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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungsbericht Hundebiss



HatzDiesel
22.11.2014, 14:06
Heute hatte ich ein Erlebniss der Besonderen Art.
War mit meinem 9jährigen Bernersennenrüde bei einem Freund in der Nähe (alter Berghof,Vogesen).
Die haben eine knapp 3jährige Hovawarthündin welche das genaue Gegenteil zu unserem darstellt,nämlich sehr agil-dauernd im Galopp und sehr verspielt.

Mein Freund hat vor lauter Freude über den schönen Tag mit dem Lieblingsspielzeug der Hündin beide Hunde bespielt.
Nach kurzer Zeit hatte die Hündin dermaßen die Schnauze voll-nämlich mit dem Fellkragen von unserem Berner.
Der hat sich nicht zweimal bitten lassen und ein Dogfight par excellence entstand.
Was macht mein Kumpel? Ich denke ich seh nicht recht,
der wirft sich in das Hundeknäuel und will die zwei trennen.
Auf einmal ein Schrei- und er dreht sich blutverschmiert weg,voll in die linke Gesichtshälfte gebissen worden!
Wange 2x perforiert, Ohrläppchen sauber in der Mitte perforiert,Ohrmuschel bis auf den Knorpel ziemlich lädiert.

Welcher Hund das war konnte ich nicht sehen,das ging einfach zu schnell!
Schnell vom Auto Octenisept und sterile Kompressen geholt,
erstmal alles desinfiziert und abgewischt zum begutachten.
Dann frische auflagen mit Klebeband(Hansaplast) fixiert und ab im Auto ins nächste Hospital (Fahrtzeit ca. 40 Minuten).
Dort ist er immer noch mit seiner Frau.
Zum Glück hat der Kollege kaum noch nachgeblutet,sind also keine Gefäße verletzt.
Bin mal gespannt wie er aussieht wenn die im Hospital mit Ihm fertig sind.

Fazit: Erste Hilfe Equipment muss immer dabei sein.Heute hatte ich z.B. keine Handschuhe ! Kann blöd sein!
Niemals bei sich beissenden Hunden mit den Händen dazwischen gehen oder sich nach unten begeben !
Einen Eimer Wasser, treten oder ein Stock um die Hunde zu trennen-aber niemals sich selber in Gefahr begeben!


Beste Grüße aus den sonnigen Vogesen,
HatzDiesel

occam
22.11.2014, 14:16
Gute Besserung Deinem Freund.
Infektionsrisiko ist leider sehr hoch bei einem Hundebiss.
Bei einem Menschenbiss übrigens auch...

Ich liebe Hunde, aber wie ich sie trennen würde, dazu schreib ich lieber nichts,
aber ich bezweifle, daß Hundebesitzer einen Eimer Wasser stets dabei haben...
:rolleys:

Ciao,
Occam

Avec
22.11.2014, 14:24
Hallo HatzDiesel,

das hat er wohl klar unterschätzt. Mir würde es nicht im Traum einfallen ein solches Kneuel mit Händen zu trennen. Zumal sich die Hunde doch meißt eh kaum was tun, oder? Ich kenn es zumindest von unseren Katern. Ein paar Kratzer ja, aber mehr auch nicht. Sich deshalb in diese Gefahr zu begeben, unverständlich. Schon ein Biss in Arm oder Bein wäre Kritisch, aber ins Gesicht. Unschön. Hoffe er kommt mit dem Schrecken davon.

Gut das du so reagiert hast und das wichtigste dabei hattest. Dazu meinen Respekt. Mindestens das Octeni hab ich in der letzten zeit auch immer dabei. Ein EDC muss ich mir allerdings noch zusammenstellen.

Gruß Avec.

HatzDiesel
22.11.2014, 14:40
Hi Occam,
der Gartenschlauch war nicht weit weg, daß war mein Gedanke als ich das Beissen wahrnahm.
Leider war er (mein Freund) schneller .....
Er wird´s überleben- aber für einen knapp 60jährigen Mann der auf dem Land aufgewachsen ist,war das eine sehr irrationale Reaktion.
Und ja,Hunde kann man auch anders trennen......

