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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Regenwassertank / Brunnen an Hausverteilung anschließen?



ID 2572
29.03.2015, 20:35
Hallo zusammen,

wie der Titel schon sagt, würde ich gern das bei mir im / am Haus im Überfluss vorhandene Wasser im Haus nutzen.

Der einfachste Weg wäre jetzt: Tank -> Druckpumpe (Hauswasserwerk), da einspeisen wo das Stadtwasser kommt, passt.
Das darf man so natürlich nicht einfach so - und dahingehend bitte ich um Infos; Es kursiert da viel Halbwissen; mal soll es mit einer Rückschlagsicherung getan sein, dann ist wieder die rede von einer komplett parallel verlaufenden Rohrführung die auch noch farblich gekennzeichnet sein muß.

Dann noch die Frage nach den Kanalgebühren - das Abwasser berechnet sich ja hier nach dem Frischwasserverbrauch.

Alles nicht so einfach...

Asdrubal
29.03.2015, 21:10
Brunnen oder Zisterne darf man definitiv nicht an das normale Trinkwassernetz im Haus anschließen. Es muss ein zweites Rohrsystem ohne Verbindung zum Trinkwasser angelegt werden. Auch die farbliche Kennzeichnung ist vorgeschrieben. Näheres, und wie mir scheint Fundiertes, dazu gibt es hier: http://www.fbr.de/publikation/fbr_tops/top2.pdf

Auf jeden Fall brauchst du, bevor du einen Brunnen bohrst oder eine Zisterne anlegst, eine Genehmigung dazu. Wer die genau ausstelle, ist je nach Bundesland und Wohnort verschieden.

Was die Kanalgebühren betrifft, würde ich mal bei der betreffenden Kommune nachschauen. Viele fördern ja die Regenwassernutzung. Es könnte also sein, dass die das Absinken der Frischwassernutzung durch Zisterne oder Wassertank einfach in Kauf nehmen. In manchen Bundesländern gilt auch schon die so genannte "gesplittete Abwassergebühr", bei der die versiegelte Fläche des Grundstücks eingerechnet wird. Dort gibt es für Zisternen meist Gutschriften.

jp10686
29.03.2015, 21:20
Übloicherweise werden Regenwasseranlagen so gebaut, dass es eine Einspeisung von Trinkwasser hat, welche verhindert, dass die Pumpe trockenläuft, wenn es zuwenig Wasser hat.
Hier muss durch eine technische Massnahme sichergestellt sein, dass unter keinen Umständen Regenwasser über die Trinkwasser-Noteinspeisung in die ordentliche Wasserversorgungsleitung gelangen kann.
Auch dann nicht, wenn durch Entleerung der Notspeiseleitung zu Reparaturzwecken ein Sog entsteht.

Dann muss jede Zapfstelle mit "kein Trinkwasser" oder ähnlich bezeichnet sein. Deshalb darf man selbstverständlich nicht eine gemeinsame Leitung für Regen- und Trinkwasser verwenden. Weil es Farbcodierungen für PE-Trinkwasserleitungen gibt, soll man für Regenwasserleitungen nicht diese verwenden.
Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil bei unübersichtlichen Installationen nach ein paar Jahren leicht Leitungen verwechselt werden können.

Die Anbieter von Regenwasseraufbereitungsanlagen haben gewöhnlich Merkblätter dazu online. Ich würde ferner dazu das Wasserwerk fragen.

tomduly
29.03.2015, 21:26
Hallo,

die erste Frage ist, was willst Du mit dem gesammelten Regenwasser anstellen? Grundsätzlich ist es nicht zulässig, Trinkwasser (aus dem öff. Netz) und anderes Wasser (aus einer Zisterne oder sonstwoher) im gleichen Leitungsnetz zu führen. In D stellt das Rückfliessenlassen bzw. Rückdrücken von z.B. keimbelastetem Zisternenwasser ins öffentliche Trinkwassernetz einen Straftatbestand nach dem Bundesseuchengesetz dar. Also aufpassen.

Will man Zisternenwasser im Haus nutzen, geht das nur über ein eigenes getrenntes Leitungsnetz ("Grauwasser"). Damit kann man neben der Gartenbewässerung auch die WC-Spülungen und je nach Wasserqualität auch die Waschmaschinen versorgen. Normalerweise reicht das in haushaltsüblichen Zisternen (5.000 - 15.000 l) in Mitteleuropa gesammelte Regenwasser eines Wohnhauses nicht, um ganzjährig eine Grauwasserversorgung sicherzustellen, d.h. man braucht eine Trinkwassernachspeisung ins Grauwassersystem. Dazu gibt es entsprechende Vorgaben, wie man das rückwirkungsfrei hinbekommt, Trinkwasser ins Grauwassernetz einzuspeisen (entweder über einen per Schwimmerschalter gesteuertes Magnetventil, das über einen freien Auslauf über ein Fallrohr die Zisterne nachfüllt, oder über eine umschaltbare Saugleitung der Grauwasser-Pumpanlage, die sich aus einem kleinen Reservoir bedient, das ebenfalls über einen freien Auslauf aus einem (ebenfalls geschalteten) Trinkwasserventil befüllt wird.

