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epwin
04.07.2015, 19:06
Med. Impro-Workshop



Med. Impro = Improvisieren im Bereich der „medizinische Versorgung“ im Outdoorbereich



bzw. in Notsituationen



Vorwort zum Improvisations-Workshop:



Es geht hier um Erste Hilfe Outdoor bzw. Wildnis Medizin.



Nicht um die Erste Hilfe im urbanen Umfeld



in normalen Zeiten!



Improvisation beginnt mit dem was man im Erste Hilfe-Set hat und geht dann weiter über die nicht-medizinische Ausrüstung die man bei sich trägen.





Sorry,



aber der eigentliche Schlüssel zum improvisieren



liegt ganz wo anders.



Der Schlüssel ist das Verständnis der allgemeinen Funktion des Körpers und der Prinzipien der med. Versorgung.



Erst dann kann man sich Gedanken machen



über das Improvisieren.



Wenn man nicht weiss welche Probleme bzw. Bedürfnisse der Patient hat kann – weiss man auch nicht was man improvisieren kann, soll bzw. darf



(ohne dem Patienten zu schaden).



Die entsprechende Kombination von grundlegendem Wissen der Zusammenhänge



und Einfallsreichtum sind gefragt.




MacGyver lässt grüssen.





Dein Wissen und Einfallsreichtum sind



deine wichtigsten Vermögenswerte.



Nach dem Spruch bzw. Motto:


Tun, was Du kannst,



mit dem, was Du hast,



wo Du gerade bist.“



(Teddy - Theodore Roosevelt (http://www.brainyquote.com/quotes/authors/t/theodore_roosevelt.html))



Ich denke der Spruch passt auch zu diesem Workshop.






Wir haben uns kurz entschlossen (nur 2 Wochen Planung) noch einen Workshop zu machen (vor der Urlaubszeit).

Das Thema diesmal ist die Improvisierung bei der medizinischen Versorgung eines Patienten im Outdoorbereich.
Szenario:
Es standen uns keine käuflichen medizinischen Dinge zur Verfügung bei der Versorgung eines Patienten.
Also kein Verbandmaterial, keine Trage usw.
(kleine Einschränkung bei der Rettungsfolie).
Es stand nichts zur Verfügung, weil
- wir bereits alles verbraucht haben,
- es unbrauchbar wurde (nass, verschmutz usw.) oder
- es verloren gegangen ist.

Die Teilnehmer waren die gleichen wie bei den beiden anderen Workshops.
Vorteil: Wir kennen uns gut und wollen was lernen.
Nachteil: Wir kommen Alle nicht aus dem medizinischen Bereich.

So und nun zu den Themen des Workshops.
Uns war klar, dass wir diesmal die Grenzen zum rechtlich Zulässigen in normalen Zeiten (weit) überschreiten (Rechtlich geht es glaube ich zum Teil in Richtung „Körperverletzung“ – in normalen Zeiten).
Einige „Mediziner“ werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und uns für verrückt halten (Zwangsjacke vorprogrammiert,
Äh, improvisierte Zwangsjacke; Durch die Ärmel einer stabilen Jacke ein Seil führen und die Jacke dann verkehrt herum anziehen, also vorne nach hinten um umgekehrt. Die Arme auf den Rücken legen und dann die Seilenden auf dem Rücken des Verrücken [Hier Teilnehmer] zusammenbinden ). Wegrennen kann der Verrückte dann (aber) immer noch.
So, ob wir verrückt waren … das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Daher war der Disclaimer / Haftungsausschluss für den Workshop


Die Infos in diesem Workshop wurden mit grösster Sorgfalt erstellt.



Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Infos



wird jedoch keine Gewähr übernommen.



Es liegt im Ermessen einer jeden Person die Infos selbst AUF EIGENE GEFAHR und VERANTWORTUNG zu verwenden.



Die Inhalte sind ausschliesslich zur Selbsthilfe gedacht, in Zeiten der Not, wenn keine normale professionelle medizinische Ausrüstung, Versorgung bzw. Hilfe verfügbar ist.



