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Thomas H.
30.05.2015, 18:44
Sehr schöner Artikel der zum Nachdenken anregt...
http://www.huffingtonpost.de/anke-kaehler/broetchen-billig-discounter_b_7448688.html?ncid=fcbklnkdehpmg00000002
und ja, hab heute selber mein Brot bei Aldi gekauft.
Hoffe ich ändere das dauerhaft...

Gruß,
der Thomas

ID 2572
30.05.2015, 19:11
Sehr interessant sind auch die Leserkommentare unter dem Artikel.

Teilweise kann ich das nachvollziehen. In meiner großen Kleinstadt / kleinen Großstadt gibt es eigentlich nur noch zwei Bäckereien. Die eine ist ein mittelständischer Betrieb der in jedem Ortsteil, in jedem Supermarkt eine Filiale hat. Das ist ebenfalls Fabrikware zu hohem Preis. Dann gibt es eine Dorfbäckerei, die fünf oder sechs Filialen hat. Sehr, sehr gutes Brot, gute Brötchen. Die naive Vorstellung, dass da alles von Hand, ohne Fertigmischungen und Chemie abgeht, habe ich allerdings auch nicht.

Das Gejammere einiger Zeitgenossen, man müsse jeden CENT umdrehen und daher statt für 35 cent beim Bäcker ein frisches, für 23 cent ein Papp-Brötchen bim lidl kaufen... naja das sind -Hand aufs Herz- auch oft die Leute, wo der Aschenbecher immer voll ist.

So denn,

DW

Frei's Petrollampen
30.05.2015, 20:26
Hallo zusammen

Nur ist es so, dass nicht alle das Selbe unter Brot verstehen!

Wenn ich billigst und GIG Brötchen um 09.00Uhr kaufe, dann sind die um 15.00 Uhr bretthart!

Aber die kann man ja dann immer noch irgendwie aufweichen und verzehren.

WER es mag, der soll.

Ich finde Brot der Hammer, welches man 2-3 Tage rumliegen lassen kann und es ist immer noch lecker.

Viele Grüsse, Ernst

Wolverine
31.05.2015, 00:22
Warum denn beim Essen sparen? Gerade hier sollte man doch auf Qualität setzen.

Ich achte doch nicht auf den Preis um ein paar Rappen oder Cent zu sparen und verleibe mir dann irgendeinen minderwertigen Mist ein.

Da trifft der Satz "am falschen Ort gespart" mehr als zu.



Gruss Wolverine

maniacmantis
31.05.2015, 00:43
Naja, ich halte lange Haltbarkeit nicht gerade für ein Qualitätsmerkmal......
Aus Preppersicht bei Dosenbrot, aber sicher nicht, bei der frischen Ware, mit der ich mich alltäglich zu ernähren versuche.

Gruß
maniacmantis

Fleck1975
31.05.2015, 09:06
Hallo zusammen,
finde das Thema sehr interessant.

Meiner Meinung nach bekomme ich bei den üblichen Bäckerei-Filialen die es an jeder Ecke gibt, genau die gleiche Ware wie beim Discounter.
Bei den meisten steht sogar ein Backofen zum laufenden "frischen backen" der Brötchen hinter der Theke.
Die Brote und der Rest kommen dann aus einer Zentralen Großbäckerei und werden morgens geliefert.

Es gibt mit Sicherheit noch Bäckereien wo ohne Tiefkühlprodukte oder Backmischungen gearbeitet wird, diese sind aber wohl eher selten geworden.
Bei uns im Großraum gibt es meines Wissens nach genau einen der komplett auf alle Zusatzstoffe usw. verzichtet, dementsprechend sind auch die Preise.

Ihr könnt ja bei "eurem" Bäcker mal nach der Zutatenliste fragen

Hab hier mal die "Bäcker" von den Discounter-Brötchen rausgesucht

Aldi: http://www.lieken.de/
Lidl: https://www.bonback.de/ (produziert wohl exklusiv für Lidl)
Penny: http://www.glocken-baeckerei.de/

übrigens hab ich mal eben die Zutatenliste meiner Brötchen zum fertigbacken von Aldi (6 Stück für 0,35€) mit der von den Penny "Schnittbrötchen" die im Laden gebacken werden verglichen..
5 Positionen den Selbstbackbrötchen : 13 Zutaten bei den fertigen aus dem Laden :staun:

VG und lasst es euch schmecken
Fleck

C71
31.05.2015, 09:30
Naja, die Gefahr sehe ich halt darin das das ganze Wissen verlorengeht wenn es nur noch grosse Konzerne mit einem Monopol gibt. Wie Brot sein muss, welche Zutaten man dafür braucht... Das weiss irgendwann Niemand mehr. Denen kannst Du dann eine Pampe aus Styropor und Sägemehl vorsetzen und ihnen erzählen das sei ausgezeichnetes Brot.

Günter Wallraf war doch undercover auch schon mal in dieser Lidl Brotfabrik:

https://www.youtube.com/watch?v=xws21Cm9mQI

Alge
31.05.2015, 10:52
Hallo zusammen,

naja, also Ascorbinsäure ist jetzt nicht der schlechteste Zusatzstoff - ist ja Vitamin C :rolleys: - und das kommt bei mir auch manchmal in die Weck- oder Schraubgläser.
Bei uns sind die Brötchen der lokalen Bäcker genauso schlecht wie die vom Discounter. Da merkt man auch, dass es die gleiche
"Backmischung" ist. Bei mittelständischen Ketten wird auch ein Teil der Brötchen erst im Shop fertig gebacken.
Da ist das Brötchen auf jeden Fall nicht besser ... die Arbeitsbedingungen vielleicht schon.
Der Biobäcker ist einen Stadteil weiter ... und da kriegt man dann aber vom Roggenbrötchen auch keine Blähungen :lächeln:

Die Gesellschaft ist so - und muss den Preis dafür zahlen. Und das betrifft nicht nur Brötchen sondern auch ganz viele andere Bereiche.

