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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1. Hilfe Tasche - eine kleine Präsentation



Kampfhamster
12.01.2015, 20:43
Hab mal ein paar Fotos von meiner kleinen 1. Hilfe Tasche gemacht. Primär ist die für Kleinigkeiten wie Schnittwunden, Platzwunden, etc. Habe insgesamt 3 oder 4 Stück davon in beiden Rucksäcken und im Auto platziert. Bei Bedarf könnte man z.B. auch noch eine in der Beintasche der Hose platzieren.

Ein deutscher Bekannter von mir hat vor Jahren mal so etwas in Flecktarn gekauft. In oliv oder schwarz konnte ich es nirgendwo finden und ein Import war mir zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Also habe ich kurzerhand meine Mutter darauf angesetzt. Fotos vom Original machen lassen und dann nachgeschneidert.

Zum Inhalt:

-Kleiderschere
-Pflastersortiment
-Wundverband 10x8cm
-Gaze-Kompresse 5x5cm
-Wundreinigungstuch
-Universalverband
-kühlender Verband
-Fingerverband mit Gelkompresse
-grosser Verband mit Gelkompresse
-Verbandpatrone
-Handschuhe
-Pinzette

Werde später noch etwas zu meiner grösseren Verbandstasche schreiben, die ich im Auto dabei habe.

sonny
12.01.2015, 21:07
Super Sache, ohne bei mir nachzuschauen würde mir noch einfallen:
Klammerpflaster (super für kleine cuts)
Rettungsdecke (auch als signalgeber)
Quickclot

Bis auf das olle Quickclot ist alles leicht und gut zu verstauen.

Kampfhamster
12.01.2015, 21:11
Gute Idee. Zumal ich die Dinger ja eigentlich eh schon im Haus hab.

Quickclot lass ich sein, damit kenn ich mich nicht aus und passt vom Konzept her nicht in diese Tasche. In der grossen Tasche hab ich drin (glaube ich)

ksbulli
12.01.2015, 21:16
Moin Kampfhamster,

wenn Du damit so zu recht kommst super. Das beste Gear nützt nichts, wenn der Benutzer es nicht anwenden kann. :Gut:
DIYFAK - sehr genial!

Rettungsdecke wurde schon gesagt. Ich stehe mehr auf Kompresse und Dreiecktuch statt Verbandpäckchen, aber das ist auch schon fast ein "Tick" von mir... :rolleys:
Beatmungsfolie / -hilfe / -tuch würde ich noch einpacken.

Eine Frage habe ich noch: Bitte was ist eine "Verbandpatrone"?

Ich wünsche Dir, dass Du außer dem "Pflaster" nie was daraus brauchst...

Christian

Kampfhamster
12.01.2015, 21:33
Mit Beatmungstuch komm ich ganz schlecht zurecht, find ich nur schon bei Ausbildungen eine fummelige Sache. Ich lass es darauf ankommen.
Verbandspatrone: Gaze-Binde mit einer saugfähigen Kompresse und einer Klammer zur Befestigung.

Jetzt weiss ich auch wieder warum da keine Rettungsdecke da drin ist:

hab keine mehr vorrätig (ausser in dem Päckchen im grossen Rucksack und im Auto) :schmeichel:

ksbulli
12.01.2015, 21:40
...
Verbandspatrone: Gaze-Binde mit einer saugfähigen Kompresse und einer Klammer zur Befestigung. ...

Ahhh, jetzt ja,... heißt bei uns Verbandpäckchen (allerdings i.d.R. ohne die liebevoll "Schwiegermutter" genannte Klammer)! Danke. :Gut:


...Jetzt weiss ich auch wieder warum da keine Rettungsdecke da drin ist:

hab keine mehr vorrätig (ausser in dem Päckchen im grossen Rucksack und im Auto) :schmeichel:

Das ist ein "Pfennigsartikel" - lass ich nicht gelten! :rolleys:

(Müsste analog "Rappenartikel" heißen - gibt es den Ausdruck? :grouphug:)

CU
Christian

Kampfhamster
12.01.2015, 21:44
Pfff, mir wurscht was du gelten lässt. Hab im Auto nochmal 3 Stück oder so. ;)

Ne, bei uns heisst das jeweils gleich "Frankenartikel", weil man für Rappen nix kriegt ;)

Achja: brauchen tu ich das Material leider recht häufig, da ich in der Firma Betriebssanitäter bin, da geht ordentlich was an Material durch.

Mittelalter
12.01.2015, 23:38
Gute Sache....
Und steck nochmal ein 2. oder 3. paar Handschuhe mit rein :rolleys:

TheHamster
13.01.2015, 00:01
Eine sehr nette Kombi. Meine Verbesserungsvorschläge wären:

1 sterile Nadel --> Zum Splitter freilegen die man mit der Pinzette nich direkt greifen kann.

Klemmpflaster wurd ebenso gesagt wie
Rettungsdecke...
mehr Handschuhe ebenso... man glaubt gar nich wie viele Handschuhe ich z.B. bei einem Polytrauma verbrauche... selbst auf was normales runter gerechnet kann man scho mal 2-3 Satz verbrauchen

Kampfhamster
13.01.2015, 05:46
Da sind normal ca 4 Paar Handschuhe drin. Das einzelne Paar auf dem Foto ist quasi als Beispiel ;)

Nadel? Dazu hab ich ja eine Pinzette. Wüsste grad nicht wozu ich das brauchen würde oder schon jemals vermisst hätte.

Einzelkämper
13.01.2015, 09:32
Hallo Kampfhamster (und alle Mitleser),

(nur um es nochmal gesagt zu haben) was ich bei solchen Präsentationen immer als erstes wissen möchte ist:
1. Ausbildungs-/ Kenntnisstand und
2. auf was das Set ausgelegt ist.


Worauf ich aber eigentlich eingehen wollte ist, die Kleiderschere an erster Stelle. Vor dem Hintergrund, das du dein Set häufiger im Einsatz hast ist das für mich nochmal ein Anlass über meine eigene Ausrüstung nachzudenken.

Obwohl ich es eigentlich im Erste Hilfe Kurs auch gelernt habe, das eine Kleiderschere einfach sicherer ist, so habe ich mich trotzdem dazu entschieden in "guter Survivalmanier" im Fall der Fälle (der bis jetzt aber noch nicht vorgekommen ist) auf einer Wanderung (die mein "Einsatzgebiet" ist) mein Taschenmesser zum evtl. Zerschneiden von Kleidungsstücken am Körper zu nutzen.

Einen solchen Einsatz meiner EH Ausrüstung schätze ich (dort wo ich unterwegs bin) weiterhin als sehr gering ein aber evtl. denke ich doch nochmal über eine Kleiderschere nach. Zumindest als mögliche Erweiterung bei größeren Unternehmungen.

Sind die qualitativ eigentlich alle gleich gut oder würdest du eine spezielle empfehlen? Deine scheint auch recht platzsparend zu sein.


Gruß Einzelkämper

Kraftwerk
13.01.2015, 12:32
Hallo @ll,

Was mir Spontan einfällt im Bezug auf Kleiderschere,einen Cutter,wo man die kleider aufschneiden kann,der geht Locker durch ne Jeans...mir Fällt jetzt der Richtige Name nicht ein...