Es wurde theoretisch und praktisch versucht folgende Dinge zu improvisieren:

Verbandmaterial usw. Verbandmittel:
- Wundschnellverband bzw. Heftpflaster herstellen; Panzerband und Wundauflage (Baumwollstoff),
Wasserdicht; die Ränder des Trägerbandes reichen über die Wundauflage.
Nicht Wasserdicht; die Ränder des Trägerbandes sind auf gleicher Höhe wie die Wundauflage und das Trägerband ist zusätzlich leicht perforiert, dadurch ist es auch auf der Oberseite etwas luftdurchlässig.
- Pflaster; Panzerband oder Tape ggf. leicht perforieren,
- Mullbinden herstellen (schneiden, aufrollen, verpacken),
- Einzelanfertigung (T-Shirt spiralförmig schneiden),
- Serienproduktion (Baumwoll-Hüttenschlafsack, Bettbezug usw.),
- Tupfer herstellen (schneiden, falten bzw. stopfen, verpacken),
- Kompressen herstellen (schneiden, falten, verpacken),
- Dreieckstuch; z.B. aus einem T-Shirt oder Shemag schneiden,
- Schlauchverband bzw. Ellenbogenverband; z.B. aus einem Socken,
- Butterfly-Verband bzw. Steri-Strips; z.B. aus Tape bzw. Panzerband,
- „Lady-Bag“ plündern;
- Damenbinde aus Wundauflage verwenden („Mann, jetzt schaut nicht so … sie ist ja noch ungenutzt“; O-Ton von Sammy),
- Tampon aufschneiden und als Wundauflage verwenden (siehe oben).
- „Abdecktücher“ um sauber um die Wunde herum arbeiten zu können, Schutz der Verbandmittel vor Verschmutzung. Aus Müllsack, Tarp oder Rettungsdecke (OK ist ein „med. Produkt und damit eigentlich nicht verfügbar. Also Müllsack oder Tarp).
- Plastikbeutel bzw. Müllsack aus Ablagefläche bzw. Arbeitsfläche um Verbandmittel „sauber“ schneiden zu können.
- „Sauberes“ Verpacken der Verbandmittel in Plastikbeutel bzw. Alufolie.

Wundversorgung (Nicht Verbandmaterial):
- Plastikbeutel; Untersuchungshandschuhe, um eine Wunde auszuspülen.
- Camelbag; um die Wunde auszuspülen.
- Flexible Flasche (z.B. Platypus); um die Wunde auszuspülen.
- Schutz der Kleidung, Schlafsack, der Augen vor der Spülflüssigkeit; (Rettungsdecke, grosser Müllsack, Tarp, „Kopf“ einer PET-Flasche usw.)

Atemspende:
- Beatmungstuch; aus einem Handschuh mit eingeschnittenem Finger.
- Beatmungstuch; aus einer Handschuhfläche.
- Beatmungsmaske aus PET-Flasche und Panzerband.
- Atemwege (Mund) absaugen mit einer PET-Flasche und weiteren Teilen.

Abbinden in der Zeit des Tourniquets:
Auf die alte Art, z.B. mit
- Dreieckstuch und Stock.
- Panzerband und Stock.

Hals-Wirbelsäule stabilisieren – Eine Art Stiffneck:
- (Geschlossenporige) Isomatte entsprechend (Stiffneck) zurechtschneiden.
- Puli entsprechend aufrollen.
- Hüfttasche als „Kragenersatz“.
- Tourenrucksack als „Kragenersatz“.
- Mehrere Stöcke mit Panzerband oder Schnur zusammenbinden. Abstand dazwischen ca. 3 Finger des Verletzten.

Brustwunde die „Lungenproblem“ („saugende“ Brustverletzung):
- Plastikfolie auf 3 Seiten festkleben, evtl. die vierte Seite teilweise festkleben.
- „Entlüftungsventil“ aus einem Untersuchungshandschuhe schneiden.

Untersuchungshandschuhe:
- Plastikbeutel; mit Schnur bzw. Tape in Form gebracht.
- Müllsack, Tarp usw. (besser ist ein entsprechend grosser Plastikbeutel).

Schienen für Knochenbrüche:
- Rundholz spalten damit es besser anliegt.
- PET-Flasche.
- Traktionsschiene (Unterschenkel).
- Beckenbruch (Rettungsdecke, Sam-Splint-Variante usw.).
- Streben des Rucksack-Innengestelles.
- Trekkingstöcke.
- Zeltgestänge (i.d.R. ohne Zuggummi).
- Luftpolster-Isomatte als eine Art Vakuummatratze.

