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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wunde desinfizieren?



eraperp
14.11.2015, 19:24
Wollte grad losfahren mit meinem Mog und nur noch etwas herausholen aus der Küchenschublade im Wohnteil.
Das ist so eine Schublade mit einem Loch, wo man den Finger rein steckt und zieht. Ich Knalli hab da vorn immer mein großes Brotmesser drin und heute war es dann so weit. Hab mir ordentlich tief in die Fingerkuppe geschnitten und es blutet wie S...

Habs unter fließend Wasser ausgespült, Hände waren auch nicht dreckig. Dann schön etwas Blut rausgedrückt, lief ja ordentlich.
Nach ner Weile hochhalten ist der Kram jetzt zusammen gepappt und blutet nicht mehr.
Nun habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass ich nichts zum reinigen der Wunde habe. Hätte ich sicher machen sollen, oder?
Weiterhin habe ich festgestellt, dass das einzige Verbandszeug mein Autoverbandskasten im Bob und im Auto ist.
Mannomann, welche Vorbereitung. :peinlich:

Was würdet ihr jetzt machen? Sterile Auflage drauf und verbinden oder Klammertape vorher?
Mit links schreiben ist ätzend.

cu Tom

Boreg
14.11.2015, 19:35
(Basierend auf meiner Lebenserfahrung als Handwerker der das schon öfters hatte, falls ein Sanitäter da was anderes vorschlägt folge seinem Ratschlag)

Beurteilen ob du zu nem Arzt gehst oder nicht. Das ist deine Entscheidung !

Wenn nicht.
Auswaschen mit Leitungswasser, falls du keine Sterile Salzlösung da hast (Die tut weniger weh, ca 9gramm Salz auf 1 L Wasser, wenn zeit da ist abkochen und Kühlen)
Desinfizieren mit Wunddesinfektion. Alternativ 20%iger Alkohol,(Klarer kein Likör) klar tut weh :rolleys:
Wunde abdecken, ich würde sie aber in der Regel nicht schließen, wenn das nötig ist eher zum Arzt gehen.
(Bevor du in so einer Tiefen Wunde Dreck einschließt und noch jahrelang was davon hast)

Hier gilt wirklich eher zur Apotheke/zum Arzt als Improvisieren. Meine Vorschläge sind nur für den Fall das du das definitiv nicht machst

eraperp
14.11.2015, 19:49
Hab noch Octenisept gefunden, nen Stripe draufgemacht und Verband drum.
Mal sehen, was draus wird.

cu Tom

Frei's Petrollampen
14.11.2015, 19:50
Hallo zusammen

Ausspühlen und gut zusammen kleben ......., das Brotmesser wird wohl nicht so dreckig sein wie Boreg es vermutet!

Ernst

Udo (DL 8 WP)
14.11.2015, 19:50
Hallo Tom,

also ich hab ein meinem Camper immer ein Fläschchen Mercurochrom. Das ist sowas wie eine Jod-Lösung, die aber nicht brennt.
Funktioniert ausgezeichnet.

Dieses "Zeug" ist inzwischen in D leider nicht mehr zu bekommen, aber in Frankreich, Italien, Spanien und anderen Ländern bekommst Du es in jeder Apotheke frei verkäuflich.

Damit habe ich seit meiner frühesten Jugend alles desinfiziert was eben so angefallen ist.

Messerkratzer, abgerutschtes Werkzeug, Hundebisse meines Dackels, böse Mückenstiche was auch immer....

Solltest Du was haben, was zu Eitern beginnt ist Nebacitin Salbe oder Nebacitin Puder recht nützlich.

Diese Mittelchen, sowie eine gute Sammlung Pflaster (die langen Streifen zum Abschneiden) und die vorgeformten, Wasserfest sowie etwas Alkohol habe ich immer in einem alten Blech Verbandskasten dabei.

Gruss, Udo (DL 8 WP)

Avesjünger
14.11.2015, 19:52
"Reinigen" von Wunden wird oftmals falsch verstanden. Es kommt auf die Wunde an.

Erstmal hat der Körper gute Tricks um Wunden zu reinigen und hat auch ein gutes Immunsystem, dem man die Arbeit nicht komplett abnehmen sollte. Zumindest, solang man sich als "gesund" bezeichnen kann.
Kleinere Wunden... naja, kann man mal etwas abwaschen, wenn es nicht selbst blutet. Denn ---> Blutungen spülen Dreck raus. Jetzt nicht auf kleinster Ebene wie einzelne Viren oder so, aber dafür hat man ja ein Immunsystem. Klar, gegen extrem aggressive Krankheitserreger wie HCV und HIV reicht das nicht, aber dafür braucht man auch eine direkte Übertragung ins Blut. Aber für die normalen Erreger, die Wundinfektionen herbeiführen können, sollte das Immunsystem tauglich sein. Einfach ein wenig die Blutung fördern, so denn der Verlust nicht zu groß ist. Später dann steril abdecken. Offensichtlichen Schmutz kann man um die Wunde herum entfernen.
Wenn man wirklich sicher ist, "ungewöhnlichen" Mist um die Wunde auf der Haut zu haben, Fäkalkeime, sonstige Verunreinigungen, Bisse (grade die von Menschen)... dann kann man einfach Octenisept drauf machen. Aber wenn ich mich an einem Brotmesser schneide, gehe ich von vorher genannten Keimen eher weniger aus.
Eine gezielte Reinigung einer Wunde ist nur sinnig bei großflächigen Wunden, wenn definitiv Fremdkörper drin sind, oder man irgendwie immungeschwächt ist.

Man darf nur nicht vergessen, dass beim ausspülen mit normalem Wasser eher noch mehr Erreger in eine Wunde hinein kommen, gerade weil der Fluss des Blutes, der Verunreinigungen ausspülen soll, abgehalten wird und weil Wasser eben auch Keime enthält.

- - - AKTUALISIERT - - -


Hab noch Octenisept gefunden, nen Stripe draufgemacht und Verband drum.
Mal sehen, was draus wird.

cu Tom
Na das sollte reichen... Es sei denn, du hast Durchblutungs- oder Gefühlsverlust "körperfern"/distal der Wunde. Aber bei einem normalen Schnitt sollte das nicht der Fall sein.

---

Edit: Wichtig ist, wenn man eine größere Wunde hat, und die Blutung stoppen muss, dann muss ggfs die Wunde gereinigt werden. Ferner müssen Bisswunden relativ offen heilen, also auch einem Arzt vorstellen! Sorry!

Hunted
14.11.2015, 21:22
Reinigen darf man (Wissenschaftlich gesehen) durchaus mit normalem Leitungswasser.
In großen internationalen Studien hat sich kein Unterschied in der Wundinfektionsrate zwischen desinfizierenden Lösungen und Leitungswasser gezeigt. Auch wenn einschränkend bemerkt werden muss, dass die Amis ihr Wasser mit Chlor versetzen. Trotzdem ist unser Trinkwasser extrem sauber.
In deutschen Kliniken geht das nicht weil es das Arzneimittelbuch gibt und da steht nun mal Lieitungswasser nicht drin. Es wird daher sterile NaCl 0,9% (isotone Kochsalzlösung) oder Adqua ad injectable (destil. Wasser) verwendet. Wenn man unbedingt desinfizieren will, kann man eine 1%ige PVP Lösung (Cave: NICHT 10%ig, so wie sie normal angeboten wird - man muss also verdünnen) oder Lavasept benutzen um eine Wunde zu spülen. Octenisept darf nur bei sehr oberflächlichen Wunden verwendet werden (und sollte nach Möglichkeiten gar nicht mehr IN der Wunder verwendet werden), da es Wundheilungsstörungen und Nekrosen verursachen kann. Was auf keinen Fall in eine Wund egehört sind alkoholische/alkohol haltige Lösungen.

Wer mehr wissen will: Zacher et al. Grundlegende Techniken des Wundverschlusses in der Notaufnahme. Notfall Rettungsmed 2015 · 18:621–641
Ein sehr schöner Übersichtsartikel über die Wunden und deren Versorgung.

eraperp
14.11.2015, 23:41
Yep, dann habe ich ja alles richtig gemacht.
Mir war nur mein Daumen in schlechter Erinnerung, den ich mir bei einer Stoßdämpferreparatur fast abgekloppt habe in Erinnerung. Da fiel das angenähte Stück innerhalb von 6 Wochen einfach ab, nachdem s schwarz geworden war… :staun:

Das wollte ich jetzt vermeiden.
Hab gleich mal Stripes und Desinfektionslösung nachgeordert.
Hatte also instinktiv (oder aus den bisherigen Erfahrungen) alles richtig gemacht.

Danke für eure Tipps! Nach dem 3. Bier muckert da auch nichts mehr im Finger ;))

cu Tom

bavarian.bandit
15.11.2015, 00:18
Honig für den Notfall?
Ich habe immer eine große Flasche Arnika im Keller
Gruß Bandit

Wolfshund
15.11.2015, 00:25
Octenisept darf nur bei sehr oberflächlichen Wunden verwendet werden (und sollte nach Möglichkeiten gar nicht mehr IN der Wunder verwendet werden), da es Wundheilungsstörungen und Nekrosen verursachen kann.

Überwiegt der Nutzen der Desinfektion nicht die Wundheilungsstörungen? Bei uns in der Notaufnahme wird fast jede Wunde mit eine Kompresse die mit Octenisept getränkt ist befeuchtet. Privat habe ich bisher auch jede Wunde mit Octenisept eingesprüht und dachte bisher es sei nur schädlich bei richtig tiefen Wunden mit eröffneten Körperhöhlen etc.

Hunted
15.11.2015, 01:23
Überwiegt der Nutzen der Desinfektion nicht die Wundheilungsstörungen? Bei uns in der Notaufnahme wird fast jede Wunde mit eine Kompresse die mit Octenisept getränkt ist befeuchtet. Privat habe ich bisher auch jede Wunde mit Octenisept eingesprüht und dachte bisher es sei nur schädlich bei richtig tiefen Wunden mit eröffneten Körperhöhlen etc.

Dachte ich auch sehr lange (habs u.a. im Studium so gelernt). Bin erst in der Wundsprechstunde durch unseren Spezialisten (leider jetzt Oberarzt an einem anderen Haus) belehrt worden.
Länger schon gibt es ja die Aussage, dass Octenisept nicht in tiefen, kavernenbildenenden Wunden eingesetzt werden darf. Das ist nun auch in der Literatur deutlich verschärft worden. Wenn man privat kleinere oberflächliche Schürfwunden mit Octenisept behandelt wird man wohl nicht viel falsch machen.
Warum man allerdings in der Notaufnahme jede (!?) Wunde mit einer Kompresse (!?) und Ocetnisept (!?) reinigt/befeuchtet erschließt sich mir nicht.
Denn das ist zum einen wirklich nicht mehr State of the Art und zum anderen gibt es halt viel bessere (und vor allem auch noch ökonomischere) Lösungen/Vorgehensweisen.
Wahrscheinlich ein Problem a la "das haben wir schon immer so gemacht". Viele Häuser haben auch keine Ärzte, die sich wirklich gut mit Wundbehandlung auskennen - in vielen gibt es aber mittlerweile spezialisierte Wundschwestern. Die sind echt eine große Hilfe, gerade wenn es um seltenere oder chonische Wunden geht. Vielleicht gibt es die auch bei euch und sie hat Lust mal eine interne Fortbildung durchzuführen?


