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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist ein Mikroskop sinnvoll?



eraperp
16.02.2015, 22:17
Bei meinen Recherchen stieß ich auf ein Mikroskop und war schon drauf und dran eines zu kaufen. Habs dann aber gelassen - vor allem, weil ich nicht weiß, was man alles damit anfangen kann und natürlich, ob dieses Mikroskop dann sinnvoll wäre.


Also meine Frage in die Runde: Was kann ich mit einem Mikroskop preppertechnisch anfangen?
Würde mich brennend interessieren.

cu Tom

KUPFERSALZ
16.02.2015, 22:19
Du könntest damit Schweinefleisch auf Trichinen untersuchen. Oder es jemanden zur verfügung stellen der damit was anfangen kann.

eraperp
16.02.2015, 22:48
Würde natürlich selbst damit arbeiten wollen. Trichinen ist wohl nicht so trivial, oder?

cu Tom

Cephalotus
17.02.2015, 00:51
Ich wollte schon als Kind immer eins haben und hab mir dann irgendwann auch mal eins in der "Mittelklasse" gekauft als ich das Geld hatte. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich es vielleicht alle 3 Jahre einmal benutze und das sind dann immer "biologische Sachen", die ich mir aus reiner Neugierde anschaue. Zumindest Objektive und Okular(e) sollten wechselbar sein und eine gute Beleuchtung schadet auch nicht...

Waldschrat
17.02.2015, 02:44
Bei meinen Recherchen stieß ich auf ein Mikroskop und war schon drauf und dran eines zu kaufen. Habs dann aber gelassen - vor allem, weil ich nicht weiß, was man alles damit anfangen kann und natürlich, ob dieses Mikroskop dann sinnvoll wäre.


Also meine Frage in die Runde: Was kann ich mit einem Mikroskop preppertechnisch anfangen?
Würde mich brennend interessieren.

cu Tom


Hallo Tom,

ich habe eins, sogar ein gutes.

Ws tue ich damit, Ich habe ein paar exotische Hobbies. Das eine ist Mineralogie. Ich schaue mir also mal salopp gesagt Steinchen unter dem Mikroskop an, um ihre Kristallstruktur zu entschlüsseln.

Das zweite Hobby ist Chemie mit einem starken Fokus auf Trinkwasserchemie. Was auch daran liegt, dass mein Angelverein mich zum Gewässerwart erkoren hat und ich für die Analytik der Vereinsgewässer zuständig bin. Dann schaue ich da natürlich auch mal nach, was da so an Phyto- und Zooplankton schwimmt und ob das eine gesunde Mischung ist.

Zur Analytik gehört natürlich auch der Eintrag von Schadstoffen. Ein gesunder Nebeneffekt, für den ich das Mikroskop allerdings nicht brauche: Organophosphate, Blei Arsen, Antimon, Radionuklide im Trinkwasser. Jeder Nachweis "at my fingertips" Einfach tun! Meine Analysewaage, mit einem Milligramm Auflösung ist richtig hübsch. Tolles Gerät!


Ich habe mal gerade die EXCEL-Liste der Materialdatenblätter für meine Chemikalien angeschaut .... 250+

Ich liebe es auch, mit dem RAM2 oder einem veritablem Gammaspektrometer radioaktiven Mineralien zu Leibe zu rücken :lächeln:

137Cs Im Trinkwasser? No chance! Wird sofort gefunden!

Hatte ich schon mal mehrfach erwähnt, dass ich ein Spielmops bin, was sich in vielen meiner Lebensbereiche ausdrückt:lächeln:


Meint

Matthias


P.S: Spielmöpse sind äusserst sympathische Lebewesen. Mit denen kannst Du fast jeden Sch**ss anstellen. Vor allem sind die tolerant ohne Ende.


Daher übrigens auch mein Forumsname Waldschrat, Das sind Lebewesen aus der germanischen Mythologie, die so etwa die Eigenschaften von Hobbits aus "Herr der Ringe" haben. Verspielt, aber durchaus robust und überlebenstauglich.

eraperp
17.02.2015, 10:25
Also könnte ich mit einem Mikroskop Wasser untersuchen auf Verunreinigungen (Bakterien aber nicht Viren)?