Infos hierzu findet man eigentlich bei allen Anbietern von Regenwasserzisternen, z.B. hier: KLICK (https://www.regenwasser-boehm.de/shop/Regenwassernutzung.html).
Eine Zeichung für einen Zisternenanschluss findet man z.B. hier: KLICK (http://www.zisterne-shop.de/regenwassernutzung/)

Man sollte sich im Klaren sein, dass Regenwasser vor allem zu Beginn eines Regenschauers den gesamten Dreck vom Dach wäscht: natürlicher Staub, Pollen, Russ, Industrieemissionen, Vogelkot, Insekten sowie bei Baumbestand in der Nähe auch Laub, kleine Äste, Tannennadeln etc.

Idealerweise hat man vor dem Zisterneneinlauf eine "Weiche", die das ablaufende Dachwasser in den ersten 30min direkt in die Kanalisation (oder Versickerungstelle oder Gartenteich) einleitet und erst dann auf die Zisterne umschaltet. Unmittelbar vor der Zisterne sollte mindestens ein Grobfilter vorhanden sein, der Partikel bis zu einer gewissen Grösse zurückhält. Der Filter muss natürlich gewartet werden (oder rückspülfähig sein).
Die Einleitung des Regenwassers sollte im unteren Drittel der Zisterne und drall-arm erfolgen, damit das Wasser in der Zisterne möglichst wenig verwirbelt wird. Die meisten Feststoffe sinken in ruhigem Wasser nach unten, am Boden der Zisterne bildet sich eine Sedimentschicht. Das Wasser darüber ist klar. Diesen natürlichen Filtereffekt sollte man nicht stören.

Die Wasserentnahme sollte deshalb auch am besten über ein "schwimmendes Saugrohr" erfolgen, das etwas unterhalb des Wasserspiegels an einem Schwimmer (Plastikball o.ä.) hängt, weit genug vom Bodensatz entfernt, aber auch soweit unterm Wasserspiegel, dass schwimmende Stoffe (Holzteilchen, Schaum) nicht angesaugt werden können.

Das entnommene Wasser drückt man am besten durch eine Fein-Filteranlage und leitet es möglichst noch durch einen leistungsstarken UV-Strahler für Trinkwasseranlagen. Danach hat man nahezu Trinkwasserqualität, zumindest, was die Keimbelastung angeht.

Was die Abwassergebühren betrifft: nach und nach wird die gebührentechnische Erfassung des Niederschlagswassers auf einen Grundstück im Rahmen der Abwasserberechnung zum Standard. In Baden-Württemberg ist sie bereits umgesetzt. Es gibt einen Berechnungsschlüssel, mit dem werden alle Dachflächen und alle versiegelten Flächen des Grundstücks bewertet und anhand der jahresdurchschnittlichen lokalen Niederschlagswerte der zu erwartende Regenwasseranteil im Abwasser bestimmt. Für Stuttgart betrug z.B. der Jahresniederschlag 2013 rund 700l/m². Bei z.B. 200 m² effektiver Dachfläche (nur die senkrechte Draufsicht aufs Dach) fallen also 140 m³ Regenwasser an. Leitet man die 1:1 ins Kanalnetz, zählt das zum Abwasser dazu (mit einem geringeren Gebührensatz als Schmutzwasser). Versickert man das Dachwasser auf dem eigenen Grundstück wirds entsprechend günstiger. Gleiches gilt für versiegelte Hofflächen (Asphalt, undurchlässiges Pflaster) - auch da werden die Quadratmeter aufsummiert und die Wassermenge dem Abwasser entsprechend zugerechnet.
Nutzt man das Dachwasser in einer Zisterne oder einem Gartenteich, dann wird es nicht günstiger, denn beide haben i.d.R. einen Überlauf, der dann wieder im Kanalsystem mündet.

Grüsse

Tom

hzs68
29.03.2015, 21:33
Hallo,

Ich hatte mich vor Jahren - wird schon mehr als 15 Jahre her sein - mal mit der Thematik beschäfftigt, von daher ist mein Wissensstand wahrscheinlich an der ein oder anderen Stelle veraltet. Als gelernter Strömling kann ich da auch eh nur wenig zu sagen. :rolleys:

Damals galt:
Regenwasser darf aus hygienischen Gründen nicht in den Trinkwasserkreislauf eingelspeist werden, da bei einer Verkeimung des Regenwassers diese Keime bis in die Hauptwasserleitung gelangen können.

Was zulässig ist/war, ist ein separater Wasserkreislauf, der mit dem Regfenwasser aus einer Zisterne gespeist wird und entsprechend zu kennzeichnen ist. Alle Zapfstellen dieses Kreises müssen mit einem "Kein Trinkwaser" Hinweis versehen werden. Die Zisterne darf mittels einer Trennstrecke an das Trinkwassernetz angeschlossen werden, um bei extremer Trockenheit die Zisterne befüllen zu können.