Grüße,
HatzDiesel

- - - AKTUALISIERT - - -

Hi Avec,
da hast Du recht,die Doggis hatten nicht mal einen Kratzer.
Sind beide langhaarig und das polstert wohl recht gut.

In meinem EDC (MB Sprinter) ist alles "am Mann", man brauchts länger nicht aber dann muss es ganz fix gehen!
Meine fehlenden Handschuhe habe ich übrigens schon aufgefüllt.

Grüße,
HatzDiesel

Kladika
22.11.2014, 15:15
War sicher eine Affektreaktion. Eine Freundin hatte auch mal, bevor ich noch was sagen konnte, ihrem und meinem Hund ein Stück Wurst hingeschmissen. Sofort war das gemeinsamme Spielen vergessen und der Futterstreit begann. Ohne weiter nachzudenken bin ich auch dazwischen und wurde unabsichtlich gebissen. Wünschen wir ihm gute Besserung, und das der Ohrknorpel auch problemlos verheilt.

drudenfuss
22.11.2014, 15:26
Zumal sich die Hunde doch meißt eh kaum was tun, oder?

Oder auch doch, mein Jack-Russel war 2 Nächte in der Klinik nachdem ein Schäferhund-Rottweiler-Mix sie angegriffen hatte.

Avec
22.11.2014, 15:38
Ok, dann nehme ich den Punkt zurück. Mit Händen sollte man es aber dennoch nicht versuchen.
Mir fällt grad ein...in grauer Vorzeit hat meine Schwester mal versucht 2 Meerschweinchen zu trennen die sich
in Ihrer Kiste in der Wolle hatten. Ergebniss: Eines hing mit den Zähnen zwischen Daumen und Zeigefinger, als
sie die Hand aus der Kiste hob. Sollte man also generell bei Tieren beachten :)

HatzDiesel
22.11.2014, 17:06
So,war gerade nochmal dort- 6 Stiche insgesamt.
3 am Ohr und jedes Löchlein einen.
Da hat er nochmal Glück gehabt!:Gut:
Aber das mit unseren Hunden ist wohl durch-
die Hoverwarthündin dreht komplett ab wenn Sie meinen Rüden auch nur durchs Fenster sieht.
Das glaub ich echt nich- 3 Jahre Friede,Freude, Eierkuchen und jetzt zickt das Mädel- aber dermaßen !
Und alles nur wegen Spielzeug.
"Mann" könnte meinen das da Parallelen zum Menschenleben existieren :devil::Sagenichtsmehr:

Gruß,
HatzDiesel

moleson
22.11.2014, 17:45
So,war gerade nochmal dort- 6 Stiche insgesamt.
3 am Ohr und jedes Löchlein einen.
Da hat er nochmal Glück gehabt!:Gut:
Aber das mit unseren Hunden ist wohl durch-
die Hoverwarthündin dreht komplett ab wenn Sie meinen Rüden auch nur durchs Fenster sieht.
Das glaub ich echt nich- 3 Jahre Friede,Freude, Eierkuchen und jetzt zickt das Mädel- aber dermaßen !
Und alles nur wegen Spielzeug.
"Mann" könnte meinen das da Parallelen zum Menschenleben existieren :devil::Sagenichtsmehr:

Gruß,
HatzDiesel

Das Problem ist das man die Hunde das nicht hat unter sich fertig regeln lassen. Wenn es dann mal durch ist, ist auch meistens wieder Ruhe.

tomduly
22.11.2014, 17:56
Hallo,

das Problem beim "Dazwischengehen" bei zwei kämpfenden Hunden ist meist, dass man weder einen Eimer Wasser parat hat, noch einen hinreichend wirksamen Knüppel. Dazu kommt, dass die meisten Gassigeher/innen, nach meiner Erfahrung zunächst völlig verblüfft wirken ("Wie? MEIN Hund? Kann nicht sein!") und das, was sie sehen als unwirklich einstufen und in einer Art Schockstarre verharren. Haben sie die überwunden, werden die Hundenamen laut gerufen und sonst irgendwie rumgebrüllt ("Hört auf!"). Was meist nur mässigen Eindruck auf die Tiere macht. Am Ende gehen die Herrchen/Frauchen doch "unbewaffnet" dazwischen und versuchen jeweils ihren Hund am Halsband zu kriegen und wegzuziehen. Soweit meine bisherigen Beobachtungen.