Ich gestehe, seit ich preppe rege ich mich weniger darüber auf. Ich mache viel mehr einfach selbst - und wenn ich am Bio-Bäcker oder Bio-Hofladen oder Bio-Wochenmarkt vorbeikomme nutze ich das aus und schlage zu. Dazwischen nutze ich das normale Discoutner- und Supermarkt-Angebot - natürlich muss man sich da nicht jedes Produkt antun.
Am Beispiel Brot: Wenn man am Anfang ein paar nur halb gelungene Resultate in Kauf nimmt, kriegt man aber selber eine ganz gute Routine ins Brot backen. Und so schlimm ist es nicht, Samstag Abend den Teig für die Brötchen am Sonntag morgen anzusetzen. Auch ein Sauerteig Brot geht ohne zusätzliche Arbeit vor sich hin ... das kriege ich meist trotz Stressjob noch hin (sonst rouliert halt der Vorrat an Knäcke und sonstigem Dauerbrot, manchmal gibt es auch was vom Industriebäcker).
Ja, Bäcker ist ein Lehrberuf und mein Repertoire ist daher kleiner. Für Besuch oder so fahre ich dann halt in den Nachbarstadteil zum Biobäcker und hole da die große Brötchen- Brot- und Teilchenvariation. Das weiß aber natürlich nicht jeder zu schätzen ...

Viele Grüße, Alge

C71
31.05.2015, 11:33
Andererseits gab es ja mal richtige Bäcker. Die sind alle trotz Kundschaft den Bach runter gegangen. Wie bitte kann ein Bäcker bankrott gehen frag ich mich da. Ich kann mich kaum noch erinnern wie das in den 80er Jahren war, als es noch an jeder Ecke richtige Geschäfte gab.

moleson
31.05.2015, 11:48
Naja, ich halte lange Haltbarkeit nicht gerade für ein Qualitätsmerkmal......
Aus Preppersicht bei Dosenbrot, aber sicher nicht, bei der frischen Ware, mit der ich mich alltäglich zu ernähren versuche.

Gruß
maniacmantis

Bei Brot definitiv ja. Aber um das zu beurteilen zu können muss man sich mit der Materie beschäftigt haben.

Lang Gährzeiten, Sauerteig und keine Schrottgetreide macht einen riesen Unterschied.

Was man als Industrie Brot kriegt hat mit richtigen Brot kaum mehr etwas gemeinsam, nicht wegen irgendwelchen bösen Zusätze sondern wegen dem Mehl und der Zubereitungs Art.

mueller
31.05.2015, 12:17
Bei Brot definitiv ja. Aber um das zu beurteilen zu können muss man sich mit der Materie beschäftigt haben.

Lang Gährzeiten, Sauerteig und keine Schrottgetreide macht einen riesen Unterschied.

Was man als Industrie Brot kriegt hat mit richtigen Brot kaum mehr etwas gemeinsam, nicht wegen irgendwelchen bösen Zusätze sondern wegen dem Mehl und der Zubereitungs Art.



Unser Brot aus Friesland ist so lange haltbar, daß ich es noch nie habe schimmeln sehen. Und das ist immer noch eßbar, auch wenn es steinhart geworden ist. Dann esse ich es halt als Brotchips.

Eine dünne Scheibe macht zudem mehr satt als zwei oder drei von dem anderen Brot.

Tazman
31.05.2015, 13:26
Wenn ich mir die Bäckerei-Filialen anschaue, so werden dort "frische" Brötchen aus Teigrohlingen gebacken - genauso wie in vielen Lebensmittelläden, Tankstellen oä.
Diese Teiglinge werden doch in Großbäckereien industriell hergestellt.
Die "alte Handwerkskunst des Bäckers" existiert doch so gut wie gar nicht mehr - ist vielleicht der Lauf der Zeit. Wie im Artikel zu lesen listet die Bäckerin ja selbst einige dieser Berufe auf. Neben den Kosten der "Handwerker-Brötchen" haben die Bäckereien doch auch erhebliche Nachwuchssorgen (wie übrigends das gesamte Handwerk) - wer will denn schon mitten in der Nacht aufstehen, also dann schon schlafen gehen, wenn die Kumpels noch die Sau raus lassen?

Wir sind doch auch so verwöhnt, dass nachmittags noch das komplette Sortiment zur Verfügung stehen muss - falls nicht, ist der Kunde verärgert. Wie sollen das kleine Handwerksbetriebe hinbekommen? Als ich noch ein kleiner Hüpfer war (vor ca. 45Jahren) sind wir morgens in Bäckereien gegangen und haben für ´nen Groschen "Altgebäck" vom Vortag gekauft. Heute wird das Backwerk, das am Tag nicht verkauft wurde, weggeschmissen. Es gab mal eine interessante Doku darüber.

Das Problem der Bäcker ist mMn nicht unbedingt bei den Discountern zu suchen, sondern ist eher ein gesellschaftliches "Problem".

-Thomas

Asdrubal
31.05.2015, 14:29
Wie bitte kann ein Bäcker bankrott gehen frag ich mich da.

