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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ebola Vorsorge!



Harmlos
01.10.2014, 15:11
Ich hoffe, dass ich keinen Ärger bekomme, weil ich den vierte Thread zu diesem Thema aufmache, aber die bisherigen Threads handeln über die aktuelle Entwicklung und laufen teilweise im Ton aus dem Ruder. Auch hatte ich dort die Frage gestellt, wie eine vernünftige Vorsorge für den fall aussieht, der nun in der amerikanischen Stadt herrscht (Infizierter hat für ein paar Tage in der Stadt gelebt. etwaige weitere Infizierte sind nicht auszuschließen) Dort wurde die Frage schnell überschattet von Nachrichten und Diskussionen.

Deswegen hier ein Thread der sich ausschließlich um eine vernünftige Vorsorge für den Fall geht, dass evtl. unerkannt mit Ebola infizierte Mitmenschen existent sind. Was würdet ihr tun und haben, wenn es so weit ist? nachrichten zur Ausbreitung und zum Verlauf und den daraus resultierenden Nachrichten möchte ich bitte in den anderen drei Threads behandelt wissen.

Wieviele und welche Handschuhe, Masken und sonstige Sachen würdet ihr vorhalten und wann würdet ihr diese zum Einsatz bringen.

Letzter Punkt ist mir sehr wichtig, denn wenn ich nicht mit der Pflege von akut Erkrankten zu tun habe, ist ein Schutzanzug ggf. etwas überdimensioniert.




P.S.: Falls ich mit diesem Thread vollkommen daneben liege, so bitte ich die mods sowohl um Verzeihung, als auch um Löschung :lachen:

Waldschrat
02.10.2014, 00:59
I

... Auch hatte ich dort die Frage gestellt, wie eine vernünftige Vorsorge für den fall aussieht, der nun in der amerikanischen Stadt herrscht (Infizierter hat für ein paar Tage in der Stadt gelebt. etwaige weitere Infizierte sind nicht auszuschließen) Dort wurde die Frage schnell überschattet von Nachrichten und Diskussionen.

Deswegen hier ein Thread der sich ausschließlich um eine vernünftige Vorsorge für den Fall geht, dass evtl. unerkannt mit Ebola infizierte Mitmenschen existent sind. Was würdet ihr tun und haben, wenn es so weit ist?

Hallo Harmlos,

erst mal, Ebola breitet sich nicht durch die Luft aus, wie Schnupfen- oder Grippeviren. Infektiös sind Körpersekrete, also etwa Blut (ein an hämorrhagischen Fieber Erkrankter kann aus Haut und Schleimhäuten bluten), Speichel, Urin, Kot, Erbrochenes.

Damit ist auch klar, was man vermeiden muss. Direkten und ungeschützten Kontakt. Gäbe es bei uns einen Ebolafall, dann würde ich z.B. auf das übliche Begrüssungsritual des Händeschüttelns verzichten. Ebenso würde ich direkten Hautkontakt mit Gegenständen wie Türgriffen in öffentlichen Gebäuden vermeiden, die ein Infizierter kurz zuvor in der Hand gehabt haben könnte. Ein Fläschchen mit einem viruziden Desinfektionsspray (Isopropanol 70%) und zwei paar Schutzhandschuhe ist selbst im EH-Kit in meinem EDC für den Alltagsgebrauch stets im Rucksack vorhanden.

Was habe ich, lange vor der Ebola-Thematik als allgemeinen Medizinbedarf eingelagert? Eine Packung mit 100 Latexhandschuhen und 10 Chirurgenmasken habe ich ständig am Lager.

Die werden durchrotiert und sind ohnehin für vieles brauchbar. Die Handschuhe etwa zum Schutz der Hände bei der Arbeit mit hautschädlichen / hautresorbierbaren Chemikalien***, die Masken z.B. bei staubintensiven Arbeiten wie Schleifen. Da schmeisse ich nichts weg, nur weil das MHD abgelaufen ist.



Viele Grüsse

Matthias

*** Achtung: Hier vorher das Sicherheitsdatenblatt der Chemikalie lesen. Je nach Chemikalie braucht ihr Handschuhe aus anderem Material.

frieder59
02.10.2014, 01:01
In dem Thread Ebola breitet sich aus , schreibt Tomduly heute , daß man Schutzanüge nicht braucht, und es problematisch ist, wenn sich Leute jetzt Schutzanzüge kaufen, die sie gar nicht brauchen, und die Schutzanzüge gerade dort fehlen, wo sie gebraucht werden.

Andersrum gelesen, kann das natürlich auch dazu führen, daß es plötzlich nicht mehr so einfach für Privatpersonen ist, sich Hygiene/Arbeitsschutzkleidung zu kaufen , falls tatsächlich ein größerer Bedarf entsteht. Die Vollschutzanzüge mit Gebläse sind bei nem Hersteller in Bayern schon bis ins nächste Jahr bestellt und ausverkauft.

Ich hab mir deshalb endlich nen Ruck gegeben und für die Vervollständigung unserer Ausstattung folgendes bestellt :

2 Feldtmann Panorama-Vollmasken neu je 59,50 €
2 Mehrbereichskombifilter ABEK - P3 je 22,61 €
2 Chemieschutzanzüge je 21,30 €
pro Person also ca. 103 € bei ner Firma für Arbeitsschutz

Die Atemschutzmaskenfikter schützen vor vielen Gasen ( also auch Chemieunfall) und vor Partikeln (P3), zB Krankheitserregern, Feinstäube, und radioaktiv kontaminierte Partikel, also nicht nur Ebolaspezifische Anschaffung

Der Chemieschutzanzug ist kein Einmalprodukt, er ist flüssigkeits- und partikeldicht. Kann also nach der Verwendung draußen im Gegensatz zu den meisten 1-Weg Anzügen auch dekontaminiert , bzw. desinfiziert werden. Also auch keine nur Ebolaspezifische Anwendung.

Die sonstige Ausstattung sind dann übliche Hygieneartikel :

Mittel zur Händedesinfektion, zB Sterilium , das man am Mann mit sich führt

Bei den "Untersuchungshandschuhen" sind 500 Paar Packungen über den Spezialhandel relativ preiswerter als 100er Haushaltspackungen.
Bezüglich der Handschuhe ist es ratsam , stets zwei Paar übereinander zu tragen . Das unterste Paar sollte erst dann ausgezogen werden , wenn alles andere, was an der Außenseite war, ausgezogen war.

Sollte man mit kantigen Gegenständen, infinzierten Gegenständen , Kranken oder Leichen etc in Berühung kommen , sollte man drüber noch echte Schutzhandschuhe tragen.

Zum Schutz vor dem Einatmen kontaminierter Partikel helfen erstmal auch FFF-P3 Einwegfilter , die nach Gebrauch entsorgt werden müssten.
Ergänzung der Einwegfilter mit einfachen Schutzbrillen zum Schutz der Augen. Schutzbrillen lassen sich desinfizieren.


Schutz der Haare vor Partikeln mit Einweghauben, die nach Verlassen der Gefahrenzone entsorgt werden müssen.

Die Übergänge zwischen maske. Brille und Einweghaube könnten auch mit KLebeband zusammengerklebt werden.


Schutz der Schuhe vor Kontamination durch Einweg-Überschuhe, die nach Verlassen der Gefahrenzone entsorgt werden müssen.

Für die Person, die beim Ausziehen des Schutzanzuges eventuell hilft, wäre neben Handschuhen eine Einwegschürze oder Einwegbesuchermantel sinnvoll, die dann zu entsorgen wären.

Statt eines Schutzanzuges ging als Überbekleidung auch Regenzeug , das mit Desinfektionsmittel direkt desinfiziert werden könnte. (ebenso wie die Gummistiefel)

Notwendig ist insofern eine ausreichende Menge von Desinfektionsmittel . Ich halte Chloramin T (Pulver) das Kg für ca. 35 € vor , das für verschiedene Zwecke
zu unterschiedlich starken Lösungen angesetzt werden kann. (zB auch zum Waschen der "draußen " unter der wasserdichten Schicht getragenen Kleidung).

Cloramin kann auch zur Wasser- und Wunddesinfektion verwendet werden, gibt es zB im Zierfischbereich- Kois.

Entscheidend sind natürlich möglichst große Vorräte und die Freiheit auch berufsbedingt seinen Bau bei häufigerem Auftreten von Seuchenfällen nicht verlassen zu müssen.



Frieder



ps : was den Mundschutz der Chirurgen , den Mathias gerade erwähnte, betrifft, so soll dieser nicht den Operateur vor dem Patienten schützen , sondern umgedreht, daß der Operateur nicht in die offene Wunde nießt.

Im übrigen ist es wohl eine Glaubenssache , für wie gefährlich man Ebola hält.

Für meinen Teile schließe ich mich mal sicherheitshalber der WHO und ausnahmsweise auch mal dem US-Präsidenten an.

Thanatos
02.10.2014, 01:59
@frieder59
Hast du die Maske schon mal getestet? Wenn ja wie liegt sie an ? Beschlägt sie (wirklich) nicht ?

Waldschrat
02.10.2014, 02:20
Hallo Frieder,

Du bist da ziemlich edel unterwegs:lächeln:


Was ABC-Vollschutzmontur angeht, wir haben sowas auch für den äussersten Notfall. Ich habe mal bewusst im Sommer ausprobiert, wie sich körperliche Aktivität in einem ABC-Vollschutzanzug und einer FFB3-Maske anfühlt.

Allein der Atemwiderstand ist beträchtlich und ich habe da erstmals verstanden, warum Feuerwehrleute ein ärztliches Tauglichkeitszeugnis mitbringen müssen. Vom Schweissfluss (mehr Liter pro Minute als unser heimischer Neckar:lächeln:) will ich jetzt gar nicht mal reden.

Ich habe hinterher jedenfalls das Gewand umgestülpt und mit der Innenseite nach aussen an der Sonne getrocknet:lächeln:


Was für mich interessant ist, das ist Deine Aussage, dass der Chemieschutzanzug, eigentlich mein Mittel der Wahl, davon haben wir einige, kein Einmalprodukt ist.

Aber dann muss ich mich doch um die Dekontamination der Aussenfläche kümmern? Weiss ich, was da drauf sitzt? Für mich wäre dann das "Universalheilmittel" der Wahl eine Natriumhypochloritlösung, so etwa 5%. Da weiss ich, dass die von Bakterien, Sporen, Pilzen und Viren bis hin zu allen C-Kampfstoffen so ziemlich alles zerstört. Aber lässt die meinen Schutzanzug in einer Form zurück, der für einen zweiten Einsatz taugt? Meine Antwort (Bauchgefühl) ist eher nein.


Das von Dir genannte Chloramin ist ein richtig gutes Bakterizid und toxikologisch relativ unbedenklich. Als viruzid oder insbesondere sporizid (Anthtax im Falle von B-Waffen!) würde ich dem Stoff allerdings nur mit begrenztem Vertrauen begegenen.


Beste Grüsse

Matthiass

Tsrohinas
02.10.2014, 07:15
............
Das von Dir genannte Chloramin ist ein richtig gutes Bakterizid und toxikologisch relativ unbedenklich. Als viruzid oder insbesondere sporizid (Anthtax im Falle von B-Waffen!) würde ich dem Stoff allerdings nur mit begrenztem Vertrauen begegenen.


Beste Grüsse

Matthiass


Die im Bereich Ebola eingesetzten Kräfte nehmen für die Desinfektion Peressigssäure.

In diesem link schön erklärt:
http://www.hygiene.bbraun.de/cps/rde/xchg/om-hygiene-de-de/hs.xsl/7293.html

Tsrohinas

Harmlos
02.10.2014, 09:03
Hmmm! Eigentlich wollte ich heute basierend auf euren Anregungen eine bestellung anstoßen, bevor der erste patient in D auftaucht und Handschuhe ausverkauft sind.

Ich werde also mit folgendem beginnen: Die Liste basiert auf zwei Erwachsene und einem 8jährigen Kind:

3 Pakete Einweghandschuhe
3 Pakete Mundschutze (OP Masken)
Isopropalnolspray zum Desinfizieren (ich kuck Mal auf die Packungsgrößen)

Was schlagt ihr sonst noch vor? Wobei ich von dem Szenario ausgehe, welches gerade in den USA vorliegt, ich also nicht bewußt in Kontakt mit Schwererkrankten kommen werde, sonder höchstens unbewußt mit Menschen in deren Inkubationszeit. Daher werde ich von schwerem Atemschutz und Anzügen absehen, aber das kann jeder für sich entscheiden.

Tsrohinas
02.10.2014, 09:22
@ harmlos

OP Masken schützen nicht den Träger, sondern andere. Wenn das gewünscht ist, okay. Zum Schutz des Trägers solltest du FFP 3 Masken wählen.

Was willst du denn desinfizieren? Die Hände? Dann kein Spray, sondern Flüssigkeit zum Verreiben verwenden.
Z.B. Sterillium Virugard. Die gibts auch in 100ml Fläschchen zum mitnehmen.

Tsrohinas

Tsrohinas
02.10.2014, 10:06
........Wieviele und welche Handschuhe, Masken und sonstige Sachen würdet ihr vorhalten und wann würdet ihr diese zum Einsatz bringen.

Letzter Punkt ist mir sehr wichtig, denn wenn ich nicht mit der Pflege von akut Erkrankten zu tun habe, ist ein Schutzanzug ggf. etwas überdimensioniert.

Infektionsschutzmaterial für die gesamte Familie halte ich aus drei Gründen vor:
1. Alle sollen geschützt nach Hause kommen können.
2. Ein erkranktes Familienmitglied soll unter Eigenschutz in eine Klinik transportiert werden können.
3. Alle sollen geschützt aus einem gefährdeten Gebiet flüchten können.