In keinem Fall darf Octenisept® in der Wunde verbleiben, da Octenidindihydrochlorid vom Köper nicht abgebaut werden kann. Die Substanz greift in das enzymatische
System der Zelle ein und bewirkt eine Leckage der Zytoplasmamembran, die zu einer Störung der Mitochondrienfunktion führt. Als Resultat dieser Interaktionen kommt es zu einer Nekrosebildung im Gewebe, die durch eine zusätzliche Aktivierung der köpereigenen Immunreaktion verstärkt wird. Aus diesem Grund ist die Anwendung von Octenisept® zur Spülung von nichtoberflächlichen Wunden insbesondere ohne die Möglichkeit eines sicheren Abflusses kontraindiziert [12].


Auf keinen Fall sollten, wie oben ausgeführt, unverdünnte 10 %-ige Povidon-Jod-Lösung, Wasserstoffperoxid, Octenisept® oder andere Hautdesinfektionsmittel für die Wundspülung benutzt werden, da diese zytotoxisch wirken und zu irreversiblen Gewebeschäden führen können [1].

Jeweils aus: Zacher et al. Grundlegende Techniken des Wundverschlusses in der Notaufnahme. Notfall Rettungsmed 2015 · 18:621–641

Ein paar weitere Quellen zu dem Thema/der Aussage:
Högele AM, Neu J (2011) Wundeverschluss nach Wundspülung mit Octenisept® ohne Abflussmöglichkeit. Unfallchirurg 114:70–72
Hülsemann W, Habenicht R (2009) Schwere Nebenwirkungen nach Octenisept®-Spülung von Perforationswunden im Kindesalter. Handchir Mikrochir Plast Chir 41:277–282
Schupp CJ, Holland-Cunz S (2009) Persistent subcutaneous oedema and aseptic fatty tissue necrosis after using Octenisept®. Eur J Pediatr Surg 19:179–183
Högele AM (2011) Fettgewebsnekrosen nach Wundspülung mit Octenisept®. Notfall Rettungsmed 14(7):567–570
Franz T et al. Aseptic tissue necrosis and chronic inflammation after irrigation of penetrating hand wounds using Octenisept® J Hand Surg Eur Vol. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21816890#) 2012 Jan;37(1):61-4

Viele Grüße
Hunted

PS: Das hier ist übrigens die Leitungswasser-Quelle: Fernandez R, Griffiths R (2008) Water for wound cleansing. Cochrane Database Syst Rev 23(1)

Nasenbär
17.11.2015, 19:35
Joe Vogel schreibt man könne zur Wundreinigung notfalls auch draufpinkeln:staun:, sofern kein sauberes Wasser und auch sonst nichts anderes vorhanden ist.
Ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll.

Gruß vom Nasenbären

ID 7047
17.11.2015, 20:25
Urin ist zwar nicht steril (so wie es immer hieß), allerdings könnte man auch auf Wunden urinieren, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist.

Wenn man sich dazu entschliesst, den Strahl nicht sofort auf die Wunde halten, sondern erst den Dreck, welcher in der Harnröhre ist, ablassen.

Ist aber ganz klar, von mir keine Empfehlung, sondern nur ein Hinweis, dass es geht.

Hunted
18.11.2015, 00:07
Nö, kann man durchaus empfehlen. (Leitungs)Wasser ist sicherlich besser, aber hat man halt nicht immer im Überfluss.
Da muss man ja nicht mal in einer SHTF-Situation sein - irgendwo 1-2 Stunden abseits des nächsten Hauses wandern/spazieren gehen reicht vollkommen aus.
Also, läuft... (haha)

crgandi
20.11.2015, 22:01
Urin ist das Beste was es gibt!
Ich war oft auf Baustellen und habe mich dort geschnitten, geritzt oder was auch immer....selbst ohne spülen mit Wasser, Pipi machen und drüber laufen lassen - desinfiziert und reinigt alles in einem! Riechen tut es auch nicht....löst im Übrigen auch viele andere Hautprobleme....

Ist ein Hausmittel, ein sehr altes dazu

Hunted
20.11.2015, 23:08
Urin ist das Beste was es gibt!
Ich war oft auf Baustellen und habe mich dort geschnitten, geritzt oder was auch immer....selbst ohne spülen mit Wasser, Pipi machen und drüber laufen lassen - desinfiziert und reinigt alles in einem! Riechen tut es auch nicht....löst im Übrigen auch viele andere Hautprobleme....

Ist ein Hausmittel, ein sehr altes dazu

Nur weil Urin nicht per se schlecht ist und du persönlich gute, bzw. keine schlechte Erfahrungen damit gemacht hast bitte nicht pauschalisieren.
Eine Anekdote macht noch keine Evidenz (viele Anekdoten übrigens auch nicht, zumindest keine gute ;-)) .
Gerade bei Medizin/Gesundheit ist uns das hier sehr wichtig - weil eben nicht jeder Arzt ist (o.vgl. Kenntnisse hat) und solche Aussagen differenziert beurteilen kann.

Macohe
21.11.2015, 02:42
Wie beurteilen unsere Fachleute hier denn die Wundreinigung mit alten Mitteln wie Honig, Wein oder Öl?

Wolverine
23.11.2015, 19:58
Ich verletze mich des Öfteren bei der Arbeit.

Meist an Händen und Armen.

Ich mache da gar nichts. Wenns arg blutet ein Pflaster drauf und gut ist.

Ich ging nur einmal zum Arzt, das war als ich mich mit der Heckenschere in den Finger schnitt.

Der Finger musste genäht werden, ist aber noch dran. Schweizer Präzision eben.

Ich käme nie darauf, mir über eine Wunde zu urinieren.




Gruss Wolverine

Hunted
23.11.2015, 22:28
Wie beurteilen unsere Fachleute hier denn die Wundreinigung mit alten Mitteln wie Honig, Wein oder Öl?

Nicht gut. Zum einen reinigst du die WUnde damit nicht (höchstens druchs rauseitern), zum anderen wird die Wundheilung gestört (alleine schon mechanisch, weil Substand zwischen Wundrand A udn Wundrand B - aber auch durch eine STörung auf Zellebene).
Wein könnte man zum spülen noch nehmen, wenn man nichts anderes hat und Dreck rausbekommen kann, aber ansonsten einfach Wasser.

VG

christopher
23.11.2015, 23:46
mit alten Mitteln wie Honig, Wein oder Öl?
So, das heute die meisten, medizinischen Honig mit normalem Honig verwechseln und diesem alle möglichen Wirkungen andichten die er nicht hat. Wein wird zum trinken oder ablöschen benutzt, Öl bitte wenn geeignet zum braten nehmen, ansonsten für Mechanik und zur Verbrennung etc. nutzen. Da fehlt eigentlich nur mehr die "Uringeschichte" die auch nicht zum empfehlen ist.

Frequenzkatastrophe
24.11.2015, 01:37
Wie beurteilen unsere Fachleute hier denn die Wundreinigung mit alten Mitteln wie Honig, Wein oder Öl?

Ziemlich schlecht, die evidenzbasierte Medizin hat uns in Jahrhunderten von Versuch und Irrtum gelehrt, das es besseres gibt.
Bitte hört auf mit Anekdoten ala "ich hab mir mal über ne Schnittwunde gepisst, alles ist gut geworden..."
Die moderne Medizin hat ne Menge Zeug über Jahrzehnte untersucht und überprüft, Hunted hat da eigentlich schon alles wesentliche zu gesagt, ggf. mal seinen Literaturhinweisen folgen.


Nachtrag, das mit dem 20%igen Alkohol für Wunden ist grob falsch und eher hinderlich als hilfreich!

Macohe
24.11.2015, 16:55
@ christopher und @ Frequenzkatasrophe:

Bitte dichtet mir doch nix an, was ich gar nicht behauptet habe. Nicht mal indirekt. Und schiebt mich nicht in eine esoterische, alternative, Verschwörungs- oder Spinnerecke. Da gehöre ich definitiv nicht hin. So habe ich Eure Reaktionen nämlich aufgefasst und mich drüber geärgert. Ich hatte lediglich eine Interessensfrage gestellt, ohne damit irgend eine Kritik an moderner Medizin direkt oder indirekt ausdrücken zu wollen.

Und so abwegig ist meine Frage nicht, da man über Jahrhunderte bzw. Jahrtausende hinweg Wein, Öl oder Honig zur Behandlung von Wunden eingesetzt hat. Wenn das so vollkommen abwegig gewesen wäre und derartig behandelte Wunden sich dadurch regelmäßig verschlimmert hätten, hätten sich diese Mittel zur Wundbehandlung doch sehr wahrscheinlich nicht so lange gehalten?! Blöd waren die Menschen früher ja auch nicht. Nur hatten sie weniger Erfahrung und weniger Möglichkeiten, als wir heute, nach tausenden Jahren gesammelter Erfahrungen und Weiterentwicklungen.

Weder dichte ich dem Honig irgendwas an, noch komme ich mit irgendwelchen Uringeschichten, noch bin ich so schwachsinnig, um nicht zu wissen, welchen Verwendungszecken Wein und Öl uns normalerweise dient und brauche hierüber keine Belehrung, die meine ernst gemeinte und rein sachliche Frage ins Lächerliche zieht.

Auch hab ich keine Anekdoten über's Pissen auf Wunden zum Besten gegeben oder irgendwas von 20%igem Alkohohl erzählt, oder sowas gar empfohlen. Das läge mir auch ferne. Im übrigen habe ich auch mal studiert und somit ein wenig Ahnung von Methoden wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns. Ich würde nie aus ein paar selbst gemachten oder erzählt bekommenen Erfahrungen voreilige Schlüsse ziehen und sie anderen dann als Fakten verkaufen. Ich habe mir im Studium eine gewisse kritische Denkweise, bzw. ein Hinterfragen von Dingen angewöhnt, die mich genau vor solchen seltsamen Theorien und "Stammtischfakten" bewahrt.