Das ist doch relativ einfach. Ein Großteil der Kundschaft ist zum Backautomat beim Discounter oder zur Filiale vom Industriebäcker (und das fängt durchaus schon beim lokalen Bäckerbetrieb mit fünf Filialen an, auch wenn der die angebliche handwerkliche Arbeit als Werbeversprechen hoch hält) gewechselt. Die niedrigeren Preise sind, wie so oft hierzulande, ein Argument, aber auch die Tatsache, dass die Industriebäcker bis zum Nachmittag ständig ein Sortiment von mehr als 50 verschiedenen Waren bereithält. Wir haben im Ort noch drei lokale Bäcker mit jeweils nur einer Filiale (im fast genauso großen Nachbarort keinen einzigen mehr). Die haben wegen ihrer begrenzten Arbeits- und Back-Kapazitäten vielleicht jeweils fünf Sorten Brot, Kuchen, Brötchen und Teilchen, dafür keine fertig belegten Sachen und auch keinen Kaffee to go, und wenn man am Samstag spät kommt, dann sind die Roggenbrötchen vielleicht aus und man muss nehmen, was übrig bleibt. Dafür hat ein Großteil der Kundschaft wenig Verständnis und geht deshalb verloren, mal abgesehen davon, dass es bequem ist, das Brot beim sonstigen Einkauf gleich mitzunehmen.

Dazu kommt natürlich, dass Bäcker ein knochenharter Job ist: Mitten in der Nacht aufstehen und schuften, dafür aber vom Tag nicht mehr viel haben. Wenn man alleine im Betrieb ist, dann bleibt das noch dazu immer an einem hängen, während man in der Brotfabrik immerhin Schichtdienst und auch mal frei hat. Da kann man verstehen, dass es nicht viele Bäcker-Azubis gibt oder viele nach der Ausbildung abspringen. Mein Cousin ist auch gelernter Bäcker. Das hat er nicht lange durchgehalten und hat heute einen Leitungsposten auf dem Vorfeld vom Frankfurter Flughafen. Und bei Leuten aus Bäckerfamilien, die die Schufterei von klein auf mitbekommen haben, ist es nochmal nachvollziehbarer, dass die den Betrieb nicht übernehmen wollen.

Miesegrau
31.05.2015, 15:36
Dangee Struppi,

bei uns wird kein Brot weggeworfen. Altbacken gewordenes wird getoastet und mit einer Knobizehe eingerieben. Etwas Butter drauf schmeckt es sehr gut zur Suppe oder auch nur so.:lächeln: Hart gewordene Brötchen kann man gut für Frikadellen verwenden, zu Semmelmehl verarbeiten (Fische anfüttern:rolleys:), oder auch in Würfeln getoastet für die guten Thüringer Klöße nehmen. Gut ist auch eine Brotsuppe, arme Ritter oder Kwas (http://de.wikipedia.org/wiki/Kwas).

Door Miesegrau

Müsste mal guggen ob der Sauerteig noch brauchbar ist.....:peinlich:

ksbulli
31.05.2015, 16:21
Asdrubal hat da einen wichtigen Punkt genannt:

Im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, gab es zu meiner Kindheit drei Bäcker. Das Dorf hat heute mindestens doppelt so viele Einwohner als damals, aber nur noch einen Bäcker!

Da hat der eine Sohn einfach keinen Bezug zum Beruf bekommen, der andere Bäcker wollte, dass es seinen Kindern "einmal besser geht". Ergo haben seine beiden Kinder studiert...
Die sind Sang- und Klanglos verschwunden, lange bevor die riesigen Filialketten oder Diskounter mit Backautomat auf der Bildfläche erschienen sind.

Das Argument mit den 83 Brötchen- und 21 Brotsorten von morgens sieben bis Geschäftsschluss um 22:00 Uhr kommt heute im Zeitalter von "just in time" noch on top. Gestützt durch Knebelverträge der Lebensmittelketten, die mit hohen Konventionalstrafen dieses Warenangebot "sicher stellen"!

Die Folge sind riesige Mengen von Teigwaren, die wegen Überproduktion vernichtet werden. So werden in Wien pro Tag so viele Brote, Brötchen und Feinbackwaren vernichtet, wie in Graz pro Tag umgesetzt werden. (Ich kenne nur einen Vergleich aus A, kann mir aber nicht vorstellen, dass es in D auch nur ein Jota anders ist!)

Heute haben einige der ganz großen "Filialbäckereien" (welch eine Irreführung allein in der Bezeichnung) eine so kritische Masse erreicht, dass selbst große und solide Mittelständler deren Revier meiden: Wir hatten am Ende der Woche Lehrgangsabschluss und am Rande kam das Gespräch mit der Amtsärztin genau auf dieses Thema. Sie berichtete aus ihrem persönlichen Umfeld von einem mittelständischen Filialbetrieb, der im Kölner Norden verbreitet ist. Auf die Frage warum er seine (von ihr persönlich als sehr hoch geschätzen) Produkte denn nicht endlich auch mal in ihrer Nähe im Süden anbiete kam eine ganz klare Antwort: "Da sitzt der Kamps für irre Ladenmieten an allen verkehrsgünstigen Stellen. Das loht nicht mal das Nachdenken...!"

Wenn ich also "Produktionsverluste" (die beschriebene Überproduktion), Logistik und Ladenmiete mit berücksichtige und dann sehe, was da zum Teil im Angebot liegt, welche Lockangebote ausgepreist werden, dann brauche ich mit um die Produktqualität und die der Ingredentien keine Gedanken mehr zu machen. Die ist einfach unbeschreiblich ... :Ironie:

Auch bei den Fertigbackautomaten der Diskounter habe ich keine Ahnung, wie alt mein Produkt ist. Ich gestehe, gelegentlich darauf zurückzugreifen, wenn der Dienst mir keine andere Wahl lässt. Und wenn dann zwei von drei zeitgleich gekauften Laugenbrezeln schmecken wie alte Schuhsole, dann ist das mit Sicherheit keine "frische Ware" ...

