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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alternative Wassergewinnung aus Luft - Fontus



Avesjünger
28.01.2016, 13:14
Hallo Foris,

Ich bin auf der Suche nach Methoden zur Wassergewinnung hierauf gestoßen:

http://fontus.at/products/


https://www.youtube.com/watch?v=Y25HN3kvMbk

Zwar ist das Konzept an sich hier im Forum mal als Wassergewinnung aus Luftentfeuchtern und Klimaanlagen besprochen und auch das Produkt "Fontus" angesprochen worden, aber auch nur in ein oder zwei Beiträgen. Es steht wohl kurz vor einem Finanzierungsstart.

Daher mal meine Frage an euch, hat das Konzept, so es denn verbessert wird, Potential? Würdet ihr diese Möglichkeit in eure Pläne integrieren?

Rein hypothetisches Szenario: Wassermangel, man selbst ist im urbanen Gebiet mit wenig Wasser oder hat nur unsichere, ggfs. chemisch verunreinigte Gewässer und keine ausreichende Filterkapazität für Chemikalien (den Aktivkohlefiltern à la Katadyn traue ich nicht allzuviel zu). Zwar gibt der Hersteller an, nicht alles an Luftverschmutzung aus dem Wasser halten zu können, aber ich halte die Luftverschmutzung in Europa verglichen mit Asien noch für verschmerzbar. Oder man filtert danach nochmal. Dann erscheint doch die Möglichkeit der Wassergewinnung durch Kondensation sinnig, oder nicht? Wenn es wirklich bis zu einem halben Liter die Stunde bringen soll, und man lässt es ein paar Stunden laufen, kann man ja ausreichend Wasser für eine kleine Familie gewinnen.

Gruß

Avesjünger

beprudent
28.01.2016, 13:32
Sehr interessant. Oben hat e eine Art Turbine ? Diese dreht sich durch Luftstrom und durch Strom über USB-Schnittstelle ?

gibt es irgendwo Preise ?

Übrigens, die Werbung ist ein wenig irreführend. Den Elektrolyt-.Verlust beim Raddeln kann man damit nicht ausgleichen - (jaja... immer meckern).

Avesjünger
28.01.2016, 13:35
@beprudent

Die Luft soll auf hydrophobes Material geführt werden, wodurch das Wasser dann abgeleitet wird.
Diese Radfahrervatiante, die sich auf den Fahrtwind verlässt, um Luft in das "Gerät" zu bringen, halte ich nicht für so sinnig für unsere Zwecke. Nicht zuletzt wegen des zu erwartenden Wasserverbrauchs. Aber die Methode mit dem Ventilator ist durchaus praktikabel.

Was die Elektrolyte und so angeht, ist das Problem ja auch öfter hier im Forum beim Thema "Destilliertes Wasser" angerissen worden. Dann muss man sich halt mit Salzwasser behelfen. Oder einem Leckstein :grosses Lachen:

---
Edit: Preise... ja, das wäre schön. Die warten aber wohl noch auf eine Croudfunding-Campagne. Aber das hat ja schon öfter mal geklappt, siehe diesen Elektroladedings-Ofen... Komme jetzt nicht auf den Namen.

Cephalotus
28.01.2016, 13:38
Die "Effizienz" meines kleinen Luftentfeuchters bei 160W Aufnahmeleistung hängt sehr stark von der absoluten Luftfeuchte ab, je wärmer (und feuchter) die Luft desto mehr Kondenswasser. Jetzt bei meinetwegen 15°C im Badezimmer (heize ich nicht) kommen geschätzt bei 24h nur 1-2 Liter raus, bei 25°C wären es wesentlich mehr.

mfG

Kiromanta
28.01.2016, 13:41
Fontus can harvest up to 0,8l water in an hour’s time under the right climatic conditions. -Zitat Ende.