Ich würde es doch sehr begrüßen, wenn wir grundsätzlich in Diskussionen einander mit ein wenig mehr Respekt behandeln und sachlich bleiben könnten. Ohne Sarkasmus, Unterstellungen oder Übertreibungen, ohne Polemik und ohne Meinungen oder Fragen Anderer ins Lächerliche zu ziehen. Ich danke darum Hunted herzlich für seine sachliche und informative Antwort. :Gut:

Frequenzkatastrophe
25.11.2015, 00:42
Ich wollte niemand was andichten und Dich nicht persönlich angehen, ich habe Deine Fragestellung als Aufhänger für einen leichten Rundumschlag durch die bisherigen Postings verwendet. Wenn Ich Dir damit auf den Schlips getreten habe entschuldige ich mich hiermit, dies war definitiv nicht meine Absicht.

Ich muss aber noch einen Einwand anbringen, zum Thema: "Blöd waren die Menschen früher ja auch nicht." da stimme ich Dir zu aber sie gingen halt oft von falschen Annahmen und Schlussfolgerungen aus.
Bsp.: Meine Ziege hat Ausschlag und bekommt keine Jungtiere, verbrennen wir doch die Nachbarin mit der hässlichen Warze -> hey 2 Wochen später ist meine Ziege trächtig... falscher kausaler Zusammenhang, das eine hat mit dem anderen nicht zu tun, Selbstheilungskräfte spielen oft eine große Rolle, werden aber nicht als solche gedeutet.

Ähnlich ist es auch bei den Irrwegen der Laienmediziner und Akademiker was Wundbehandlung in den letzten Jahrhunderten anging.
Ich beschäftige mich zZt recht viel mit Geschichte der Medizin und als Beispiel ging das wissen, dass eine infizierte Wunde offen sein muss zw 1700 und 1900 einfach mal auf Grund falscher Annahmen verloren, da war man im Mittelalter streng genommen weiter (aber auf auf Grund falscher Denkgebäude, mehr durch Zufall).

Macohe
25.11.2015, 07:45
Entschuldigung angenommen. Alles wieder gut. :lächeln:

Eine infizierte Wunde soll offen bleiben? Das widerspricht natürlich dem, was ich in meiner Ausbildung gelernt habe. Wenn die Wunde offen bleibt, können doch weitere Keime und sonstige Verunreinigungen in die Wunde eindringen und trocknet zudem zu schnell aus? Warum soll die Wunde offen bleiben? Klär mich bitte auf, das interessiert mich.

epwin
25.11.2015, 08:32
Entschuldigung angenommen. Alles wieder gut. :lächeln:

Eine infizierte Wunde soll offen bleiben? Das widerspricht natürlich dem, was ich in meiner Ausbildung gelernt habe. Wenn die Wunde offen bleibt, können doch weitere Keime und sonstige Verunreinigungen in die Wunde eindringen und trocknet zudem zu schnell aus? Warum soll die Wunde offen bleiben? Klär mich bitte auf, das interessiert mich.

Hallo,

so weit ich weiss - näht man Wunden die älter als 6 Stunden nicht wegen der Infektionsgefahr oder nur nach sorgfältiger bzw. umfangreicher Wundreinigung (Wund-De...... mir fällt der Name gerade nicht ein) (nur im Krankenhaus möglich). OK, evtl. sekundäre Naht oder wie das auch heisst.

Daher denke ich dass eine infizierte Wunde besser "offen" bleibt.

Ich denke eine infizierte Wunde sollte "feucht" halten werden.
Vorteil (mMn):
Die Wundränder sind "flexibler" und die Wundheilung wird dadurch verbessert.
Was sich unter dem Schorf alles abspielt sieht man nicht (OK, aussen herum Rötung bzw. Wärme-Hitze lassen eine Entzündung vermuten - abgesehen u.U. vom Geruch [Extremfall])
Der Verbandwechsel ist nicht so schmerzhaft und man "beschädigt" die gesunden Wundstellen bzw. stört den Heilungsprozess nicht (so sehr), da Wundsekret oft von "normales Verbanmaterial aufgesaut wird und dann im Verbandmaterial trocknet. Dann Aua beim Verbandwechsel und die Wundeheilung wird wieder gestört.

Sorry,
eigentlich ist das Thema Wunden desifizieren.
Aber ich denke das passt noch dazu.
Problematisch wird das Ganze aber, wenn man nichts mehr hat und improvisieren muss - in bezug auf Desinfektinsmittel bzw. Verbandmaterial - oder wenn die Umgebung nicht sauber ist - also auf einer mehrtägigen Trekkingtour usw. .
Mit der Desinfektion der Wund ist es ja nicht getan. Wundreinigung und Wundkontrolle bzw. Verbandwechsel sind Themen die direkt (z.T. etwas Zeitversetzt) anschliessen.
Dann wird es ...... .

Frequenzkatastrophe
25.11.2015, 11:54
Ich habe mich unglücklich ausgedrückt. Eine (potentiell) infizierte Wunde soll offen bleiben heißt, dass diese gesäubert wird (Wunddesinfektionsmittel + mechanische Reinigung) aber nicht primär verschlossen wird.
Also es wird nicht direkt genäht, geklammert etc. Dies dient dazu, dass Eiter, Wundsekrete etc. ablaufen können und sich nicht in der Wunde sammeln (Verringerung der Bakterienzahl). Sie wird trotzdem steril abgedeckt (Kompressen etc).

Weiterhin gibt es Bakterien die obligat anaerob sind, d.h. sie können nur wachsen, wenn es in ihrer Umgebung keinen Sauerstoff gibt. Näht man eine verunreinigte Wund zu und macht diesen Bakterien eine schöne, luftdichte, warme, feuchte Tasche vermehren sie sich sehr stark. Bleibt die Wunde offen und Luft kommt daran sieht es für diese Erreger schlecht aus.
Gasbrand ist ein unangenehmes Beispiel für einen obligat anaeroben Erreger der derart fiese Wundinfektionen macht, diese können den Patienten recht schnell killen bzw. Chirurgen müssen oft die betroffene Extremität amputieren um den Patienten zu retten.

Es gibt natürlich auch Situationen in denen man eine (potentiell) verunreinigte Wunde verschließt, z.B. nach einer Bauchoperation, bei der man zB der Darm verletzt oder eröffnet hat. Den Patienten lässt man natürlich nicht Tage-Wochenlang mit einem offenen Bauch rumliegen (gibt es auch, ganz spezielle Indikation, Pat. auf Intensivstation, alle 1-2 Tage Re-OP). In diesen Fällen legt man einen oder mehrere Kunststoffschläuche in das Wundgebiet, damit Sekrete + Eiter ablaufen können. Dieses Verfahren nennt man Wunddrainage.

Also Kurzversion: Eine (potentiell) infizierte Wund wird steril abgedeckt aber i.d.R. NICHT chirurgisch verschlossen.

Fun Fact zurück zur Medizingeschichte, als sich die Wundnaht etablierte (ca 17.-18.Jhd) nähte man recht schnell alles zu was nicht bei 3 auf den Bäumen war, weil man es ja konnte... die oben beschriebenen Prinzipien der "offenen Wundbehandlung" bzw die Notwendigkeit der Drainage erkannte man erst Mitte-Ende des 19.Jhd obwohl dies im Hochmittelalter gängige Praxis war (die konnten auch nicht nähen hatten aber andere, gruselige Möglichkeiten der Wundverschlusses).

ID 10007
10.06.2016, 10:36
Wunden

Ich habe einige Fläschend Wasserstoffperoxyd 3 % zu Hause.
Es ist ein gutes Mittel um Wunden zu reinigen und zu sterilisieren.
Ich weiss leider nicht ob es bei uns in der Apotheke erhältlich ist.
Bitte fragt oder schaut im Netz,


Wer Freunde oder Bekannte aus Polen hat kann sie fragen und zwar nennt sich
das Ganze " Woda utleniona 3%". 100 g kosten ca 50 Cent bis 1 Euro.
Die können es euch mitbringen.


Bei Insektenstichen hilft Kaisernatron (im Drogeriemarkt erhältlich)
etwas Kaisernatron mit Wasser zu einer Paste verrühren und
auf den Insektenstich steichen.... trocknen lassen.

Bei Wunden und Verbrennungen

Bei Verbrennungen auf jeden Fall Urin ich habe selbt die Erfahrung gemach, dass es sogar schmerzlindern wirkt.

TheHamster
10.06.2016, 11:50
Um Gottes Willen.... Naja nach vielen fachlich gut geführten Diskussionen musste ja mal wieder wer die Eigenurinesotherikschublade öfnnen... Sorry aber für so viel unnütze Hinweise ein "gefällt mir nicht"

edit:

Ums grad noch mal fachlich zu zerpflücken:

Wasserstoffperoxyd 3% in ne Wunde kippen ist schon schwer dämlich. Von Gewebsschäden bis hin zu Nekrosen ist da alles möglich. 3%ig wird es zur Desinfektion vernebelt!!!
Sterilisiert werden kann eine Wunde schon mal gar nicht. Die Grundunterschiede von Desinfektion und Sterillisation sollte man kennen...

Dubiose Bezugsquellenempfehlungen aus Polen kann ich aus medizinischer Sicht nur meiden wollen. (gilt nicht für Apotheken etc)

Natron auf Mückenstich... Joa kann man machen.. Essig geht auch, ne Kühlkompresse auch... Medizinischer Zweck: Kühlung-->abschwellung--> Linderung. Bringt also nix aber schadet auch nicht

Und Eigenurin ist bereits seit 1900 eigentlich out....

ID 10007
10.06.2016, 14:01
Bei so viel Unverschämtheit hat du dich lediglich selbst disqualifiziert !!!
Da du scheinbar ein extrem gefrusteter Mensch bist tobe dich bitte woanders aus.
Informiere dich besser.
Dieses Forum ist für die gegenseitige Unterstützung gegründet worden.
Ausserdem muss ich bei dir Rassismus gegen das Land Polen feststellen.

Verlege deine Unverschmten Äusserungen in ein anderes Forum wo man diese lesen möchte aber
nicht hier hin.

Zack Zack

Boxer
10.06.2016, 14:09
Dislieke.

Welcher Rassismus???

Meinst du damit vielleicht dein " Zack Zack"?

Und als absoluter Neuling sollte man sich vielleicht etwas mit Beschuldigungen zurück halten wenn man keine Ahnung hat mit wem man es zu tun hat.

witchcraft
10.06.2016, 14:24
Rassismus ist gegen Rassen gerichtet, nicht gegen Nationen...das wäre dann Nationalismus.
Zack Zack hatten wir früher mal...wollen wir nicht mehr.
Und wer sich in ein anderes Forum verlegen muss, entscheiden nicht die Leute, die gerade erst vor 4 Wochen eingetreten sind.

Mir zudem völlig schleierhaft was hier abgeht. Jemand schneidet sich in den Finger und hat eine Frage. Aus der sachlichen Diskussion wird dann ein
handfester Streit. Was soll das ?

Übrigens der Thread ist von November 2015 :unschuldig:

Anti
10.06.2016, 15:12
Lieber Speick...