Dafür habe ich je Person verfügbar:
- ABC Schutzmaske Bw mit Filter
- 3 FFP3 Masken
- ca. 50 Einweghandschuhe
- 1 Paar Gummiüberhandschuhe
- 2 - 3 Einwegschutzanzüge Kat III Typ 5/6
- X x Mülltüte
- 1 x Klebeband
- 1 x Schutzbrille
- Desinfektionsmittel für Haut und Flächen

Ist schon ein Haufen Zeugs. Ich denke aber, eine sinnvolle Investition.
Ist ja nicht nur für den Ebola Hyp brauchbar, sondern z.B. auch für kerntechnische Unfälle.

Tsrohinas

Harmlos
02.10.2014, 10:12
Hallo Tsrohinas:

danke für den Tip mit den Sterillium. Kommt auf die Einkaufsliste.

Das Thema mit den OP Maken möchte ich aber nochmal aufgreifen. Ich habe Bilder von Ärzten im Ebola Gebiet gesehen, wo genau diese OP Masken zusammen mit Schutzanzügen und Schutzbrillen genutzt wurden. Daher ist meine Frage, ob dies aus der Not heraus geschah, oder ob der Virus nur in Tröpfchenform vorkommt und somit die OP Maske tatsächlich ausreicht. Vielleicht kann ja einer der medizinisch bewanderten hier einmal klärend eingreifen?

Es ist ja unter dem von mir geschilderten Szenario eine praktische Frage: Tragekomfort und Atembelastung, sowie die soziale Komponente müssen mit dem Gefährdungspotential übereinstimmen. Klar kann ich mit einer FFP3 Maske losrennen, aber nach ein paar Stunden ist diese unbrauchbar und ich brauche eine neue.

Tsrohinas
02.10.2014, 10:25
@Harmlos

Zitat:

Das Ebolavirus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Übertragung erfolgt über direkten körperlichen Kontakt zu Ebolafieber-Patienten oder –Verstorbenen, insbesondere durch direkten Kontakt mit deren Körperflüssigkeiten, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Bevor Symptome auftreten, sind mit dem Ebolavirus infizierte Menschen nicht ansteckend.
Eine Übertragung ist auch über Gegenstände möglich, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, z. B. Nadeln, Operationsbesteck, Kleidung oder Bettwäsche. Auch bei Kontakt mit infizierten Tieren oder infektiösen Tierprodukten kann das Ebolavirus auf den Menschen übergehen, z.B. bei der Jagd, bei der Fleischzubereitung oder beim Verzehr von nicht ausreichend gegartem Fleisch (sogenanntes „Bushmeat“), das von Tieren aus betroffenen Gebieten stammt.

Sehr hohe Ansteckungsgefahr besteht nur bei ungeschütztem direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Körperausscheidungen von Ebolafieber-Patienten und -Verstorbenen, z. B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Daher sind bei Pflege-, Behandlungs- und Bestattungstätigkeiten ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen. Auch allgemeine Hygienemaßnahmen, insbesondere Händehygiene (http://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/haendehygiene/), sind von besonderer Bedeutung.
Der Übertragungsweg durch die Luft im Sinne einer Aerosolübertragung wie bei Influenza findet nicht statt. Aufgrund der sehr hohen Sterblichkeit sind dennoch höchste Sicherheitsvorkehrungen anzustreben.


Quelle:

http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Ebola/Ebola.html;jsessionid=DC61E87D90E1977E1A2353282B0138BD.2_cid 290?nn=2370426

Ich denke, die Bilder sind aus der Not heraus entstanden.

OP Masken dichten nicht wirksam ab. Wenn dich ein infizierter Patient anhustet (Bluttröpfchen, Erbrochenes, Speichel), dann könnten über die Undichtigkeiten Tröpfchen in den Atemtrakt eindringen.
Aber OP Masken sind sicher besser als nix und auf alle Fälle für Verdachtsfälle sinnvoll.


Tsrohinas

DerGerald
02.10.2014, 10:36
Hallo,

so, ich habe jetzt mal eine Nacht darüber geschlafen und bin zur folgenden Auffassung gekommen.

Es macht keinen Sinn im Ganzkörperanzug herum zu laufen. Sollte es zu einem gravierenden Ausbruch kommen, ist es am Besten einfach zu Hause zu bleiben.
Schwirig ist nur die Phase vor dem Ausbruch, wenn man noch nichts davon weiß.
Einen Anzug und Gasmaske brauche ich nur, wenn ich mit Infizierten in Kontakt komme und das ist im Normalfall hauptsächlich Krankenhauspersonal und nicht der Otto Normalprepper.
Ich werde vermutlich nicht dazu herangezogen mich um Erkrankte zu kümmern.

Wenn ein Ausbruch stattfinden sollte, und zwar ein gravierender, dann gibt es vermutlich sowieso Ausgangssperren, bzw werden die Straßen, U-Bahnen, öffentliche Plätze wie leergefegt sein, weil niemand sich raus traut. Ich bin dann also mit FFP3 Maske, Gummihandschuhen, Schutzbrille (?) und Desinfektionslösung ausreichend geschützt, da ich nicht mit anderen, infizierten Personen in Kontakt komme bzw mit deren Körperflüssigkeiten. Die Erkrankten liegen entweder zu Hause oder im Krankenhaus.

Wenn ich mich um Erkrankte kümmern will, dann sollte ich entweder mit einer Hilfsorganisation in Kontakt treten, dann wird mir von dieser Ausreichender Schutz zur Verfügung gestellt, oder eben das gnaze Programm schon im Vorfeld besorgen (Maske, Brille, Handschuhe, Stiefel, Anzug, Klebeband, Desinfektionsmittel)

Was bedeutet das für mich?
FFP3 Masken
Lattex- und Gummihandschuhe
Schutzbrille
Desinfektionsmittel für Hände und Gesicht (zB das oben genannte Sterillium Virugard)

Mehr brauche ich nicht, da bei einem Ausbruch von Ebola in meiner Gegend ganz sicher nicht Menschenmassen durch die Gegend laufen werden um möglichst viele anzustecken.
Und ich eigendlich nie auf Flughäfen und Bahnhöfen rumlungere, die ja vermutlich das Einfallstor für eine Seuche sein werden.

Gruß
Gerald

PS.: Ich denke die Panikmache ist übertrieben. Schon weil Ebola nicht wie zB Grippe über die Luft übertragen wird und Personen die ansteckend sind ganz klar schon Anzeichen einer Erkrankung haben müssen.

ID 358
02.10.2014, 10:44
Neben diesen ganzen "hardware"-Maßnahmen nicht die "software" vergessen:

- meidet große Personenansammlungen
- meidet Flughäfen, Bahnhöfe und Massenverkehrsmittel
- meidet Risikopersonen
- meidet Krankenhäuser
- Geschlechtsverkehr nur mehr mit Partner/in
- riskiert keine Verletzungen und haltet Euren allgemeinen Gesundheitszustand auf höchstmöglichem Niveau
- werdet ein "Klinkenputzer" der besonderen Art = desinfisziert die von Euch benutzten Türklinken, Autogriffe, und alles wo fremde Personen drankommen könnten.
- seid vorsichtig beim Annehmen von Speisen und Getränken, auf Sauberkeit von Geschirr und Besteck achten, lieber zuhause essen als auswärts
- überprüft Gewohnheiten und ändert diese: wie oft fahrt Ihr Euch mit der Hand ins Gesicht? in Mund und Nase? atmet Ihr durch den Mund oder die Nase? wie oft wascht Ihr Euch die Hände?
- täglicher Kleidungswechsel - Wäsche sofort in Waschmaschine
- nicht direkt aus Getränkedosen trinken
- auf Gesundheitszustand der Personen im Umfeld achten
- ständig Desinfektionsmittel bei sich tragen, um im Anlassfall wenigstens sofort eine gewisse Reinigungs-Chance zu haben
- einfach mehr zuhause bleiben und sinnvolle Dinge tun oder ausspannen, als sich zu gefährden

Tsrohinas
02.10.2014, 10:47
.......PS.: Ich denke die Panikmache ist übertrieben. Schon weil Ebola nicht wie zB Grippe über die Luft übertragen wird und Personen die ansteckend sind ganz klar schon Anzeichen einer Erkrankung haben müssen.

Ich habs woanders schon mal geschrieben: Panik habe ich nicht, ich möchte mich nur vorbereiten!

Das Material ist ja nicht nur für Ebola gedacht und brauchbar sondern auch für andere Krankheitserreger, giftge Stäube, Gase usw.....

Es kann doch jeder selbst entscheiden ob, oder wieviel er sich vorbereiten will.
Ist doch bei anderen Dingen auch so. Die einen haben für zwei Wochen Lebensmittel, die anderen für zwei Jahre.


Tsrohinas

Cephalotus
02.10.2014, 10:51
Infektionsschutzmaterial für die gesamte Familie halte ich aus drei Gründen vor:
1. Alle sollen geschützt nach Hause kommen können.
2. Ein erkranktes Familienmitglied soll unter Eigenschutz in eine Klinik transportiert werden können.
3. Alle sollen geschützt aus einem gefährdeten Gebiet flüchten können.


Preppen bedeutet meistens, dass man einfach mehr Optionen hat im Fall der Fälle. Deshalb hab ich auch ein bisschen Zeug und den Vorrat schon vor ein paar Wochen aufgestockt.Gearde bei biologischen Gefahren wäre es immer gut, wenn ein möglcisht großer Teil der Bevölkerung sensibilisiert ist und sich (über)vorsichtig verhält.

Ebola hätte sich vermutlich nicht so ausbreiten können, wenn dies in Westafrika auch so gewesen wäre.

Der aktuelle Ebola Stamm ist für uns als Gesellschaft vermutlich nicht gefährlich (so der derzeitige Stand), aber wer weiß schon, was das nähste Virus macht oder das übernächste. Wenn in den Zeitungen steht, dass bei uns eine wirkliche Gefahr besteht, dann ist es zu spät, sich vorzubereiten und Ausrüstung kaufen zu wollen.
Das geht nur dann sinnvoll, wenn es alle für harmlos halten. Also jetzt.

Siehe das Beispiel mit Fukushima und Geigerzählern. So ein Ding brauchte man 2011 wahrlich nicht hierzulande, trotzdem war der Markt bei uns nach einem Tag quasi leer gekauft und es gab sehr hohe Preise und Lieferschwierigkeiten für nahezu ein Jahr. Wohlgemerkt für eine Ausrüstung, die bei uns garnicht wirklich nötig war.

mfg

Harmlos
02.10.2014, 10:51
Also reicht jetzt die OP-Maske aus, oder ist die FFP3 Maske, die ja für kleinste luftgängige Viren konzipiert ist wirklich nötig?

Der Kostenunterschied ist halt gewaltig zwischen einem 100er Pck OP Masken und FFP3 Masken. Daher steht die Frage immer noch, ob für die unklare Gefahrenlage, wo ich mich Leuten die Husten oder sich Erbrechen garantiert nicht nähern werde ausreicht?

Cephalotus
02.10.2014, 10:57
Also reicht jetzt die OP-Maske aus, oder ist die FFP3 Maske, die ja für kleinste luftgängige Viren konzipiert ist wirklich nötig?

Kommt wohl drauf an.

Siehe unter: http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/PublikationenForschung/BioGef-I_3Auflage.html bei persönlicher Schutzausrüstung.

Wolfshund
02.10.2014, 12:37
- seid vorsichtig beim Annehmen von Speisen und Getränken, auf Sauberkeit von Geschirr und Besteck achten, lieber zuhause essen als auswärts

- nicht direkt aus Getränkedosen trinken


Das musst du mir näher erklären, vor allem in Bezug auf Ebola?



- Geschlechtsverkehr nur mehr mit Partner/in

Den Punkt kann man weglassen, wenn man deinen anderen beachtet: Auf Gesundheitszustand der Personen im Umfeld achten.
Bei Ebola sollte man dabei noch beachten, das nicht nur Geschlechtsverkehr sondern auch Küssen o.ä. gefährlich sein kann.


Ansonsten könnte man noch ergänzen:

-Übliche Begrüßungsrituale bleiben lassen (Händeschüttel, Wangenkuss etc.)
-Wenn Händeschütteln unvermeidbar dann danach Hände desinfizieren (idealerweise unauffällig).

Avec
02.10.2014, 13:30
Aus Getränkedosen trinken sehe ich ohnehin Problematisch, gerade wenn die schon ne Weile im Laden oder wo auch immer steht.
In Bezug auf Ebola allerdings eher weniger relevant.

Survival-Tom
02.10.2014, 14:02
Aus Getränkedosen trinken sehe ich ohnehin Problematisch, gerade wenn die schon ne Weile im Laden oder wo auch immer steht.
In Bezug auf Ebola allerdings eher weniger relevant.

Sehe ich genau so...allein bei dem Gedanken daran wer die Dose, bis sie im Regal eingräumt wurde in der Hand hatte
lässt meinen Durst urplötzlich verfliegen. :lachen:

Wolfshund
02.10.2014, 14:28
Dann dürft ihr aber auch kein Kaffe trinken, keine Schokolade essen, einfach nichts mehr aus fremder Hand.
Denn das hatten alles schon fremde Menschen (teilweise aus Entwicklungsländern) in der Hand oder sind sogar auf manchen Bestandteilen herumgelaufen. :Zunge raus:

Da machen mir Getränkedosen auch nichts mehr aus...