Zum Vergleich das Roggenbrot des Biobäckers auf dem Demeterhof ein Dorf weiter: Das schmeckt auch noch nach einer Woche im Anschnitt, es muss halt nur mal täglich an die Luft. (Am besten, wenn eh die Brote für den Dienst geschmiert werden...) Und der allerletzte Rest (so fünf bis sieben mm) der geht dann mal wirklich an die Hühner.

Und gerade letzteres hat nicht mit irgendeiner "Ideologie" zu tun, das ist pure Genusssucht: Warum soll ich für schlechtes Essen irgend so einen Typen in seiner Villa noch reicher machen, wenn ich für´s gleiche Geld (unterm Strich) beste Ware haben kann?

In diesem Sinne:

Lasst es Euch schmecken!

Christian

Isuzufan
31.05.2015, 17:39
Also meine Meinung zu diesem für Prepper maximal grenzwertigen Thema:
Ich esse nur Semmeln und Brot welches mir sehr gut schmeckt egal von wo es kommt und was darin enthalten ist.
Ehrlich gesagt mir ist es völlig egal was drin ist, wie viel die Angestellten verdienen und wie lange es hält sofern es zumindest bis zu meinem Verzehr ist.
Sollte das Brot hart werden bekommen es die Pferde die Hasen oder der Mülleimer!
Ansonsten ist mein Lieblingsspruch: In der aller größten Not ess ich meine Wurst auch ohne Brot!

Traurig aber wahr ist das zumindest bei uns keiner der Bäcker im Geschmack und der Frische mit den Handelsketten mithalten kann.
Wohlgemerkt der Preis ist mir wirklich wurscht, ich zahle beim Merkur auch meine 10,3 Euro pro kg für das Pharaonenbrot. Da ist der Bäcker um einiges billiger aber eben auch nicht so gut.
Warum können die Leute nicht akzeptieren das klassisches Handwerk überholt ist, beim Auto akzeptieren sie das ja spätestens seit Ford T auch und der beste Büchser kann nicht mit High-Tech mithalten. Wir schreiben ja auch (fast) keine Briefe mehr oder verständigen uns durch trommeln oder per Telex.
Leute preppen heißt doch nicht ins Mittelalter zurück zu fallen sondern vorbereiten dafür das dies eben nicht nötig ist.

LG Wolfgang

Asdrubal
31.05.2015, 18:03
Das sehe ich grundsätzlich anders als Wolfgang. Zum Umgang mit Notsituationen gehört auch die Widerstandsfähigkeit eines Gemeinwesens und nicht nur des Einzelnen. "Resilienz" lautet der Fachbegriff, glaube ich. Wenn es keinen örtlichen Bäcker mehr gibt, der mit Mehl umgehen kann, ist das bei Störungen der Langstrecken-Versorgung ein echter Schwachpunkt.

Abgesehen davon, wird hier doch dauernd über die heutige Makroökonomie geschimpft. Da ist es mir lieber, wenn meine paar Euro für Brot und Brötchen zur lokalen und nicht zur überregionalen Wertschöpfung beitragen.

beprudent
31.05.2015, 18:28
@ Asdrubal : dann musst du einen Brot-Back-Kurs bei der VHS machen...

moleson
31.05.2015, 18:38
Ich habe irgendwie das Gefühl das diejenigen die Industrie Brot gut finden, einfach nie in den Genuss von richtigen Brot gekommen sind.

Corvinjus
31.05.2015, 19:08
Also ich hab hier auch Aufbacksemmeln vom Discounter. Ich würde gerne beim Bäcker was holen, aber von den in der Stadt hier ansässigen 5 "Bäckereien" backt KEINE mehr selbst. Alle backen morgens Tiefkühlteiglinge auf. Und ganz ehrlich, dass kann ich auch selbst. Ich würde gerne morgens beim Bäcker was holen - wie früher auch, wo der Bäckermeister nach getaner Arbeit in der Backstube noch morgens selbst beim Verkauf mitgeholfen hat. Aber hier gibts es schlichtweg keine mehr.
Diese Entwicklung hat sich der Verbraucher als intelligenter Sparfuchs aber selbst zuzuschreiben... Die kleinen Bäckereien müssen sich preislich den Discountern annähern, da sie sonst gar nichts mehr verkaufen. Das geht aber nicht, wenn in der Backstube ab morgens halb drei der Bäckermeister mit zwei Gesellen am Arbeiten ist, da dieses System keiner mehr bezahlen will und der Dorfbäcker die Semmel eben nicht für drei Cent anbieten kann - und auch mMn gar nicht soll. Mit 15 habe ich selber ein Berufsfindungspraktikum in der heimischen Dorfbäckerei gemacht damals. Mir war das echt zu hart. Aber so haben wir uns selbst die Bäckereien, Metzgereien und Dorfgaststätten aus der Realität gespart.
Im Wirtshaus meines Vaters hing immer ein Spruch "Ein Volk, dass seine Wirte nicht ernähren kann, ist es nicht wert als solches bezeichnet zu werden" Fand ich immer gut. Er war 50 Jahre lang Koch, am Schluss gehobene Gastronomie. Er sagte 2006 noch, ein vernünftiges Schweineschnitzel kann man nicht unter Fünfzehn Euro anbieten. Da kann man sich ausmalen, was beim 6.90 Mittagessen auf dem Teller landet. Aber so wie man es will, kriegt man es...

Also backe ich nun Brot nach Bedarf selbst und friere mal den ein oder anderen Laib ein, aber Frühstückssemmeln oder Brezen muss ich das essen, was da ist. Da ist mir der Aufwand einfach zu hoch Sonntag morgens...

