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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überleben in der Großstadt



Anubis
07.04.2011, 14:43
Die Frage die sich mir immer wieder stellt ist, was tun wenn was globales passiert. Zusammenbruch der Stromversorgung, Infrastruktur.
Wenn man auf dem Land lebt hat man vielleicht bessere Möglichkeiten zu überleben, doch was mache ich in der Großstadt - zudem noch im bevölkerungsreichsten Region Deutschlands, dem Ruhrgebiet? Zudem noch in einer Etagenwohnung?

Natürlich habe ich auch meine Vorräte für mind. 3 Wochen und eine autake Stromversorgung. Ich lebe zwar am Stadtrand und wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich jede Menge grün, aber auch jede Menge Häuser mit vielen Menschen.

Ich denke, dass hier das Chaos ausbrechen wird, und der Mensch an sich ist in Stresssituationen unberechenbar und Durst ist schlimmer als Moral.

Nun ich habe 2 Möglichkeiten: zum einen bleibe ich hier bis meine Vorräte aufgebraucht sind - die dann wahrscheinlich auch noch verteidigen muss, oder ich gehe - in meinem Fall wäre es das Sauerland bzw. zu einer Talsperre.

Was meint ihr? Bleiben oder Gehen ?

Doomer
07.04.2011, 16:26
Ganz einfach: nix wie weg!
Mit der Sufu findest Du einiges hier zum Thema
LG
Doomer

Krax
08.04.2011, 00:57
...was mache ich in der Großstadt... Etagenwohnung?
... jede Menge Häuser mit vielen Menschen... Chaos ...Stresssituationen unberechenbar ...
Was meint ihr? Bleiben oder Gehen ?

Hallo Anubis,
mein Tip wäre Gehen. Weit weg. Möglichst bald. Grüße!

symmetriebruch
08.04.2011, 09:32
Ganz einfach: nix wie weg!


Kann ich nur bestätigen. Ich war vor einem Jahr in der selben Situation wie du. Habe in Duisburg im 2ten OG gewohnt. Preppen war dort nur eingeschränkt möglich.

Jetzt nach einem Jahr auf dem Lande haben sich meine Aussichten schon imens verbessert. Neben Platz zum Lagern und nachbarschaftliche Hilfestellungen macht sich vor allem der Anbau von Lebensmitteln positiv und beruhigend bemerkbar.

Fazit: Wenn du kannst, verlege dein Leben so früh wie möglich aufs Land.

LG

Weiher
08.04.2011, 09:39
So unauffällig wie möglich den Verschwindibus machen. Voraussetzung dafür wären m.M. aber, dass Du eine sichere Anlaufstelle im Sauerland bzw. dieser Talsperre hast.
Nur die Idee das hin zu gehen kann böse nach hinten losgehen und macht die Wohnung zur sichereren Wahl.
Gruß Weiher

Rockyourglock
08.04.2011, 12:10
Ich bin in der selben Lage wie du, würde aber nur dann gehen, wenn ich eine SICHERE und LOHNENSWERTE Anlaufstelle hätte.
Und das wären für mich nur die Familie oder allerengsten Freunde.
Und die Freunde auch nur dann, wenn die auch sowas wie Prepper sind und ich mich vor dem Chaos an den Vorbereitungen beteiligt hätte.
Viele stellen sich das zu einfach vor, mal ebend zu Freunden gehen und sich durchfüttern zu lassen.

Ich selbst werde mit meiner Partnerin 3/4 unsere Voräte auchbrauchen, bis wir zu meinen Elten gehen würden.
Das wäre 450 km östlich nach Thüringen, und das will überlegt sein.
Und ob ich dann besser dran bin???
Dazu muss ich aber sagen, das wir uns beide sehr gut Verteitigen könnten. Sonst würde ich mich auch schon früher davon machen.


LG rockyourglock

User-ID-1579
08.04.2011, 15:40
Hallo Anubis,
ich lebe auch in der Stadt, in einer Wohnung..
seit dem ich mich mit preppen beschäftige ist es auch mein Plan im Falle des Falls möglichst schnell aus der Stadt zu verschwinden, es gibt einfach zu viele andere Menschen, mein Tipp, hau ab wenn du eine sichere Anlaufstelle hast, ich beispielsweise gehe dann zu meinen Verwandten =)

loop

FrankD
08.04.2011, 15:55
Hallo ihr lieben,
so einfach ist das alles nicht. Wers geschafft hat den Beglückwünsche ich von ganzem Herzen. Mir ist es noch nicht gelungen. Der Grund dafür liegt in dem dilemma, dass ich Geld verdienen muss. Vor kurzem bekam ich quasi ein Haus als Geschenk angeboten. Leider in einer Gegend von Deutschland wo es kaum Arbeit gibt, eine der Regionen die langsam aussterben. Weiter aufs Land zu ziehen, heist für mich noch weitere Fahrstrecken zu meinen Auftraggebern zu produzieren. Das bei ständig steigenden Sprittpreisen ist genau das umgekehrte von dem was ich anstrebe.
Ich gehe den Weg genau anders herum. Ich suche nach Arbeit, bzw. Hauptauftraggebern in ländlichen Regionen. Das gelingt mir immer mehr. Sobald sich das gefestigt hat, werde ich näher zur Arbeit ziehen. Mein Ziel ist es das Auto weniger und nicht mehr zu brauchen. Quasi finanzielles Survival.

Also erst Arbeit auf dem Land suchen, dann dort hin ziehen. Der umgekehrte Weg wird Dich ruinieren.

Grüße,

Frank

Cephalotus
08.04.2011, 16:42
Kommt doch sehr auf das Szenario an.

Glaubst Du, der Gemüsegarten rettet Dich bei einer Apokalypse mit Zombi-Horden?

Ich glaube ja eher, dass die meisten Szenarien (Katastrophen mal außen vor) sich eher langsam vollziehen und für den einzelnen eher finanzieller Natur sind. Geldentwertung, massiver Anstieg der Energiepreise, deutlich teurere Mobilität, sinkende Löhne, Zusammenbruch der ländlichen Infrastruktur durch den demographischen Wandel, etc...
In den meisten dieser Szenarien dürfte die Stadt + Etagenwohnung deutlich attraktiver sein als das Häusle in der Pampa...

Zwischen heute und Hungersnot liegen noch sehr, sehr viele Zwischenstufen und solange

Heute sitze ich 1 Stunde im Büro und kann mit mir dem Verdienst Lebensmittel für 1 Woche kaufen (wenn ich mich auf billige Grundenahrungsmittel begrenze), als Selbstversorger bräuchte ich da wohl eher 50 Stunden als 1 Stunde dafür. Da muss sich viel ändern, bis sich das Verhältnis mal dreht.

mfg

FrankD
08.04.2011, 19:05
Hallo Cephalotus,
wen meinst du mit "Du"?

Naja, hier meine fünf Cent:
Naja, ganz so schlimm ist es wohl nicht, wenn man erst mal in Übung gekommen ist. Am Ende läuft es wohl eher auf 28h pro Woche für die Verpflegung einer Woche hinaus. So jedenfalls die Erfahrungen von Beobachtungen bei sog. Urvölkern oder beispielsweise bei den Nearing´s, die 60 Jahre Erfahrung in Selbstversorgertum dokumentiert haben. Der Harken an der Sache ist nur, dass der Mensch sich schwer tut, wenn er einmal einen Lebensstandard erreicht hat, sich wieder zu verschlechtern.

Ein Bekannter von mir, der zum Teil so aufgewachsenen ist, erzählte mal, dass sie sich immer freuten, wenn ein neues Gemüse Erntereif war. Hmmm Möhren. Eine Woche Später, Ah, Mören. Noch eine Woche Später: Mören. Ich für meinen Teil bin nunmal hier im Tal der Glücksehligen aufgewachsen, mit all seiner Vielfalt. Zum eigentlich überleben braucht es deutlich weniger, als wir alltäglich konsumieren. Aber es verdammt schwierig ein Kind der Überflussgesellschaft wie mich bei Laune zu halten, wenn es nur das Notwenigste zum Überleben gibt. Diesen Knackpunt habe ich schon vor langer Zeit kennen gelernt und spiele da immer wieder an meinen Grenzen und es ist verdammt schwer.