ID 7047
02.10.2014, 14:34
Die Chance sich aufgrund der Umverpackung irgendetwas zu holen, liegt nicht mal im Promillebereich.

Survival-Tom
02.10.2014, 14:37
Dann dürft ihr aber auch kein Kaffe trinken, keine Schokolade essen, einfach nichts mehr aus fremder Hand.


Ohje...von dem Standpunkt aus hab ich es noch gar nicht gesehn...
Ich werde wahrscheinlich nun kläglich verhungern und verdursten müssen. :lachen:

Du hast natürlich vollkommen recht. Es ist ja auch mit dem z.b. Gemüse, wenn man es nicht
selber anbaut, aus dem Supermarkt so... Aber kommischerweise sind das Dinge die mich
nicht so abstoßen wie Getränkedosen. Warum auch immer das so ist... :lächeln:


Grüsse aus München
Tom

witchcraft
02.10.2014, 14:39
Denk immer daran..was man nicht KOCHEN oder SCHÄLEN kann ist im Ernstfall gefährlich.....cook it...peel it..or forget it..

ID 358
02.10.2014, 16:17
Das musst du mir näher erklären, vor allem in Bezug auf Ebola?

Ansonsten könnte man noch ergänzen:
-Übliche Begrüßungsrituale bleiben lassen (Händeschüttel, Wangenkuss etc.)
-Wenn Händeschütteln unvermeidbar dann danach Hände desinfizieren (idealerweise unauffällig).

Nachdem was wir bis jetzt so erfahren haben könnte sogar Schweiss ansteckend sein. Wenn nun ein Ebola-Verseuchter eine Getränkedose im Verschlussbereich antatscht und zurückstellt, kannst sie ja gern kaufen, aufreissen und direkt ansetzen...

Und der nette Ober oder Koch im Exotenrestaurant könnte erst 2 Tage nach Deinem Besuch husten anfangen...

Natürlich kann Küssen gefährlich sein in Zeiten von grassierenden Krankheiten.

Es haben sich ja nicht von ungefähr sogar vorsichtig agierende Ärzte und Pfleger schon mit Ebola angesteckt. Die wussten von der Krankheit ihres Gegenübers. Wir im Alltagsleben können nicht wissen, ob der hustende Typ in der U-Bahn-Bank hinter uns gerade vom Afrika-Sexurlaub zurück ist und morgen auf Intensivstation liegt.
Ich sage nicht, daß man heute hinter jedem eine biologische Zeitbombe vermuten muss. Aber sollte sich eine Seuche (welche auch immer) ausbreiten, dann würde ich in jedem Lebensbereich vorsichtiger werden.

ksbulli
04.10.2014, 21:52
...
Das Thema mit den OP Maken möchte ich aber nochmal aufgreifen. Ich habe Bilder von Ärzten im Ebola Gebiet gesehen, wo genau diese OP Masken zusammen mit Schutzanzügen und Schutzbrillen genutzt wurden. Daher ist meine Frage, ob dies aus der Not heraus geschah, oder ob der Virus nur in Tröpfchenform vorkommt und somit die OP Maske tatsächlich ausreicht. Vielleicht kann ja einer der medizinisch bewanderten hier einmal klärend eingreifen?

Es ist ja unter dem von mir geschilderten Szenario eine praktische Frage: Tragekomfort und Atembelastung, sowie die soziale Komponente müssen mit dem Gefährdungspotential übereinstimmen. Klar kann ich mit einer FFP3 Maske losrennen, aber nach ein paar Stunden ist diese unbrauchbar und ich brauche eine neue.

Moin Harmlos, moin @ll,

wie war das doch gleich - ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...

... und kann aus dem Kontext gerissen doch zur Fehlinterpretation verführen!

Aaalso - Ärzte und Helfer sollten und werden bei der Behandlung betroffener Menschen Kittel, Handschuhe und Maske doch wohl bitte des öfteren wechseln. Allein und nicht die Keime vom Patient A zu B und C zu transferieren!
Zum Übertragungsweg ist bereits genug geschrieben worden...

Etwas anders sieht das für den Alltagsschutz aus. Hier haben wir eine andere Ausgangslage:

Erst der erkrankte Patient stellt eine Infektionsquelle dar. Solange der Mensch in der Inkubationszeit ist, ist das Ansteckungsrisiko konvergent gegen Null!
(Quelle: WDR-Interview mit dem leitenden Arzt aus Frankfurt nach der Übernahme des Afrikanischen Arztes am Freitag diese Woche...)
Fragt sich daher, ab wann ich mit Maske und Vollschutz rumlaufen will - und wo...

Zur Auswahl der Maske für den Eigenschutz:

Bei der gesamten Diskussion fällt die Zeit völlig hinten runter! Wenn Du, lieber Harmlos, mit Deiner FFP 3 Maske losrennst und erst nach ein paar (sagen wir mal zweieinhalb, nur so als Beispiel) Stunden daran denkst, dass das Ding mal gewechselt werden sollte, dann hast Du bereits seit 1 Stunde und 45 Minuten keinen echten Schtz mehr. Die FFP 3 Masken (zumindest die, die wir im Einsatz haben) sind auf eine Tragezeit von 45 Minuten ausgelegt. Danach gelten sie allein wegen der ausgeatmeten Feuchtigkeit als undicht.
Bei den "OP-Masken" sind 20 Min. AFAIR anzusetzen...

In diesem Sinne: Wie immer, Mensch muss wissen was er/sie tut..

CU
Christian

Tsrohinas
06.10.2014, 09:36
Im u.a. link steht: ..... sind für den Gebrauch in einer Arbeitsschicht konzipiert und somit wartungsfrei.

http://www.schutzbekleidung24.de/Atemschutzmaske/ (http://www.schutzbekleidung24.de/Atemschutzmaske/)

Generell kann man sagen, dass:
- Masken mit Ausatemventil Vorteile bezüglich der Haltbarkeit im Einsatz haben.
Die Feuchtigkeit der Ausatemluft kann über das Ventil entweichen und sättigt damit nicht das Filtermaterial von innen.
Das würde den Atemwiderstand schnell erhöhen.

- Masken zu wechseln sind, wenn der Atemwiderstand deutlich erhöht ist. Es ist nicht ungefährlich, wenn man Masken trotz erhöhtem Atemwiderstands weiter benutzt.
Ungefilterte Aussenluft kann durch den in der Maske entstehenden Unterdruck über undichte Randstellen angesaugt werden.

Ergo:
Eine eindeutige Zeitangabe für die Nutzbarkeit von Masken kann nicht angegeben werden.
Es hängt von den Bedingungen ab.
Diese Masken sind jedoch als Verbrauchsgut konzipiert.

Tsrohinas

DerGerald
06.10.2014, 10:49
Hallo,
so wie ich das verstehe sind diese Masken ja nur sinnvoll, wenn die Möglichkeit besteht, daß dir ein Ebola Patient ins Gesicht spuckt. Da dies sehr unwarscheinlich ist, zumindest solange es keine großflächige Ausbreitung gibt, braucht man die Masken nicht wirklich, zumindest nicht gegen Ebola.

Je länger ich darüber nachdenke, desto unwarscheinlicher wird es für mich, daß ich eine Maske wirklich brauchen. Sollte es eine massive wirkliche Epidemie geben, wird es auf der Straße nicht mehr so arg viele Menschen geben, die mich anstecken könnten. Da sind Gummihandschuhe viel eher notwendig. Komischerweise gibt es über diese kaum Diskussionen.

Gruß
Gerald

Thanatos
06.10.2014, 12:39
Ja Handschuhe sind ein interessantes Thema. Bei unserer letzten Infektionsbelehrung hatten wir mal speziell das Thema Hände desinfizieren und Handschuhe. Auch nach Handschuhbenutzung (z.B. in der Pflege) sollte man sich immer gut die Hände desinfizieren da die Handschuhe nie (!) 100% dicht sind und es auch nichts bringt mehrere Paare übereinander zu ziehen.
Ich rede hier von den standart Pflegehandschuhen. Vielleicht gibt es ja dickere Handschuhe die mehr Schutz bieten.

frieder59
06.10.2014, 12:45
Ich empfehle mal , die Drucksache 17/12051 des Deutschen Bundestags zu lesen, veröffentlicht im Frühjar 2013.

Der erste Teil beschäftigt sich mit der Riskikoanschätzung für die Bevölkerung bei schmelzhochwasser in Mittelgebirgen der zweite , umfangreichere mit den Folgen einer Vogelgrippe-Sars Pandemie . Da finden sich auch Hinweise, daß davon auszugehen , daß Engpässe bei persönlicher Schutzausstattung irgendwann wahrscheinlich sind und insgesamt die Versorgungslage von Erkrankten kritisch werden kann.

Bei den FFP3- Partikel/Staubmasken ergibt sich , ietzt mal unabhänigig von Ebola-Infektionsmöglichkeit, da Problem, daß sie ja den Zweck haben zu verhindern, daß krankmachende Partikel eingeatmet werden. Diese Partikel lagern sich aber auf der Außenfläche ab . Wenn ich solche Teile wieder aufsetzte habe ich bereits ein Infektionsriskiko, ebenso bei der Lagerung gebrauchter Masken. Derartige Masken kann ich nicht desinfizieren oder dekontaminieren - im Gegenteil zur Vollschutzmaske .

Ich würde die Diskussion Atemschutz jetzt nicht auf Ebola einschränken. Es gibt auch noch andere Riskiken , wo Atemschutz sinnvoll ist, außer Angriffen mit ABC -Waffen
denke ich mal neben hochinfektiösen Krankheiten die auch über die Luft übetragen werden können, zB an austretende Gase aus technischen Anlagen, havarierten Transportfahrzeugen oder an giftige Gase , zB in Folgen von Bränden , oder für den Umgang mit gefährlichen zB asbesthaltigen Arbeitsstoffen , Sprühlacken , verschimmelten Gebäuden etc.

Atemschutz und Infektionnschutzmaterial sollte man sich jetzt nicht nur wegen Ebola anschaffen .


Frieder

DerGerald
06.10.2014, 12:58
Hallo,
hab mal schnell zum Titel hoch gescrollt: Ebola Vorsorge!

Also geht es hier um die Vorsorge gegen Ebola, und nicht um Sinn oder Unsinn von FFP3 Masken.
Also bitte beim Thema bleiben.

Andere Risiken, andere Vorsorge. Bei Ebola bleibe ich aber dabei, daß eine Gesichtsmaske nur gebraucht wird, wenn man in Kontakt mit bereits offensichtlich Erkrankten kommt.

Gruß
Gerald

Tsrohinas
06.10.2014, 13:09
.......Andere Risiken, andere Vorsorge. Bei Ebola bleibe ich aber dabei, daß eine Gesichtsmaske nur gebraucht wird, wenn man in Kontakt mit bereits offensichtlich Erkrankten kommt.

Gruß
Gerald

Genau so ist es nach jetzigem Kenntnisstand.
Wenn du für deine Person und dein Umfeld zu der Erkenntnis kommst, das dies nie vorkommen kann, ist doch alles schön und gut.

Jedem seine eigene Einschätzung von potentiellen Szenarien, auf die es sich vorzubereiten gilt.

Tsrohinas

Smileyneu
06.10.2014, 13:51
@Thanatos
Es kommt auf den Hersteller drauf an. Bei den billigsten Einmalhandschuhen ist man nur wenige Minuten geschützt und bei den guten, teuren sind 20 Minuten drinnen.

Smileyneu
06.10.2014, 15:06
@Nudnik
Ich meine die Einmalhandschuhe. Ich kenn eine Rettungswache die mal eine offizielle Anfrage beim Hersteller machte. Deren Handschuhe würden "nur" 10 Minuten schützen.

Survival-Tom
06.10.2014, 15:51
Hallo zusammen,

leider ich kenne mich mit Handschuhen gar nicht aus, weiss aber von meiner
Frau die in einer Zahnarztpraxis arbeitet das sie für Patienten mit infektiösen Krankheiten
(hepatitis usw) andere Handschuhe und Masken nehmen müssen als sonst.

Ich denke mal das man davon ausgehen kann das es da sicherlich Unterschiede geben wird
was dichtigkeit, festigkeit usw. gibt.

Zuhause haben wir nun jeweils 10 Packungen von drei verschiedenen Handschuh-Typen.
Was genau aber der Unterschied dabei ist, kann ich leider (noch) nicht sagen.

Grüsse aus München
Tom

frieder59
06.10.2014, 16:06
ne interessante Frage bezüglich der Haltbarkeit von Einmalhandschuhen. Unter " Chemische Beständigkeitsliste von Handschuhe " findet sich eine Übersicht über unterschiedliche Handschuhmaterialien Latex , Nitril, Butylkautschuk usw. bezüglich der Dauer der Beständigkeit gegen verschiedenste Chemikalien, wobei sich das nicht auf Einweg- , sondern Chemieschutzandschuhe bezieht,
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß die Materialen nach unterschiedlichen Zeiten gegenüber Chemikalien durchlässig werden .Setzt aber natürlich voraus, daß der Handschuh die ganze Zeit, der Chemikalie ausgesetzt ist. Wobei man beim Umgang mit Chemikalien in stärkerer Dosierung wohl auch keine Einmalhandschuhe verwendet.Ich fand jetzt keinen Hinweis auf organische Stoffe, die mit der Zeit durch Handschuhmaterial durchdringen und damit langfristig unwirksam machen.

Frieder

Smileyneu
06.10.2014, 16:33
Naja...ich hatte schon Einmalhandschuhe die zog ich an und hatte schon Fetzen an der Hand. Die passende Größe wars aber.

Die normalen Einweghandschuhe im Krankenhaus sind normal aus Nitril. Sterile Handschuhe aus Latex.