Grüße

Isuzufan
31.05.2015, 20:25
Ich habe irgendwie das Gefühl das diejenigen die Industrie Brot gut finden, einfach nie in den Genuss von richtigen Brot gekommen sind.

De gustibus et coloribus non est dispuntandum!

LG Wolfgang

Nikwalla
31.05.2015, 22:23
Hallo alle zusammen,
interessant, was hier gesagt wird und für wen Lanzen gebrochen werden...
Doch wen interessiert, ob der Bäcker aufbackt oder der Discounter, wenn man sein Brot täglich selbst backt? Wann wollt ihr beginnen euch selbst zu versorgen - erst wenn die Läden schließen?
Getreidemühle, Hefe oder Sauerteig und ab in den Automaten - nach 3Stunden fertig und lecker. Älter als einen Tag wird es bei uns nicht und damit auch nicht hart...
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

Frei's Petrollampen
31.05.2015, 23:13
Hallo zusammen

Interessante Einblicke in die Welt des "GIG"

Das ganze Dilemma ist nicht nur beim Brot so, das erstreckt sich auf die gesamte Lebensmittelbranche.

Was nützt es zu jammern, jeder bekommt das wofür er bezahlt.

Nicht mehr und nicht weniger.

DAS ganz üble an der Sache die auch Walraff da gezeigt hat ist in allen Bereichen der Zulieferer so.

Und alle Waschen Ihre Hände in Unschuld.

Nur sind halt einfach Menschen davon betroffen, die ihre Familien ernähren müssen.

Ernst

boppel
01.06.2015, 00:41
De gustibus et coloribus non est dispuntandum!

LG Wolfgang

Mensch Wolfgang,

mußt Du mich ständig mit Deinem Latein an die dunkle Seite meiner Schulausbildung erinnern :Panik::crazy:

Und über Geschmack kann man sehr wohl streiten!

Gruß

Boppel

- - - AKTUALISIERT - - -



Interessante Einblicke in die Welt des "GIG"

Das ganze Dilemma ist nicht nur beim Brot so, das erstreckt sich auf die gesamte Lebensmittelbranche.


Nein, es erstreckt sich auf ALLE Bereiche unseres Lebens! Nur ist die Lebensmittelerzeugung geografisch noch recht nah bei uns. In anderen Bereichen bekommen wir es nur noch weniger mit - weil es sich in fernen Ländern abspielt.

Wir sind nach wie vor Sklaven und erledigen Frondienste - nur merken wir es nicht mehr so wie im Mittelalter, sondern machen dies freiwillig.

Gruß

Boppel

Grübler
01.06.2015, 13:37
Ich bin hier voll auf der Discounterseite. Auch die größeren Supermärkte arbeiten nach dem selben Prinzip (zentrale Großbäckerei). Ich bin beim Essen nicht so wählerisch, Sonntag morgen müssen keine frischen Semmeln am Tisch stehen, ich esse auch die vom Vortag. Frau und Kinder benehmen sich wie die Königsfamilie, frische Semmeln sind schon nicht mehr gut genug - da müssen schon "Sonntagsbackkreationen" auf den Tisch. Bei uns dürfen die Bäckereien Sonntags offen haben, den Supermärken (bis auf wenige Ausnahmen) wurde es verboten.

Also bei den Semmeln ist meine Meinung, dass sofort verzehrt alle gleich gut schmecken. Am nächsten Tag sind die Discountersemmeln leider klar am letzten Platz. Allerdings ist das Preis/Leistungsverhältnis mMn nicht gegeben. 10 Semmeln beim Discounter für 99 Cent und eine Semmel beim Bäcker für 38 Cent. Da kauf ich lieber jeden Tag beim Discounter und führe die "alten" Semmeln der Resteverwertung zu (Semmelwürfel, Semmelbrösel, usw.)

Beim Brot halte ich es genauso, für 1,5€ beim Discounter. Laugengebäck, Weckerln, usw. verweigere ich kategorisch. Die haben mittlerweile schon Wucherpreise erreicht - 1,79 € für 250g.

Zum Thema industrielle Fertigung von Lebensmitteln: Wieso soll eine Maschine schlechter sein als ein Mensch? Hier werden immer gleiche Arbeitschritte und gleichbleibende Qualität gewährleistet. Es kommt natürlich auf die Zutaten drauf an und auf den Herstellungsprozess. Um die Haltbarkeit sicherzustellen, wirken sich die Prozesse und Zutaten leider negativ auf den Geschmack aus. Und nicht mal das sehe ich als Nachteil, lieber haltbares Dosenfutter als verschimmelte und vergammelte Frischware.

Edit: Zum Thema Brot selberbacken: Ich habe selber Sauerteig angesetzt und solange Brot gebacken, bis es annähernd perfekt war. Getreidemühle, Holzbackofen und 50kg Korn sind eingelagert und bleiben es bis zur Krise.

GrimmWolf
01.06.2015, 16:14
Wer glaubt er kriegt die Brötchen im Discounter günstiger, sollte vielleicht mal seine Steuerrechnung prüfen.

Die wird nämlich jährlich höher weil das Kleingewerbe keine Steuern mehr zahlt da es nicht mehr vorhanden ist. Die Grosskonzerne zahlen nämlich nicht sehr viel Steuern da sie gute Anwälte und Buchhalter anstellen die das vermeiden. Dafür müsst ihr jedes Jahr mehr Arbeitslose finanzieren.

Nicht zu vergessen die zusätzlichen "Berater" bei den Ämtern die über die Stadtkasse gut bezahlt werden.

Unter dem Strich zahlt ihr für Geiz ist geil ungefähr das doppelte...
Da wäre der Bäcker also billiger....

Vom Nutzen, im WC im Dorf oder Stadteil noch eine funktionierende Bäckerei zu haben wenn die Logistikkette der Discounter nicht mehr funktioniert mal abgesehen...