Knieverletzung:
Das Kniegelenk dabei etwas „unterpolstern“.
- Luftpolster-Isomatte als eine Art Vakuummatratze.
- Isomatte als Versteifung des Knies von beiden Seiten zum Knie rollen.

Transport bzw. Tragen:
Dieser Punkt wurde nur sehr kurz angesprochen (Theorie) [Zeitproblem]. Unter Umständen machen wir einmal einen extra Workshop nur mit diesem Thema da es sehr Umfangreich [Praxis] ist.
(Dank Lucky Hope wird das Ganze dann leichter.)

Tape verwenden als/bei:
- Sprunggelenkt, Knöchel usw. .
- Wundschnellverband mit Mullauflage.
- Untersuchungshandschuhe aus Plastikbeutel und Tape in Form bringen.
- „Butterfly“ bzw. Wundnahtstreifen (eine Art Steri-Strips) herstellen.
- „Saugende“ Brustwunde „verkleben“.
- Marschblasen versorgen (Tape und Plastikfolie oder nur Tape).
- (Wasserdichter) Verschluss für Plastikbeutel; als Kältepackung.

Nicht zuordenbares:
- Marschblasen mit einem ausgeschnittenen Stück geschlossenporiger Isomatte versorgen – ringförmig ausschneiden.
- Verstauchtes Sprunggelenk mit einem ausgeschnittenen Stück geschlossenporiger Isomatte versorgen – ringförmig ausschneiden.
- Absaugen (Insektengift, Schlangengift usw.) mit einer Spritze; „Kopf“ der Spritze abgeschnitten.

Not-Sterilisieren, desinfizieren:
- Instrumente,
- Erhitzen
- Verbandmittel
- Bügeln im Outdoorbereich,
- Auskochen.
- Alkoholtupfer; (60 %) Alkohol, Tupfer. Verpackt in kleine Plastikbeutel –ZipLock-Beutel.
- Brennspiritus als Desinfektionsmittel; „Abspriten“;
Mischungsverhältnis von (96 %) Brennspiritus mit Wasser, damit es eine Mischung mit ca. 60 % bzw. 65 % Alkoholgehalt ergibt.
5 Teile Brennspiritus mit 3 Teile Wasser mischen, ergibt ca. 60 % Alkohol.
2 Teile Brennspiritus mit 1 Teile Wasser mischen, ergibt ca. 65 % Alkohol.

Hygiene:
- Schwamm; Moos.
- Spucknapf; nur Plastikbeutel, Plastikbeutel mit „Spannring“ aus flexiblem Ast.
- Bettpfanne; nur Plastikbeutel, Plastikbeutel mit „Spannring“ aus flexiblem Ast.
- Ersatz-Pampers.
- Seifenersatz.

PSA für Medi, Kontakter usw.:
- Augenschutz (Brille) aus PET-Flasche.
- Schürze aus grossem Müllsack.
- Mundschutz aus Stoff.
- Untersuchungshandschuhe (siehe oben).
- „Armlinge“ aus Müllsack, Tarp- oder Rettungsdeckenstreifen in den U-Handschuhstecken und am Unter- bzw. Oberarm entsprechend befestigen.

Hilfsmittel:
- WärmePacks aus PET-Flasche, heissem Wasser und Socken darum herum,
- „Eimer“ bzw. Schüssel aus Isomatte und Plastiksack o.ä. .
- Spritze vom Sawyer Wasserfilter um Wunden zu spülen.

