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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage Destillieranlage



Bärti
21.08.2015, 20:38
Angergt durch einige Beiträge bei dem Thread über ein Auskommen in einer Krise und den darin genannten Vorschlägen Hochprozentiges zu brennen stellt sich mir die Frage:

auf was muss man beim Kauf einer Destillieranlage achten? In Der BRD kann man ja bis 0,5 Liter diverse FertigGen kaufen, aber was wäre hier qualitativ zu empfehlen?

In der Bucht gibt es auch häufiger Anlagen von 5 bis 8 Litern was wohl sinnvoller ist, aber wie erkennt man hier brauchbare Produkte?

Danke für Hinweise für einen absoluen Laien was das anbelangt.....

drudenfuss
21.08.2015, 21:00
Die kleinen sind absolut unbrauchbar und die großen dürfen in D nicht verkauft werden.

Mein Tip: bau selber. Wenn du nicht weist wie, erinnere dich an deinen Chemieunterricht (obwohl die Destillation eigendlich Physik ist) oder beschaff dir einschlägige Literatur.

Bärti
21.08.2015, 21:20
Danke fuer den Tipp aber in der Bucht bekommst du Destillen bis 20 Liter problemlos. Wenn du da nach dem Begriff Destille schaust kommen zig Angebote auch fuer groessere Modelle

drudenfuss
21.08.2015, 21:24
Danke fuer den Tipp aber in der Bucht bekommst du Destillen bis 20 Liter problemlos. Wenn du da nach dem Begriff Destille schaust kommen zig Angebote auch fuer groessere Modelle

Sicher, aber lies es mir von den Lippen ab: Der Verkauf solcher Anlagen ist in Deutschland illegal. Nachzulesen auf der Internetseite des deutschen Zolls.

Miesegrau
21.08.2015, 21:33
Als allererstes möchte ich dir diese Seite empfehlen. Dort steht alles Wissenswerte über das Thema Destillation. Du wirst zum Durchackern einige Zeit brauchen.:lachen:

http://www.schnapsbrennen.at/prodliste.php

Grundsätzliches für Deutschland. Du möchtest eventuell eine Destillieranlage kaufen, deren Brennkessel größer als 0,5 Liter ist. Tu das bitte NICHT! Wenn ein Verkäufer aus Deutschland bereit ist solch ein Gerät einem Käufer aus Deutschland zu verkaufen, muss er diesen Kauf der Zollbehörde melden. Den Rest kannst du dir ausmalen.:traurig:

Hier in D gibt es drei Möglichkeiten legal Hochprozentiges herzustellen

1. Du benutzt eine Destille deren Brennkessel kleiner 0,5 Liter ist.
2. Du besorgst dir die Lizenz für eine Abfindungsbrennerei. (Nahezu unmöglich.)
3. Du besorgst dir die Lizenz für eine Verschlussbrennerei. (Ebenso aussichtslos.)

Warum ist das so? Lizenzen zum Brennen von Alkohol sind limitiert. Meist wird das Brennrecht vom Vater auf den Sohn weitervererbt. Selbst wenn Sohnemann vorerst keinen Bock hat Schnaps zu brennen, wird er die Lizenz nicht hergeben.

Theoretisch gäbe es da noch die Möglichkeit eine Brennanlage selbst zu bauen und zu betreiben. Das ist eigentlich nicht sonderlich schwer, allerdings stellst du dich damit außerhalb des deutschen Rechts. Wirst du erwischt rechnet dir die Zollbehörde genau vor wie viel Alkohol du in einer gewissen Zeit hättest schwarz brennen können und danach wird dann das Strafmaß berechnet.

Möchtest du dir eine in Deutschland legale Destille (0,5 Liter) zulegen, achte bitte darauf das diese ein Thermometer besitzt. Nur so kannst du die einzelnen Fraktionen Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf relativ genau trennen. Mehr zu dieser Sache steht auf der verlinkten Seite, die ich allen Interessenten wirklich ans Herz legen möchte.:lächeln:

Door Miesegrau

Beantwortet gerne auch Persönliche Nachrichten......:rolleys:

Isuzufan
21.08.2015, 21:38
Hallo Bärti,
alles unter 50l ist sinnlos wenn Du es einigermaßen ernst meinst. Und unbedingt gleich mit Glockenböden und Dephlegmator arbeiten. Spart Zeit, Brennmaterial und bringt reinere Ergebnisse.
(gilt natürlich nicht für hochqualitativen Edelobstbrand)

LG Wolfgang

Miesegrau
21.08.2015, 21:41
Mensch Wolfgang - du sollst doch nicht........:Sagenichtsmehr:

Isuzufan
21.08.2015, 21:43
Hallo Door,
wozu ein Thermometer, in der Vorlage brauchts nur ein Alkometer zum Vorlaufabtrennen wenn Deine Geschmacksnerven schon verbraucht sind.:grosses Lachen:

LG Wolfgang

Bärti
21.08.2015, 21:47
Sind Multifunktionsdestillen sinnvoll die entsprechend auch die Öle abscheiden koennen aus eurer Sicht?

zum Beispiel so was:

http://www.schnapsonline.eu/shop/multifunktions-destille-1-22l-p-703.html

Isuzufan
21.08.2015, 21:55
Für Friedenszeiten eventuell aber nicht in der Krise-wer braucht dann schon ätherische Öle.

LG Wolfgang

Miesegrau
21.08.2015, 21:58
@Wolfgang

Manomannomannn er kanns nicht lassen................:ohhh:

Die verschiedenen Bestandteile der Maische verdampfen bei verschieden hohen Temperaturen.

Vorlauf: 78 - 81 °C
Edelbrand: 81 - 91 °C
Nachlauf: darüber

Vorlauf kann man gut zum Fensterputzen nehmen, enthält Giftstoffe und richt deutlich nach Nagellackentferner.
Edelbrand duftet nach Alkohol.
Nachlauf riecht und schmeckt fruchtig, enthält allerdings Fuselöle. Erhöhte Katergefahr. Nicht wegschütten, sammeln und nochmals brennen. Man erhält sehr sauberen hochprozentigen Alkohol.

