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ID 7004
12.02.2015, 00:48
Hallo

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich es anstrebe, im Sommer eine Ausbildung als Notfallsanitäter zu beginnen.
Mittlerweile hat mich das DRK angeschrieben, ob ich nicht eine "Ausbildung" zum EH-Ausbilder beginnen möchte.
Klar, da habe ich sofort zugestimmt, zumal ein Standort direkt an meinem Heimatort ist.

Nur kriegt es das DRK nicht hin, zeitnahe! Termine rauszusuchen. Meine Ansprechpartnerin meinte diesbezüglich, ich sollte "fremdfragen".

Bitte jetzt keine Aussagen, wie z.B. "Frag doch bei anderen Organisationen..." <--Alles schon geschehen, dort stehen noch viele Antworten aus.

Ich wollte eher fragen, da ich mitbekommen habe, dass es hier wohl einige Rettungsassistenten gibt, bzw. Leute, die damit zutun haben, ob jemand (am Besten in Niedersachsen)
Kontakte hat und mich "vermitteln" könnte.
Mag etwas hilflos wirken dieses "Inserat", aber falls es mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter nicht klappt, habe ich wenigstens eine Grundausbildung, auf die sich privat aufbauen ließe.

Kosten werden natürlich vom DRK getragen, sind also natürlich kein entscheidender Faktor

Liebe Grüße

Nachtfalke
12.02.2015, 08:44
Guten Morgen BöhserZerstörer

wenn du mir mitteilst aus welcher Gegend in Niedersachsen du kommst könnte ich dir ggf. weiterhelfen.
Im Normalfall finden die Ausbildungen der "DRK Erste Hilfe Ausbilder" an der DRK-Landesschule in Bad Pyrmont statt.
Kurze Rückmeldung deinerseits, auch per PN, wäre nett.

Gruß

Wilfried

Waldschrat
13.02.2015, 00:14
Hallo

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich es anstrebe, im Sommer eine Ausbildung als Notfallsanitäter zu beginnen.
Mittlerweile hat mich das DRK angeschrieben, ob ich nicht eine "Ausbildung" zum EH-Ausbilder beginnen möchte.
Klar, da habe ich sofort zugestimmt, zumal ein Standort direkt an meinem Heimatort ist.


Hallo,

ich kann jetzt nur sagen "go for it", auch gegen Schwierigkeiten. Meine BEVA und ich haben ein bisserle was gelernt, viel informell. Für den Hochseeschein beim Segeln ist nur der zweitägige EH-Kurs vorgeschrieben, der völlig unzureichend ist.

Was ich mir z.B. gewünscht hätte, das wäre ein Kurs "EH auf See" gewesen, den es nicht gab,

Wir haben uns da viel mit einem befreundeten Sani und einer befreundeten Ärztin selber erarbeitet.

Meint

Matthias

Wolfshund
13.02.2015, 13:54
Ich verstehe deine Frage nicht.
Möchtest du jetzt einen EH-Ausbilder-Kurs, einen Sanitätskurs oder eine Notfallsanitäterausbildung beginnen?
Das sind nämlich alles vollkommen unterschiedliche Dinge.

ID 7004
13.02.2015, 15:56
Im Sommer hoffentlich eine Ausbildung zum Notfallsanitäter
Vorher eine "Ausbildung" zum Erste-Hilfe Ausbilder.
Diese "Ausbildung" setzt allerdings voraus, dass man den San A/B Kurs gemacht hat.
Diese werden recht selten angeboten. Nach diesem habe ich hier gefragt.
Nachdem man die Sanitätskurse gemacht hat, darf man sich "Sanitäter" nennen. Ist quasi eine Stufe über dem SanH, also dem "Sanitätshelfer"
Das ist alles noch ziemlich weit unten. Es gibt noch so Sachen wie z.B. Einsatzsanitäter oder Rettungssanitäter.

Aber das Problem hat sich bereits erledigt.

Lg

ksbulli
13.02.2015, 16:22
Moin BöhserZerstörer, moin @ll,

bei all der Diskussion über die möglichen Ausbildungen gilt für D:

Lediglich die Ausbildungswege Rettungssanitäter (RS), Rettungsassistent (RA) (läuft derzeit aus...) und Notfallsanitäter sind bundesweit definiert. Schon den Rettungshelfer gibt es in der Variante BUND und NRW...