Ob eine Etagenwohnung in der Stadt so dolle ist, wenn die innere Sicherheitslage durch weitere Verarmung sich schnell vermehrender Bevölkerungsschichten weiter zunimmt, bezweifle ich. Ansonsten gebe ich Dir recht, lieber Cephalotus, da kommen erstmal ein paar ganz andere Dinge auf uns zu, als die Apokalypse. So überlege ich mir, was ich in 10 Jahren arbeite, wenn ein Großteil meines derzeitigen Geschäfts durch zu hohe Mobilitätskosten zusammen bricht. Womit verdiene ich mein Geld, wenn sich die breite Masse Mobilität nicht mehr leisten kann? Vorbereitung ist nicht nur Vorräte und Hardware, auch die Überlegung welchem Beruf man in Zukunft nachgehen wird gehört dazu.

Wie schon in einem anderen Thread beschrieben, bleibe ich dabei, man mus in der Stadt überleben können und vorübergehend auch in der Natur zurecht kommen.

liebe Grüße,

Frank

ID-547
08.04.2011, 23:31
Hallo an alle ! Was noch keiner bedacht hat, man kann in einem ländlichen Gebiet auch zur Miete wohnen und einen "Bürojob" haben - geht mir so. Aktuell befürchte ich keine Zombie-Horden und auch keine Belagerung durch die hungrige Unterschicht. Wenn aber eine Seuche oä ausbrechen sollte, würde ich mich möglichst frühzeitig in meiner Wohnung verbarrikadieren und möglichst unauffällig verhalten. Konserven und Wasser sollten für einen Monat reichen. Als dieses Jahr die Grippewelle am rollen war (ist sie immer noch), habe ich ernsthaft überlegt, mich für ein paar Wochen auf Krankenschein abzuseilen - nur dafür hätte ich zum Arzt gemusst, dessen Wartezimmer voller Kranken war... Naja, und die Grippe hat mich dann doch böse erwischt, war eine Woche zu nichts zu gebrauchen. Mann, war ich froh, dass ich 9l Wasser, Nudeln, Dosenbrot, Fleischkonserven und Tee im Vorrat hatte! Denn einkaufen gehen konnte ich nicht, war zu schlapp dafür. Und mir wurde klar, dass ein Sixpack Mineralwasser VIEEEEEL zu wenig ist für den Notfall - 10 wären eine vernünftige Reserve, grad im Sommer.

Naja, lange Rede kurzer Sinn : sollte man nicht gerade in DA-Kranichstein oder Berlin Neukölln wohnen, ist Ausharren in der Wohnung durchaus eine realistische Option, bevor man sich auf den unsicheren Strassen begibt.

Waldschrat
12.04.2011, 02:10
Die Frage die sich mir immer wieder stellt ist, was tun wenn was globales passiert. Zusammenbruch der Stromversorgung, Infrastruktur.
Wenn man auf dem Land lebt hat man vielleicht bessere Möglichkeiten zu überleben, doch was mache ich in der Großstadt - zudem noch im bevölkerungsreichsten Region Deutschlands, dem Ruhrgebiet? Zudem noch in einer Etagenwohnung?

Natürlich habe ich auch meine Vorräte für mind. 3 Wochen und eine autake Stromversorgung. Ich lebe zwar am Stadtrand und wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich jede Menge grün, aber auch jede Menge Häuser mit vielen Menschen.

Ich denke, dass hier das Chaos ausbrechen wird, und der Mensch an sich ist in Stresssituationen unberechenbar und Durst ist schlimmer als Moral.

Nun ich habe 2 Möglichkeiten: zum einen bleibe ich hier bis meine Vorräte aufgebraucht sind - die dann wahrscheinlich auch noch verteidigen muss, oder ich gehe - in meinem Fall wäre es das Sauerland bzw. zu einer Talsperre.

Was meint ihr? Bleiben oder Gehen ?

Meine Meinung:

Gehen, frühzeitig und bei den ersten Anzeichen, noch bevor der Regierungssprecher das Vorliegen einer Katastrophe dementiert. Zurückkommen kann man immer, wenn man die Situation überschätzt hat.

Wenn es für Otto Normalverbraucher sichtbar kritisch wird, sind die Läden leergekauft und die Straßen verstopft.

Fluchtwege aus den Großstädten sind deshalb vor allem nicht die Autobahnen, sondern die Feldwege. Ich setze mal topographische Karten voraus. Autobahnen sind geradezu Fallen, wenn ich im Stau stehe, hindern mich die Leitplanken selbst mit einem geländegängigen Fahrzeug am Verlassen der Straße.

Ein Stadtmensch kann sich übrigens auch auf dem Land nützlich machen: Hey ich kann weltweite Kommunikation ohne Handymasten, zum Beispiel per Amateurfunk, ich kann Strom erzeugen, ich habe ein solides Wissen in Erster Hilfe und die Ausrüstung, Verletzte zu versorgen, ich besitze ein paar "wundertätige" Chemikalien, mit denen ich bestimmen kann, ob Trinkwasser sicher ist, oder ein paar Desinfektionsmittel, mit denen ich es sicher machen kann.

Viele Grüße

Matthias

ididitmyway
12.04.2011, 07:27
Hallo an alle ! Was noch keiner bedacht hat, man kann in einem ländlichen Gebiet auch zur Miete wohnen und einen "Bürojob" haben - geht mir so. .

So machen wir es. Wir wohnen zur Miete auf einem Bauernhof. Ich arbeite aber in der Stadt Bern. So geniesse ich die Vorteile des Landlebens und arbeite trotzdem noch voll im Job.

Für alle, welche nicht diese Glück haben, und noch keinen sicheren Rückzugsort haben, rate ich zur Variante "Rückzug light". Also das Aufsuchen von Freunden oder Verwandten auf dem Lande. Dass heisst, schnellstmöglich ein gutes Beziehungnetzwerk aufbauen und pflegen. Man kann ja nicht am Tag x mit Sack und Pack auftauchen und um Asyl bitten.

Landwirte sind froh, wenn mann ihnen bei der Feldarbeit, beim Holzen oder was auch immer anfällt hilft. Zudem kann man sich so bereits wertvolle Kenntnisse aneignen.

Dies soll als Denkanstoss dienen für alle, welche sich einen Kopf machen, weil sie nich keinen "sicheren Ort" haben. Ich denke da gibt es viele.

...und solche die einen haben, outen sich wahrscheinlich nicht lauthals.

ID 488
12.04.2011, 08:10
Glaubst Du, der Gemüsegarten rettet Dich bei einer Apokalypse mit Zombi-Horden?

Hallo Cephalotus!

Vor Zombie-Horden wird er wohl nicht schützen, aber eine Versorgung mit frischem Gemüse kann er ev. gewährleisten, wenn ich sowas im Supermarkt nicht bekomme. Was Zombies anbelangt, solltest du dir vielleicht mal dieses Thema (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?3395-Zombie-ist-nicht-unser-Thema&highlight=Zombies) anschauen.


Heute sitze ich 1 Stunde im Büro und kann mit mir dem Verdienst Lebensmittel für 1 Woche kaufen (wenn ich mich auf billige Grundenahrungsmittel begrenze), als Selbstversorger bräuchte ich da wohl eher 50 Stunden als 1 Stunde dafür. Da muss sich viel ändern, bis sich das Verhältnis mal dreht.

Ob die angegebenen Zeiten so stimmen, wage ich zu bezweifeln. Ist doch von mehreren Punkten abhängig: Einkommen, Maschineneinsatz, was wird produziert, ... Aber ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass das vor allem nur dann stimmt, wenn dir egal ist, was du isst und vor allem, wie es produziert wurde.

Und ein weiterer Punkt, der vielleicht auch noch zu bedenken ist, es kann Spaß machen, wenn man Lebensmittel und Dinge selbst herstellt. Wahrscheinlich sogar mehr als wenn ich im Job das mache, was mir angeschafft wurde.

lg

der Luchs

Nikwalla
12.04.2011, 15:20
Hallo Waldschrat,


Gehen, frühzeitig und bei den ersten Anzeichen, noch bevor der Regierungssprecher das Vorliegen einer Katastrophe dementiert. Zurückkommen kann man immer, wenn man die Situation überschätzt hat.Theorie sehr gut - eins setzen.

Praxis ?!? Wie oft bist Du selbst schon aus Deinem Büro weg, bevor ein Regierungssprecher die Chance hatte was zu sagen? Da Du selbstständig bist (meinen Glückwunsch) ist es ja leicht möglich den Laden mal zu zumachen, andere haben das noch nicht geschafft.