Weisst du was das Schöne an unserem Forum ist? Hier haben wir einige Leute die sich in einigen Bereichen gut auskennen.
TheHamster und Thema Medizin ist so eine Kombination.
Speick und Thema Medizin wohl eher nicht. Selbst als Laie habe ich deinen Beitrag mit Stirnrunzeln gelesen und war froh, dass meine Befürchtung auch noch bestätigt wurde.

Weiss du was auch noch schön ist an unserem Forum? Es ist bis zu einem Grad selbstregulierend.
Wenn also jemand der seit 10 Tagen angemeldet ist so etwas loslässt:


Verlege deine Unverschmten Äusserungen in ein anderes Forum wo man diese lesen möchte aber
nicht hier hin.

dann gibt's von den Usern noch schneller Schelte als von uns Mods. Wie du ja gerade erfahren durftest :rolleys:
Mein Tipp: Halte dich mit solchen gewagten Sprüchen zurück. Sprücheklopfer machen's bei uns nicht lange...

Gruess, Anti

Nasenbär
12.06.2016, 13:49
Vor ein paar Tagen habe ich mir Joe Vogels Buch "Outdoor und Survivalmedizin" besorgt.

Der gute Mann empfielt da als Desinfektionsmittel eine Lösung von Mikropur Forte, und zwar in sehr hoher Konzentration (1 Tablette auf 3-5 Ml. Wasser). Er weist aber auch darauf hin dass das teilweise auch das gesunde Gewebe angreift und stark brennt.

Da ich medizinischer Laie bin kann und will ich die Verwendung von Mikropur als Desinfektionsmittel nicht bewerten, stelle sie nur mal so in den Raum.

Was ist davon zu halten?


Gruß vom Nasenbären

moleson
12.06.2016, 17:20
Ich bin nicht überzeugt das sich Javel Wasser über eine Wunde zu schütten so eine gute Idee ist. Würde ich nicht machen.
Es gibt weiss gott genug Desinfektion Mittel die funktionieren und die man liter weise zu hause stapeln kann.

Es muss nicht sein sich die Wunde zu ätzen mit H2O2 oder HCLO oder Urin drauf zu schütten damit die Bakterien einen guten Nährboden kriegen.

TheHamster
12.06.2016, 17:22
Aus medizinischer Sicht genausoviel wie von Wasserstoffperoxyd oder purem Alkohol oder sonstigen Säuren und Laugen.

Mikropur ist ja eine Chlorhaltige Verbindung. Und auf so wenig aufgelöst kippst du dir quasi eine sehr hoch dosierte Chloridlösung in die Wunde und das ist dann quasi eine Säure und hochgiftig.

Also ja es desinfiziert, aber das tut Salzsäure auch. Und die kippt sich ja auch keiner freiwillig irgendwo rein...

Also die Aussage von Vogel ist wahr, ja es desinfiziert. Aber er sagt selber das es keine adäquate Option ist da es eben ätzend ist.

Roger
12.06.2016, 18:57
Ein Liter Octenisept Wunddesinfektionsmittel kostet um die 25 Teuro. Schon mit einem Liter kommt man als Laie weit. Octenisept hat den Vorteil, dass es auch auf Schleimhaut angewendet werden kann.

Theoretisch kann man Octenisept auch zur Händedesinfektion verwenden. Allerdings wird es bei vorhandenen Seifenresten deaktiviert. Darum ist es nicht offiziell als Händedesinfektionsmittel zugelassen. Wer keine Seife hat, der hat auch keine Seifenreste auf der Haut. Seife einlagern dürfte allerdings deutlich günstiger sein.

OT: Gegen Pilzinfektionen (z.B. Fusspilz) hilft auch Benzin und Petrolleum. Aber bitte nicht Rauchen dabei, auch nicht zu nahe am Grillfeuer sitzen. Sonst ist nicht nur die Pilzinfektion weg.

TheHamster
12.06.2016, 20:37
Ein Liter Octenisept Wunddesinfektionsmittel kostet um die 25 Teuro. Schon mit einem Liter kommt man als Laie weit. Octenisept hat den Vorteil, dass es auch auf Schleimhaut angewendet werden kann.

Theoretisch kann man Octenisept auch zur Händedesinfektion verwenden. Allerdings wird es bei vorhandenen Seifenresten deaktiviert. Darum ist es nicht offiziell als Händedesinfektionsmittel zugelassen. Wer keine Seife hat, der hat auch keine Seifenreste auf der Haut. Seife einlagern dürfte allerdings deutlich günstiger sein.


Octenisept nur aufgepasst bei Anwendungen am/im Ohr oder bei Wundhöhlen! Bei Höhlen muss es abfließen können und am Ohr oder anderen Knorpeln weglassen!



OT: Gegen Pilzinfektionen (z.B. Fusspilz) hilft auch Benzin und Petrolleum. Aber bitte nicht Rauchen dabei, auch nicht zu nahe am Grillfeuer sitzen. Sonst ist nicht nur die Pilzinfektion weg.


Und die Haut danach eincremen da Bezin und Co massiv die Haut austrocknen und vor allem den Säureschutzmantel der Haut zerstören. Ist das selbe wie mit Chloridlösung in der Wunde. Geht aber ne Tube Fußpilzsalbe ist sinniger einzulagern.
Wobei ich Benzin als Akutanwendung bei der BW auch mal gemacht habe. Nur nicht als Dauertherapie nehmen. :D

DerGerald
13.06.2016, 08:36
Wie lange kann man Octenisept lagern?
Weiß da einer bescheid?

und wo kann ich Octenisept Literweise kaufen? Würde da eine Quelle brauchen :)
Edit: OK, wo man es bekommen kann hätt ich auch selber draufkommen können :)
Bleibt nur das: Wie lange hält es?

SLEX
13.06.2016, 09:09
Hab jetzt interessehalber mal nach dem MHD des diesjährig gekauften 250ml Fläschchens geschaut:

Da steht:

Verwendbar bis 05/2020

Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass die Pulle schon etwas in der Apotheke stand, denke ich, dass fünf Jahre auf jeden Fall mal einen Richtwert darstellen.

Schätzwerte sind so eine Sache. Deshalb hab ich grad mal beim Hersteller Schülke angerufen. Ergebnis:

Haltbarkeit ungeöffnet:
50 ml Spray 36 Monate
250ml, 500ml, 1l ganze 60 Monate

Geöffnet:
50 ml Spray bis Ablauf MHD
250 ml, 500ml, 1L min. 3 Jahre

Bassmasta
13.06.2016, 13:13
Hallo allerseits

Danke für die Inputs hier, habe schon einiges interessante gelesen. Was ist eigentlich mit Betadine (schwört meine Frau drauf)? Ist das mit Octenisept zu vergleichen?

Grüsse
Bassmasta

witchcraft
13.06.2016, 13:17
Dank sehr sehr alter Sanitätsausbildung hätten wir damals Betaisodona in Waser gelöst und die Wunde dort hineingehalten.
Aber ist sicherlich auch völlig überholt.

Ja und Codan fällt mir wieder ein..

Booner
13.06.2016, 14:36
Hei,

warum wollt Ihr eigentlich auf Teufel komm raus immer desinfizieren?!?


Grüße,

Tom

ksbulli
13.06.2016, 14:44
... Was ist eigentlich mit Betadine (schwört meine Frau drauf)? Ist das mit Octenisept zu vergleichen?

Grüsse
Bassmasta

Moin Bassmata,

nein das ist nicht zu vergleichen: Betadine der Handelsname in Spanien, der Schweiz, Italen und den Niederlande analog dazu Betaisodona in D und A, weiter bekannte Handelsnamen sind Braunosan oder Braunovidon - es handelt sich um Povidon-Iodpräparat als Monopräparate.

Gemeinsam ist diesen ein lückenloses (!) Wirkspektrum, jedoch auch einige bekannte Nebenwirkungen. So ist der Anwendung in der Schwangerschaft, in der Stillzeit und z.B. bei Hyperthyreose kontraindiziert, auch sind gelegentliche allergische Reaktionen bekannt.
Während Hygieniker großes Stücke auf Iod zur Desinfektion halten - die Wirkung spricht für sich selbst - ist es bei einigen Medizinern, insbesondere bei Pädiatern nicht gerne gesehen. Dies gilt gleichermaßen für alle "farbigen" Wunddesinfektionsmitteln...

Octenisept basiert auf der Kombination von Octenidindihydrochlorid in Phenoxytehanol gelöst. Nähere Informationen findest Du unter dem Stichwort Octenidin auf Wikipedia ...

Recht beeindruckend ist das breite - aber nicht lückenlose - Wirkspektrum, die gute Verträglichkeit (schmerzfrei, brennt nicht in der Wunde!) und der rasche Wirkeintritt. Allerdings hat es wie alles im Leben auch seine Kehrseiten, so darf es nicht auf Knorpel angewendet werden (deshalb wie bereits erwähnt Vorsicht bei der Anwendung am/im Ohr!!!), nicht zur Spülung von Körperhöhlen oder Cavitäten (letztere zumindest nur mit größter Vorsicht!) und nicht zur Daueranwendung geeignet.

Besonders charmant: Es ist wegen der fehlenden Gewebsresorption frei von Nebenwirkungen...

Last but not least wird bei allen farbigen Wunddesinfektionsmitteln die spätere Wundbeurteilung allein durch die Einfärbung des Behandlungsfeldes erschwert - auch dies entfällt bei Octenisept.

Bei allen Anwendungen, die über die Erste Hilfe hinausgehen muss mensch einfach wissen, was er tut!
Und nein, es gibt kein Universalsorgenfreidesinfektionsmittel.

...aber das war Dir bestimmt schon klar, oder? :rolleys:

Hoffe, geholfen zu haben

Christian

Roger
13.06.2016, 16:57
Hei,

warum wollt Ihr eigentlich auf Teufel komm raus immer desinfizieren?!?



darum ...

34644

Es ist besser etwas zu desinfizieren als sowas zu behandeln. :staunen:

Booner
13.06.2016, 17:55
Hei,

das ist klar. Wenn es ne riesen Wunde mit ordentlich Schmutz ist.
Aber die Standardwunden?
Schnittwunden oder Platzwunden z.B. habe ich noch nie desinfiziert...


Grüße,

Tom

Semper Fi
13.06.2016, 18:03
Hey Booner,

ich glaube, Du hast da nen Denkfehler- nicht böse gemeint!

Wenn es im Worst-Case keine medizinische Versorgung mehr gibt, würde ich sogar Zahnfleischbluten desinfizieren.

Heute kann ich es mir leisten, darauf zu verzichten, sollte sich etwas entzünden, gehe ich halt zum Arzt.

Im Fall der Fälle kann ich das vielleicht nicht...