Die übrigen Begriffe wie Sanitätshelfer, Sanitäter, Ersthelfer vor Ort und was es da noch so alles gibt sind organisationseigen und nur für diese definiert. Teilweise gibt es Überschneidungen, teilweise nicht. Nicht lustig, nicht sinnvoll, aber so gewachsen.

Der Notfallsanitäter ist eine dreijährige Vollausbildung, es sei denn mensch qualifiziert sich aus dem Status des ernannten RA heraus weiter.

Zum Erste-Hilfe-Ausbilder (hat bei uns aus gutem Grund auch einen anderen Namen :rolleys:) eine persönliche Anmerkung:

Es ist gut und ehrenwert, sich auf diesem Sektor zu engagieren! Aber mensch sollte bedenken, dass nicht nur das Vorwissen über Qualität der Ausbildung entscheidet, sondern auch eine gewisse praktische Erfahrung. Das merkt mensch sehr gut an der Art und Weise, wie das Wissen vom Kunden aufgenommen oder hinterfragt wird. Und Ausbildung soll ja allen Beteiligten (auch dem Ausbilder / Trainer) Spass machen, nur so wird es ein Erfolg. :Gut:

Ich betreibe das "Geschäft" nunmehr seit 1978 und weiss ganz genau, wie sich der Unterschied anfühlt. Und ich weiss als Ausbildungsleiter auch, wie sich der Unterschied vom erfahren Sanitäter zum Rettungsdienstler in der Ausbildung darstellen kann. Wenn Du also Spass und Erfolg in der Ausbildung haben willst, lerne erst das Handwerk und sammle ein bischen Erfahrung. Und übertrage nie Deine Ansprüche und Denkungsarten aus der Rettung auf die Laienausbildung.

Good Luck & have fun!

Christian

ID 7004
13.02.2015, 16:54
Moin BöhserZerstörer, moin @ll,

bei all der Diskussion über die möglichen Ausbildungen gilt für D:

Lediglich die Ausbildungswege Rettungssanitäter (RS), Rettungsassistent (RA) (läuft derzeit aus...) und Notfallsanitäter sind bundesweit definiert. Schon den Rettungshelfer gibt es in der Variante BUND und NRW...

Die übrigen Begriffe wie Sanitätshelfer, Sanitäter, Ersthelfer vor Ort und was es da noch so alles gibt sind organisationseigen und nur für diese definiert. Teilweise gibt es Überschneidungen, teilweise nicht. Nicht lustig, nicht sinnvoll, aber so gewachsen.



Das wusste ich noch nicht. Danke

Im Großen und Ganzen hast du Recht, aber wie soll man die Praxis deiner Meinung nach sammeln?
Zumal dass ja so ablaufen würde, dass die ersten Male ein erfahrener Ausbilder mitkommt.

Das Entscheidende ist meiner Meinung nach die Didaktik. Und die benötigte Sicherheit dafür, kann man, so denke ich zumindest, nur durch Praxiseinsatz erlangen

Interessieren würde mich, wie die "Ausbildung" bei euch heißt und auf welchem Grund es basiert

LG

Wolfshund
13.02.2015, 17:12
Also soweit ich weiß, wurde der SAN A/B/C schon länger abgeschafft und durch die "Grundausbildung Sanitätsdienst" ersetzt,
für die auch die Bezeichnungen Sanitätshelfer, SAN-Helfer, Sanitäter etc. verwendet werden.
Ist also (zumindest bei uns in BaWü) alles das selbe!

Den Begriff "Einsatzsanitäter" kenne ich nur von der Bundeswehr.

Das die Kurse rar wären, wäre mir auch neu.
SAN-Helfer werden ja schließlich für die OVs ständig ausgebildet.

Berufliche Perspektiven hat man damit keine und von dem EH-Ausbilder kann man wahrscheinlich auch nicht leben.
Ich würde an deiner Stelle eher den Rettungssanitäter anstreben, damit hast du dann etwas "richtiges" und kannst damit auch Geld verdienen.

Wenn du langfristig im Rettungsdienst arbeiten möchtest, kommst du um den Notfallsanitäter natürlich nicht herum.

ID 7004
13.02.2015, 17:46
Ich habe nicht vor, hauptamtlich zu lehren. Ich habe zugesagt, weil es mir die nötige Praxis bringt, in wahren Unfallsituationen ruhig und besonnen handeln zu können.
Das kam im Eingangspost evtl. falsch rüber.
Ich habe mich bereits bei einigen (Lehr)Rettungswachen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter beworben.
Montag gehe ich in die Offensive und schicke ca. 40+- Bewerbungen weg.