Mal gaanz ehrlich, die Schwatztanten sind die, die gleich nach dem Nachrichtensprecher verkünden: Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, wenn es ernst ist auch: Türen und Fenster geschlossen halten aber: Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.

Also läuft bei Dir den ganzen Tag das Radio und Du bist marschbereit?

Bei meinem Beruf läuft kein Radio während der Arbeit und wenn ich nach Hause fahre, wäre es schon zu spät für den Platz in der ersten Reihe, aber macht nichts die 10Kilometer kann ich auch zu Fuß gehen.

Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

hamster
12.04.2011, 18:42
Auch ich gehe davon aus, das man keine rechtzeitigen Informationen bekommt. Ein Grund ist auch, das die Behörden Angst haben eine Panik auszulösen. Wenn heute im Radio die Meldung kommen würde. "Die Innenstadt von Köln ist um Umkreis von 2 km um den Dom sofort, aufgrund eines Chemieunfalls, zu räumen" bräche das blanke Chaos aus. Die einen vollen weg, die anderen wollen hin um Angehörige zu retten. Die mit dem Auto unterwegs sind könnten sich auf eine gewisse rüppelhaftigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer einstellen. Die die auf Öffies angewiesen sind müßten hoffen, das noch jemand Richtung Innenstadt fährt. Dieses Durcheinander brächte den Verkehr zum Erliegen.
Dies würde für die Behörden bedeuten, das sie praktisch über keine Verkehrswege für Rettungskräfte verfügen. Also lassen sie solche Durchsagen.

ID 1208
12.04.2011, 20:30
Kommt vielleicht auf die Behörden an, wie stark sie anderweitig absorbiert sind, welche Pläne bereitliegen und wieviel ihnen an Zeit bleibt, aber ich denke, dass Behörden nicht einfach so die Anweisung "Haut mal alle ab" rausgeben ohne lenkende Massnahmen. Wenn genug Zeit bleibt und genügend Ressourcen vorhanden sind sollte es doch möglich sein, eine Evakuierung auch geordnet ablaufen zu lassen.

Herzliche Grüsse
linthler

Vengard
12.04.2011, 21:26
Ich würde sagen das es vom Szenario abhängt, ob man in der Stadt bleibt oder aufs Land geht.

Wenn es zu einem gesellschaftlichen Zusammenbruch kommt, bspw. durch Hyperinflation, Peak Oil, Massenarbeitslosigkeit, etc., würd ich mich soweit wie möglich aufs Land zurückziehen und die Grossstädte meiden. Voraussetzung ist natürlich das du Familie, oder Freunde, oder einen befreundeten Landwirt auf dem Land kennst. Ansonsten gilt, versuchen Kontakte und Freundschaften auf dem Land zu knüpfen.

Auch bei grossflächigen Stromausfällen (durch CME, Peak Oil, Krieg, Bürgerkrieg, oder was auch immer) oder allgemein Krieg würd ich aufs Land gehn.

Allerdings bei Szenarien wie dem Ausbruch eines Vulkans (Yellowstone, Toba, Phlegräische Felder, Vulkaneifel, etc.), und damit einem vulkanischen Winter, oder dem Einschlag eines Asteroiden oder Kometen, weis ich nicht ob eine Flucht aufs Land Sinn macht.

Wahrscheinlich eher nicht.

Grüsse Vengard

rocker
12.04.2011, 21:45
Ich bin der Meinung dass ich in einer Stadt, die mir vertraut ist, mehr Schutz und Nahrung finden würde als wenn ich Hals über Kopf aufs Land flüchten tät.
Ich nehme mal als für mich wahrscheinliches Szenario einen Gau à la Japan oder einen Supervulkanausbruch (Yellowstone).
Im ersten Fall tät mir der Gemüsegarten durch Verstrahlung nichts nützen, und der Schutz vor Radioaktivität wäre in Gebäuden besser.
Im zweiten Fall gehe ich von einer Verdunkelung und Abkühlung aus und der Gemüsegarten würde eine magere Ernte geben. Der Schutz vor der Kälte wär in Gebäuden ebenfalls besser.
Ich gehe jetzt mal nicht von einem Kriegsfall aus, für den Fall kann man nicht vorsorgen, sondern man überlebt durch Glück oder Zufall.
Ich vetraue im Falle von Plünderungsversuchen auf die Nachbarn, als Gemeinschaft gehts besser, sowie im absoluten Notfall auf den 9mm dicken Argumentverstärker.
Ich probiere mir langsam einen Vorrat aus vielseitigen Konserven und Grundnahrungsmittel anzulegen, Wasser, hoffe auf das Beste und geniesse das im Moment noch unbeschwerte Leben.

Waldschrat
12.04.2011, 23:57
Ich bin der Meinung dass ich in einer Stadt, die mir vertraut ist, mehr Schutz und Nahrung finden würde als wenn ich Hals über Kopf aufs Land flüchten tät.
Ich nehme mal als für mich wahrscheinliches Szenario einen Gau à la Japan oder einen Supervulkanausbruch (Yellowstone).
Im ersten Fall tät mir der Gemüsegarten durch Verstrahlung nichts nützen, und der Schutz vor Radioaktivität wäre in Gebäuden besser.
Im zweiten Fall gehe ich von einer Verdunkelung und Abkühlung aus und der Gemüsegarten würde eine magere Ernte geben. Der Schutz vor der Kälte wär in Gebäuden ebenfalls besser.
Ich gehe jetzt mal nicht von einem Kriegsfall aus, für den Fall kann man nicht vorsorgen, sondern man überlebt durch Glück oder Zufall.
Ich vetraue im Falle von Plünderungsversuchen auf die Nachbarn, als Gemeinschaft gehts besser, sowie im absoluten Notfall auf den 9mm dicken Argumentverstärker.
Ich probiere mir langsam einen Vorrat aus vielseitigen Konserven und Grundnahrungsmittel anzulegen, Wasser, hoffe auf das Beste und geniesse das im Moment noch unbeschwerte Leben.

Hallo Rocker,

Japan ist doch ein gutes Beispiel. Nach ein paar Tagen waren die Läden leergekauft und wegen Zusammenbruch der Logistikkette blieb die Nachlieferung aus. Auf dem Land habe ich ein paar Optionen mehr, mich aus der Natur zu ernähren, auch Dein Argumentverstärker taugt im Notfall zu anderen Zwecken, z.B. zur Nahrungsbeschaffung. Vor allem kann ich mir das wichtigste Lebensmittel - Wasser - sehr viel problemloser beschaffen als in einer Großstadt mit zusammengebrochener Wasserversorgung (flächendeckender Stromausfall wie in Japan reicht, Wasser muss meist gepumpt werden.)

Wenn Du radioaktive Kontamination als Szenario unterstellst, ist natürlich Dosenfutter der einzige Ausweg. Das Problem beginnt aber auch hier beim Wasser. In den betroffenen Gebieten Japans meist Oberflächenwasser, daher vermutlich stark kontaminiert. Neben 131I sind hier dann vor allem auch 90Sr und 137Cs relevante Radionuklide. Das beste Mittel gegen ionisierende Strahlung ist Abstand, gegen Kontamination Abstand in Luvrichtung.

Wenn die Magmablase unter dem Yellowstonepark hochgeht, wird es natürlich eng, der Ausbruch des Tambora in 1816 dürfte einen bestenfalls sehr leichten Vorgeschmack gegeben haben. Aber auch in dem Fall ist eine magere Ernte besser als keine. Ich würde in diesem Fall sogar davon ausgehen, dass die meisten nordamerikanischen Großstädte wegen Zusammenbruch der Infrastruktur schlicht aufgegeben werden müssen.