Aber was ich eigentlich sagen wollte,eine kleine Lampe im Set ist bei Dunkelheit Gold wert,oder ein gutes Knicklicht:-))

Und je mehr Handschuhe drinne sind um so besser

Gruss kraftwerk

Kampfhamster
13.01.2015, 21:07
Hallo Kampfhamster!

Was ich vermissen würde ist etwas zur Wunddesinfektion wie z.B. Octenisept.

Dafür die Wundreinigungstücher. Sind handlicher, nicht in einer Flasche, die kaputt gehen kann, wenn ich sie z.B. in der Beintasche hab und sind kostenlos für mich


Hallo Kampfhamster (und alle Mitleser),

(nur um es nochmal gesagt zu haben) was ich bei solchen Präsentationen immer als erstes wissen möchte ist:
1. Ausbildungs-/ Kenntnisstand und



Total 3 Wochen Ausbildung Erste Hilfe in der Armee (unter anderem als Zeitmilitär).
Insgesamt 10 Tage Ausbildung als Betriebssanitäter (in erster Linie Wundversorgung, Aufbau Betriebssanitätsdienst, 1. Hilfe unter Stress!!).
Und last but not least: mittlerweilen 7 Jahre Einsatzerfahrung als Betriebssanitäter in der Industrie, da sieht man so die eine oder andere Wunde.



2. auf was das Set ausgelegt ist.



In erster Linie für stark blutende Wunden, Platzwunden, Schürfungen wenn ich draussen unterwegs bin, oder halt auch, wenn ich an Schiesskursen oder auch sonst irgendwie bin.




Worauf ich aber eigentlich eingehen wollte ist, die Kleiderschere an erster Stelle. Vor dem Hintergrund, das du dein Set häufiger im Einsatz hast ist das für mich nochmal ein Anlass über meine eigene Ausrüstung nachzudenken.

Obwohl ich es eigentlich im Erste Hilfe Kurs auch gelernt habe, das eine Kleiderschere einfach sicherer ist, so habe ich mich trotzdem dazu entschieden in "guter Survivalmanier" im Fall der Fälle (der bis jetzt aber noch nicht vorgekommen ist) auf einer Wanderung (die mein "Einsatzgebiet" ist) mein Taschenmesser zum evtl. Zerschneiden von Kleidungsstücken am Körper zu nutzen.

Einen solchen Einsatz meiner EH Ausrüstung schätze ich (dort wo ich unterwegs bin) weiterhin als sehr gering ein aber evtl. denke ich doch nochmal über eine Kleiderschere nach. Zumindest als mögliche Erweiterung bei größeren Unternehmungen.

Sind die qualitativ eigentlich alle gleich gut oder würdest du eine spezielle empfehlen? Deine scheint auch recht platzsparend zu sein.


Gruß Einzelkämper

Kleiderscheren gibts so viele auf dem Markt. Am besten halt vergleichen, aber ich denke nicht, dass man da so dermassen viel falsch machen kann.

Kraftwerk
14.01.2015, 09:14
Hallo @ll,

Was sich in all den Jahren bewährt hat,zumindest für mich ist ein EDC-FAK,ich habe darin:

ein BW-Verbandpäckchen,ein Israel-Bandage klein,ein Dreiecktuch,ein Beatmungstuch,eine Rettungsdecke,verschiedene Pflaster,ein paar Alko-pads,3 paar handschuhe und eine kleine helle Taschenlampe und noch 2 kleine Knicklichter...passt alles in eine kleine Tasmanien Tiger Tasche.

Was ich als nächstes reinmache, ein kleines Fläschen Desinfektions mittel,Kleiderschere brauch ich erstmal nicht,hab ja mein Tool dabei;-)

Gruss Kraftwerk

Corvinjus
15.01.2015, 23:26
Hallo Kampfhamster (und alle Mitleser),

(nur um es nochmal gesagt zu haben) was ich bei solchen Präsentationen immer als erstes wissen möchte ist:
1. Ausbildungs-/ Kenntnisstand und
2. auf was das Set ausgelegt ist.


Worauf ich aber eigentlich eingehen wollte ist, die Kleiderschere an erster Stelle. Vor dem Hintergrund, das du dein Set häufiger im Einsatz hast ist das für mich nochmal ein Anlass über meine eigene Ausrüstung nachzudenken.

Obwohl ich es eigentlich im Erste Hilfe Kurs auch gelernt habe, das eine Kleiderschere einfach sicherer ist, so habe ich mich trotzdem dazu entschieden in "guter Survivalmanier" im Fall der Fälle (der bis jetzt aber noch nicht vorgekommen ist) auf einer Wanderung (die mein "Einsatzgebiet" ist) mein Taschenmesser zum evtl. Zerschneiden von Kleidungsstücken am Körper zu nutzen.

Einen solchen Einsatz meiner EH Ausrüstung schätze ich (dort wo ich unterwegs bin) weiterhin als sehr gering ein aber evtl. denke ich doch nochmal über eine Kleiderschere nach. Zumindest als mögliche Erweiterung bei größeren Unternehmungen.

Sind die qualitativ eigentlich alle gleich gut oder würdest du eine spezielle empfehlen? Deine scheint auch recht platzsparend zu sein.


Gruß Einzelkämper

Ich benutze seit Jahren die Ripshear. Sehr empfehlenswert. Wie es mit der Beschaffung in Deutschland aussieht weiß ich nicht. Ich habe immer größere Mengen bei Extremeoutfitters (http://www.extremeoutfitters.us/rippershearcombo.aspx)bestellt.

Grüße

Kampfhamster
31.01.2015, 15:52
Bin endlich dazu gekommen Fotos von meiner grösseren Sani-Tasche zu machen.

Anwendungszweck:
War auf der Suche nach einer Tasche, die ich mit auf den Schiessstand nehmen kann wenn ich Ausbildungen leite. Bin dann per Zufall in einen Brockenstube auf eine alte Kameratasche gestossen, die mich 'n Apfel und ein Ei gekostet hat.
Einteilung ist da ja schon vorhanden und nach Bedarf einstellbar mit einklettbaren Unterteilern.

Wird permanent im Auto mitgeführt als Ergänzung zum obligatorischen 1. Hilfe Kasten.

Wirklich gebraucht hab ich sie allerdings noch nie, abgesehen von dem einen oder anderen Pflaster.

Inhalt ist vergleichbar mit der kleinen Tasche von oben, nur dass halt mehr davon drin ist.

Zusätzlich:

-Sam Splint Schiene
-Einweg-Skalpell
-LED-Lampe und Reservebatterien
-Feuerzeug
-Abfallbeutel
-Gefrierbeutel in 3 Grössen
-Tourniquet
-Notizheft
-Knicklichter
-Verband für Verbrennungen
-Kühlbeutel
-Taschenmesser
-Desinfektionsspray.

Gewicht: ca. 3.2 kg.

Was ich mal noch machen muss ist eine sichtbare Markierung mit einem roten Kreuz oder so. Hatte bisher keine Priorität, da wir auf dem Schiessplatz einen definierten Standort für 1. Hilfe Material haben.

Auf eine vollständige Auflistung des Inhaltes verzichte ich, ausser es wird gewünscht.

redtiger
06.02.2015, 22:54
Sehr nett, ich würde noch eine Beatmungshilfe (z.B. Taschenmaske?) hineingeben... Da die Tasche auch insbesondere beim Schießsport zum Einsatz kommt, würde ich auch evtl. Druck-Schnellverbände und Schnellverbände für penetrierende Thoraxtrauma.
Einzig und allein frage ich mich, was du mit dem Skalpell machen willst?