Liebe Grüße

Micha

Booner
13.06.2016, 18:08
Hei,

naja, jeder darf Fehler denken, wie er will! ;-)
Ich "denke" auch, dass z.B. eine FSME-Impfung für mich deren Risiko nicht wert ist.

Wobei die einzige Wunde, die sich tatsächlich ein wenig entzündet hat, eine vom Arzt genähte war.
Da hab ich dann selbst Eiter und Dreck aus der schon gut zugewachsenen Wunde rauspopeln müssen und dann wars gut.
Sah aber auch nicht so übel aus, wie das "Beispielbild" von vorhin. ;-)


Grüße,

Tom

Macohe
13.06.2016, 18:38
Gut möglich, dass auch die von Roger gezeigte Wunde mal klein als "Standardwunde" (was ist das? :peinlich:) angefangen hat. War vermutlich mal eine Druckstelle, oder Blase oder derjenige ist in was rein getreten. Hat sich dann infiziert und wurde dann halt zu einem größeren Problem.


Wenn es ne riesen Wunde mit ordentlich Schmutz ist.
Aber die Standardwunden?
Schnittwunden oder Platzwunden z.B. habe ich noch nie desinfiziert...

ksbulli
13.06.2016, 18:50
Bitte lasst den Unsinn und schmeißt nicht Sachen in einen Topf, die absolut nicht zusammen gehören!

Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber das ist nun mal kein Thema, dass man am grünen Tisch abschließend diskutieren kann. Das hängt von so vielen Faktoren ab, die beginnen bei der Art der Verletzung, gehen über das Umfeld (welcher Dreck steht für eine Infektion zur Verfügung) und enden bei dem Immunsystem des Betroffenen.

Und es hat hier im Forum mehrere Ärzte, die unabhängig voneinander mehrfach darauf hingewiesen haben, dass eine einzelne individuelle Erfahrung - auch wenn sie sich ein paar mal wiederholt hat - alles ist, nur keine Evidenz.

Wenn dann jetzt also lese, dass die einzige "ein wenig entzündete" Wunde eine vom Arzt genähte war - also im Umkehrschluss sich alle anderen Verletzungen gar nicht infiziert hätten - dann ist das schlicht ein solcher Unsinn, dass es sich nicht in Worte fassen lässt!

Denn schon eine leichte Rötung des Wundbereiches ist ein entzündlicher Vorgang, was jedoch dann noch nichts anderes heißt, als dass sich hier das Immunsystem mit ein paar Keimen rumprügelt, was ja durchaus im Sinne des Erfinders ist - denn genau dafür haben wir dieses hübsche System!
Und wenn das dann gut für uns ausgeht, verheilt die Verletzung ohne weiteren Ärger. Aber dennoch hat dann da drin eine Entzündung statt gehabt, auch ohne dass ich "Eiter und Dreck" aus der Wunde "rauspopeln" musste...

Wenn dann dieser ganze Vorgang noch in den völlig sinnfreien Zusammenhang mit eine FSME Impfung und deren Risiko gestellt wird, dann versagt bei mir jegliches Verständnis - und nicht nur das bescheidene rudimentäre fachliche!

Wie sagte doch der von mir zutiefst bewunderte Herbert Wehner einmal so schön:

"Quatsch bleibt Quatsch. Und wenn sie ihn noch so oft wiederholen, er wird dadurch allenfalls nur noch quätscher!"

Und jetzt bin ich erst mal raus, wie "iss besser so"!

Christian

Wolfgang75
13.06.2016, 19:05
Da ich, was diese Thema angeht, ein absoluter Laie bin, mal die Frage an die Profis hier im Forum:

Was für Desinfektionsmittel würdet ihr empfehlen (gerade für Laienanwender!) um eine grundlegende Versorgung zu gewährleisten?

Klar, soviel hab ich verstanden, wie in allen anderen Bereichen auch, gibt es auch hier nicht das alleinige Wundermittel. Aber kann man es auf ein paar wenige eingrenzen, mit denen man das "gröbste überschlägt"?

Gruß Wolfgang

ksbulli
13.06.2016, 19:15
Moin Wolfgang,

die beiden genannten - Octenisept und Beta*** sind schon der Standard. Das passt...

Ich würde - und gerade bei Kindern - primär auf Octenisept setzen. Da sind die Einschränkungen am leichtesten zu handeln.
Halt eben nicht in tiefe Wunden, nicht an den Ohren und nicht bei Verletzungen, die bis auf den knorpeligen Anteil der Gelenke runter gehen. Aber das würde man ja eh einem Arzt vorstellen wollen...

Sprich für alle kleineren und oberflächlichen Verletzungen völlig ausreichend. Sogar auf MRSA springt das Zeug an, also schon von daher alles gut.

Und wenn es darüber hinaus geht ab zum Profi damit! :Gut:

Wer es nur mit Erwachsenen zu tun hat und Allergien bzw. die anderen genannten Einschränkungen kein Thema sind, der mag sich - vielleicht auch und gerade nach Beratung mit dem Mediziner des Vertrauens - auch auf eines der Povidon-Iodpräparate stürzen...

Beantwortet das Deine Frage?

Christian

Wolfgang75
13.06.2016, 19:21
Jawoll, das beantwortet meine Frage! Danke Dir!
Bei dem Octenisept wurden halt immer die ganzen Einschränkungen genannt, es hörte sich für mich so nach "ganz nett, aber nicht wirklich das Gelbe vom Ei" an, als ob es da noch was besseres gibt. Hatte halt so den Eindruck, als ich den Thread hier verfolgt hab.

Gruß Wolfgang

Booner
13.06.2016, 19:32
Hei Christian,

ja Du bist mir zu nahe getreten, daher nochmal ein kurzes Statement von mir:

Du kannst ja gerne einen Umkehrschluss aus meiner Aussage ziehen, aber der ist dann schlicht und ergreifend falsch!
Das Einzige was Du aus meiner Aussage schließen sollst, dass mein Vertrauen zu Ärzten ungefähr so hoch ist, wie zu meinem Automechaniker.
Es gibt leider viel zu viele, die sich für den Gott in Weiß halten.

Ich fahre einfach mit meiner Einstellung recht gut, dass ich meinem Immunsystem durchaus ein wenig zutraue...


Viele Grüße,

Tom

ksbulli
13.06.2016, 19:47
Moin Wolfgang,

genau das ist das Problem bei fachlichen Diskussionen - natürlich haben die klassischen Wunddesinfektionsmittel auf Jodbasis bzw. ihre Nachfolger auf Povido-Iod einen kleinen Vorteil, weil sie halt keine Lücke im Wirkspektrum haben. Aber das bezieht sich im wesentlichen nur auf Sporen und einige Virenformen.

Sprich: Octenisept wirkt auf Bakterien und begrenzt auf Viren. Begrenzt bedeutet, es wirkt auf behüllte Viren, hierzu zählen eine ganze Reihe auch recht fiese Zeitgenossen wie HIV und Hepatitis-B, daneben wirkt es aber auch auf Herpes simplex und und und...
Es wirkt auf Candida- (Pilz-) Infektionen aber nicht auf Sporen.

Das ganze recht frei von Nebenwirkungen, es ist ein sehr modernes Mittel und weitgehend unproblematisch in der Anwendung und damit laientauglicher als andere.

Und damit jetzt auch alle schnell mal nachlesen können, hier der Link zur Herstellerseite mit dem "Waschzettel":

http://www.schuelke.com/download/pdf/cde_lde_octenisept1__prod.pdf (http://www.schuelke.com/download/pdf/cde_lde_octenisept1__prod.pdf)

Alles was wirksamer ist, hat einfach auch mehr Nebenwirkungen. Und mit denen muss man dann umgehen können.

Be prepared!

Christian

Vansana
14.06.2016, 01:04
Man könnt grad meinen, dass da jemand wieder einmal einen Karibik Urlaub von Schülke oder Mayr geschenkt bekommen hat.:rolleys:

Jaws
14.06.2016, 01:17
Aus Preppersicht wäre doch Strohrum gar nicht so schlecht oder? Genug % zum desinfizieren, die Lage schönsaufen oder zum Feuer entfachen?

Vansana
14.06.2016, 01:39
Wasserstoffperoxid ist ein konkurrenzlos billiges, nicht patentierbares, in allen Apotheken erhältliches Mittel, das gegen Pilze, Bakterien und Viren vorgeht, keinerlei Resistenzen kennt und zudem in simple, allgegenwärtige Stoffe zerfällt. Vorallem für Prepper hat es noch 20 weitere Verwendungsmöglichkeiten.

Was grad zufällig der Goldstandard in der Medizin ist bestimmen zu einem grossen Teil die Pharmakonzerne, deren Marketingbudget ja auch bis zu 30% beträgt. Das ist viel mehr als sie für die Forschung ausgeben.

Liebe Grüsse
Vansana, der meint, dass gerade bei verdreckten Schürfwunden der Reinigungseffekt von Wasserstoffperoxid durch die Aufschäumung phenomenal ist.

Bassmasta
14.06.2016, 05:54
Hallo Christian

Besten Danke für die Antworten. Wieder was gelernt!

Grüsse
Bassmasta

moleson
14.06.2016, 07:00
Wasserstoffperoxid ist ein konkurrenzlos billiges, nicht patentierbares, in allen Apotheken erhältliches Mittel, das gegen Pilze, Bakterien und Viren vorgeht, keinerlei Resistenzen kennt und zudem in simple, allgegenwärtige Stoffe zerfällt. Vorallem für Prepper hat es noch 20 weitere Verwendungsmöglichkeiten.

Was grad zufällig der Goldstandard in der Medizin ist bestimmen zu einem grossen Teil die Pharmakonzerne, deren Marketingbudget ja auch bis zu 30% beträgt. Das ist viel mehr als sie für die Forschung ausgeben.

Liebe Grüsse
Vansana, der meint, dass gerade bei verdreckten Schürfwunden der Reinigungseffekt von Wasserstoffperoxid durch die Aufschäumung phenomenal ist.
Der Reinungseffekt von Wasser und Seife ist auch Phänomenal ohne die Wunde zu verätzen und noch mehr totes Fleisch zu produzieren das als Nährboden für Bakterien dient.

Nicht alles was man vor 50 Jahren gemacht hat ist noch heute gültig.

- - - AKTUALISIERT - - -


darum ...

34644

Es ist besser etwas zu desinfizieren als sowas zu behandeln. :staunen:

Na ja so schlimm ist das nicht, offen Granulationsgewebe sichtbar, muss man feucht halten und effektiv desinfizieren und dann abwarten, nimmt Zeit.

Booner
14.06.2016, 07:17
Aus Preppersicht wäre doch Strohrum gar nicht so schlecht oder? Genug % zum desinfizieren, die Lage schönsaufen oder zum Feuer entfachen?