Sollte es nicht klappen, weiß ich nicht, ob ich studieren, oder eine andere Ausbildung anfangen sollte. Ein erneutes FSJ käme zwar auch in Frage, dann aber Berufswunsch bezogen beim DRK.
Ansonsten kann ich auch eine 1 Jahresausbildung zum Pflegeassistent/Alltagsassistent/Erziehungsassistent machen und anschließend mein Glück erneut versuchen eine Ausbildung als Notfallsanitäter zu bekommen.
Wie es auch kommt, ich habe bereits für alle vorgesorgt und etwaige Studienfächer und Ausbildungen gesucht und mich dort auch beworben.

Am liebsten wäre es mir, eine Ausbildung als Notfallsanitäter abzuschließen und anschließend Gesundheitsmanagement(Achtung, hier gibt es unterschiedliche Bezeichnungen) zu studieren. Danach kann und wollte ich zum Bund.
Man soll ja nicht so weit in die Zukunft planen, aber ich denke, dass ich gute Aussichten habe ;)

Wird schon gut gehen

LG

Hunted
13.02.2015, 18:07
Hallo

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich es anstrebe, im Sommer eine Ausbildung als Notfallsanitäter zu beginnen.
Mittlerweile hat mich das DRK angeschrieben, ob ich nicht eine "Ausbildung" zum EH-Ausbilder beginnen möchte.
Klar, da habe ich sofort zugestimmt, zumal ein Standort direkt an meinem Heimatort ist.

Nur kriegt es das DRK nicht hin, zeitnahe! Termine rauszusuchen. Meine Ansprechpartnerin meinte diesbezüglich, ich sollte "fremdfragen".

Bitte jetzt keine Aussagen, wie z.B. "Frag doch bei anderen Organisationen..." <--Alles schon geschehen, dort stehen noch viele Antworten aus.

Ich wollte eher fragen, da ich mitbekommen habe, dass es hier wohl einige Rettungsassistenten gibt, bzw. Leute, die damit zutun haben, ob jemand (am Besten in Niedersachsen)
Kontakte hat und mich "vermitteln" könnte.
Mag etwas hilflos wirken dieses "Inserat", aber falls es mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter nicht klappt, habe ich wenigstens eine Grundausbildung, auf die sich privat aufbauen ließe.

Kosten werden natürlich vom DRK getragen, sind also natürlich kein entscheidender Faktor

Liebe Grüße

Sei mir nicht böse, aber wenn der Arbeitgeber eine Qulaifikation vonn dir will, dann soll er auch organisieren das/wie du sie bekommst.
Die haben ja schließlich das meiste davon, da sie dich wahrscheinlich später auch (nebenher und ehrenamtlich, wie man DRK und Co kennt) als EH-Ausbilder einsetzen wollen.

Wolfshund
13.02.2015, 18:28
Also der EH-Ausbilder bringt dir für die Praxis nichts.

Für die Praxis kannst du ehrenamtlich den Sanitätshelfer machen und in einen OV eintreten, da lernst du die Grundlagen und kannst auf bei Sanitätsdiensten auf Großveranstaltungen echte Erfahrungen sammeln.
Die Arbeitsbedingungen (Beengte Räume, Lärm und schlechtes Licht, störende "bystander") sind dabei meist sehr fordernd, die Verletzungs-/Erkrankungsschwere dagegen kaum.
Dafür kannst du aber auch die volle Verantwortung für einen Patienten tragen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Eine andere Möglichkeit wäre die Rettungssanitäterausbildung (ehrenamtlich, hauptamtlich, FSJ), dabei lernst du auch die schlimmeren Notfälle kennen, verdienst Geld und fährst mit dem Rettungswagen.
Allerdings wirst du als Rettungssanitäter auf dem Rettungswagen nie die Verantwortung tragen.

Corvinjus
13.02.2015, 18:51
Ich habe nicht vor, hauptamtlich zu lehren. Ich habe zugesagt, weil es mir die nötige Praxis bringt, in wahren Unfallsituationen ruhig und besonnen handeln zu können.
Das kam im Eingangspost evtl. falsch rüber.
Ich habe mich bereits bei einigen (Lehr)Rettungswachen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter beworben.
Montag gehe ich in die Offensive und schicke ca. 40+- Bewerbungen weg.

