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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BOB fertig, INCH fertig! Die Flucht .... und was dann?



flywheel
13.05.2015, 09:32
Unglaublich viele Threads und Foren beschäftigtigen sich mit Ausrüstung und Listen ohne Ende. Ein Paar raffen sich auf und pennen im Wald. Vielleicht auch nur im Garten.

Männerträume aus Stahl in Form von Geländefahrzeugen, Knarren oder auch Messern.

- Was ist wenn es tatsächlich los geht?
- Nach der Flucht?
- Du nie wieder oder für lange Zeit nicht mehr Heim darfst oder kannst?

Auf der einen Seite haben wir uns und unsere Familien vorbereitet. Wir wissen aber auch, daß sich das Schicksal nicht an regeln hält. Wenn ein solcher Fall eintritt, werden
wahrscheinlich auch Freunde oder Familienmitglieder zu Opfern.

Du oder im Glücksfall Ihr seit jetzt nicht nur Ausländer sondern auch unbeliebt und ungeschützt da knappe Ressourcen geteilt werden müssen.
Mit ganz viel Glück habt ihr einen BOB oder INCH mitnehmen können und müsst Euch ein neues Leben aufbauen.

Seit Ihr Prepared?

(Abschweifen und OT Bitte nur auf das Thema bezogen!)
Geht auch davon aus, das es NICHT möglich ist die Situation
bei Freunden monatelang oder jahrelang auszusitzen.

DerGerald
13.05.2015, 09:37
Hallo,

Nein bin ich nicht.
Ich bin ganz klar darauf ausgelegt in meinem Haus zu bleiben.

Gruß
Gerald

Bärti
13.05.2015, 09:38
1 Vorkrisen-Jahresgehalt in Edelmetallen (80% Gold wegen Wertdichte und damit verbundener Gewichtsersparnis und 20% in Silber für Alltagsgeschäfte) machen dich als Ausländer in fernen Gefilden durchaus beliebter und erleichtern den Start.

Wenn im Ausland aber auch Mad-Max angesagt ist muss man nicht fliehen.

witchcraft
13.05.2015, 09:58
Unglaublich viele Threads und Foren beschäftigtigen sich mit Ausrüstung und Listen ohne Ende. Ein Paar raffen sich auf und pennen im Wald. Vielleicht auch nur im Garten.

Männerträume aus Stahl in Form von Geländefahrzeugen, Knarren oder auch Messern.

- Was ist wenn es tatsächlich los geht?
- Nach der Flucht?
- Du nie wieder oder für lange Zeit nicht mehr Heim darfst oder kannst?

Auf der einen Seite haben wir uns und unsere Familien vorbereitet. Wir wissen aber auch, daß sich das Schicksal nicht an regeln hält. Wenn ein solcher Fall eintritt, werden
wahrscheinlich auch Freunde oder Familienmitglieder zu Opfern.

Du oder im Glücksfall Ihr seit jetzt nicht nur Ausländer sondern auch unbeliebt und ungeschützt da knappe Ressourcen geteilt werden müssen.
Mit ganz viel Glück habt ihr einen BOB oder INCH mitnehmen können und müsst Euch ein neues Leben aufbauen.

Seit Ihr Prepared?

(Abschweifen und OT Bitte nur auf das Thema bezogen!)
Geht auch davon aus, das es NICHT möglich ist die Situation
bei Freunden monatelang oder jahrelang auszusitzen.

Bedingt, und das hängt von zu vielen Faktoren ab. Je nach Fluchtland wird eine Aufnahme von Arbeit, oder eine Gründung einer selbstständigen Existenz nicht erlaubt sein.
Für ein mögliches Fluchtland habe ich Edelmetall aber auch lokalen legalen Kontozugang in Landeswährung, spreche perfekt die Sprache mit Inlandsdialekt aber keine Arbeitserlaubnis und keine
dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.
Interessant wenn auch etwas altmodisch könnte statt Gold/Silber auch der gute alte AMEX Traveler Cheque sein, der weltweit in allen Landeswährungen akzeptiert wird und im Verlustfall einfach zu sperren ist.
Mit den Dingern ist man immer recht gut versorgt und selbst in exotischen Ländern gibt es Umtauschstellen/Akzeptanzstelle.
Bei Edelmetallen rate ich, wenn, dann nicht zu Barren etc. sondern zu Ausgabemünzen bekannter Länder wie Australien, Kanada etc.

Jaws
13.05.2015, 10:03
Mein ganzes Preparing ist eigentlich auf das Worst-Case ausgerichtet... Das heisst, mein BOB ist eigentlich ein Teil meines INCH. Und das ganze in der Hoffnung eines Tages herauszufinden, dass die ganze Vorbereitung vergebens war.

Also das Material steht, aber ob's psychisch auch funktioniert möchte ich eigentlich auch nicht herausfinden.

Tactical
13.05.2015, 10:18
Vorbereitet ja, Flucht steht aber nur als allerletzte Möglichkeit - wenn wirklich absolut gar nichts mehr geht - zur Debatte.