Das Ganze ist in der Trinkwasserverordnung geregelt: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/trinkwv_2001/gesamt.pdf

Zum Thema Regenwassernutzung im Haushalt gibt es eine Broschüre des Bundesumweltamtes: http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2973.pdf

Ein paar Merkblätter mit Infos zu Normen und gesetzlichen Regelungen findest du hier: http://www.vg-nabburg.de/index.phtml?La=1&sNavID=1772.217&mNavID=1772.15&object=tx|1772.1043.1&kat=&kuo=1&sub=0

Erfahrungsberichte gibt's dann hoffentlich von jemandem, der so was in die Tat umgesetzt hat.

Edit: Und wieder zu langsam geschrieben, tomduly und die anderen haben ja schon einiges an praktischen Tips niedergeschrieben. ;)

ID 2572
30.03.2015, 06:52
Guten Morgen zusammen,

vielen Dank für die fundierten Infos! :Gut:
Wie ich parallel dazu gelesen habe, muß die ganze Geschichte auch von einem Installateurfachbetrieb geplant / gebaut / abgenommen werden.

:Ironie:War ja klar, dass es wieder teuer sein muß. Man könnte manchmal meinen, arme Leute wie ich sollen gar nicht die Möglichkeit bekommen, mal irgendwo was einzusparen...
Solar -> teuer (trotz Förderung). Regenwasser / Brunnenwasser nutzen -> sauteure Installation.
Ach, ich schweife ab... ;)

Ich möchte vorrangig Grundwasser nutzen. Unterm Haus (sehr, sehr alt) habe ich einen alten Vorratskeller - in diesem befindet sich ein etwa ein Meter tiefer Schacht, durch den Kies darunter drückt fröhlich das ganze Jahr über Wasser in den Keller. Dieses Wasser pumpe ich nun das ganze Jahr über permanent ungenutzt in die Kanalisation weil ich sonst den Keller 50cm unter Wasser habe. ( 1x 1000L IBC Tank / 2 Tage voll) Das ist doppelt ärgerlich, weil es im Gegensatz zum Leitungswasser hier nicht so bretthart kalkhaltig ist. Gelegentlich nehme ich das Wasser für Kaffee / Tee. Mein Gedanke war jetzt, dieses Wasser in einen Zwischentank zu pumpen und von dort aus unter Druck ins Haus.

Die Nutzung als Trinkwasser direkt "ab Hahn" wird es vermutlich ob der teuren Filteranlagen nicht werden. Ist aber auch nicht so dramatisch - primär würde ich gerne Verbraucher wie Toilettenspülung und Waschmaschine damit versorgen. Baulich wäre das auch eher realisierbar und böte sich an, weil ich das Badezimmer demnächst komplett neu mache.
Um das Wasser zum Duschen zu nutzen müsste ich mir was überlegen - bräuchte ja dann auch eine zweite Warwasseraufbereitung. Da denke ich direkt an einen zweiten Pufferspeicher, mit an den Feststoffkessel angeschlossen... Ach irgendwas lasse ich mir schon einfallen.

Asdrubal
30.03.2015, 09:10
Ich befürchte, dass du den Schacht auch für die Brauchwassernutzung nicht genehmigt bekommst. Wahrscheinlich musst du, wenn überhaupt, einen richtigen Brunnen anlegen. Dass du deinen Keller trocken hältst und das dabei anfallende Wasser zum Gießen des Gartens nutzt, kann dir vermutlich keiner verbieten, aber du willst ja offenbar ein bisschen mehr mit dem Wasser anfangen.

Aber besser wäre es sicher, wenn sich ein Fachbetrieb die Sache mal am Ort anschaut.

ID 2572
30.03.2015, 09:14
Ich befürchte, dass du den Schacht auch für die Brauchwassernutzung nicht genehmigt bekommst. Wahrscheinlich musst du, wenn überhaupt, einen richtigen Brunnen anlegen. Dass du deinen Keller trocken hältst und das dabei anfallende Wasser zum Gießen des Gartens nutzt, kann dir vermutlich keiner verbieten, aber du willst ja offenbar ein bisschen mehr mit dem Wasser anfangen.

Aber besser wäre es sicher, wenn sich ein Fachbetrieb die Sache mal am Ort anschaut.

Ja - das wäre in jedem Fall besser.
Kann ich mir leider nicht leisten. Was das wieder kostet, amortisiert sich frühestens in 20 Jahren.... (wenn überhaupt)

Ich werde mir also einen 1000 Liter Tank vors Haus stellen, das Wasser aus dem Keller und vom Dach da sammeln und das ganze dann mit separater Wasserleitung zum Klo pumpen.

Frei nach dem Motto:

25216

Asdrubal
30.03.2015, 09:36
Ich kenne deine technischen Fähigkeiten nicht, aber ich persönlich würde mir nicht unbedingt zutrauen, so etwas zu bauen. Da würde ich lieber den Fachbetrieb bezahlen, statt irgendwas Selbstgebautes zu zimmern, das dann nicht richtig funktioniert, leckt oder nach ein paar Monaten zu Bruch geht.