Door Miesegrau

Ich glaube das ich ab jetzt besser die Klappe halte.....:peinlich:

drudenfuss
21.08.2015, 22:00
Möchtest du dir eine in Deutschland legale Destille (0,5 Liter) zulegen, achte bitte darauf das diese ein Thermometer besitzt. Nur so kannst du die einzelnen Fraktionen Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf relativ genau trennen.

Damit sich kondensierbarer Dampf in "ausreichender " Menge bildet befüllt man eine Brennblase bis maximal 2/3, also ca. 330ml. Ja nach dem welche Potenz deine Rohware hat kriegst du nach großzügigem Abzug von Vor- und Nachlauf vieleicht nen Doppelten raus. Eine vernünftige Qualität erreicht man mit solchen Microgerätschaften nie, da es unmöglich ist bei solch kleinem Volumen die Temperatur entsprechend langsam zu erhöhen und auch stabil zu halten.
Selbst mit größeren Anlagen steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis, schon garnicht in einer Krise, wo der Verzehr der Rohware gehaltvoller ist als ein selbstgebasteltes alkoholisches Getränk zweifelhafter Qualität.
Ich hab es probiert, das Ergebnis war nicht gesundheitsschädigend aber geschmacklich gewöhnungsbedürftig. Ich hab den Kram in den Rumtopf gekippt.

Bärti
21.08.2015, 22:06
Mir wuerde was in der Groessenordnung von 15 bis 30 Liter vorschweben. In der Krise kann man denke ich mit genuegend Rohmaterial (Steuobstwiese vorhanden) schon gute Tauschessenzen herstellen, gesoffen wird immer und je schlimmer eine Krise desto staerker der Wunsch nach Betaeubungsliquiden....

trainman
21.08.2015, 22:08
aber nicht in der Krise-wer braucht dann schon ätherische Öle.

LG Wolfgang

zu medizinischen Zwecken dann durchaus sinnvoll

Gruss trainman

Miesegrau
21.08.2015, 22:09
Grundsätzlich kann man in den Schnaps nix hineinbrennen, was vorher nicht schon in der Maische vorhanden war. Nimmst du Wein oder Bier aus dem Handel kannst du also auf die Trennung der Fraktionen gut verzichten.

Bei selbst hergestellter Maische wäre ich da vorsichtiger, besonders bei Kartoffeln. Nur bestes Obst nehmen und auf äußerste Sauberkeit achten!

Door Miesegrau

Ich weis alles von Opa......:Zunge raus:

Isuzufan
21.08.2015, 22:10
Hallo Bärti,
solltest Du einmal nach Wien kommen erklär ich Dir das, was man hier nicht schreiben kann.

LG Wolfgang

Miesegrau
21.08.2015, 22:22
@Bärti

Lies bitte auf der Seite nach die ich verlinkt habe.:rolleys:

- - - AKTUALISIERT - - -

Ach so, hier ein Link zu einer Destille die eigentlich gar keine ist.:grosses Lachen:

http://www.bauplan-bauanleitung.de/diverse/bauanleitung-destille/

Klöße kochen dürfte illegaler sein.:devil:

AndreasH
21.08.2015, 22:52
Mir wuerde was in der Groessenordnung von 15 bis 30 Liter vorschweben.

Hmm,bei der Grösse denke ich da zuerst mal an die Geruchsemissionen...Bei mir im Wald hätte ich da schon Bedenken...

Bei Dir zu Hause werden ganz überraschend viele " neue Freunde " auftauchen..denke ich...Das könnte aus meiner ( auch ) Laiensicht ein nicht zu unterschätzendes Problem werden ,jetzt so wie auch in einer Krise !

Was sagen denn Wolfgang und Miesegrau dazu ?

drudenfuss
21.08.2015, 22:54
@Bärti

Lies bitte auf der Seite nach die ich verlinkt habe.:rolleys:

- - - AKTUALISIERT - - -

Ach so, hier ein Link zu einer Destille die eigentlich gar keine ist.:grosses Lachen:

http://www.bauplan-bauanleitung.de/diverse/bauanleitung-destille/

Klöße kochen dürfte illegaler sein.:devil:

Hab ich auch probiert, mit billigem Wein aus dem Tetrapack. Geschmacklich genauso mies wie die Rohware. Das größte Problem beim Bau einer solchen Anlage ist die Heizung. Es ist nahezu unmöglich eine Aquarienheizung ohne Thermostat zu finden, und diese schalten bei 26 Grad Celsius ab.

Miesegrau
21.08.2015, 23:00
@AndreasH

Ja:peinlich:

@drudenfuss

Hoffentlich treffen wir uns mal.......:drinks:

@Alle

Milch trinken ist gesünder....:devil:

http://risto-gbr.de/shop/Edelstahlbehaelter/Milchkanne-Edelstahlkanne-fuer-Milch-50-Liter::415.html

Door Miesegrau

Milchkannen mit Silikondichtungen sind auch in Deutschland legal......:lächeln:

AndreasH
21.08.2015, 23:23
@AndreasH

Ja:peinlich:


Auweia,und ich habe gedacht jetzt kommt der "geheime" Bauplan eines Emissionsvertilgers :weinen:


Für alle : Diese Bildergalerie ist der Hammer,was sich andere Leute so in Küche und Keller stellen,Respekt !

http://www.schnapsbrennen.at/anlagen.php

Isuzufan
21.08.2015, 23:23
Hallo Andreas,
in der Krise dürfte das egal sein, in Friedenszeiten Abluft wie bei Grow Anlage planen.
Abgesehen davon das es stark abhängig ist was man brennt. Das sinnvollste, eine mit Turbohefe vergorene Monosacharidlösung riecht kaum.
Daran halten sich natürlich nicht alle. Wenn bei mir in der Gegend die Moonshiner zuschlagen riecht man es gewaltig aber auf dem Dorf ist man toleranter.
In Österreich ist allerdings alles etwas entspannter, bei uns gibt es noch das Recht auf Hausbrand wenn man Stoffbesitzer ist.

LG Wolfgang

drudenfuss
21.08.2015, 23:28
In Österreich ist allerdings alles etwas entspannter, bei uns gibt es noch das Recht auf Hausbrand wenn man Stoffbesitzer ist.
Und der schmeckt echt lecker, hab noch ein paar Liter Obstler von einem Spezialisten aus Österreich im Keller.