Hab mal was von Bluttest gelesen.
Scheint ja wirklich etwas komplizierter zu sein.

cu Tom

Cephalotus
17.02.2015, 11:07
Für Viren reicht die Auflösung optischer Mikroskope nicht aus, Bakterien muss man idR einfärben und auch dann ist viel Expertenwissen und ein brauchbares (Durchlicht-)Mikroskop nötig. Phasenkontrast und Dunkelfeld ist u.U. nützlich, das gabs damals nicht in billig, k.A. wie das heute ist. Mit den billigen Mikroskopen (unter 100 Euro) kann man sich z.B. grobe Zellstrukturen und Mikroorganismen im Wasser anschauen. Von der Vorstellung, einfach mal einen Tropfen Wasser aufs Glas zu geben und dann Bakterien sehen oder gar identifizieren zu können musst Du Dich lösen.

Für undurchsichtige Sachen braucht man hingegen ein Auflichtmikroskop, am besten ein Stereomikroskop...

Vielleicht hilft das für die erste grobe Orientierung:

http://www.klaus-henkel.de/fibeldown.html (ein "Buch" zum kostenlosen download)
http://www.klaus-henkel.de/
http://www.mikroskopie-forum.de


mfG

Udo (DL 8 WP)
17.02.2015, 11:21
Hallo Tom,

also, zunächst musst Du erst mal wissen, was Du mit dem Mikroskop anstellen willst.

Wenn Du ein richtiges Labor Durchlichtmikroskop willst, mit dem Du Bluttest usw. machen kannst, solltest Du Dir auf einem Fotoflohmarkt mal die Dinge anschauen, die es da von Laborauflösungen zu kaufen gibt. Zeiss, Rodenstock, Eschenbach. Dazu sollte das Mikroskop diverse (hochwertige) Okulare und Linsen haben. Auch eine Öl-Emersionslinse, Phasenkontrast .... und ein ordentlicher Kreuztisch natürlich wären nicht verkehrt... Kauf da keinen Schrott, was "ordentliches" gibts daso schon für ab 200 ...500 €.
Wenn das Deine Richtung wäre könnet ich mal meine Frau interviewen, die hat das früher professionell in einer Arztpraxis gemacht....

Wenn Dich die klassische Mikroskopierarbeit interesseirt, besorg Dir mal für den Einstieg so einen Kosmos Kasten "Mikroskopie", da gibts ein schönes Büchlein dabei und diverse Dinge zum anschauen, und wenn Du von Anfang an ein hochwertiges Mikroskop hast, macht das deutlich mehr Spaß....

Wenn Du "kleine Dinge" betrachten willst die nicht durchleuchtet werden können (SMD Bauteile, Innereien von Transistoren .... wäre ein Stereo Auflichtmikroskop die richtige Wahl.

Als Spielerei für den Anfang finde ich folgendes "ganz nett":

Aldi Lidl und Co. bieten - meist um die Weihnachtszeit - Mikroskope an, mit einem PC Anschluss und einem Sensor mit USB Anschluss.

Vor ein paar Jahren habe ich mir so ein "kleines Ding" gekauft, da ich mich u.a. mit Plattenspielernadeln beschäftige. Dieses Mikroskop habe ich zum Auflicht Mikroskop umgebaut.

Das Mikroskop im Original:

24099

den Original Tisch und die Beleuchting schraubst Du ab und montierst eine Platte auf einer Höhe mit der Du Deine Objekte gut fokusieren kannst.

24100

Mit Plastik Fermit (->Installations Technik Gas Wasser Sch...) kann man Dinge ganz gut "einspannen"...

24101

Die Ergebnisse sehen dann z.B. so aus:

24102 24103 24104 24105

24106

das ist alles kein "Ultra Super HD usw." aber für ein paar Euros ein ganz nettes Spielzeug finde ich ;)

Die Tiefenschärfe ist natürlich sehr begrenzt, die Auflösung ist im Original deutlich besser (kann hier nicht Bilder mit so hoher Auflösung einstellen, System protestiert) und rein optisch ist das noch mal deutlich besser als mit dem el. Sensor.
Wichtig ist dabei eine gute Beleuchtung (kleine Schwanenhälse gehen da ganz gut, auch mit LEDs).

Gruss, Udo (DL 8 WP)

Cephalotus
17.02.2015, 11:35
Kannst Du mal zum Vergleich ein menschliches Kopfhaar zeigen oder etwas anderes, das allgemein verfügbar ist?

Mir erscheint die Bildqualität selbst für ein Mikroskop auf den ersten Blick ziemlich schlecht zu sein, aber vielleicht schätze ich den Abbilungsmaßstab auch falsch ein, mit Plattenspielernadeln kenne ich mich nicht aus.