Bzgl. des "Verbrennungsverbandes": Was ist das genau? Ist damit eine aluminisierte Wundauflage gemeint? Oder sind damit die mit kühlendem Gel/Lokalanästhetikum/etc. versehenen Auflagen? - Letzteres ist inzwischen bei der Brandwundenversorgung ziemlich out und ist für die Erstversorgung ziemlich verpönt. State of art ist momentan die gute alte aluminisierte Wundauflage.

Waldschrat
06.02.2015, 23:10
Sehr nett, ich würde noch eine Beatmungshilfe (z.B. Taschenmaske?) hineingeben... .

Hallo Redtiger,

ich bekenne mich ja nun dazu, dass ich nur Basiswissen habe, so alle 2-3 Jahre den zweitägigen EH-Kurs. Aber eine Beatmungsmaske ist für mich ein "must have". Ich habe sie auch schon mal anwenden müssen.

Meine Strategie: Eine Beatmungsmaske zu Hause und im Auto, auf dem Boot sowieso.

Im EDC im Rucksack, wo natürlich auch das Volumen für EH-Material begrenzt ist, ein Ambu-Lifekey. (http://www.lifekey.eu/)


Ich hätte da noch ein paar andere Themen auf der Agenda und im Rucksack, sogar im EDC

Aluderm Wundauflagen
Klammerpflaster
eine 30ml Flasche Betaisodona

Als "Werkzeug" eine gute Verbandschere aus dem Chirurgiebedarf, mit der man wirklich auch mal eine Jeans aufschneiden kann, um an die Verletzung zu kommen, nicht das Pressblechgelump aus den Verbandskästen und eine ebenso gute Splitterpinzette.

Als Diagnostikleuchte (Pupillenreflex) und bei der Arbeit "sehen wir mal, was wir tun" ist eine Taschenlampe sowieso dabei.

Meint

Matthias

redtiger
07.02.2015, 10:59
bzgl. des Wunddesinfektionsmittels Betaisodona sollte man sicherstellen, dass alle bei denen man es verwenden möchte keine Jod-Unverträglichkeit haben. - Oder als Alternative jodfreie auf Alkohol basierende Desinfektionsmittel (z.B. Octenisept) nehmen.

Bzgl. der Scheren muss ich sagen, dass ich mit den "günstigen" Allzweck/Kleider&Verband-Kombischeren (z.B. https://www.doccheckshop.de/Praxis/Instrumente/Scheren/Allzweckschere.html) eigentlich gute Erfahrungen gemacht habe und im Dienst diese regelmäßig nutze. Für normale T-Shirts, Hemden, Jeans sind diese vollauf ausreichend und passen problemlos in die Hosentasche. Gegen wirklich robuste Kleidung (Lederjacken, Motorrad-Bekleidung, etc.) hilft natürlich nur was kräftiges, wie die große, schwere aber leistungsstarke Kleiderschere "Robin".
Wer ein wirkliches Qualitätsprodukt in diesem Bereich haben möchte, dass zugleich eine eierlegende Wollmilchsau ist, dem sei der Leatherman "Raptor" ans Herz zu legen - ich kenne viele Kollegen die ihn mit großer Zufriedenheit nutzen... - nun ich gebe zwar gerne Geld für tolle Tools aus, aber ganz ehrlich mir sind ~80€ für eine Kleiderschere zu viel, da bleibe ich lieber beim Einfachen um <5€.
Was stimmt ist, dass alle Scheren die ich bisher in Verbandsets als Beigabe hatte für den Müll waren - eigentlich ärgerlich, wenn man weiß das eine ausreichende Schere auch nichts kostet.

Waldschrat
07.02.2015, 18:12
bzgl. des Wunddesinfektionsmittels Betaisodona sollte man sicherstellen, dass alle bei denen man es verwenden möchte keine Jod-Unverträglichkeit haben. - Oder als Alternative jodfreie auf Alkohol basierende Desinfektionsmittel (z.B. Octenisept) nehmen

Hallo Redtiger,

Du sprichst hier ein Thema an, das mich als Laienhelfer auch in eigener Sache interessiert. Hintergrund auch Seefahrt oder expeditionsähnliche Reisen, wo eine Wundinfektion sicher vernieden werden muss.

Das Mittel der Wahl war da bei uns immer PVP Iod oder Betaisodona.

Iodfrei halt Octenisept, aber das soll angeblich zu Gewebsnekrosen führen, wenn es in tiefe Verletzungen gerät


Im Notfall, wenn alle Stricke reissen, würde ich sogar tief in meinem Beutel nach dem Kaliumpermanganat fischen.


Zur See, wenn der nächste Arzt 200 sm entfernt ist, ging das meist herzhaft her. Da hat mich meien BEVA auch schon mal nach der Behandlung mit Betaisodone genäht.

Meine BEVA kann nähen. Das Ergebnis war kosmetisch perfekt!

Meint


Matthias

Häuptling
07.02.2015, 20:13
Octenisept ist im Augenblick eigentlich der Standard in der Wundreinigung. Letztendlich haben alle Wunddesinfektionsmittel Vor- und Nachteile. Ich habe noch Spülen mit Wasserstoffperoxid gelernt und da teilweise auch noch bei Hunden gemacht, geht auch. Octenisept ist aber auch da eigentlich besser.

Ich hab mal was zu den aktuellen Empfehlungen gesucht:

http://www.pflegewiki.de/wiki/Wundreinigung
Ganz schöne Übersicht und nicht zu sehr in Fachchinesisch.

S1-Leitlinie Akute Wunden und Wundversorgung:
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-129l_S1_Wunden_Wundbehandlung_09-2014.pdf


Chronische Wunden:
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/091-001l_S3_Lokaltherapie_chronischer_Wunden_2012-06.pdf



Grundsätzlich kann der Laie mit Octenisept am wenigsten falsch machen. V.a. bei Kinder auch bei z.B. Schürfwunden toll, weil es nicht brennt.

mueller
07.02.2015, 20:20
V.a. bei Kinder auch bei z.B. Schürfwunden toll, weil es nicht brennt.

Wie wahr. Seit dem kommen diese kleinen Raketen sogar freiwillig zum verarzten. :lachen:

Waldschrat
07.02.2015, 20:47
Octenisept ist im Augenblick eigentlich der Standard in der Wundreinigung. Letztendlich haben alle Wunddesinfektionsmittel Vor- und Nachteile. Ich habe noch Spülen mit Wasserstoffperoxid gelernt

Hallo häuptling,

um es klar zu sagen, ich bin weder Arzt noch Sanitäter. Aber H2O2 so etwa 6% wäre für mich ein Mittel der Wahl, wenn nichts anderes vorhanden ist. Es brennt nicht in der Wunde und ist gut verträglich, ist verlässlich bakterizid und viruzid.


Ebenso, wenn ich gerade nichts anderes habe, Kaliumpermanganat, Natriumpersulfat und andere.

Last Resort: Kaliuimiodid-Iodlösung, Stichwort Lugol'sche Lösung. Ist was für Masochisten, brennt wie Hund, killt aber alle Keime.

Im Grunde kann Euch unterwegs nichts übleres begegenen, wie eine infizierte Wunde, Da ist beinahe jedes Gegenmittel recht!