Miesegrau
22.08.2015, 10:43
Hier nochmals die rechtlichen Bestimmungen beim Kauf einer Destille größer als 0,5 Liter, erklärt von einem Hersteller:

http://www.ebay.de/gds/Rechtliches-beim-Kauf-einer-Destille-Zollanmeldung-/10000000001386593/g.html

Door Miesegrau

Immer schön legal bleiben, oder nach Polen schicken lassen.......:devil:

Frei's Petrollampen
22.08.2015, 13:15
Grundsätzlich kann man in den Schnaps nix hineinbrennen, was vorher nicht schon in der Maische vorhanden war....:Zunge raus:

Hallo Miesegrau

Ich sehe das anders ...., mit billigem Vodka kann man einen feinen Geist erstellen.

Da muss das zu übertragende Medium nicht mal in die Maische.

Der Orangenschnaps wurde herrlich!

Viele Grüsse, Ernst

Miesegrau
22.08.2015, 14:05
Das stümmt!:lächeln: Aber wir reden aneinander vorbei. Wenn ich aus Zuckerwasser und Hefe eine Maische ansetzen würde, könnte ich mir sicher sein das durch den Destillationsvorgang kein konzentriertes Methanol entsteht, weil in der Maische vorher nicht vorhanden.

Setze ich allerdings eine Maische aus Kartoffeln an sieht die Sache schon wesentlich anders aus. Wenn ich da die Fraktionen nicht sauber trenne, riskiere ich zu mindestens mein Augenlicht.:traurig:

Door Miesegrau

Der davon ausgeht das wir hier nur theoretisieren....:winke:

Frei's Petrollampen
22.08.2015, 15:21
Hallo Miesegrau

Ja das kam nicht so ganz raus was Du gemeint hast.

Aber Deine Theorie ist richtig, Vorlauf gibt es nicht beim umdestilieren.

Soweit die "graue"-Theorie! ;-)

Viele Grüsse, Ernst

Isuzufan
22.08.2015, 15:37
Hallo Door,
Maische aus Kartoffeln (oder anderen Stärkehaltigen Ausgangsstoffen )würde ich Laien aber nicht gerade empfehlen.
Da solltest Du schon ziemlich ausgefuchst sein. Sonst geht es Dir wie weiland unserem Knecht der eine ganze Fuhre Holz umsonst verbrannt hat (Vom Korn ganz zu schweigen),weil er dachte auch das zu können was mein Opa konnte.

LG Wolfgang

ksbulli
22.08.2015, 15:57
Moin @ll,

da Ernst ja schon das Stichwort "umdestillieren" ins Rennen gebracht hat:

Ein Ansatz aus reel erworbenem Alkohol (vom Vodka bis zum rheinischen"JabeKo") mit Früchten und / oder Kräutern ist ja legal versteuert. Hier dürfte sich doch seitens der mit preußischer Gründlichkeit agierenden bundesdeutschen Raubritter kein Widersand regen dürfen, oder?

Zumindest in meiner Studienzeit galt dies als Grundregel ...

Fragende Grüße vom

Christian

p.s.: Für alle Nichtrheinländer: JabeKo = "ganz bellige Korn" = preiswerter Kornbrand der Supermarktklasse ...

Miesegrau
22.08.2015, 16:11
Alkohol, auf den schon die Branntweinsteuer bezahlt wurde, darf höher oder umdestilliert werden. Allerdings darf eine legal betriebene Destille immer noch nur eine Brennblase kleiner 0,5 Liter haben. Brennanlagen mit einer Brennblase größer als 0,5 Liter sind trotzdem dem Zoll gegenüber anzeigepflichtig. Auch wenn du diese Destille nur als Deko in deine Wohnung stellen möchtest.

Door Miesegrau

Das gilt nicht für Weine, Biere oder ähnliches, da darauf keine Branntweinsteuer erhoben wurde......

Isuzufan
22.08.2015, 20:09
Wer Bier oder normalen Wein brennt ist ohnedies nicht ganz dicht im Oberstübchen:
Du brauchst ca 25l Bier um einen Liter höchstprozentigen Alkohol zu brennen das sind 50 Flasche a Daumen mal Pi 60Cent ergibt 30 Euro:crazy:.
Beim Wein ist es etwas besser, ca 15Euro bei ganz minderwertigem.

Gegenprobe:
2kg Traubenzucker (über Amazon) kosten 1Euro 40 Cent und ergeben einen wesentlich reineren Brand (Ist aber natürlich nur als Verschlussbrenner erlaubt)

Wohlgemerkt wir reden hier von Alkoholerzeugung für ShtF!

LG Wolfgang

Miesegrau
22.08.2015, 20:34
Ja klar doch. Wir werden wenn alles futsch ist immer noch bei Amazon Traubenzucker bestellen.:grosses Lachen:

Door Miesegrau

Vorbereitend könnten wir uns mal mit der Zucht von Gärhefen beschäftigen. Leider ist der Mann verstorben von dem ich das hätte lernen können....:traurig:

Isuzufan
22.08.2015, 22:47
Irgendwann gehe ich rüber und schick Dir ein Foto meines Traubenzuckervorrates:devil:. (ewig haltbar).
Im Notfall kann man aber auch normalen Zucker nehmen-Ausbeute geringer-Vergärung langsamer.
Oder wenn man weiß wie es geht, eben Mehl.
Traubenzucker eignet sich auch sehr gut um Früchte einzuwecken-der Geschmack ist weicher als mit normalem Zucker(selbst wenn man den mit etwas Zitronensäure aufkocht(Invertiert).

LG Wolfgang

Frei's Petrollampen
23.08.2015, 15:14
Hallo zusammen

Aber mit einer guten Gärhefe kommt man mit Zucker auch auf gut 20% .......

Vorsicht, bei zu viele Hefe wird es eklig. Aktivkohle könnte da aber Abhilfe schaffen :rolleys:, vermute ich mal!