Udo (DL 8 WP)
17.02.2015, 11:41
Hallo "Cephalotus",

sowas (menschliches Haar) habe ich leider nicht gespeichert. Dieses Mikroskop ist im Prinzip ein "Spielzeug", da stimme ich Dir durchaus zu. Der Bottleneck ist aber hauptsächlich der el. Sensor, dazu musste ich die Bilder um sie hier hochzuladen auf Low Resulution runter titrieren... Mit dem optischen Okular geht das schon deutlich besser.
Aber eben schon kein Vergleich mit den ordentlichen Professionellen Mikroskopen...

Gruss,

Udo (DL 8 WP)

PS: Deine Links sind richtig gut, Danke !

eraperp
17.02.2015, 12:47
Es ist wie immer: Wenn man es richtig machen will, kommt man um gute Technik nicht herum.

Das andere Forum werde ich mal durchforsten...

cu Tom

ID 358
17.02.2015, 14:02
Mikroskop ist nicht Mikroskop.
Auflicht - Durchlicht - Präparatanfertigen muss gekonnt sein - und vieles andere.
Macht eine Liste, was Ihr damit tun wollt und lasst Euch das in echt zeigen, wie es mit dem zum Verkauf angebotenen M. tun könnt. Erst dann kaufen...

Waldschrat
17.02.2015, 20:17
Also könnte ich mit einem Mikroskop Wasser untersuchen auf Verunreinigungen (Bakterien aber nicht Viren)?

Hab mal was von Bluttest gelesen.
Scheint ja wirklich etwas komplizierter zu sein.

cu Tom

Halllo Tom,

Bakterien ist mikroskopisch kein Thema, das geht gut, braucht aber ein paar Tricks wie Färbeverfahren, um die Biester selektiv anzufärben und damit zu identifizieren. Stichwort z.B. Gramfärbung oder Ziehl-Neelsen-Färbung. Du brauchst neben Deinem Mikroskop einen kleinen aber überschaubaren Vorrat an Chemikalien.

Viren leider nicht, Die Biester sind zu klein.

Viele Grüsse


Matthias

jonn68
17.02.2015, 22:46
Und was machst du mit der Erkenntnis es sind z. B. grampositive Bakterien?

kannst du eine richtige Behandlung einleiten?

Waldschrat
17.02.2015, 23:07
Und was machst du mit der Erkenntnis es sind z. B. grampositive Bakterien?

kannst du eine richtige Behandlung einleiten?

Hallo Jonn68,

hab ich mich nicht schon mehrfach als Spielmops geoutet? Ich mache nichts mit der Erkenntnis, ich könnte keine zielgerichtete Behandlung einleiten, ich weiss nur, wie Gramfärbung geht und ich kann es machen. Nenn das meinetwegen Spieltrieb.

Was habe ich denn davon, dass ich einen Erythrin, einen Azurit, einen Cinnabarit, einen Uraninit bestimmen kann? Auch nichts!

Hey, ich bin Hobbiephilosoph, ich kann Seneca, Cicero Sallust oder Tacitus in ihrer Muttersprache lesen. Was bringt mir das? Nichts! Der Überlebenswert antiker Sprachen ist gleich Null! Was bringt es mir wirklich? Lebensfreude! Lesevergnügen! Erkenntnisgewinn!

Praktisch: Bakterien gehören für mich nicht bestimmt, sondern gekillt! Abkochen, Na-Dichlorisocyanurat, Natrium- oder Calciumhypochlorit.

Bei Wunden Hautdesinfektion mit Betaisodona oder Octenisept

Im EH-Kit ist ein Breitbandantibiotikum.

Meint


Matthias

jp10686
16.03.2015, 07:18
Für die meisten Laienanwendungen ist eine gute Stereolupe das Richtige.
Falls jemand den Unterschied zwischen nicht gut und gut bei Vergrösserungsoptik nicht kennt, soll er einfach einmal durch ein gutes Instrument durchgucken.
Vorteile der Stereolupe sind die hohe Tiefenschärfe, der grosse Abstand Objektiv-Objekt, und die kleine Vergrösserung.
Warum ist kleine Vergrösserung ein Vorteil?
Man hat die Übersicht über alles, und kann das Instrument zum Manipulieren verwenden. Den ekligen haarfeinen Stachel aus dem Finger ziehen, Gräser oder Kerbtiere bestimmen, Bodenleben in einer Frischkompostprobe betrachten, kleine Mineralien oder auch nur Sand anschauen und so weiter.
Wenn man z.B. Lebewesen bestimmt, arbeite ich meistens mit 6 oder 10fach. Da kann man noch mit der Präpariernadel kleine Blüten öffnen (sieht dann etwa aus, wie wenn man mit einem Zaunpfahl im Salat herumstochern würde).