Oder das der Bäcker euren Kinder eine Lehrstelle bieten könnte...

moleson
01.06.2015, 16:15
Hi,
@Grübler
ich kann/ oder wil,l mir die Preise vom Bäcker, und wir haben noch einen im Dorf, nicht leisten.

Also endweder selbstgemacht, oder Discounter ( sonst gibtś nur Semmenl ohne Belag).
M

Du willst mir gerade erzählen das 38 cent für ein Semmel dein Budget sprengen ????

Ich würde mal sagen, das du nicht bereit bist für ordentliche Arbeit zu zahlen, aber du stehst da gleich wie alle anderen die mit dem Geiz ist geil Prinzip ganze Handwerke ausgerottet haben und man heute nur Sch.. kriegt.

Tactical
01.06.2015, 17:40
Ich weiß, ich weiß - ich sollte mich nicht überall einmischen.

Jetzt hab ich den Thread so lange mitverfolgt, jetzt gehts nicht mehr anders.

Jeder beschwert und wundert sich warum es ihm sooo "dreckig" geht, dies nicht mehr funktioniert und das nicht mehr geht. Ok, die meisten gehen dann zum Onkel Doktor, delegieren ihm die eigene Gesundheit und sagen...."mach mal!".

Onkel Doktor gar nicht dumm, reicht ganz schnell die Pillen rumm. (Ok, Schreibfehler. Passt aber ganz gut :))

Nach einiger Zeit kommts dann:
"Jetzt hat er schon jahrelang seine Pillen genommen und trotzdem wirds schlechter. Er sollte mal die Pillen wechseln!"

Ich könnt scheien, ab dieser bodenlosen Dummheit.

Nicht einmal wird hinterfragt ob vielleicht der frei gewählte Lebenswandel oder die absichtlich eingegangenen ERNÄHRUNGSGEWOHNHEITEN der Auslöser für die Unpässlichkeiten sein könnten.

Wer sich gerne betrügen läßt muß eben mit den tollsten Chemikalien in seinem Körper klar kommen ( oder doch nicht? ).

Ich kaufe mein Brot und meine Brötchen beim Bäcker um die Ecke. Der legt seine Inkredenzien offen und hat eine Übersichtstabelle ausgelegt, die jeder Interessierte einsehen kann. Klar kommt auch er nicht ganz ohne Hilfsmittel aus. Dennoch verwendet er nur Materialien die unbedingt nötig sind um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.

Seine Erzeugnisse müssen auch nicht nach mehr als einer Woche immer noch "zartweich" drückbar sein.
(Da hatte ich vor kurzem bei einem Bekannten solch ein "Erlebnis")

Ich denke einige wenige Cent mehr pro Woche dürfen schon sein, wenns um die Ernährung geht.

Auch wenn ich mich jetzt oute: Ich bin überzeugter BIO- und Bauernhof-Käufer. Ich kaufe generell keine Convenience-Produkte. Transfette werden ebenso gemieden wie Erdölderivate (Margarine, etc.)

Etwas auflockern muß ich dann allerdings die Situation doch. Ab und an gebe ich mir auch Süßigkeiten oder ein Eis von der Diele. (Ok, und jetzt druff)

Ich möchte nicht den Moralapostel hervorkehren, diese Ernährungsphilosophie gilt nur für mich. Ich will keinen bekehren.

T

Funker
01.06.2015, 17:41
Hallo alle zusammen,
Getreidemühle, Hefe oder Sauerteig und ab in den Automaten
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

Ich gehe davon aus, dass es breitflächig keinen Strom mehr geben wird.
Das könnte/wird der Auslöser sein.

Und dann ist nix mit Automaten.

Dann brauchst du eine andere Energiequelle oder Dosenbrot.

Tactical
01.06.2015, 17:44
Da ist dann gut wenn Du einen eigenen Backofen im Garten hast (den ich mir gerade baue)

T

Miesegrau
01.06.2015, 18:37
Du willst mir gerade erzählen das 38 cent für ein Semmel dein Budget sprengen ????

Ich würde mal sagen, das du nicht bereit bist für ordentliche Arbeit zu zahlen, aber du stehst da gleich wie alle anderen die mit dem Geiz ist geil Prinzip ganze Handwerke ausgerottet haben und man heute nur Sch.. kriegt.

Ich gehe jetzt mal davon aus, das du die Lebensumstände von Amnesie und Mopedstruppi genau kennst und dir deshalb diese Aussage erlauben kannst.:staun:

Sollte das allerdings nicht der Fall sein, wäre ich gezwungen ein fettes "gefällt mir nicht" unter deinen Beitrag zu setzen. Ich werde auch gleich begründen warum.

Auch ich habe schon in Situationen gesteckt, in denen ich jeden Pfennig drei mal herumdrehen musste bevor ich ihn ausgegeben habe. Nicht das ich nicht gearbeitet hätte, aber nach Abzug aller Festkosten blieben mir damals gerade knapp 200 Mark zum Leben übrig. Abzüglich des Sprites, den ich benötigte um die 10 Kilometer zur Arbeit fahren zu können. Und ich habe mir damals wirklich überlegen müssen, ob ich mir zwei Sonntagsbrötchen vom Bäcker leisten kann, oder lieber doch das um die Hälfte des Preises reduzierte Brot vom Vortag kaufen sollte.

