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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : i.v. Augmentin ist Mangelware



moleson
24.11.2014, 14:08
Gerade ein Mail der Klinik bekommen. Augmentin in der i.v. Form, ist für Absehbarer Zeit Mangelware, sowohl im Original wie auch als Generika.

frieder59
24.11.2014, 14:17
nach wikipedia ist es ein Antibiotikum

ID 3605
24.11.2014, 14:18
Scheint sich um ein Antibiotikum zu handeln, wohl aber in DEU rezeptpflichtig.
Bringt mich bei meiner Dauerproblematik Antibiotika zu bevorraten leider nicht weiter.

@Moleson
Ist das bei euch frei erhältlich und du möchtest auf einen Engpass hindeuten oder vermutest du "mehr" dahinter?
Sprich Lagerauffüllung behördlicher Stellen wegen wasauchimmer?

Gruß,
Maro

chr1s
24.11.2014, 14:21
Augmentin ist ein Markenname eines Penizilin-Antibiotika.

Vielleicht hilft Dir das weiter:
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Penicilline&search=Penicilline#bottom

Es gibt ja beinah tausende Markennamen für besagtes Medikament. Eine Alternative sollte im obigen Link schon zu finden sein.

Andere Frage, wieso IV?

Gruess

Chris

frieder59
24.11.2014, 15:19
nicht IV , sondern i.v. , also intra venös , also die Verabreichung des Arzneimittels in die Vene - ist wahrscheinlich eine besonders wirkungsvolle Verabreichungsform .


Frieder

moleson
24.11.2014, 15:32
Die Information kommt aus dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung.

GSK ist nicht in der Lage in den nächsten Monaten das AB zu liefern, warum steht nicht in dem Brief, aber die Genrika Fabrikanten können die Lücke nicht richtig schliessen, weshalb das Bundesmt einem vorschlägt dies nur in Notfällen zu benutzen.

21794

Ist halt nur auf Französisch

chr1s
24.11.2014, 15:32
Das mein ich, sorry mein Fehler.


nicht IV , sondern i.v. , also intra venös

Und danke der Korrektur. Das Zeug ist aber als Tablette wesentlich unempfindlicher und länger haltbar wenn ich mich recht erinnere. Frage mich auch "wie weit man es kommen lassen muss" bis das intra venös benötigt wird. Aber vielleicht spielt da meine Abneigung zu Spritzen schon zu sehr mit rein :o)

Warte gespannt auf Antwort ;o)

trainman
24.11.2014, 16:29
Ich verstehe das leider immer noch nicht. Was genau kann ich mit dieser Info anfangen? Ist das bei Medikamenten öfters so, dass es Engpässe gibt? Muss mich das beunruhigen?? Bitte um Aufklärung. Danke.

Gruss trainman

Grille
24.11.2014, 17:18
Was für Auswirkungen hat das? Gibt es einen Zusammenhang den ich nicht erkenne?

Hunted
24.11.2014, 17:29
Wenn nun die Pest (o.vgl. bakterielle epidemische Infektion, die sensibel auf Penicillin + Clavulansäure reagiert) ausbricht kann es zu Engpässen in der Versorgung kommen.
Je nach Ausmaß des Engpasses kann es auch ohne größere Epidemien zu einem merkbaren Mangel im klinischen Alltag kommen. Ist bei anderen Medikamenten durchaus schon vorgekommen. Und da das ein wichtiges und häufig verwendetes Basismedikament ist, kann das durchaus relevant sein.

Ich habe übrigens noch nichts diesbezügliches gehört. Frage aber morgen mal in der Apotheke bei uns nach.
Zum Glück gibt es übrigens durchaus wirksame Alternativen, sodass zumindest kurzfristige Ausfälle im Allgemeinen gut abgefangen werden können.

Thurgovia
24.11.2014, 18:08
Ich verstehe das leider immer noch nicht. Was genau kann ich mit dieser Info anfangen? Ist das bei Medikamenten öfters so, dass es Engpässe gibt? Muss mich das beunruhigen?? Bitte um Aufklärung. Danke.