Anders steht es mit Organisationstouren bis hinunter zum Fußmarsch. Hierzu finden immer wieder Trainingsmärsche statt. Der letzte 20km-Marsch am Muttertag. Nicht viel, ich weiß. Aber 4 Stunden Training in brütender Hitze, teilweise steil bergauf-bergab, mehr muß nicht sein. Bei angenehmerer Wetterlage - am besten leichter Nieselregen oder zumindest bewölkt - sind es dann schon mal um die 40km/Tag.

ksbulli
13.05.2015, 12:22
Moin flywwheel,

Danke für diesen Thread - Du wirfst eine Frage auf, die mir beim lesen diverser Beiträge durch den Kopf gegangen ist (und wie ich dem einen oder anderen Post zwischen den Zeilen entnommen habe auch anderen...).
Ich erlaube mir einmal die Geschichte eines "Preppers von damals" zu erzählen - mein Großvater mütterlicherseits. Ich stamme komplett aus schlesischen Wurzeln und damit ist klar, dass meine Familien beiderseits 1945 ihre Heimat für immer verlassen mussten.

Mein Großvater stand vor dem Problem nicht nur zur Wehrmacht eingezogen zu werden, sondern in den ersten Kriegstagen seine Frau und damit die Mutter seiner beiden Kinder zu verlieren: Meine Mutter erzählte mir, dass meine Großmutter an Liebeskummer gestorben war - sie hat es wohl nicht ertragen können, dass ihr geliebter Mann hinter dem Zaun der Kaserne zu sehen und sich schlicht gesagt in Depressionen verkrochen und die Nahrungsaufnahme eingestellt...

Zum Glück war noch eine unverheiratete Schwester in Oppeln vor Ort, die nun zunächst die Rolle der Mutter übernahm. Meine Großtante Grete war eine ebenso resolute wie humorvolle zerbrechlich wirkende aber unglaublich starke Frau. Ich werden nie ihre Strenge vergessen, die von jetzt auf gleich in ein Funkeln in den Augen wechseln konnte, hinter dem sich der pure "Schalk im Nacken" zeigte...
Sie hatte zum Zeitpunkt der Flucht alle Fäden in der Hand!

Warum war mein Großvater ein Prepper? Als Funkoffizier hatte er immer eine gewissen Informationsvorsprung. Und so entschloss er sich - ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, man bedenke die allein Gefahr der Denunziation - als er bereits sehr früh zu der Erkenntnis kam "Das geht schief - der Krieg wird katastrophal enden!" Depots anzulegen:

Er nutzte seine alten Kontakte als Kaufmann und deponierte bei ehemaligen Geschäftskontakten zu denen er auch privat guten Kontakt hatte in ganz Deutschland Koffer mit Kleidung und anderen Dingen (was genau konnte meine Mutter nicht mehr sagen)!
Da er etwas herzkrank war gelang es ihm dem Fronteinsatz zu entkommen und wurde schon früh in Hamm (Westfalen) stationiert. Er sagte selbst später zu seiner Familie: "Wenn schon die Mutter nicht mehr da ist, muss doch wenigstens der Vater noch da sein!"
Als Offizier erlangte er auch noch eine Heimschlaferlaubnis und suchte sich ein Zimmer in einer Nachbarstadt - der SO war geschaffen!

Es war also allen abschätzbaren(!) Eventualitäten im Rahmen der Möglichkeiten Rechnung getragen. Doch wie ging es weiter?

Man muss dazu wissen, dass es durch den Wahnsinn des NS-Regimes unmöglich geworden war die Zivilbevölkerung rechtzeitig und koordiniert vor der im Osten herannahenden Front zu evakuieren. Wer sich selbst frühzeitig absetzte konnte bestenfalls wegen "Wehrkraftzersetzung" und / oder Sabotage und / oder Desertation mit einer Kugel im Kopf oder einem Strick um den Hals enden... Es blieb in der Tat den armen betroffenen Menschen nur noch die Flucht in letzte Minute! Die großen Städte wurden zur "Festung" erklärt und waren buchstäblich bis zu letzten Patrone zu verteidigen (Stichwort "Festungsseuche") - zwölf Jahre Propaganda und Indoktrination hatten ganze Arbeit geleistet...

Meine Großtante arbeitete damals als Chefsekretärin in einem großen Betrieb - ihr Heimweg führte sie zwangsläufig am Haus der Gestapo vorbei. Eines Abends kam sie nach Hause und sagte zu meiner Mutter (die ältere von beiden Geschwistern): Die Gestapo verbrennt ihre Akten - wir müssen jetzt schnell weg! Kümmere Du dich um Dieter" (mein Onkel, ihr vier Jahre jüngerer Bruder, damals 7 oder 8 Jahre)
Eigentlich war ja alles vorbereitet - aber einen echten Fluchtrucksack gab es nicht. Dies war zum einen der Tatsache geschuldet, dass das "normale Leben" ja weiter gehen musste, zum anderen durfte ja niemand erfahren, dass man sich auf eine Flucht vorbereitete. Es waren Kinder im Haus und wenn die sich irgendwo "verplapperten" konnte das durchaus unangenehme Nachforschungen zur Folge haben. (siehe Stichwort "Wehrkraftzersetzung"...) Welch´ eine irrsinnige Situation!
Also wurden rasch einige Kleidungsstücke zusammengepackt. Tante Grete dachte noch (man achte auf den Beruf!) daran, die wichtigen Papiere einzupacken. Bei meiner Mutter landeten noch einige Teile des Familiensilbers im Rucksack (neben drei Ringen meines Großvaters die einzigen Erbstücke, die ich von meiner Familie noch in Ehren halten kann) - das war´s!

Mit je einem Rucksack bzw. Schultornister und insgesamt drei mehr oder minder kleinen Koffern ging es zum Bahnhof. Mein Onkel und meine Großtante fanden Platz im Waggon eines Zuges nach Westen - meine Mutter blieb mit ihrem Rucksack die nächsten zwei bis drei Stunden auf dem Puffer stehen...