Heute radel ich jeden Sonntag in die Bäckerei um die Brötchen für meine Familie zu kaufen. Die leggeren Krusteln kosten mittlerweile 70 Cent das Stück, ich nehme 4 davon und noch 2 Hörnchen für Frau und Kind dazu. Bei jedem Bissen von diesem wirklich ausgesprochen leckeren Brötchen (ich brauch bei der Größe nur eins um satt zu werden:lachen:), denke ich an die Zeit des harten Brotes zurück und bin dankbar das es uns nun besser geht.:lächeln:

Door Miesegrau

Kennt zu mindestens ein sehr liebenswertes Mitglied dieses Forums, dem leider heute noch Sonntagsbrötchen vom Bäcker zu teuer sein dürften. Viele Grüße in diese Richtung - an der Lütsche bekommst du eine extra große Portion aus Miesegraus Kesselchen......:winke:

UrbanTrapper
01.06.2015, 19:15
Zum Thema industrielle Fertigung von Lebensmitteln: Wieso soll eine Maschine schlechter sein als ein Mensch? Hier werden immer gleiche Arbeitschritte und gleichbleibende Qualität gewährleistet. Es kommt natürlich auf die Zutaten drauf an und auf den Herstellungsprozess. Um die Haltbarkeit sicherzustellen, wirken sich die Prozesse und Zutaten leider negativ auf den Geschmack aus. Und nicht mal das sehe ich als Nachteil, lieber haltbares Dosenfutter als verschimmelte und vergammelte Frischware.

Das ist der Vorteil von industrieller Produktion von Lebensmitteln: im Idealfall gleichbleibende Qualität (in vielen Fällen nach meinem Dafürhalten gleichbleibend schlecht, weil sich die produzierten Lebensmittel nach einem Mainstream-Geschmack richten müssen und deswegen mehr als oft genug ziemlich nichtssagend schmecken und schon mal gar nicht einen individuellen Geschmack haben.

Was den Herstellungsprozess in traditionellen Bäckereien angeht, so ist es schon lange eine Mär, dass beim Bäcker alles reine Handarbeit ist. Auch schon vor der Einführung von Fertigbackmischungen und Tiefkühlteiglingen. Schon in meiner Kindheit haben die Bäcker im Ort einen nicht gerade kleinen Maschinenpark zum Rühren, Kneten und portionieren der Teige gehabt. Und das ist kaum ein viertel Jahrhundert her! Heute wird das mit Sicherheit zugenommen haben. Nennt sich Steigerung der Produktivität. Jeder, der kaufmännisch nur einigermaßen bei klarem Verstand ist, sieht zu, dass er aus seinen eingesetzten Finanzmitteln unterm Strich mehr rausbekommt. Alles andere ist Hobby. Und ich glaube kaum, dass mein Bio-Bäcker hier im Ort das ganze Geschäft als Hobbyist nur aus Spaß an der Freud betreibt.
Wie hoch die Rendite sein soll, lassen wir mal dahingestellt sein. Im Lebensmittelbereich ist die Marge traditionell, zumindest was Grundnahrungsmittel angeht, ziemlich bescheiden. Wer nach Abzug aller Kosten ein Prozent rausholen kann, kann sich schon zu den Spitzenverdienern zählen.

Was die Haltbarkeit angeht, muss ich Grübler Recht geben. Mir ist ein industriell hergestelltes Dosenbrot oder industriell hergestelltes NRG-5 als Bestandteil meiner Grundversorgung im Notvorrat auch allemal lieber als etliche Kilo Mehl und Zucker, die ich im schlimmsten Falle gar nicht verarbeitet kriege, weil mir der Brennstoff zum Backen fehlt oder ausgegangen ist.


Du willst mir gerade erzählen das 38 cent für ein Semmel dein Budget sprengen ????

Ich würde mal sagen, das du nicht bereit bist für ordentliche Arbeit zu zahlen, aber du stehst da gleich wie alle anderen die mit dem Geiz ist geil Prinzip ganze Handwerke ausgerottet haben und man heute nur Sch.. kriegt.

Geiz ist geil ist das eine. Aber leider Gottes gibt es in Deutschland seit mit der Nuller Jahre dieses Jahrtausends wieder verstärkt eine größere Gruppe Menschen, die keine andere Chance hat als sich eben die günstigsten der günstigen Lebensmittel zu kaufen und durch Tafeln und andere karitative Einrichtungen auch noch zuzufüttern, weil das Geld sonst nicht reichen würde!

Zu sagen "hey, 38 cent können doch nun wirklich nicht das Budget sprengen" ist von einem, nach meinem Dafürhalten ziemlich hohen Ross gesprochen. Ohne Dir jetzt persönlich zu nahe treten zu wollen. Ja, mit SGB-II-Leistungen kann man theoretisch leben wie Gott in Frankreich. Zumindest erwecken so manche Empfänger den Eindruck, dass dem so wäre. Aber dafür muss man schon als ganze Familie komplett von SGB II leben, einen verdammt günstigen Mietzins haben, nicht gerade in einem Ballungsraum wie Hamburg, München oder Stuttgart wohnen. Oder womöglich irgendwelche dubiosen Geldquellen abschöpfen. Ich weiß es nicht. Als alleinstehende Person, womöglich noch mit Kind, wird das Budget ziemlich schnell ziemlich dünn. Auch ganz ohne Alkohol und Tabak im Repertoire.

Als ich vor etlichen Jahren, gerade von der Uni weg, keinen Anspruch auf ALG I, noch ohne Job, eine längere Zeit auf ALG II angewiesen war, war es für mich durchaus eine ernsthafte Überlegung: Zwei Brötchen vom Discounter und satt oder ein Brötchen vom guten Bäcker, aber immer noch Hunger. Mal abgesehen davon, dass man sich bei DEM Budget sowas bestenfalls am Wochenende geleistet hat. Wenn überhaupt.