Außerdem würde ich die rechtliche Seite nicht außen vor lassen. Kleinere Zisternen, was der Ein-Kubikmeter-Tank auf jeden Fall wäre, sind zwar meist baugenehmigungsfrei, müssen aber oft beim jeweiligen Abwasserentsorger angezeigt werden. Ähnliches gilt für Nutzwasser-Leitungen im Haus beim Gesundheitsamt. Außerdem könnte eine feste Leitung zum Schacht im Keller durchaus als Brunnen ausgelegt werden, der in aller Regel nicht nur anzeige- sondern auch genehmigungspflichtig ist. Die einzelnen Bedingungen sind je nach Bundesland und Kommune verschieden und sollten genau überprüft werden. Natürlich kann man immer argumentieren, dass man bei nicht regelkonformen Bau-Geschichten nur mit geringer Wahrscheinlichkeit erwischt wird, aber wenn, kann das unangenehm werden.

Ein Kubikmeter erscheint mir außerdem etwas wenig. Pro Person geht man für die Toilettenspülung von 40 Litern am Tag aus. Wenn du im Sommer eine längere Trockenphase hast, in der vielleicht auch die "Quelle" im Keller versiegt, wird das je nach Größe des Haushalts knapp. Wenn dann die Toilette allein an dem kleinen Tank hängt, könnte das Probleme erzeugen.

frieder59
30.03.2015, 16:22
das Problem mit der im Sommer versiegenden Quelle lässt sich am einfachsten dadurch vorübergehend klären, daß man nen Gartenschlauch von einer Trinkwasserzapfstelle ab in die Zisterne hängt und die volllaufen läßt. Fällt die Druckwasserpumpe aus , könnte man diese abkoppeln/ und die Leitung /Schlauch für Toilettenspülung und Waschmaschine an obengenannten Gartenschlauch anschließen. (Wobei ich mal davon ausgehe, daß die Toilettenspül- und Waschmaschinenleitung dann vom übrigen Wassernetzt im hausgetrennt ist )

Aus eigener Erfahrung heraus würde mich hüten, bezüglich des obigen Vorhanbens direkt bei der Obrigkeit einen Antrag zu stellen . Die ganze Anlage sollte nur nicht gerade neben der gemeindlichen Wasseruhr stehen, wo vielleicht doch mal ein Wasserwerker vorbeischauen könnte.


frieder

ID 2572
30.03.2015, 16:31
@ Frieder

das sehe ich genau so. :)

Wassermangel befürchte ich hier eher weniger - ich müsste mir eher was einfallen lassen, damit das Ding nicht überläuft bzw. wenn es voll ist, das Wasser wie gehabt in den Abfluss läuft. Auch im trockensten Sommer war der Schacht noch nie trocken und das Wasser drückt fröhlich hoch.
Wenns wirklich mal trocken läuft --> Gartenschlauch. (Aber nur zum Auffüllen)

Handwerklich ist das kein Problem, habe meine ganze Installation hier selber ausgebaut bzw. repariert (Wasser und Heizung) - wenns knifflig wird, steht mir ein Fachmann zur Seite.

jp10686
30.03.2015, 17:57
Was du unbedingt tun solltest, ist, die Leitungen für Grauwasser (Regenwasser) und für Trinkwasser zu trennen. Das dürfte bei Bestandesbau unt Unterputzverlegung der mühsamste Teil der Sache sein.

Ansonsten klagen ja alle Amtsstellen immer darüber, dass sie überlastet sind, da sollte man sie nicht noch mit solchen Kleinigkeiten beschäftigen.

Wenn die Abwassergebühren auf Basis vom Volumen berechnet werden, das durch den Zähler läuft, dann hinterziehst du natürlich Gebühren, wenn du das Klo mit Regen- oder selbst gefördertem Grundwasser spülst. Da aber vermutlich viele Leute in der Gemeinde mit Trinkwasser den Rasen giessen, also Abwassergebühren für Wasser bezahlen, das zwar durch den Zähler gelaufen ist, aber dann kein Abwasser wird, dürfte das für den Abwasserreinigungszweckverband tragbar sein. Nur eben, wenn das jeder machen würde ...
Falls die Grundwasserentsorgung über Pumpe in den Kanal bei Dir zulässig ist, ist es ja eh egal, wenn du das Wasser über den Umweg Klo in den Kanal laufen lässt.

Booner
30.03.2015, 18:03
Falls die Grundwasserentsorgung über Pumpe in den Kanal bei Dir zulässig ist, ist es ja eh egal, wenn du das Wasser über den Umweg Klo in den Kanal laufen lässt.

Hei,

naja, das siehst Du etwas zu pragmatisch! Du zahlst ja nicht nur die Entsorgung des Wasser sondern auch dessen Aufbereitung.
Wenn Du für Regenwasser nichts zahlst, dann heißt das noch lange nicht, dass man für Regenwasser+:shit: auch nichts zahlen müsste. :grosses Lachen:

Aber im Grunde genommen kommen wir beide aufs Gleiche raus: Wer lange fragt, geht lange irr! hrhr



Grüße,

Tom

jp10686
30.03.2015, 19:03
Wenn Du für Regenwasser nichts zahlst, dann heißt das noch lange nicht, dass man für Regenwasser+:shit: auch nichts zahlen müsste

Ich weiss nun nicht, wie es bei Euch ist, aber bei uns werden Kubikmeter Wasser und nicht Anzahl Haufen verrechnet

ID 2572
30.03.2015, 19:40
Ich weiss nun nicht, wie es bei Euch ist, aber bei uns werden Kubikmeter Wasser und nicht Anzahl Haufen verrechnet


:Rol::Rol::help:

Der Spruch des Tages, ich hau mich in die Ecke!