USB-Kleinmikroskope sind praktisch, weil man dann den Rechner als Monitor verwenden kann. Hilfreich zum Einstellen von Bildern ins Netz, z.B. wenn man Insekten oder Münzen bestimmen lassen will. Das mitgelieferte Stativ taugt meistens nichts, und ohne Stativ sind die Dinger ziemlich unbrauchbar. Man kann nicht bei hundertfacher Vergrösserung einen Plastikring am Mikroskop drehen, bis das Bild scharf ist und man auch noch den gewollten Ausschnitt des Objekts unter der Linse hat. Das ist eine Fummelei ohne Ende, und wenn das Mikroskop nicht genau senkrecht steht, ist nur ein Teil des Bildes scharf. Bei der Optik muss man dem Preis ensprechend sowieso Abstriche machen, bei der mitgelieferten Software ebenfalls. Der Makro-Modus einer mittelmässigen Digiknipse ist oft besser, allerdings kommt die Vergrösserung nicht mit.

Wenn man ernsthaft mikroskopieren will, braucht man ein mindestens mittelgutes Mikroskop - sonst Frust. Man braucht aber, und das wird gerne vergessen, eine umfangreiche Ausrüstung und einiges an Können, um die Präparate zu machen (Färben, Einbetten, Dünnschnitt, auf Objektträger montieren ... ).
Das Stativ muss sehr hochwertig sein und darf kein Spiel haben. Ohne Kreuzschlitten mit Messeinteilung findet man kaum je eine bestimmte Stelle im Präparat wieder, und gewolltes Verschieben des Präparats von Hand geht bei Vergrösserungen von 100fach und mehr auch nicht. Bei Bakterien kommen je nach Art noch spezielle Anreicherungs- und Kulturmethoden dazu, damit man die Viecher überhaupt findet. Irgendwas sieht man immer, aber wenn man wissen will, was man sieht, wirds aufwendig. Biolaborant ist ein Beruf!

Die Stereolupe kann man einfach so verwenden - Schale mit irgendwas drunter und gucken. Wichtigstes Zubehör ist ein Schwanenhals mit kaltem Licht.
Hat man einen Adapter für die Digikamera, kann man Filmchen machen - bei der Stereolupe können problemlos Lebendpräparate betrachtet werden.

Salutem
16.03.2015, 07:31
Preppertechnisch hätte ein Mikroskop für mich keine große Bedeutung. Nur um herauszufinden an was ich genau dahingehe, wäre es mir zu aufwändig. Mir geht es darum einen großen Vorrat zu haben, nicht darum etwas kleines zu untersuchen. Für mich wären nur die Linsen zum Feuer machen interessant.

Isuzufan
16.03.2015, 07:58
Preppertechnisch hätte ein Mikroskop für mich keine große Bedeutung. Nur um herauszufinden an was ich genau dahingehe, wäre es mir zu aufwändig. Mir geht es darum einen großen Vorrat zu haben, nicht darum etwas kleines zu untersuchen. Für mich wären nur die Linsen zum Feuer machen interessant.

Also ich nehme zum Feuer machen ganz altmodisch ein Feuerzeug und das Mikroskop für ein Leben in RL.
Die Linsen sind so klein das ich Schwierigkeiten hätte sie mit meinen Fingern fokussiert zu halten. Selbst die Linsen aus dem Okular sind nicht wirklich dafür geeignet von den Objektivlinsen mal ganz zu schweigen.

Und btT Ein Mikroskop ist natürlich sinnvoll, aber nur wenn man damit etwas anzufangen weiß und wenn man damit etwas anzufangen weiß stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eigentlich weniger.

Sollten die finanziellen Ressourcen beschränkt sein kann man um das Geld welches eine Mikroskopierausrüstung kostet natürlich relevantere Dinge besorgen.(Feuerzeuge zB)

LG Wolfgang

jp10686
16.03.2015, 08:58
Ein Mikroskop ist natürlich sinnvoll, aber nur wenn man damit etwas anzufangen weiß und wenn man damit etwas anzufangen weiß stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eigentlich weniger.

Das ist jetzt eine etwas lustige Argumentationsweise.