Man kommt ja mit unterschiedlichen Körperflüssigkeiten in Kontakt. Urin, Kot, Blut, Kotze, Alkohol, Speichel usw. haben auch unterschiedliche PH-Werte.
Dazu noch die Art der Lagerung.
Körperschweiß ist zB auch sehr aggressiv und kann bestimmte Lacke auflösen. In den Handschuhen schwitzt man über kurz oder lang und das beansprucht das Material ja auch.

Natürlich zeigen die Einmalhandschuhe auch mal nach 45 Minuten keine erkennbaren Schäden.

Patenta
06.10.2014, 16:49
Hi , zur Info:
das Marburg-Virus in Uganda ausgebrochen! Meldung heute von 16:03 Uhr
Hier der Link http://www.gmx.net/magazine/gesundheit/ebola/marburg-virus-uganda-ausgebrochen-erreger-eng-ebola-verwandt-30123150

Grüsse, Patenta

Corvinjus
06.10.2014, 19:53
Guten Abend!

Ich hatte heute den ersten Einblick in die Flüchtlingshilfe Karlsruhe. Seit dem Gespräch geht mir natürlich sehr vieles durch den Kopf, vor allem wie man in der kürzesten Zeit die effektivste Hilfe organisieren könnte, aber dieses Thema gehört hier nicht hin.

Zum Header Ebola.

Allein in einer der mehreren kürzlich aus dem Boden gestampften, völlig desolat ausgestatteten Notunterkünften, also noch die Stufe vor der Landeserstaufnahmestelle(LEA), treffen Tag für Tag bis zu 300 Flüchtlinge ein. Gemäß der deutschen Bürokratie wird ein Flüchtling erst dann medizinisch untersucht, sobald er registriert, also im System erfasst wurde und alles den Gang des deutschen Michels geht. Gemäß Vorschriftenlage geschieht dies am ersten Tag. Der momentane Stand sind 3-4 WOCHEN! Also erst nach etwa einem Monat sieht ein Flüchtling nach teilweise Jahrzenten des Krieges und Monaten der Flucht einen Mediziner, der ihn untersucht. Medizinisch behandlungspflichtig sind, je nach Altersgruppe, über 50%! Die Herkunft der Flüchtlinge variiert stark, momentan überwiegend Erithrea, Syrien und Irak. Aber auch aus den westafrikanischen Ländern. Auf der Flucht in Richtung Sicherheit stirbt ein gewisser Prozentsatz an Unterernährung oder an diversen Erkrankungen. Nimmt man die Inkubationszeit von Ebola, würde ein mit Ebola infizierter Flüchtling während der Zeit in Schlepperkähnen, LKWs bei diesen unmenschlichen Bedingungen hunderte weiterer Flüchtlinge anstecken, welche dann dank deutscher Bürokratie bis zu vier Wochen auf engstem Raum in abartigen Zuständen in Notunterkünften hausen müssen.

Ganz davon abgesehen, dass ich nicht glauben wollte, in einem rechtstaatlichen System, solche Umstände vorzufinden, reicht in meinen Augen ein (1) Ebola-infizierter Flüchtling auf einem libyschem Boot, welcher dann in Richtung ersehnten Frieden und Freiheit die Türkei-Rumänien-Standardroute nimmt um unser Gesundheitssystem aus den Angeln zu heben. Bei den Slum-ähnlichen Zuständen hätten wir binnen weniger Tage hunderte Infizierte.

Verhindern könnte man das, aber das würde Geld kosten - viel Geld. Mehr Platz, mehr Personal, mehr Material, mehr Ärzte. Und Geld für Flüchtlinge will der deutsche Bürger ja nicht bezahlen. Da ist es ja wichtiger, die Baustelle auf der A8 bekommt nen netten Zuschuss und wird schneller fertig.

Heute habe ich gelernt:

1. Es ist einfach nur krank, wie sehr wie alle - mich eingeschlossen - gelernt haben wegzusehen.
2. Ich werde bei einer rudimentären medizinischen Unterstützung für noch nicht registrierte Menschen unterstützen.
3. Ein Ebola-Ausbruch in Deutschland ist nicht - wie ich bis heute im Inneren dachte - höchst spekulativ, sondern höchst wahrscheinlich und ich werde ab sofort Schutzausrüstung beschaffen.


PS. Wem auf meinen Post hin irgendwas mit Grenzen dichtmachen, Flüchtlinge wegsperren oder Ähnliches einfällt, der möge es für sich behalten oder mir eine PN schreiben und uns unterstützen halb verhungerte Kinder aufzupeppeln, ohne dass diese einen behördlichen Anspruch darauf hätten.

PPS. Ich habe in Afghanistan echt schon schlimme Dinge gesehen, aber was 200 METER NEBEN UNSEREM BUNDESVERFASSUNGSGERICHT! in der Rintheimer Querallee passiert, dürfte es in einem freiheitlich-demokratischen und sozialem Rechtsstaat nicht geben.

frieder59
06.10.2014, 21:15
@ corvinjus

schön daß Du hier massiv Politik für die Zivilokkupanten machst, die erstens mal rechtswidrig unter Verstoß gegen das geltende Recht ohne Visum in die BRD einreisen und sich hierbei strafbar machen.

In einem ordentlichen Rechtstaat gehörten solche kriminelle Elemente erstmal wegen Fluchtgefahr in U-Haft , da wären sie dann auch erstmal in Quarantäne.

Zweitens können sich diese Eindringlinge nicht auf das Asylrecht berufen, da sie aus sicheren Drittstaaten kommen. Wegen des Schengenabkommens gibt es leider keine Kontrollen direkt an den Grenzen mehr, wo man diese Einringlinge unverzüglich an der Einreise hindern könnte.

Drittens , selbst wenn man die Asylverfahren hier doch noch durchzieht, da sich die BRD nicht mit Italien und den den anderen Südstaaten anlegen will, kann , darf, werden die wenigsten von diesen Eindringlichen letztlich als Asylberechtigt ankommt.

Wer in Deutschland einreisen will , soll bitte schön bei der zuständigen deutschen Botschaft in seinem Heimatland ein Einreisevisum beantragen oder der Bundesttag soll das Aufenthaltsgesetz , ehedem Ausländergesetz einfach aufheben - dann darf jeder rein und dann schreib ich Dir meine Meinung auch als PN.

Früher galt mal Recht muß Recht bleiben - heute ist Recht was die herrschenden Gutmenschen dazu machen.


Frieder

Corvinjus
06.10.2014, 21:31
Ich werde hier nicht weiter OT diskutieren. Mit Subjekten wie dir muss ich mich leider abfinden.

Harmlos
06.10.2014, 22:05
Oh Mann:

ich muss leider sagen, dass ich bislang nicht sehr glücklich mit dem Verauf des Threads bin!

Ich habe erfahren, welche Desinfektionsmittel gut sind. Das ist echt gut und wird umgesetzt.

Bezüglich der Atemmasken bin ich aber so schlau wie zuvor. Offenbar habe ich eigentlich nur die Möglichkeit, mir einen Atemvollschutz zuzulegen, den herkömmliche Papiermasken halten weniger als eine Stunde. Damit ist der effektive Aufwand, solche Masken anzuschaffen für drei Personen und einen Monat viel zu groß. Ich habe dennoch für mich beschlossen, dass ich einfache OP Masken bevorraten werde, denn diese sind selbst bei küzerere Halbwertszeit günstiger und helfen gegen grobe Tropfen besser als nichts. Verdammt mich, aber ich sage ja nur, wie ich es machen werde.

Bei den Handschuhen bin ich nun sogar noch mehr verunsichert. Das diese sich unter normalen Umständen auflösen können habe ich noch nie gehört, oder gesehen. Ich wäre hierzu wirklich dankbar, wenn die Fachleute hier im Forum einmal sagen, wie ihre Erfahrungen dazu sind.

Und zu den OT Leuten sage ich jetzt einmal nur, dass ich dankbar wäre, wenn diese einmal den Eingangsthread lesen würden und ihre Posts in den entsprechenden Threads vornehmen könnten. Danke!

Beste Grüße

Corvinjus
06.10.2014, 22:34
Oh Mann:

ich muss leider sagen, dass ich bislang nicht sehr glücklich mit dem Verauf des Threads bin!

Ich habe erfahren, welche Desinfektionsmittel gut sind. Das ist echt gut und wird umgesetzt.

Bezüglich der Atemmasken bin ich aber so schlau wie zuvor. Offenbar habe ich eigentlich nur die Möglichkeit, mir einen Atemvollschutz zuzulegen, den herkömmliche Papiermasken halten weniger als eine Stunde. Damit ist der effektive Aufwand, solche Masken anzuschaffen für drei Personen und einen Monat viel zu groß. Ich habe dennoch für mich beschlossen, dass ich einfache OP Masken bevorraten werde, denn diese sind selbst bei küzerere Halbwertszeit günstiger und helfen gegen grobe Tropfen besser als nichts. Verdammt mich, aber ich sage ja nur, wie ich es machen werde.

Bei den Handschuhen bin ich nun sogar noch mehr verunsichert. Das diese sich unter normalen Umständen auflösen können habe ich noch nie gehört, oder gesehen. Ich wäre hierzu wirklich dankbar, wenn die Fachleute hier im Forum einmal sagen, wie ihre Erfahrungen dazu sind.

Und zu den OT Leuten sage ich jetzt einmal nur, dass ich dankbar wäre, wenn diese einmal den Eingangsthread lesen würden und ihre Posts in den entsprechenden Threads vornehmen könnten. Danke!

Beste Grüße

Thema Atemmasken: Tsrohinas hats auch schon geschrieben. FFP3-Masken mit Ausatemventil. Antivirale Funktion ist bei den Herstellern angegeben. Die Dinger kosten nicht Welt. Ich sehe es so, dass ja nicht alle Personen im Haushalt mit den Masken leben müssen, sondern es geht darum sich bei der Beschaffung von Vorräten, bewegen im öffentlichen Raum etc zu schützen. Ansonsten mach hinter dir die Haustüre zu, dann ist auch nix mit Virus.

Thema Handschuhe: Die Forschung ist widersprüchlich. Artikel (http://www.sempermed.com/fileadmin/img/sempermed/content/medical/pdf_datei/Inform_pdfs_75dpi/D/1009_Inform_de_Nr3.pdf). Sempermed-Handschuhe und viele andere finden seit Jahrzehnten Verwendung in Klinik, Arztpraxen und Rettungsdiensten. Eine nachgewiesene Infektion durch den Handschuh hindurch ist mir persönlich nicht bekannt, wenn auch nach manchen Ergebnissen theoretisch möglich. Schließlich gibts noch ne Blut-Haut Schranke. Vom bloßen Anfassen von Viren infizierst du dich nicht. Da muss schon ne Schleimhaut her, oder eine Verletzung Deinerseits. Ob Viren sich in lipophilen Flüssigkeiten aufhalten und so perkutan wirksam sein können hätte ich so noch nicht gehört, es sind ja aber ein paar Ärzte am Werk hier...
Ich habe in den letzten zehn Jahren keinen Einweghandschuh gesehen, der sich wegen was auch immer aufgelöst hat. Es kann mal beim Anziehen einer reißen, das war's auch dann. Diese Handschuhe sind auch EINWEG, d.h. nach dem Tragen ab in den Müll bzw Ofen, wechsle ich persönlich aber eh dauernd, weil irgendwann der Schweiß drinsteht... Mag sein, dass die undicht werden wenn du 24 Stunden in einem Ebola-Kranken rumoperierst, wirst du aber - behaupte ich jetzt mal - weniger machen....

Also, Masken, Handschuhe und Schutzanzüge (auf Virendichtheit nach EN 14126 achten) und gut ist. Mehr tragen wir beim Umgang mit offener TB, MRSA oder sonst was auch nicht im Klinischen Bereich.

Thanatos
07.10.2014, 00:21
Schutzanzüge ist ein gutes Stichwort. Das wurde hier im Gegensatz zu Handschuhen und Masken noch nicht besprochen.
Was haltet ihr für sinnvoll? Tun es (beispielsweise um mal ausser Haus zu gehen während einer Epidemie, warum auch immer) Besucheranzüge aus dem Krankenhaus um das Risiko zu mindern?

Smileyneu
07.10.2014, 01:58
"Besucheranzüge" meinst Du die grünen bzw. blauen Kittel? Die kannst bezüglich Ebola vergessen

Otoshi
07.10.2014, 05:36
Ab wann würdet Ihr denn mit Schutzanzügen herumlaufen? In wenigen Wochen beginnt bei uns die Grippesaison.
wie unterscheidet man Ebola amAnfang von einer normalen Influenza? Wie könnte Panik verhindert werden?
Mit "Panik" meine ich im Anfangsstadium, das z.b. menschen sich nicht mehr in grössere Menschenaufläufe trauen. bars, Kneipen, Restaurants, shoppingmalls, Konzerte, ... Die wirtschaftlichen auswirkungen können immens sein.

frieder59
07.10.2014, 10:41
Wie könnte Panik verhindert werden ?

In dem man überall die Ansicht verbreitet, daß das mit Ebola gar nicht so schlimm ist und keinerlei Gefahr für die Bevölkerung besteht . Gibt ja auch hier im Forum entsprechende Meinungen.

Bevor ich den Schutzanzug zum rausgehen anziehe, liegt es wohl auf der Hand, zuerst die Außenkontakte zu reduzieren.