Hei,

so gut ist der auch wieder nicht, weil der schon zu hochprozentig ist.
Ich hab vor vielen Jahren mal gelernt, dass ca. 30%iger Alkohol am besten desinfiziert. Darunter überleben es manche Erreger, darüber können Bakterien konserviert werden und auch wieder weiterleben... Und Alkohol (Ethanol) hilft nicht gegen alles. Vorteil vom Strohrum: Man kann ihn auch innerlich anwenden. :grosses Lachen:
Aber wie gesagt: Mein Wissen dürfte mittlerweile veraltet sein...


Grüße,

Tom

Macohe
14.06.2016, 07:18
@Roger - irgendwie habe ich einen Knick in der Optik, an welcher Körperstelle ist denn diese Wunde? Ich kann es nicht richtig erkennen, sorry

Für mich sieht das am ehesten aus wie linker Fuß, Großzehballen.

TheHamster
14.06.2016, 12:14
Da ich, was diese Thema angeht, ein absoluter Laie bin, mal die Frage an die Profis hier im Forum:

Was für Desinfektionsmittel würdet ihr empfehlen (gerade für Laienanwender!) um eine grundlegende Versorgung zu gewährleisten?

Klar, soviel hab ich verstanden, wie in allen anderen Bereichen auch, gibt es auch hier nicht das alleinige Wundermittel. Aber kann man es auf ein paar wenige eingrenzen, mit denen man das "gröbste überschlägt"?

Gruß Wolfgang

Octenisept, aber das war ja schon soweit geklärt... ;)


Wasserstoffperoxid ist ein konkurrenzlos billiges, nicht patentierbares, in allen Apotheken erhältliches Mittel, das gegen Pilze, Bakterien und Viren vorgeht, keinerlei Resistenzen kennt und zudem in simple, allgegenwärtige Stoffe zerfällt. Vorallem für Prepper hat es noch 20 weitere Verwendungsmöglichkeiten.

Was grad zufällig der Goldstandard in der Medizin ist bestimmen zu einem grossen Teil die Pharmakonzerne, deren Marketingbudget ja auch bis zu 30% beträgt. Das ist viel mehr als sie für die Forschung ausgeben.

Liebe Grüsse
Vansana, der meint, dass gerade bei verdreckten Schürfwunden der Reinigungseffekt von Wasserstoffperoxid durch die Aufschäumung phenomenal ist.

Wasserstoffperoxyd will ich ganz ehrlich hier nicht mehr als Tip lesen. Wer das macht kann ja gern aber die Gefahr ist einfach unüberschaubar. Ansonsten würde ich die Mod´s bitten hier zu zu machen, da alles fachliche gesagt ist und alles weitere nur noch geblubber wird da jeder jetzt grad seine Meinung los werden will. Aber fachlich ändert sich ja nix mehr.

Frei's Petrollampen
14.06.2016, 12:27
Hallo zusammen

Ich habe den Beitrag mal geschlossen.

Zum Teil ein wenig komische Vorschläge.

Wir werden das besprechen!

Viele Grüsse, Ernst

PS - 15.6.16: Ich habe mich entschlossen den Beitrag wieder zu öffnen!
Sollten aber wieder Sachen kommen wie ........., lassen wir das!

Dann ist hier sehr sehr schnell wieder dicht! Und sollte wer meinen den Beitrag stören zu können ....., soll es machen! :grosses Lachen:

KUPFERSALZ
15.06.2016, 22:08
Danke Ernst! nun zu meinem Beitrag:

Langsam ist das neue schnell…

Gestern habe ich mir mit meiner scharf geschliffenen Felco Gartenschere in die linke Hand geschnitten wobei gestochen es ehr treffen würde. Der Schnitt war nicht lang dafür aber tief. Dabei hatte ich noch Glück, die Wunde hat nur schwach geblutet. Wenn man in den Schnitt geschaut hat sah man eine lila Ader bis zu der die Wunde reichte.
Angesichts des Threads und meiner Dokumentationswut habe ich dann festgehalten wie ich gehandelt habe und wäre über fachkundige und gesicherte Ratschläge zur Verbesserung dankbar!

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/924/kvfKsa.jpg

Zum Glück war ich nicht alleine sondern mit einem Freund zusammen dort, so dass mir jemand helfen konnte. Als erstes habe ich meine Hände, die vom Beschneiden der Büsche recht schmutzig und nass waren grob mit Küchenrollenpapier gereinigt.

Dann musste ich mich erst mal hinsetzen, da mir schummrig wurde. Aus meinem EDC Kit das ich zum Glück dabei hatte habe ich zum desinfizieren Braun Alcohol Pads genommen, um die Wunde und Haut drum herum zu reinigen. In der Wunde selbst war zum Glück kein Schmutz. Nach wie vor hat sie nur schwach geblutet. Zwischenzeitlich musste ich etwas pausieren und hielt dabei die Hand immer über den Kopf damit sich der Blutdruck nicht erhöht. Octenisept hatte ich leider nicht im Garten… (wird demnächst neben einem neuen Verbandskasten eingelagert)

Dann stand die Überlegung an in eine Notaufnahme zu fahren oder nicht. Erst mal habe ich dann einen Freund und Arzt angerufen ob er nicht zufällig in der Nähe ist, war er natürlich nicht wäre ja auch zu einfach gewesen. Nach kurzer Beratung und Ferndiagnose via Threema entschloss ich mich nicht ins Krankenhaus zu fahren.

Nach einer zweiten Reinigungsrunde mit den Alkoholtüchern habe ich die Wunde mit zwei Pflastern abgedeckt dabei habe ich darauf geachtet, dass die Wundränder von dem Pflaster welches quer zum Schnitt ging zusammengezogen werden. Anschließend habe ich mich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Hause gemacht (1h), da ich kein Fahrrad fahren konnte und wollte.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/922/NsgFch.jpg

Zuhause habe ich die Wunde dann noch einmal ordentlich mit Octenisept und Wattestäbchen gereinigt.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/921/DFK3hn.jpg

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/922/Cs6GHx.jpg
So sieht sie total unspektakulär aus.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/922/C8X1JK.jpg
Dann habe ich sie mit Steri-Strip verklebt. (Ja ich weiß nächstes Mal schneide ich sie in der Mitte durch)

Zum Schluss habe ich das Ganze dann noch mit einem Pflaster abgedeckt. Auf Betaisodona habe ich verzichtet, da ich es nicht für notwendig hielt. Schmerzen hatte ich die ganze Zeit überhaupt nicht was mich schon etwas gewundert hat.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/921/3RsMub.jpg

Mittlerweile war es 22.30 Uhr und ich bin ins Bett.

Am nächsten Morgen gab’s nichts auffälliges, so dass ich alles beließ wie es war. Natürlich ist die Stelle ultraempfindlich aber ansonsten schmerzfrei. Der ganze Arm hat sich aber schon etwas „anders; gereizt“ angefühlt. Gegen Abend fing das Pflaster und die Strips an sich zu lösen, so dass ich mich entschied sie zu erneuern. Wieder wurde mit Wund-Desinfektionsmittel die Haut um die Wunde herum gereinigt. Diesmal habe ich dann einen durchgeschnittenen Strip genommen und das ganze wieder mit einem großen Pflaster abgedeckt.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/922/JaTL1A.jpg

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/923/wyQSCB.jpg

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/921/mu5uck.jpg

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/921/MQYwJ2.jpg

Morgen kommt der Telemediziner ;-) zur Verlaufskontrolle und zum einvakuumieren einer bereits gemeinschaftlich beschafften Notfallapotheke. So wäre auch im Notfall Penicillin, Cefaclor und Roxithromycin vorhanden.

Gibt es was dass ihr anders gemacht hättet oder was ich noch hätte verbessern können bei meinem Vorgehen abgesehen davon, dass ich um 20 Uhr hätte in die Notaufnahme fahren können um dort 4 h zu warten, um mir die Wunde mit einem Stich zu nähen zu lassen. Klar werde ich jetzt dort eine kleine Narbe bekommen aber die verläuft längs zu den Falten so dass sie nicht auffallen wird und auch nicht spannt.

Beste Grüße
KUPFERSALZ

Weltengänger
16.06.2016, 04:41
Tetanusimpfung ist noch aktuell, oder?
Sonst fand ich deine Behandlung völlig OK (ich selber hätte weniger oft desinfiziert, aber jedem das seine)

KUPFERSALZ
16.06.2016, 06:37
Danke für den Hinweis meine letzte Impfung ist 4 Jahre her der Impfschutz sollte also noch gewährleistet sein.

Suvo01
16.06.2016, 06:41
Hallo Kupfersalz

Ich würde alles genau so machen. Oder besser gesagt, ich mache es genau so. Mein Mann arbeitet auf dem Bau und kommt öffters mit ziemlich üblen Dingern nach Hause.
Für mich ist dann sauber halten und gut beobachten das höchste Gebot.
Bis jetzt hatten wir zum Glück noch keine grösseren Entzündungen.
Der Tetanusschutz ist natürlich Voraussetzung für die Selbstbehandlung.

Wir könnten viel an Gesundheitskosten einsparen, wenn nicht so viele wegen Lapalien gleich in die Notaufnahme rennen würden.

Ich wünsche Dir noch weiterhin gute Besserung.

Grüsse Susanne

ksbulli
16.06.2016, 12:08
Moin Kupfersalz,

auch von mir zuerst gute Besserung!

So weit alles richtig gemacht, auf den Tetanus-Impfschutz und das Sauberhalten wurde ja schon hingewiesen!

Beim Abdecken würde ich etwas großzügiger vorgehen:

Normalerweise gehen die Steri-Strips zusammen mit dem Wundschorf ab und werden nicht im Rahmen der Wundversorgung "turnusmäßig" gewechselt. Mit dem kleineren "Schutzpflaster" zupfst Du aber beim Wechseln jedes mal auch an den Strips, weil die Klebefläche des Pflasters ja schon mit auf den Strips klebt.

Aber das ist jetzt einfach so wie es ist, also wenn die Wunde begutachtet werden soll oder das Pflaster gewechselt werden muss einfach vorsichtig sein beim Abziehen, um den Strip nicht mit ab zu rupfen...

Sollten sich irgendwelche Entzündungszeichen einstellen, Schmerzen, Rötung, Druckgefühl in der Wunde oder Einschränkungen der Beweglichkeit suche bitte sofort den Medizinmann Deines Vertrauens auf!
... aber das wird dir dein "Telemediziner" bestimmt auch schon gesagt haben ... :rolleys:

Ach so, eine Kleinigkeit habe ich noch, aber das ist in diesem Fall (Wunde klein/kurz) eher von "akademischem Interesse":

Steristrips werden nicht überlappend geklebt sondern mit einem minimalen Abstand nebeneinander!
Es ist gerade einer der charmanten Vorteile von den Dingern, dass zwischen den Strips Wundsekret austreten kann...