Sollte es nicht klappen, weiß ich nicht, ob ich studieren, oder eine andere Ausbildung anfangen sollte. Ein erneutes FSJ käme zwar auch in Frage, dann aber Berufswunsch bezogen beim DRK.
Ansonsten kann ich auch eine 1 Jahresausbildung zum Pflegeassistent/Alltagsassistent/Erziehungsassistent machen und anschließend mein Glück erneut versuchen eine Ausbildung als Notfallsanitäter zu bekommen.
Wie es auch kommt, ich habe bereits für alle vorgesorgt und etwaige Studienfächer und Ausbildungen gesucht und mich dort auch beworben.

Am liebsten wäre es mir, eine Ausbildung als Notfallsanitäter abzuschließen und anschließend Gesundheitsmanagement(Achtung, hier gibt es unterschiedliche Bezeichnungen) zu studieren. Danach kann und wollte ich zum Bund.
Man soll ja nicht so weit in die Zukunft planen, aber ich denke, dass ich gute Aussichten habe ;)

Wird schon gut gehen

LG

Nach Studium Healthmanagement zum Bund? In welcher Funktion? Dein NFS kannst auch beim Bund direkt machen. Ich rate jedem dringend sich ganz genau zu überlegen, ob er Hauptberuflich in diese Sparte will. Im zivilen Bereich würde ich im Leben nicht im Rettungsdienst arbeiten, für das Geld was die gleichaltrigen Hauptamtlichen bei mir im DRK verdienen, wenn ich Ehrenamtlich fahre, stehe ich morgens nichtmal auf. 1400,-- incl Schichtzulage und Überstunden, da lach ich doch. Die rechtliche Situation hat der tolle Notfallsanitäter auch in keinster Weise verbessert.
Wirklich, ein Ratschlag. Lern was vernünftiges und mach die San-Schiene Neben- oder Ehrenamtlich. Ansonsten hast im Alter einen Rentenspruch von nem Knäckebrot und bist mit 50 sowieso berufsunfähig wegen Bandscheibe.

Nachtfalke
13.02.2015, 19:07
Hallo BöhserZerstörer

Habe deine Frage im Eingangsposting leider falsch verstanden. Dachte du suchst einen Kurs für angehende Ausbilder...

Also brauchst du erst mal eine Sanitätsdienstausbildung. Diese wird normalerweise in jeden Kreisverband vom DRK angeboten, allerdings nur für RK-Angehörige.
Diese Sanitätsdienstausbildung setzt einen Erste Hilfe Grundkurs voraus, der aber auch im Kreisverband durchgeführt wird und (normalerweise) kostenlos für Mitglieder ist.
Erst danach geht es zur Schulung für Ausbilder. Dieses hatte ich dir ja schon per PN geschrieben.
Falls du keinen Sanitätskurs bei dir bekommst dann kurze Meldung an mich. Können uns dann noch mal zusammen stzen und nach Lösungen bzw. andere Kreisverbände suchen.

Gruß

Nachtfalke

Hunted
13.02.2015, 19:13
@Corvinjus, das kann man sichlich nicht so stehen lassen.
Ziemlich flächendeckend zahlen die HiOrgs tatsächlich untertariflich (= schlecht). Da, wo der Arbeitgeber zur NotSan-Anerkennung schickt werden die frischgebackenen NotSans aber meist auch höher eingruppiert. Was nicht heißt, dass man bei Feuerwehr, Kreis und Co nicht trotzdem deutlich besser verdient.
In TVöD und Analog hat der NotSan auf jeden Fall tariflich deutlich profitiert.#

Wenn du eh zum Bund willst bist du ja räumlich flexibel. Bewirb dich direkt bei denen (die suchen dringend) oder guck dich mal deutschlandweit um, was es sonst für attraktive Arbeitgeber gibt. RKISH in Norddeutschland wäre neben einzelnen regionalen Arbeitgebern (Städte/Gemeinden) da z.B. zu empfehlen.
Von der ehrenamtlichen Schiene kann ich nur abraten. Zum einen wird man da nicht Notfallsanitäter, zum anderen vernichtet man Arbeitsplätze, bzw erschwert dem Hauptamt die Arbeitsbedingungen, da man häufig auch als Druckmittel eingesetzt wird. Von der Qualität ganz abgesehen. Zum glück geht es mit dem NotSan ja Richtung professionellem hauptsamtlichen Rettungsdienst (Was nicht heißt, dass es nicht einzelne hochmotivierte und auch gute ehrenamtliche Retter gibt - sie sind nur leider die Ausnahme).