Mittlerweile habe ich ausreichend finanzielle Ressourcen nach Abzug der Fixkosten, dass die Differenz zum Discount-Brötchen eben KEINE Rolle mehr spielt. Entsprechend kaufe ich, am Wochenende, dann doch lieber beim Bio-Bäcker um die Ecke seine leckeren Brötchen als vom Discounter um die andere Ecke für zum Teil Hälfte oder Drittel des Preises irgendwelche Brötchen, die mich zwar irgendwie satt machen, aber kein Vergleich zu den Brötchen vom Bio-Bäcker sind.

moleson
01.06.2015, 19:51
Mich würde schon im Detail interessieren wie so ein Budget aussieht.

Mein hohes Ross habe ich mir selber verdient indem ich mir meine Studien finanziert habe mit Neben Jobs die nicht unbedingt gut bezahlt waren noch prikelnd und das waren immerhin 7 Jahre (Vater gestorben als ich 16 Jahre alt war, keine Waisenrente weil er unabhängig war). So zb Teller abwaschen im Unispital oder Packete packen bei einem Versand.
Also weiss ich wie ein enges Budget aussieht, nur in den grössen Ordnungen +- 20 cents sorry selbst vor > 30 Jahren waren kein Thema.

Und um beim Brot zu bleiben spielt die Art der Vorbereitung eine enorme Rolle, aber es ist auch so das man kaum, auch beim Bäcker nicht Industrie Brot findet.
Hier auf dem Markt in Fribourg, verkauft einer ein Sauerteig Brot mit alten Getreidesorten gemacht. Ist sau teuer 8.- das Kilo, aber es ist DAS Erlebniss und was erstaunlich ist man wird schnell satt, da schmeisst man nichts von weg und isst noch weniger.
Man kann ohne Unsummen aus zu geben halbwegs venüftiges Zeugs essen, das fängt schon damit an nur Gemüse und Früchte zu kaufen die zur Zeit wachsen (dann sind die auch spott billig) und es endet damit das man bei Diskountern gute Sachen findet (Brot gehärt nicht dazu). Zb hat Aldi Oliven Öl aus Kreta das absolut Spitze ist (ich kenne zufällig wo es her kommt)

Nikwalla
01.06.2015, 20:10
Hallo Funker,

Ich gehe davon aus, dass es breitflächig keinen Strom mehr geben wird.
Das könnte/wird der Auslöser sein.
Und dann ist nix mit Automaten.
Dann brauchst du eine andere Energiequelle oder Dosenbrot.
Natürlich stehe eine Küchenhexen und Zeltöfen zum Backen, Kochen und Heizen samt 20m3 Holz und 100Kg Brikett bereit.
Natürlich verfügen wir über einen erprobten Lehmbackofen auf einem Außengelände, wo kaum jemand vorbeikommt und man gut Backen kann.

Mein Text bezieht sich eher darauf, dass viel glauben in einer Ausnahmesituation etwas anders machen zu können, haben es aber noch nie probiert...

Selbstgebackenes Brot aus Vollkornmehl zeigt eine andere Wirkung auf die Verdauung, wie Fertigbrot ob vom Bäcker oder vom Discounter....
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

moleson
01.06.2015, 20:13
@Amnesie, habe ich irgend etwas verpasst oder bist du die Frau von Mopedstruppi ???

OK Brot selber machen, ich wenn ich den Thread zurückblättere guter Qualität ist super, es machen weil es billiger ist warum nicht. Nur zu sagen man ist nicht bereit den Bäcker mehr zu bezahlen da habe ich mein Problem mit, denn schlussendlich muss er auch von seinem Job leben.

Wenn man so will entwder Bäcker oder selber aber eben nicht so einen Discounter reich machen der Müll produziert.

ID 2572
01.06.2015, 20:18
Wenn ich sowas schon wieder höre....

Essen in D / A / CH zu TEUER?? 38 Cent sprengen das Budget?
Die Nahrungsmittel sind hierzulande noch immer ZU BILLIG, die Tonnage die jedes Jahr weggeworfen wird ist der beste Beweis.
Naja gut, Kippen und Alk, Smartphone, Auf Kante finanziertes Auto, der Flachbildfernseher auf Pump usw wollen ja auch bezahlt werden. Da können am Ende des Monats 40 Cent schon mal das Budget sprengen.

Miesegrau
01.06.2015, 20:21
Danke, nach diesem Beitrag bin ich raus hier.:verärgert:

ID 2572
01.06.2015, 20:29
Warum denn das?

In vielen Fällen ist das so - habe ich meinem Umfeld genug von, sogar in der eigenen Familie!
Gibt auch so Kandidaten, die lassen sich abens vom Taxifahrer Bier und Pizza von der Tankstelle bringen - die haben auch solche Sprüche drauf.
Ich habe bis heute nicht viel Kohle, habe sogar schon zeitweise von Hartz4 leben müssen aber um 40 Cent für ein Brötchen brauchte ich mir nie Sorgen machen.

Davon abgesehen: Ob nun 38 oder 19 Cent - die Differenz rettet mich dann auch nicht vorm Ruin!

Alge
01.06.2015, 20:48
Ok, peace, lassen wir das doch und befassen uns wieder mit dem, was wir alle lieben und eine gewisse Grundeinigkeit haben:
PREPPEN!
:girl_flag_of_truce:

ID 2572
01.06.2015, 21:04
Völlig fruchtlose Diskussion!
Cut meinerseits.
a.


Seh ich auch so. Bin raus.
Gehe 13 Cent wegsparen damit man sich auch mal zwei Brötchen leisten kann....

Frei's Petrollampen
01.06.2015, 21:19
Hallo zusammen

Ich weiss, der Vollmond ist nahe.

Darum mache ich den Beitrag nach Vollmond wieder auf.

Ernst


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