Entweder du kannst so viel, dass du das nicht fragen würdest, oder, weil du ja fragst, kannst du sowieso nichts damit anfangen.
Ein klassischer Deadlock.
Das einzige, was dieser Logik widerspricht, ist, dass jeder mal angefangen hat. Fragt sich bloss, wie.
Wie immer sind es eigentlich drei Fragen:
Welches Gerät oder welche Vorrichtung ist für das, was ich möchte, am zweckmässigsten ?
Welche Qualität sollte es mindestens sein, damit ein Erfolgserlebnis nicht von vornherein ausgeschlossen ist?
Wie benutze ich das Teil, um meinen Zweck zu erreichen ? Was muss ich wissen, was muss ich können?


Sollten die finanziellen Ressourcen beschränkt sein kann man um das Geld welches eine Mikroskopierausrüstung kostet natürlich relevantere Dinge besorgen.(Feuerzeuge zB)
Ein brauchbares Mikroskop kostet so viel, dass du, wenn du ein neues im Fachgeschäft kaufst, mit etwas Verhandlungsgeschick vermutlich noch ein Gasfeuerzeug als Zugabe herausholen kannst. :Ironie:

Nasenbär
16.03.2015, 09:44
Meiner Meinung nach ist ein Mikroskop, selbst ein sehr gutes, nur dann wirklich sinnvoll wenn man auch die entsprechenden Kenntnisse besitzt. (Bakteriologie, Mikrobiologie, Medizin usw.)

Wie in anderen Beiträgen schon erwähnt wurde, ist es eine Sache, sich etwas unter dem Mikroskop anzuschauen. Das ist ein schönes Hobby (habe ich als Jugendlicher auch gemacht). Die konkrete Nutzanwendung ist eine ganz andere Sache.

Mikroskopieren ist wie gesagt ein interessantes Gebiet, ob es allerdings im Zusammenhang mit S&P wirklich sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln.


Gruß vom Nasenbären

Isuzufan
16.03.2015, 09:58
Hallo Jp!

Vielleicht habe ich mich seltsam ausgedrückt; was ich sagen wollte ist folgendes:
Vergiss einfach die Anschaffung einer Ausrüstung im Zusammenhang mit S&P.
Wenn Du aber eine hast, kannst Du sie sehr wohl verwenden da Du dann ja wahrscheinlich über das nötige Wissen verfügst sie zu nutzen.
Für eine sinnvolle Neuanschaffung sind Investitionen im 4stelligen Bereich nötig plus die Zeit fürs üben und lernen.

LG Wolfgang

Salutem
16.03.2015, 17:22
Und btT Ein Mikroskop ist natürlich sinnvoll, aber nur wenn man damit etwas anzufangen weiß und wenn man damit etwas anzufangen weiß stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eigentlich weniger.LG Wolfgang

Hallo Wolfgang, erkläre mir doch bitte mal, was Du mit Deinem Mikroskop nach einem Crash machst. Wofür Du es im S&P-Sinn gebrauchst?
So wie Du schreibst, kennst Du Dich damit Top aus. Du scheinst ein Ass auf dem Gebiet zu sein. Ich lerne gerne dazu.

Isuzufan
16.03.2015, 17:57
Hallo Salutem,
vielen Dank für die Blumen sie gebühren mir aber nicht wirklich. Ein Ass ist wirklich etwas anderes. Aber etwas über dem Durchschnitt könnte mein Wissen diesbezüglich schon noch sein..

1.) Trichinenuntersuchung per Mikroskop ist auch heute noch das Mittel der Wahl und gerade in ShtF extrem wichtig falls Du nicht Veganer werden willst.
2.) Allgemeine Histologische Untersuchungen auf Parasiten in Form von Schnitten. (Mikrotom erforderlich)
3.)Untersuchung der Oberfläche von Nahrungsmitteln auf erste Anzeichen von Bakterie, Hefe und Schimmelbeläge.
4.)Für medizinisch gebildete diverseste Untersuchungen von Blut bis alles mögliche (absolut nicht mein Gebiet)
5.) Gewässeruntersuchungen
6.) Feststellen von Mikrorissen in verwendeten Gerätschaften
Und sicher noch so einiges mehr

LG Wolfgang

Waldschrat
16.03.2015, 21:11
5.) Gewässeruntersuchungen

Hallo Wolfgang,

das war neben der Mineralogie exakt mein Beweggrund, mir ein Mirkroskop zuzulegen. Inzwischen neben dem Lichtmikroskop auch ein USB-Mikroskop mit PC-Anschluss.
Viele Grüsse

Matthias

Salutem
17.03.2015, 05:23
Hallo Salutem,
vielen Dank für die Blumen sie gebühren mir aber nicht wirklich. Ein Ass ist wirklich etwas anderes. Aber etwas über dem Durchschnitt könnte mein Wissen diesbezüglich schon noch sein..