Ich habe nie erfahren, wie lang die Irrfahrt ging - aber es gelang Tante Grete sich und die Kinder bis nach Hamm zu bringen. Von dort ging es zu Fuß weiter bis zur "Wohnung" meines Großvaters. Diese bleib erstaunlicher Weise von den Bomben verschont - ein glücklicher Umstand in dieser Zeit!

Mein Großvater gelangte kurz danach in amerikanische Gefangenschaft und wurde ob seines schlechten Gesundheitszustandes zum Glück rasch entlassen. Er überlebte die Gefangenschaft auch nur auf Grund seiner Selbstdisziplin - strengstes Einteilen der Wasser- und Verpflegungsration, Versuch wenigstens ein Minimalmaß an Körperhygiene aufrecht zu erhalten und und und ... Nächte ohne Schutz bei Regen unter freiem Himmel sind nicht gerade das ideale Set für einen Herzkranken!

Bitte stellt Euch jetzt die Situation vor:

Ein Kaufmann ohne Arbeit & Einkommen sitzt in einer Einzimmerdachwohnung (Mobiliar: zwei Betten und ein Schrank) zusammen mit seiner Schwester und (zwei) Kindern! Das, was für die Essensmarken zu bekommen war, reichte kaum zum Leben, war aber sprichwörtlich zum Sterben zu viel. Und das restliche Haus belegt mit den Eigentümern und weiteren Einquartierungen. Das Umfeld & Infrastruktur weitgehend durch Bombenangriffe und Krieg zerstört, die öffentliche Ordnung durch die alliierten Besatzungsmächte kontrolliert ...

Waren sie im eigenen Land als Flüchtlinge willkommen? Was glaubt ihr? Der "Westen" war in dieser Zeit voll von "Rucksackdeutschen" - selbst ich habe viel, viel später Ende der sechziger als Kind auf dem Dorf in Rheinland diesen Ausdruck noch gehört ...

Wie wurde die nächste Zeit überbrückt? Als die Post nach wieder begann zu funktionieren, schaffte es mein Großvater nach und nach die deponierten Koffer und Kisten wieder zusammen zu bekommen. Damit waren einige Probleme lösbar - einiges wurde für den Eigenbedarf genutzt anderes (mittlerweile zu kleine Kinderkleidung etc ...) wurde zur Tauschware. Und "organisieren" konnte mein Großvater wohl. "Irgendwoher" kam auf einmal ein Packen Fallschirmseide oder ein Stapel alte NS-Fahnen. So kamen die Frauen der Familie (Mein Großvater hat gegen Ende des Krieges wieder eine Frau gefunden und später geheiratet) an Blusen und rote Kleider (Ja, das komische schwarze Symbol im weißen Kreis konnte man herausschneiden, dann blieb richtig guter roter Stoff...) und es entstanden weitere Tauschobjekte...
Mein Großvater kam aus der Zigarrenindustrie. Er war dort wohl auch als Connaisseur tätig und hatte die Herstellung mit erlernt. Da etwas nutzbare Gartenfläche zur Verfügung stand, wurde Tabak angebaut (wo hatte er den Samen / die Jungpflanzen her? die Frage habe ich nie beantwortet bekommen ...), der wurde auf dem Küchentisch verarbeitet (wisst ihr wie schnell ein Küchenmesser von Tabaksaft stumpf wird?) und es entstanden unter kundiger Hand liebevoll handgerollte Zigarren. Sowohl für den Eigenbedarf, als auch ... Und besser als das sonst bisweilen gepaffte "Fleur de Matratz" waren die mit Sicherheit!

Er fand recht bald (so weit ich weiss noch vor der Währungsreform) wieder Arbeit - für einen Kaufmann besser als ein "Sechser im Lotto" und bestimmt auch nur der Tatsache geschuldet, dass er, der ehemalige Prokurist einer Zigarrenfabrik mit deutschlandweitem Tätigkeitsfeld jetzt "ganz kleine Brötchen buk" und als Buchhalter wieder einstieg. Er ging in die Metallindustrie und brachte es immerhin noch zum Abteilungsleiter bis zu seinem Tod 1961 (ich kenne ihn leider nur von Bildern und aus Erzählungen).

Mein Onkel konnte noch die Schule abschließen und mein Großvater brachte ihn in bei seinem Arbeitgeber auch in den frühen fünfzigern in einer kaufmännischen Ausbildung unter.
Das hört sich jetzt einfacher an, als es war, dafür wurde hart gearbeitet und "dicke Bretter gebohrt"!

Meine Mutter kam einige Zeit zum Arbeitseinsatz auf ein Gut im Münsterland - das muss in den letzten Kriegsmonaten noch irgendwie über eine NS-Organisation gelaufen sein, denn sie erlebte das Kriegsende und den Einmarsch der US-Soldaten dort. Einerseits eine günstige Fügung - es gab immerhin etwas zu essen - andererseits auch für ein junges Mädchen nicht ganz ungefährlich. Offensichtlich hatte der Gutsbesitzer gute Kontakte, denn es blieben Soldaten auf dem Hof stationiert. Nachbarhöfe wurden in dieser Zeit Opfer marodierender Banden, Übergriffe die gelegentlich tötlich für die Bewohner endeten...
Und ob ich es so gerne hätte, wenn im Winter Ratten über mein Kopfkissen rennen, weil mein Bett "sooo" warm ist - ich glaube kaum!