Sobald ein Mensch von einem Hund angefallen würde, würde ich, entsprechende Mittel zur Hand, ohne Rücksicht gegen den angreifenden Hund vorgehen und es auch "zu Ende" bringen, ganz klar.
Dabei orientiere ich mich an der Konsequenz, mit der die Bauern auf Island mit ihren Hunden umgehen: sobald einer ihrer Hunde einen Menschen anfällt, geht der Bauer mit dem Hund und Gewehr hinter die Scheune und beendet das Thema. Das vermisse ich hierzulande. Wird hier ein Hund nach einem Angriff eingeschläfert, sind anschliessend die Leserbriefspalten der Lokalzeitungen voll mit Kommentaren, dass der Hund nur seinem Naturell gefolgt sei und eigentlich nichts dafür könne und eigentlich das fünfjährige Mädchen auf seinem Fahrrad den Fehler begangen habe, an dem Hund auf dem Spazierweg vorbeizufahren...

Ich hab immer ein ungutes Gefühl, wenn bei Besuchen zwei Hunde zusammengebracht werden, "die sich kennen und nix tun". Das ist immer eine Gratwanderung. Der besuchende Hund dringt in das angestammte Revier des anderen ein, der duldet das gezwungenermassen, so lange er sich seinem Herrchen unterordnet. Sobald aber sein Herrchen sich dem besuchenden Hund zuwendet und diesen freundlich behandelt, zerbricht diese Rudelordnung und der ansässige Hund ist nur noch Bruchteile davon entfernt, dem besuchenden Hund bei der erstmöglichen Gelegenheit zu zeigen, wem hier das Revier gehört.

Das ist eine im Grunde sehr problematische Situation, die viele Hundebesitzer nicht richtig einschätzen bzw. sich darauf verlassen, dass "nix passiert", nach dem Motto: "Wir sind Freunde, unsere Hunde sind Freunde". Hunde sind Revier- und Rudeltiere und brauchen einen ganz klaren Platz in ihrem Rudel. Meist sind sie das Alphatier in einer Menschenfamilie, ich kenne wenige Familien, in denen das Herrchen wirklich die erste Position im Rudel innehat.

Treffen zwei Rudel (besuchsweise) aufeinander, geht das nur gut, wen die Alphaplätze eindeutig von den Menschen besetzt sind und die Hunde ihren untergeordneten Rang akzeptieren. Am besten sind solche Treffen natürlich auf neutralem Gebiet. Besucht das Gastrudel das andere in seinem angestammten Revier, wird es komplex, weil nun der ansässige Hund versuchen wird, "sein" Revier zu verteidigen und wird sein Herrchen (sofern er es als Alphatier anerkennt) genau beobachten. Sobald er den Eindruck hat, dass sein herrchen sich nicht wie ein Alphatier gegenüber dem Gastrudel verhält, wird er "notgedrungen" eingeifen, um a) sein Revier zu verteidigen und b) seinem Herrchen den Chefplatz streitig zu machen.

Übrigens, ich mag Hunde, aber ich akzeptiere sie nicht als vermenschlichte Ersatzbezugspersonen. Ich mag die Art, wie unsere Schäfer hier in der Gegend mit ihren Hunden umgehen: hart aber fair. Hart insofern, dass sie keinen Familienanschluss bekommen, sondern abends in ihren Zwinger draussen sind. Dennoch kann man sich ihnen bei der Hütearbeit tagsüber problemlos nähern, weil sie ihre Herrchen absolut akzeptieren und eine unglaubliche Kommunikation zwischen Schäfer und Hütehund abläuft.

Grüsse

Tom

HatzDiesel
22.11.2014, 19:28
@Tom,
ich kann Deine Argumentation schon nachvollziehen, doch hat in dem Fall mein Kumpel in den Kampf so Körpernah eingegriffen das für die Hunde ein "Mitkämpfer" da ist.
Und da ist mir wurscht was der Bauer in Frankreich oder Island macht- selber schuld,punkt.
Wie Moleson schrieb,austragen lassen und gut isses.