Dabei dürfte dann zu differenzieren sein, nach der Art der Kontakte :

Handgriffe, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln,
Benutzung öffentlicher Toiletten
Kontakt mit durch Dritte zubereitete Speisen
Geringer Abstand zu anderen Personen

Desweiteren wäre nach dam Anlass der AUßenkontakte zu differenzieren :

Außenkontakte wegen Freizeitgestaltung

Außenkontakte wegen Einkaufen

Außenkontakte aus beruflichen Gründen

Auf die Außenkontakte wegen Freizeitverhalten zu verzichten , dürfte wohl am einfachsten sein.
Einkaufen lässt sich vermeiden oder reduzieren , wenn man ausreichende Vorräte hat
bei den beruflichen Gründen wirds problematisch , das mindeste wäre dann aber , auch in Hinblick auf die
normale Grippe , die regelmäßige Händedesinfektion mit einem mitgeführten flüssigen Desinfektionsmittel
und zumindest beim Betreten der Wohnung die "Straßenkleidung" ablegen.

Aber ist ja nur alles Angstmache. nach Fukushima is nix weiteres passiert, der Euro existiert noch, der Dritte Weltkrieg ist in der Ukraine doch nicht ausgebrochen,
Gas kommt nach , Sonnensturm schwach, Metorit vorbei geflogen . Also kein Grund zu Besorgnis.

RUHE IST ERSTE BÜRGERPFLICHT


Frieder

DerGerald
07.10.2014, 12:33
Hallo,


In dem man überall die Ansicht verbreitet, daß das mit Ebola gar nicht so schlimm ist und keinerlei Gefahr für die Bevölkerung besteht . Gibt ja auch hier im Forum entsprechende Meinungen.

Du verwechselst realistische Einschätzung mit Gleichgültigkeit.

Mir ist Ebola nicht gleichgültig, ich schätze nur die Gefahr aufgrund des derzeitigen Standes nicht so ein, daß ich in Panik verfalle. Realistisch betrachtet haben wir einfach noch keine Epidemie hier in Europa. Es fehlt Ebola einfach an den Vorraussetzungen sich schnell auszubreiten. Man braucht direkten Kontakt mit Trägern und diese können wenn sie ansteckend sind nur sehr schwer U-Bahn oder sonst was fahren, da sie einfach zu krank dazu sind.

Dh. aber nicht, daß ich mich nicht vorbereite oder die ganze Sache nicht in den verschiedenen Medien verfolge. Es ist einfach für mich noch nicht der Zeitpunkt gekommen hier Pank zu schieben.

Gruß
Gerald

Cephalotus
07.10.2014, 13:03
Ab wann würdet Ihr denn mit Schutzanzügen herumlaufen?...

Wenn die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu sterben bei uns wenigstens 100x höher ist als die Wahrscheinlichkeit, durch den Straßenverkehr zu sterben und wenn gleichzeitig massenhaft aus Körperöffnungen blutende Leute durch die Straßen wanken. Wenn es soweit ist wäre die Welt bei uns auch schon eine völlig andere.

Handschuhe und eine FFP3 Maske würde ich evtl. früher aufsetzen beim Einkaufen, aber auch nicht schon bei nur 1000 Ebola Infizierten im Land.

Protagonist
07.10.2014, 13:15
Das Virus könnte sich aber hier trotzdem schneller und weiter verbreiten weil die Infrastruktur eine ganz andere ist.

Jemand ist infiziert, fährt 30km weiter in eine Firma zum arbeiten, begrüßt alle mit Handschlag. Von den Arbeitern infizieren sich 3 oder 4 weitere und die wohnen ca 30-40km vom Arbeitsort entfernt in eine ganz andere Richtung und infizieren Personen in Ihrer Heimatstadt. Ein par Tage später haben alle Gippe ähnliche Symptome, aber die meisten gehen doch weiter zur Arbeit bis es zu schlimm ist.
Dann wird bekannt das der Erste in der Reihe Ebola hat.
Da bringt das schon nix mehr denn die Infizierten wohnen in einem zu großem Umkreis um zu denken: "Mensch, vielleicht hab ich das ja auch" und selbst wenn denken Sie eher "Ach bei mir wird es doch eine normale Grippe sein".

Da würde es einen ganz anderen Verlauf nehmen als in einem kleinen Dorf oder einer Stadt in einem 3te Weltland in dem die Infizierten nicht wirklich mobil sind.

DerGerald
07.10.2014, 13:19
Hallo,
das funktioniert bei Grippe, aber bei Ebola hat der jenige schon eindeutige Zeichen einer Erkrankung, ist also als potentielles Risiko leicht zu erkennen.

Gruß
Gerald

Protagonist
07.10.2014, 13:39
Ok, Ich hatte gelesen das sofort nach Ausbruch, also schon bei leichtem Fieber, der Patient ansteckend ist.

Patenta
07.10.2014, 17:12
Hi!


In einem ordentlichen Rechtstaat gehörten solche kriminelle Elemente erstmal wegen Fluchtgefahr in U-Haft , da wären sie dann auch erstmal in Quarantäne.
Ich bin sprachlos...........

Zu Harmlos:

Ich habe dennoch für mich beschlossen, dass ich einfache OP Masken bevorraten werde, denn diese sind selbst bei küzerere Halbwertszeit günstiger und helfen gegen grobe Tropfen besser als nichts.
Hi Harmlos,
ich finde die Idee gar nicht schlecht, würde aber die Masken vielleicht zwei-Lagig verwenden!
zu:

Bei den Handschuhen bin ich nun sogar noch mehr verunsichert. Das diese sich unter normalen Umständen auflösen können habe ich noch nie gehört, oder gesehen.
Ich habe vor Äonen als OP-Schwester (Schwerpunkt Orthopädie) gearbeitet. Wir hatten unter den normalen OP-Handschuhen sterile Vinylhandschuhe. Riss der OP-Handschuh, war man darunter gut gesichert, weil die Vinyl stabiler waren.

Herzlichst, Patenta

milo
07.10.2014, 17:32
Hallo zusammen,

ich finde den Thread super, und möchte ihn um einige Diskussionspunkte erweitern. Hier meine Fragen, welche ich mir beim Lesen des Threads beschäftigten und eigentlich ganz einfache Fragen sind:

1. Kann das Abkochen von Wasser, welches durch den Virus verschmnutzt ist den Virus auch töten? Und wie lange muss man abkochen, .... 2, 5 oder 10 min?

2. Auf Wikipedia steht, dass sich der Virus bis zu 21 Tage halten kann, wenn er sich nicht mehr vermehren kann.

3. Was bedeutet es, wenn der Virus an einem Gegenstand oder im Körper eines Toten bis zu 21 Tage überlebt?

3a. Im toten Körper eventuell länger!?

3b. Heißt das, dass wir Tote infizierte verbrennen müssen?

3c. Kann sich der Virus über die Wasserversorgung verbreiten?

ID 5657
07.10.2014, 19:48
@milo: Das Robert Koch Institut gibt folgende Information zu Deinen Fragen.

1. Kochen Wasser:
Desinfektionstemperatur 100°C
mind. Einwirkzeit:3 Min (Wirkbereich AB, Bakterien, Pilze, Inaktivierung Viren)
mind. 15 Min (Wirkbereich ABC, Bakterien, Pilze, Abtötung Viren)

2. Die Inkubationszeit beträgt mindestens zwei, meist jedoch acht bis zehn Tage, und nach 21 Tagen kann man davon ausgehen, dass nicht mehr mit einer Erkrankung zu rechnen ist.
Bei genesenen Patienten konnten Ebolaviren noch drei Monate nach Beginn der Symptomatik in der Samenflüssigkeit nachgewiesen werden.

3. Die Übertragung erfolgt über direkten körperlichen Kontakt zu Ebolafieber-Patienten oder –Verstorbenen, insbesondere durch direkten Kontakt mit deren Körperflüssigkeiten, z.B. Blut, Speichel, Schweiß, Urin, Stuhl oder Erbrochenem. Bevor Symptome auftreten, sind mit dem Ebolavirus infizierte Menschen nicht ansteckend.
Ebolaviren können außerhalb des Körpers einige Tage infektionsfähig bleiben. Eine Ansteckung über Gegenstände wie Spritzen, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten kontaminiert sind, ist daher möglich. Auf Oberflächen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt oder getrocknet sind, überlebt das Virus allerdings nur wenige Tage

3b. Der Leichnam soll in eine flüssigkeitsdichte Plastikhülle verbracht und in dieser aufbewahrt werden. Der verschlossene und durch Wischdesinfektion außen desinfizierte Sarg sollte sich in einem separaten und gesicherten Bereich (Kühlraum) befinden und entsprechend gekennzeichnet sein. Manipulationen an der Leiche (z.B. Einbalsamierung) sind nicht zulässig. Die Bestatter sollten über das bestehende Infektionsrisiko bei ungeschütztem Kontakt mit dem Leichnam aufgeklärt werden. Eine Kremation ist der Erdbestattung vorzuziehen.
Entstehenden Abfälle, welche bei der Versorgung eines begründeten Ebolafieber-Verdachtsfalls anfallen, sind in geeigneten Behältern für infektiöses Material nach Abfallschlüssel 180103 der Verbrennung zuzuführen.

3c. Dazu konnte ich keine Informationen finden. Da müsste der Virus schon ins Grundwasser gelangen, und die Desinfektion des Leitungswasser durch Chlor nicht zur Abtötung des Virus führen.

Simka
07.10.2014, 21:38
Ich halte die ganze Ebola-Vorsorge fuer unsinnig. Wenn ihr ein Familienmitglied habt, das Ebola hat und ein Krankenhaus nimmt ihn nicht auf, dann ist eh Sense, wenn ihr keine Infrastruktur geschaffen habt (Isolierstation im Haus). Der Aufwand ist soo gross und finanziell von uns gar nicht zu stemmen.

Ich halte es fuer sinnvoller, sich eine gescheite Hygiene anzugewoehnen, z.B haeufiges Haendewasche, oeffentlich Toiletten meiden etc.,
das hilft dann auch gegen Grippe und Konsorten.


LG Simka

Otoshi
07.10.2014, 22:10
Mir geht es eher darum, zu vermeiden dass ein Familienmitglied Ebola bekommt.
wenn wir erstmal 1000 infizierte in Europa haben, bekommst du keine Atemschutzmasken mehr.
Dann wird es kritisch...

Simka
07.10.2014, 22:25
Im Endeffekt stell sich hier dann doch die Frage, wie bei allen Szenarien: wann ist der Zeitpunkt, sich einzuigeln.
Es bringt ja nicht viel, die Kinder aus der Schule zu nehmen, Du selber gehst aber noch zur Arbeit und schleppst die Krankheit nach Hause ein.

Harmlos
07.10.2014, 22:35
@Urania: Falscher Thread! Deine Sorge hat nichts mit der unmittelbaren Vorsorge gegen Ebola zu tun.

Edit: und mein Dislike bekommst du, weil du den selben Text vorher schon in einem anderen Thread gepostet hast!

Waldschrat
07.10.2014, 22:36
...
Aber ist ja nur alles Angstmache. nach Fukushima is nix weiteres passiert, der Euro existiert noch, der Dritte Weltkrieg ist in der Ukraine doch nicht ausgebrochen,
Gas kommt nach , Sonnensturm schwach, Metorit vorbei geflogen . Also kein Grund zu Besorgnis.

RUHE IST ERSTE BÜRGERPFLICHT


Frieder


Hallo Frieder,

die Ironie ist mir keineswegs entgangen, aber so ist es doch. Ich habe einmal gelesen, dass seit Beginn der schriftlichen Geschichtsaufzeichnung so rund 800 Weltuntergänge vorhergesagt wurden.

Viele Grüsse

Matthias

frieder59
07.10.2014, 22:59
hallo Matthias,

das Aussterben der Menschheit ist ja nicht gleich ein Weltuntergang

Wenn ich mit Weltuntergängen rechnen würde , würde ich nicht preppen.

Aber wenns im Jammertal noch grausliger wird, dann bitte mit ner ordentlichen
Ausstattung bis zum bitteren Ende.

schöne Grüße

Frieder

Waldschrat
07.10.2014, 23:09
hallo Matthias,

das Aussterben der Menschheit ist ja nicht gleich ein Weltuntergang


Hallo Frieder,

Du hast ja in Deinem Beitrag eine ganze Reihe praktischer Vorschläge gemacht, um Dein individuelles Infektionsrisiko zu senken. Jedem dieser Vorschläge stimme ich zu.

Andererseits, Rückblende auf den "schwarzen Tod" am Ausgang des Mittelalters, wo noch kein Mensch auch nur eine Idee von Infektionsprophylaxe hatte. 30% der Bevölkerung in Europa fielen der Pest zum Opfer. Die Fortexistenz der Menschheit stand nie in Frage.

Stellen wir uns nur mal vor, Europa wäre damals vollständig entvölkert worden. Dann hätte irgendwann mal ein indianischer oder afrikanischer Kolumbus diesen Kontinent entdeckt und seine Leute hätten ihn (wieder)besiedelt.

Auch wir als Spezies sind erstaunlich robust, was allein schon die Tatsache zeigt, dass wir (homo sapiens) seit rund 20.000 Jahren die Welt vom Polarkreis bis hoch in die Arktis bevölkern.

Meint

Matthias

milo
07.10.2014, 23:17
Hallo,

auch, wenn ich jetzt den Inhalt meines letzten Beitrag woanders wiederhole, bitte nehmt Euch das zu Herzen:


Ich empfinde es als Besorgnis erregend, daß unsere (D) Behörden (oder wer auch immer) Ebola-Fälle nach Deutschland IMPORTIEREN !!!