Diese Zeit war geprägt von einem sehr ambivalenten Verhältnis: Einerseits wurden die Hilfskräfte in der Landwirtschaft gebaucht, andererseits waren die Einquartierungen verhasst: Gab es nicht genug eigene "Mäuler zu stopfen"?

Die Besatzungstruppen wechselten von den Amerikanern zu den Briten und meine Mutter bekam die Chance eine Ausbildung zur Übersetzerin zu machen. Aufbauend auf den wenigen Brocken Schulenglisch, die sie hatte.
Sie bekam eine Anstellung bei der britischen Militärverwaltung - eine Gratwanderung zwischen "Broterwerb" und "Engländerliebchen". Genug Deutsche hatten noch nicht kapiert, dass das Kriegsende unter dem Strich für Deutschland eine Befreiung von Terror und Unrecht war (manche haben es bis heute nicht verstanden...).

Später wechselte sie zu "Deutschen Jugend des Ostens" nach Bonn einer Kulturorganisation, die sich vor dem Hintergrund landsmannschaftlicher Verbände um die Eingliederung Heimatvertriebener im Nachkriegsdeutschland bemühte. Diese gibt es heute noch, sie hat jedoch in den Siebzigern einen weitgehenden Umbau erfahren und sich aktuellen nicht weniger sinnvollen Tätigkeitsfeldern zugewandt.
Hier lernte sie meinen Vater kennen, dessen Geschichte ebenfalls Seiten füllen kann...

Mein Onkel hat an seiner Arbeitsstelle als Kaufmann Karriere gemacht. Leider hat er die Flexibilität seines Vaters nicht geerbt und fiel nachdem der neue Eigentümer seines Arbeitgebers kurzerhand das gesamte Management ausgewechselt hat in die Arbeitslosigkeit. Aus dieser fand er nicht mehr heraus ...

Dies ist die Geschichte von einer Familie, deren "Oberhaupt" für die Zeit ausgezeichnet vorberietet war. Eine Zeit des Chaos, der Krieges, des Propagandawahnsinns, der Flucht und Vertreibung - und hier reden wir von einer Migration im eigenen Land, im selben Kulturkreis, in der selben Schicksalsgemeinschaft!!!
Menschen, die sich ein neues Leben aufgebaut haben, an einem Ort, wo sie nicht mit "Freuden begrüßt" wurden. Die persönliche Anfeindungen überwunden haben, sich den Gegebenheiten angepasst haben und mit dem Willen, sich nach Kräften und ihren Möglichkeiten zu integrieren eine Zukunft für sich und ihre Kinder zu Gestalten.

"Geklappt" hat das nur, weil die betroffene Familie zwei (nach der Heirat meines Großvaters drei) starke Persönlichkeiten umfasste, die besonnen und entschlossen, flexibel und anpassungsfähig alle Chancen nutzen, diese traumatische Erlebnis zu überwinden. Menschen, die über sich selbst hinaus wuchsen, um ihre Kinder zu retten. Ihre eigene Belastungsgrenzen überschritten, wann es notwendig wurde - offen gesagt dabei ihre Gesundheit nachhaltig ruinierten. Ich habe meinen Großvater nicht kennen gelernt, er starb, als ich ein Jahr alt war - lange bevor er die Rente erreicht hatte - schlussendlich an den Folgen der Gefangenschaft und Mangelzeit.

Das Trauma dieser Flucht blieb in die Seele eingebrannt! Eines werde ich nie vergessen:
Wann immer sich die Familie und Freunde trafen und die "alten Geschichten" erzählt wurden veränderten sich die Geschichtsausdrücke ... in den Augen stand eine merkwürdige Leere - ich kann sie nicht in Worte Fassen - ein Blick dem ich bei allen Menschen begegnet bin, die Flucht und Vertreibung erlebt und erlitten haben! Ob es meine Familien und andere Menschen aus Schlesien waren, die Menschen, die ich bei der Evakuierung 2002 beim Elbehochwasser sah, der Schwarzafrikaner (promovierter Jurist, sprach fließend drei sprachen "jobbte" im Servicebereich am Flughafen), der mir mit Blick auf das in der Abendsonne liegenden Vorfeld und die glitzernde Beleuchtung der Start- und Landebahnen sagte "Ach weisst Du Christian, ich bin doch froh, hier zu sein: Ich kann ohne Angst einschlafen, das nachts irgendwelche Leute kommen und mich mitnehmen wie meinen Bruder und meinen Onkel, die dann einfach ermordet wurden..."

Ich würde mich freuen, wenn die skizzierte Geschichte "die andere Seite der Flucht" ein wenig beleuchtet hat. Ein wenig gezeigt hat, was das "danach" sein kann ...

Es bleibt die (bange) Frage: Kann ich mich darauf überhaupt vorbereiten?

Nachdenkliche Grüße

Christian

p.s.: Ein langer Post, ich weiss... aber ich wollte diesen Teil der Geschichte nicht kürzen. Die Geschichte meines Vaters ist ähnlich vielschichtig, falls sie interessiert kann ich sie gerne auch kurz skizzieren...

ksbulli
13.05.2015, 13:22
Hallo Survival,

ja, es ist erstaunlich, was (manche) Menschen in außergewöhnlichen und extremen Situationen leisten und aushalten!

Was mich dabei auch immer erstaunt - und das zieht sich durch alle Geschichten wie ein roter Faden:

Man hört immer wieder Worte wie " ... und mit etwas Glück haben wir ..."