Meint


Matthias

Häuptling
07.02.2015, 21:03
Waldschrat, dann ist jetzt vielleicht die Zeit, sich von alten Freunden zu trennen und was neues zu probieren... :rolleys:

Wasserstoffperoxid und jodhaltige Wunddesinfektionsmittel führend weit häufiger zu Komplikationen und v.a. zu deutlich schwereren. Wasserstoffperoxid kann zu Nekrosen, also Gewebszerstörungen, Durchbutungsstörungen und Thrombosen und zu Gefäßverschlüssen führen und ist heutzutage in der Humanmedizin obsolet.

Oh Gott, keinen Tag hier und ich fange schon wieder an, zu dozieren... :staun: Tut mir leid, ist so eine Macke von mir.

Die reine Wundreinigung sollte mit steriler Kochsalzlösung erfolgen. Hier noch mal eine Übersicht zu Wundantiseptika:

http://wundnetz-rlp.de/cms/upload/standards/Informationen-Stellungnahmen/WZ-IN-001a_V01_Lokaltherapie_Keimreduktion.pdf

Jodhaltige Salben nutze ich auch ab und zu.

Waldschrat
07.02.2015, 22:05
Waldschrat, dann ist jetzt vielleicht die Zeit, sich von alten Freunden zu trennen und was neues zu probieren... :rolleys:

Wasserstoffperoxid und jodhaltige Wunddesinfektionsmittel führend weit häufiger zu Komplikationen und v.a. zu deutlich schwereren. Wasserstoffperoxid kann zu Nekrosen, also Gewebszerstörungen, Durchbutungsstörungen und Thrombosen und zu Gefäßverschlüssen führen und ist heutzutage in der Humanmedizin obsolet.

Oh Gott, keinen Tag hier und ich fange schon wieder an, zu dozieren... :staun: Tut mir leid, ist so eine Macke von mir.

Die reine Wundreinigung sollte mit steriler Kochsalzlösung erfolgen. Hier noch mal eine Übersicht zu Wundantiseptika:

http://wundnetz-rlp.de/cms/upload/standards/Informationen-Stellungnahmen/WZ-IN-001a_V01_Lokaltherapie_Keimreduktion.pdf

Jodhaltige Salben nutze ich auch ab und zu.

Hallo Häuptling,

Du machst mich neugierig und jetzt sollten wie doch mal in eine Diskussion einsteigen

Ich fange an und stelle folgende Thesen zur Diskussion.

These 1:

Mit einem reinen Oxidationsmittel wie H2O2 in schwacher Verdünnung kannst Du eigenttlich kaum was verkehrt machen. Es ist bakterizid, viruzid, fungizid und dabei noch bestens verträglich

These 2:
Ebenso iodhaltige Präparate wie Betaisodona, Sepso J oder Povidon Iod. Wird bestens vertragen, brennt nicht, bakterizid, viruzid, fungizid. Cave bei Leuten mit Vorerkrankungen der Schilddrüse , autonome Knoten

These 3:
Octteniden (Handelsname Octenisept)

Wird bestens vertragen, aber nie in tiefere Wunden applizieren, Gefahr von Gewebsnekrose!


These 4:

ich habe Betaisodona als das Mittel der Wahl auf Lager, auch im EDC, Octenisept ist ebenfalls verfügbar, genauso Isopropanol und Lugol'sche Lösung.. Ich bilde mir aber im Umgang mit den Mitteln zumindest ein, dass ich eine gewisse Ahnung habe, was ich da mache.

These 5:


Ich würde, wenn alle Stricke reissen, eine Wunde bei mir oder anderen (mit Zustimmung) auch mit 1% Kaliumpermanganat desinfizieren. Notfalls auch Natriumpersulfat 0,1% oder Kupfer(II)sulfat 0,1%

Jede Massnahme ist besser wie Wundbrand und der Verlust eines Gliedes!


Meint

Matthias

Häuptling
07.02.2015, 23:06
Okay, aber sollten wir dafür diesen Thread zersabbeln oder lieber auslagern?

Diese Seite habe ich die ganze Zeit noch gesucht, die ist eigentlich mit am übersichtlichsten:
http://www.uni-duesseldorf.de/kojda-pharmalehrbuch/apothekenmagazin/Serie%20Wundheilung/2006-0102.pdf


Hallo Häuptling,

Du machst mich neugierig und jetzt sollten wie doch mal in eine Diskussion einsteigen

Ich fange an und stelle folgende Thesen zur Diskussion.

These 1:

Mit einem reinen Oxidationsmittel wie H2O2 in schwacher Verdünnung kannst Du eigenttlich kaum was verkehrt machen. Es ist bakterizid, viruzid, fungizid und dabei noch bestens verträglich

Leider nein, Gewebsnekrosen und Luftembolien sind z.B. möglich. V.a. in Wundhöhlen problematisch. Als Schleimhautdesi im Mundbereich nicht zu empfehlen, weil es absolut widerlich schmeckt (hatte da mal einen HNO-Arzt...)


These 2:
Ebenso iodhaltige Präparate wie Betaisodona, Sepso J oder Povidon Iod. Wird bestens vertragen, brennt nicht, bakterizid, viruzid, fungizid. Cave bei Leuten mit Vorerkrankungen der Schilddrüse , autonome Knoten

Stimmt. Aber der Eiweißfehler kann die Wirksamkeit herabsetzen. Ansonten sind die gut!
http://www.pflegewiki.de/wiki/Eiwei%C3%9Ffehler


These 3:
Octteniden (Handelsname Octenisept)

Wird bestens vertragen, aber nie in tiefere Wunden applizieren, Gefahr von Gewebsnekrose!

Stimmt, der oben schon angegebene Link gibt die Einschränkungen gut wieder.
(http://wundnetz-rlp.de/cms/upload/standards/Informationen-Stellungnahmen/WZ-IN-001a_V01_Lokaltherapie_Keimreduktion.pdf)

Geht auch super bei Tieren, weil es nicht brennt.


These 4:

ich habe Betaisodona als das Mittel der Wahl auf Lager, auch im EDC, Octenisept ist ebenfalls verfügbar, genauso Isopropanol und Lugol'sche Lösung.. Ich bilde mir aber im Umgang mit den Mitteln zumindest ein, dass ich eine gewisse Ahnung habe, was ich da mache.

Ich bin ja ein großer Fan von verschiedenen Möglichkeiten. Wichtig ist im medizinischen Bereich immer, dass man weiß, was man macht. Darum empfehle ich immer gerne die Mittel, die möglichst wenig Komplikationen bieten. Ich hätte auch überhaupt keine Hemmungen, H2O2 anzuwenden, wenn ich keine Alternativen habe. Oder auch Alkohol, auch wenn das wirklich fies ist. Aber immer noch besser als eine Wundinfektion, die ich möglicherweise auch nicht behandeln kann.
Ich habe primär Octenisept, dann noch Jodsalbe und Betaisodona. Und meinen Alkohol würde ich ja nur sehr, sehr ungerne opfern, Strohrum gehört in Tee und nicht in Wunden... :rolleys:


These 5:


Ich würde, wenn alle Stricke reissen, eine Wunde bei mir oder anderen (mit Zustimmung) auch mit 1% Kaliumpermanganat desinfizieren. Notfalls auch Natriumpersulfat 0,1% oder Kupfer(II)sulfat 0,1%

Jede Massnahme ist besser wie Wundbrand und der Verlust eines Gliedes!

Jepp, in absoluter Verzweiflung. Aber darum versuche ich, mich durch gute Vorbereitung vor so einer Situation zu schützen.



