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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste Hilfe Kasten erweitern ?



Ravenclaw
08.11.2015, 13:40
Hallo Experten

Hier eine Frage, die sich um die ( erweiterte ) Erste Hilfe dreht.... also vorwiegend Wundversorgung etc und NICHT Medikamentenbevorratung.
Es sind genug Szenarien denkbar, die die Rettungskette überlasten oder zusammenbrechen lassen .. und in denen viele Verletzte anfallen und Arzt, Krankenhaus etc. nicht verfügbar sind.

Momentan haben wir im Haus 2 Erste-Hilfe-Koffer ( Betriebsverbandkästen klein DIN 13157 ) in Wandhalterungen. Die sterilen Teile darin sind 20 Jahre verwendbar,
Ich finde diese Kästen ideal und absolut empfehlenswert, weil robust, Wasserdicht , übersichtlich und mit einem Griff von der Wand zu reißen. Und da wir Pferde besitzen, kann ich das ganze auch dort verwenden.
Außerdem kenne ich den Inhalt und die Verwendung der Teile bereits von den Schulungen als Ersthelfer in der Firma.

Einen Kasten würrde ich gerne erweitern .. sprich, den Inhalt des DIN 13157 in einen leeren größeren Kasten Din 13169 füllen... und ergängen.
Ziel soll sein, im Notfall auch ohne externe Hilfe auch etwas größere Wunden versorgen zu können.

Im Notfall würde der Inhalt der kleinen Kästen recht schnell aufgebraucht sein, da ja dann nicht nur die Erstversorgung gemacht werden muss... sodern die Verbände auch regelmäßig gewechselt werden müssen.
Außerden vermisse ich einiges was unbedingt greifbar sein sollte

Ich denke momentan an Erweitern mit:

- Taschenlampe + Stirnlampe ( Unfälle passieren nicht immer bei Tageslicht )
- Warnweste ( zur Selbstsicherung, falls draußen auf der Straße was passiert)
- Lupe
- medizinische Pinzetten, Spilitterpinzette
- gute Verbandschere
- Octenispept Sprühflasche ( Wunddesinfektion )
- Betaisadona ( Jod zur Wunddesinfektion 500 ml Flasche )
- 3 x einweg Skalpell ( steril )
- Leukoplast, verschiedene Breiten
- Vet-O-Flex Bandagen ( auch für Pferde ideal )
- 10 x Handschuhe steril
- und nochmal Verbandpäckchen und Wundauflage steril

Hat jemand noch Tips, Anregungen , Ideen , was hinzu müsste ?
Ans Wunden nähen habe ich auch schon gedacht.... bei den Pferden hab ich schon gesehen wie das gemacht wird. Aber ich bin noch am zögern, ob ich das überhaupt im Fall der Fälle hinbringen würde.

Grüße und schonmal Danke für eure Tips

Ravenclaw

Henning
08.11.2015, 14:23
Einen Kasten würrde ich gerne erweitern .. sprich, den Inhalt des DIN 13157 in einen leeren größeren Kasten Din 13169 füllen... und ergängen.
Ziel soll sein, im Notfall auch ohne externe Hilfe auch etwas größere Wunden versorgen zu können.


Ich würde die Frage gerne mal erweitern, die Kästen sind ja nur für die Erstversorgung (von jeden ein bischen) ausgelegt.
Wieviel Verbandsmaterial benötigt man, bis eine Wunde (was, was im Notfal auch ohne Krankenhaus und OP heile würde) ausgeheilt ist?

Verbandwechsel wie of in welche Stadium der Wundheilung?
Wie lange sollte steril abgedeckt werden?

Mir fehlt da mit meinen knapp 60 Jahre jede Erfahrung, außer mal eine Schürfwunde nie was gehabt, auch in meinen Umfeld keiner.

Hunted
08.11.2015, 14:29
Ravenclaw, schon mal ne gute Ergänzungsliste.
Evtl noch eine Aluminium-Schaumstoff-Schiene ("SamSplint" o.vgl.) für Brüche/Verstauchungen
und vllt 2-3 Einmal Kühlpacks. Ansonsten sollte das passen.. soll ja kein kleiner OP oder Rettungswagen werden ;-)

PS: Warum so viele sterile Handschuhe?

ksbulli
08.11.2015, 15:31
...Ich denke momentan an Erweitern mit:

- Taschenlampe + Stirnlampe ( Unfälle passieren nicht immer bei Tageslicht )
- Warnweste ( zur Selbstsicherung, falls draußen auf der Straße was passiert)
- Lupe
- medizinische Pinzetten, Spilitterpinzette
- gute Verbandschere
- Octenispept Sprühflasche ( Wunddesinfektion )
- Betaisadona ( Jod zur Wunddesinfektion 500 ml Flasche )
- 3 x einweg Skalpell ( steril )
- Leukoplast, verschiedene Breiten
- Vet-O-Flex Bandagen ( auch für Pferde ideal )
- 10 x Handschuhe steril
- und nochmal Verbandpäckchen und Wundauflage steril

Hat jemand noch Tips, Anregungen , Ideen , was hinzu müsste ?
Ans Wunden nähen habe ich auch schon gedacht.... bei den Pferden hab ich schon gesehen wie das gemacht wird. Aber ich bin noch am zögern, ob ich das überhaupt im Fall der Fälle hinbringen würde. ...

Moin Ravenclaw, moin @ll,
eines vorab: Du bist schon gut ausgestattet und die Liste ist auch durchdacht! :Gut:

Einige Punkte würde ich anmerken / präzisieren:

medizinische Pinzette >>> was meinst Du damit? Es gibt die anatomischen (das sind die mit den geriffelten Backen) und die chirurgischen (das sind die mit den Zähnchen vorne, die ineinandergreifen um Gewebe fest zu halten). Welche meinst Du und wofür möchtest Du sie einsetzten?

Splitterpinzette >>> Ja, sehr gut, präzisiere "nach Feilchenfeld". Mit denen habe ich nur gute Erfahrungen gemacht! Bitte in einer guten Qualität, da wird leider auch "Murks" auf den Markt geschmissen...

gute Verbandschere >>> :Gut: ...ist ihr Gewicht in Gold wert, kostet aber nicht so viel ... :rolleys:

Octenisept / Betaisodona >>> da gibt es reichlich Beiträge zu im Forum ...

Einwegskalpell >>> Was hast Du damit vor? Wenn zum "Rausbasteln" oberflächlicher Splitter ja, sonst wüsste ich nicht wofür ...

Noch mehr Verbandpäckchen / Wundauflagen >>> gerne auch ein paar "Saugkompressen", die nehmen mehr Blut auf. Und dann Dreiecktücher. Die werden gerne mißachtet, ich liebe sie für die schnelle, effektive Erstversorgung!

Zum Thema Nähen gibt es in diesem Forum auch reichlich zum lesen, da halte ich mich jetzt besser zurück!

@Hunted empfahl schon SamSplints, das würde ich absolut unterstreichen! Gerne zwei große, eine Mittlere und ein oder zwei kleine für die Finger. Dazu sollten "selbstadhäsive Binden" gepackt werden, zum fixieren.

Wenn Du wissen willst, was Du damit anstellen kannst, guggst Du hier: http://co.grand.co.us/DocumentCenter/View/699
Sorry, ist leider in englisch, diese Anleitung habe ich bis dato noch nicht auf deutsch gefunden. Die Dinger kommen halt aus Amiland...
(Wenn einer einen Link zu dieser Anleitung in deutsch hat, gerne her damit, ich ergänze dann den Post selbstverständlich...)

Hoffe, geholfen zu haben.

Be prepared!

Christian

Isuzufan
08.11.2015, 16:04
Das ist auch eines meiner Hauptprojekte momentan.

Im Firmenverbandskasten hab ich unter anderem mit Pandemiesets ergänzt.
Da mein privates Set ohnedies immer in meiner Nähe ist sollte das dann reichen.


Beim Ausbau meines privaten FAK konzentriere ich mich auf die Titanum ten. Denn das ist in meinen Augen der wahrscheinlichste Bedarf.

Ich kann die ganzen Aussagen von den Profis nicht nachvollziehen welche immer sagen :
"was willst Du, bete lieber für ihn, ohne Nachbehandlung stirbt er so oder so."
Zu 99,9 Prozent wird es zu einer entsprechenden Situation kommen wenn eine Nachbehandlung eben doch möglich ist. ShtF(in reiner Form) ist möglich aber nicht sehr wahrscheinlich.