1.) Trichinenuntersuchung per Mikroskop ist auch heute noch das Mittel der Wahl und gerade in ShtF extrem wichtig falls Du nicht Veganer werden willst.
2.) Allgemeine Histologische Untersuchungen auf Parasiten in Form von Schnitten. (Mikrotom erforderlich)
3.)Untersuchung der Oberfläche von Nahrungsmitteln auf erste Anzeichen von Bakterie, Hefe und Schimmelbeläge.
4.)Für medizinisch gebildete diverseste Untersuchungen von Blut bis alles mögliche (absolut nicht mein Gebiet)
5.) Gewässeruntersuchungen
6.) Feststellen von Mikrorissen in verwendeten Gerätschaften
Und sicher noch so einiges mehr

LG Wolfgang

Ich wollte eigentlich den S&P-Sinn wissen.

Meines Wissens sterben Trichinen, Bakterien (abgesehen von hitzeunempfindlichen) und Parasiten nach einem Kochvorgang ab.
Gewässeruntersuchung im S&P-Sinn. Ich trinke kein Wasser von einem stehenden Gewässer, und fließendes Gewässer scheint mir nach dem Abkochen unbedenklich.
Hefen und Schimmelbeläge, erkläre jemandem der richtig Hunger hat, dass er kein verschimmeltes Brot essen sollte weil Du etwas mit Deinem Mikroskop gefunden hast. Solange es nicht durchgehend grün gefärbt ist, wirst Du Ihn nicht davon abhalten können Teile davon zu essen.

Für mich macht ein Mikroskop genau so einen Sinn sie ein Teleskop. Ich sehe zwar einen Meteoroid kann aber nicht verhindern, dass es ein Meteorit wird. Was nützt mir das Teleskop im S&P-Sinn?

Isuzufan
17.03.2015, 06:04
Ich ziehe folgende Schlüsse aus Deiner Aussage:
Räuchern, Pökeln, Salzen und Trocknen kommen für Dich als Konservierungsmethode nicht in Frage da ja nicht gekocht. Gut.
Wenn Du vor dem Verhungern stehst isst Du zwar verschimmeltes aber wenn Du vor dem Verdursten stehst trinkst Du kein Wasser aus einem stehenden Gewässer. Ein Mann mit Prinzipien-Gratulation.

Natürlich macht das dann für Dich keinen Sinn(was ich auch nicht angenommen habe) genau so wenig wie ein heißer Schwede denn Feuer macht man ja eigentlich mit dem Feuerzeug . Liste könnte man noch fortsetzen, aber wozu, Du hast ja Recht, nichts braucht man wirklich, (fast) alles kann durch etwas anderes ersetzt werden.

LG Wolfgang

PS Ein Teleskop könnte man zum Beispiel zur Fernerkundung einsetzen; aber wozu? Man kann doch auch einfach näher herangehen.:grosses Lachen:

Salutem
17.03.2015, 06:28
Wenn Du vor dem Verhungern stehst isst Du zwar verschimmeltes aber wenn Du vor dem Verdursten stehst trinkst Du kein Wasser aus einem stehenden Gewässer. Ein Mann mit Prinzipien-Gratulation.

Vergessen wir das mit dem stehenden Gewässer. Ich hatte auf den Philippinen mal schlechte, sehr schlechte Erfahrung mit einem stehenden Gewässer.
Nach dem Abkochen habe ich davon getrunken. Den Geschmack werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

jp10686
17.03.2015, 06:29
Wenn du dich ernsthaft daran machst, mit Stereolupe oder Mikroskop Deine Umwelt zu erkunden, wird es Deine Wahrnehmung der Dinge nachhaltig beeinflussen.
Sicher ist so ein Gerät nicht das, was zuerst ins Notgepäck muss, aber der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein.

Frei's Petrollampen
17.03.2015, 22:57
Hallo zusammen

Ein Mikroskop bringt mir rein gar nichts ..........!

Warum?

Ich habe nicht die Ausbildung dahinter, Youtoube und Internet bringt mich auch nicht weiter!

Und jetzt?

Komisches Wasser geht durch den Filter, sollte der Tümpel mal doch zu trüb gewesen sein kommen anschliessend so kleine Tablettchen rein.

Lebensmittel aus offenen Weckgläsern oder geblähte Dosen gehen in den Kompost.

Fleisch aus unklaren Quellen wird quasi "übergegaart", sofern nicht klar verdorben.