Die Angaben zum Produkt sind, milde ausgedruckt, spärlich. In der Aussage: "unter der richtigen klimatischen Bedingungen", sehe ich ein Problem.
Ich vermute das Gerät braucht eine relative hohe Luftfeutigkeit um zu funktionieren . Hohe Luftfeutigkeit bedeutet meistens auch mehr Wasser, Niedrige Luftfeutigkeit wenig bis kein Wasser. Zudem ist das Gerät vermutlich auf Solarstrom angewiesen. Und die Frage stellt sich: Wieviel Wasser in welcher Zeit kann das Ding produzieren?
Alles im Allem sehe ich die Sache eher negativ. Da es sich höchst Wahrscheinlich um eine Destillationsanlage handelt, haben wir hier ein Mineral-Freies Wasser. Nicht ideal bei körperlicher Anstrengung.
Wenn genug Wasser (hohe Luftfeutigkeit) da ist, bin ich wahrscheinlich besser, und schneller, bedient mit einem normalen Wasserfilter.

Was denkt ihr?

Gruss
Kiromanta

witchcraft
28.01.2016, 13:54
Ich finde das in unserer Region sinnvoll und sollte das Teil nicht unbezahlbar sein, ist es sicher bedenkenswert. Ich denke es arbeitet immer mit Solarstrom ?
Welche Qualität hat das Wasser dann ?

Avesjünger
29.01.2016, 09:57
@witchcraft,
da, wie ich das sehe, das Panel über USB angeschlossen wird, müsste ja also auch eine normale Powerbank funktionieren, wenn mal keine Sonne da ist.
Ich denke, dass das Wasser zwar ziemlich mineralienarm sein wird, aber verglichen mit Wasser, welches man in urbanem Umfeld ggfs finden kann, immer noch besser. Mineralienarmes oder gar destilliertes Wasser wurde ja hier im Forum schon öfter als Trinkwasseralternative besprochen.

Ich denke auch, dass man in mitteleuropäischen Breiten damit gut arbeiten können müsste. Wenn es nicht zu teuer ist, 2-3 davon und beim Bugging In in urbanem Gelände kann man so den Schwund des Wasservorrats vielleicht etwas bremsen.
Das war auch meine Idee dahinter! Ich wollte in keiner Weise einen Filter ersetzen. Aber kein kleiner Handfilter ersetzt eine TWA, und bevor ich mir dann ggfs chemisch stark verunreinigtes Wasser durch den Filter haue, dann doch lieber alternativen suchen.
Die Qualität von der Luft entzogenem Wasser dürfte doch eigentlich in etwa der von Regenwasser gleichen, oder? Mit dem Unterschied, dass man für Regenwasser eben auch Regen braucht... Und eine ggfs größere Sammelfläche.

Matteo
11.02.2016, 11:06
Zur Wassergewinnung halte ich solche Geräte für ungeeignet. Ganz einfach, weil durch viel eingesetzte elektrische Energie nur vergleichsweise wenig Wasser gewonnen wird. Und über USB-Anschluß dürfte das schon gar nicht gehen.
Beruflich hab ich immer mal mit sog. Bautrocknern zu tun:
Diese Geräte, zur Trocknung feuchter Räume, ziehen die Luft durch einen kompressorgekühlten Wärmetauscher, wobei das Wasser dabei auskondensiert. Z.B. so was hier: http://www.eipl.eu/building_dryers/MK5.html
Bei 250 Watt Leistung 10 Liter am Tag, steht in deren Beschreibung. Ich denke mal diese Angaben der Wassermenge beziehen sich auf 100% Luftfeuchtigkeit, schon damit das Gerät in günstigem Licht da steht.
Die bei uns verwendeten Geräte haben 2,5 KW elektrische Leistung und bringen realistisch so ca. 5 Liter in 24 Stunden (eher weniger) aus einem durchfeuchtetem Raum. Das so gewonnene Wasser dürfte mineralfrei sein, also erst mal nicht zum Trinken.
Wenn man die Kiste z.B. auf den Balkon stellt, das hab ich noch nicht ausprobiert.