LG Wolfgang

Ravenclaw
08.11.2015, 16:08
Hallo

und DANKE für eure hilfreichen Tips.
Insbesondere die SamSplints ( kannte ich bisher noch nicht ) scheinen sehr hilfreich zu sein. Aber ich vermute mal, die passen platzlich nicht rein in meinen Kasten
Kühlpacks müssen natürlich auch noch mit auf die Liste... ebenso die Saugkompressen

Bei medizinischer Pinzette und Splitterpinzette dachte ich neben der "normalen" Splitterentfernung insbesondere an Glassplitter von zerbostenen Fensterscheiben. Hier habe ich im Web einige Anbieter entdeckt, die 3 verschiendene als kleinen Sortiment anbieten ( kosten nicht die Welt ).
Beim Skalpell dachte ich auch an eher oberflächliche Eingriffe und Splitter bzw. Fremdkörperentfernung ( und den reifen Abszess beim Pferd )
Und 10 paar sterile Handschuhe halte ich nicht für übertrieben, ein simpler Verbandwechsel an einer Wunde über mehrere Tage verbraucht da schon einige.

Grüße

Ravenclaw

Hunted
08.11.2015, 17:37
@Ravenclaw
Auch in der Klinik werden Verbände nur selten(st) vollsteril gewechselt.
In den allermeisten Fällen (und das schließt definitv alle Fälle, die man ambulant behandeln kann ein) reichen normale Einmalhandschuhe und eine No-Touch-Technik.

No-Touch-Technik = Alle Wundauflagenflächen und sonstiges Material, welches mit der Wunde in Kontakt kommt wird nicht (auf der entsprechenden Seite) mit den Fingern/Handschuhen (o.a.) berührt oder unsteril abgelegt. Also im Prinzip so, wie man schon lernt ein Pflaster anzulegen.. nicht vorher draufpatschen ;-)

Die vergleichsweise enormen Kosten für sterile Handschuhe kann mans ich also sparen und das Geld lieber in eine Packung guter Nitrilhandschuhe investieren.

LG

ksbulli
08.11.2015, 18:21
Moin @ll,

sorry, hab´noch was vergessen:

Handdesinfektionsmittel! Sterilium (bez. Sterilium Virogard) oder vergleichbares....

Zum einen um die Hände - mit denen man ja schon mal im Dreck rumwühlt sauber zu kriegen, wenn warmes Wasser und Seife Mangelware sind, zum anderen um sich ggfs. nach der Hilfeleistung auch desinfizieren zu können.

@Ravenclaw: Zusammengefaltet sind die SamSplints recht handlich. Wenn ich darn denke, messe ich am Dienstag in der Schule mal ein Päckchen nach...

Be prepared!

Christian

Ravenclaw
08.11.2015, 19:22
Hallo

@Hunted
Danke für die Info... hier wäre ich als medizinischer (fast) Laie wohl übers Ziel rausgeschossen. Ich werde also nur noch ein oder zwei Paar sterile Einweghandschuhe dazupacken. Sterile und unsterile möchte ich ungerne zusammen im Kasten haben, denn da die Familly den auch nutzen soll, gäbe es sonst vielleicht Verwirrung. Nitrilhandschuhe haben wir als 100 Pack immer im Haus.

@ksbulli
Danke. Sterilium ist jetzt auch auf der Liste

Aber ich denke, jetzt ist mein Kasten voll *lach*

Grüße
Ravenclaw

Tsrohinas
08.11.2015, 22:05
Ganz großes Kino!

Wird eine schöne Liste. Aber immer daran denken, das man das Zeug auch sicher anwenden kann.....

Noch ein Tipp.
Etliche Kanülen für Spritzen. Die kleinen Dinger sind "Rattenscharf" und nebenbei noch steril abgepackt. Damit kann man wunderbar tiefsitzende Splitter etc. herausarbeiten. Viel besser und minimalinvasiver als mit einem Skalpell.
Sollte in keinem outdoor Set fehlen!

Tsrohinas

Grübelzahl
10.11.2015, 03:43
Moin,

was ich empfehlen kann sind ordentliche sterile Wundpflaster mit einer entsprechenden Wundauflagenfläche.
Die gibt's für wenige Cent in jedem Fachhandel.

Für mögliche Augenspülungen würd ich noch ein oder zwei Trinkwasserkonserven (100ml) hinzufügen. Diese kann man im Zweifel auch noch trinken oder zur
Kühlung kleinerer Verbrennungen (z.B. Hand) nutzen.
Eine sinnvolle Ergänzung wäre mit Sicherheit noch ein Tourniquet für massive Blutungen, allerdings sollte man damit sicher umgehen können.

Wenn noch ein wenig Platz ist, sind auch sogenannte Einwegkälte Kompressen (Coolpack) sinvoll (z.B. für Quetschungen, Prellungen o.ä.)

Grüße Grübelzahl

PS. Das mit der Stirnlampe ist ne gute Idee !!

SLEX
10.11.2015, 04:13
Grundsätzlich meine Meinung: "Erweitern ist immer gut!"

Pinzetten sind nur sinnvoll. Oben erwähnte Kleidungsschere ist Pflicht. Schaff pro Koffer eine Gute an, die macht dann notfalls auch nen Motorradkombi schnell und effektiv auf.

Stirnlampfen hab ich im EH Koffer "indoor", in jedem genutzten Rucksack und im IFAK. Es ist einfach praktisch, nicht ständig auf der Leuchte rumkauen zu müssen. Vor allem, wenns grad rot rumsaut.

Samsplint(s) machen Sinn. Gibts unter anderem Namen auch noch günstiger. Einfach mal suchen.
Für den ganz bösen SHTF Fall würd ich noch ein Tourniquet einpacken. Amputationsverletzungen oder größere Schußverletzungen / Explosionsverletzungen sind zwar selten aber häßlich. Und ich hab lieber noch den Hauch einer Chance als gar keine mehr.

Eventuell kannst du mal über die Anschaffung einiger unterschiedlich großer Israelischer Bandagen - Wundschnellverbände - nachdenken. Die sind zwar teuer - aber gut.

Evtl machen auch ein zwei Rettungsdecken pro Koffer extra Sinn. Wärmeerhalt ist eins der wichtigsten Basics.

Schon mal über Stiffnecks, also die Halsschienen zum Schutz der Wirbelsäule, nachgedacht?

Nähzeug nebst den passenden Scheren und Klemmen halte ich auch vor. Selber kann ich`s nur leidlich, allerdings macht es Sinn, solches Verbrauchsmaterial vorzuhalten und es im Notfall dann dem Kundigen zur Verfügung stellen zu können. Je nach Szenario hat der nämlich nix mehr übrig oder dabei.

Ravenclaw
10.11.2015, 08:09
Danke nochmal für all die Tips

Die ersten Ergänzungen habe ich jetzt bereis bestellt.

Über ein Teil bin ich noch gestolpert.. den Finger-Pulsoxymeter. Wäre das Gerät nicht auch sehr sinvoll ? . Insbesonders die permanete Pulskontrolle ( die auch Alarm schlägt ) fände ich im Erste-Hilfe-Fall genial. Bei einem Preis um 25-30 € wäre das interessant.
Vor vielen Jahren ist mal auf dem Supermartparkplatz eine Frau ohnmächtig zusammengebraochen.. und ich hatte damals echt Stress den Puls überhaupt zu ertasten.

Nachtfalke
10.11.2015, 08:36
Hallo Ravenclaw

Die Frage ist, was will man mit den Werten des Pulsoxymeters anfangen? Es mag für den einen oder anderen mit Sicherheit eine interessante Ergänzung oder Spielerei darstellen, allerdings müssen neben den Basics der Ersten Hilfe auch die sichere Beherrschung der Pulskontrolle vorhanden sein.
Die etwas günstigeren Geräte stossen schnell an ihre Grenzen. Gerade bei einer schwachen peripheren Durchblutung (Schock, kalte Extremitäten) haben die nichts zu messen. Es wird sich zu sehr auf die Technik verlassen. Die Gefahr ist einfach, dass man solange das Gerät noch nichts gemessen hat man mit weiteren (wichtigeren) Maßnahmen wartet. Weil man will ja erst mal ein Ergebnis ablesen können.

Und wenn man einen niedrigen SpO2-Wert oder die Pulsfrequenz abgelesen hat, was ist dann? Die wenigsten haben med. Sauerstoff in ihrer "Hausapotheke".

Bei einem bewusstlosen Menschen ist neben dem Puls eben auch eine funktionierende Atmung wichtig. Und die kontrolliert man durch regelmässige Atemkontrollen. Jemand der atmet hat auch im allgemeinen einen Puls.

Wichtig ist einfach der Gesamteindruck des Patienten!

Ich selber finde die Geräte an sich nicht schlecht. Haben wir selber im Rettungsdienst und der Notaufnahme. Aber sie ersetzen nicht ein gewisses med. Grundwissen.

Ravenclaw
10.11.2015, 11:11
Hallo Nachtfalke

Danke für die Info... das mit dem Pulsoxymeter war nur so ne Idee die mir beim stöbern durch die Online-Anbieter gekommen ist. Das Klang nach eierlegender Wollmilchsau.