Bis jetzt alles ohne Probleme.

Viele Grüsse, Ernst

Waldschrat
17.03.2015, 23:17
Hallo zusammen

Ein Mikroskop bringt mir rein gar nichts ..........!

Warum?

Ich habe nicht die Ausbildung dahinter, Youtoube und Internet bringt mich auch nicht weiter!

Hallo Ernst,

ich würde im Notfall halt mal ein paar Pflichtübungen in Sachen Laboranalyse Trinkwasser- und Lebensmittelchemie abturnen. Da würden wir über Radionuklide ebenso reden wie über Cholinesterasehemmer bis Schwermetalle.

Auch da stellst Du Dich der Community mit Deinen Fähigkeiten und Deiner Ausrüstung irgendwo zur Verfügung

Meint

Matthias

eraperp
17.03.2015, 23:39
Ich bin mir noch sicher, ob ein Mikroskop im shtf einen Nutzen bringt.
Alleine ist das sicher nicht so der Bringer aber in der Gruppe und bei längerfristigen Aufenthalten kann ich mir schon vorstellen, dass ein Bedarf entsteht.

Persönlich habe ich es erst einmal hintenan gestellt - was nicht heißt, dass ich das Thema abgehakt habe.

cu Tom

Frei's Petrollampen
17.03.2015, 23:44
Hallo Matthias

Tja das ist eine Einladung an Dich die Gruppe "Thurgau/erweiterte Ostschweiz" mal ein wenig unter Deine Fittiche zu nehmen.

Kost und Logis sind gegeben. :rolleys:

Denn ich hatte in Chemie nur Spass wenn was interessantes raus kam.

Zum einen das mit dem Eisen ......, und Salzsäure. Man hat das Spass gemacht :grosses Lachen:

Nur konnten wir die Prüfung damit nicht sabotieren, gingen einfach ins Freie!

Ernst

Waldschrat
18.03.2015, 21:13
Hallo Matthias

Tja das ist eine Einladung an Dich die Gruppe "Thurgau/erweiterte Ostschweiz" mal ein wenig unter Deine Fittiche zu nehmen.

Kost und Logis sind gegeben.

Hallo Ernst,

ich glaube, das wäre auch für Dich und Deine BEVA auf Gegenseitigkeit gegeben. Nicht nur im Notfall.



Meint

Matthias

DocAlmi
28.06.2015, 02:37
Hi !

Ich wollte nur einmal anmerken, dass die Untersuchung auf Bakterien mittels Mikroskop nicht wirklich zielführend ist.
Der Nachweis von Bakterien erfolgt in der Regel nicht mittels Mikroskop sondern mithilfe mikrobiologischer Anzuchttechniken auf Petrischalen / Nährmedien.
Auch die Keimzahl wird mittels Verdünnungsreihen bestimmt.
schöne Anleitung dazu (http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.lfs-bonn.de%2Fuploads%2Fpics%2FE_coli_Diagramm.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.lfs-bonn.de%2F612.html&h=524&w=799&tbnid=kn3hNlZi56PDiM%3A&zoom=1&docid=apsixYw7Hh7beM&ei=GT6PVeTtPMa67gbbmrLwBQ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=3093&page=1&start=0&ndsp=22&ved=0CCYQrQMwAg)

Wer Spass dran hat kann sich ja mal ein kleines Lehrbuch oder ein Uni-Script zum Thema Mikrobiologie anschaffen.

Für S+P sehe ich da keine Relevanz.
Das ist extremes Spezialwisen.
Und ich bezweifle dass irgendwer ohne fundierte Spezialkenntnis ein funktionierendes Micro-Bio Labor unter SHTF Bedingungen betreiben kann.
Zumal die Konsequenz extrem gering ist.

Für andere Anwendungsgebiete könnte ich mir noch sehr wohlwollend Anwendungsgebiete vorstellen.
Stichwort Trichinen.
Vorhin wurde gesagt: Räuchern, Trocknen, Dörren, Pökeln etc. würde dann ausfallen.

Das ist nur bedingt richtig.

Tiere, die sich nicht von Fleisch und oder Aas ernähren sind in der Regel nicht Trichinen-gefährdet.
In unseren Regionen also gefährlich: Schwein / Wildschwein sowie Rabenvögel, Katzen, Hunde, Füchse, Mäuse, Ratten. ( Hab ich was vom speisezettel vergessen?)