Viele Grüsse, Ernst


Allgemeiner Hinweis

Egal was Ihr baut!
Schaut darauf, dass Ihr keine Gummidichtungen in direktem Kontakt mit dem Alkoholdampf habt. Denn das ist schlecht, der Geruch im Destillat ist unverkennbar.
Die Originaldichtung eines grossen Topfes oder Dampfkochtopfes müsste ersetzt werden.

Miesegrau
23.08.2015, 15:31
Dichtungen von Goethe, Schiller und Lessing sind gut.:grosses Lachen:

Aber in diesem Falle sind Silikondichtungen das Mittel der Wahl.:rolleys: Entsprechendes Dichtband gibt es zu kaufen, ist zwar nur ein mal verwendbar aber auch nicht teuer.

Door Miesegrau

Geht immer davon aus, das ihr in Deutschland eine Brennblase kleiner 0,5 Liter benutzt.....:winke:

Miesegrau
23.08.2015, 16:11
Ach so, bin gerade am basteln. Ziel ist es eine gesetzeskonforme Destille aus einfachen Mitteln herzustellen. Fehlt nur noch der heute bestellte Silikonschlauch und das Ding ist einsatzfähig.:lächeln:

http://up.picr.de/22900509vu.jpg



Wenn alles funzt, wird es zum Treffen an der Lütsche eine kleine Vorführung mit Erläuterungen zu diesem Thema geben. Außerdem gedenke ich ein wenig Infomaterial zum Mitnehmen zusammenzustellen.

Door Miesegrau

Ist kein Oberlehrer, versucht es aber trotzdem.....:ohhh:

woli
23.08.2015, 16:39
Ähnliche Anlagen habe ich schon Dutzende gesehen. Wird funktionieren. :rolleys:

Lass es Dir schmecken!

Wolfgang

outdoorman
23.08.2015, 19:42
Was bekommt man denn aus dem halben liter so raus und wie lange dauert ein Durchgang ?

Frei's Petrollampen
23.08.2015, 20:10
Hallo zusammen

Hmmmm, das mit dem Kupfer ist so eine Sache.

Einer meiner Kräuterbrände hat das Ding ganz einfach grün verfärbt ........., inkl. des Destillates! Sa schon witzig aus, aber hatte dann nicht den Mut es auch zu trinken.

Grünspan ist eine üble Angelegenheit!

Daher setze ich auf einen Glaskühler aus dem Laborbedarf, mit fliessendem Wasser sollte das gut funktionieren. :rolleys:

Viele Grüsse, Ernst

woli
23.08.2015, 20:10
@ Outdoorman

HIER (http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20120710181752-01.html)werden sie geholfen.

HIER (http://www.schnapsbrennen.ch/page_1192033402065.html) auch... :rolleys: Bei Obstbränden ca. 6-8% laut dieser Homepage... Die, die ich in Aktion sah, waren immer sehr auf dae Ergebnis fixiert und weniger auf den Ertrag... :grosses Lachen:

Wolfgang

Frei's Petrollampen
23.08.2015, 20:33
@HIER (http://www.schnapsbrennen.ch/page_1192033402065.html) auch... :rolleys: Bei Obstbränden ca. 6-8% laut dieser Homepage...

Hallo Wolfgang

Das ist wohl so bei einer ganz normalen Vergärung mit dem Zufall der Naturhefen!

Nur das ist kein Garant für ein gutes Ergebnis.

Mit einer guten Hefe wirst Du bis 20% hinbekommen können. (Aussage von Fachleuten wie Schmikl)

Mit guter Hefe minimierst Du definitiv Fehlgärungen!

Das resultiert wie erwähnt einen höheren Ertrag wie auch besseren Geschmack. Denn durch die höherprozentiges Maische wird durch das Lösungsmittel Alkohol auch mehr Geschmack aus dem Früchten gelöst.

Soweit die Theorie aus dem Internet ..... "dafür kann ich nix" habe nur abgeschrieben :grosses Lachen: !

DAS alles in Absprache mit den örtlichen Gesetzgebungen!

Viele Grüsse, Ernst

Isuzufan
23.08.2015, 20:51
Hallo zusammen

Hmmmm, das mit dem Kupfer ist so eine Sache.

Einer meiner Kräuterbrände hat das Ding ganz einfach grün verfärbt ........., inkl. des Destillates! Sa schon witzig aus, aber hatte dann nicht den Mut es auch zu trinken.

Grünspan ist eine üble Angelegenheit!

Daher setze ich auf einen Glaskühler aus dem Laborbedarf, mit fliessendem Wasser sollte das gut funktionieren. :rolleys:

Viele Grüsse, Ernst

Endlich einmal einer der vernünftig ist! Edelstahl geht übrigens auch ist aber deutlich aufwendiger. Auch die Glockenböden empfehle ich aus Glas!
Im Gegenstrom hat ein genügend groß dimensionierter Glaskühler keinerlei Problem ist hygienisch und lässt sich perfekt reinigen.

LG (der andere) Wolfgang

Miesegrau
23.08.2015, 21:07
Kühlschlangen sind von innen schlecht zu reinigen. In Kupferschlangen lässt man Zitronensäure einwirken, das geht noch am besten.:lächeln:

Hab mir überlegt, das für meine 0,5er Destille ein Steigrohr nicht schlecht wäre. Also war ich noch mal kurz an der Drehbank.

Door Miesegrau

Ach so, noch die Foddos:

Frei's Petrollampen
23.08.2015, 21:18
Hallo Miesegrau

Als Steigrohr und Übergang zur Kühlspirale sehe ich Kupfer nicht als so schlecht an.

Eine Reinigung mit Zitronensäure oder auch Backpulver funktioniert sicher bei einer so geringen Rohrlänge bringt man ja fast einen Pfeiffenreiniger durch :rolleys:!

Aber bei ein wenig grösseren Anlagen die so um die 10Meter Kühlrohr haben/haben müssten wird es doch echt doof und Platzintensiv.

Ein Glaskühler mit einer Länge von 400mm schlägt so ein Monstrum bei weiten!

Zum reinigen in ein Becken und einige Korrega Tabs rein und gut ist!

Warum sich das Leben auch schwerer machen als es ist :grosses Lachen:!

Viele Grüsse, Ernst


PS:
Die erwähnten Tabs hat schon meine Grossmutter zur Reinigung der grossen Korbflaschen < 10liter gebraucht!