Erst nach Hamburg, jetzt nach Frankfurt. Diese Seuche ist auf einem relativ abgrenzbaren Kontinent, warum versucht man nicht alles sie dort einzudämmen. Nein, statt dessen importiert man die Seuche nach Europa !!!

Ich habe unsere hessische Regierung nach den Verantwortlichen für diesen Gefahren-Import gefragt und erhalte seit Tagen keine Antwort !!!

Fragt am Besten alle Politiker nach dem Warum !!!

Übrigens: Keiner der in Hamburg oder Frankfurt "importierten Seuchenfälle" war ein Deutscher Staatsbürger ! (soll kein Rassismus sein, nur Selbstschutz)

Was soll dieser bewußte Import von lebensvernichtender Bedrohung? Wollen einige Universitätskliniken oder Pharmakonzerne glänzen und mit diesen "Versuchskaninchen" den großen Reibach machen? Das kann nach hinten losgehen - siehe Madrid!

Wie können "wir" uns als Bevölkerung dagegen wehren ???

Bitte macht alle Druck auf "Eure" Politiker!

Gute Zeit! (hoffentlich)

Die Angst von @urania ist doch begründet und hat definitiv was mit Vorsorge zu tun.

Otoshi
08.10.2014, 04:57
@ Simka:
Das lässt sich für Prepper ausrechnen...

angenommen, du hast Vorräte für 30 Wochen, dann kannst du bei 8 Milliarden Menschen mit dem einigeln anfangen, sowie 8 Millionen infizierte weltweit gezaehlt werden... (Unter der Annahme, dass wir eine Verdopplung alle drei wochen haben). Hast Du Vorräte für 60 Wochen, könntest Du Dich scon jetzt einigeln... (8000 Infizierte).

übrigens, die aktuellen Werte der WHO finden sich hier: http://www.who.int/csr/disease/ebola/situation-reports/en/

tomduly
08.10.2014, 14:44
@Legend: wovor willst Du Dich schützen? Es macht einen Unterschied, ob Du einen Ebola-Toten aus seinem Haus zum Krematorium schaffen musst, einen potenziell Infizierten, der zusammengebrochen ist, zum Treatment Center bringen willst oder lediglich durch eine Gegend spazieren willst/musst, in der es Ebola-Erkrankte geben könnte.

Will sagen, für einen "statischen" Infektionsschutz reicht alles, was den Zugang von Flüssigkeiten etc. zu Deiner Körperoberfläche verhindert. Notfalls ein Regenmantel. Musst Du dagegen unter Vollschutz körperlich arbeiten, versagen so ziemlich alle Schutzklamotten nach kürzester Zeit. Ich verwende gerne Nitrilhandschuhe bei öligen Arbeiten am Unimog, weil man sich danach die aufwändige Reinigung der Finger ein Stück weit erspart. Aber die Erfahrung zeigt auch, dass so ein Einweghandschuh bei mechanischer Belastung innerhalb kürzester Zeit und ohne Vorwarnung versagt. Genauso ist es mit der Kombination von Mundschutz und Schutzbrille: unter körperlicher Anstrengung dauert es Minuten und die Brille beschlägt innen. 90% der Träger nehmen sich dann die Schutzbrille ab, wischen sie mit den Handschufingern aus und setzen sie wieder auf...

Ich war ein paar Jahr lang als Pflegehelfer tätig, hab dabei auch isolierte Tbc-Patienten betreut. Wenn ein Patient in schlechtem Zustand ist, dann kommt es unweigerlich zu sehr innigem Kontakt zwischen Patient und Pflegeperson. Alleine das Aufsetzen eines Bettlägerigen erfordert vollen Körpereinsatz. Ist der Patient ein aktiver Ausscheider von Erregern, hat man diese dann unter Garantie an der gesamten Schutzkleidung dran. Das kunstgerechte Ausschleusen aus der Iso, das Umziehen ohne "cross contamination" ist ohne einen zweiten Helfer praktisch nicht sauber machbar. Strenggenommen muss man sich in einer Schleuse mit Desinfektionsmittel abduschen (lassen) und dann nach der Einwirkzeit in der Schleuse aus den Klamotten raus. Dann ist man für einen Moment ungeschützt und hofft, dass die Desinfektion der Schutzklamotten 100% war und dass auch in der Schleuse nichts infektiöses mehr ist. Praktisch nicht machbar. Spätestens an den Schuhsohlen findet sich noch was. Dann zieht man sich mit den normalen Sachen wieder an und verlässt den Bereich, in der Hoffnung, nichts mitgeschleppt zu haben.

Strenggenommen müsste das Ebola-Pflegepersonal genauso isoliert werden, wie ihre Patienten. Meinetwegen eine 10-Tage-Schicht unter Isolierbedingungen, dann 21 Tage "frei" unter Beobachtung in einer separaten Iso-Zone. Erst dann dürften die Pfleger wieder raus bzw. nach Hause.
Die spanische Krankenpflegerin gingt täglich nach der Patienten-Pflege ganz normal nach Hause. Als sie sich schlapp fühlte, blieb sie noch mal ein paar Tage ohne medizinische Kontrolle "frei". Erst als es schlimmer wurde, liess sie sich checken - unglaublich!

Das Problem am Ebola-Virus ist nicht die besonders hohe Ansteckungsgefahr (die ist bei H5N1 oder Noro höher), sondern die extreme Sterberate bei den Infizierten. D.h. der Schutz des Personals muss 200%ig sein und das Schleusen- und Quarantäne-Konzept ebenfalls. Dass Ebola-Pfleger täglich einfach so nach Hause spazieren dürfen (oder mit der U-Bahn fahren), als wären sie Blumenverkäufer oder Büromenschen, darf nicht passieren. Genausowenig dürften Ebola-Verdachtsfälle, Patienten-Besucher und Personal die gleichen Ein- und Ausgänge in den Ebola Centers benutzen, was aber derzeit leider in Westafrika Standard ist (http://www.zeit.de/2014/33/ebola-westafrika-epidemie-grafik).

Grau ist alle Theorie...

Grüsse

Tom

tomduly
08.10.2014, 21:43
Hallo,

Das mit der Desinfektion und der Schleuse halte ich auch für mich mangels Fachwissen sehr schwer durchführbar und wenig praktikabel. Zumal ja auch nur sehr gute und teuere Anzüge wiederverwendet werden können, oder? Und man braucht viel Desinfektionsmittel. Daher setzte ich eher auf einmal anziehen und dann entsorgen.
...
(ich weiss, nächstes Problem, wie ausziehen)? Oder muss dafür zwingend Typ 3 "flüssigkeitsdicht" her?


...genau das ist der springende Punkt: wie kommt man aus einem kontaminierten Schutzanzug raus, ohne sich und die Umgebung zu kontaminieren? Das geht nur mit einer wirksamen Komplett-Desinfektion des benutzten Anzugs vor dem Ausziehen und des gesamten Schleusenbereichs, in dem man ja kontaminiert herumgetappt ist. Sonst besteht akute Gefahr, sich beim ausziehen zu kontaminieren und infektiöses Material aus der Schleuse heraus zu verschleppen. Die Schleuse und das Umkleiden sind IMO auch die kritischsten Momente überhaupt, weil der Übergang von ungeschützt zu geschützt und wieder zurück nicht scharf abgrenzbar ist. Es wird immer einen Moment geben, in dem man ungeschützt in den heruntergelassenen kontaminierten Schutzklamotten steht.


Bzgl. Handschuhe: Sind Latex-Handschuhe dichter/besser als Nitril-Handschuhe?

Meines Wissens sind Nitril-Handschuhe mechanisch etwas robuster als Latexhandschuhe. Ich würde mehrlagig tragen: auf der Haut einen guten Nitrilhandschuh, dann einen gestrickten dünnen Arbeitshandschuh oder besser einen aus dünnem (Ziegen-)Leder, darüber einen, besser zwei flüssigkeitsdichte Handschuhe, der äusserste Handschuh sollte dann lange Stulpen haben, die mit dem Schutzanzug mittels Gaffatape verklebt werden.

Will man es korrekt machen, wird das eine richtige Materialschlacht. Bei 5x täglichem "Besuch" bei einem Ebola-Patienten und 20 Tagen Behandlungsdauer sind das 100 Garnituren Schutzkleidung und mindestens 100l Desinfektionsmittel...

Ebola als Epidemie ist ein logistischer Alptraum - von der humanitären Tragödie ganz abgesehen.

Grüsse

Tom

Waldschrat
08.10.2014, 21:50
...
Ich war ein paar Jahr lang als Pflegehelfer tätig, hab dabei auch isolierte Tbc-Patienten betreut. Wenn ein Patient in schlechtem Zustand ist, dann kommt es unweigerlich zu sehr innigem Kontakt zwischen Patient und Pflegeperson. Alleine das Aufsetzen eines Bettlägerigen erfordert vollen Körpereinsatz. Ist der Patient ein aktiver Ausscheider von Erregern, hat man diese dann unter Garantie an der gesamten Schutzkleidung dran. Das kunstgerechte Ausschleusen aus der Iso, das Umziehen ohne "cross contamination" ist ohne einen zweiten Helfer praktisch nicht sauber machbar.

Halli Tom,

ich hatte mit dem Thema erfreulicherweise bisher nichts zu tun. Aber meine Laienidee wäre, der Helfer sprüht die Schutzkleidung erst mal von aussen mit einer Natriumhypochloritlösung ab. Klar die ist dann ein Fall für den Mülleimer, aber sicher ist sicher. Einige Minuten Einwirkzeit, Absprühen mit Waser, dann ausziehen.

Meint

Matthias

P.S. Wenigstens erzählen sie dir inzwischen im EH-Kurs, wie man Latexhandschuhe sicher auszieht :rolleys:

Simka
08.10.2014, 22:10
Hi Otoshi,

rechnerisch ja schon richtig, aber Du gehst davon aus, dass sich Ebola dann eben weltweit ausbreiten wird. Aber diese Annahme ist noch zweifelhaft. Wer will schon seinen Job verlieren, nur falls eventuell Ebola weltweit zur Katastrophe wird. Um mir da ernsthaft Gendanken zu machen, da muessen es schon ein paar Faelle mehr werden.

LG Simka

DerGerald
09.10.2014, 07:46
Hallo,
bei uns bereiten sich auch die Krankenhäuser vor: http://www.kleinezeitung.at/kaernten/3761174/ebola-land-feilt-alarmplan-neu.story
Also so ganz nichts passiert hier nicht. Finde ich gut.

Gruß
Gerald

Tsrohinas
09.10.2014, 08:18
@Tom: Ja, das Problem sehe ich auch bei dem Ausziehen und Übergang vom Patienten zum geschützen Bereich. Dennoch halte ich - vielleicht naiverweise - das Ausziehen und Entsorgen eines Anzugs für einfacher als einen Anzug zu desinfizieren und wieder zu neu zu benutzen. Aber wie das in der Praxis nun genau funktionieren soll, da bin ich auch noch nicht ganz sicher. Daher ja auch die Frage nach dem Typ des Schutzoveralls, die immer noch im Raum steht. Reicht für den Kontakt mit einem z.B. Ebola Patienten KAT III Typ 5/6? Und kann man den evtl. auch irgendwie ausziehen ohne ein großes Risiko, sich selbst zu kontaminieren? Oder kann man/sollte man diese Einmal-Anzüge auch desinfizieren? Wenn ja, reicht da Typ5/6 und wie am besten?

......
Legend

Kat III Typ 5/6 Schutzanzüge reichen für den Umgang mit Ebola Patienten. Es werden aber dann als zusätzlichem Schutz Einwegschürzen aus Kunststoff getragen.
So wird das in Afrika momentan täglich praktiziert. In DEU wird das als "mittlere Schutzstufe" benannt.

In DEU werden in den zugelassenen Pflegezentren diese Anzüge normalerweise nicht benutzt. Hier kommen schutzbelüftete Anzüge höherem Schutzlevels zum Einsatz.

Zum Desinifizieren wird z.B. Peressigsäure verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peroxyessigs%C3%A4ure
Kostet auch nicht die Welt. Rund 20 Euro / ltr.

Auch die Einmalanzüge sollte man desinfizieren, nämlich vor dem ausziehen. Einwirkzeiten beachten!

Das an- und ausziehen von Einmal Anzügen und auch viele andere Hinweise findet man beim BBK (ab Seite 360) "Biologische Gefahren. Hinweise für den Bevölkerungsschutz":
http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/PublikationenForschung/BioGef-2Auflage.pdf?__blob=publicationFile


Tsrohinas

ID 7139
11.10.2014, 21:08
Hallo,

in Frankreich gibt es seit gestern, Samstag morgen, ein Gratis-Telefon 0800 13 00 00, um die Bevölkerung zu informieren und zu beruhigen.

Gruss Kendu

eraperp
14.10.2014, 22:35
Ich hab ja schon etwas auf Lager und würde das gerne ergänzen (kostet ja auch alles nicht gerade wenig).
Folgende Ausrüstung würde ich mir vorstellen:

1. Atemschutz BW-Maske M65 (ist halt schon da). Ist die in Ordnung?
2. BW-Filter (die da immer mitgeliefert werden - stand im Text: für ABC tauglich). Wie viele braucht man? Sind die ok? Besser neue kaufen? Welche?
3. Chemieschutzanzug (geht da eine BW-Schutzanzug NBC - die bei Papa Bär?).
4. Handschuhe aber welche?
5. Gummistiefel extra kaufen oder schon vorhandene ausreichend?
6. Desinfektionsmittel (hab was von Peressigsäure gelesen - ist ja richtig teuer).
7. Zusätzliche Utensilien zum Desinfizieren vor dem Ausziehen der Schutzkleidung. Welche?