Als ob es bei allen Betroffenen auch den Faktor "Glück" gibt, eigentlich schon etwas mehr das "Glück des Tüchtigen".

Zuletzt habe ich die Memoiren von Marcel Reich-Ranicki gelesen. Allein die Passage, wie dieser Mensch und seine Partnerin dem Warschauer Ghetto buchstäblich in letzter Minute entkommen sind - er als einziger seiner Familie. Zeilen die eine Mischung aus Betroffenheit und Gänsehaut zurück lassen.

Als ob ohne dieses "Glück des Tüchtigen" der "Phönix nicht aus der Asche steigen" kann ...

In diesem Sinne

Herzliche Grüße

Christian

trainman
13.05.2015, 13:51
Hallo ksbulli,

danke für die ausführliche Schilderung. Sie bestärkt mich voll und ganz in meiner Meinung:
- man kann sich nicht für alle auftretenden Krisen allumfassend vorbereiten
- eine gewisse "Grundvorbereitung" (z.B. die Koffer Deines Großvaters) sind für jede Krise nützlich
- daneben sind Fleiß, Improvisationsvermögen und einige andere Skills gefragt, u.A. auch die Fähigkeit, seine Situation immer wieder neu zu analysieren und zu bewerten

Daraus ergeben sich dann die Handlungsschritte für die nächsten Tage/Wochen.

Also, wie wir ja schon an anderer Stelle diskutiert hatten, eine gute Mischung aus Vorräten, Skills und Netzwerk. Dann bin ich für viele Krisen besser gewappnet, als der Großteil meiner Nachbarn.

Gruss trainman

Buschmann
13.05.2015, 14:36
Danke Christian für diese Geschichte! Da sieht man es wieder...lernt aus der Vergangenheit und den Erfahrungen der Alten.

Eine Sache ist mir besonders aufgefallen: Das Thema Vorsprung. Also der Moment, als die Großtante die Gestapo bei der Aktenverbrennung gesehen hat. Ohne die richtige Information und das richtige Deuten dieser, hat man schon halb verloren.

Zwar bleibt immer noch die grosse Frage offen wie es dann weitergeht, zumindest hat man aber wichtige Zeit gewonnen und ist aus der akuten Gefahrenzone herausgekommen. Letztendlich wird man immer neu entscheiden und bewerten müssen. Ein "Ausruhen" wird erst möglich werden, wenn die Ursachen einer Krise als solches komplett erledigt sind.

Über dieses Thema habe ich mir damals permanent den Kopf zerbrochen und für mich festgestellt, dass ich schon vorher weg sein will. Hier an meinem (vermeintlich) sicheren Ort, kann ich ganz anders planen und habe diese massiven Problemszenarien nicht ständig im Hinterkopf.

LG Buschmann

flywheel
13.05.2015, 14:42
@ LH

Bezüglich Abstrakt ... ich weiß wie Du das meinst.
Mir gehen momentan so viele Gedanken durch den Kopf.

Einer der wichtigsten Punkte ist die Flucht in der Masse. Alle wollen los! In welche Richtung auch immer. Die Situation die KS beschrieben hat hinsichtlich auf heute gesehen. Damit beschäftige ich mich aktuell.

Wieviele Menschen waren damals gleichzeitig auf der Flucht
und wieviele wären es heute? Ich meine wenn halb Europa in
eine Richtung unterwegs wäre. Und auch komprimiert an einem Fleckchen am vermeintlichen Ziel ankommen würde.

Ich meine die ich geh mit dem Bob in den Wald Geschichte und schlage mich durch, ist das realisierbar?
Es ist ja jetzt schon schwer hier im Teutoburger Wald
alleine zu pennen.


Bei dem was derzeit an Krisen und Katastrophen abgeht ist mein Kopfkino sehr aktiv.

Ich kann auch nachvollziehen, wenn jemand sein Zuhause nicht verlassen möchte und sich entsprechend vorbereitet.

trainman
13.05.2015, 14:50
Ich meine die ich geh mit dem Bob in den Wald Geschichte und schlage mich durch, ist das realisierbar?
Es ist ja jetzt schon schwer hier im Teutoburger Wald alleine zu pennen.

Halte ich auch für unrealistisch, zumindest bei einer großräumigeren Katastrophe, bei der viele Menschen auf der Flucht sind.



Bei dem was derzeit an Krisen und Katastrophen abgeht ist mein Kopfkino sehr aktiv.

Ich kann auch nachvollziehen, wenn jemand sein Zuhause nicht verlassen möchte und sich entsprechend vorbereitet.


oder einfach nicht kann, weil er pflegebedürftige Angehörige hat, oder kleine Kinder, oder oder oder. Klar, nach dem WK2 mussten die Leute auch fliehen, egal aus welchen Umständen. Aber wenn ich mich schon vorbereite, kann ich ja auch mein "Lieblingsszenario" mit einplanen.


Gruss trainman

einsamer wolf
13.05.2015, 16:11
bin grad dabei mich "vorzubereiten". Ist halt nen Hobby das nie Endet

Cephalotus
13.05.2015, 16:17
Du oder im Glücksfall Ihr seit jetzt nicht nur Ausländer sondern auch unbeliebt und ungeschützt da knappe Ressourcen geteilt werden müssen.
Mit ganz viel Glück habt ihr einen BOB oder INCH mitnehmen können und müsst Euch ein neues Leben aufbauen...