Viele Grüße

Matthias

O.Bey
13.04.2011, 00:31
Es hängt wohl von der Erwartung ab. Und von den Möglichkeiten (wobei ich dieses Argument fast nicht gelten lassen will).
Man kann sich auch in der Stadt preppen und verschanzen, keine Frage. Aber wie lange ?
Meine Erwartung ist recht klar, und das Schöne ist, es passt auch für "Sonstiges" mögliches.
Ich könnte es auch als Ängste beschreiben und die potenzieren sich mit Verantwortung für Familie.
Meine Entwicklung hatte ich schon das eine ohne andere mal hier im Forum beschrieben und, dank meines missionarischen Bedürfnisses, hier nochmal.
Ehrlich gesagt verstehe ich nach wie vor nicht, dass nicht alle so denken wie ich.
Ich wurde recht deutlich vom Nachtfalken zurechtgewiesen, dennoch hier nochmal. Mir ist es wirklich ernst, und falls ich einen aufrütteln kann ist es mir die Schmach wert.
Seit Lehman beschäftige ich mich verstärkt mit Finanzen. Es wird meiner Meinung nach zu einem Finanzkollaps kommen. Zwangsläufig!
(siehe propagandafront, mmnews ( lest um Gottes Willen nicht die Dreckskommentare), Hartgeld (auch mit Vorsicht zu genießen- aber vielleicht bin ich auch zu sehr Gutmensch), infokriegernewes (sehr gut, wie ich finde), allesschallundrauch, dasgelbeforum usw.).
Der Finanzkollaps ist für mich Fakt. (Bitte keine Diskussion ob oder ob nicht) Die Frage ist für mich nur wann und wie tief.
Zu Anfang dachte ich die Auswirkungen wären "nur" der Verlust der Ersparnisse, Renten, staatliche Errungenschaften wie Hartz IV etc. Verbunden mit all den entsprechenden Auswirkungen. Heute befürchte ich fast einen Rückfall ins Mittelalter. Dann wird's richtig sch..., wer z.B. kümmerte sich dann um unsere Atomkraftwerke?
Ich werd wohl langsam paranoid.
Gruß
O.Bey

P.s.:
Nebenängste:
Sonnensturm, EMP. Deshalb kein Auto mit Elektronik bzw. sämtliche Elektronik doppelt in doppelwandigen Metallkisten.
(Na ? Bin ich jetzt selbst für dieses Forum zu bekloppt ?)

rocker
13.04.2011, 11:00
Hallo Matthias,

Japan oder aber der Tsunami 2004 sind gute Beispiele dafür dass im Katastrophenfall nicht unbedingt Mord und Totschlag herrschen muss. Ich glaube vorrangig an das bessere im Menschen und denke dass man sich in der ersten Zeit mal helfen wird.
Bei der Landwirtschaft sehe ich als Problem auch die fehlende Flexibilität. Man ist gebunden, man braucht Maschinen oder Tiere und Arbeitskräfte. Man braucht resistentes und robustes Saatgut und man muss die Ernte dann auch verarbeiten.
Ein kleines Gärtchen wird auch nicht länger reichen als ein Keller voller Konserven.
Um im Katastrophenfall dann wirklich wieder bei null anfangen zu können braucht es irgendeine Form von Nahrungsbeschaffung, ich glaube nicht dass es zu Szenarien wie in "The Road" kommt, sondern dass man zusammenstehen und anpacken wird, damit man überleben kann.
Bis man aber in der Lage ist, einen einigermassen geordneten Aufbau zu beginnen bin ich in meiner kleineren Stadt mit See, Wasserfilter und Konservenvorrat meiner Meinung nach am besten dran.
Und ist im schlimmsten Fall halt wirklich die ganze Welt verstrahlt und kaputt nützt wohl kein Plan mehr etwas.

Viel Grüsse

Rolf

Cephalotus
13.04.2011, 12:03
Man muss auch die Relation sehen.

Prinzipiell kann ich einen halbwegs nahr- und schmackhaften Langzeitnahrungsmittelvorrat für 1.000 Euro pro Person und Jahr anlegen.

Bei 2 Personen und 10 Jahren wären das dann 20.000 Euro, wenn man es wirklich drauf ankommen lassen möchte.

Man setze das in Relation dazu, "ohne Not" von der Stadt aufs Land zu ziehen.

Wenn man dann z.B. im Jahr nur 10.000 km mehr pendelt, dann macht das bei 30ct/km schon 30.000 Euro im Jahr an Zusatzkosten aus. Damit hat man aber noch kein Gramm Nahrungsmittel im Krisenfall produziert, während der Konservenmensch erst einmal 10 Jahre was zu beissen hätte und nach diesen 10 Jahren sieht die Welt eh vermutlich völlig anders aus.

20.000 Euro für 10 Jahre Apokalypse überdauern ist soooo aufwändig nicht, wenn man an sowas glaubt und sich darauf vorbereiten möchte. Da sehe ich weitaus größere finanzielle Risiken in anderen Bereichen wie z.B. Energiepreisanstieg (Heizöltank, Pendeln) oder durch Verlust eines gut bezahlten Jobs.

Dass ein Garten neben Arbeit auch Freude, Spaß und gesundes Gemüse ermöglichen kann steht außer Frage, aber gärtnern als Hobby geht auch in der Stadt mit Mietwohnung.

mfg

ID 488
13.04.2011, 13:07
Dem Pendlen müsstest du aber auch wieder die erhöhten Lebenshaltungskosten in der Stadt gegenüberstellen und die weiteren Prämissen, von denen du ausgehst, werden auch nicht immer zutreffen. Nicht jeder Landbewohner muss jährlich 30.000 km pendeln. Was die Energieversorgung anbelangt, hat man als Eigentümer auch einige Möglichkeiten gegenzusteuern. Es muss nicht immer Heizöl sein.

Wie bei den Szenarios muss man auch die jeweiligen Lebensumstände berücksichtigen und somit lassen sich nicht allgemeingültige Aussagen machen.

Was Japan für mich gezeigt hat, ist dass es unmöglich ist, Städte ab einer gewissen Größe in vernünftiger Zeit zu evakuieren.

lg

der Luchs

P.S.: Pflanzen dürften übrigens gegen Zombies helfen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Plants_vs._Zombies) :grosses Lachen:

rocker
13.04.2011, 13:59
Was Japan für mich gezeigt hat, ist dass es unmöglich ist, Städte ab einer gewissen Größe in vernünftiger Zeit zu evakuieren.

Genau und dass im Evakuationsfall infolge Strahlung die Landbevölkerung auch evakuiert werden muss und man somit wieder, mit dem was man tragen kann, unterwegs ist.

tomduly
13.04.2011, 15:05
Man setze das in Relation dazu, "ohne Not" von der Stadt aufs Land zu ziehen.

Wenn man dann z.B. im Jahr nur 10.000 km mehr pendelt, dann macht das bei 30ct/km schon 30.000 Euro im Jahr an Zusatzkosten aus.

Hallo,

also ich komme in deiner Rechnung auf 3.000 Euro jährliche Zusatzkosten. Da ich (immer noch) in einer vergleichbaren Situation bin - böser Pendler, wohnt auf dem Land arbeitet in der Stadt - kann ich vielleicht etwas dazu beitragen.

Der Job, dem ich in der Stadt nachgehe, bringt mir als Angestellter einen Nettostundenlohn von etwa 20 Euro ein. Meine Partnerin, ähnlich "hoch" qualifiziert, verdient auf dem Land in einem kleinen Handwerksbetrieb netto etwa 7 Euro die Stunde (bei ihrem vorherigen Job - ebenfalls in der Stadt - toppte sie mich sogar im Gehalt). D.h. das Pendeln kann trotz aller Schattenseiten finanziell lukrativ sein.
Wäre es das nicht, hätten wir keine täglichen Pendlerstaus rund um die Ballungsgebiete.

Ich halte den Grundgedanken "Überleben in ..." schon im Ansatz für falsch. Ich würde mich nicht an einen bestimmten Ort klammern und ihn zur Burg ausbauen. Ich würde versuchen, beweglich zu bleiben und immer mehrere Optionen zu haben. Was nützt dem Bewohner von Sendai ein 10-Jahresvorrat an haltbarer Nahrung, wenn ihm die Tsunamiwelle den Vorrat mitsamt Haus und Garten davonspült? Was bringt mir das Refugium mit riesigem Selbstversorgergarten, wenn ich nach dem Cs-137-Fallout erst mal 20.000 Kubikmeter Gartenboden abtragen muss und meine Fischteiche auf Jahre hinaus nur noch strahlende Dekoration sind?

Mindestens so wichtig wie eine "festungsartige" Vorbereitung ist doch auch das Aufbauen und Pflegen von persönlichen Kontakten, und wenn es nur innerhalb der Familie/Verwandtschaft ist. Wir hätten derzeit mehrere Optionen im Radius von 700km, im Fall des Falles erst einmal unterzukommen, bzw. an einem der "Fluchtpunkte" zu bleiben und dort einen Neuanfang zu versuchen.

Grüsse

Tom

Cephalotus
13.04.2011, 15:56
Hallo,

also ich komme in deiner Rechnung auf 3.000 Euro jährliche Zusatzkosten.