Bei diesen speziellen Fragen guck dir übrigens mal das Forum ww.rettungsfachpersonal.de an. Da kann man dir sicherlich noch besser weiterhelfen.

PS: Notfallsanitäter ist eine berufliche Ausbildung. Da braucht man vorher überhaupt keine sanitätsdienstliche/notfallmedizinische Qualifikation. Im Gegenteil. Es ist sogar gut, wenn man vorher noch nicht versaut ist. Such dir lieber ein Hobby/Interesse, dass dir später als Ausgleich zur Notfallmedizin (Beruf) dienen kann

Edit: Beiträge/Nutzer verwecheselt - Ich bitte um Entschuldigung

Wolfshund
13.02.2015, 23:05
Verwechselst du gerade meinen Text mit dem von Corvinjus (http://www.survivalforum.ch/forum/member.php/7163-Corvinjus) ?

Ich mache gerade den NotSan und blicke der Zukunft deswegen mit Optimismus entgegen.

Das diesen Beruf niemand wegen des Geldes macht sollte klar sein.

Hunted
14.02.2015, 01:33
Verwechselst du gerade meinen Text mit dem von Corvinjus (http://www.survivalforum.ch/forum/member.php/7163-Corvinjus) ?

Ich mache gerade den NotSan und blicke der Zukunft deswegen mit Optimismus entgegen.

Das diesen Beruf niemand wegen des Geldes macht sollte klar sein.

Ja, habe ich. Sorry. Wurde korrigiert.

ksbulli
14.02.2015, 18:12
Hmm,

vieles von dem, was geschrieben wurde ist richtig ... oder auch falsch.

Erstens: Es gibt nicht "DIE" Hilfsorganisationen. Selbst innerhalb der HiOrg gibt es zum Teil (regional) gravierende Unterschiede. Da lassen sich zwei Verbände der selben HiOrg weder in der Form der Personalführung noch im Geschäftsgebaren miteinander vergleichen. Für derartige Unterschiede Ist das Rote Kreuz in D geradezu prädestiniert, da dort (außer in Bayern) jeder Verband vor Ort rechtlich ein eigenständiger e.V. ist und nur über die Satzung des Dachverbandes an bestimmte Gemeinsamkeiten gebunden ist. Das ist bei anderen Organisationen anders, aber auch da gibt es deutliche Variationsbreiten

Zweitens: Ehrenamtliches Engagement ist nicht der Killer hauptamtlicher Arbeitsplätze! Ich kenne durchaus Fälle, in denen ohne den ehrenamtlichen Background und Ergänzung der hauptamtliche Bereich schon seit Jahren "platt" wären. Ich erspare jetzt mal Details, denn diese ließen Rückschlüsse auf einzelne Verbände oder Personen zu. Und es sind Interna, die nicht in ein öffentliches Forum gehören!

Drittens: Es gibt (zumindest in meinem Haus) Beispiele ohne Ende, in denen Hautamtliche irgendwann durch den Kontakt zum Ehrenamt begonnen habe sich dort zu engagieren oder auch durch das EA zu ihrem Beruf gefunden haben.

Viertens: Beruf kommt von Berufung. Sicher ist eine adäquate und auskömmliche Bezahlung allemale Voraussetzung für eine dauerhafte Arbeitsplatzzufriedenheit, aber nicht die einzige...

Fünftens: Ja, es stimmt, die öffentliche Hand zahlt nach TVöD deutlich besser, als alle anderen (auch als mein Laden). Aber zu behaupten, die HiOrg würden ihre Mitarbeiter prinzipiell ausbeuten, ist schlicht weg Quatsch und ein gut gepflegtes Vorurteil.
Beispiel gefällig? Das Arbeitgeberbrutto eines Rettungsassistenten liegt in meinem Haus um ziemlich genau 1.000,-- € über dem des "billigsten" Wettbewerbers. Ich arbeite bei einer HiOrg und der dann doch nur etwas mäßig bezahlte Kollege bei einem gewerblichen Wettbewerber. Die Kollegen dort haben nur dann vergleichbare oder höhere Gehälter, wenn sie zwischendurch auch auf den einfachen Krankenwagen (für Verlegungen, Arzt- oder Fahretn nach Hause...) steigen und so schnell arbeiten, dass sei über eine bestimmte Zahl an transportierten Patienten überschreiten, damit zusammen mit Schicht- und Leistungszulage am Ende mehr Kohle raus kommt. Ja, richtig, das ist eine Form von Akkord...