Ihr seht schon, das ist nicht mein Thema.
Klärt mich doch mal auf. Ich will halt nicht ein Vermögen ausgeben und auf Vorhandenes zurück greifen. Danke

cu Tom

tomduly
15.10.2014, 09:14
Hallo,


eine Freundin von uns ist praktischerweise Krankenschwester in einer Tropenklinik. Für die sind exotische Infektionskrankheiten und der Umgang mit isolierten Patienten quasi Alltag. Sie erläuterte mir am Wochenende die Schleusenprozedur, wenn man beim Ebola-Patienten drin war und wieder raus geht.

1. Man trägt einen "massiven" flüssigkeitsdichten Vollschutzanzug inkl. angeschweisster Gummistiefel und Kopfhaube mit Überdruckbelüftung.
2. Hat man das Patientenzimmer verlassen, betritt man die Schleuse. Dort wird man von einer zweiten - ebenfalls so geschützten - Person mit Desinfektionsmittel vollständig abgeduscht. Während der Prozedur steht man in einer Art Wanne, die ebenfalls mit Desinfektionsmittel gefüllt ist, damit die Schuhe/Sohlen desinfiziert werden.
3. Man muss 20(!) Minuten in der Schleuse warten, um das Desinfektionsmittel überall vordringen und wirken zu lassen.
4. Man steigt - unterstützt vom 2. Helfer - aus dem Vollschutzanzug und verlässt die Schleuse.

Die Fachleute gehen davon aus, dass derzeit etwa 50 Ebola-Patienten in Deutschland gleichzeitig auf diesem hohen Schutzniveau behandelt werden können.
Ein Patient bindet rund 25 Betreuungskräfte.
Müssen Einwegmaterialien als Schutzkleidung verwendet werden, dann geht man in D von 100 Garnituren pro Tag und Patient aus. Schutzhandschuhe werden im Schnitt alle 15(!) Minuten gewechselt, weil die Schutzwirkung dann nicht mehr gegeben ist (auch bei äusserlich unbeschädigten Handschuhen muss man davon ausgehen, dass Substanzen/Spuren infektiösen Materials durch den Handschuh wandern).

Es ist also eine gewaltige Materialschlacht. In Westafrika liegt die Ansteckungsrate gerade bei 1:2, d.h. ein Patient steckt zwei Menschen an, bevor er behandelt wird und/oder stirbt. Deshalb gehen WHO und UN von einem rasch (exponentiell) zunehmenden Anstieg der Neuerkrankungen aus: bis Ende November rechnet man mit 10.000 Fällen wöchentlich, Ende Dezember sollen aus den wenigen tausend Fällen, die man jetzt hat, dann etwa 1,4 Mio. Patienten werden.

Mittlerweile sind die Industrienationen aber aufgewacht und fahren ihre Seuchenschutzprogramme hoch. Und wenn es nur die eilige Bestellung eines Sonder-Krankenwagens ist (Baden-Württemberg) oder die Beschaffung eines Sonder-Flugzeugs (Bundesregierung).

Grüsse

Tom

Papa Bär
15.10.2014, 23:40
1. Atemschutz BW-Maske M65 (ist halt schon da). Ist die in Ordnung?

Prinzipiell ja, mit einem neuen Filter...allerdings gibt es keine Garantie, dass der Gummi nicht schon an einigen Stellen mikroskopisch durchlässig ist, Viren also passieren können. Man kann zwar die Masken auf Dichtigkeit überprüfen lassen, aber das kostet bestimmt mehr als eine neue Maske

2. BW-Filter (die da immer mitgeliefert werden - stand im Text: für ABC tauglich). Wie viele braucht man? Sind die ok? Besser neue kaufen? Welche?

Können noch funktionieren, müssen es aber nicht. Vor allem lässt sich die Wirksamkeit nicht überprüfen - es sei denn, auf finale Weise

3. Chemieschutzanzug (geht da eine BW-Schutzanzug NBC - die bei Papa Bär?).


Das alles haben ist sicherlich besser als nichts haben und gewährleistet bestimmt auch im ungünstigsten Fall einen gewissen Schutz. Aber wenn man die Möglichkeit hat, sollte man wann immer es geht aufrüsten

Peressigsäure ist wohl das Mittel der Wahl. Wird seit einiger Zeit hier bei uns in der Uniklinik eingesetzt. Die anderen Krankenhäuser arbeiten noch mit Sterilium, aber die müssen eben mehr auf die Kosten achten.
Ich könnte mir vorstellen, dass eine Dusche mit Peressigsäure auch eine gute Dekontamination von Anzug und Maske ergibt - ist aber eben richtig teuer, weil die Lösung ja nicht mehrfach verwendet werden kann
Zunächst: das sind britische, nicht von der BW. Die Anzüge sind unbenutzt vakuumverpackt, sollten also noch funktionieren. Wegen der Wirksamkeit einfach mal nach entsprechenden Informationen über den BW Overgarment suchen, die sind in etwa vergleichbar. Aber auch hier gilt: Keine Garantie

- - - AKTUALISIERT - - -

PS: Und nein, das schreibe ich jetzt nicht nur, weil ich eine schöne neue Quelle für ABC-Schutzausrüstung aufgetan habe und mit der Sorge andere Geld verdienen will!
Im Gegenteil, diese Sorgen sind auch meine. Schliesslich arbeite ich in einem Krankenhaus und bin dort der allerallererste, der mit den Patienten in Kontakt kommt - deshalb stehen hier 4 Liter Desinfektionsmittel in Reichweite, deshalb liegen Handschuhe und meine neue Schutzmaske griffbereit unter dem Tisch, deshalb hängt ein Einmal-Schutzanzug in Reichweite im Schrank...
Ich hatte bisher auch ausgemustertes Militärmaterial vorgehalten...dabei aber eher an Tränengas und Fallout gedacht und nicht an so was hinterhältiges wie Ebola und Co

eraperp
16.10.2014, 09:21
Dann werde ich mich mal wenigstens mit dem Minimum eindecken, denn ich sehe da noch kein Licht am Ende den Tunnels.

cu Tom

Adriano
16.10.2014, 09:27
Ich habe gestern auf ORF2 eine Reportage geschaut über die Ebola Gebiete in Afrika und da wurde mit Chlor desinfiziert. Wäre das eine alternative als Desinfektionsmittel? Leider wurde nicht näher darauf eingeganen um was für Chlor, Konzentration, usw. es sich gehandelt hat. Ich frage nur deshalb weil ich denke das man Chlor relativ schnell beschaffen kann. Sorry wenn ich so dümmlich Frage aber mit Chemikalien kenne ich mich gar nicht aus....:peinlich:

Patenta
23.10.2014, 17:15
Hi,
ich verfolge sehr interessiert alle Postings und lerne dabei!
Doch, sorry, wenn ich jetzt vielleicht etwas negativ rüber komme.... :O(

- Meine Bedenken für den ganz normalen Otto-Normal-Verbraucher, was kann der machen_
- Im Alltag ist das mit der Schutzkleidung und der dazugehörenden aufwendigen Desinfektion nach Gebrauch nicht im privatem Haushalt zu bewerkstelligen?
-Was ist wenn ich zwar geschützt "Einkaufen gehe", meine eingekauften Artikel aber evtl. kontaminiert sind? Das heisst dann eigentlich nur von Konserven leben, die man vorher in ein Desinfektionsbad getaucht hat....? Obst und Gemüse, Nudeln, Reis ect. sind dann tabu?

Ich will niemanden verärgern, aber die Diskussion ist irgendwie zu Kopflastig, korrigeirt mich.....?

Besonders herzlich Patenta

Tsrohinas
23.10.2014, 18:27
Patenta, ich sehe das genau so wie du. Deshalb habe ich auch im Post

http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/32563-Ebola-Vorsorge%21?p=190085&viewfull=1#post190085

meine Beweggründe dargelegt.

1. Die Schutzausstattung soll das heimkommen ermöglichen. D.h. ich muss den richtigen Zeitpunkt einschätzen und erwischen. Die ganze Zeit mit Schutz rumzulaufen scheidet wohl aus.
2. Krankes Familienmitglied zu einer ärztlichen Behandlung transportieren.
3. Flucht mit Schutzausstattung in ein anderes Gebiet.

Wenn der Pkt 1 eintritt, werde ich das Haus nur noch für die Punkte 2 oder 3 verlassen und von den Vorräten leben. Die Entscheidung für dieses Verhalten wird also schwer fallen. Das Szenario wird dann schon sehr gefährlich sein.

Desinfektion nach Pkt 1+2 kann ich für jedes Familienmitglied sicherstellen.
Trotzdem ist das ganze Materialintensiv und auch nicht ganz billig.

Alles in allem sehe ich die Warscheinlichkeit als gering an, das Zeug für Ebola zu brauchen.

Tsrohinas

Henning
23.10.2014, 18:29
-Was ist wenn ich zwar geschützt "Einkaufen gehe", meine eingekauften Artikel aber evtl. kontaminiert sind? Das heisst dann eigentlich nur von Konserven leben, die man vorher in ein Desinfektionsbad getaucht hat....? Obst und Gemüse, Nudeln, Reis ect. sind dann tabu?


Nur weil ein paar Leute mit einen häßlichen Virus rumlaufen, ist doch nicht gleich die gesammte Umwelt todbringend.
Außerhalb von lebendne Zellen vermehre sich Viren nicht.

Und Nudel, Reis, Gemüse usw. kann man kochen.

Corvinjus
23.10.2014, 18:43
Nur weil ein paar Leute mit einen häßlichen Virus rumlaufen, ist doch nicht gleich die gesammte Umwelt todbringend.
Außerhalb von lebendne Zellen vermehre sich Viren nicht.

Und Nudel, Reis, Gemüse usw. kann man kochen.

Nach der Logik kann man alle Vorbereitung einfach auch sein lassen, ist ja eh unnütz...

@Patenta

Ab einem gewissen Grad der Verbreitung (den wird wohl jeder nach Bauchgefühl selber festlegen) würde ich bei frischen Lebensmitteln nach dem einfachen Grundsatz
Cook it - peel it - or forget it
vorgehen. Also nur essen, was du entweder danach kochst (Viren verlieren ihre infektiösität ab etwa 65°C), oder was du vor dem Verzehr schälen kannst. So minimierst du - wenn auch als sehr gering zu betrachtende - Risikofaktoren. Die von dir angesprochenen Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Gemüse sind nach dem Kochen Virenfrei und Keimarm. Obst wie gesagt erst waschen, dann schälen. Diese Grundsätze gelten übrigens auch in allen Umgebungen mit fehlenden hygienischen Standards und gehören zu den Hauptpunkten des Verhaltens in tropischen Einsatzgebieten.
Chemische Desinfektion von Lebensmitteln ist mir persönlich noch nicht untergekommen.


Grüße!

Tao-Sinn
23.10.2014, 20:12
Zum Thema Chlor kann ich Folgendes beitragen:

In den heißen Sommermonaten dieses Jahres hatte ein mit (leeren) Katzenfutterdosen gefüllter Müllsack sozusagen "wild um sich gemadet" :ohhh:
Das kommt davon, wenn man so freundlich ist, dem Nachbarn die Katzen zu füttern, während er im Urlaub ist, selbst aber
keine Ahnung von der Anfälligkeit dieser Dosen für Madenbefall hat. Jetzt weiß ich es besser.

Ich hatte also in der Garage eine Bescherung der ganz widerlichen Sorte (Maden und nicht unerhebliche Flüssigkeitsmengen aus den Fleisch-Futterdosen),
der ich zunächst mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel entgegenzuwirken versuchte.
Wirkung: Gestank noch da, Maden lebten erstaunlicherweise noch.

2. Versuch erfolgte mit einem im Keller gefundenen Schimmelentferner, 5 % Natriumhypochlorid. Laut Etikett mit "Aktivchlor".
Wirkung: Maden aufgelöst und starker "Schwimmbadgeruch", der durch sämtliche Ritzen zog und nur mit langem Lüften in den
Griff zu bekommen war. Nachreinigung nach einem Tag mit Hochdruckreiniger (Vollschutz wurde bei sämtlichen Maßnahmen getragen).
Hier habe ich wohl mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Trotzdem ist die Garage jetzt sauber und Geruchsneutral.

Chlorhaltige Schimmelsprays aus der Drogerie (Natriumhypochlorid) sind je nach Konzentration sehr Wirkungsvoll, jedoch nichts zur pur-Anwendung in Räumen, die kurz darauf wieder benutzt werden sollen.

Ich habe folgendes (auf Englisch) gefunden:
http://www.who.int/csr/resources/publications/surveillance/Annex7.pdf

Es ist ein Artikel der WHO über den Umgang mit Chlorbleiche zur Desinfektion bei H5N1.
Verdünnungen sind auch angegeben. (1:10 und 1:100 bei 5% Ausgangslösung)

1:10 (0,5 % Chlorgehalt) bei Exkrementen, Leichen, Blut, Körperflüssigkeiten, Fahrzeuge und deren Räder, wird auch zum Ansetzen der 1:100 Lösung genutzt

1:100 (0,05% Chlorgehalt) Oberflächen, Medizinische Ausrüstung, Bettzeug, wiederverwendbare Schutzkleidung bevor sie gewaschen wird.
1:100 wird auch empfohlen für:
-Abspülen der Handschuhe zwischen verschiedenen Patienten, falls neue Handschuhe nicht verfügbar sind.
-Abspülen von Handschuhen, Schürzen, Stiefeln, bevor ein Patientenzimmer verlassen wird.
-Desinfektion kontaminierten Mülls vor der Entsorgung

Lösungen sind täglich frisch anzusetzen, je frischer die Ausgangslösung (Chlorbleiche 5%) ist, desto besser.
Chlorbleiche ist demnach nur begrenzt lagerfähig.