Ich habe zwar regelmäßig meine "Ersthelfer im Betrieb" Schulungen, und kann in Normalsituationen recht sicher den Puls finden und tasten. Mein letzter "live" Einsatz war allerdings an einer Frau, die schon sehr untergewichtig war. Und da hatte ich echt probleme den Puls zu finden ( und war froh, als der Rettungswagen um die Ecke kam ).

Grübelzahl
10.11.2015, 19:43
Lasst die Finger von Pulsoxymetern !
Zum einen kann man die Werte nur richtig interpretieren wenn man ein entsprechendes Fachwissen besitzt und zum anderen stellt sich die Frage nach
einer daraus resultierenden Therapie. Wer besitzt in seiner EH Ausstattung Sauerstoff oder ist in der Lage eine Narkoseeinleitung durchzuführen mit nachfolgender Beatmung ?

Natürlich ist es ein Nice to have, allerdings überwiegen die Nachteile (Fehlmessungen, fehlende Therapieoptionen, Kosten etc.) gegenüber dem daraus resultierendem Nutzen.
Lieber das Geld in eine gute katastrophenmedizinische Grundausstattung investieren und lernen damit umzugehen:

Tourniquet
Bandagen
Wendl Tubus
Halskrause
Sam Splint
Stethoskop

usw.

Ich kenne aus beruflicher Sicht noch Zeiten wo es noch keine Pulsoxy´s gab - Bin also noch an der Basis groß geworden :lachen:.
Nach der Einführung der Pulsoxymetrie im Rettungsdienst hat man sich im Zuge der Zeit immer mehr auf diese elektrische Diagnostikform verlassen. Mittlerweile prüft man im Rahmen der neuen Berufsausbildung zum Notfallsanitäter ab, was wenn diese Option ausfällt.
Deshalb lieber auf die Basis konzentrieren, das funktioniert IMMER !

Grüße Grübelzahl

Tsrohinas
10.11.2015, 20:04
@Grübelzahl:
Ich finde (Finger) Pulsoxymeter für Laien nicht schlecht. Man muss sich halt mit der Thematik beschäftigen.
Man kann damit nicht nur die arterielle Sauerstoffsättigung, sondern auch die Herzfrequenz und evtl. bei ausbleiben des Signals, schlechte periphere Durchblutung (z.B. durch Schock oder Unterkühlung) bzw. Kreislaufstillstand feststellen.
Wie ich aber weiter oben schon mal geschrieben hatte: Man muss das Zeug halt anwenden können.
Beispiel:
- Sauerstoffsättigung geht runter -> Atemweg überprüfen und ggf. freimachen, Atemfrequenz überprüfen und ggf. assistiert beatmen (egal wie) usw.
- Herzfrequenz geht hoch -> Verletzter hat zunehmende Schmerzen? oder Blutverlust und damit Schockgeschehen? usw.
- Signal bleibt aus -> Pulsoxy abgerutscht? Finger kalt? Blutdruck niedriger wie zuletzt überprüft?


Einen Wendel Tubus, wie von dir vorgeschlagen, halte ich für deutlich problematischer weil invasiv.

Tsrohinas

Boreg
10.11.2015, 20:06
Macht das Tourniquet wirklich Sinn ?

Es ist nicht anders verwendbar und nimmt entsprechend Stauraum weg.
Würde im Notfall nicht eher ein Tuch/Lappen etc um die Extremität um den druck zu verteilen und dann das abbinden per Kabelbinder (ein Qualitativ hochwertiger) ausreichen ?
Für Tuch und Kabelbinder fallen mir sehr viele alternative Anwendungsgebiete ein. Der Kabelbinder ist auch mit einer Hand zuziehbar.

Tsrohinas
10.11.2015, 20:12
Kabelbinder und abbinden? Bäääh!
Dann kannst du den Arm oder das Bein gleich abhacken...

Tourniquet macht Sinn, wenn man sich darauf einstellen will (oder muss), dass man schnell und sicher eine starke Blutung an Arm oder Bein stoppen kann.
Wenn man sich hierfür so was nicht leisten kann oder will, bietet sich ein Dreieckstuch (gefaltet zur ca. 4 cm breiten Krawatte) an. Damit kann man, in Verbindung mit einem stabilen Stock, auch abbinden.

Tsrohinas

Grübelzahl
10.11.2015, 20:40
@Grübelzahl:
Ich finde (Finger) Pulsoxymeter für Laien nicht schlecht. Man muss sich halt mit der Thematik beschäftigen.
Man kann damit nicht nur die arterielle Sauerstoffsättigung, sondern auch die Herzfrequenz und evtl. bei ausbleiben des Signals, schlechte periphere Durchblutung (z.B. durch Schock oder Unterkühlung) bzw. Kreislaufstillstand feststellen.

Tsrohinas

Genau das meinte ich :) - Hier bin ich ganz anderer Meinung.

Ein Pulsoxymeter misst nicht die Herzfrequenz sondern die Pulsfrequenz !
Gerade bei Fällen mit erhöhtem Blutverlust oder auch bei verschiedenen internistischen Notfallsituationen kann die Herzfrequenz deutlich von der Pulsfrequenz abweichen (sog. Pulsdefizit).
Einen Kreislaufstillstand mit einem Pulsoxymeter festzustellen :staun: ist nicht nur falsch sondern gefährdet den Patienten fahrlässig.

MERKE: Therapiere den Patient und nicht das Gerät !

Ein kleiner Vergleich:
Man benötigt zum Beispiel knapp 60 Minuten um jemand den Sinn und Zweck sowie das Einführen eines Wendel Tubus beizubringen.
Um das Funktionsprinzip der Pulsoxymetrie verstehen zu können müssen erst mal die ganzen physiologischen Grundlagen und somit infolge auch die anatomischen Grundlagen
verstanden worden sein. Dies brauch deutlich mehr Zeit und eine Fehlinterpretation hat schwerwiegendere Konsequenzen wie die Einlage eines Wendel Tubus bei einer bewusstlosen Person.
Spontan würden mir nur drei Kontraindikationen einfallen die man in 60 Minuten erlernen kann (da offensichtlich).

Ist nicht böse gemeint, aber nur der der Gemütlichkeit halber eine Pulsfrequenz ablesen zu können finde ich keinen Grund für solch einen Ratschlag.

Grüße

EDIT:

@Survival

Guedel Tubus ist auch eine Möglichkeit, wobei ich diesen nicht empfehle. Der große Nachteil hier ist das durch das Einführen ein Würgereiz (Schutzreflexe) ggf. ausgelöst wird der bei nicht tiefer Bewusstlosigkeit ein Erbrechen auslösen kann, was wieder die Gefahr einer Aspiration erhöht.
Beim Wendl Tubus ist dies nicht der Fall, allerdings ist die Einlage etwas schwieriger als beim Guedel Tubus.

Suvo01
10.11.2015, 20:59
Wir haben zwei Apotheken. Eine mit Verbandsmaterial. Mit ziemlich dem Inhalt, der in den vorherigen Posts beschrieben wurde.
Mir ist die Versprgung von Brandverletzungen sehr wichtig. Die sind sehr schmerzhaft. Da hatten wir schon einige Fälle.
Also Gelkompressen und kühlende Salbe nicht vergessen.
Auch SteriStrips zum Verschliessen von Platzwunden finde ich sehr sinnvoll.

In der zweiten in einer Kühltasche untergebrachten Apotheke, haben wir Medikamente für die häufigsten Notfälle.

-Gegen Durchfall
-Gegen Erbrechen
-Entzündungshemende Schmerzmittel
-Augendusche
-Desinfektionsmittel
-Parapic
-Blutstillende Watte

Und noch einige Müsterchen, die wir zusammengesammelt haben.

Grüsse Susanne

Tsrohinas
10.11.2015, 21:01
@ Grübelzahl:
Fachlich völlig korrekt geschrieben.

Aber die Mehrzahl der Personen in diesem Forum sind keine Mediziner. Ein Pulsoxymeter zeigt die Pulsfrequenz. Diese mit einem kleinen und günstigen Gerät zu überwachen kann in bestimmten Situationen für dieses Klientel von Vorteil sein.
Die von dir beschriebenen möglichen Unterschiede von Herzfrequenz und Pulsfrequenz haben, wenn sich diese nicht auf den Blutdruck auswirken (z.B. durch vereinzelte Extrasystolen), keine Relevanz für den Laien. Diese wären ohne EKG sowieso nicht feststellbar.

Natürlich ist es sehr gut und besser, wenn man den Patienten immer und ständig im Auge hat, den Finger am Puls hat, die Farbe sowie Feuchte und Temperatur der Haut und den Bewusstseinszustand durchgängig kontrolliert. Aber wie gesagt, in bestimmten Situationen ist dies nicht immer möglich.