In fast allen Fällen ist Geld sehr nützlich. Mit 10 Euro/Tag und Person kann man in vielen Teilen der Welt "überleben", mit 100 Euro/Tag und Person in vielen Teilen der Welt sogar sehr gut leben.

Für ein Jahr macht das also 3600 bis 36.000 Euro pro Person.

Statt Euro kann ma auch andere Geldmittel verwenden.

50 Euro Schein und Gold haben derzeit ein recht ähnlies Verhältnis von Gewicht zu Wert und mit 1-2kg könnte man schon einiges mitnehmen. Kredit- und EC-Karten können in vielen Szenarien auch sehr nützlich sein.

Geld macht den Unterschied aus zwischen "Flüchtling" und "Reisendem".

mfG

Einzelkämper
13.05.2015, 16:19
Hallo Christian,

erstmal Danke. Gerne mehr.


Es bleibt die (bange) Frage: Kann ich mich darauf überhaupt vorbereiten?

Durch die Erzählungen meines Opas verstehe ich es so, das dieser Zustand zur Normalität wurde. Genauso wie die Bombenangriffe. Es war normal und man hatte einfach damit gelebt. Genauso wie es völlig normal wurde die Toten zu sehen usw.

Meine Meinung: Wie soll ich mich auf derartiges vorbereiten, wenn ich es mir nicht (wirklich) vorstellen kann ... und mich auch garnicht in sowas hineinsteigern will? Vernichtungskriege stehen sowieso nicht "auf meiner Liste".


Gruß Einzelkämper

moleson
13.05.2015, 19:11
In fast allen Fällen ist Geld sehr nützlich. Mit 10 Euro/Tag und Person kann man in vielen Teilen der Welt "überleben", mit 100 Euro/Tag und Person in vielen Teilen der Welt sogar sehr gut leben.

Für ein Jahr macht das also 3600 bis 36.000 Euro pro Person.

Statt Euro kann ma auch andere Geldmittel verwenden.

50 Euro Schein und Gold haben derzeit ein recht ähnlies Verhältnis von Gewicht zu Wert und mit 1-2kg könnte man schon einiges mitnehmen. Kredit- und EC-Karten können in vielen Szenarien auch sehr nützlich sein.

Geld macht den Unterschied aus zwischen "Flüchtling" und "Reisendem".

mfG
Würde mich schon ein bisschen interessieren in welchem Scenario man ausserhalb von Europa mit Euro zahlen kann wenn es so Schwei.... wird das man fliehen muss. Und selbst innerhalb Europas....

odenin11
13.05.2015, 19:22
@ksbulli
Es ist zwar ein langer Beitrag, aber aussagekräftig und liest sich flüssig.

Manche Passage kam mir bekannt vor, weil mein Vater unter "Adolfs Fernreisen" sein zu Hause verlassen musste und als POW ins Rhein- Main- Gebiet kam.
Die Vertreibung seiner Mutter war eine Geschichte für sich, die hier auch nicht erzählt werden muß. Was ich aber resümieren kann... Vorbereitung ist unbedingt nötig ! Sie war von dem bummern an der Tür und der knappen Zeit das Haus zu verlassen überrascht und packte unsinnige Dinge ein...
Selbst Mitte der 70er Jahre hatten meine Eltern noch eine spezielle Tasche im Schlafzimmerschrank, von der auch wir Kinder wissen mussten. Für den WC waren dort die wichtigsten Dokumente drin... wie aus Zeiten der Bombennächte (wie meine Mutter immer dazu sagte)...
Man sollte daraus gelernt haben... ich habe es jedenfalls...

Being prepared....
Ich kann auf eine fundierte Ausbildung zurückgreifen...

Cephalotus
13.05.2015, 19:34
Würde mich schon ein bisschen interessieren in welchem Scenario man ausserhalb von Europa mit Euro zahlen kann wenn es so Schwei.... wird das man fliehen muss. Und selbst innerhalb Europas....

Na alle Szenarien, die plötzlich eine schnelle Flucht (und somit einen BOB) erfordern. z.B. ein schwerer Atomunfall, eine Pandemie, etc...

Heute ist es problemlos möglich, in fast allen Ländern dieser Welt mit Euro zu bezahlen bzw. sich diese mit sehr geringem Aufwand/Verlust in die passende Landeswährung zu tauschen. Wer lieber Gold mit nimmt oder US Dollar oder Yuan oder einen Mix kann das doch auch tun. Mir ging es ja mehr um den Betrag und weniger um die Währung.
Was ich nicht empfehlen würde ist Silber, da viel, viel zu schwer. Und niemand braucht Edelmetalle als Kleingeld. Auch Gold zu tauschen dürfte in vielen Ländern garnicht so einfach sein.

Ich selber hab Euro, US$ und Gold und Kreditkarten eingepackt.

Das permanente Euro bashing verstehe ich sowieso nicht, der Euro ist nach dem US Dollar die wichtigste Währung auf der Welt. Einen bug out bag schnappe ich mir, wenn die Zeit drängt. Die Akzeptanz einer Währung wird vermutlich nicht innerhalb von 1 Tag kollabieren.

frieder59
13.05.2015, 19:54
Bezüglich der von KSBULLI beschriebenen Flucht ist anzumerken, daß die Flüchtlinge sich entweder als Volksdeutsche " heim ins Reich" begaben , oder aus den ostdeutschen Provinzen in Deutschland Richtung Westen zogen.
Sie bewegten sich im deutschen Kulturraum und sprachen eine gemeinsame Sprache.