Rinder, Schafe, Rehe, Hirsche, Hasen, Kaninchen, Geflügel wie Fasan oder Rebhuhn, Fische, Insekten sind also vollkommen unbedenklich, was Trichinen angeht.
Was ich nicht ganz verstehe ist, dass Nutria in D der Trichinenbeschau unterliegen. Eventuell sind sie doch nicht so 100% Vegetarier...
Schmeckt übrigens sehr lecker, der Amtsveterinär hat selten so doof geschaut, als er meine erlegten Nutrias beschauen musste...

Vom der Fuchs-Salami, dem Schinken von der europäischen Kurzhaarkatze und dem Carpaccio vom Rauhaardackel würde ich also Abstand nehmen.

Aber hier ist auch noch ein Haken: Die Trichinenbeschau ist nicht so ganz einfach. Es genügt nicht sich ein Schnitzel im Durchlichtmikroskop anzuschaun.


Aus meiner Sicht ist ein Mikroskop eine schöne und gelehrige Spielerei. Aber nicht S+P fähig...

Gruss Almi

Pimponello
28.06.2015, 07:52
Über das Pferd hat es schon mal eine Ansteckung mit Trichinen gegeben. Keiner hat Ahnung wieso.

Deswegen glaub ich ist bei Pferdeschlachtungen eine Beschau darauf auch vorgeschrieben.

Waldschrat
28.06.2015, 08:19
Über das Pferd hat es schon mal eine Ansteckung mit Trichinen gegeben. Keiner hat Ahnung wieso.

Hallo Pimponello,

Trichinose tritt normalerweise nur bei Freischfressern auf. Aber das kann natürlich auch durch einen Zufall passieren. Trichinen sind z.B. auch bei Mäusen und Ratten verbreitet. Eine Katze frisst so ein Vieh, lässt Einzelteile im Gras liegen, die ein eigentlich vegetarisches Pferd mit dem Gras aufnimmt, et voilà, wir haben die Trichinose beim Pferd.

Das ist übrigens auch ein S&P-Tip. Wenn ich in einem Notfall Fleisch beschaffe, ich würde Angeln oder Rehwild schiessen. Von Wildsäuen würde ich (wenn keine tierärztliche Fleischbeschau zur Verfügung steht) entweder die Finger lassen oder sie mit einer Kerntemperatur von mindestens 130 °C (Thermometer reinstecken) durchgaren. Wildsau über dem Lagerfeuer ist keine gute Idee.

Eine Trichinose ist eine ernsthafte Erkrankung und bedarf einer langfristigen Behandlung mit nebenwirkungsreichen Medikamenten!

Ich würde mir jedenfalls nicht zutrauen, Trichinen unter dem Mikroskop zu erkennen!


Meint

Matthias

Opa
28.06.2015, 10:50
Hi,

ich habe ein eher billiges Mikroskop, ... ich glaube noch von meiner Mutter bekommen, aber es "tut".
Mikroskop heißt ja nicht gleich 1000x Vergrößerung, sondern man kann z.B. kleines Krabbelgetier wie Zecken bei 20x mal drunterlegen.

Ich finde gerade ein paar Dinge erkennen zu können, die nicht jeder sieht, kann Dir in einer Notfallsituation den entscheidenden Vorteil bringen.
... wobei ich mir jetzt spontan auch nicht vorstellen kann, wobei es in meinen "Lieblingsszenarien" einen Vorteil bringen könnte.


Nick

Waldschrat
28.06.2015, 20:25
Hi,

ich habe ein eher billiges Mikroskop, ... ich glaube noch von meiner Mutter bekommen, aber es "tut".
Mikroskop heißt ja nicht gleich 1000x Vergrößerung, sondern man kann z.B. kleines Krabbelgetier wie Zecken bei 20x mal drunterlegen.

Ich finde gerade ein paar Dinge erkennen zu können, die nicht jeder sieht, kann Dir in einer Notfallsituation den entscheidenden Vorteil bringen.
... wobei ich mir jetzt spontan auch nicht vorstellen kann, wobei es in meinen "Lieblingsszenarien" einen Vorteil bringen könnte.


Nick


Hallo Nick,

ich habe da ein ganz anderes Problem

ich bin Hobbymineraloge und habe deswegen ein sehr anständiges Mikroskop, sogar mit USB-Anschluss und Projektion auf den Monitor. Wenn ich ein Mineral drunter lege, werde ich Dir erstaunlich viel erzählen können. Wenn ich da "Krabbelviecher" im Mikrobenmassstab sehe, bin ich so ahnungslos wie ein neugeborenes Baby ....

Meint

Matthias


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