Meine Vorgehensweise (z.B. bei neuen Kunden auf dem Hof) ist da immer nachzufragen wie es derjenige Hundebesitzer sieht, so mit Kontaktaufnahme und eventuellen Beissereien.
Die meisten Leute haben da kein Problem mit, wenn die sich kurz beissen bzw. Ihren Rang ausmachen,daß funktioniert aber auch sehr oft ohne solche Geschichten.
Ansonsten spreche ich mich mit den leuten ab wann ich meinen aus dem Buss hole und die Ihre wegtun, so geht das dann ohne Probleme.

Bei doch auftretenden Dogfights passe ich aber trotzdem auf,wenn dann mal ein Ohr zerfetzt ist oder die Lefzen durchgebissen sind kann schon mal schluss mit zusehen sein-
dann gibt´s fusstritte oder Stockhiebe bzw. mit der fetten Lederleine- die ist nämlich immer dabei.
Das ist aber absolut Situationsabhängig würde ich sagen.

Aber nie- niemals mit den Händen oder Oberkörper/Gesicht in die Nähe des beissenden Pulkes.

Wenn ich mir überlege das ein knapp 60jähriger mit seiner 65jährigen Frau einen jungen Hovawart haben, um dann plötzlich festzustellen :
das der Hund "plötzlich" einen Jagdtrieb hat (gerade ist Jagdsaison in den Vogesen?!) ,
das der Hund nicht nur gassi gehen sondern auch gefordert werden muss,
das der Hund mittlerweile die Antwort b) für sich beansprucht,
das der Hund noch gute 10 Jahre diese Rolle spielen will ?

Ich denke das heute mein Freund und seine Frau eine sehr schmerzhafte,aber deutliche Erfahrung in Bezug auf Ihren Hund/Hundehaltung und
der für Sie"geeigneten" Hunderasse gemacht haben.
Hart aber fair.

In diesem Sinne-
Gruß,
HatzDiesel

Isuzufan
22.11.2014, 21:59
Ohne als grosser Hundekenner dastehen zu wollen aber trennt man ineinenerverbissene Hunde nicht indem die Besitzer die Hinterbeine Ihres Tieres nehmen und auf Komando gleichzeitig in die Höhe lüpfen?

LG Wolfgang

HatzDiesel
22.11.2014, 22:34
Hi Survival,
die hatte ich vor nicht allzu langer Zeit für meinen Job zweckentfremdet, musste ein ekliges WC+Zubehör entfernen und in den Ablauf fassen :brech:.
Deswegen heißt das ja auch Gas-Wasser-Sch....:shit:

Danach einfach versäumt wieder aufzufüllen.
Jetzt reicht die Packung wieder für viele WC´s und eventuelle Erstehilfe....
Guts Nächtle,
HatzDiesel

Frei's Petrollampen
22.11.2014, 22:40
Hallo zusammen

Tja das war ein "Leehrblätz" wie wir in der Schweiz zu sagen pflegen!

Ich gehe auch mit grosser Vorsicht vor wenn sich unser Kater mit dem Nachbarskater prügelt :staun:

Ich bin immer wieder froh wen ich nicht alle Fehler selber machen muss.

Gute Genesung an den Versehrten!

Viele Grüsse, Ernst

Rugo
22.11.2014, 23:33
Hallo HatzDiesel ,
mein "gefällt mir" bezieht sich natürlich nicht auf den Vorfall als Solchen, sondern auf Deine Reaktion !

Da ich mit Hunden aufgewachsen bin (mein Kinderwagen wurde Mitte des letzten Jahrhunderts schon von einem Hund scharf bewacht, nachdem mich ein Amerikaner abgreifen wollte) ,kann ich behaupten, ein guter Hund kann der beste Freund eines Menschen sein.

Da ich mittlerweile den 7. Hund habe (ich hatte die Hunde nicht immer als Welpen erhalten) und viele gute und weniger gute Hundehalter kenne , habe ich hier schon einiges an Erfahrung ohne mich nun als Hundeexperte zu verstehen.
Was manche "Hundeexperten" zuweilen so von geben ist teilweise schon haarsträubend , umso mehr freuen mich die hier doch sachlichen Aussagen zum Thema.

Grüße von Rugo , mit seinen 15-jährigen Labrador/Stafford-Freund


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