Miesegrau
23.08.2015, 21:38
Oh Mann Odins, ich habe keinen Bock nur zu Demonstrationszwecken einen Liebig Kühler zusammen zu löten.:ohhh:

Wie schon gesagt, ich baue diese gesetzeskonforme Destille nur für den Workshop an der Lütsche. Es geht ausschließlich um die Erklärung des Prinzips der Destillation. Außerdem bemühe ich mich überall erhältliche einfache Materialien zu benutzen.
Es geht darum eine funktionierende Anlage vorzustellen, die sich jeder im Ernstfall selbst nachbauen kann. Sei es um trinkbares Wasser zu erhalten oder aber sich ein Schnäpschen zu kochen. Schon das Steigrohr ist ein wenn auch noch vertretbarer Kompromiss.:lächeln:

Door Miesegrau

Wer Spaß daran hat, kann an der Lütsche gern sein Bier da rein kippen um sich einen Doppelten zu brennen....:devil:

Miesegrau
05.09.2015, 16:34
Heute hatte ich ein wenig Zeit und habe die gesetzeskonforme Destille zusammengesetzt und und erst einmal zur Säuberung mit normalen Leitungswasser befüllt und dieses durchdestilliert. Das sah dann in etwa so aus:

woli
05.09.2015, 16:40
Eigentlich war hier aber nicht von Wasser-Aufbereitungsanlagen die Rede... :grosses Lachen: Haste dennoch gut gemacht. Bin gespannt auf Deine Ergebnisse.

Wolfgang

Miesegrau
05.09.2015, 17:34
Warte ab, bin gerade dabei eine Buddel billigen Chianti in Höherwertiges zu verwandeln.:devil:

Door Miesegrau

Ergebnisse werden nachgeliefert........:rolleys:

Miesegrau
05.09.2015, 21:28
Ok, nun isses soweit. Ich habe mit größeren Unterbrechungen vier Destillationsvorgänge absolviert. Da die Brennblase nur 0,5 Liter fasst und ich noch Platz für die Ausdehnung lassen musste, konnte ich die 1,5 Liter Chianti mit 12% nicht auf drei mal brennen.:lächeln: Ein Brennvorgang dauerte mit Vorheizen ungefähr eine dreiviertel Stunde. Einen davon habe ich mit Bildern dokumentiert.

Herausgekommen sind dabei knapp 0,5 Liter Alkohol mit gespindelten 35 %. Der Geschmack des Destillats ist leicht fruchtig und etwas scharf auf der Zunge, aber durchaus trinkbar.:drinks:

Die Sache hat mir jede Menge Spaß gemacht, obwohl sie Aufgrund der gesetzlichen Beschränkungen wenig effektiv ist.:lachen: Möglicherweise mache ich morgen noch einmal einen zweiten Durchgang um zu schauen was dann dabei rauskömmt.

Door Miesegrau

Hat seine Freizeit heute völlig sinnfrei aber mit viel Humor verplempert.....:devil:

Ps.: Die Bilders

Sigerl
06.09.2015, 06:16
ist Deine Brennblase aus Alu?

Miesegrau
06.09.2015, 07:07
Ja leider. Aber ich habe eben das hergenommen was ich gerade da hatte. Um eine entsprechende Edelstahlflasche nur für Demonstrationszwecke zu kaufen, fehlt mir schlicht und ergreifend einfach das Geld.:traurig: Ich spare auf einen neuen Herd, damit wir im Winter nicht draußen kochen müssen.:peinlich:

Ein defektes Elektrogerät ist für mich kein Grund an meine kleine eiserne Reserve zu gehen und einen Kredit kommt gar nicht in Frage. Bei den Worten "Kaufen sie jetzt und zahlen sie später" bekomme ich regelrecht Panik. Es wird ein gutes Gefühl sein Ende Oktober dem ansässigen Handwerksbetrieb die Summe für Herd, Lieferung und Anschluss bar auf den Tisch legen zu können.:lächeln:

Door Miesegrau

Mit Prinzipien......:rolleys:

mirfälltnixein
07.09.2015, 09:30
Ich spare auf einen neuen Herd, damit wir im Winter nicht draußen kochen müssen.

Ein defektes Elektrogerät ist für mich kein Grund an meine kleine eiserne Reserve zu gehen und einen Kredit kommt gar nicht in Frage. Bei den Worten "Kaufen sie jetzt und zahlen sie später" bekomme ich regelrecht Panik.

Wenn es finanziell mal hart auf hart kommt, kauft man sich statt eines vernünftigen Einbau-Herdes einfach sowas wie den hier::rolleys:
http://www.amazon.de/Doppelkochplatte-Kochfeld-Elektrokocher-Kocher-Campingkocher/dp/B00XUGUVJQ/ref=sr_1_1/278-9998700-6899029?ie=UTF8&qid=1441610431&sr=8-1&keywords=2+kochplatte

Sowas wir auch immer für Notfälle (defekter Herd, kein Stromausfall) im Keller und hat uns bei unserem letzten Umzug und wochenlangem Warten auf die neue Küche sehr gute Dienste geleistet. Einen richtigen Herd braucht man im Prinzip nur, weils besser aussieht.^^

(Ich würde dir auch unser Gerät leihen, aber für das Spritgeld hast du gleich zwei davon inkl. Versand zu Hause ...:peinlich:)




Es wird ein gutes Gefühl sein Ende Oktober dem ansässigen Handwerksbetrieb die Summe für Herd, Lieferung und Anschluss bar auf den Tisch legen zu können.

Wenn es machbar ist, wäre das auch meine Variante. Man fühlt sich ja schon wohler mit einem "echten" Herd.:lächeln:

Miesegrau
07.09.2015, 10:20
Doppelkochplatte, verschiedene Spiritus-, Petroleum- und Gaskocher nebst dem zugehörigen Brennstoff habe ich zu Hause. Die Backröhre kann man damit allerdings schlecht ersetzen. Deswegen kommt der Sonntagsbraten in den DO. Was bin ich froh diese praktische Koch- und Backmöglichkeit zu haben. Die Gerichte aus diesem Dopf sind einfach unvergleichlich.:lächeln:

Door Miesegrau

Vermisst den Herd zur Zeit nicht wirklich........:devil:

Bärti
07.09.2015, 10:25
Gibt es eigentlich Einzelkochplatten mit digitaler Temperaturanzeige um das Maischen z.B. von Whiskey optimal zu gestalten bzw. den Vorlauf gut trennen zu können?