Wenns nach Anzahl Haufen ginge... oha. Das wär teuer.
Also zwischen erstem und drittem Kaffe morgens jeweils einmal.... :Cool:

Spaß bei Seite. Wir haben hier eine Pauschale für Niederschlagswasser berechnet auf versiegelte Fläche und halt Abwassergebühr nach Frischwasserverbrauch.

Udo (DL 8 WP)
30.03.2015, 19:47
Hallo zusammen,

ich habe vor ~15 Jahren beim Hausbau eine 7 m³ Beton Zisterne und eine getrennte Regenwasserleitung mit Pumpsystem zur Toilettenspülung und Gartenbewässerung angelegt.

Zentrales Stück ist eine spezielle Regenwasseranlage von der Pumpenfirma Firma KSB "Hya Rain".

Das System ist hier beschrieben:

http://www.ksb.com/ksb-de/Produkte_Leistungen/Gebaeudetechnik/Wasserversorgung/3340/Regenwassernutzungsanlage_Hya-Rain_Eco.html

Ich benutze die Anlage nur zur Toilettenspülung und zur Gartenbewässerung.

Die Punpe "kann" deutlich mehr Druck als die öffentliche Leitung, was zum Gartengiessen von Vorteil ist.

In meinem System habe ich, vom Dach aus kommend, für das Regenwasser einen Beton- Grobfilter, der grobe Partikel aus der Zisterne fernhält.

Von der Zisterne aus gibt es eine Saugleitung die ca. 10 cm über dem Boden angebracht ist.

Von hier aus erfolgt die Versorgung der Hya Rain Pumpe im Keller.

Die Pumpe hat eine integrierte Wasserstandsanzeige, die kapazitiv funktioniert und die den Wasserstand in der Zisterne jederzeit anzeigt.

In der "Hya Rain" Pumpe ist ein kleiner Wasserkasten und ein Schwimmer integriert, der automatisch Wasser aus dem öffentlichen Netz einspeist, sollte die Zisterne leer sein und kein Regenwasser mehr liefern können.

Dieses System verhindert auch einen Rücklauf des Regenwassers in das öffentliche Netz. Die Anlage ist nach Trinkwasserverordnungen zugelassen und hat 12 Jahre störungsfrei funktioniert, dann musten in der Pumpe ein paar verkalkte Ventile mit einem Elektrosensor gewechselt werden und ein Pumpenschalter. Dies hat der Werkservice sehr ordentlich erledigt und alles funktioniert wieder.

Die Zisterne muss man spätestens alle 2 Jahre reinigen. Dazu benutze ich eine Tauchpumpe und einen Druckstrahler.

Den Zeitpunkt sieht man in der Toilette, wenn das Wasser nach einem Regen etwas "dunkler" wird.

Den Reinigungszeitpunkt lege ich sinnigerweise in den Sommer, wenn des Wasserstand nach Garten gießen niedrig ist.

Zum Toilettenspülen reicht das Wasser immer, auch in trockenen Sommern. Sobald ich aber den Garten Gieße ist die Zisterne nach spätestens einer Woche Garten gießen und Toilettenspülung leer (wenns nicht vorher regnet).

Die Waschmaschine haben wir bisher nicht angeschlossen, meine Frau will das etwas graue Wasser nicht in der Wäsche....

Einen besonderen Filter haben wir nicht integriert, solange das Wasser nur zur Gartenbewässerung und zur Toilettenspülung benutze.

Hier sehe ich dafür auch keinen Bedarf.

Die Hya Rain Pumpe ist schön kompakt, wenn man sich die entsprechenden Rohre besorgt, kann man "das Ding" durchaus selbst einbauen. Das ist keine Raketentechnik. Mit PE Rohren und einer entsprechenden Presse (die man im Sanitärfachhandel günstig ausleihenn kann) geht das auch sehr schnell.

Habe gesehen die Pumpe wird im E... knapp unter 1800€ angeboten.

Das ist eine Menge Geld, aber dafür hat man eine Firma die jederzeit auch die Ersatzteile noch liefert... ;)

Gruss, Udo

ID 2572
30.03.2015, 19:58
Habe gesehen die Pumpe wird im E... knapp unter 1800€ angeboten.

Das ist eine Menge Geld, aber dafür hat man eine Firma die jederzeit auch die Ersatzteile noch liefert... ;)

Gruss, Udo

Moin Udo,

das ist wirklich eine schöne Anlage - mein Neid ist Dir gewiss. :lächeln:
SO macht man es richtig - leider bin ich zu arm, mir sowas zu leisten. Mit der Pumpe ist es ja nicht getan; Du brauchst ja auch Rohre und Kleinmaterial... ist nicht drin.
Ist genau wie beim Afu - kann mir nur irgendwas hintricksen, für alles andere reichts leider nicht. Wird es auch nie. Muß ich halt einsehen.