Tsrohinas

ksbulli
10.11.2015, 21:34
Guten Abend zusammen,

bitte bleibt bei den Basics! Ich habe den unmittelbaren Vergleich im Rettungsdienst (inkl. Tätigkeit in der schulischen Ausbildung) bis hin zur grundlegenden Laienausbildung. Und alles, was an Variationen dazwischen liegt. Um es klipp und klar zu sagen:

Wenn die absoluten Basics nicht funktionieren, ist der Rest völlig für den Orkus!!!

Was bedeutet das für den Thread?

Bisher haben wir uns ausschließlich über Dinge ausgetauscht, die ein trainierter Laie auch sicher nutzen kann. Aber der Pulsoxi, der Wendeltubus und auch der Guedel gehören nicht dazu!

Begründung:

Der Pulsoxi ist eine schöne Nebensächlichkeit im professionellen Bereich, wenn ich mich entweder auch auf weiter Patienten konzentrieren muss oder andere Maßnahmen an oder für meinem Patienten durchführen will und ihn dabei auch mal ein wenig aus den Augen lasse. Er informiert mich über bestimmte Veränderungen oder liefert Fehlinformationen. Und das letztere sehr gerne (Beispiele wurden schon genannt). Und das Ding will auch beherrscht sein: Schon eine Frau mit lackierten Fingernägeln stellt da manchen Helfer vor ein unlösbares Problem :devil:

Dabei gibt es eine völlig kostenlose und jederzeit verfügbare alternative: Ich schaue mir den Menschen einfach mal an! Hinzu kommt vielleicht noch die Kontrolle der Rekap-Zeit...

Sowohl Wendel- als auch der Guedeltubus sind Beatmungshilfen, keinen Atemwegssicherungen! Und damit wiegen sie den Helfer in einer trügerischen Sicherheit. Wirklich nützlich sind sie nur bei einer Maske/Beutel-Beatmung.

@Grübelzahl: Präklinisch habe ich in den 40 Jahren, die ich jetzt dabei bin, weder einen Einsatz eines Wendel-Tubus gesehen, noch hätte ich ihn je vermisst. Ich habe ihn auch schon seit Jahren nicht mehr in der Notfallausstattung gesehen. Ausgebildet wird er bei uns auch schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr.

Der Guedel reizt den Gaumen des Patienten und das führt auch gerne mal zum Erbrechen. Und das ist unter einer Beatmung maximal blöd...

Ich behaupte jetzt mal ganz dreist und pauschalisierend, dass ein Patient, der einen Guedel toleriert auch einen Larynxtubus verträgt. Und der liefert mir locker eine 99% Sicherung des Atemwegs, wobei er noch um etliches leichter in der Handhabung ist. Also wenn schon, denn schon. Er gehört mittlerweile völlig selbstverständlich in die Ausbildung zum Sanitätshelfer (48h Kurs), aber wir wollen hier ja auf Laienniveau bleiben...

Da ist eine Beatmungshilfe (Taschenmaske oder Beatmungstuch) eine laientauglichere Alternative!

Zum Abschluss noch ein Wort zur Pulskontrolle:

Die ist wenn es "hart auf hart" kommt völlig - und ich meine wirklich völlig - obsolet!

Ganz klare Abfolge:


Spricht der Betroffene mit mir - prima: Jetzt es kommt zum äußersten - ich frage den Menschen, was passiert ist...
Wenn ich jetzt Sorgen wegen des Kreislaufs habe, kann ich gerne in Ruhe den Puls fühlen, beruhigt auch den Betroffenen, der *SPÜRT*, dass sich jemand um ihn kümmert...
Ist der Betroffene nicht erweckbar - Atemkontrolle.
Atmung da? Stabile Seitenlage, danach Notruf!
Keine Atmung da? Sofortiger Notruf und sofortiger Beginn der Reanimation.


Die Pulskontrolle ist seit 2000 raus aus dem BASIC Life support!!!

Und nochmals: Bitte nichts in den EH-Kasten, was ich nicht auch sicher beherrsche...

So, sorry für´s OT, aber ich dachte, eh jetzt wieder Fehler tradiert werden oder unnötiges Equipment gekauft wird, begründe ich lieber einmal zu detailliert.

Be prepared!

Christian

p.s.: Meine Ausdrucksweise ist an einigen Stellen bewusst vereinfachend und etwas "hemdsärmelig" - das soll der Verdeutlichung helfen.

Tsrohinas
10.11.2015, 22:11
Tja, wie so oft. 5 Personen..7 Meinungen.

Es gibt hier nun mal Leute, die sich auf Szenarien vorbereiten die nicht mehr mit dem Hinweis "Notruf absetzen, Erste Hilfe leisten, warten bis der Rettungsdienst kommt" beendet werden können.

Fakt ist, und da stimme ich unumwunden zu: Basics beherrschen!
Material das über die Basics hinaus geht soll entweder für Fachleute vorgehalten werden oder man macht sich mit der Anwendung vertraut.

@ksbulli:
Wendltuben mögen durch dich oder in deinem Dunstkreis wenig bis keine Rolle spielen. In meinem Rettungsdienstbereich haben sie ihre Berechtigung und werden auch vorgehalten.
Auch werden diese auch durch "besser" ausgebildete Laien, z.B. EH-B (Einsatzersthelfer B der Bundeswehr) CFR (Combat First Responder der SEK Spezial Einsatzkräfte der Polizei oder der militärischen Spezialkräfte) angewendet. Insbesondere weil dieses Produkt in den einschlägigen Algorithmen (z.B. TCCC) empfohlen wird.

Aber wir sollten diese Diskussion beenden um diesen Thread nicht zu sprengen.

Tsrohinas

Wolfshund
11.11.2015, 12:42
Dabei gibt es eine völlig kostenlose und jederzeit verfügbare alternative: Ich schaue mir den Menschen einfach mal an! Hinzu kommt vielleicht noch die Kontrolle der Rekap-Zeit...

Bei -10°C in der Nacht, während du mit einem Helfer versuchst den Patienten auf der improvisierten Trage zur nächsten Versorgungsebene zu bringen? Wenn durch die ständige Bewegung der Kopf immer wieder zurück in die Neutralposition geht und somit die Atemwege verlegt?

Das sind die Bedingungen unter denen Laien im SHTF-Fall retten müssen, da kann ein Pulsoxymeter eine bedeutende Hilfe sein.
Die Fehlerquellen kann sich jeder Laie in 5 Minuten im Internet heraussuchen, wer hier was von "60 Minuten Schulung" redet sollte vielleicht mal an seine eigene Ausbildung zurückdenken, abzüglich Selbststudium in Büchern kommen da bei den meisten wahrscheinlich nur wenige Minuten zusammen.


Sowohl Wendel- als auch der Guedeltubus sind Beatmungshilfen, keinen Atemwegssicherungen! Und damit wiegen sie den Helfer in einer trügerischen Sicherheit. Wirklich nützlich sind sie nur bei einer Maske/Beutel-Beatmung.
Es sind Atemwegshilfen mit einer großen Bedeutung in der Katastrophenmedizin.
Sie sind hilfreich in allen Situation wo nicht permanent ein Helfer den Atemweg sichern kann und eine stabile Seitenlage nicht ausreicht, also z.B. beim bewegungsreichen Transport und bei eingeklemmten Personen. Ein Wendl-Tubus kann außerdem prophylaktisch sinnvoll sein, wenn man davon ausgehen muss, dass ein Patient in der nächsten zeit eintrübt.



@Grübelzahl: Präklinisch habe ich in den 40 Jahren, die ich jetzt dabei bin, weder einen Einsatz eines Wendel-Tubus gesehen, noch hätte ich ihn je vermisst. Ich habe ihn auch schon seit Jahren nicht mehr in der Notfallausstattung gesehen. Ausgebildet wird er bei uns auch schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr.
Rettungsdienst ist etwas anderes wie Kriegs- und Katastrophenmedizin, aber selbst da finde ich ihn extrem praktisch als Zwischenlösung.
Das er bei euch nicht mehr ausgebildet wird und nicht in der Ausstattung ist, kann man euch ankreiden - nicht dem Wendl-Tubus.

Wolfshund
11.11.2015, 16:01
@Survival
Hast du die vorangegangen Beiträge gelesen? Zuerst einmal, im SHTF-Fall kommen keine Helfer zum Patienten, der Patient muss zu den Helfern gebracht werden!

Dir fallen keine Anwendungszwecke für ein Pulsoxymeter ein? Mir fällt eine Menge ein...
Sättigung rauscht ab: Kopf nicht mehr richtig überstreckt? Patient hat unbemerkt aspiriert? Patient hat einen Atemstillstand oder eine unzureichende Atmung? Thoraxwunde versehentlich abgedichtet?
Frequenz wird mit der Zeit schneller: Schock durch innere Blutung? (doch schlimmer als gedacht?)
Frequenz ist plötzlich weg: Herzkreislaufstillstand?