Naturmedizin u.ä.:
- Salbe aus der Küche (z.B. Chili, Pflanzenöl, [Kerzen-] Wachs als eine Art Wärme- bzw. Rheumasalbe),
- Inhalieren mit Hilfe einer etwas modifizierten PET-Flasche. Salz bzw. Kamillentee (vorher nach einer Allergie fragen) zum Inhalieren.
- Honig als Salbenersatz damit eine Kompresse aus einem Stück Baumwollstoff (z.B. T-Shirt) nicht (so stark) auf der nässenden Wunde klebt.
- 1. Behelfs „ORS-Mischung“ aus Zucker und Salz (sowie Holzasche): In 1 Liter Trinkwasser gibthalf of a level teaspoon of SALT, man die Hälfte eines gestrichenen Teelöffel Salzund 8 gestrichene Teelöffel Zucker. Wenn vorhanden die gemörserte Asche (puderförmig) von nichtgiftigem Laubholz – 2 Teelöffel. Gut schütteln und innerhalb von 24 Stunden verbrauchen. Wegen der Holzasche sollte das Wasser bei der Herstellung sehr warm sein, damit sich die Mineralien besser aus der Holzasche lösen.
- 2. Behelfs „ORS-Mischung“ aus Getreidemehl und Salz (Reismehl ist am besten. Aber man kann auch Mais, Getreide, Kartoffeln usw. verwenden). In 1 Liter Trinkwasser gibt man die Hälfte eines gestrichenen Teelöffel Salz und 8 gehäufte Teelöffel Getreidepulver/-mehl. Koche das Ganze für 5 bis 7 Minuten, die Flüssigkeit wird dann zu einem wässrigen Brei. Lasse das Getränk abkühlen und gib es lauwarm dem Patienten zu trinken. ACHTUNG: Probiere das Getränk jedesmal bevor man es der kranken Person gibt, um sicherzustellen, dass es nicht verdorben ist. Getreide-Getränke können bei heissen Wetter innerhalb von ein paar Sunden gären.
1 gestrichener Teelöffel entspricht ca. dem Inhalt einer halben (0,6) Verschlusskappe (ca. 2 cm) von einer normalen PET-Flasche.
1 gehäufter Teelöffel entspricht ca. dem Inhalt von einer Verschlusskappe von einer normalen PET-Flasche.

Sonstiges:
- Regen sammeln mit Poncho,
- Rettungsdecke; Ränder mit Tesa-Band verstärken, dann reissen sie nicht so schnell ein.
- Zahnseide als Schnurersatz. Geflochten oder als Mehrfachstrang verwenden.
- Folie verschweissen; aus mehreren kleinen Stücken eine grössere Fläche oder grössere Plastikbeutel bzw. Plastiksäcke oder „Armlinge“ herstellen.
- PET-Flasche; Trinkflasche, Trinktasse, Löffel, Pinkelflasche, Wärmflasche, Augenschutz (Brille), Schnur; aus einer PET-Flasche ein Schnur schneiden. Beim arbeiten mit der Schnur insbesondere beim anziehend der Knoten Handschuhe tragen, wegen der Verletzungsgefahr.
Wasser aufbereiten mit Hilfe einer PET-Flasche; Wasser-Vorfilter, Wasser abkochen in einer PET-Flasche am Feuer.
- Camelbag; Trinkblase, Wärmflasche, Wundspülung, Hilfsmittel um einen Einlauf zu machen.
- Strohhalm aus z.B. Schilf, als Trinkhilfe.
- Kühl-Pack; Plastikbeutel mit kaltem Wasser und Moos.
- Kopfkissen, Knierolle usw.; (Ruck-, Pack-)Sack mit Laub usw. füllen.
- Rettungsdecke; Nässeschutz für Kleidung, Schlafsack usw. beim waschen des Patienten.
- Impro wenn der „Lady-Bag“ verloren wurde bzw. leer ist.

Teilweise hatten wir bereits in den beiden vorhergehenden Workshops improvisiert, dies wurde dann in der Regel nicht noch mal durchgeführt.
Ausnahme, es gab einen Verbesserungsvorschlag.





Die Reihenfolge war etwas anders und die Übersicht ist nicht ganz vollständig (das Gedächtnis lässt zu wünschen.



Der Workshop war wieder einmal „etwas“ vollgepackt!).





Wir haben mit Sicherheit das eine oder andere Puzzle-Teil beim Improvisieren im Bereich der „medizinische Versorgung“ im Outdoorbereich bzw. in Notsituationen vergessen bzw. übersehen.



Bitte helft uns mal das bzw. die fehlenden Puzzle-Teile zu finden.






Beim Improvisieren im Bereich der „medizinische Versorgung“ im Outdoorbereich bzw. in Notsituationen kommt man unter Umständen schnell seine Grenzen.



Aber man kann diese Grenzen teilweise etwas weiter weg schieben



wenn man sich mit dem Thema beschäftigt hat.



Dieser Workshop spiegelt nur (einen Teil) unseres Wissens wider – für Notsituationen.


Danke für lesen bis zum Schluss.

Kommentare bzw. Kritik gibt es mit Sicherheit.
Danke vorab schon einmal.


Service für Gäste-a2: www.team-pak.ch