Samui
11.02.2016, 14:38
In einem TV-Beitrag sah ich mal ähnliches am Rande einer Wüste.
Ein Einheimischer beobachtete, wie jeden Morgen Tau vom Meer an Pflanzen haftete und Tier und Pflanze als Nahrung diente. Er brachte es mit Nebel in Verbindung und spannte über größere Distanzen ein feines Netz unter dem eine Regenrinne montiert war. Funktionierte. Der Nebel sammelte sich, lief nach unten und tropfte in die Rinne. Dort lief alles zu einem Sammelbehälter und sicherte einem ganzen dorf den Tagesbedarf an Wasser.
Laut TV-Bericht.

Avesjünger
11.02.2016, 14:56
Zur Wassergewinnung halte ich solche Geräte für ungeeignet. Ganz einfach, weil durch viel eingesetzte elektrische Energie nur vergleichsweise wenig Wasser gewonnen wird. Und über USB-Anschluß dürfte das schon gar nicht gehen.
Beruflich hab ich immer mal mit sog. Bautrocknern zu tun:
Diese Geräte, zur Trocknung feuchter Räume, ziehen die Luft durch einen kompressorgekühlten Wärmetauscher, wobei das Wasser dabei auskondensiert. Z.B. so was hier: http://www.eipl.eu/building_dryers/MK5.html


Hallo Matteo!

Ohne jetzt zu naiv technikgläubig sein zu wollen, würde ich der "Theorie" hinter dem Konzept dennoch eine Chance geben. Der Strom wird wohl benötigt, um mittels kleinem Lüfter Luft über eine hydrophobe Membran zu führen, die dann das Wasser abscheidet. Ein ganz anderes System als bei größeren Luftentfeuchtern. Und semipermeable Membranen sind heute weit verbreitet. Goretex ist nichts anderes.
Zwar hält sich der Hersteller noch sehr zurück mit Details, aber vorstellen kann ich mir das schon. Man denke zB nur an Solarzellen. Vor wenigen Jahren brauchte man große Flächen für verhältnismässig wenig Energie. Heute gibt es kleine Systeme um unterwegs Powerbanks zu laden, oder Batterien direkt für kleine GPS-Geräte und ähnliches. Und die funktionieren auch ganz gut, wenn auch nicht so wie immer in der Werbung. ;-)

Etwas OT:
Angenommen, diese hydrophobe Membran oder was die dort einbauen wollen basiert zB einfach "nur" auf Nanotechnologie oder so, dann ist der Preis auch nur eine Frage der Produktionsmenge. Ein Beispiel aus dem Bereich Heimkino: Texas Instruments hat vor Jahren mit dem Digital Light Processing ein Verfahren entwickelt, wo ein Chip mit der Größe eines kleinen Fingernagels mit unterschiedlich farbigem Licht bestrahlt wird, das dann von 2.000.000 kleinen Spiegeln auf dem Chip, die aberwitzig häufig die Stellung wechseln (theoretisch bis 5.000x/sec), zurückgeworfen wird um auf einer Leinwand ein Bild zu erzeugen.
Klingt kompliziert. Ist es. Klingt teuer. Ist es bereits kurz nach Veröffentlichung nicht mehr gewesen. Stellt mittlerweile trotz anfänglicher Skepsis eine der Haupttechnologien dar.

Mit moderner Technik ist viel möglich...

Gruß

Avesjünger
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Edit: Ich weiß nicht, wieso hier aus "Texas Instruments" ein Link wird... habe ich nicht gemacht! Sorry!

noxis
11.02.2016, 15:36
@Samui:
Die Auffang-Technik mit dem Netz wird inzwischen schon an etlichen Orten eingesetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nebelkondensation#Anwendung_durch_den_Menschen

@Avesjünger:
Was du da wegen dem Link schreibst, könnte ein Skimlink sein. Diese Werbelinks werden von der Software automatisch eingefügt.
Damit wird das Forum teilweise finanziert. Das ist kein Fehler.

Zum Fontus-Wassersammelgerät kann ich nichts dazu sagen. Da muss man wohl abwarten, wie es sich entwickelt.
Die Idee finde ich jedenfalls schonmal nicht schlecht.


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