Alles Dinge die man, gerade als Laie unter schlechten Umgebungsbedingungen (laut und dunkel) leicht übersehen kann, obwohl schon wenige Handgriffe Leben retten könnten.

Anti
11.11.2015, 16:49
Ich habe im Erste-Hilfe Kasten immer noch Traubenzucker dabei. Dieser hilft kurzfristig bei niedrigem Blutzucker, umstritten ist jedoch ob er auch bei niedrigem Blutdruck hilft. Bislang habe ich aber noch nicht gehört, dass er schadet............

Hoi Alaric

Wiege dich nicht in falscher Sicherheit deswegen.
Wenn jemand bewusstlos ist, dann bringt ihm der Traubenzucker auch nichts mehr.
Und obwohl ich absolut nicht bewandert bin auf dem Gebiet, ich bezweifle, dass Traubenzucker Insulin ersetzen kann.
Lass den nur in deinem EH-Set, aber drauf bauen würde ich nicht.

Nun wieder zum Thema.

Gruess, Anti

Boreg
11.11.2015, 17:03
Nein Traubenzucker der den Blutzucker heben soll kann das Insulin das den Blutzucker senken soll nicht ersetzen,

das hast du richtig verstanden.
Wenn jemand im Schockzustand/Ohnmacht am Boden liegt dürfte es wohl in 99% der Fälle Unterzucker sein. Ihm dann Insulin zu spritzen bringt ihn mit Garantie um.
(Der häufiste grund für Unterzucker ist wohl zu viel Insulin zu nehmen)
Normaler Zuckerwert ist so um die 100, ab <60 (je nach Person) wird es dann schlecht für die Person und Ohnmacht droht

Hoher Zucker.... passiert sehr lange nichts (Kurzfristig)
Auch mit werten über 600 ist man noch ansprechbar, wenn es da problematisch wird riecht man es am Schweiß der Person, riecht dann süß wie Obst

Wenn jemand wegen Unterzucker nicht ansprechbar ist einfach ein Traubenzucker unter die Zunge legen. Mir würde nun auch kein Fall einfallen in dem das Negative folgen hätte
(Was du eventuell meinst sind diese Notfallspritzen die quasi puren Zucker beinhalten, das steht aber auch auf dem Beipackzettel)

Sorry für das bichen OT, aber ich wollte die Mordanleitung entschärfen

Anti
11.11.2015, 17:20
Hoi Boreg

Danke für die Klarstellung.
Und nein, ich wollte eigentlich nicht sagen, dass ich dann Insulin verabreichen würde (da ich ja schliesslich keine Ahnung davon habe).
Ich wollte bloss sagen, dass ich mir Traubenzucker nicht als ernsthafte Lösung vorstellen kann. Besonders da wir ja von bewusstlosen Personen sprechen.
War nicht eindeutig geschrieben.

Gruess, Anti

Boreg
11.11.2015, 17:36
Dann vielleicht mehr ontopic (Leider mehr in Richtung medikamente, aber da wirklich nur in bezug auf Zucker, Kreislauf, Herz)
* Insulin, leider nur begrenzt haltbar, muss im Sommer gekühlt werden. Macht eigentlich nur sinn wenn im Haushalt Diabetiker leben
* Traubenzucker wie schon genannt, für die Ersthelfersituation. Toll ist das man da nicht viel mit falsch machen kann.
* Koffeintabletten: Schwer zu sagen könnten benutzt werden um einen Kreislauf auf Schwung zu bringen. Da fehlen mir aber noch informationen
* EPI Pen, aka Adrenalin: Zur Behandlung bei (lebensgefährlichen) allergischen Reaktionen. (Eventuell auch um den Kreislauf in Schwung zu bringen?) Nachteil die Injektoren sind ohne Training NICHT sicher einsetzbar (Andauernd schießen sich die Leute das Adrenalin in den Daumen, dann droht der Verlust des Daumens) außerdem Verschreibungspflichtig und ziemlich Teuer
* Nitro Spray, Senkt den Blutdruck, toll bei hohem Blutdruck und Herzinfarkt. Verschreibungspflichtig. Sollte nur angewendet werden wenn man weiß was man macht.

Für den Vorrat im Amageddon Szenario würde ich noch Salz und Zucker auflisten, zur Wundbehandlung. Auch Honig ist hier nennbar. Aber das ist fern jeder Realität in DACH 2015.

Wolfshund
11.11.2015, 17:47
* Koffeintabletten: Schwer zu sagen könnten benutzt werden um einen Kreislauf auf Schwung zu bringen. Da fehlen mir aber noch informationen

Nein.

* EPI Pen, aka Adrenalin: Zur Behandlung bei (lebensgefährlichen) allergischen Reaktionen. (Eventuell auch um den Kreislauf in Schwung zu bringen?)
Nein.

Nachteil die Injektoren sind ohne Training NICHT sicher einsetzbar (Andauernd schießen sich die Leute das Adrenalin in den Daumen, dann droht der Verlust des Daumens) Man sollte es sich mal zeigen lassen wie die Anwendung funktioniert, aber echten Training ist auch nicht erforderlich.

* Nitro Spray, Senkt den Blutdruck, toll bei hohem Blutdruck und Herzinfarkt. Verschreibungspflichtig. Sollte nur angewendet werden wenn man weiß was man macht.
Oh ja, nicht so wie manche Angehörige: "es ging ihm nicht gut und dann haben wir ihm dieses Spray in den Mund gesprüht, der Doktor hat gesagt dass sollen wir machen wenn es ihm schlecht geht" :peinlich:

Für den Vorrat im Amageddon Szenario würde ich noch Salz und Zucker auflisten, zur Wundbehandlung. Auch Honig ist hier nennbar. Aber das ist fern jeder Realität in DACH 2015.
Das musst du näher erklären?

Boreg
11.11.2015, 18:02
Salz um Wunden auszuwaschen, und Zucker um Großflächige Nässende Wunden Trockenzulegen. Ich rede da jetzt nicht von Frischen Blutenden wunden sondern solchen wo man Quasie die Faust in die Hüfte rein stecken kann.
Honig allgemeiner um Wunden zu verbinden. Sind alles Hausmittel, Haben sich Hunderte Jahre lang bewährt. Sind aber nicht mehr Zeitgemäß, sprich nur was für den Fall das man nicht an Professionelle Hilfe oder Material rankommt.

Frag mich da bitte nicht nach Details, ich bin beim Thema Gesundheit noch nicht bei den Medikamenten angekommen, bis jetzt sind das alles Datenfragmente. Wenn ich so weit bin werde ich erst mal einen "Erste Hilfe Kurs" (http://www.drk-koeln.de/was-wir-tun/hilfsorganisation/erste-hilfe/erste-hilfe-kurse.html)mitmachen.

Frei's Petrollampen
11.11.2015, 18:57
Hallo Boreg

Ja mach das bitte ......., bevor Du das halbe Internet zusammen kopierst und nicht weisst um was es geht.

Tipp: Lese Dich auch ein wenig in Apitherapie ein ....., nicht nur hausmittelchen!

Vielleicht hast Du ja schon mal was davon gehört .

Denk an die 3 Siebe des Sokrates, sage es definitiv nicht noch 1000x

Ernst

Hunted
12.11.2015, 00:18
Salz um Wunden auszuwaschen, und Zucker um Großflächige Nässende Wunden Trockenzulegen. Ich rede da jetzt nicht von Frischen Blutenden wunden sondern solchen wo man Quasie die Faust in die Hüfte rein stecken kann.
Honig allgemeiner um Wunden zu verbinden. Sind alles Hausmittel, Haben sich Hunderte Jahre lang bewährt. Sind aber nicht mehr Zeitgemäß, sprich nur was für den Fall das man nicht an Professionelle Hilfe oder Material rankommt.

Frag mich da bitte nicht nach Details, ich bin beim Thema Gesundheit noch nicht bei den Medikamenten angekommen, bis jetzt sind das alles Datenfragmente. Wenn ich so weit bin werde ich erst mal einen "Erste Hilfe Kurs" (http://www.drk-koeln.de/was-wir-tun/hilfsorganisation/erste-hilfe/erste-hilfe-kurse.html)mitmachen.

Ähm.. ich möchte es nicht unfreunldich rüber kommen lassen, aber.. WTF? Nein! Nein! Wirklich: Nein!
Nicht mal Ahnung von Erster Hilfe, aber irgendwelchen Quatsch in Wunden reinstreuen wollen? Echt jetzt?
Salz und Zucker gehören genauso wenig wie Honig oder siedendes Öl in Wunden.
Für ne genaue Begründung bin ich zu müde - glaubt es mir einfach. Ansonsten schriebe ich da gerne die Tage noch was zu.