Meint

Matthias

Matthias, ich versuche eigentlich immer, meine Behauptungen durch fachliche Informationen zu belegen, weil ich über die Jahre gelernt habe, dass gerade bei medizinischen Themen eine Menge Unfug und teilweise auch ideologisch geprägte Sachen geschrieben werden. Verstehe daher meine ständige Verlinkung bitte nicht als Klugsch...!
Eine ganz interessante Arbeit dazu ist noch diese:
http://oegvp.at/alt/images/stories/wdm_abschlussarbeiten/2010/aakastner2.pdf
Interessant sind v.a. die Seiten 15-18.

Waldschrat
08.02.2015, 00:52
Ich hätte auch überhaupt keine Hemmungen, H2O2 anzuwenden, wenn ich keine Alternativen habe. Oder auch Alkohol, auch wenn das wirklich fies ist.


Hallo Häuptling,

wo kommen Deine Vorbehalte gegen Wasserstoffperoxid her? Wäre für mich, ich komme von einem Chemielabor her, eigentlich in einer Konzemtration 3-6% das Mittel der Wahl. Tut den Job, killt die üblichen Verdächtigen und zerfällt ohne Rückstände. Macht eigentlich kaum Nebenwirkungen (Ja, man sollte es genauso wenig wie Octenidin bei tiefen Wunden anwenden.)

Obwohl bei mir das Mittel der Wahl eher Povidon-Iod ist (Betaisodona, Sepso J, ....)

Bei anderen bin ich sowieso vorsichtig.

Ich habe mal im EH-Kurs gelernt; "Verpflastert die Leute, aber verabreicht keine Medikamente"

Du kannst aber auch ganz schnell in Grenzbereiche kommen, Ein Beispiel, wir waren segeln. Stürmisches Wetter, ich habe mir eine fette Platzwunde zugezogen. Der nächste Arzt wäre 200 sm und zwei Tage weg gewesen.

Also war heimwerken angesagt, Meine BEVA hat die Wunde desinfiziert (PVP-Iod), chirurgisches Nahtmaterial aus dem EH-Koffer geholt und mich genäht.

Übrigens kein Drama. Mir wurde mal eine Wunde ärztlich nach allen Regeln der Kunst genäht, Lokalanästhesie eingeschlossen, so ungefähr 10 Stiche. Wenn ich einen ohnehin gereizten Wundbereich mit Xylocain umspritze und jeder Stich weh tut, dann kann ich auch mit jedem Stich einen Faden durchfädeln! Kommt absolut auf's Gleiche raus!

Nähen mit oder ohne Lokalanästhesie ist so ziemlich das gleiche!

Das ziemlich zügige Handeln meiner BEVA, die mal mit 6 Stichen die Wunde zusammengeheftet hat, war eigentlich nicht wirklich schmerzhaft. Das Ergebnis war nach der Abheilung kosmetisch perfekt,


Viele Grüsse

Matthias

Häuptling
08.02.2015, 02:29
Moin,
es sind weniger Vorbehalte als einfach die Tatsache, dass es heute bessere und effektivere Mittel gibt. Und ich denke, man sollte schon wenn möglich nach dem aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnis arbeiten. Hab ja bereits geschrieben, dass ich mit H2O2 früher auch gearbeitet habe.
Alles über 3% H2O2 ist nicht sinnvoll.

Zur Wundversorgung auf Schiffen, das ist ein ganz spannendes Thema. Ein Bekannter arbeitet als Offizier bei der Handelsmarine, die kriegen eine ziemlich umfangreiche Ausbildung, denn die sind mit den großen Pötten ja regelmäßig sehr weit entfernt von jeder Hilfe unterwegs und müssen im Notfall sehen, wie sie klar kommen.
Und auch zur Lokalanästhesie hast Du nicht unrecht. Kommt immer ein wenig darauf an, wo genäht werden muss und wie gut man infiltrieren kann.

Kampfhamster
08.02.2015, 09:21
Sehr nett, ich würde noch eine Beatmungshilfe (z.B. Taschenmaske?) hineingeben... Da die Tasche auch insbesondere beim Schießsport zum Einsatz kommt, würde ich auch evtl. Druck-Schnellverbände und Schnellverbände für penetrierende Thoraxtrauma.
Einzig und allein frage ich mich, was du mit dem Skalpell machen willst?

Bzgl. des "Verbrennungsverbandes": Was ist das genau? Ist damit eine aluminisierte Wundauflage gemeint? Oder sind damit die mit kühlendem Gel/Lokalanästhetikum/etc. versehenen Auflagen? - Letzteres ist inzwischen bei der Brandwundenversorgung ziemlich out und ist für die Erstversorgung ziemlich verpönt. State of art ist momentan die gute alte aluminisierte Wundauflage.

Beatmungsmaske wird hinzugefügt. Die hat neuerdings ja auch Platz

Druck-Schnellverbände? Was meinst du da genau? Ich wollte da eigentlich nicht zuviele ähnliche Verbände reintun, weil zuviele mögliche Optionen im Stress die Entscheidungsfindung verlängern.

Brandwunden-Verband ist eine Auflage mit kühlendem Gel.


Skalpell ist ohne besonderen Grund drin.


Und: ich mache kein Schiesssport ;)

Häuptling
08.02.2015, 09:52
redtiger hat ja schon geschrieben, das Brandwunden heute nicht mehr exzessiv gekühlt werden. Wer etwas mehr darüber lesen möchte:
http://www.mh-hannover.de/fileadmin/organisation/stabsstellen_pm2/notfall_katastrophenmedizin/downloads/publikationen/Grundversorgung-des-Schwerbrandverletzten.pdf
Erstversorgung geht los auf Seite 4.

Oder anhand eines Beispiels und mehr für Laien geschrieben:
https://www.thieme.de/viamedici/klinik-faecher-notfallmedizin-1539/a/versorgung-von-verbrennungsopfern-24878.htm

Ich mag die Notfallverbände oder Israeli bandage mittlerweile sehr gerne, weil sie zum einen wasserdicht verpackt sind und zum anderen auch ohne Hilfe angelegt werden können. Hab bei der Jagd immer eine in der Tasche, zum Glück noch nie gebraucht. Kostet etwas mehr, aber das sind sie wert. Für den Hausgebrauch reichen die ganz normalen und deutlich preiswerteren Verbandpäckchen völlig aus.

Ich suche gerade für eine Fortbildung, die ich plane, einen Film, der die Funktionsweise und Anwendung zeigt und fand den bisher am besten, ist aber auf Englisch:
https://www.youtube.com/watch?v=S2_EU1T-o-g

Kampfhamster
08.02.2015, 09:56
Die Dinger kenn ich, hab auch eine Kiste hier rumliegen. Die anderen Verbandpäckchen bekomm ich umsonst und das ist halt ein Vorteil. Zudem ist nicht jeder mit den Israeli Bandages vertraut.

Brandwunden kühlen wird in der Schweiz immer noch so ausgebildet. Zumindest beim letzten Kurs, den ich vor 2 Jahren gemacht hab.
Die Verbände mit kühlendem Gel haben sich im Gebrauch eigentlich recht gut bewährt, musste ich in den letzten Jahren einige Male anwenden bei Arbeitsunfällen in der Firma.

Waldschrat
08.02.2015, 10:31
Zur Wundversorgung auf Schiffen, das ist ein ganz spannendes Thema.