Be prepared!

Christian,

der in der Ausbildung als "Erbsenzähler" verrufen ist ... :rolleys:

Kampfhamster
16.06.2016, 12:55
Sieht lecker aus.

Wie gesagt: beobachten. Sollte es sich verfärben --> ab zum Doctore.

bei solchen Sachen ist's auch immer heikel für den Bewegungsapparat, aber wenn du alles korrekt bewegen kannst sollte das i.O sein.

Gute Besserung.

TheHamster
16.06.2016, 14:05
Christian hat in meinen Augen fast alles gesagt.

Generell alles top gemacht bis auf die schon angesprochenen akademischen Extras. Das einzige was ich noch einwerfen würde ist das bei solch einer Wunde darauf zu achten ist das sich keine Höhle unter dem Stichkanal bildet. Das kommt z.B. gern vor wenn die Schneide nicht scharf war und/oder die Stichrichtung den Stichkanal erweitert.
In dem Fall sollte man nicht mit Strips versorgen sondern von unten zu granulieren lassen.

Sonst alles Top

KUPFERSALZ
16.06.2016, 15:58
Super vielen Dank an Euch alle:Gut: und insbesondere an Christian auch ein Hinweis auf Kleinigkeiten die verbessert werden können bringen mich weiter. Insgesamm habe ich noch ein paar nützliche Informationen aus der Diskussion ziehen können und werde sie sicherlich berücksichtigen wenn ich mich das nächste mal ansteche:rolleys:

Beste Grüße
KUPFERSALZ

Nasenbär
17.06.2016, 23:03
Mich würde im Zusammenhang mit "Wunde desinfizieren" mal was anderes interessieren!
Was kann man tun wenn man sich im Outdoorbereich (z.B. auf der Flucht) verletzt und kein Desinfektionamittel zur Verfügung hat, etwa weil es aufgebraucht, (man kann ja nur eine begrenzte Menge mitnehmen) oder durch ein Missgeschick abhanden gekommen ist. Kann doch sein, oder?
Wie verhält man sich in diesem, dem denkbar schlechtesten Fall, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten?

Neugierige Grüße vom Nasenbären

Prof-Remus
17.06.2016, 23:11
Sauber halten und steril abdecken.

Es kommt halt darauf an was du zur Hand hast.


Mal eine Frage von mir, wie verhält es sich mit Kauterisieren einer Wunde? Ist das Fördernd in so einer Situation oder bringt das mehr Probleme mit sich?

Hunted
17.06.2016, 23:17
Mich würde im Zusammenhang mit "Wunde desinfizieren" mal was anderes interessieren!
Was kann man tun wenn man sich im Outdoorbereich (z.B. auf der Flucht) verletzt und kein Desinfektionamittel zur Verfügung hat, etwa weil es aufgebraucht, (man kann ja nur eine begrenzte Menge mitnehmen) oder durch ein Missgeschick abhanden gekommen ist. Kann doch sein, oder?
Wie verhält man sich in diesem, dem denkbar schlechtesten Fall, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten?

Neugierige Grüße vom Nasenbären

Wunde mit möglichst sauberem Wasser auswaschen (idealerweise Trinkwasserqualität). Wenn man nichts anderes hat kann man zur Not auch Eigenurin nehmen (der ist im Gegensatz zur langläufigen Legende übrigens nicht steril, sondern kann durchaus Bakterien/Viren/etc enthalten).
Wunde nicht oder nur locker verschließen, damit kein anerobes/feuchtes Millieu entsteht und sich kein Abszess bildet.
Möglichst sauber (im Idealfall steril) abdecken.


Sauber halten und steril abdecken.

Es kommt halt darauf an was du zur Hand hast.

Mal eine Frage von mir, wie verhält es sich mit Kauterisieren einer Wunde? Ist das Fördernd in so einer Situation oder bringt das mehr Probleme mit sich?

Kautern tut man um eine Blutstillung zu erreichen. In punkto Hygiene eher kontraproduktiv, da Blut Dreck aus der Wunde spült. Zumal unprofessionelles Kautern durchaus die Wundheilung verschlechtern kann. Ist halt eine Verbrennung die man so erreicht..

KUPFERSALZ
18.06.2016, 23:23
Kurzes Update die Wunde ist nach 4 Tagen richtig gut verheilt keine Entzündung oder ähnliches.

http://imagizer.imageshack.us/v2/800x600q90/923/lH0pXU.jpg

LagerregaL
30.08.2016, 13:20
Vor acht Wochen hat mich eine Mücke am Hals gestochen, das ganze hat sich entzündet, so dass mir der Arzt eine Antibiotikasalbe verordnete.

Die Entzündung ging zurück, aber es blieb ein kleiner, juckender Knubbel.

Jetzt habe ich vom Arzt Hexamidin 1,5 (%?) verschrieben (wird eigentlich bei Nagelbettentzündung oder in anderer Form Schleimhautentzündungen verordnet).

Die Lösung wird auf ein Wattepad gegeben und auf die Stelle gedrückt und 30-45 s "einwirken" gelassen.

Schon nach nur zwei Anwendungen war der Knubbel deutlich kleiner.

Da ich zu solchen Reaktionen (Knubbelbildung) neige überlege ich, ob ich das Hexamidin in meine Haus-Apotheke aufnehmen soll.

Gibt es noch weitere sinnvolle Anwendungen dafür?
Wo hat es seine Grenzen?
Welches andere Desinfektionsmittel kann es ersetzen, oder ist es nur ergänzend sinnvoll?
Und wie stabil/haltbar ist es auf lange Sicht?

Dr Google gibt nicht viel her, ich hoffe auf Antworten von euch Fachleuten.
Danke!

ksbulli
30.08.2016, 14:07
Moin LagerregaL,

auf die Schnelle habe ich nur einen Hinweis darauf gefunden, dass Hexamidin ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff ist. In sofern denke ich, Du solltest die Frage auch mit dem Medizinmann Deines geringsten Misstrauens besprechen.
Im übrigen:
Du hast doch das verschriebene Präparat - was verrät denn der Waschzettel darüber? :confused:

Be prepared!

Christian

Levold
30.08.2016, 14:23
Hexomidine-Lösung ist nicht verschreibungspflichtig. Ob es noch andere Medikamente gibt, die denselben Wirkstoff Wirkstoff haben oder ob es an der Konzentration liegt, die es verschreibungspflichtig macht, kann ich o auch nicht sagen.
Ich selber (gelernter Krankenpfleger mit langjähriger Ambulanzerfahrung) habe selber in meiner Hausapotheke:
Octenisept(tm) als wässriges Desinfektionsmittel, auch und gerade für Schleimhäute. Besonderer Vorteil: es brennt nicht! Anwendung bei Verletzungen u.ä. zur Wundreinigung.
Jodsalbe (z.B. Braunovidon(tm), PV-Jod(tm)) für Verbände, Pflaster usw. auf infizierte Wunden.
Vorsicht bzw. keine Sorge bei der Verwendung von Octenisept und Jod zusammen: das verfärbt sich extrem!
Hinzu kommt noch bei mir Rivanol(tm)-Lösung im Kühlschrank, bei flächigen Entzündungen (Fachausdruck: Erysipel). Da streitet zwar die Fachwelt über die Wirksamkeit, aber ich habe da gute Erfahrungen mit gemacht.
Zur Sofortbehandlung bei Insektenstichen (soll auch bei Skorpionstichen und Schlangenbissen helfen) haben wir uns außerdem noch zwei weitere "Gadgets" angeschafft:
- eine Art "Unterdruckspritze", mit der kann der Giftstoff sofort herausgezogen werden
- eine Stift zum Erhitzen der Einstich-/ Bissstelle, der das Gift denaturieren lässt (zerstört) und damit den Juckreiz lindert.
Beides in Kombination angewandt kann ich das nur empfehlen.
Bei Interesse poste ich die Links zu Amazon.
Edit/ Ergänzung: Ich würde die Behandlung erstmal so weiterführen. Da spricht aus meiner Sicht nichts gegen, besonders wenn du sagst, es wirkt.
Ansonsten Pflaster, kleiner Tupfer Jodsalbe und drauf damit. Einmal täglich wechseln. Macht nur hässliche rote Flecken, die nicht auswaschbar sind, also Vorsicht ;-)

Anti
30.08.2016, 14:35
Zur Sofortbehandlung bei Insektenstichen (soll auch bei Skorpionstichen und Schlangenbissen helfen) haben wir uns außerdem noch zwei weitere "Gadgets" angeschafft:
- eine Art "Unterdruckspritze", mit der kann der Giftstoff sofort herausgezogen werden
- eine Stift zum Erhitzen der Einstich-/ Bissstelle, der das Gift denaturieren lässt (zerstört) und damit den Juckreiz lindert.
Beides in Kombination angewandt kann ich das nur empfehlen.
Bei Interesse poste ich die Links zu Amazon.

Hoi Levold

Bitte gerne, das könnte einige Foris interessieren.
Unser Werbeverbot gilt wenn du daran verdienst ohne das mit uns zu besprechen. Eine Quelle wo man etwas gekauft hat ist absolut in Ordnung.

Gruess, Anti

LagerregaL
30.08.2016, 14:42
@ksbulli
es ist anscheinend nicht verschreibungspflichtig, da keine derartige Markierung auf der Packung ist.
Der PPZ sagt nicht viel, zur Desinfektion von Haut und medizinischem Besteck, nicht bei Allergien anwenden (achne?!)
nicht auf offene Wunden
Ich hänge sie dir mal hier auf.



Meine anderen Fragen, Stabilität, Ersatz für etc stehen noch aus:-)

Levold
30.08.2016, 15:13
Dann gerne hier die Links:
Aspivenin Insektengiftentferner (https://www.amazon.de/gp/product/B009LI5TXK/ref=oh_aui_detailpage_o07_s00?ie=UTF8&psc=1)
und
Riemser Pharma Bite Away
(https://www.amazon.de/gp/product/B003CMKQTS/ref=oh_aui_detailpage_o08_s00?ie=UTF8&psc=1)

- - - AKTUALISIERT - - -



Meine anderen Fragen, Stabilität, Ersatz für etc stehen noch aus:-)
Hier der Link (verweist auf ein PDF) zum deutschen Waschzettel: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjq8NWMlunOAhWFtxoKHcxaDkwQFggfMAA&url=http%3A%2F%2Fbijsluiters.fagg-afmps.be%2FDownloadLeafletServlet%3Fid%3D100638&usg=AFQjCNE6tnpFwDOGWtm1u2bxz8kkoUuW8A&bvm=bv.131286987,d.d2s
Haltbarkeit ist demnach 15 Tage.
Stabilität: was meinst du damit? Lagerfähigkeit? Steht auch im Waschzettel. Sonst noch mal etwas genauer bitte.
Ersatz: hatte ich bereits geschrieben, z.B. Octenisept. das kannst du auch auf offenen Wunden anwenden.
Für medizinisches Instrumentarium würde ich ein entsprechendes Desinfektionsmittel verwenden und kein Schleimhautdesinfektionsmittel.

ksbulli
30.08.2016, 15:47
Moin @ll,

danke für die korrigierenden Hinweise. Es mag daran gelegen haben, dass ich keinen registrierten Zugang habe, sondern mit dem Wirkstoffnamen in die offene Suche gegangen bin ...