Hast recht. Ich meinte die Kosten über 10 Jahre. 20.000 Euro Vorrat vs. 30.000 Euro benzin, jeweils auf 10 Jahre gerechnet.

ist auch nur eine primitive Rechnung, trotzdem sollte man meiner Ansicht nach auch mal etwas mit den Zahlen spielen...




Der Job, dem ich in der Stadt nachgehe, bringt mir als Angestellter einen Nettostundenlohn von etwa 20 Euro ein. Meine Partnerin, ähnlich "hoch" qualifiziert, verdient auf dem Land in einem kleinen Handwerksbetrieb netto etwa 7 Euro die Stunde (bei ihrem vorherigen Job - ebenfalls in der Stadt - toppte sie mich sogar im Gehalt). D.h. das Pendeln kann trotz aller Schattenseiten finanziell lukrativ sein.


Das ist doch mein Reden.

Derzeit sieht es in Deutschland doch absolut nicht nach einer Hungerkatastrophe aus, sondern das Problem ist viel mehr, einen gut bezahlten Beruf zu finden, der einem den gewünschten Lebenssatndard (meinetwegen auch inkl. Vorratslager & Co) ermöglicht.

Wenn ich 7 Euro/Stunde vs 20 Euro/Stunde (netto?) verdiene, dann macht das bei 40h/Woche 27.000 Euro Unterschied im Jahr aus.
Da kann man viel Geld für die teurere Miete und Lebensmittel ausgeben.

Umgekehrt ist bei 20 Euro/h und der Option, neben der Arbeit zu wohnen oder von entfernen land dorthin zu pendeln eben ein Mehrpreis für die Mobilität zu bezahlen (mir würds auch noch um die verlorene Zeit leid tun) und der liegt eben auch schon in Größenordnungen, bei denen man sich große Nahrungsvorräte einlagern kann.
Und die letzten 10 Jahre schaut es eher so aus, als würde die Energiepreise deutlich schneller steigen als die Preise für Lebensmittel.



Wäre es das nicht, hätten wir keine täglichen Pendlerstaus rund um die Ballungsgebiete.


Die Frage ist, ob das klug ist. Sowohl aus Sicht des einzelnen als auch aus Sicht der Gesellschaft. Die Extrema von Suburbia sieht man in den USA und ich halte das für eine unkluge Entwicklung, v.a.wenn es so auf das Automobil fokussiert ist.

Das liegt aber auch an meinen Erwartungen. Ich halte eine Energiekrise u.a. mit Preisexplosionen beim Treibstoff bis hin zu Rationierungen für deutlich wahrscheinlicher als Monate lang leere Supermarktregale in Deutschland.
Falls ich mich irre geht sich meine Überlegung nicht auf.



Ich halte den Grundgedanken "Überleben in ..." schon im Ansatz für falsch. Ich würde mich nicht an einen bestimmten Ort klammern und ihn zur Burg ausbauen. Ich würde versuchen, beweglich zu bleiben und immer mehrere Optionen zu haben.


Auch das eine Frage der Finanzen und auch des Resourcenvebrauchs. Ich selbst müsste dann auf die Hilfe von Verwandten oder Bekannten bauen, aber das kann ja prinzipiell auch umgekehrt eintreten.



Was nützt dem Bewohner von Sendai ein 10-Jahresvorrat an haltbarer Nahrung, wenn ihm die Tsunamiwelle den Vorrat mitsamt Haus und Garten davonspült? Was bringt mir das Refugium mit riesigem Selbstversorgergarten, wenn ich nach dem Cs-137-Fallout erst mal 20.000 Kubikmeter Gartenboden abtragen muss und meine Fischteiche auf Jahre hinaus nur noch strahlende Dekoration sind?


Nichts. Wobei beim 10 jahres Vorrat (sofern der tatsächlich weg ist) dann eben neben dem großen Schaden fürs verlorene Haus (hoffentlich versichert?!) noch ein 20.000 Euro Schaden für die Vorräte dazu kommt.
Verhungern wird man aber trotzdem nicht.



Mindestens so wichtig wie eine "festungsartige" Vorbereitung ist doch auch das Aufbauen und Pflegen von persönlichen Kontakten, und wenn es nur innerhalb der Familie/Verwandtschaft ist. Wir hätten derzeit mehrere Optionen im Radius von 700km, im Fall des Falles erst einmal unterzukommen, bzw. an einem der "Fluchtpunkte" zu bleiben und dort einen Neuanfang zu versuchen.

Ja. Sehe ich auch so.

Überleben in der Stadt bedeutet bei mich bei einem "globalen" schleichenden Niedergang vor allem, dass das Leben dort für mich noch wirtscahftlich Sinn macht, dass ich also mein Leben dort vernünftig bestreiten kann.
Sollte ich dort tatsächlich hungern müssen würde ich eben zu Verwandten aufs Land gehen.

Bei einer lokalen Katastrophe wird man die betroffene Region idR verlassen, da wäre es dann vor allem wichtig, dass die verlorenen Güter versichert sind.

mfg

ID 488
13.04.2011, 20:07
Genau und dass im Evakuationsfall infolge Strahlung die Landbevölkerung auch evakuiert werden muss und man somit wieder, mit dem was man tragen kann, unterwegs ist.

Genau. Nur komme ich lieber mit dem was ich tragen davon, als irgendwo festzustecken, wo ich nicht rauskomme.

FrankD
13.04.2011, 21:33
Hallo liebe Forums-Kollegen/innen,
hört doch mal auf euch gegenseitig zu missionieren und haltet euch lieber alle Wege von der Flucht bis zum zu hause einbunkern offen. Wenn es, was auch immer, los geht, werdet ihr ohnehin erst hinterher wissen ob eure Entscheidung die Richtige war.

Da ich persönlich zwar inzwischen auch ein paar Preferenzen habe, was passieren wird, aber ich ehrlich gesagt außer Bauchgefühlen nicht viel vor zu weisen habe und somit keinerlei Ahnung habe was, ob und wann es kommen wird, plane ich keine Katastrophe, sondern bereite mich allgemein vor. Breites aufgestellt sein und sich viele Optionen offen halten, nie alle Eier nur in ein Nest legen, das ist es was die Überlebenschance steigert. Ich verstehe die ständigen Disskusionen zwischen Stadt - Land - Wald Survival einfach nicht mehr und am Ende gehts immer gleich aus.

Grüße,

Frank

Waldschrat
14.04.2011, 00:15
Hallo Matthias,

Japan oder aber der Tsunami 2004 sind gute Beispiele dafür dass im Katastrophenfall nicht unbedingt Mord und Totschlag herrschen muss. Ich glaube vorrangig an das bessere im Menschen und denke dass man sich in der ersten Zeit mal helfen wird.

Hallo Rolf,

kein Widerspruch. Aber ehe ich mir mit 50 Gleichbetroffenen überlegen muss, wie wir unsere Wasservorräte sinnvoll rationieren und zivilisiert verteilen, verziehe ich mich lieber rechtzeitig in ein Gebiet, wo ich über das Thema Wasserversorgung nicht nachdenken muss. Die Arbeiter, die in Fukushima unter ungünstigsten Bedingungen harte körperliche Arbeit verrichten mussten, hatten (laut Spiegel) 1,5l Trinkwasser an Tag (Null Wasser für Hygiene) und eine Packung Kekse nach Art der EPA-Panzerplatten!


Bei der Landwirtschaft sehe ich als Problem auch die fehlende Flexibilität. Man ist gebunden, man braucht Maschinen oder Tiere und Arbeitskräfte. Man braucht resistentes und robustes Saatgut und man muss die Ernte dann auch verarbeiten.

Ich dachte jetzt auch nicht unmittelbar an Landwirtschaft. In der freien Natur ist jede Menge Zeugs essbar, notfalls kann ich selbst Baumäste abschälen und die lebende Innenlage der Rinde essen. Und ich habe die Option auf Fischfang und Jagd, die ich in der Stadt nicht habe. Mit einem Reh oder einem Dutzend Fische habe ich eine sehr gesunde Verhandlungsbasis mit der Landbevölkerung zum Tausch gegen andere Lebensmittel. Über Fischen (nicht nur Angeln) und ggf. auch waffenloses Jagen (Fallen und Schlingen), sollte man sich natürlich mal schlau gemacht haben. Da geht mit simpelsten Mitteln mehr, als der Zivilisationsbürger sich vorstellen kann, ich habe z.B. mal in einem Freilichtmuseum in Finnland eine beeindruckende Totschlagfalle für Bären (!!!) gesehen. Vorher hätte ich sowas mangels Wissen nicht bauen können, jetzt könnten meine Frau und ich (Du brauchst definitiv zwei Leute für den Job) das in einem Tag tun.


