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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schutz gegen Tröpfcheninfektion



User-ID-112
27.04.2009, 23:47
kennt sich jemand in medizinischen Fragen aus?

Bieten dieser "OP-Mundschutz" (wie er bei verschiedenen ebay-Händlern für ca. 15 Cent/Stück erhältlich ist) signifikanten Schutz gegen Tröpfcheninfektionen?
Oder tragen die Ärzte und Schwestern im OP das Zeug nur so zur Dekoration, damit die Kundschaft meint, es würde was für die Hygiene getan???

Alexis
27.04.2009, 23:49
Also ich denke, ein wenig bringt es schon was. Aber man muss es regelmäßig austauschen. Die Dinger werden ja mit der Zeit feucht, vom Atmen und Sprechen.
Und das ist dann wieder kontraproduktiv.

PeppiCorps
28.04.2009, 07:45
Moin Moin

Mh ich denke ein OP Munschutz hilft bei Tröpfcheninfektionen schon eine menge da die Tröpfchen durch das feine Gewebe der Maske absorbiert werden aber ich gebe Alexis recht man sollte sie in regelmessigen Abständen auswechseln. Aber das wichtigste ist halt das man sehr auf Hygiene achtet im falle einer Pandemie. Das heisst das man sich oft die Hände wäscht, keine offenen Getränke trinkt, nicht auswärts essen geht, grössere Menschen ansammlungen aus dem weg geht usw. Aber dies natürlich nur im Falle eines erhöten Risikos einer Ansteckung (wie in mexico im moment).

Cya

Stickstoff
28.04.2009, 17:05
Wenn man hustet oder eine feuchte Aussprache hat bringt das bei einer Op schon einen Teil Hygiene finde ich.
Doch bei Epidemien/Pandemien verlasse ich mich lieber auf die Voll-Mundschutzmasken, so wie die Feinstaubmasken auf Baustellen.
Da man dort keine offenen Luftaustausch an den Seiten hat wie bei den OP-Teilen.

User-ID-115
28.04.2009, 17:15
Ein OP Mundschutz soll den Patienten vor den Keimen des Arztes schützen und die höflichen Japaner tragen so ein Teil wenn sie selber Schnupfen haben, aber besser so ein Ding als garnix

tomduly
28.04.2009, 17:22
Hallo,

ich hatte als Zivi im Krankenhaus auch mit Tbc-Patienten auf der Iso-Station zu tun. Man kann, wenn man ein paar Regeln beachtet, eigentlich unbeschadet mit infizierten "Ausscheidern" umgehen. Patientenzimmer auf Isolierstationen haben so eine Art Schleuse im Eingangsbereich. Dort liegen auf der einen Seite einzeln verpackt frische Einwegschürzen, Handschuhe und Mundschutz bereit, auf der andern Seite ein robuster Mülleimer mit "Fußbedienung" und ein Desinfektionsmittelspender.
Hat man als Personal mit einem isolierten Patienten zu tun, zieht man sich in der Schleuse die Einweg-Klamotten über. Beim Arbeiten am Patient schaut man, dass man aus dem "Tröpfchenbereich", sprich dem Kopf, möglichst weg bleibt (auch die Augen sind eine Eintrittspforte für Erreger über Tröpfcheninfektion! -> in Emergency Room tragen deshalb die Leute in der Notaufnahme Schutzbrillen)

Wichtig ist, dass alle Utensilien, die an Iso-Patienten verwendet werden (Fieberthermometer, Blutdruckmesser, Salben usw.) im Zimmer des Patienten bleiben und nur für diesen verwendet werden.
Das gilt auch für Essgeschirr, das getrennt von anderem Patientengeschirr gesammelt, transportiert und behandelt wird.

Verlässt man den Iso-Patienten, nimmt man die Einwegschürze ab, packt sie in die Mülltonne, dann krempelt man sich beim Abstreifen die Handschuhe um, dass das Äussere nach innenn kommt, entsorgt sie ebenfalls und schließlich nimmt man sich den Mundschutz ab, ohne ihn an der Vorderseite zu berühren und wirft ihn auch in die Tonne. Dann desinfiziert man sich Hände und Unterarme gründlich mit geeignetem Händedesinfektionsmittel (z.B. Sterilium oder Desderman), wartet die vorgeschriebene Einwirkzeit ab (meist eine Minute), um sich dann die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen und trocknet sie mit Einwegpapiertüchern ab. Dann desinfiziert man sich die Hände/Unterarme nochmals. Klingt komplizierter als es ist. Vorausgesetzt, man hat den Platz für so eine Schleuse, hat genügend Einwegmaterial und einen Desinfektionsmittelspender und eine Mülltone parat stehen, wird die Prozedur recht schnell zur Routine und man hat die Infektionsgefahr und das Problem der Keimverschleppung ganz gut im Griff.