Hallo Häuptling,

das ist auch ein ganz spannendes Thema für uns als Segler. Für den Hochseeschein ist der zweitägige EH-Lehrgang Pflicht. Das reicht nach meiner Meinung eher nicht.

Wir haben erfreulicherweise einen Sani im Bekanntenkreis und auch die Lehrgangsleiterin beim DRK, wo wir alle 2-3 Jahre unseren EH-Kurs wiederholen ist extrem hilfsbereit. Da haben wir schon viel über "EH für Dummies" hinaus gelernt.

Da geht es dann schon mal in die Richtung. "Dürfte ich dir eigentlich nicht raten, aber ich täte in der Situation...."


Situation Schiff, Hochsee. klar, du bist auf dich angewiesen. Ich habe mir z.B. mal von einem Freund (wie gesagt, Sani) "hands on" die Verwendung von Sam-Splint-Schienen zeigen lassen. Ich hatte einen simulierten Armbruch und er hat mich geschient., Dann war sein Unterschenkel fiktiv gebrochen und ich war an der Reihe.

Viele Grüsse

Matthias

Thurgovia
08.02.2015, 10:31
Brandwunden kühlen wird in der Schweiz immer noch so ausgebildet. Zumindest beim letzten Kurs, den ich vor 2 Jahren gemacht hab.
Die Verbände mit kühlendem Gel haben sich im Gebrauch eigentlich recht gut bewährt, musste ich in den letzten Jahren einige Male anwenden bei Arbeitsunfällen in der Firma.
Ich hoffe dies ist nicht von Kanton zu Kanton verschieden...
Wir lernen und lehren "nur" noch moderat zu kühlen => handwarmes Wasser, Hahn nicht voll auf kaltes Wasser stellen sonder so dass es für den Verletzten einigermassen angenehm ist.
Und ja nichts auf die Wunde geben, falls noch eine externe Versorgung nötig sein könnte.
=> Brandwunden moderat kühlen und möglichst steril abdecken (Dreiecktuch, beschichtete Kompressen) dann weiter zur weiteren Versorgung.
(Grad 1 kann man natürlich mit kühlender Creme behandeln aber anonsten gehört nichts auf eine Brandwunde vor der professionellen Versorgung.)

@ Häuptling
Die Israeli-Verbände mag ich auch gern. Effizient und praktisch!

ksbulli
08.02.2015, 10:46
Moin Kampfhamster, moin @ll,

auch die Ausbildung sollte einer Weiterentwicklung unterliegen. Leider geschieht dies nicht regional gleichmäßig und auch der Faktor Mensch ist bei Ausbildern leider nicht zu verachten! (Ich bin in meinem Laden vor Ort Ausbildungsleiter und muss meine Leutchen auch regelmäßig "einnorden"... :weinen:)

Fakt ist, dass bei Verbrennungen über 1% Körperoberfläche (KOF, das entspricht der Fläche der Hand des Betroffenen) gar nicht mehr gekühlt wird!

Zum Hintergrund:

1) Der gewünschte Nutzeffekt, primär die Schmerzlinderung und sekundär ein "Nachbrennen" auf Grund der im Gewebe gespeicherten Energie ist nicht im gewünschten Maß erreichbar. Zum einen setzt der Schmerz sehr kurz nach Ende des Kühlens wieder ein. (Die dämpfende Wirkung auf die Nervenendigung fällt weg, aber der Nervenreiz / die Nervenschädigung bleibt...) Das führt dazu, dass weiter gekühlt wird, Folge siehe 2). Zum anderen ist die im Körpergewebe gespeicherte Energie nicht so groß, im Vergleich der z.B. in Schmuck oder anhaftender Kleidung.

2) Kühlen entzieht dem Körper Wärme! Und das ist gleichzeitig hier zwar gewünscht (aber nicht im angewandten Maße notwendig) andererseits auch die größte und schädliche Nebenwirkung! Im Gegenteil, oft genug wird eine systemische Hypothermie sprich eine solide Unterkühlung des ganzen Körpers. Diese ist dann je nach Schwere allein für sich ein lebensbedrohlicher Zustand!
Hierzu ein Beispiel aus einem Kongressvortrag an der mhh Hannover: Vorgestellt wurde der Fall eines AFAIR siebjährigen Jungen der mit 70% KOF zweit- und drittgradig verbrannter Haut vom Rettungsdienst eingeliefert wurde. Ich zitiere den Referenten sinngemäß: "Die Verbrennungen waren für uns nicht das Problem, aber um die Unterkühlung und ihre Folgen in den Griff zu bekommen, hatten wir 14 Tag zu kämpfen. Und es war nicht klar, wie das ausgehen würde..."
Zum Abschluss zeigte er dann das Entlassfoto des Jungen, ein kleiner Kerl mit strahlendem Lachen in einem speziellen körperengen Overall an der Hand seines behandelnden Arztes. Nochmal gut gegangen... :Gut:

Übrigens war es dieser Vortrag, der mich mal zu ernsthaftem Nachdenken über die Art und Weise der Vermittlung von Erster Hilfe gebracht hat... :rolleys:

@Häuptling: Danke für Deine hervorragenden Beiträge!!! Gerade Deine Angewohnheit, Quellen mit zu benennen, sind ein Gewinn!

CU
Christian

Kampfhamster
08.02.2015, 11:08
Hab mich etwas unklar ausgedrückt, natürlich hat Thurgovia recht mit der Aussage "handwarmes Wasser".

Das Problem mit der Unterkühlung ist mir bewusst.

Waldschrat
08.02.2015, 11:17
Ich hoffe dies ist nicht von Kanton zu Kanton verschieden...
Wir lernen und lehren "nur" noch moderat zu kühlen => zimmerwarmes Wasser, Hahn nicht voll auf kaltes Wasser stellen sonder so dass es für den Verletzten einigermassen angenehm ist.


Hallo Thurgovia,

da scheinen die meinungen auseinenderzugehen! In meinem letzten EH-Kurs wurde auch lauwarmes Wasser angesagt.

Ich bin aber dennoch ein Kaltwasserfan. Selber erlebt: Der Lötkolben fiel von der Werkbank. Ich habe instinktiv zugegriffen und ihn natürlich erwischt. Am heissen Ende. Erst mal wirklich hässlicher Gestank. Der Schmerz kam später,

Ich habe die Pfote mehrere Minuten unter kaltes Wasser gehalten. Eine bessere Bekämpfung von Schmerz und Verbrennungsfolgen gibt es fast nicht. Die weitere Behandlung war simpel. Mehrere Tage Panthenolsalbe.

EH bei Anderen: ich würde die Geschichte sofort abbrechen, wenn die mir sagen, dass es ihnen unangenehm ist.

Für Verbrennungen habe ich in meinen diversen EH-Kits Aluderm-Wundauflagen und Brandwundenverbandpäckchen an Bord, weil die nicht mit der Wunde verkleben.