Ein kleines Gärtchen wird auch nicht länger reichen als ein Keller voller Konserven.

Ich sehe die Konserven, wie wir heute politisch korrekt sagen als "Übergangstechnologie", bis das Gärtchen Erträge abwirft. In Deinem Szenario "Magmablase unter dem Yellowstonepark bricht aus", werden wir beides benötigen. Gerade das Saatgut für das Gärtchen will in so einem Szenario gut geplant sein.



Bis man aber in der Lage ist, einen einigermassen geordneten Aufbau zu beginnen bin ich in meiner kleineren Stadt mit See, Wasserfilter und Konservenvorrat meiner Meinung nach am besten dran.

Ja, als temporäre Zwischenverpflegung, bis entweder die Krise zu Gunsten der Wiederherstellung der Verhältnisse eines Industriestaats beendet ist (Japan), oder bis Autarkie auf niedrigem Niveau etabliert ist (Dein Beispiel Magmablase unter dem Yellowstonepark bricht aus)


Und ist im schlimmsten Fall halt wirklich die ganze Welt verstrahlt und kaputt nützt wohl kein Plan mehr etwas.


Da können wir uns meiner bescheidenen Meinung nach ganz entspannt zurücklehnen. Wir hatten schon mal einen "globalen Atomkrieg" mit ca. 600 oberirdischen und teils extrem schmutzigen Kernwaffendetonationen - die Atomwaffentests in den 50ern und 60ern des letzten Jahrhunderts. Dagegen ist, weltweit - nicht lokal - betrachtet, Tschernobyl und Fukushima zusammengenommen, ein minderer Betriebsunfall. inzwischen streitet man übrigens schon darum, ob die in der Nähe von Fukushima nachgewiesenen Plutoniumisotope wirklich aus den MOX-Brennstäben des Blocks Drei kommen, oder Reste der Kernwaffenversuche im Pazifik sind. Eine Analyse des Massenverhältnisses der einzelnen Nuklide und deren Zerfallsprodukte wird das zweifelsfrei klären. Sie steht allerdings noch aus.

Ach ja, eine nette Randnotiz: Bei Recherchen zu dem Thema bin ich auf ein ganz nettes Viecherle gestossen, das Bakterium Deinococcus radiodurans. Es hat ein vierfachredundantes Genom, kann selbst unter intensiver Bestrahlung in Echtzeit DNA-Doppelstrangbrüche reparieren (wir Zwei- und Vierbeiner können nur in sehr bescheidenem Tempo Einfachstrangbrüche unseres einmal vorhandenen Genoms reparieren) und überlebt eine Bestrahlung mit 10.000 Sv. Wir geben nach 4-5 Sv mit Sicherheit den Löffel ab. Das Leben würde also selbst nach einem völlig unrealistischen Strahlungsunfall weitergehen. Allerdings bezahlt Deinococcus radiodurans für seine genetische Stabilität durchaus einen Preis. Mutation und damit evolutionäre Weiterentwicklung sind praktisch ausgeschlossen. Es wird in alle Zukunft das bleiben, was es schon seit hunderten Jahrmillionen ist, ein nicht besonders mit Intelligenz gesegneter Einzeller.

Viele Grüße

Matthias

rocker
14.04.2011, 09:07
Hallo Matthias

Ich kann mich einfach nicht so recht mit der Vorstellung anfreunden, ALLEINE wie Robin Hood durch die Wälder zu streifen, zu jagen, zu tauschen etc. Ich denke, da wird wohl ein grosser Konkurrenzkampf herrschen, das Wild innert kürzester Zeit weggeknallt und die Bäume kahlgefressen sein.
Ich glaube es gibt einfach keine Patentlösung, was im Falle eines Falles zu machen ist.
Erstens gibt es soviele mögliche Szenarien die eintreten können und darauf gibt es dann zweitens so und soviele mehr oder weniger gute Massnahmen die man treffen kann.
Darauf sich 100% vorzubereiten dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Es wird wohl oder übel darauf hinauslaufen sich mit andern zusammenzutun um voneinander zu profitieren.
Der Mensch ist nun mal ein Herdentier.


Allerdings bezahlt Deinococcus radiodurans für seine genetische Stabilität durchaus einen Preis. Mutation und damit evolutionäre Weiterentwicklung sind praktisch ausgeschlossen. Es wird in alle Zukunft das bleiben, was es schon seit hunderten Jahrmillionen ist, ein nicht besonders mit Intelligenz gesegneter Einzeller.

Bitte Forumregel Punkt 6 beachten!

Besten Dank, Ernst


Gruss

Rolf

tecneeq
16.04.2011, 15:33
(Na ? Bin ich jetzt selbst für dieses Forum zu bekloppt ?)

Ich sage: Ja.

tecneeq
16.04.2011, 15:37
Nun ich habe 2 Möglichkeiten: zum einen bleibe ich hier bis meine Vorräte aufgebraucht sind - die dann wahrscheinlich auch noch verteidigen muss, oder ich gehe - in meinem Fall wäre es das Sauerland bzw. zu einer Talsperre.

Was meint ihr? Bleiben oder Gehen ?

Bleib solange du kannst, deine Chancen sind besser wo du dich auskennst und wo du dich vorbereitet hast.

Danach kannst du immer noch mittelloser Flüchtling werden und in irgendwelchen imaginären Dörfern wo Milch und Honig fließt willkommen geheißen werden.

urbanrolli
30.10.2013, 21:35
in einer grossstadt gibbet sehr viel menschen...bei uns über eine millionen.... wenn was crasht, dann rennen die leute panisch zu den läden und versuchen erst mal vorräte zu bunkern.
bei der version ala zypern....wird daraus schon mal gar nix...

wenn ich fliehen wollte, wenn all das volk auf der strasse ist, dann gibt es kein durchkommen....

da gibts nur zwei optionen, endweder ich haue vorher ab, oder ich verbunker mich und lebe heimlich von meinen vorräten, und wenn die
menschen sich etwas an den bescheidenen zuständen abgefunden haben....gucken wies weitergeht..

aber wer weiss was wo wie wann???? endscheidend ist die art, des geschehens, im sommer oder winter????

ich habe die berichte von den flüchtlingen aus afrika gesehen, die hausen auch zu hunderten im wald......ich glaube nicht, das ich im wald
so alleine bin in der zeit, wie jetzt, da es noch ruhig ist......

am besten man bereitet sich auf mehrere vorfälle vor..........

lg urban-rolli

wandor
31.10.2013, 13:14
Hallo Urban- Rolli,

Als ich mich begann mit den Konzept eines Fluchtrucksacks zu beschäftigen kam ich relativ schnell zur Entscheidung : " muss ich die Wohnung oder die Stadt verlassen?"

Ich habe dann als ich den BOB den ich in meinem Beitrag beschreibt angefangen habe gemerkt das ich für beide Anlässe aus denen sich mehrere Szenarien ableiten lassen einen BOB brauche. Also einen für das urbane "weiß ich wo ich essen/schlafen kann?" Und einen gut eher Outdoor also quasi dann einen erweiterten BOB.

Gruß wandor.

DerGerald
31.10.2013, 13:44
Hallo,

Es ist ein Phänomen, daß jeder aus der Stadt raus will. Viele sitzen anscheinend auf ihrem BoB und warten nur darauf wann sie endlich (aufs Land) flüchten können.
Vielleicht sollten wir uns einmal damit beschäftigen, wie man in einer Stadt ohne Wasser und Strom überleben kann?
Ist es wirklich der einzige Weg so schnell wie möglich zu flüchten? Oder sind es nicht eher die Städte die durch die (wenn vorhanden) Regierung versorgt werden?

Wenn gar nichts mehr geht, wieviele Menschen würden wohl in der Stadt bleiben, und wieviele würden aufs Land flüchten? (und wenn aufs Land, wohin?)
Könnte sich dadurch nicht eine Möglichkeit ergeben andersweitig an Nahrung, Wasser, Energie zu kommen?