50svent
07.09.2015, 13:34
Gibt es eigentlich Einzelkochplatten mit digitaler Temperaturanzeige um das Maischen z.B. von Whiskey optimal zu gestalten bzw. den Vorlauf gut trennen zu können?

Hab ich so noch nicht gesehen.


Ich spiele im Moment mit dem Gedanken eine kleine Destille mit einem Bockwurst-Glas zu bauen. Erhitzen würde ich die dann im Wasserbad, das dürfte dich temperaturtechnisch dann gut überwachen lassen

drudenfuss
07.09.2015, 15:03
Gibt es eigentlich Einzelkochplatten mit digitaler Temperaturanzeige um das Maischen z.B. von Whiskey optimal zu gestalten bzw. den Vorlauf gut trennen zu können?

Jepp, gibt es. Induktionsplatten sind so ausgestattet. Die funktionieren für das Destillieren ganz ausgezeichnet, da sich sowohl die Temperatur als auch die Leistung (wichtig für die langsame Temperatursteigerung) einstellen lassen (getestet).

StefanS
07.09.2015, 15:09
Drudenfuß hat völlig Recht, allerdings kann die Temperatursteuerung der Platte nie die Kontrolle am Kopf ersetzen. Wenn man ne Blase auf 130 Grad fährt, ist der Kopf zunächst erst mal kälter - klar, es verdampfen ja erst die hochflüchtigen Komponenten. Am besten ist eigenhändige Überwachung, oder aber eine PID-Regelung mit Temperaturmessung am Kopf. Induktion verbrät aber auch deutlich weniger Energie als ne olle Kochplatte oder aber Gas. Wasserbad ist aber Mist, weil dadurch die erforderliche Temperatur an der Blase nicht erreicht wird. Dadurch wird der Vorgang ineffizient. Silikonöl ist die Königslösung für die Wärmeleitung zwischen Platte/Topf und Blase, es geht aber auch Frittenfett. Vorsicht, hier erhöhte Brandgefahr.

Bärti
07.09.2015, 15:41
Als Laie hätte ich immer gedacht: Hab ich ne Platte wo ich die Temperatur vorwählen kann, dann muss ich wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist weniger häufig "nachjustieren", was einfach eine Zeitersparnis ist/wäre. Das man noch kontrollieren muss leuchtet ein, aber es wäre halt "stressfreier" und Fehlermöglichkeiten würden vermieden werden.

Was ist denn eine PID-Regelung?

Miesegrau
07.09.2015, 16:02
Überleg bitte mal:

Nimm einen Topf mit Wasser und reichlich Eis. Setze das Ganze auf eine Hitzequelle. Wann glaubst du das das Wasser eine Themperatur höher Null Grad erreicht?:rolleys:

Bärti
07.09.2015, 16:15
Hi Misegrau,

das Argument lass ich so nicht gelten :rolleys:

Mal einige Beispiele: die Maische bei Whiskey sollte mit 62° angesetzt werden. Hab ich eine Platte wo ich gradgenau einstellen kann Kann ich nach einer Kontrolle ob das Zeug die 62° erreicht hat den Klumpatsch für 30min vergessen, bis ich auf 72° erhöhe. Sind die 72° erreicht kann ich wieder entspannt eine Zigarette rauchen und kann in den Himmel starren oder sonst was machen. Wieder für 30min. Die Kontrollzeitpunkte werden eben ausgedünnt, was ich sehr angenehm finde.

Wenn ich mir alleine anschaue was ich bei meinem Ceran-Feld zu Hause rumhühnern muss um beim Sous-Vide-Kochen von in Beuteln vakuumiertem Gemüse halbwegs die Temperatur zu halten, dann sehe ich durch eine genaue Temperatur die ich einstellen kann nur Vorteile. Ich bin halt faul und warum nicht was nutzen, was es mir einfacher macht. Dadurch geht vielleicht etwas der "wahre Schwarzbrenner-Charakter" verloren, aber gerade wenn man nicht jeden Tag brennt beseitigt das auch Fehlerquellen.

Miesegrau
07.09.2015, 16:33
Beantworte doch bitte einfach nur mal meine Frage. Wenn du die Lösung weist, bemerkst du das deine Überlegungen in die falsche Richtung gehen.:devil:

Bärti
07.09.2015, 17:17
Das sehe ich nicht, in den Phasen wo die Flüssigkeit eine Temperatur erreicht hat und ich die gemessen habe erleichtert mir die Platte ein gleichmäßiges halten des temperaturlevels ohne Kontrolle, dass ich die Zieltemperatue ausmessen muss ist klar mir geht es um die Kontrollersparnis in den Plateauzeiten.....

StefanS
07.09.2015, 18:41
Guck mal nach PID-Regler. Das ist zugegebenermassen etwas überdesigned für den Hausgebrauch. Meine Mess- und Regeltechnik heisst Auge und Nase.

Miesegrau
07.09.2015, 19:19
So mein lieber Bärti, ich hab nun Feierabend und muss nicht mehr mit meinen dicken Fingers auf dem Smartiphone herumtipseln.:lächeln:

Die Temperatur des Wassers beträgt so lange Null Grad bis das letzte Eis geschmolzen ist.:lachen:

Rauhbrand.

Bei Maischen mit wenig Alkoholgehalt sollte man mit einer einfachen Destille einen Rauhbrand durchführen. Das heißt, du destillierst die Maische ohne Rücksicht auf irgendwelche Fraktionen komplett durch, bis kein Alkohol mehr wahrnehmbar ist. Die Temperatur kann dabei hoch sein, nur überkochen sollte es nicht.
Das Ziel ist es den vorhandenen Alkohol zu konzentrieren, um später die Fraktionen besser trennen zu können. (Das kannst du gut an meinem Versuch erkennen. Aus 12% rotem Chianti wurden 35% Klares.)

Zweiter Brand.