Die nicht gerade freundliche Stimmung gegenüber Flüchtlingen begegnete mir vor ein paar Wochen, als sich eine Münchnerin bei einem Gespräch über Immobilien
darüber beschwerte, daß vor 60 (!) Jahren die Flüchtlinge in der benachbarten Siedlung ihre Häuser ja "geschenkt" bekommen hätten - was so nicht zutrifft (zugegebener Maßen erhielten sie in den fünfziger Jahren Mittel aus dem "Lastenausgleich" für den verlorenen Grundbesitz, so wie auch ausgebombte "Westler")

Wobei auch heute der zugezogene Deutsche in manchen , vorallem ländlichen Landesteilen nicht unbedingt willkommen, auch wenn er niemandem auf der tasche liegt.

Zu berücksichtigen ist auch der Umstand , daß Deutschland über eine durchorganisierte Bürokratie verfügte , die erstmal bis zur Besetzung funktionierte und im übrigen war " der Deutsche" auch der obrigkeitshörige Untertan.

Mir liegt noch ein "Marsch/Reisebefehl" vom April 45 für den Mitarbeiter einer Filmagentur für den Transport von Filmrollen von München in Kinos in der Oberpfalz.

In den vier besetzten Zonen bestand auch nach dem 8.Mai sehr bald wieder eine deutsche Bürokratie, die von den Siegermächten legitimiert wurde .
Die Bürokraten sind nicht einfach verschwunden, da man sie ja weiterhin brauchte, ebenso wie Lebensmittelkarten, Bezugsscheine, Zuzuigserlaubnisse für Wohnberechtigung usw.

Eine vergleichbare Situation könnte ich mir vorstellen, wenn wegen steigendem Meeresspiegel ein paar Millionen Bewohner der deutschen Küstenbundesländer Richtung Mittelgebirge flüchten müssen.

Eine vollkommen andere Situation wäre es , wenn sich jetzt 80 Millionen Franzosen und Spanier Richtung BRD aufmachen würden, oder umgedreht 100 Millionen Deutsche,
Österreicher und Tschechen Richtung Westen flüchten würden, oder 50 Millionen Italiener Richtung Norden.

Da würde die Situation wohl etwas anders ausschauen als in der Nachkriegszeit.

In so ner Situation bleibt dann wirklich auf der Flucht nur noch, seine kleinen Goldmünzen zu schlucken und aufzupassen, daß man sie vorm nächsten veschlucken wieder sauber putzt ...

Ab einem gewissen Alter wird sich so mancher überlegen, ob Flucht noch was bringt, oder ob man dem Jammertal selbst ein Ende setzt.


Frieder

JoeDoe
13.05.2015, 20:22
Nun "prepared" zu sein war einmal die Motivation für all die Vorbereitungen, die ich bisher getroffen habe.
Heute sehe ich die Situation gelassener - letztendlich hat man nur einen kleinen aber wichtigen Vorsprung, um schnell und angepasst an die Krisensituation zu reagieren und sein Glück nicht zu sehr zu beanspruchen.

Inzwischen hat sich ein ganz anderer Sinn des Preppens ergeben.
Im Laufe der Jahre habe wir uns selbst verändert:
- man lebt bewusster und aktiver
- die Vorratshaltung hat den Gedankenaustausch zwischen meiner Frau und mir intensiviert
- die Erlangung eines Jagdscheins eröffnete für mich eine neue Welt und führte zu vielen neuen Bekanntschaften und Jagdfreunden
- neue Hobbys sind entstanden (Bogenschießverein, Wandern)

Man lebt das Leben so wie es jetzt ist intensiver. Insofern ergibt das Preppen für mich Sinn (eins führt zum anderen...)

Richtig vorbereitet auf die ganz große Krise bin ich wohl nicht. Nur die Überlebenswahrscheinlichkeit wird etwas gesteigert.

Viele Grüße
JoeDoe

Asdrubal
13.05.2015, 20:54
Eine Flucht mit dem Ziel einer langfristigen Abwesenheit (im Gegensatz zu einer kurzfristigen "Flucht", weil das Haus brennt, unter Wasser steht oder nebenan eine Bombe entschärft wird) ist für mich persönlich das unwahrscheinlichste Szenario.

Epedemie? Da sind die Ansteckungschancen sicher größer, wenn ich mich mit vielen anderen Flüchtlingen auf Straßen oder in Sammellagern rumtreibe. Und in den Wald zu gehen bringt auch nichts, sobald mehrere Leute auf die Idee kommen. Bei der hiesigen hohen Bevölkerungsdichte wird es da nämlich auch ziemlich schnell eng.

Umfassende Naturkatastrophen? Wenn es wirklich alle erwischt, beispielsweise durch Klimaerwärmung, gibt es vermutlich keinen Ort mehr, um dorthin zu fliehen. Die Skandinavier und Sibirier werden sicher nicht alles aufnehmen, was aus dem restlichen Europa, Asien und Afrika heranströmt.

Umfassende Wirtschaftskrise? Die entwickelt sich schleichend, und wenn sie so extrem geworden ist, dass ich flüchten würde, sind Massen von anderen Menschen unterwegs, vermutlich sind viele andere Staaten ebenfalls betroffen. Und die es nicht sind, machen mit Sicherheit die Grenzen dicht.

Krieg und Besatzung? Erst mal ruhig bleiben. Solange wer auch immer den ganzen Kram nur erobern will und nicht irgendwelche ethnischen Säuberungsphantasien verfolgt, kann man abwarten und sich arrangieren.