Meint

Matthias

Thurgovia
08.02.2015, 12:06
Hallo Waldschrat

Ich denke wir müssen unterscheiden zwischen "sich selbst kühlen" und "kühlen als EH bei jemand anderem".
Wenn es wohltuend ist sich zu kühlen wie bei deinem Lötkolbenfall dann nur zu. Du wirst dich selbst kaum unterkühlen sondern dann aufhören wenns genug ist und das Unangenehme des Kühlend stärker wird als der Schmerz der Verbrennung.
Ich halte die Hand auch unter den kalten Wasserstrahl wenn ich mich verbrenne, aber eher kurz und sicher nicht 15-30 Minuten da fehlt mir schon die Geduld wenn der erste Schmerz vorbei ist. Mache es also gleich wie du. (Wir reden hier aber auch von kleinflächigen Verbrennungen ;-) )

Vorsicht ist aber bei grossflächigen und "fremden" Verletzungen geboten.
Da zählen für mich dann die obenstehenden Empfehlungen punkto Wassertemperatur und Länge der Kühlung.
ksbulli hat das meiner Meinung nach sehr schön zusammengetragen in seinem Beitrag.

Bei der Kühlung geht es aber nach neueren Ergebnissen mehr ums subjektive Befinden/Schmerzlinderung als darum, weitere Schäden zu verhindern usw. wie es früher propagiert wurde. Also mMn richtig sofort aufzuhören wenn der andere nicht mehr will.

Wolfshund
08.02.2015, 12:26
Eigentlich ist es ganz einfach:

Ersthelfer und kleine Verbrennung bei Erwachsenen = Kühlen für maximal 10 Minuten mit lauwarmen Wasser.

Verletzung über 3-5 Minuten alt oder größere Verbrennung = Keine Kühlung, steril abdecken, Wärmeerhalt.


Das die Kälte den Schmerz nimmt ist bei großflächigen Verbrennungen egal.
Wie ksbulli (http://www.survivalforum.ch/forum/member.php/5014-ksbulli) schon erklärt hat, schadet man sonst dem Patienten gravierend!

Kladika
08.02.2015, 12:32
....Übrigens kein Drama. Mir wurde mal eine Wunde ärztlich nach allen Regeln der Kunst genäht, Lokalanästhesie eingeschlossen, so ungefähr 10 Stiche. Wenn ich einen ohnehin gereizten Wundbereich mit Xylocain umspritze und jeder Stich weh tut, dann kann ich auch mit jedem Stich einen Faden durchfädeln! Kommt absolut auf's Gleiche raus!

Nähen mit oder ohne Lokalanästhesie ist so ziemlich das gleiche! ....

Matthias


Kenne ich vom Mensurfechten :Cool:. Dort werden Schnittwunden ohne Lokalanästhesie vernäht. Wenn das zügig geschieht und der Treffer
nicht gerade in der Lippe ist, ist das überhaupt kein Problem.

Kampfhamster
08.02.2015, 12:36
Und einmal mehr stellen wir fest: Vier Ärzte, 6 verschiedene Meinungen. :lachen:

Waldschrat
08.02.2015, 12:37
Ich halte die Hand auch unter den kalten Wasserstrahl wenn ich mich verbrenne, aber eher kurz und sicher nicht 15-30 Minuten



Hallo Thurgivia,

meine EH-Massmahme - selbstverstänlich hat die der Patient abgenickt. täte ich auch eher im Bereich 2 Minuten

Solange jemand ansprechbar ist, erläutere ich ihm, was ich als EH-Massmahme mit ihm vorhabe und frage um seine Zustimmung.



da fehlt mir schon die Geduld wenn der erste Schmerz vorbei ist. Mache es also gleich wie du. (Wir reden hier aber auch von kleinflächigen Verbrennungen ;-) )



Ja, bei kleinflächigen Verbrennungen am eigenen Leib ist für mich absolut der erste Gang zum Wasserhahn die Lösung. Aufdrehen, möglichst kalt und kühlen. Es tut mir auch gut, weil es definitiv den Schmerz rausnimmt.




Vorsicht ist aber bei grossflächigen und "fremden" Verletzungen geboten


Grossflächige Brandverletzungen brauchen in jedem Fall professionelle Behandlung. Was täte ich? 112 anrufen. Erstversorgung mit Aludermmaterial. Definitiv kein Wasser! Allein schon wegen der infektionsgefahr!


meint


Matthias

Waldschrat
08.02.2015, 13:20
Kenne ich vom Mensurfechten :Cool:. Dort werden Schnittwunden ohne Lokalanästhesie vernäht. Wenn das zügig geschieht und der Treffer
nicht gerade in der Lippe ist, ist das überhaupt kein Problem.

Hallo Kladika,

auch wenn ich nie in einer Studentenverbindung war, das hätte mich ja mindestens ein zusätzliches (Bier-)Semester gekostet .. :devil:

So hast Du dennoch recht. Schnittwunden ohne Lokalanästhesie vernähen, ist kein grosses Ding. Rundrum als Lokalanästhätikum Xylokain / Lidokain um die ohnehin gereitzten Wundränder zu spritzen, das tut etwa so weh wie das Stechen mit Nadel und Faden. Also kann man es auch lassen und gleich ohne Lokalanästhesie zur Sache gehen.


Meint


Matthias

Häuptling
08.02.2015, 13:37
Eine Infiltration braucht i.d.R. 4 Stiche, wobei der 2. und 4. in bereits betäubtes Gebiet erfolgen. Auch wird dann von Depot zu Depot vorgespritzt, so dass das weitere Vorschieben der Nadel kaum noch gemerkt wird. Noch besser ist, wenn man eine Regionalanästhesie wie z.B. nach Oberst am Finger machen kann.

Also muss man abwägen, was mehr schmerzt. Bei Erwachsenen kommt es halt auch sehr darauf an, wie entspannt die sind. Bewegliche Ziele nähen ist nicht ganz so einfach. Klar, wenn die Patienten ausreichend mit Alkohol analgetisiert sind, merken die meist eh nix mehr.
Bei Kindern ist eine Lokale fast immer die bessere Wahl.

Hab da mal was rausgesucht... :rolleys:

http://e-learning.studmed.unibe.ch/wundversorgung/html/infiltrationsanaesthesie.htm

Da ganze Programm ist sehr fein, wenn man ein wenig was über Wundversorgung lernen möchte.

Waldschrat
08.02.2015, 16:29
Eine Infiltration braucht i.d.R. 4 Stiche, wobei der 2. und 4. in bereits betäubtes Gebiet erfolgen

Hallo Häuptling,

da hab ich denn mal andere Erfahrungen gemacht. Das Gewebe rund um eine Wunde ist ja nun mal gereizt und schmerzempfindlich. Da hat dann ein Arzt zehn mal drum herum gepiekst und das war lästig wie die Sau.

Bei einer anderen Verletzung habe ich dem Arzt gesagt, ich will keine Lokalanästhesie, nähen Sie es ganz einfach. War subjektiv kein Unterschied.

Auch wo meine BEVA mich mal an Bord genäht hat. Kein Thema.

Chirurgisches Nähen, wenn einer es kann, die Technik beherrscht und geeignetes Material zur Hand hat, ist nicht wirklich schmerzhaft.

Wir haben da allerdings inzwischen eine Alternative entwickelt, die sich schon in einigen Einsatzfällen bewährt hat: Klammerpflaster!

Meint


Matthias

Hafiss
08.02.2015, 18:07
Hallo Matthias


Wir haben da allerdings inzwischen eine Alternative entwickelt, die sich schon in einigen Einsatzfällen bewährt hat: Klammerpflaster!

Ich denke du meinst da die Steri-Strips. Ich frage mich immer nur wie die Klebung halten soll bei einer ständig blutenden Wunde.