Übrigens auch anwendbar auf: Solarthermie, Photovoltaik, Holzvergaseranlage in Kombination mit Brennwertkessel, Wärmepumpen etc... halt alles Sachen, die sich nur diejenigen leisten können, die Vernögen (monetär / materiell) haben, damit sie noch mehr Geld sparen können und obendrauf noch staatliche Bezuschussungen kassieren. :Gut:
Unterschichtler wie ich dürfen das ganze brav bspw. über die Stromrechnung (EEG Umlage) finanzieren.
Ach es ist zum heulen, echt.

Ich bau mir das "halbschwarz" auf und gut ist. Kackt mich irgend wer an, darf ich dafür, dass ich meine Scheiße nicht mit Trinkwasser spülen möchte, noch Strafe zahlen.
Manchmal kotzt mich dieses Land an. Ah ja gut, kann ja auswandern. Ach nee, ohne Geld geht das ja nicht. :Ironie:

Udo (DL 8 WP)
30.03.2015, 20:19
Hallo "Daywalker",

also, wenn Du das einfach machen willst, würde ich mir Toiletten mit einem Spültank dahinter stehend oder in der Wand integriert einbauen (keine Druckspüler).

Dann schaust Du, on Du ggf. solche gebrauchten IBC (Gitter- PE) Tanks (500 ...1000l) irgendwo in Deinem Haus auf dem Dach (von der Statik her und frostsicher) unterbringen kannst. In diesen Tank baust Du ein Schwimmerventil mit Elektroschalter ein und steuerst damit ein billiges Hauswasserwerk aus dem Baumarkt, das Du im Keller in Deine Quelle versenkst.

Von dem IBC Tank auf dem Dach versorgst Du die Toilette(n) - Tank(s) mittels Gravitation mit Wasser.

Wenn die Quelle das ganze Jahr Wasser führt, brauchst Du auch kein Stadtwasser und keine automatische Umschaltung.

Ob sich das alles bei mir gerechnet hat, habe ich nie abgeschätzt....

Versuch nicht alles auf einmal zu machen, das kann im Endeffekt keiner....

Gruss, Udo

ID 2572
30.03.2015, 20:27
Die Idee ist super - ist baulich leider nicht machbar. (Wäre zu schön)

Udo (DL 8 WP)
30.03.2015, 20:51
Schade, wo "hakt" es denn ?

ID 2572
30.03.2015, 21:02
Schade, wo "hakt" es denn ?

Daran, dass das Dach mein Shack beinhaltet ;)

zu wenig Platz-Haus ist 360 Jahre alt und entsprechend steht überall da Ständerwerk, wo man es nicht braucht... geht wirklich nicht.

hzs68
30.03.2015, 22:05
Bei einem 360 Jahre alten Haus, würde ich es auch stark vom Typ des Hauses abhängig machen, ob ich mir einen IBC auf's Dach stelle, der in vollem Zustand eine Tonne wiegt. Im Ortskern sind solche Hütten meist mehr als einmal abgebrannt und wurden dann mit mehr Gottvertrauen als Materialstärke wieder aufgebaut. Habe zwei Jahre in einem über 200 Jahre alten Fachwerkhaus gewohnt, bis irgendwann der Lehmputz in großen Platten von der Decke purzelte, das darunter liegende Tragwerk aus Balken war alles andere als vertrauenerweckend. :rolleys:

Aber vielleicht kannst du ja ein Mannloch in den IBC-Contauiner Einbauen und das Ding als ultrakompakt Shack in den Garten stellen. Mehr als 1000 Liter Raum sollten ein Funkamateur und seine Station doch nicht benötigen. :Ironie:

jp10686
31.03.2015, 07:58
@Daywalker:
Wenn man zur Sorte Mensch gehört, der wenig Geld und zwei linke Hände hat, dann erst hat man ein wirkliches Problem.
Versuche lieber, wenigstens die passiven Bauteile (Rohre, Behälter usw. ) gebraucht zu bekommen oder sie vom Abbruch zu organisieren.
Das ist allemal besser als "billig vom Baumarkt" zu kaufen. Solche Anlagen müssen weitestgehend wartungsfrei über lange Zeit funktionieren und genau da liegen die Qualitätsunterschiede zu Billigstteilen.

Heute wird so viel weggeworfen, was noch problemlos wiedereinbaubar wäre. Ich behaupte, dass so ziemlich alles, was du für eine gute Regenwasseranlage brauchst, auf dem Müll zu finden ist. Man muss nur wissen wo.
Du musst allerdings ein Auge für Gelegenheiten entwickeln und rasch handeln können.
Einmal bin ich beispielsweise einen unüblichen Weg gefahren und habe deshalb ein Abbruchgelände gesehen, wo offenbar eine Gärtnerei rückgebaut wurde, um einer Industriehalle zu weichen. Da gabs massenhaft Gehwegplatten abzuholen, die wären alle deponiert und dann zu Strassenunterbauschotter zerhackt worden. Kurzes Gespräch mit dem Baustellenleiter, das musste rasch gehen, weil wenn sie anfangen den Aushub zu machen, kann man nicht mehr aufs Gelände.
Unter den Platten (und deswegen komm ich drauf) lag noch PE-Druckleitung für die Bewässerung, die hab ich natürlich samt Verschraubteilen und den Wasserventilen auch gleich mitgenommen.
Auf dem Abbruch bekommt man viel, wenn man weiss, wie. Sorge der Abbruchunternehmer ist Vandalismus, wilde Mülldeponien und Haftung wegen Unfällen.