Alles Überflüssige ist nun raus und nun wirds spannend.
Der Rauhbrand kommt in die Brennblase. Der Kessel wird angeheizt, die Wärmezufuhr bei ungefähr 60°C gedrosselt und vorsichtig weiter erwärmt. Schließlich erreicht die Temperatur des Rauhbrandes 78 °C. Was passiert aber nun? Der Vorlauf beginnt sich zu verflüchtigen. Und zwar genau bei 78 - 81/81,5°C. Du brauchst da nix regeln. Der Rauhbrand erreicht einfach keine höhere Temperatur bis der letzte Tropfen Vorlauf heraus ist.
Normalerweise kommt nicht viel Vorlauf. Bei Kartoffeln als Grundstoff etwas mehr, bei Zuckermaische tendiert er gegen Null.
Verwendungszweck: Hohe aber giftige Alkoholkonzentration. Putz damit deine Brillengläser, oder kipp das Zeugs im Winter in die Scheibenwaschanlage deines Autos.:devil: Riecht nagelackartig.


Edelbrand

81,5 - 91/91,5°C. Nun nehmen wir das Behältnis mit dem ungesunden Pfui weg und stellen ein neues unter den Auslauf. Freude, denn nun kommt das gute Zeugs!:lächeln: Und wir regeln immer noch NICHT! an der Temperatur herum!!! Das macht die Brühe ganz alleine. Der Edelbrand fließt bei langsam steigender Temperatur und abnehmenden Alkoholgehalt ab. Genau so lange bis die Temperatur von 91 - 91,5 erreicht ist. Und wir haben immer noch nichts an der Wärmezufuhr geändert!!!
Verwendung: Prost oder aufheben für einen nochmaligen Brand. Würde dann geschmacksneutralen hochprozentigen Alkohol ergeben.:lächeln:

Nachlauf

Wir wechseln nun wiederum das Gefäß. Zwischen 91,5 - ca. 98° destilliert der Nachlauf aus. Er richt obstig, enthält Fuselöle und noch jede Menge Alkohol. Wir können wenn wir wollen nun die Heizleistung etwas erhöhen um Zeit zu sparen. Der Nachlauf wird gesammelt und später nochmals gebrannt. Wir erhalten einen hochwertigen geschmacksneutralen Alkohol. Den Rest kippen wir weg.

Fazit: Es ist unproduktiv an der Temperatur herumzuregeln. Die Fraktionen verdampfen immer bei ihrer speziellen Temperatur. Wenn du weist das dein Edelbrand eine halbe Stunde bei einer bestimmten Maische läuft, kannst du gerne 25 Minuten spazieren gehen. Einen Brennkessel lässt man aber eigentlich nie allein. Wird etwas undicht entweicht Alkoholdampf in die Umgebung und bei einer gewissen Konzentration und einem Funken macht es gewaltig BUMMMM.:grosses Lachen:

Door Miesegrau

Hofft das einigermaßen verständlich dargelegt zu haben.......:peinlich:

drudenfuss
07.09.2015, 19:49
@Miesegrau: Grau ist alle Theorie. Ganz so einfach ist es nicht. Wenn du die Brühe mit ausreichend thermischer Energie versorgst dann dann verdampft alles gleichzeitig und du hast nix gekonnt außer reichlich Energie zu verschwenden. Selbst bei genauer Einhaltung der Temperaturen ist eine genaue Trennung der Fraktionen nur möglich, wenn die Temperatur ziemlichh langsam erhöht wird.
Ich habe bei meinen Experimenten die Platte auf 85 Grad eingestellt und die Energiezufuhr auf Minimum.

Miesegrau
07.09.2015, 20:05
Soll ich mich nun wirklich aus obigen Text zitieren, oder liest du ihn noch mal?:peinlich: Genau das was du bemängelst habe ich dort deutlich lesbar geschrieben.:lächeln:

Door Miesegrau

Manomannohmannnnn...............:staunen:

ksbulli
07.09.2015, 20:09
Zu viel am Vorlauf genippt? :Sagenichtsmehr:

SCNR

Christian

Bärti
07.09.2015, 20:42
Hi miesegrau,

ich kenne das das nur das du die einzelnen Temperaturniveaus jeweils eine gewisse Zeit halten musst um Vorlauf und Nachlauf wirklich sicher zu trennen, bin jetzt etwas verwirrt......

Miesegrau
07.09.2015, 20:48
Nö.

Ok, war ein bisschen kurz. Der Übergang wird immer ein bisschen fließend sein. Das heißt ich würde, natürlich theoretisieren wir hier nur, den Vorlauf immer ein wenig länger laufen lassen. Du kanns am Ende kleine Pinnchen drunter stellen und immer mal dran riechen und verdünnt auch schmecken (nagellackartig). Das letzte Pinnchen das bei 81,5 Grad nicht mehr merkwürdig schmeckt und duftet kippst du sicherheitshalber auch weg.

Genau so machst du es beim Nachlauf. Zum Ende des Edelbrandes bei ca. 91° mit kleinen Pinnchen arbeiten. Richt eines davon obstig, kippst du das Vorletzte mit zum Nachlauf.

Egal wie sauber du trennst, es wird immer eine vernachlässigbare Menge der unerwünschten Stoffe auch im Edelbrand sein.

Door Miesegrau

@ksbulli, wie meinst du das?

Frei's Petrollampen
07.09.2015, 21:02
Hallo zusammen

Also .........

Die Grundtemperatur an der Heizquelle hat in keinster Weise was mit der Temperatur im ...., sagen wir mal Dampfrohr zu tun.

Denn das ist abhängig von der grösse des Pottes und des Inhaltes. Einzig die Temperatur am höchsten Punkt der Verdampfung ist massgebend.

Bitte lest mal den Schmickl durch ......, dann werden viele Fragen geklärt sein.