Es muss bei allen Arbeiten mit Natriumhypochlorid-Lösungen auf gute Belüftung geachtet werden.
Chemikalienresistente Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz sind meiner Ansicht nach obligatorisch.

Viele Grüße,
Tao

Patenta
23.10.2014, 20:23
Danke an Tsrohinas, Henning und Corvinius!
Was, wenn jemad der mit einem hässlichem Virus infiziert ist, Lebensmittel in einem Supermarkt antatscht (wie das viele gewohnheitsmässig machen, auch ich.....), z.B. was aus dem Einkaufwagen evtl. wieder ins Regal zurücklegt.... Der Ebolavirus ist bis zu 3 Tagen überlebensfähig....
Soll nich provokativ sein, aber
Cook it - peel it - or forget it funktioniert da bestimmtr nicht. Denn du fasst ja da Obst Gemüse an, ob da abwaschen alleine genügt....?
Abkochen evtl., ... aber ab wann "stribt" der Virus, bei welchen Temperturen, weis das jemand?
Beispiel Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Abkochen):
......Durch das Abkochen werden fast alle Mikroorganismen abgetötet, Ausnahmen stellen besondere Bakterien und Viren dar, die bei 100 °C überlebensfähig sind,......

Herzlichst Patenta

Patenta
23.10.2014, 21:27
... jetzt hat sich mein Text verabschiedet. Ich versuchs noch einmal:

Legend du hast absolut recht!!!!!!!!!!!!!!!:

Dann ist die Frage, warum Du überhaupt einkaufen gehst? Da ist dann für mich schon was schief gelaufen, denn ich würde mich hier wohl einschließen und mind. 4 - 6 Wochen nicht raus gehen zum einkaufen. ONV wird sich weder schützen können noch hat er genug Vorräte oder ein Desinfektionsbad. Also kann er nix tun.

Mich irritiert nur
ich würde mind. 4 - 6 Wochen nicht raus gehen zum einkaufen :
was wenn nach 6 Wochen Deine Vorräte ausgehen, die Seuche noch wütet! Dann musst Du doch raus. Wahrscheinlich funtioniert dann nur Tauschhandel, doch Du musst etwas organisieren, wie machst Du das? Im Schutzanzug............ wie behandelst Du das was Du "ergattert" hast...

Aber, ich glaube, da habe ich mich zu weit vor gewagt mit meinen Gedanken.

Herzlich Patenta

frieder59
24.10.2014, 00:11
Die Vorräte für noch ein paar Wochen mehr aufstocken ist sicher nicht verkehrt.

Bei einer "richtigen " Pandemie wird es nach 6 Wochen nicht nur um die Frage gehen, gehe ich raus zum Einkaufen, sondern auch darum , ob und wo es draußen denn überhaupt noch was zum Einkaufen gibt.

Eigentlich sollte man über so viel Lebensmittelvorräte und Saatgut verfügen, daß man bis zur nächst möglichen Erntesituation auskommt. Geht erst der Sensenmann übers Land, finden sich wohl auch ein paar m² zum Anbauen , wenn man kein eigenes hat.


Frieder

Henning
24.10.2014, 13:43
Nach der Logik kann man alle Vorbereitung einfach auch sein lassen, ist ja eh unnütz...
!

Wegen jährlich 5000 bis 15 000 Grippetoten in Deutschland bist Du ja bisher auch nicht auf die Idee gekommen, jeden Apfel voher in Desinfektionsmittel
zu baden.

Und wenn 2011 53 EHEC-Tote gereicht haben, um Frischgemüse aus den Supermärkten verschwinden zu lassen, sind die Supermäkte
schon lange zu, ehe sich die Ebola-Toten auf der Strasse stapeln. Wohl weniger wegen der Seuchen, sonder der Hysterie.

redtiger
24.10.2014, 14:03
Soll nich provokativ sein, aber funktioniert da bestimmtr nicht. Denn du fasst ja da Obst Gemüse an, ob da abwaschen alleine genügt....?


Kleine Anmerkung um ein anscheinendes Missverständnis zu beseitigen: Cook it - peel it - or forget it = koche es - schäle es - oder vergesse es
Also abwaschen reicht natürlich nicht - Kochen und/oder Schälen schafft jedoch eine sehr hohe Sicherheit.
Wenn natürlich auch keine 100%tige, da es natürlich theoretisch immer auch Viren&Bakterien gibt die eine solche Prozedur eventuell überleben können (das Ebola-Virus ist nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch nach 1std unter mind. 60°C zu 100% vernichtet).

Patenta
25.10.2014, 16:32
zu Legend


Ob das alles so machbar ist steht auf einem anderen Blatt. Es ist nicht so einfach und es wird am Ende völlig anders kommen als hier vorm PC durchgespielt.

Der Ansicht bin ich auch. Trotzdem ist es hilfreich alles mal "durchzuspielen", vielleicht wird man dann nicht so leicht "von der Seite weggefegt". Szenarien sind im Kopf abgespeichert und können im Notfall (unter Stress) vielleicht in Sekunden hilfreich abgerufen werden....

Bitte was ist "SO"?


Was ist mit Freunden und Familie? Nimmt man sie auf bzw. mit? Wenn ja, wen?

Ich finde diese Frage sehr interessant und essentiell. Davon hängt das eigene Überleben und dasder Lieben ab. Nimmt man die "falschen" Leute mit "ins Boot", dann sind Reiberein (noch verniedlicht) vorprogrammiert und die Sicherheit steht auf dem Spiel. Mir gefällt mein Satz nicht so ganz, aber mir fallen die geeigneteren Worte nicht ein :O(


Was, wenn die Nachbarn mit den beiden ausgehungerten Kleinkindern etwas wollen?

Gaanz, ganz schwierig und doch nicht und, das kann nur jeder ganz individuell für sich selbst (in dem Moment) entscheiden.
Ein interessanter Beitrag: Helfen liegt dem Menschen in den Genen (http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article108693444/Helfen-liegt-dem-Menschen-in-den-Genen.html)


Was, wenn es im Winter passiert und Strom/Heizung ausfallen. Kann ich 6 Wochen heizen und kochen/waschen/ das Abwasserproblem lösen?

Wir leben auf einem Olivenhain, Holz ist da kein Problem, fällt allein schon viel Holz bei der Olivenernte an :O) Strom würde über ein Solarpaneel notfalls oder den bereits vorhandenen Generator zu machen sein (solange Diesel zu bekommen ist).
Kochen geht mit Solo Stove Holzkocher, allerdings noch nicht ausprobiert.... (...schäm...) und Holzofen.
Eigene Sickergrube vorhanden. Wasser ist bei u ns im Sommer schwierig (unter oben genannten Umständen vielleichtauch nicht "sauber" zu bekommen --> Filter und Entkeimungstabletten, wasser abkochen).


Was, wenn jemand Krank wird? Wie geht man damit um und was tut man? Gibt es grundlegendes medizinisches Wissen?

Medizinische einfach verständliche Literatur zulegen, und Kurse dazu belegen wären eine Möglichkeit.


Was, wenn der Mob oder die verbliebene Staatsgewalt gewaltsam Einlass begehrt? Kann man sich wirklich verteidigen?

Sehr schwierig. Hat man das nötige agressive Potential bis zu letzten zu gehen....? den anderen zu verletzen, oder notfalls sogar tu töten.....?
Wenn es zuviele sind sicher keine Chance. Und bei Staatsgewalt meine ich steht man auf verlorenem Posten.


Das sind alles nur Gedankenspiele und ich glaube derzeit nicht, dass wir sie für Ebola brauchen. Aber es macht durchaus Sinn sich damit mal auseinander zu setzen, ...

Diese Gedankenspiele können hilfreich sein um sinnvolle, lebensrettende Handlungen im Notfall (unter Stress) in Sekundenbruchteil abrufen zu können.

Mir hat ein bisschen der Kopf geraucht ;O)
Meiner Natur entsprechend hat mich Deine Frage - Was, wenn die Nachbarn mit den beiden ausgehungerten Kleinkindern etwas wollen? - am meisten zu schaffen gemacht :O(
diese ist für mich, zu Zeit, nicht zu beantworten.

Danke für die Anregungen!

Herzlich Patenta

@ redtiger

....das Ebola-Virus ist nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch nach 1std unter mind. 60°C zu 100% vernichtet

Das beantwortet meine Frage weiter oben, Danke!!!

ID 1855
29.10.2014, 13:16
Ausgehend von vernünftiger Vorsorge gegen eine zufällige Infektion wird hier doch etwas Overkill gebracht.
Keiner von uns verfügt über die Möglichkeiten einer modernen Isolierstation (Schulung, Schleusen und Schutzkleidung). Ein interessanter Bereich, aber eher für den professionellen Anwender. Realistisch sind meiner Meinung nach eher Low-Level-Maßnahmen. Da Ebola anscheinend zuerst über Schmierinfektion übertragen wird, kann hier auch zuerst vorgebeugt werden.

1. Körperkontakt meiden z.B. Händeschütteln.
2. Händedesinfektion mit z.B. 70 % 2-Propanol (Vorteil billig), Sterillium (hautschonend). Wichtig!! Bei allen Desinfektionsmitteln die Gebrauchsanleitung lesen und befolgen!!
Nicht so wie es gerne bei der Blutabnahme von gehetzten Arzthelferinnen oft praktiziert wird. Aufsprühen, 5 Sekunden einwirken lassen, abwischen, Kanüle rein.
3. Handschuhe, egal ob Nitril oder Latex, Polyvinyl naja geht so (schlechter Sitz, empfindlich). Wegen einer möglichen Durchlässigkeit durch Poren oder Mikrorisse würde ich mir (erstmal) keine Gedanken machen. Ich wühle nicht in den Ausscheidungen von Ebolapatienten und besser 90% Schutz als gar keiner.

Der Ratschlag Menschenansammlungen zu meiden ist zwar gut aber im Vorstadium einer Epidemie kaum anwendbar. Die meisten Menschen müssen ihr Geld verdienen.
Kollegen, Kundenkontakte und öffentliche Verkehrsmittel sind dabei die Risikofaktoren. Schulpflichtige Kinder und Kindergärten. Ab welchem Stadium kann das alles unterbleiben?

Atemschutz gegen Tröpfcheninfektion? Am besten FFP3 mit Ventil. Die OP-Masken schützen, wie schon in anderen Beiträgen erwähnt, nur die Umgebung Erkrankter.
Mehr dazu: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=935 und http://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2006_003.pdf

Grüße Cosmo

PrepperJohn
31.10.2014, 11:35
Hier für alle die Orientierungshilfe brauchen was sie sich an Materialien zulegen sollten/können oder sich einfach eine bereits zusammengestellte Schutzausrüstung kaufen wollen:

http://www.amazon.de/gp/aw/d/B00NSUJO9W/ref=mp_s_a_1_2?qid=1414751584&sr=8-2

Interessant fand ich auch den Hinweis das wohl laut RKI keine Masken mit Ventilen empfohlen werden(Gefahr bei defekt).

Hunted
03.11.2014, 22:30
Wäre mir neu, dass das RKI nur noch Masken ohne Ventil empfiehlt. Hast du da eine valide Quelle?
Das Angebot von FFP3 Masken ohne Ventil ist sehr übersichtlich und ein Ventil hat ja auch sicherheitsrelevante Schutzfunktion.
Geringerer Atemwiderstand, dadurch geringere Belastung/Ermüdung, aber auch eine geringere Gefahr, dass Luft an den Maskenrändern vorbei strömt und diese hierdurch undicht wird. Geprüfte und zertifizierte Masken mit Ventil sind ebenso sicher, wie die ohne - das sagt ja eben die Zertifizierung aus.

Übrigens, das CDC empfiehlt mittlerweile Gesichtsschilder anstatt Vollschutzbrillen.

PrepperJohn
04.11.2014, 03:12
"Schutzmaske Dräger FFP3 1730 ohne Ventil, wie vom Robert-Koch-Institut empfohlen, damit das Eindringen von Mikrorganismen über ein ggf. schlecht schliessendes Ventil nicht erfolgen kann"(Zitat aus dem Text meines oben geposteten Links).

Hab jetzt intensiv recherchiert aber nichts dazu gefunden, denke mal das diese Info nicht korrekt ist.

Desweiteren habe ich aber diese Seite entdeckt, hier sind nochmal alle Schutzkleidungsvarianten mit Bildern gezeigt.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Biosicherheit/Schutzmassnahmen/Schutzkleidung/Schutzkleidung_node.html

Auf Bild 1 ist übrigens eine FFP3 Maske mit Ventil :rolleys:

prepping4family
04.11.2014, 09:25
Für Ebola und andere hässliche Outbreaks habe ich für meine Familie folgendes eingelagert:
- FFP 3 Masken - 50 Stück
- Einweganzüge Tyvek viren- und blutdicht
- Schutzbrillen
- Panzerklebeband
- Desinfektionsmittel viruzid für Hände und Gegenstände

Bei einem echten Outbreak gibt es nur eines - schotten zu Hause dicht machen und ggf. rechtzeitige Flucht in die Berge. Im Falle von Ebola und ähnlichem würde ich auch bei Wild und Wasserquellen aufpassen, reichlich vorhandene Notnahrung wie Krähen und Wildschweine könne sich auch infizieren und solche Krankheiten übertragen.

PrepperJohn
04.11.2014, 10:19
Huhu...das handelt sich wohl um eine Fehlinformationen -siehe Beitrag #100 von mir.


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