Kleinere bis größere menschengemachte oder natürliche Katastrophen? Da wird es vermutlich immer noch irgendwelche staatliche oder staatsähnliche Entitäten geben, die sich um das Aufrechterhalten der Ordnung bemühen.

Bei allen diesen Szenarien scheint es mir vernünftiger, zu Hause zu bleiben, sich mit der Prepping-Ausstattung sowie krisenfesten Wertmitteln einen Startvorteil zu verschaffen, die Sitation abzuwettern und je nach nötigem Maß zur Subsistenzwirtschaft überzugehen. Natürlich ist das nicht für alle Lebensrealitäten ein gangbarer Weg. Als Stadtbewohner ist man möglicherweise zu schnellerem Handeln gezwungen, weil sich dort die Versorgungs- und Sicherheitslage extremer und kurzfristiger entwickelt. Als Bewohner von Küsten und Flussufern kann die Klimaerwärmung eine Flucht nötig und sinnvoll machen. Als junger, ungebundener Mensch nimmt man schneller und leichter das Risiko auf sich, anderswo eine wirtschaftliche Existenz neu aufzubauen.

Für mich in meinen derzeitgen Lebensumständen wäre eine Flucht nur in zwei Fällen ein gangbarer Weg. Erstens wäre eine Atomkatastrophe so etwas, weil da je nach Entfernung das Bleiben zu Hause hochgradig tödlich wäre und man schon in ein paar dutzend Kilometern seitlich zur Fallout-Richtung relativ sicheres Gebiet erreichen kann. Zweitens würde ich mich davon machen, wenn ich tatsächlich von einer kriegführenden Partei oder der eigenen Regierung mit dem Tod bedroht würde. Wenn es also die Ankündigung gäbe, die Gruppe auszulöschen, zu der ich gehöre, oder mich zu harter Zwangsarbeit oder in den Kriegsdienst für eine Sache zu pressen, die ich nicht unterstützen kann. Dann müsste man immer noch anhand der konkreten Situation entscheiden, ob man sich in dem Fall besser mit möglichst viel tragbaren Wertsachen ins Ausland absetzt oder sich tatsächlich in die Wälder schlägt.

Buschmann
14.05.2015, 01:05
Würde mich schon ein bisschen interessieren in welchem Scenario man ausserhalb von Europa mit Euro zahlen kann wenn es so Schwei.... wird das man fliehen muss. Und selbst innerhalb Europas....

Ich würde das innerhalb Europas, bzw. in solch ähnlichen Gesellschaftskreisen als wesentlich schwieriger erachten als im fernen Ausland.

Die überwiegende Zahl der Staaten war schon immer geprägt von einem Zwei- oder Mehrwährungssystem. Nach dem Motto "für harte Dollar" bekommt man alles, wird heute noch sehr viel in "stabilen" Fremdwährungen gehandelt. Früher waren das US-Dollar und D-Mark. Heute ist der Euro weit verbreitet und hat in einigen Gebieten dem Dollar schon den Rang abgelaufen.

Die eigene Landeswährung ist in solchen Ländern immer schon sehr instabil oder hoch inflationär gewesen. Die Leute kennen es schon von kleinauf, sich gewisse Reserven in Fremdwährungen anzulegen, entsprechend hoch ist die Akzeptanz.

Ähnlich verhält es sich mit Edelmetallen, hier vor allem Gold. Auch Goldschmuck, Uhren oder andere Dinge, welche einen hohen Wert auf kleinem Raum binden, werden idR gerne genommen.

Man muss sich da ein wenig frei machen von dem Denken in "zivilisierten", westlichen Industrieländern. Auf der Welt wird gefeilscht und getauscht was das Zeug hält. Habe letzte Woche erst mein kaputtes Auto gegen ein fahrbereites getauscht und ein paar PV-Module oben drauf gelegt. War ein Asiate.

Man muss auch überlegen was man mit seinen Werten anstellt, wenn man nie wieder zurück kann. Da bleiben nur Gold, Diamanten und Banknoten. Gold und Bargeld sind einfach zu transportieren und können bis zu einer ordentlichen Menge problemlos im INCH oder BOB immer dabei sein.

Auch immer an die "kleinen" Krisen denken...Hausbrand, Einbruch usw., da freut man sich wenn man alles in der Tasche hat. (Natürlich so versteckt, dass die bei einem Überfall nicht abhanden kommt)

Ich würde zu eine Mischung verschiedener Währungen raten. Da können auch ein wenig Yuan, Yen, Rubel und andere nicht so populäre Scheine enthalten sein...kommt halt ein bisschen darauf an in welche Richtung die Reise gehen soll.

Gold würde ich nur in Münzenform, hier am besten 1/4 und ganze Unzen Krügerrand, mitnehmen.

LG Buschmann

Asdrubal
17.05.2015, 16:14
Ich persönlich kann im SHTF Fall in zwei Richtungen abhauen: Entweder nach Süden zu Verwandten in der Schweiz, oder nach Norden zu Verwandten in England. Wo ich hingehe und wie ich da hinkomme muss ich entscheiden, wenn der Tag X da ist. Ich habe Sprit für 400Km und zwei gepackte BugOut Bags für die ersten 72h. Alles was danach kommt ist Terra Incognita.

Wobei sowohl die Schweizer als auch die Briten in einer Situation, die Flüchtlingsströme aus Deutschland auslöst, sehr schnell die Grenzen dicht machen werden.


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