ID 2572
31.03.2015, 08:03
@Daywalker:
Wenn man zur Sorte Mensch gehört, der wenig Geld und zwei linke Hände hat, dann erst hat man ein wirkliches Problem.


Wenigstens ist letzteres nicht der Fall. ;)
Ich nage ja nicht am Hungertuch - Vierstellige Beträge mal eben für ein Bastelprojekt gehen halt nicht.

Dein Tipp ist gut - werde mal Ausschau halten !

ID 7557
31.03.2015, 08:32
Hmm, ich habe ein Regensammelfass beim Fallrohr neben der Eingangstüre stehen. Das Klo ist glücklicherweise neben dem Hauseingang.
Ich fülle deshalb relativ simpel eine Giesskanne und stelle die neben das Klo, damit wird gespült.
Nachdem ich einfach mal ausgerechnet habe, wieviel eine Klospülung kostet bin ich zwar ernüchtert, mit Geldsparen ist da nicht viel, doch ich machs ja auch auf ideologischen Gründen.
Gruess
Pilzler71

Waldläufer
02.04.2015, 10:37
Regenwassernutzung, interessantes Thema.

Ich habe vor kurzem einen Bericht in einer Zeitschrift des Hauseigentümerverbandes der Schweiz gelesen. Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten!

Warum? Was ist neu?



Erstens passt der Bericht genau zur Frage von Daywalker;
Zweitens, es wird eine neue Möglichkeit der Regenwassernutzung für die eigene Trinkwasserversorgung aufgezeigt (gilt nur für die Schweiz, ist aber auch für alle anderen interessant zu lesen).


Kurze Zusammenfassung:
Im ersten Teil wird grob darüber informiert was in der Schweiz bereits unternommen wurde und was die Resultate sind. Ebenfalls wird kurz auf das Potential eingegangen.
Im zweiten Teil wird der Ist-Zustand beschrieben. Also, Regenwassernutzung für Toilette, Waschmaschine und Gartenbewässerung.
Und im letzten Abschnitt wird es richtig interessant:


Neue Möglichkeit aus Regenwasser in die Trinkwasserversorgung im eigenen Haus einzuspeisen;
Vor- und Nachteile dieser Variante;
Benötigte Infrastruktur für dieses System;
Funktionsweise des Systems;
Erneute Aufbereitung des Grauwassers von Dusche und Waschbecken für Toilettenspülung;
Kostenzusammenstellung der Installation (Schweiz)


Ich denke das ist schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung!

Den gesamten Text findet ihr unter folgendem Link auf Seite 25 (Zeitschrift zum Blättern in readeransicht):
http://issuu.com/hev-schweiz/docs/hev-2015-6

Ebenfalls findet ihr auf dieser Seite weiterführende Links zu diesem interessanten Thema.

moleson
02.04.2015, 10:48
Regenwassernutzung, interessantes Thema.

Ich habe vor kurzem einen Bericht in einer Zeitschrift des Hauseigentümerverbandes der Schweiz gelesen. Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten!

Warum? Was ist neu?



Erstens passt der Bericht genau zur Frage von Daywalker;
Zweitens, es wird eine neue Möglichkeit der Regenwassernutzung für die eigene Trinkwasserversorgung aufgezeigt (gilt nur für die Schweiz, ist aber auch für alle anderen interessant zu lesen).


Kurze Zusammenfassung:
Im ersten Teil wird grob darüber informiert was in der Schweiz bereits unternommen wurde und was die Resultate sind. Ebenfalls wird kurz auf das Potential eingegangen.
Im zweiten Teil wird der Ist-Zustand beschrieben. Also, Regenwassernutzung für Toilette, Waschmaschine und Gartenbewässerung.
Und im letzten Abschnitt wird es richtig interessant:


Neue Möglichkeit aus Regenwasser in die Trinkwasserversorgung im eigenen Haus einzuspeisen;
Vor- und Nachteile dieser Variante;
Benötigte Infrastruktur für dieses System;
Funktionsweise des Systems;
Erneute Aufbereitung des Grauwassers von Dusche und Waschbecken für Toilettenspülung;
Kostenzusammenstellung der Installation (Schweiz)


Ich denke das ist schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung!

Den gesamten Text findet ihr unter folgendem Link auf Seite 25 (Zeitschrift zum Blättern in readeransicht):
http://issuu.com/hev-schweiz/docs/hev-2015-6

Ebenfalls findet ihr auf dieser Seite weiterführende Links zu diesem interessanten Thema.