Sechstens: Hilfsorganisationen arbeiten nicht Gewinnorientiert, im Gegensatz zu gewerblichen Wettbewerbern...

Sorry, falls dies für den einen oder anderen jetzt etwas OT war, aber hier sind wieder so viele Pauschalaussagen im Faden gewesen, das musste mal klar gestellt werden, zumal es ja um die berufliche Zukunft eines jungen Foris geht!

@Böhser Zerstörer: Die meisten Diener Fragen an mich wurden hier schon beantwortet, der Rest ist so speziell, dass wir Dies - falls Du noch mehr wissen möchtest - gerne per PM weiter austauschen können. Schreib´mir einfach... :Gut:

CU
Christian

TheHamster
15.02.2015, 00:42
Danke... geklickt
Gefällt mir... geklickt...

Aber ich muss dir hier auch noch mal ganz ehrlich und offen so DANKE sagen. Das ist endlich mal eine differenzierte Betrachtung der Situation um Rettungswesen. Und sie spricht mir voll aus der Seele.

Es gibt in jeder Branche schwarze Schafe, aber kaum eine ist so undurchsichtig wie der RD-Bereich.

Waldschrat
15.02.2015, 01:23
Hallo BöhserZerstörer

Habe deine Frage im Eingangsposting leider falsch verstanden. Dachte du suchst einen Kurs für angehende Ausbilder...

Also brauchst du erst mal eine Sanitätsdienstausbildung. Diese wird normalerweise in jeden Kreisverband vom DRK angeboten, allerdings nur für RK-Angehörige.
Diese Sanitätsdienstausbildung setzt einen Erste Hilfe Grundkurs voraus, der aber auch im Kreisverband durchgeführt wird und (normalerweise) kostenlos für Mitglieder ist.
Erst danach geht es zur Schulung für Ausbilder. Dieses hatte ich dir ja schon per PN geschrieben.
Falls du keinen Sanitätskurs bei dir bekommst dann kurze Meldung an mich. Können uns dann noch mal zusammen stzen und nach Lösungen bzw. andere Kreisverbände suchen.

Gruß

Nachtfalke

Hallo Nachtfalke,


Du scheinst vom Fach zu sein. Daher mal eine Frage,

Situation von meiner Frau und mir. Hochseesegler. Vorgeschrieben für den Hochseeschein ist der zweitägige EH-Kurs, der aber bei weitem nicht reicht um alle Notfälle an Bod abzudecken. Wir haben uns dann autodidaktisch weitergebildet , Helfer waren ein Sani und eine Ärztin.

Ich würde aber mal gern richtig die Grundlagen lernen. Was würdest Du mir vorschlagen?

Thema: Erste Hilfe an Bord. Der nächste Arzt ist fünf Tage weg.

Ich meine, wir sind da ja schon recht gut unterwegs. Mein Weib hat mir schon mal ziemlich perfekt eine Platzwunde genäht.:rolleys:

Aber was können wir noch besser machen. Also ich sage mal, CPR als Grundlage läuft, Intubation könnte ich nicht

Matthias

Hunted
15.02.2015, 01:24
Das soll jetzt nicht ausufern, aber auch was du schreibst ksbulli stimmt nicht alles.

Natürlich arbeiten HiOrgs auf dem Papier nicht gewinnorientiert. Aber eben auch nur auf dem Papier. Zumal die meisten Krankantransportdienste/Rettungsdienste als (g)GmbH ausgegliedert sind. Von den bizarren und teilweise auch nur halblegalen Querfinanzierung zwischen den verschiedenen Bereichen eines KVs/SVs, etc ganz zu schweigen. Erzähl mir also bitte nicht, dass die HiOrgs nicht auf Gewinn aus wären. Oder erklär mir, wie es kommt, dass man Ausschreibungen gewinnt, indem man ehrenamtliches Personal fest einplant. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber das die "Liebe zum Menschen" beim Mitarbeiter aufhört ist leider die Regel. Mehr als gut dokumentiert und sogar in ganz offen nachlesbaren Studien belegt. Und ja, auch ich habe da durchaus Einsichten, sonst würde ich so etwas nicht behaupten. Und es ist dabei vollkommen egal ob es sich um das DRK, ASB, MHD oder JUH handelt...
Da sind mir selbst Falck, Gard und Co noch lieber. Die behaupten wenigstens nicht scheinheilig wie sehr sie doch die Menschen lieben und unterdrücken ihre Mitarbeiter unter dem Schild der Nächstenliebe. Die geben offen zu, dass sie Firmen sind und Firmen auch Gewinn machen wollen. Da wieß man wenigstens, woran man ist (auch wenn es nicht unbedingt estwas gutes ist).