Boreg
12.11.2015, 00:45
Hunted bedenke bitte das ich da von einer Notlage schrieb in der keine Medizinische Hilfe oder Material zu bekommen sind. Mit Salzlösung ausspülen und mit Haushaltszucker die wunde behandeln sollte alle male besser sein als den Verletzten einfach gar nicht zu behandeln. (Und keine Sorge ich mag Kritik, solange sie Konstruktiv ist)

Edit hab den text gelöscht der link ist viel besser
http://www.aerzteblatt.de/archiv/43877/Arztgeschichten-Mit-Zucker-Salz-und-Herz

Davon ab hast du 100% recht das wenn man einen Krankenwagen rufen kann oder zugriff auf moderne Mittel hat diese zu bevorzugen sind.

Mr. White
12.11.2015, 13:00
und Zucker um Großflächige Nässende Wunden Trockenzulegen. Ich rede da jetzt nicht von Frischen Blutenden wunden sondern solchen wo man Quasie die Faust in die Hüfte rein stecken kann.


Ernsthaft jetz?:staunen: Was soll Zucker in einer solchen Wunde bewirken?

Frage an Rettungsdienstlern: Wie geht man in einer normalen (Um)welt
mit solchen Wunden um?

(Ist zwar OT aber würde mich trotzdem interessieren)

DerGerald
12.11.2015, 15:02
Hallo,
Der eine redet von einer "es gibt nichts mehr und ich muß das nehmen was ich da habe" Situation und dier andere von einer "mach ein Pflaster rauf und ab ins Krankenhaus" Situation.

Und in einer Situation wo keine moderne Wundbehandlung möglich ist, da kann man auch Zucker oder Honig verwenden. (Habt ihr euch schon mal überlegt warum Honig nicht schimmelt? oder warum Zucker nicht schlecht wird? Bzw wieso nimmt man wohl Zucker für Marmelade?)
Und genau deshalb hat man früher (40 Jahre+) Zucker auch zur Wundbehandlung verwendet. Heutzutage natürlich nicht mehr, da gibt es bessere Mittel, aber wenn wirklich alles zusammenbricht und es kein Betaisodona, Octenisept oder sowas mehr gibt, dann wäre Honig oder Zucker durchaus ein Mittel um Entzündungen vorzubeugen.

Gruß
Gerald

Isuzufan
12.11.2015, 15:10
Also ich kenne Salz und Zucker in offenen Wunden schon, allerdings aus Anleitungen zu erfolgreicher Folter und als Bestrafungsmethode
speziell von Zuhältern für renitente Pferdchen:grosses Lachen:.

LG Wolfgang

Boreg
12.11.2015, 15:13
@ Survival
Du wirst mit deinem Liebsten in deiner Skihütte Eingeschneit, der Weltempfänger sagt dir das draußen Schnee Chaos herrscht,Hilfe wird die nächsten 3-4 Wochen nicht zu dir kommen, Stromleitungen sind zerstört, der Hochschnee verhindert das du die nächste Siedlung erreichst, Handy und co sind ausgefallen.
Dein liebster verletzt sich entsprechend.
Da finde ich es sehr hilfreich zu wissen das Salz und Zucker, die man Höchstwahrscheinlich in so einer Hütte hat früher benutzt wurden um Wunden zu behandeln. Und ich behaupte es ist besser eine Wunde mit Abgekochtem Salzwasser zu reinigen und dann mit einem Zerrissenen Bettlaken zu verbinden als gar nichts zu tun. Sollte die wunde anfangen zu Nässen kommt halt der Zucker ins Spiel. Lieber ein paar schmerzen als eine Blutvergiftung.

ABER
Bitte im Kontext lesen als Beitrag in einem Survival Forum und

Aber das ist fern jeder Realität in DACH 2015.

Davon ab hast du 100% recht das wenn man einen Krankenwagen rufen kann oder zugriff auf moderne Mittel hat diese zu bevorzugen sind.
Wenn man sich dann zu dem Thema informiert findet man eh auf 3/4 der Seiten den Hinweis das diese Behandlungsmethode nicht optimal ist, aber über Hundert Jahre angewendet wurde.

@Mr White ich will nicht noch weiter ins OT abgleiten ich schick dir gerne ne PN oder wir machen in einem Thread zur Wundbehandlung in der Richtung weiter.
Ich würde nur ungern weiter abdriften als "warum schlage ich das im Vorrat vor" (wobei ich da natürlich eher Moderne Mittel vorschlage, die jedoch wieder viel teurer sind und sich somit eh kaum einer auf Vorrat kauft)

@Isuzufan
Salzwasser brennt weniger in Wunden als normales Trinkwasser

EDIT: Hinzugefügt
@ survival, die quelle hatte ich gelesen, die Geologin verdient ihr Geld jetzt wohl als Journalistin die auch Artikel für Pharmaunternehmen schreibt. Sicherlich wird da viel wahres dran sein, aber ich denke nicht das sie frei von Eigeninteressen schreibt. Gerade bei althergebrachten Behandlungsmetoden versus moderner Medizin ist das immer eine Gratwanderung zwischen "Esotherischen Naturheilungsspinnern" und Zielgerichteter PR von Pharmaunternehmen. Dazwischen gibt es aber auch ganz reale wirkende Naturmedizin. Ess mal ne Knolle Knoblauch bei Bluthochdruck, wirst dich wundern wie gut das wirkt.
Will sagen es ist verdammt schwer da saubere Informationen zu finden

@ gerald von 1889
http://link.springer.com/article/10.1007%2FBF02822985#page-1

@Frei´s petrollampen
Ich würde das gerne in einen eigenen Thread verlagern (Scheint ja Diskussionsbedarf zu haben)
"Salz und Zucker in der Wundbehandlung"
deine Entscheidung, ich kann es eh nicht verschieben, wenn du es Verschiebst passe ich den Startpost an wenn es denn meiner ist

Mr. White
12.11.2015, 15:18
@ survival:

Danke für den Link! Wusste echt nicht dass Zucker zur Wunheilung mal ein verbreitetes Mittel war.
Besonders den Part mit den Maden fand ich interessant...(Hoff ich werd das nie brauchen :rolleys:)
Das Honig enzündungshemmend wirkt habe ich gewusst. Besonders bei Schnupfen und Erkältungen
wird ja zu Tee mit Honig geraten.

Aber BTT:

Ich als Laie würde einen EH-Kasten gar nicht sehr aufrüsten. Lediglich ein paar Kompressen für Brandwunden,
Traubenzucker hinzufügen (zumindest Traubenzucker habe ich sogar in meinem KFZ Verbandskasten), eine
kleine Taschenlampe oder Stirnlampe und eine Pinzette würde ich ergänzen.

Tsrohinas
12.11.2015, 15:30
Bezüglich der "Zucker in die Wunde" Diskussion.

Ich habe im Gedächtnis, dass dies vor Jahrzehnten im Bereich der Pflege ausgebildet und angewendet wurde.
Da handelte es sich um Puderzucker.

Aktuell steht diese Maßnahme wohl nicht mehr zur Diskussion, es wird davon abgeraten.


Der Berufsverband der deutschen Chirurgen empfiehlt:

Zitat
Seit Jahrzehnten ist die Fähigkeit von Glucose und Saccharose zur Wundreinigung bekannt. Fallberichte und auch Untersuchungen zeigen den wundreinigenden Effekt von Zuckerzubereitungen insbesondere bei infizierten, übel riechenden Wunden.
Da Zucker ein Lebensmittel ist, verbietet sich das Einstreuen von losem Zucker in Wunden – auch als „alternativer Therapieversuch“.
Von schweizer Apothekern wurde daher vor Jahrzehnten eine honigartige Iodpovidonzuckersalbe entwickelt. Allerdings ergeben sich Kontraindikationen durch den Gehalt an PVP-Iod und Glucosesirup, der den Einsatz bei Diabetespatienten einschränkt.

Saccharose hat dagegen keinen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel und wird nach parenteraler Resorption unverändert renal ausgeschieden. In Großbritannien wird heute noch eine Zuckerpaste eingesetzt, die neben Saccharose Polyethylenglykol enthält und deren wundreinigenden Eigenschaften, antibakterielle Aktivität und Verträglichkeit durch Untersuchungen belegt sind.
Zuckerpaste zeigt einen osmotischen Zug, hat eine raue Konsistenz, wirkt belaglösend und granulationsfördernd, wird aber oft als schmerzhaft empfunden. Die Bakterizidie ist Folge der Hyperosmolarität und wird durch die antimikrobielle Aktivität des Polyethylenglykols noch verstärkt. Allerdings wurden bei niereninsuffizienten Patienten und längerer Anwendung nephrotoxische Polyethylenglykol-Serumspiegel beschrieben.

Auf jeden Fall verbietet sich die Anwendung von Haushaltszucker. Klinisch infizierte Wunden müssen primär mit Antiseptika behandelt werden.

