanüle üblicherweise nicht verursachen und einen ewaigen (Spannungs)Pneumothx therapierst du ja direkt mit.
Sofern du nicht gerade die A. thoracia interna punktierst - aber um das zu vermeiden, gibt es ja die definierten Enlastungspunkte 2-3. ICR mediaclavicular, bzw. 3.-5. ICR vordere bis mittlere Axillarlinie (gedachte Linie Mamillen/vordere Axillarlinie).

Man sollte es allerdings ein paar Mal am Trainer (Puppe, nicht Instruktor :D ) gemacht haben um den Ablauf wirklich zu verinnerlichen.
Und man sollte sich bewusst sein, dass eine Entlastungskanüle nicht immer reicht. Es ginbt durchaus einige Fälle, bei denen man mehrfach (also mit mehreren Kanülen nacheinander - die alten bitte stecken lassen) punktieren muss. Ansonsten ist das echt kein Hexenwerk.

Papa Bär
24.09.2014, 18:02
:psst:
Nächsten Monat ist Vorstellung...umfamgreiches Expeditions-FAK

ID 3605
24.09.2014, 18:20
@ Papa Bär
Klingt ja super, bin gespannt.
Kannst du schon abschätzen, ob deine Zusammenstellung bzgl. Auftragstauglichkeit und Abmessungen auf die hier besprochene Situation passt?

Gruß,
Maro

Papa Bär
24.09.2014, 18:32
Kann ich...und es passt nicht. Für deine hier beschriebenen Zwecke ist es zu groß und zu umfangreich.
Das hier (http://intranet.tatonka.com/infosys/php/artintt3.php?7787_TT%20Small%20Medic%20Pack) ist die Basis, und es ist bis zum Bersten voll...

ID 7047
24.09.2014, 18:40
Man sollte es allerdings ein paar Mal am Trainer (Puppe, nicht Instruktor :D ) gemacht haben um den Ablauf wirklich zu verinnerlichen.
Habe ich hier einen rumliegen :-)

ID 3605
24.09.2014, 19:36
Einen mehrfach perforierten Instruktor ? :grosses Lachen: Fängt der nicht an zu müffeln? :kichern:
Sry, musste der guten Laune wegen mal einen raushauen.

Gruß,
Maro

wiki
24.09.2014, 23:44
Wo bekomm ich so eine Verwundetenkarte her?
Hab mal Google bemüht, aber da kommt nicht viel, vor allem immer mit medizinischen Ausdrücken gespickt.

Wolfshund
25.09.2014, 05:50
Ein Tourniquet ist kein Tourniquet.
Wenn beide Beine zerfetzt sind dann siehst du sonst ziemlich alt aus, genauso wenn der Knebel vom CAT bricht.

Als Schmerzmittel würde ich Ibuprofen und Paracetamol mitnehmen, die Kombination ist zwar nicht stark aber du behältst weiterhin einen freien Kopf.

Ich mag diese "Verwundetenkarte" sehr: http://46.38.238.62/wp-content/uploads/2013/10/TREMA-Vwu-Karte-2013.pdf ansonsten gehen auch zivile Einsatzprotokolle.

ID 3605
25.09.2014, 12:05
@ Wolfshund

Grundsätzlich richtig. Das CAT ist konstruktionsbedingt gar nicht für das Abbinden unterer Extremitäten geeignet.

Leider passt dein Beitrag nicht zu den bei Threaderstellung getroffenen Planungsannahmen:
- Bei alleinigem Einsatz führen zwei "zerfetzte Beine" zum Ende aller weiterer Überlegungen,
- Bei alleinigem Einsatz brauche ich keine Vwu-Karte für mich selbst ausfüllen: Entweder schaffe ich es in einem Stück zurück und kann meinen Zustand mitteilen oder eben Ende aller weiteren Überlegungen,
- Ibu und Paracetamol weisen verwandte Wirkstoffe auf, beide wären redundant. Und nach 2400mg Ibu (MaxDosis/ Tag) hat KEINER mehr einen klaren Kopf.

Gruß,
Maro

Hunted
25.09.2014, 12:59
- Ibu und Paracetamol weisen verwandte Wirkstoffe auf, beide wären redundant. Und nach 2400mg Ibu (MaxDosis/ Tag) hat KEINER mehr einen klaren Kopf.


Hey Maro,

Ibuprofen wird zu den nichtsteroidale Antirheumatika (NSARI) gezählt, Paracetamol zu den "sonstigen nicht-opioid Anageltika".
Ibuprofen ist eine Arylpropionsäure, wohingegen Paracetamol ein Anilinderivat ist.
Ibuprofen wird zu 2/3 über die Niere ausgeschieden, zu 1/3 über die Leber. Bei Paracetamol erfolgt der Abbau fast vollständig über die Leber, genauer gesagt über das Cytochrom-P450-Enzymsystem (CYP3A4).

Paracetamol wirkt über eine reversible Hemmung der Cyclooxygenase + zentrale Effekte, Ibuprofen ist ebenfalls ein nicht-selektiver COX-Hemmer, jedoch ohne zentrale Effekte. Hier können die Wirkstoffe konkurieren, bzw sich verstärken (müsste ich jetzt nachschauen, wo genau sie jeweils ansetzen.)

Insgesammt kommen sie sich pharmakokinetisch nicht besonders in die Quere, allerdings kann Paracetamol das Risiko für ein akutes Nierenversagen, bzw eine AKI durch Ibuprofen erhöhen. Besonders dann, wenn eh ein Flüssigkeitsdefizit vorliegt, sei es durch einen Blutverlusst und/oder starkes Schwitzen.

Paracetamol würde ich bei unfallchirurgischen Verletzungen eh nicht als Mittel der Wahl ansehen. Vielleicht kommt man ja via Arzt doch eher an Metamizol oder sogar Tilidin..?

LG

PS: Was meinst du mit nach 2,4g Ibuprofen hat keiner mehr einen klaren Kopf? Ibuprofen hat eigentlich keine zentralen Effekte und ich habe da auch noch nichts bei den Patienten (oder mir selber, durfte das auch schon mal in der Dosis schlucken) bemerkt.

Alge
25.09.2014, 13:31
Also ich bin kein Arzt, aber bei Paracetamol muss man bedenken, dass es in zu hoher Dosis schnell leberschädigend wirkt (zwischen Wirkungsbereich und Schädigungsbereich ist nur wenig Spielraum). Daher ist m.E. Ibuprofen besser, wenn es um reine Schmerztherapie mit rezeptfreien Mitteln geht.

Viele Grüße, Alge

ID 6436
25.09.2014, 14:54
Genau das hat Hunted gerade gesagt...


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