Gruss trainman

Hallo trainman
Engpässe sind recht häufig in diesem Bereich. Antibiotika und Impfungen sind anfällig für Engpässe da es z.T. Jahre, aber mindestens Monate dauert bis eine "Charge" hergestellt ist. Fällt eine aus (dafür gibt es viele Gründe) dann hat die entsprechende Pharmafirma nicht gleich viel zu liefern als normal. Natürlich ist es auch nicht so einfach für eine Pharmafirma, den weltweiten Bedarf schon Jahr im voraus zu errechnen und Überkapazitäten sind aus Kostengründen auch nicht wünschenswert. Es ist aber auch so dass vieles was vom Ausland an Medikamenten in die Schweiz kommt einen Umweg macht über swissmedic zwecks Kontrolle. Dann wird die Charge z.B. an Impfstoffen freigegeben. Dieser Prozess kann durchaus einige Wochen dauern (teilweise auch aus technischen Gründen) Möglicherweise steckt hinter einem Engpass also nur die Tatsache, dass die entsprechende Kontrollabteilung ein bisschen lange braucht, das Mittel wäre aber an und für sich vorhanden.
Engpässe kommen schon dann und wann vor und sind an sich noch nicht beunruhigend. Sie können meist kompensiert werden über die Vorratshaltung der Firmen selber oder der Grossisten, je nach Medikament werden auch Verteilungen des vorhandenen veranlasst. Meistens kommen die Infos darüber aber nicht sehr weit denn die Abläufe spielen im allgemeinen gut. Bedenklich ist sowas im ersten Moment also nicht. Dennoch sollte es nicht zu oft und zu lange vorkommen ;-) Es ist ein sensibler Bereich aber zumindest in der Schweiz macht der Staat recht schnell Druck auf die entsprechenden Firmen.

Waldschrat
24.11.2014, 20:03
Wenn nun die Pest (o.vgl. bakterielle epidemische Infektion, die sensibel auf Penicillin + Clavulansäure reagiert) ausbricht kann es zu Engpässen in der Versorgung kommen.

Hallo Hunted,

siehst Du das als relevant an? Klar, es gibt endemische Reservoirwirte in Nagetierpopulationen (USA, Mittelamerika, Indien,...) aber ist nicht MRSA, wo nun kaum noch ein Antibiotikum hilft, die realere Gefahr?

Und das züchten wir uns in jedem Hühner- Schweine- und Kuhstall durch Antibiotikamissbrauch.


Meint

Matthias

Frei's Petrollampen
24.11.2014, 20:41
Hallo zusammen

O.K. das ist ein Breitbandantibiotikum.

Nur müssen wir da an ganz anderen Punkten ansetzen ......, die Thematik ist ein wenig komplex.

Wir tolerieren durch unseren Geiz ist Geil Status, dass in der Tierhaltung Antibiotika in Massen eingesetzt wird. Fleisch darf ja für den Konsumenten nichts mehr kosten.

Das resultiert die extensive Mast ......., egal wie und mit was. Das resultiert auch Keime die durch nichts zu stoppen sind!

Ich denke wir werden durch unsern Threadersteller und Mediziner noch weiter aufgeklärt.

Viele Grüsse, Ernst

Hunted
24.11.2014, 20:50
Hallo Hunted,

siehst Du das als relevant an? Klar, es gibt endemische Reservoirwirte in Nagetierpopulationen (USA, Mittelamerika, Indien,...) aber ist nicht MRSA, wo nun kaum noch ein Antibiotikum hilft, die realere Gefahr?

Und das züchten wir uns in jedem Hühner- Schweine- und Kuhstall durch Antibiotikamissbrauch.