Quelle:
http://www.bdc.de/index_level3.jsp?documentid=43c8134b0c04e7b0c12578880030a0f8&form=Dokumente


Tsrohinas

Isuzufan
12.11.2015, 15:50
Ich als Laie würde einen EH-Kasten gar nicht sehr aufrüsten. Lediglich ein paar Kompressen für Brandwunden,
Traubenzucker hinzufügen (zumindest Traubenzucker habe ich sogar in meinem KFZ Verbandskasten), eine
kleine Taschenlampe oder Stirnlampe und eine Pinzette würde ich ergänzen.

Ich habe meinen EDC FAK 2teilig geplant.
Serienmäßiger TT First Aid Complete , und als hirnrissige Spezialität den von mir eigens zusammengestellten Platinum ten auch in TT Pouch. Bei dem bin ich ständig am erweitern und umstrukturieren . Das ist allerdings bereits grenzwertig paranoid, allerdings habe ich nie behauptet normal zu sein.:peinlich:

LG Wolfgang

Boreg
12.11.2015, 16:12
Mal zum Kernthema, hat jemand von euch Empfehlungen für Militärische Verbände ich hab leider nur einen gefunden
http://www.amazon.de/dp/B00KENOW6G

Ich mag es wenn der Verband Survivaltauglich "all in one" ist und entsprechend verpackt

Isuzufan
12.11.2015, 16:20
Mal zum Kernthema, hat jemand von euch Empfehlungen für Militärische Verbände ich hab leider nur einen gefunden
http://www.amazon.de/dp/B00KENOW6G

Ich mag es wenn der Verband Survivaltauglich "all in one" ist und entsprechend verpackt


http://www.israelifirstaid.com/new-category-1/
http://www.medi-king.de/military
Meine momentanen Lieblingsshops

LG Wolfgang

epwin
12.11.2015, 16:56
@ survival:

Aber BTT:

Ich als Laie würde einen EH-Kasten gar nicht sehr aufrüsten. Lediglich ein paar Kompressen für Brandwunden,
Traubenzucker hinzufügen (zumindest Traubenzucker habe ich sogar in meinem KFZ Verbandskasten), eine
kleine Taschenlampe oder Stirnlampe und eine Pinzette würde ich ergänzen.

Hallo,

Traubenzucker ist u.U. nicht nur für den Patienten gut sondern auch für den Helfer/Retter.

Vorsicht beim Umgang mit der kleinen Taschenlampe oder Stirnlampe.
Heute sind dies meist LED-Lampen.

Mit einer normalen LED-Taschenlampe oder LED-Stirnlampe nicht in die Augen leuchten.
Dies könnte zu Augenverletzungen führen.
Diagnostikleuchten gibt es zwar auch als LED aber mit schwächerer Lichtausbeute als bei einer normalen Taschenlampe.

Mr. White
12.11.2015, 17:11
Mit einer normalen LED-Taschenlampe oder LED-Stirnlampe nicht in die Augen leuchten.
Dies könnte zu Augenverletzungen führen.
Diagnostikleuchten gibt es zwar auch als LED aber mit schwächerer Lichtausbeute als bei einer normalen Taschenlampe.


Danke für den Hinweis.

Auf den Gedanken Pupillentests wär ich gar nicht gekommen dazu bin ich zu sehr Laie:grosses Lachen:
Die ist tatsächlich nur da um Hell zu machen falls ich mein EH KAsten mal im dunkeln
brauchen sollte...:rolleys:

Boreg
12.11.2015, 17:17
Ich hätte da zwei Lösungen in meinem Equipment, nein 3, sollte also auch was ähnliches bei euch dabei sein
1: Die 2xAA Glühlampenmaglite eh als Backup dabei (Verlust, EMP)
2: Etwas Salz in den 100ml Flachmann den ich mit Klarem wasser dabei habe, dann entsteht eine art diffusor, bzw Liter of light
3: ein Taschentuch/Alkoholtuch über die Taschenlampe als Diffusor/Licht-Dämmung
Was ein Diffusor ist ?
http://www.amazon.de/Fenix-Taschenlampen-Diffusor-Camping-Lampshade/dp/B004D2A042
Nachteil der Diffusoren ist der Wegfall eines Klaren Spots beim anleuchten

Hunted
12.11.2015, 22:40
Danke für den Hinweis.

Auf den Gedanken Pupillentests wär ich gar nicht gekommen dazu bin ich zu sehr Laie:grosses Lachen:
Die ist tatsächlich nur da um Hell zu machen falls ich mein EH KAsten mal im dunkeln
brauchen sollte...:rolleys:

Ich wüsste auch nicht, wofür man in einem von und für Laien konzipierten EH-Kasten eine Pupillenleuchte bräuchte.
Lasst uns doch einfach bei den sinnvollen Basics bleiben. Und da braucht man auch keine Survival-Militär-Tactical-Verbände (die hab ich nicht mal in ~10 Jahren Notfallrettung gebraucht).
Ich denke das was Ravenclaw initial vorgestellt hat + die ersten paar einfachen Ergänzungen reichen für den EH-Kasten @ Home vollkommen aus.

Und für alle, die unbedingt mehr wollen (meinen mehr zu brauchen), denkt auch daran, dass ihr damit umgehen können müsst.
Alles andere ist was für den Keller und den SHTF-Vorrat, aber nichts fürs "Tagesgeschäft".

Boreg
12.11.2015, 23:29
Die Militärischen Verbände sind einfach meistens weit besser anwendbar für Laien. Deshalb kaufe ich mir ein paar, wobei die menge eigentlich nur dadurch kommt das ich sie über mehrere (Taschen) Module verteile. (Mein Alter von der BW hat mich von 1995 bis ca 2009 täglich begleitet, hab ihn nie gebraucht fand es aber gut ihn dabei zu haben)
Da ich es sehr selten brauch gebe ich auch gerne 7-15 € aus in der seltenen Position als Ersthelfer. Zuhause benutze ich jeweils den alten Verbandskasten aus dem Auto wenn ich diesen alle 2 Jahre erneuere.

Hunted
13.11.2015, 01:11
Die Militärischen Verbände sind einfach meistens weit besser anwendbar für Laien. Deshalb kaufe ich mir ein paar, wobei die menge eigentlich nur dadurch kommt das ich sie über mehrere (Taschen) Module verteile. (Mein Alter von der BW hat mich von 1995 bis ca 2009 täglich begleitet, hab ihn nie gebraucht fand es aber gut ihn dabei zu haben)
Da ich es sehr selten brauch gebe ich auch gerne 7-15 € aus in der seltenen Position als Ersthelfer. Zuhause benutze ich jeweils den alten Verbandskasten aus dem Auto wenn ich diesen alle 2 Jahre erneuere.

Ne, sind sie nicht. Wie bei jedem "Tool", sei es ein Hammer, eine Bratpfanne oder eben ein Verband muss man lernen, wie man damit umgeht. Da im EH-Kurs aber nun mal normale Verbände und nicht militärische Verbände unterrichtet werden ist die Anwendung in der Breite nicht bekannt. Zudem sind "taktischen" Verbände meist auf eine spezielle Weise anzulegen, wohingegen die Standardverbände auf diverse Weisen anzuwenden sind.
Und damit die Militärs oder sonstige dienstliche Anwender auch unter Stress die entsprechenden speziellen Verbände anlegen können (sei es in Selbst- oder Kameradenhilfe) muss entsprechend trainiert (d.h. gedrillt) werden. Wer macht das bei den entsprechenden Stückkosten regelmäßig?
Abgesehen davon, dass der Nachbar, die Kinder, Frau, etc dann imme rnoch nicht mit den speziellen Verbänden umgehen können und im Fall der Fälle wie der Ochse vorm Berg stehen.

Glaub mir, ich unterrichte den "Stoff" und kann die Lernkurve und instinktive Anwendung von Rettungsdienstlern über Militärs, bis hin zu Medizinstudenten überblicken.
Auch wenn Israeli Bandage und Co gerade en vouge sind (tactical ist schick, momentan sogar im Rettungsdienst), sie sind kein Allheilmittel und haben durchaus auch Nachteile.
Wie zB den deutlich höheren Preis und den höheren Schulungs- und Trainingsaufwand.

Boreg
13.11.2015, 01:39
Die Benutzbarkeit durch andere ist natürlich ein starkes Argument
EDIT: Hab das Video editiert (zum Link gemacht) und den Text klarer formuliert (ohne die gewollte Aussage zu ändern ) nach Anti´s hinweis

Das beste Video zu dem Thema das ich kenne, allerdings im Kontext Bushcrafting und eher für Einsteiger
Darauf basiert quasi meine aktuelle Grundplanung
https://www.youtube.com/watch?v=F_OQ3PVBq6I
Bei Minute 6 erklärt er die Gründe wieso er diese Taktikal Bandagen dabei hat,
aber genau da greift dein Argument ganz gut, er geht ja mehr davon aus das man sich selber versorgen muss.
Zumindest hast du mich insofern überzeugt das ich auch mindestens einen normalen Verband einplane/mithabe.