What ever, der von @Levold verlinkte Waschzettel is ja durchaus sehr aussagekräftig! Danach hatte ich wohl vergeblich gesucht .... :ohhh:
Insbesondere die Anwendung von Hexomedine Transdermal - und um das scheint es sich ja hier aus der frankophonen Quelle zu handeln - als "... Zusatzbehandlung bei begrenzten Hautinfektionen, insbesondere Haarbalgentzündungen ..." (Zit.) beantwortet ja eine der Kernfragen von @LagerregaL!

Die Haltbarkeit von 15 Tagen bezieht sich auf das Anbruchgebinde, im übrigen müsste es ja auf der Packung/Flasche aufgedruckt sein...

@LagerregaL: Ob Du dir das jetzt zusätzlich hinlegen möchtest, ist letztendlich eine Frage deiner persönlichen Nutzeneinschätzung. Offensichtlich liegen bis dato keine gemeldeten Nebenwirkungen vor, denn der Warnhinweis ist völlig allgemein gehalten. Sonst hätte das mit SIcherheit Erwähnung gefunden!

Be prepared!

Christian

LagerregaL
30.08.2016, 17:34
Erst mal danke für eure Antworten.


Zur Präzisierung:
mit Stabilität meinte ich die Haltbarkeit des Wirkstoffes auch über das Verfalldatum hinaus.
Ich meine mich zu erinnern, dass die längste gesetzlich erlaubte Haltbarkeit 5 Jahre beträgt (zumindest in CH), egal, ob der Wirkstoff darüber hinaus noch wirksam ist, oder nicht.

Mit Ersatz meinte ich, welches Produkt lässt sich durch Hexamidin ersetzen. Anscheinend wird umgekehrt ein Schuh draus, das Hexamidin lässt sich durch Octinesept ersetzen.

Mir geht es darum, was ich an Lager nehmen soll, da ich zwecks Überblick nicht gern zig verschiedene Mittel mit minimal unterschiedlichen Einsatzgebieten haben will. Schliesslich hab' ich weder nen Gemischtwarenladen noch 'ne Apotheke.

Levold
30.08.2016, 21:27
Zur Präzisierung:
mit Stabilität meinte ich die Haltbarkeit des Wirkstoffes auch über das Verfalldatum hinaus.
Ich meine mich zu erinnern, dass die längste gesetzlich erlaubte Haltbarkeit 5 Jahre beträgt (zumindest in CH), egal, ob der Wirkstoff darüber hinaus noch wirksam ist, oder nicht.

Mit Ersatz meinte ich, welches Produkt lässt sich durch Hexamidin ersetzen. Anscheinend wird umgekehrt ein Schuh draus, das Hexamidin lässt sich durch Octinesept ersetzen.

Mir geht es darum, was ich an Lager nehmen soll, da ich zwecks Überblick nicht gern zig verschiedene Mittel mit minimal unterschiedlichen Einsatzgebieten haben will. Schliesslich hab' ich weder nen Gemischtwarenladen noch 'ne Apotheke.
Zur Produkthaltbarkeit: ich behalte meine Mittel immer ewig (mehrere Jahre übers Verfallsdatum hinaus, das Anbruchsdatum ignoriere ich komplett). Als Krankenhausmitarbeiter kaufe ich immer recht große Gebinde (min 0,5l). Die verbrauchen sich auch mit Kindern nicht so schnell.
Aber wie lange du gewillt bist, die tatsächlich zu verwenden, ist natürlich eine individuelle Entscheidung. Verlässliche Infos kann dir keiner dazu geben.
Ich an deiner Stelle würde das Hexamidin erstmal aufbrauchen und dann was neues kaufen. Einsetzen kannst du das wie jedes andere Desinfektionsmittel auch. Ich persönlich bevorzuge einfach nur Octenisept (u.a. wegen der Schmerzfreiheit), wirken tut aber beides.
Für die Desinfektion von Gegenständen würde ich ein sog. Flächendesinfektionsmittel kaufen. Die Wirken etwas anders als Wunddesinfektionen. Macht auch Sinn, beides zu Hause zu haben (das eine für Verletzungen, das andere fürs Klo bei der nächsten Magen-Darm-Grippe). Die kannst du in jeder Apotheke in kleinen Sprühflaschen kaufen.
Ich hoffe, das hilft weiter.

LagerregaL
31.08.2016, 08:04
Hallo,

Es ist sehr freundlich so ausführlich zu Antworten, aber keiner beantwortet meine (anscheinend nicht?!) präzise gestellte Frage.
Anscheinend drücke ich mich nicht verständlich aus und ihr kennt mich natürlich auch nicht.

Vorneweg, ich kann Beipackzettel lesen und verstehen;-)
Ich weiss, dass es unterschiedliche echte Desinfektionsmittel gibt und bei einigen wie man sie gewöhnlich anwendet.
Flächendesinfektionsmittel sind für Flächen, Wunddesinfekrionsmittel für Wunden - und das hat Gründe.
Hausmittel sind... hier nicht gefragt.
Es gibt hier sehr viele gute Fäden im Forum und die meisten habe ich bereitst komplett gelesen;-)


Ich will nicht wissen, wie Ihr das macht, sondern nur, wie lange der Wirkstoff Hexamidin in der ungeöffneten und somit nicht verunreinigten Packung hält.
Daher habe ich geschrieben, dass ich von unseren Fachleuten ene Antwort will, zB von einem unserer Chemiker oder Hygienefachleute.

Beispiel:
Nehmen wir an, ich kaufe eine Packung mit MHD 2 Jahre und stelle sie dunkel und kühl.
Wirkt das Mittel noch desinfizierend, wenn ich es in fünf Jahren benutze?
Beispiel zur näheren Erklärung:
Alkohol ist seher stabil, Chlorlösung dagegen nicht, die verliert mit den Jahren ihre Wirksamkeit.


Wer dazu nix sagen kann braucht auch nix schreiben.


Hier hat ksbulli erklärt , wie man richtig Flächen desinfiziert : http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/32593-Frage-gro%C3%9Ffl%C3%A4chige-Fl%C3%A4chendesinfektion?highlight=Fl%E4chendesinfektion

Macohe
31.08.2016, 10:09
Liebes Lagerregal, wenn Du wirklich zuverlässige Infomationen dazu willst, würde ich mich bei einem Apotheker darüber informieren. Wirst Du von einer PTA bedient und die weiß keine sichere, definitve Antwort, wende Dich direkt an den Apotheker. Pharmazeuten wissen zwar auch nicht immer auf alles sofort eine sichere Antwort, wissen aber, wo sie sich drüber informieren können, wenn ein Kunde eine spezielle Frage hat, auf die er eine Antwort auf neuestem wissenschaftlichen Stand wünscht. Apotheken sind zur Beratung übrigens per Gesetz verpflichtet.

Andere Möglichkeit wäre, sich direkt an den Hersteller zu wenden.

TheHamster
31.08.2016, 21:45
LL ich muss dich da leider auch enttäuschen. Und ich denke das es deutlich über dem MHD bei guter Lagerung haltbar ist. Aber ich möchte dafür meine Hand nicht ins Feuer legen.

Und das befürchte ich, wird dir jeder Apotheker auch sagen. Aber ein Versuch ist es wert. Ich kenne mich leider auch nicht mit der Struktur und Wirkweise von Hexamidin. Das Problem ist das dir kein Apotheker Ratschläge geben wird der über das MHD oder den "üblichen" Einsatz hinaus gehen.

Macohe
31.08.2016, 22:03
Das Problem ist das dir kein Apotheker Ratschläge geben wird der über das MHD oder den "üblichen" Einsatz hinaus gehen.

Öh, doch, das kommt sehr auf den Apotheker an. Wenn der sich mit dem Medikament oder Produkt ausreichend auskennt, kann es schon sein, dass er Dir evtl. sagen kann, wie lange ungefähr der Wirkstoff seine Wirksmkeit behält, dass aber laut Gesetzgeber nur eine bestimmte Mindeshaltbarkeit garantiert werden darf. Ein Apotheker, den ich kenne, gibt mir manchmal solcherlei Auskünfte. Er stellt zwar immer klar, dass er mir diese Info als Privatperson gibt und mich in seiner Funktion als Apotheker auf das aufrgedruckte MHD verweisen muss, aber ich kriege ungefähr einen Anhaltspunkt, wie schnell ein Medikament in seiner Wirksamkeit nachlässt. Es ist also auf jeden Fall einen Versuch wert, den Apotheker danach zu befragen.

TheHamster
01.09.2016, 21:52
Sage ich ja, Versuch ist es wert aber ich würde eben auch nicht enttäuscht sein wenn ich keine befriedigende Antwort bekomme...

yggdrasil
17.09.2016, 10:39
....
Octenisept(tm) als wässriges Desinfektionsmittel, auch und gerade für Schleimhäute. Besonderer Vorteil: es brennt nicht!...

Dem Irrtum bin ich auch lange aufgesessen. Octenisept macht sehrwohl lokale Missempfindungen / Brennen. Das kann übelst "heiss" werden.

Levold
19.09.2016, 08:48
Dem Irrtum bin ich auch lange aufgesessen. Octenisept macht sehrwohl lokale Missempfindungen / Brennen. Das kann übelst "heiss" werden.

Dann scheinst du da individuell drauf zu reagieren.
Als ehemaliger Ambulanzpfleger mit vielen Jahren Berufserfahrung kann ich dir versichern, dass das "normalerweise" nicht der Fall ist. Was nicht heißt, dass nicht Einzelpersonen (also Du ;-) ) doch vom Durchschnitt abweichen und eben mit solchen Reaktionen reagieren.

TheHamster
19.09.2016, 09:59
Also die Regel ist das nicht. Und verwechselt nicht octenisept mit octeniderm.... Den Fehler haben auch schon einige gemacht

eraperp
19.09.2016, 13:06
Meine Kleine (4Jahre) sagt zu Octenisept auch "Das brennt soooo..." :rolleys: :devil:

Du sollst es ja auch nicht immer anzünden. (duckundwech)
cu Tom

yggdrasil
21.09.2016, 11:37
Als noch aktiver operativ tätiger Arzt, der täglich mehrfach damit arbeitet, kann ich dir versichern, ist es. Und nein, ich vertue mich damit nicht. ;)


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