10'000.- für so eine Anlage. Das ist Schwachsinn im Quadrat. Ich verbrauch höchstens für 150.- an Wasser pro Jahr das heisst ich brauche mindestens 100 Jahre bis das Geld wieder drinnen ist (die Pumpe verbraucht ja auch etwas). Mal für die Schweizer wir haben keinen Wassermangel, selbst wenn irgendwelche Ökos diesen Schwachsinn verbreiten. Die Schweiz und auch Deutschland sind keine Süd europäische Länder.
Was nicht alles versucht wird von irgendwelchen Lobbies um sich Kohle zu verschachern ist schon langsam nicht mehr zu ertragen, insbesondere das es am Schluss alles zusammengerechnet Ökologisch sinnlos wenn nicht kontraproduktiv ist.

Aber in dem Artikel zeigt die ETH Studie wo es langläuft und zu Waschpulverfrage gibt es Entkalkungsanlagen.


Das einzige was Geld spaart ist den Garten zu bewässern mit Regenwasser, weil man sich die Abwassergebühr erspart die den grössten Teil der Wasser Rechnung ausmacht.

Waldläufer
02.04.2015, 14:10
@moleson: Ich wiederspreche dir nicht! Ist Schwachsinn (was den Preis angeht). Ich finde nur die Überlegung, Regenwasser aufbereiten und in die eigene Trinkwasserversorgung zu integrieren interessant.
Ich bin auch der Meinung, dass man das technisch wahrscheinlich auch anders lösen kann. Aber, dieses beschriebene Verfahren ist zurzeit die einzige legale (gesetzliche Grundlage und Hygienevorschriften) dies durchzuführen.
Ich hoffe, dass sich da in nächster Zeit was bewegt und man auch für andere Systeme die Bewilligung bekommt. Dann wäre auch das Preis-Leistungsverhältnis besser. Ich sage nur, Monopol der Grossen.

Ich mache mir nur so meine Gedanken über die absolute Unabhängigkeit der Technischen Werke was Strom und Wasser angeht. Und genau da könnte dieses (weiterentwickeltes System) ein Ansatzpunkt sein. Mindestens als Ergänzung zu einer eigenen Quelle oder einem eigenen Brunnen.

Ich bin auch der Meinung, dass man am meisten Sparpotential im Garten- und Toilettenbereich hat. Da kann ich auch aus Erfahrung sprechen.

Asdrubal
02.04.2015, 16:39
Eine häusliche Aufbereitung von Regenwasser auf Trinkwasserqualität halte ich auch für Unsinn. Dann lieber ein weniger aufwändiges und technisch ausgereiftes System mit getrennten Leitungen für Toilette, Garten- und Putzwasser und, wer mag, Waschmaschine installieren. Wenn es sein muss, würde ich mich damit auch selbst waschen. Für die dann noch verbleibenden relativ kleinen Mengen zum Kochen, Trinken, Geschirrspülen und Zähneputzen gibt es für den Notfall leistungsfähige Handbetriebs-Filter und die Möglichkeit des Abkochens.

Außerdem hat Moleson Recht, dass in Mittel- und Nordeuropa üblicherweise kein Wassermangel herrscht, es sei denn in Gebieten, wo Bergbau den Grundwasserspiegel abgesenkt hat, bei chemischer Verunreinigung oder regional eingeschränkt in heißen Sommern in einzelnen Gebieten, aus denen Großstädte versorgt werden. Insofern besteht kaum eine Notwendigkeit für die Wassernutzung. Was Garten und Toilette betrifft, finde ich eine Zisterne dennoch sympathisch. Es erhöht ein wenig die häusliche Autarkie, man leistet einen kleinen Beitrag zur Entlastung der Kanalisation bei starken Regenfällen und bei dieser relativ einfachen Technik dürfte ein finanzieller Einspareffekt gegenüber der Verwendung von Trinkwasser spürbar sein.

frieder59
02.04.2015, 16:59
Mal aus Preppersicht betrachtet , hat so ne Anlage auf jeden Fall den Vorteil , daß man einen größeren Wasser-/Brauchwasservorrat hat und auf die öffentliche Versorgung nicht ständig angewiesen ist . Braucht dann nur für die Elektropumpe einen Notstromer, eine Handschwengelpumpe oder eine Öffnung , in die man auch mit nem Eimer Wasser hochziehen kann.

Wir haben glücklicherweise die Möglichkeit seitens der Gemeinde, die bisherigen Hausbrunnen weiterhin für Toilettenspülung, Waschmaschinen, Viehtränke (ohne Milchvieh !) , Garten zu benutzen .

Was die kommunale Wasserversorgung angeht, so gibt es natürlich ausreichend Wasser in Europa. Doch in stark landwirtschaftlich strukturierten Gegenden ist das Wasser häufig relativ nitrathaltig , so daß es Trinkwasser ohne großen Aufbereitungsaufwand nicht unbedingt in allen Gegenden gibt. Da ist es dann auch für die Gemeinden schon ein Vorteil, wenn das Bruachwasser aus dem nitrathaltigen Oberflächen-Grundwasser individuell bezogen wird..

frieder

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