So kann man im Prinzip auch mit infizierten Patienten zuhause umgehen: eigenes Zimmer, Schleusenbereich davor (Notfalls mit nem Duschvorhang und einem Schränkchen und ner Mülltonne improvisiert) und penibles Einhalten der Prozeduren.

Das andere ist natürlich die Vermeidung von Kontakten mit potenziell Infizierten. Also keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, keine Massenveranstaltungen besuchen, generell von unbekannten Leuten einige Meter Abstand halten, damit man nicht "angeniest" wird. Alles vermeiden, was zur Übertragung von Keimen geeignet ist: Händeschütteln, kein "Gemeinsam-aus-einer-Flasche-trinken, keine offen verkaufte Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht gekocht werden (Obst & Gemüse vom Markt oder aus der Grabbelecke im Supermarkt) - da hilft die alte Globetrotter-Regel: "Cook it, peel it - or forget it!" (Koche es, schäle es - oder vergiss es!).

Wie Alexis schon schrieb, ist es mit dem Mundschutz so eine Sache, eigentlich schützt er die anderen vor den Keimen des Mundschutzträgers (das ist auch der Sinn des Schutzes im OP). Denn die Augen bleiben ungeschützt und sobald man einen von aussen "beniesten" Mundschutz anfasst, hat man die Keime überall und wenn er durchfeuchtet, schlagen die Keime nach Innen durch.

Man sieht halt "geschützt" aus mit so nem Mundschutz im Gesicht. Wirklich sicher ist eigentlich nur ein Ganzkörper-Anzug mit Überdruckbelüftung a la "Outbreak". Aber um aus dem "unkontaminiert" wieder herauszukommen, braucht man jemand anders - auch im Schutzanzug - der einen vorher "entseucht", d.h. mit Desinfektionslösung abspritzt. hier könnten die "Gedienten" unter uns aus der ABC-Ausbildung sicher mehr zu sagen :-)

Der beste Schutz ist Zurückhaltung in der Öffentlichkeit und Einhaltung von ein paar Grundregeln der Hygiene.

Grüsse

Tom

Tyr
28.04.2009, 18:42
der einen vorher "entseucht", d.h. mit Desinfektionslösung abspritzt

In extremen Fällen wird zur Entseuchung von Schutzanzügen sogar kein Desinfektionsmittel benutzt sondern sie werden mit Schwefelsäure abgeduscht.

Stickstoff
28.04.2009, 20:53
In extremen Fällen wird zur Entseuchung von Schutzanzügen sogar kein Desinfektionsmittel benutzt sondern sie werden mit Schwefelsäure abgeduscht.

Gibt es dafür eine Quelle?
Wird aber wohl keine hoko sein.... :lachen:

PeppiCorps
28.04.2009, 22:02
Wen du mich vor 2 Jahre gefragt hättest Stickstoff dan hött ich dir einige Kanister bringen können ^^

Tyr
28.04.2009, 22:12
Gibt es dafür eine Quelle?
Wird aber wohl keine hoko sein....

Ich kannt mal eine Biologie Stundentin die sich auf Viren spezialisiert hatte.
Sie hat mir erzählt das in der höchsten Sicherheitsstufe, in der auch z.B. Ebola Viren gelagert werden, eine Zweischleusendusche benutzt wird in welcher in der ersten mit Schwefelsäure gearbeitet wird und in der zweiten wird es dann die Schwefelsäure abgeduscht.

Aber wie hoch konzentriert die ist hat sie mir nicht erzählt.:Sagenichtsmehr:

Wiper
29.04.2009, 19:36
Gibt es dafür eine Quelle?
Wird aber wohl keine hoko sein.... :lachen:

Tja da werde ich mich mal freuen das wir in der Firma so ca 50.000 Liter vorrätig haben. Hey das Zeug ist gefährlich und duschen wollte ich damit bestimmt nicht.


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