Und wie bitte kommt es denn zu Konstellationen, bei denen das Ehrenamt (im Rettungsdienst, nicht Sanitätsdienst!) Arbeitsplätze nicht nur nicht vernichtet, sondern sogar schützt? Das musst du mir mal erklären.
Es ist nun mal so: Wenn ein Ehrenamtler im Rettungsdienst eingesetzt wird, kann an dieser Stelle kein Hauptamtler fahren. Damit wird also ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz verhindert (vernichtet). Das ist reine Logik. Wo A arbeitet, kann nicht gleichzeitig auch B arbeiten.
Ich bitte dahe rum Aufklärung.

TheHamster
15.02.2015, 01:41
Ich möchte jetzt nicht in Internas einsteigen. Aber ich gebe dir gerne mal ein Beispiel aus der Praxis.

RA X und RS Y sind auf dem RTW. Um 10 Uhr muss RA X wegen einem Magen-Darm-Infekt ausgelöst werden. Da kann eine HiOrg nun außer dem hauptamtlichen Personal auch in dem ehrenamtlichen Pool fischen. Der Ehrenamtler verdient für die Stunden nettes Geld und alle sind Happy.

Und was soll denn der ehrenamtler machen? Die ach so besseren hauptamtlichen Kollegen wollen keine ehrenamtler auf dem Auto. Macht ja Arbeitsplätze kaputt. Aber wehe se müssen selber mal einspringen oder man nehme mal wieder einen Sandienst oder größeren Einsatz. Dann heulen alle wozu denn das Ehrenamt gut ist wenn die das nicht machen. Aber vorher ihre Erfahrungen im RD sammeln konnte ja keiner da ja ein hauptamtler den Platz blockierte...

Ist aber auch alles Kinderkirmes. Man muss einfach dahin kommen eine gesunde Symbiose zu finden. Ich selber kenne es bei uns auch nicht das Dienste rein ehrenamtlich gefahren werden. Wer fährt bekommt Geld dafür. Gut 4x 450 Eurokräfte ersetzen eine volle Stelle. Sind aber auch viel flexiebler und in jedem Wirtschaftszweig vertreten. Warum also soll das im RD verwerflich sein? Und GARD, Falck und Co haben genau so 450 Euro Jobs wie die Balkenmafia oder die Ritterorden....
Als jemand der beide Seiten kennt kotzt mich diese Diskussion um ehren- oder hauptamt einfach an. Im Endeffekt wollen wir doch alle das selbe.

@ Matthias: Wenn es deine berufliche Situation zulässt besuche doch einen RH oder RS Kurs. Dann stimmen die Basics auf jeden Fall schon mal. Ist halt zeitlich aufwendig aber auch sehr effektiv und eine Qualifikation mehr.
Wenn du etwas flexibleres haben willst versuche doch ob du in einer Uni als Gasthöhrer in die Anatomiekurse kommen kannst. Dann hast du zumindest das anatomische als Background mal gehört, was dann aber ggf. auch gefährliches Halbwissen ist.
Ansonsten hat olafwausr mal was von einem Kurs für Kapitäne auf Hochseeschiffen erzählt der deutlich umfangreicher ist als der EH oder so. Aber da kenne ich mich nicht mit aus. Frag ihn doch einfach mal.

ksbulli
15.02.2015, 03:52
Moin @ll,

ohne den Faden kapern zu wollen:

- Eine bereits genannte große Dienstleistungsfirma versucht derzeit ein Ehrenamt aufzubauen ... Warum blos, wenn das doch so böse ist? :Ironie:
- Bei den Ausschreibungen, bei denen sich mein Haus in den letzten Jahren beteiligt hat, sind keine ehrenamtlichen Leistungen im Kernleistungsbereich eingeplant. Zum einen untersagt dies unser Geschäftsplan, zum anderen ist dies auch durch Ausschreibungsrichtlinien - zumindest in den mir bekannten Fällen - ausgeschlossen!
- Meine Organisation schreibt bundesweit Tariftreue vor. Das bedeutet, dass keine 450 € Kräfte eingestzt werden können, sondern alle Arbeitsverhältnisse mit einem regulären Arbeitsverhältnis nach gültigen Vergütungsrichtlinien (das entspricht woanders einem Tarifvertrag) begründet sind. Die "Aushilfskräfte" werden also nach den gleichen Richtlinien vergütet, wie ich auch. Nur das eine (!) Vollzeitkraft mit 40 Stunden Wochenarbeitszeit genauso hohe Verwaltungskosten erzeugt, wie ein studentischer (ehrenamtlicher) Kollege mit 30 Stunden Arbeitszeit pro Monat. Ein toller Deal für den Arbeitgeben, spart er richtig was dran....
- Selbstverständlich laufen einige Dienstbereiche mit Überschuß, dadurch werden jedoch Aufgaben finanziert, die auf anderem Wege - auch ganz offiziell - nicht refinanziert werden (dürfen). Als Beispiel seien hier die (ambulante) Hozpizarbeit genannt. Diese wird zu maximal 90% von den Krankenkassen getragen, der Rest ist durch Eigenmittel zu bestreiten. Welche der von Dir, lieber Hunted genannten gewerblichen Anbieter engagiert sich in diesm Bereich doch gleich? Ein anderes Beispiel mag die freie Jugendarbeit sein. Weitere spare ich mir...
- Wir sind alle heilfroh, dass wir eine Reihe engagierter Menschen im Katastrophenschutz haben, die auch im Rettungsdienst erfahren sind. Zum einen können im Katastrophenschutz Qualitäten aufrecht erhalten werden, die das Gemeinwohl dringend verlangt, ohne dass dafür auch nur ein Steuerzahler Profis bezahlen wollte. Zum anderen Springen die Kollegen auch - TheHamster beschrieb es bereits - dann ein, wenn der Krankenstand uns kurzfristig mit dem Rücken an deie Wand drängt. Und da reichen auch schon mal einige Patienten mit Noro, um die Personalreserve dezent zu lichten. Hinzu kommen Zusatzdienste, die wir oft genug inert kürzester Zeit für die Stadt stellen müssen...

Nur der guten Ordnung halber:

Ich stehe meinem Laden nicht kritiklos gegenüber. Aber ich habe (per Zufall) einen recht guten Überblick, was passiert. Sowohl bei uns, als auch bei anderen. Ich bin nicht umsonst lange in der Branche, das bleibt nicht ohne Eindrücke. Ich habe nie behauptet, dass alles eitel Sonnenschein ist. Aber Vorurteile sind nun mal nicht mein Ding - und Halbwahrheiten schon gleich gar nicht!
Wir haben etliche Jahre von beiden Seiten aus daran gearbeitet, dass der Graben zwischen Haupt- und Ehrenamt in unsrem Hause zugeschüttet wird. Und den Erfolg lasse ich uns gerne neiden, aber nicht kaputt schreiben. Denn die Erfahrung zeigt uns, dass wir gemeinsam in vielen Bereichen erfolgreich sein können!

CU
Christian

- - - AKTUALISIERT - - -

Moin Mathias,

.... Daher mal eine Frage,

Situation von meiner Frau und mir. Hochseesegler. Vorgeschrieben für den Hochseeschein ist der zweitägige EH-Kurs, der aber bei weitem nicht reicht um alle Notfälle an Bod abzudecken. Wir haben uns dann autodidaktisch weitergebildet , Helfer waren ein Sani und eine Ärztin.

Ich würde aber mal gern richtig die Grundlagen lernen. Was würdest Du mir vorschlagen?
...

Was hälst Du von folgender Idee:

Bring mir eine Crew zusammen, die das lernen will. Wir gehen mit drei bis vier erfahrenen (und auch seglerisch bewanderten) Ausbildern, auch ein Arzt gehört dazu, vier Tage auf ein Schiff und machen einen maßgeschneiderten Kurs "Erste Hilfe auf See".
Alternativ geht das auch als Programm mit einem Flottillentörn. Abschlußübung mit inklusive ...

Nicht ganz billig, aber richtig gut!

Ich habe mal so etwas mitgemacht als Ausbilderweiterbildung, da geht richtig was...

CU
Christian

p.s.: Bei Interesse schreib´mir mal ne PM...


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