Anti
13.11.2015, 08:46
Hoi Boreg

Ich habe eine freundliche Bitte an dich.
Bitte stelle mehr Fragen anstatt Aussagen aufzustellen die wie der Weisheit letzter Schluss aussehen.

Der Erste-Hilfe-Bereich ist nämlich extrem wichtig für uns Prepper, aber leider gibt es einen etwas "höheren Eintrittspreis" in Form von Training und Wissen.
Glücklicherweise sehe ich hier im Thread einige Leute die medizinischen Background besitzen und diesen "Eintrittspreis" schon bezahlt haben.
Denn ich kann auch umhergoogeln und tolles Zeug finden, aber ich kann es nicht aus Erfahrung beurteilen.
Es hilft also mehr wenn man nachfragt, anstatt ergoogelte Ergebnisse als Tatsachen hinzustellen.
Mehr als den Erste-Hilfe-Kurs für die Autoprüfung kann ich nämlich auch nicht vorweisen, also bin ich auf gesicherte Informationen angewiesen um zu lernen.


Gruess, Anti

epwin
13.11.2015, 08:46
Ich wüsste auch nicht, wofür man in einem von und für Laien konzipierten EH-Kasten eine Pupillenleuchte bräuchte.
Lasst uns doch einfach bei den sinnvollen Basics bleiben.


Ich habe (glaube ich zumindest) nicht geschrieben, dass ein Laie eine Pupillenleuchte braucht.
Sondern wollte nur auf die Gefahr hinweisen, was passiert wenn man mit einer LED-Taschenlampe jemanden (Patent / Helfer) ins Auge leuchtet.
Egal ob zur Augenuntersuchung oder aus versehen.
Bei Patienten ist es zumindest "Unangenehm" bei andern Helfern / Rettern wird die "Nachtsichtfähigkeit" für eine ganze Zeit verzögert und das kann auch wieder zu Problemen bei der Patientenversorgung führen.

Sorry wenn das Falsch oder "Undeutlich" rüber gekommen ist.



Lasst uns doch einfach bei den sinnvollen Basics bleiben.


Genau.


Also eine Splitterpinzette sollte auch "beissen".
Viele Pinzetten "beissen" nicht immer genau - also vorher ausprobieren.
Da Pinzetten leicht verloren gehen können habe ich meine an der Schere, Reissverschluss o.ä. mit einer dünnen Schnurr befestigt.
Wobei eine Pinzette nicht mehr zum klassischen Erste-Hilfe-Material genört. Man darf ja nichts herausziehen.

Zusätzlich u.a.:
Steristrips
Alko-Pads
Zeckenzange (-klauenfüss)
getunte Rettungsdecke (Ränder mit Tesafilm verstärkt), ersatzweise Biwaksack (Montain Equipment)
Einweg-Skalpell
Wärme-Packs (Einweg)
Traubenzucker
Einweg-Poncho
Alles wasserdicht verpackt
ein paar Streifen Panzerband u.a. als Siegel für den Erste Hilfe Kasten
(wobei mein Kasten eigentlich ein kleiner Rucksack ist [man hat die Hände frei, solange man geht], daher auch mit dabei
SAM-Splint
Kühl-Packs (Einweg)
kleine Wasserflasche
Kleine Isomatte
Warnweste
Atemschutz (FFPX)
2-3 Plastikbeutel (u.a. Zip-Lock. Für die Müllentsorgung usw.)
1-2 Müllsäcke (u.a. als "saubere" Ablagefläche für das Material, vor allem im Wald, bei Regen usw.)
Schreibzeug
Kopfleuchte
und noch ein paar Sachen mehr.

Boreg
13.11.2015, 11:18
Hoi Boreg
Ich habe eine freundliche Bitte an dich.
Bitte stelle mehr Fragen anstatt Aussagen aufzustellen die wie der Weisheit letzter Schluss aussehen....
Ich freue mich auch wenn "Fachleute" an der Diskussion teilnehmen. Bin aber auch bei deren Aussagen immer erst mal kritisch.
Nicht jede Aussage von Fachleuten muss auch immer stimmen oder im Kontext besser sein. (Auch ich hatte/habe ab und zu Fehler drin bei Themen wo ich Profi bin)
Witziger weise ist genau der Post von mir den du bemäkelst genau andersherum gedacht gewesen, da hatte Hunted ein Argument gebracht das meine bisherige Ansicht verändert hat.
Ich hab den Post angepasst so das dies auch besser rüberkommt.
Ich bin nämlich gar nicht der Auffassung das meine "Ansichten" der Weisheit letzter Schluss sind, allerdings möchte ich schon Argumente , bzw. möchte Überzeugt werden , nicht überredet.

Um beim Thema zu bleiben
Ich stehe ja auf Dinge die man Zweckentfremden kann, deshalb würde ich auf jeden fall Alkoholtücher aufzählen. Die kann man auch als normale Feuchtücher, Toilettenpapier oder zum Entzünden eines Feuers benutzen. Dabei sind sie schön kompakt und passen sogar in die meisten EDC.
Und was ich auf jeden Fall noch aufzählen würde wären Tigerbalm auf jeden Fall in Weiß, aber Rot ist auch öfters Hilfreich. Ist halt die Frage ob es nur um reine Medizin geht oder ob solche Helferlein auch mit eingeplant werden sollen. Dazu dann die Stützbandage aus dem Video, damit ist man dann auch gegen Verstauchungen einigermaßen gewappnet.

Boreg
13.11.2015, 17:40
Naja je nach Tuch und Po kann das schon unangenehm sein denke ich, hab´s aber nicht als Schlimm in Erinnerung.

*Sekunde, Ausprobiere.*
Ok erstmal muss ich relativieren, das ist natürlich nicht die Art von Tuch über die ich eigentlich schrieb,
ich dachte das wären medizinische gewesen, der Alkoholgeruch ist jedoch stark wahrnehmbar
30488
In dieser Reihenfolge. (Keine Unterstellungen hier ^^)


Ecke vom Tuch abgerissen und Brandtest verlief positiv, brannte sehr gut.
Gesicht erfrischt, hmm erfrischt, auch wenn ich den Duft nicht gerade mag.
Und mein Popo duftet jetzt auch, keineswegs schmerzhaft, wobei ich auch keine Wunden am Po habe

epwin
13.11.2015, 18:23
Ach @Boreg!:lächeln:
.....
Oder besser auf normale Feuchtücher ausweicht. :Gut:

....


Benutzung bitte aber nicht unter Null Grad Celsius.:rolleys:

Boreg
13.11.2015, 18:51
Es wäre auch besser, wenn Du manche Vorschläge erprobt reinstellen würdest.
Ich hab meinen Text extrem gekürzt (Da könnte man ein eigenes Thema draus machen):
Ich versuche wenn ich was schreibe immer eine Mindestqualität sicherzustellen. Klar kann vorkommen das sich mal was einschleicht das nicht ausreichend durchdacht/erprobt ist.
Aber in der Regel dürft ihr davon ausgehen das ich nichts schreibe nur weil ich es mal irgendwo gehört habe.
Wenn ihr sehen könntet wie viele Posts ich nie veröffentlicht habe sondern wieder gelöscht würdet ihr grinsen, bestimmt 30-50%. Wobei fehlende Informationssicherheit da nur ein Teil der Gründe ist.

Mit dem ausprobieren ist das so eine Sache, meine meisten Erfahrungen in der Natur sind etwas älter, wenn ihr also merkt das ich vorsichtig formuliere mit Wörtern wie müsste, könnte, sollte,
dann könnt ihr durchaus davon ausgehen das meine Informationen eine gewisse Grundlage haben aber die letzte Sicherheit noch fehlt.

Und manche Dinge kann man halt nur Theoretisch Diskutieren bzw. da kommt es dann oft zu der "Profi in Friedenszeiten" versus "Laie in Notzeiten" Problematik oder anderen Missverständnissen / Missverhältnissen.
Gerade bei Medizin, Jagt, Kampf usw.



Benutzung bitte aber nicht unter Null Grad Celsius.:rolleys:
Das gerade benutzte ist so klein da kann man bis zu 3 in der Geldbörse dabei haben. Dann klappt es auch mit der Temperatur.
Ansonsten fügen wir noch eine Improvisation hinzu, gefroren als Messer oder Shuriken :ohhh:

Naja ist halt für den Notfall gedacht, ansonsten gibts ja überall Taschentücher zu kaufen oder Blätter von Bäumen

Anti
14.11.2015, 15:58
deshalb würde ich auf jeden fall Alkoholtücher aufzählen. Die kann man auch als normale Feuchtücher, Toilettenpapier oder zum Entzünden eines Feuers benutzen.

QED.


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