Meint

Matthias

Nein sehe ich nicht als Gefahr und ja, da hast du absolut recht. Auf die aktuelle Realität bezogen sind multiresistente Keime definitiv die große Gefahr und können mit etwas Pech jeden von uns treffen. Wir müssen nur krank werden, uns verletzen oder sonstwie operiert werden (müssen)...

chr1s
25.11.2014, 09:09
Ich find den Sprung von "Augmentin ist Mangelware" zu "multiresistenten Keimen" nachvollziehbar. Ich würde das Thema aber lieber direkt ansprechen. Gehts denn nun um die Keime? Hier herrscht grad viel Verwirrung meinerseits! :confused:

Thurgovia
25.11.2014, 09:44
Hallo chr1s

Vereinfacht gesagt ist Augmentin ein eher einfaches Antibiotikum für eher "einfache Keime".
Als Beispiel wurde dann die Pest genannt, bei der Augmentin wirken würde aber natürlich bei einem Ausbruch eine grosse Menge verfügbar sein müsste. Ist aber nicht wenn ein Engpass herrscht, also nicht gut.

Allerdings sind Multiresistenzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt hierzulande das grössere Problem
als gerade die Pest, weil gegen sie die vorhandenen Antibiotika nicht (mehr) oder schlecht wirken resp. die vorhandenen Antibiotika mit den erstarkenden Bakterienstämmen immer schwächer werden im Verhältnis.

Sind also im Grunde 2 verschiedene Diskussionen die aber beim Stichwort Antibiotika zusammenhängen.
Hoffe es hilft in der Verwirrung?

LG Thurgovia

Gresli
25.11.2014, 18:59
Hallo,

Update: Jetzt ist es auch in der Presse:


Wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) die Spitäler in einem Schreiben informiert hat, kann der britische Pharmakonzern GSK das Präparat Augmentin in den nächsten Monaten nicht mehr liefern.
«Augmentin ist eines der am häufigsten eingesetzten Antibiotika, die bei Atemwegsinfektionen wie Lungenentzündungen oder bei anderen bakteriellen Infekten eingesetzt werden»


Der Grund ist, wie vermutet wurde, ein Problem bei der Produktion:

Bei einem von den Behörden verordneten Sterilitätstest seien in der Produktion Keime entdeckt worden, worauf die Herstellung des Medikaments gestoppt worden sei

Mit der Wiederaufnahme der Produktion und der Freigabe der Chargen sei nicht vor dem ersten Quartal des nächsten Jahres zu rechnen

Die beiden Hersteller, die Novartis-Tochter Sandoz und die Firma Teva-Mepha, verfügten über gewisse Reserven bei der geringeren Dosierung (1,2 Gramm), bei der höheren Dosierung (2,2 Gramm) seien nur geringe Vorräte verfügbar, schreibt das BWL.


Ganz unproblematisch scheinen die Alternativen nicht zu sein:

Die Antibiotika, die als Ersatz infrage kommen, wirkten breiter. Damit stelle sich die Frage, ob bei den Patienten Resistenzen gebildet würden

Zudem bestehe nun die Gefahr, dass auch bei den Alternativen die Vorräte ausgingen



Das Amt verfügt über Antibiotikapflichtlager. Diese würden freigegeben, sobald die Firmen ein entsprechendes Gesuch stellten

Es sei aber jetzt schon klar, dass zumindest bei der höheren Dosierung von Augmentin das Pflichtlager nicht ausreichen werde

«Da der Bund bei Antibiotika Pflichtlager aufgebaut hat, haben wir in der Schweiz mehr Zeit, um auf solche Engpässe zu reagieren.» Es sei möglich, dass auch auf die Pflichtlager der alternativen Antibiotika zurückgegriffen werden müsse
Wie sieht es eigentlich mit solchen Pflichtlagern in anderen Ländern aus?

Grüsse, Gresli

(Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Spitaeler-kaempfen-mit-AntibiotikaEngpass/story/29010655 )

Gresli
25.11.2014, 19:43
Nichts darüber, daß in D das Augmentin einen Engpaß hat...

Es scheint aber, der Engpass betrifft nicht nur in der Schweiz:

Derweil versucht die Firma Teva-Mepha zusätzliche Mengen des Augmentin-Generikums von ihrem europäischen Lieferanten zu beziehen, wie Schweiz-Chef Andreas Bosshard sagt. Dies sei aber nicht einfach, da der Engpass europaweit bestehe


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