Ich denke jetzt an: Dachterassen, Tiernahrung, Stehen gelassene Autos/ Tankstellen. Baumärkte, (Krankenhäuser, Feuerwehren, Polizeistationen?)
Nicht zwangsläufig ist es am Land besser als in der Stadt (vor allem wenn all die Leute aus der Stadt plötzlich in deinem Garten Äpfel pflücken)

Was ich damit sagen will: Richtig vorbereitet ist es vermutlich in einer Stadt zumindest gleich gut wie am Land.
Ihr nehmt alle an, daß die guten Leute alle plötzich weg sind und in der Stadt nur noch die bösen Leute rumlaufen.

lg
Gerald
PS.: Befasst euch mal mit der Situation und nehmt einfach an, daß Flucht keine Option ist.

mobphoenix
31.10.2013, 13:58
Ich denke hier wird man auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, zu unterschiedlich sind die Szenarien von denen wir ausgehen,
und die Planungen der Member hier zu.
Der eine wird sich schon beim abzeichnen der Krise am Horizont absetzen und der andere wird sich erst sehr spät absetzen.
Das Thema Flucht aufs Land wurde ja auch schon in nem anderen Thread behandelt.

Ich persönlich halte Flucht immer für eine Option, wenn man weiß wohin.
Flucht von vornherein auszuschließen, halte ich persönlich für gefährlich.
Blind drauf loslaufen wird natürlich nicht funktioneren, da ist ausnahmsweise mal nicht der Weg das Ziel.

Da mein SO doch etwas weiter weg liegt, denke ich darüber nach wie ich ihn noch erreichen könnte ohne Auto.
Auch Fahrrad dürfte ziemlich schwierig werden.
Momentan bin ich bei Wasserwegen angekommen, die würden mir sogar etwas zuspielen da es immer stromabwärts geht und ich fast da anlanden kann wo ich hin muss.

lg Chris

Porken
31.10.2013, 14:05
Meine feste Überzeugung:
Im Krisenfall wird sich ein Großteil der städtischen Bevölkerung freiwillig in Not- und Auffanglager evakuieren lassen - sofern eine solche Maßnahme stattfindet. Dort wird zumindest der durchschnittliche Deutsche, der letzten Monat per Bundestagswahl den Nanny- und Juristenstaat für weitere 4 Jahre bestätigt hat, sich brav auf die ihm zugewiesene Pritsche setzen und ausharren.
Ich kann nur von meinen Beobachtungen hier in Deutschlands zweitgrößter Stadt sprechen: Den meisten Menschen ist völlig unklar, was z.B. bei einem langfristigem Stromausfall alles betroffen ist. Wie sollen diese Menschen sich in einer Flucht auf's Land dort bessere Bedingungen schaffen, als sie es in ihrer bekannten Umgebung können? Die allermeisten waren diese Woche schon mit ein paar Stunden Sturm und dessen Auswirkungen überfordert. Viele Menschen sind Massenwesen. Wenn irgendwo eine "kritische Masse" herumsteht, werden sich die allermeisten dazustellen.

Auf's Land flüchten werden fast nur diejenigen, die wirklich wissen, das sie dort bessere Bedingungen zu erwarten (und nicht nur zu vermuten) haben. Wir hier in Norddeutschland haben zumindest bzgl. Wasser natürlich sehr gute Bedingungen. Hamburg selbst ist eine sehr grüne, recht weitläufige und wasserreiche Stadt - in jeglicher Hinsicht :rolleys:
Derjenige, der hier in der Stadt keine Vorbereitungen getroffen hat, wird auch nicht wissen, wo er im Umland hin soll, hin kann. Ein massenweises Flüchten und Überleben in den Wäldern klingt sicher spannend, ist aber nicht realistisch. Wo sollen die 1,8 Mio. Menschen hier denn hin? Sich zwischen die Obstbäume im alten Land setzen und ein Tarp aufspannen? In den Sachsenwald flüchten und dort die Fürst Bismarck Quelle leer süffeln?
Ich glaub da nicht dran. Die meisten werden da bleiben, wo sie sind - mit allen Vor- und Nachteilen. Oder sie gehen in Auffanglager.

... meine Meinung.

Bärti
31.10.2013, 16:06
Hi Porken,

sehe ich genauso wie du. Ich denke die, die etwas Werthaltiges besitzen werden sich eher einigeln und versuchen ihren Besitz zu "verteidigen" wie immer man das auch unvorbereitet ohne Nahrung und Verteidigungsmaterial machen will, der Großteil kann nicht loslassen. Ferner werden sie sehen, dass gerade im städtischen Bereich die Notversorgung eher aufgebaut wird als auf dem land. Die Regierung wird hier massiver eingreifen um Massenaufstände die nur in Ballungsgebieten wirklich gefährlich werden können im Vorfeld zu unterdrücken. Das hat man auch schon an der Versorgungslage im 2. WK und in der Nachkriegszeit gesehen, die Städte wurden generell bevorzugt.

Und was soll Otto-Normal-Mensch ohne Anlaufpunkt auf dem land auch machen. So schlau sind die Meisten, dass sie wissen das sie ohne Ausrüstung aufgeschmissen sind.

Auf dem Land werden sich die "Eingeborenen" tummeln mit einigen Leuten die aus der Stadt kommen und dort entweder ihren Fluchtpunkt haben oder für einen längerfristigen Aufenthalt im Freien das Know-How und die Ausrüstung haben. Allerhöchstens in einer Zwischenperiode wenn wirklich Hunger herrschen sollte gehe ich davon aus, dass die Städter auf das Land strömen werden, dann jedoch schon recht entkräftet, denn der Mensch ist größten teils ein faules Wesen. Die meisten werden wie von dir schon erwähnt versuchen sich in Lager zu begeben und darauf hoffen, dass der Staat ihnen eine Grundversorgung zu Teil werden lässt.

Ich für meinen Teil würde mich nach MV verpissen, aber auch nur weil ich dort einen entsprechenden Fluchtpunkt habe. Hätte ich den nicht würde ich auch eher in der Stadt bleiben. Außerdem haben die meisten menschen Angst ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Auch das spricht eher für ein Ausharren der Städter in der Stadt selbst.

ID 358
31.10.2013, 16:12
Mir geht es nicht darum, was die Masse der Leute tun wird, sondern was das beste für mich ist.
Die Menschenmasse soll mir nur nicht blöd im Weg stehen.
Daher interessiert mich das Verhalten der Masse nur in dem Zusammenhang wie es mich behindern könnte.

Wir als Menschen, die sich Gedanken um kommende Krisen machen, sind maximal 1% und für die Mehrheit im besten Fall unverstandene Sonderlinge. Der Masse kann man keine guten Ratschläge geben, weil sie die durch die derzeitige Informationslage nur wieder in den Wind schlagen und gleich vergessen. Man kann ihnen nur befehlen und dazu brauchen sie spürbare Konsequenzen im Falle von Nichtbefolgen.
Einer von solchen Befehlen könnte Ausgangssperre nachts sein. Unter Umständen wird das eine Behinderung für uns sein, die wir eventuell eine nächtliche Abreise ins Krisen-Domizil eingeplant hatten. Deshalb kann es nicht schaden, dafür ein Gespür zu entwickeln, wie sich eine städtische Notlage zuspitzt und man besser früher als später "auf Sommerfrische" geht. Flucht würde ich es nicht nennen, wenn jemand in ein vorbereitetes Gartenhäuschen umsiedelt, um nicht der Willkür von Polizei-Kundmachungen ausgesetzt zu sein (die zwar für die kurzsichtige Masse richtig ist, aber für Freigeister unerträglich)

Waldschrat
31.10.2013, 19:08
Mir geht es nicht darum, was die Masse der Leute tun wird, sondern was das beste für mich ist.
Die Menschenmasse soll mir nur nicht blöd im Weg stehen.

Hallo Luftikus,

dann hast Du mehrere Optionen:

Du hast einen Wissenvorsprung vor der Masse
Du bist über aktuelle Ereignisse besser informiert als die Masse
Du reagierst schneller als die Masse
Du bist beweglicher als die Masse

Nur dann wirst Du Deinen eigentlichen Trumpf ausspielen können:

Du bist besser bevorratet als die Masse


Meint

Matthias

Bärti
01.11.2013, 10:07
Getreu nach dem alten Grundsatz:

If you panic, panic first!