Der Schmikl ist die MUSS-Lektüre für Leute die die Idee haben vielleicht mal selber brennen zu wollen! :rolleys:

Viele Grüsse, Ernst

Miesegrau
07.09.2015, 21:09
Stimmt. Ich Esel hätte erwähnen sollen das die Temperatur IMMER Am höchsten Punkt des Dampfrohres gemessen wird.:peinlich: Tschuldigung, aber ich bin nie davon ausgegangen, das jemand die Wärme der Kochplatte meinen könnte.:traurig:

Door Miesegrau

Drei Mal Danke Ernst für diese wichtige Klarstellung.....:lächeln:

Frei's Petrollampen
07.09.2015, 21:12
Hallo Miesegrau

Sorry für meine Spitzfindigkeit ........, der Schmikl ist halt meine Gute Nacht Lektüre :grosses Lachen:

Viele Grüsse, Ernst

mirfälltnixein
07.09.2015, 21:40
Stimmt. Ich Esel hätte erwähnen sollen das die Temperatur IMMER Am höchsten Punkt des Dampfrohres gemessen wird.
Gut dass du's sagst, das wäre nämlich jetzt meine Frage gewesen.:lachen:

Am besten immer für doofe erklären - viele Dinge hält man für selbstverständlich, wer das aber noch nie gesehen hat, wird an viele "Selbstverständlichkeiten" niemals denken.:lächeln:


Edit: jetzt muss ich doch nochmal doof fragen - der höchste Punkt war doch der Schlauch? Wie misst du da die Temperatur? Steckt ein Fühler innen drin? Hast du einen Infrarot-Wärmemesser? Oder ...? - (bin noch ein bisschen verwirrt).

Miesegrau
08.09.2015, 19:30
@mirfälltnixein

Bei dieser einfachen Form der Destille gibt es eben kein Thermometer. Da musst du mit Pinnchen und Geschmacksprobe (verdünnt!) arbeiten. Schau dir im Netz einfach mal ein paar Bilder an, da siehst du wo das Ding sitzen muss. Ich hab jetzt leider kein eigenes Foto zur Hand und möchte kein Eigentumsanspruch verletzen.:lächeln:


@Nudnik:staunen:

Eigentlich ist in jedem Wein, im Bier oder anderen vergorenen Getränken immer ein wenig Methanol enthalten. Durch das Brennen konzentrierst du das Gift natürlich. Deswegen muss auch der Vorlauf sorgfältig abgetrennt werden. Trotzdem wirst du immer geringe Mengen Ethanol im Endergebnis haben, das lässt sich nicht vermeiden. Das Ethanol ein Gegengift für Methanol sein soll ist mir jetzt neu und ich glaube auch nicht daran.

Door Miesegrau

Immer schön vorsichtig.....:rolleys:

Mr.Burns
08.09.2015, 19:50
Das mit dem "Gegengift" ist soweit schon richtig.
Bei einer Methanolvergiftung wird wenn noch möglich Ethanol gegeben, um den Abbau des Methanols zu verlangsamen und die durch die Abbauprodukte entstehende Vergiftung zu mildern/verzögert ablaufen zu lassen.

An dem angesprochenen automatischen Temperaturhalten: Möglich im idealen System, immer. Bei realen Systemen nur bei sehr geringer Energiezufuhr möglich, wie oben bereits angesprochen. Es dauert eben eine gewissen Zeit.

ksbulli
09.09.2015, 00:12
Moin ihr lieben Ethanolverdichter!

Wenn ihr nicht das Glück hattet, einen lieben Chemielehrer zu haben, dann sei das ganze mal unter Laborbedingungen beschrieben. Leider fehlt mir ein passendes Bild, hier hilft allerdings Wikipedia...

Normalerweise gehört über den Pott eine "Kolonne" sprich ein senkrechtes (Glas-)Rohr in dem die "Siedeböden" der einzelnen Bestandteile des Destillates auseinander gezogen werden. Entsprechend dem Phasendiagramm verdampfen bzw. kondensieren die unterschiedlichen Bestandteile des im Pott enthaltenen Gemischs bei verschiedenen Temperaturen. Erfreulicher Weise liegt der Kondenspunkt immer ein wenig unterhalb des Siedepunktes - Stichwort "Siedelinse". Ergo habe ich in der Dampfphase des Gemischs oberhalb des flüssigen Inhaltes des Potts sowohl "gute" als auch "böse" Anteile, die dann bei (geringfügig) unterschiedlichen Temperaturen wieder auskondensieren - eben den in der Kolonne sichtbaren "Siedeböden". Müsste ja logischer Weise eher "Kondensböden" heissen iss aber so...

Am "Kopf" der Kolonne wird dann ein Thermometer eingefügt, hier befindet sich auch der Abgang zum Kühler. Deshalb kann ich bei den von Miesegrau angegebenen Temperaturen hier die verschiedenen Bestandteile Abzapfen, während am Boden des Potts - dort wo die Hitzequelle wirkt - höhere Temperaturen habe. Daher funktioniert das mit der Temperaturregelung nur sehr eingeschränkt...

Wenn ich das ganze jetzt noch optimieren will, fülle ich die Kolonne mit Glas- oder Porzellanschrott. Dann kann ich die Siedeböden so weit auseinander ziehen, dass in einer Porzellanschrottkolonne von 1,5 m Länge sich sogar der Ethanol aus dem Brennspiritus sine ira et studio sauber raus ziehen lässt. Lohnt sich bloss nicht - nur falls das einer versuchen will ... :rolleys:

Fraktionierte Grüße

Christian

Miesegrau
09.09.2015, 12:37
Ich kenne jemanden, der seine Kolonne mit ein paar Pfund billigen Glasmurmeln füllt.:lächeln:

Door Miesegrau

Dem allerdings der Name des gewissen jemand entfallen ist.......:devil:

Jaws
09.09.2015, 13:34
Klingt alles ein wenig kompliziert hier... ich denke ich erweitere die Liste meiner Notvorräte um ein paar Kisten Single Malt...

ksbulli
09.09.2015, 14:03
@Jaws: Das ist kein Notvorrat sondern eine Kapitalanlage mit garantierter Wertsteigerung! :Gut:

Bei Eigenkonsum ist jedoch Vorsicht geboten, hier könnte Vergnügensteuer fällig werden ...

SCNR

Christian

Mr. White
09.09.2015, 14:31
ich denke ich erweitere die Liste meiner Notvorräte um ein paar Kisten Single Malt...

Ist auch für Nicht-Krisenzeiten ratsam immer etwas davon auf Lager zu haben:rolleys:


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