Waldschrat
08.02.2015, 23:18
Eine Infiltration braucht i.d.R. 4 Stiche, wobei der 2. und 4. in bereits betäubtes Gebiet erfolgen. Auch wird dann von Depot zu Depot vorgespritzt, so dass das weitere Vorschieben der Nadel kaum noch gemerkt wird.


Hallo Häuptling,

ich hatte beide Erlebnisse, Wundnaht einmal mit und sonst ohne Lokalanästhesie.

Die ohne waren für mich eher schmerzärmer, weil es da ganz einfach zügig zur Sache ging.

Die Lokalanästhesie mit gut gemeinter Lidocain / Xylocain - Infiltration eher schmerzhafter, Da bohrt jemand mit einer Spritze in dem ohnehin schon gereizten Wundrand rum.

Ob ich die Nadelstiche nun von der Applikation der Lokalanästheatikums spüre und hinterher vom Nähen nichts merke, oder ob ich die Nadelstiche vom Nähen merke, nicht so wirklich der Unterschied.

Ich würde heute einen Arzt bitten, mich ohne Lokalanästhesie zu nähen,

Als Segler lernst Du ohnehin: "Wunden an Bord werden geflickt" :grosses Lachen: Das hast Du auch irgendwann mal gelernt

Meint


Matthias

redtiger
09.02.2015, 08:07
Hallo Matthias


Ich denke du meinst da die Steri-Strips. Ich frage mich immer nur wie die Klebung halten soll bei einer ständig blutenden Wunde.

Oberflächliche klaffende Wunden bluten wenn man die Wundränder zusammenhält oft kaum mehr - dafür sind die Klammerpflaster (z.B. Steri-Strips) perfekt und funktionieren auch sehr gut. Falls es jedoch wirklich blutet halten sie nicht, stimmt.

Häuptling
11.02.2015, 15:12
Matthias,

Du darfst halt nicht von Dir hartem Seebären auf Normalsterbliche schließen...

Und es kommt auch immer sehr darauf an, an welcher Stelle genäht werden soll. Eine gespaltene Fingerkuppe z.B. bekommt man mit zwei Einstichen (nach Oberst) wunderbar schmerzfrei, was auch nach dem Nähe ein Segen ist. Setzt natürlich voraus, das man Ahnung von dem hat, was man da tut. Das haben dann letztendlich aber nur noch Leute, die das auch vernünftig im Rahmen einer Ausbildung/eines Studiums gelernt haben.
Und versuch mal, ein Kind ohne Lokale zu nähen. Oft wird das schon ohne Sedierung schwierig (wobei da auch die Eltern ein nicht zu unterschätzendes Problem sind...).

Alternativen zum Nähen: Kleben, Steri-Strips, Tackern. Wobei an mechanisch beanspruchten Stellen imho nichts über eine ordentliche Naht geht. Tackern geht dafür sehr schnell und ist nicht so schwierig.

Wolfshund
11.02.2015, 19:16
Also ich hatte als kleines Kind auch einige Platzwunden die ebenfalls mal mit, mal ohne Betäubung genäht worden sind.
Im Ergebnis stimme ich Waldschrat zu: Mit Lokalanästhesie war es unangenehmer als ohne.

Dass das Nähen (in unserem Setting) aber selten das Mittel der Wahl sein sollte haben wir ja schon zur Genüge diskutiert.
Und auch die Geschichte von der kosmetisch perfekten Naht auf dem Boot haben wir alle bestimmt schon 10 Mal gelesen. :lachen:

Waldschrat
11.02.2015, 19:27
Hallo Redtiger,

genau die meine ich. SteriStrip ist meines Wissens genauso eine Handelsmarke für Klammerpflaster wie "Tempo" für Papiertaschentücher.

Die Dinger sind beinahe "idiotensicher" anzuwenden, man sollte halt vorher mit einer sterilen Wundkompresse oder mit anderem sterilen Material das Blut wegwischen, dann die Wundränder zusammenziehen (liebe Mitleser, habt Ihr an die Latexhandschuhe gedacht? Die schützen vor allem den Verletzen, weil draussen im Gelände Eure Hände kaum sauber sind) und mehrere Pflasterstreifen SteriStrip oder Konsorten drauf.

Drüber eine sterile Wundauflage und eine Mullbinde und "der Keks ist gegessen".

Meint

Matthias

Häuptling
11.02.2015, 21:24
Ich habe noch diesen schönen Übersichtsartikel zur Wundversorgung gefunden:
http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1563511

Grundsätzlich gilt auch hier: Die Wundversorgung gehört in kompetente Hände.

Steristrips funktionieren nur bis zu einem gewissen Grad, geeignet sind sie für kleine Wunden, die gut adaptieren. Die getätigte Aussage der Idiotensicherheit ist leider nicht richtig und ggf. sogar gefährlich, weil bei falscher Wundversorgung die Gefahr von ggf. gravierenden Komplikationen gegeben ist.
Hier noch mal eine schöne Übersicht über verscheiden Möglichkeiten des Wundverschlusses, und wann sie indiziert sind:
http://www.uni-duesseldorf.de/kojda-pharmalehrbuch/apothekenmagazin/Editorials/2005-01-02.pdf

Waldschrat
11.02.2015, 21:50
Ich habe noch diesen schönen Übersichtsartikel zur Wundversorgung gefunden:
http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1563511

Grundsätzlich gilt auch hier: Die Wundversorgung gehört in kompetente Hände.

Steristrips funktionieren nur bis zu einem gewissen Grad, geeignet sind sie für kleine Wunden, die gut adaptieren. Die getätigte Aussage der Idiotensicherheit ist leider nicht richtig und ggf. sogar gefährlich, weil bei falscher Wundversorgung die Gefahr von ggf. gravierenden Komplikationen gegeben ist.
Hier noch mal eine schöne Übersicht über verscheiden Möglichkeiten des Wundverschlusses, und wann sie indiziert sind:
http://www.uni-duesseldorf.de/kojda-pharmalehrbuch/apothekenmagazin/Editorials/2005-01-02.pdf

Hallo Häuptling,

ich habe schon genug Wunden versorgt, wo ich gesagt habe, liegt in meiner Kompetenz als Ersthelfer, geht nach Hause.

Ich habe aber mindestens genau so oft mit Beschreibung der Situation 112 angerufen, bevor ich zur Erstversorgung gegangen bin.

Es gibt beides !

Ich habe da eine persönliche Meinung. Weil die nicht mehrheitsfähig ist, wende ich im "Aussenverhältnis" das an, was ich im EH-Kurs gelernt habe. Im Innerverhältnis, meine Frau und ich, wir verpflastern uns schlicht und ergreifend gegenseitig.

Vor zwei Jahren in der Vorweihnachtszeit. Ich habe mit dem Schweizer Messer Nüsse geknackt. Bin nur dummerweise mit der Klinge abgerutscht und habe eine breite Blutspur von meinem Arbeitszimmer bis ins Wohnzimmer gezogen. Meine BEVA. " Schaun mer mal" Betaisodona, Klammerpflaster, eine Wundauflage und eine Mullbinde und nach anderthalb Wochen war die Geschichte vergessen.

Seitdem öffne ich Nüsse mit dem Nussknacker ....:lächeln:

Die Moral von der Geschichte? Es lohnt sich, wenn beide EH-Kenntnisse haben und das Material im Haus ist!

Bei uns ein Betriebsverbandskasten mit einigem Zusatzmaterial wie hier ganz konkret Klammerpflaster (SteriStrip)

Meint

Matthias


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