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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entgiftung im Katastrophenfall für Laien



Xeore
04.07.2016, 10:34
Hallo
Mache mir zur zeit Gedanken, was es braucht um sich in einer kontaminierten Umgebung zu entgiften und so möglichst schnell das Gebiet verlassen zu können. Es geht mir hier nicht um präventive Massnahmen oder um Schutzausrüstungen sondern um die Entgiftung des Körpers nach einer Kontamination.

Wieso spreche ich nicht irgend ein spezielles Szenario oder ein spezifischesGift an? Ich bin mir bewusst, dass es fortgeschrittene medizinische Kenntnisse und Messeinrichtungen benötigt um, im Falle einer Kontamination, die richtigenGegenmassnahmen einzuleiten. Weiter sind meist mehrere Stoffe vorhanden und die Isolierung der einzelnen ist für einen Laien nicht möglich. Es empfiehlt sich hier eher das Gebiet möglichst rasch zu verlassen.

Deshalb nun meine Frage. Wie kann ich mich als Laie entgiften ohne dass ich mich durch die Einnahme der falschen Gegenmittel selbst vergifte. Gibt es etwas, dass ich einnehmen kann, mir hilft und kein Placebo ist?

Vielen Dank für Tipps und Tricks.

Gruss Xeore

Henning
04.07.2016, 11:02
Hallo
Mache mir zur zeit Gedanken, was es braucht um sich in einer kontaminierten Umgebung zu entgiften und so möglichst schnell das Gebiet verlassen zu können.

Um sofort danach wieder kontaminiert zu werden?

Ich würde erst einmal weg aus der Gefahrenzone.
Und wenn Du nicht weis, um was es sich handelt, hilft nur aus der Kleidung aus und Duschen, möglichst ohne das Zeug zu verschleppen oder dabei erst einmal in Mund, Nase usw. zu befördern.

Den Gedanken, das es bei einer Vergiftung reicht, eine bunte Pille einzuwerfen und alles wird gut, vergiss am besten gleich wieder.
Auch, das es für alles ein "Gegengift" gibt. Oft bestehlt die Behandlung bei Vergiftungen nur aus unterstüzenden Massnahmen, um die Folgen zu mildern.

Xeore
07.07.2016, 06:31
Ich gehe aber anhand deiner Beschreibung davon aus, dass du eher das Einatmen von toxischen Substanzen meinst, oder?
Guten Morgen
Eigentlich schon. Der Tipp mit der Kohle ist aber schon einmal wertvoll, danke. Mir gehts um die Aufnahme von toxischen Substanzen über die Atemwege und die Haut. Ein Beispiel. Leute um dich herum zeigen Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Durchfall. Ich möchte nun Gegenmassnahmen ergreifen, die Schutzausrüstung anziehen und das Gebiet verlassen. Für diese Gegebenheit suche ich was?

Gruss Xeore

callado
07.07.2016, 09:05
Hallo -Xeore-
Beim Einsatz von biologischen b.z.w. chemischen Kampfstoffen kannst Du davon ausgehen das sich der Fall für Dich erledigt hat. Wenn Du mit anderen im kontaminiertem Bereich bist, Leute schon die ersten Sympthome zeigen hast Du in der Regel auch schon ausreichend Intus das es Dich auch dahinrafft. Zuerst zeigen die etwas "empfindlicheren" die ersten Anzeichen. Dann geht es bei chemischen Stoffen auch nach mg b.z.w. yg pro Kilogramm Körpergewicht. Kleinere, oder besser leichtere Personen und Kinder haben also eine höhere Kampfstoffkonzentration im gleichen Zeitraum im Körper als große, schwere Personen. Du müßtest, wenn alles vorhanden ist, schon die Schutzmaßnahmen ergreifen bevor Du das kontaminierte Gebiet durchquerst. Schnell das Gebiet verlassen ist aussichtslos. Dadurch (insbesondere beim rennen) atmest Du tiefer und schneller zudem berührst Du noch achtlos z.B. Blätter und Zweige. Auch der Streßfaktor, wenn Du erfähst das Du im Bereich bist, lässt Puls und Atmung schneller werden, was zur beschleunigten Giftaufnahme führt.

Bei der Armee hatten wir einen speziellen ABC-Aufklärungsdienst der im Vorfeld das Kampfgebiet , Trinkwasser u.s.w. untersuchte.
Damals hatten wir eine "Übung unter realen Ernstfallbedingungen" wie man das nannnte. Wir mußten ein kontaminiertes Gebiet durchqueren. Dabei wurde ; keine Ahnung was es war ; ein etwas harmloserer Kampfstoff eingesetzt. Obwohl der Befehl für Schutzanzüge kam und trotz Überdruck in den Kabinen fing unser Pilot plötzlich an zu :brech:. Wir kamen mit unserer Mi8 gerade noch in einer Waldlichtung zur landung. Den anderen Zügen gings nicht besser. Trotz verlassen des Gebietes, dekontamination unter mobilen Duschstraßen und ablegen der gesamten Bekleidung und Ausrüstung zeigte letztlich die gesamte Kompanie Vergiftungserscheinungen. Über hundert nackte Kerle standen im Wald und :brech:.

Was genau schiefgelaufen war haben wir nie erfahren. Vermutlich hatte sich die Wolke unvorhergesehen ausgebreitet und wir haben vor dem "Gasbefehl" einen kleinen Nebenausläufer passiert. Aber es zeigt das selbst bei einem geplanten Unternehmen, mit Vorwarnung die Sache vollkommen unkontrollierbar ist. Derartige Übungen wurden daraufhin verboten.

In der Ausbildung hieß es :
auf örtlich begrenzte Nebelschwaden, ölige Spritzer oder Pfützen auf dem Boden und der Vegetation achten.
Zusammengerollte oder braun gewordene Blätter und Halme beachten.
Auf verstummtes Vogelgezwitscher achten.
Auf vermehrt tote Kleintiere oder Insekten am Boden achten.
Die visuellen Wahrnehmungsmöglichkeiten sind äußerst begrenzt. Deshalb beim geringsten Verdacht sofort die Schutzausrüstung anlegen.

Klingt beunruhigend, ist aber so .....:rolleys:

Gruß callado

P.S. Ein entsprechendes Gegengift wurde uns dem jeweiligen Körpergewicht entsprechend dosiert verabreicht. Also mit "Gegenmitteln" äußerste Vorsicht. Erstmal muß man wissen was die Vergiftung verursacht hat um entsprechendes einzusetzen und eine Überdosis des GegenGIFTES bringt uns auch um!

P.P.S. Bei biologischen Kampfstoffen ist es eigentlich noch tückischer. Ein Atemzug oder Kontakt kann schon reichen. Die Erreger vermehren sich ja dann selbsstädig im Körper und machen uns krank. Die Konzentration steigert sich also selbstständig auch bei hinterher angelegter Schutzausrüstung. Währen bei chemischen ja die weiteraufnahme gestoppt wird.
Übrigens : Aufgefundene Leichen im Schutzanzug nicht auspacken !:grosses Lachen:


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