Das hat auch wirklich seine Logik (wenn man mal "panic" mit dem neutraleren "Fluchtraktion" ersetzt). Leute die z.B. in brennende Kinos etc. nicht schnell genug reagieren werden meist an den Notausgängen durch die massen zerquetscht, ehe sie dann ersticken. Entscheiden seine Handlungsoptionen zu behalten ist ein extrem frühzeitiges Handeln. Ein Zeitvorsprung ist hier wirklich der Schlüssel seine Vorbereitungen auch gut einsetzen zu können.

Cephalotus
01.11.2013, 11:41
In der Geschichte der Menschheit sind bei großen Krisen die Leuten meiner Einschätzung nach viel öfter IN die Stadt geflohen als aus ihr heraus. In der Stadt gibt es in großen Krisen Dienstleistung, Nahrung, Arbeit/Geld, medizinische Versorgung, Wärme, Strom, Schutz(!), etc...

Man kann da sicherlich auch Ausnahmen finden, bei einer Pandemie ist eine große Menschenansammlung nicht so vorteilhaft (umgekehrt wird es ein Impfmittel bzw. Behandlung sehr wahrscheinlich nur der Stadt geben und wenn die Ansteckungsrate und Ausbreitung nur hoch genug ist, ist man am Dorf vermutlich auch nicht mehr sicher)

Eine weitere Ausnahme sind evtl. Kriege mit systematischer Bombardierung von Städten, die Frage ist, ob ein künftiger Krieg tatsächlich so geführt würde. Eigentlich kam das nur in wenigen Kriegen so vor, das bekannteste Beispiel ist sicher WK II, aber historisch betrachtet war das eher die Ausnahme als die Regel und es hat sich auch als militärisch völlig ineffizient heraus gestellt.

Egal wo man ist, Flucht sollte immer nur die Notlösung sein, wenn man wirklich nicht an Ort uns Stelle bleiben kann und wenn ein Ortswechsel tatsächlich klare Vorteile bringt (die Krise also geographisch begrenzt ist).

mfg

Schwede
01.11.2013, 12:21
@dergerald: PSST!
Verrate nicht soviel.
Laß´ sie doch die Stadt verlassen.
Bleibt mehr für die URBANEN.
:rolleys:

Gruß vom Schweden, der VOLL auf Stadt setzt und sich auch dementsprechend vorbereitet (hat).

el presidente
01.11.2013, 20:01
@dergerald: PSST!
:rolleys:

Gruß vom Schweden, der VOLL auf Stadt setzt und sich auch dementsprechend vorbereitet (hat).

Interessant, erzähl....

Schwede
02.11.2013, 19:04
@el presidente: Viel findest Du im HSP-Forum, aus dem ich wg. der Öffentlichkeitsarbeit des Gründers ausgestiegen bin.

Ansonsten gebe ich Details nur über PN auf konkrete Fragen preis.

Oder Du eröffnest öffentlich hier ein entsprechendes Thema mit konkreten Fragen, auf welche ich mir dann überlege zu antworten.

Gruß/hälsningar
Schwede

Waldschrat
02.11.2013, 19:12
Hallo Schwede,

mit persönlichen Details geizen wir hier fast alle, aus guten Grund. Aber hier geht es um eine ganz allgemeine Fragestellung. Warum ziehst Du die Stadt dem Land vor? Eine Einschätzung, mit der Du hier zumindest eine Minderheitsmeinung vertrittst. Gerade deswegen sind Deine Gedanken und Beweggründe interessant.

Ich denke, diese Frage kannst Du auch ganz allgemein beantworten. Wir wollen noch nicht einmal Deine Stadt wissen.

Neugierig

Matthias

moleson
02.11.2013, 19:29
Fragt euch mal wie die Leute in Sarajevo überlebt haben, und sie haben überlebt.

Moléson

Eddard Stark
02.11.2013, 20:46
"Raus aus der Stadt fliehen oder bleiben" kann man eh nicht pauschal sagen. In Berlin Mitte will ich schon nach zwei Tagen Stromausfall nicht mehr sein, doch hier im Bonner Aussenbezirk kann ich in der recht ländlich geprägten Umgebung mir gut vorstellen, bleiben zu können.
In der Stadt kann ich bei irgend einem Arzt noch versorgt werden, wenn mein Backenzahn eitern sollte (gegen entsprechende Tauschmittel natürlich) , kann aber prima im Siebengebirge Pilze suchen gehen. Es kommt auch immer darauf an, ob einem die Wohngegend vertraut ist und man sich dort wohlfühlt. Wenn ich eine gute Nachbarschaft habe, ist ein Überleben warscheinlicher, als als Einzelperson zu versuchen, sich in einer anonymen Gegend oder im Wald durchzuschlagen. Jedenfalls langfristig gesehen.

James Wesley Rawles schreibt in seinem Buch "Überleben in der Krise" die Notwendigkeit, einen Wertekanon aufrecht zu erhalten und empfielt dazu die biblischen Zehn Gebote. Wenn das in einer Gemeinschaft der Überlebenden (Stadtviertel, Straßenblock oder sogar nur einem Straßenzug) kollektiv angewendet wird, ist das Misstrauen, dass natürlich entsteht, geringer und man kann miteinander die anstehenden Aufgaben angehen ohne ständig befürchten zu müssen, beim Bücken nach einer schrumpeligen Kartoffel rücklings erstochen zu werden. Wir Menschen müssen zwar unsere Artgenossen von allen Gefahren am meisten fürchten, sind jedoch in der Tat ein Gemeinschaftswesen, dass in der Gruppe fähig ist, unglaubliche Leistungen zu erbringen- oder glaubt ihr, dass der Frühmensch als Einzelgänger Stonehenge erbaut oder die Eisenproduktion begonnen hätte?
Als Single ist man eher in der Lage, in der "Wildnis" zu leben- als Familie mit Kindern muss man zwangsläufig unter Menschen bleiben und auf seinen gesunden Menschenverstand setzten- UND WACHSAM SEIN!

Viele Grüße
Jann

Frei's Petrollampen
02.11.2013, 20:59
................. auf welche ich mir dann überlege zu antworten.

Gruß/hälsningar
Schwede

Hallo Schwede

Tja gewisse Dinge überlege ich mir auch. .....

Ernst

Waldschrat
02.11.2013, 22:06
James Wesley Rawles schreibt in seinem Buch "Überleben in der Krise" die Notwendigkeit, einen Wertekanon aufrecht zu erhalten und empfielt dazu die biblischen Zehn Gebote.

Hallo Eddard Stark,

und genau da befürchte ich, dass insbesondere in dicht besiedelten Gebieten ganz schnell das zehnte Gebot das erste Opfer der Krise ist:

"Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört."

Sklavinnen und Sklaven halte ich zwar ebenso wenig wie Esel, aber auf meine Frau und das Haus mit unserem Vorratskeller würde ich schon aufpassen.:rolleys:


Meint

Matthias

Eddard Stark
03.11.2013, 06:34
In den ersten Wochen und Monaten wird es bes. in dicht besiedelten Gebieten hoch hergehen, keine Frage. Aber nach einiger Zeit wird sich in vielen Gegenden ein System etablieren, das ein gewisses Alltagsleben ermöglicht. Der Eine kann Setzlinge ziehen, der Andere hat eine Ziege zum melken organisiert und wiederum ein Anderer leert die Plumpsklos aus....
Hat jemand mal das Buch "Rattentanz" von Michael Tietz gelesen? Das ist ein Szenario, dass man sicher auf einige Gegenden übertragen kann.
Und in einer Dorfgemeinschaft lässt sich "Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht fremdgehen" auf jeden Fall (zumindest überwiegend) durchsetzen. Und wer sich dennoch nicht daran hält, wird halt entsprechend bestraft. In reiner Anarchie lässt sich kein Wiederaufbau ermöglichen.

Vansana
03.11.2013, 08:34
Ich habe einmal kurz in einer Stadt aber noch nie in einer Grosstadt gelebt. Pesoenlich kann dem Staddleben eigentlich gar nichts positives abgewinnen. Und das schon in Fiedenszeiten. Andererseits kann ich daher aber auch die Vor- und Nachteile Grossstadt vs Landleben nicht so richtig aufzeigen.

Vielleicht hilft es aber wenn wir aus der Geschichte lernen. Die Letzten grossen Kriesen in Euopa waren wohl die Witschaftskrise in den 30er Jahen und der WK2.
Wie gings denn dort den Menschen in den Grosstaedten, wie haben sie ueberlebt?

Meine Grosseltern war in der Wirtschaftskriese anfang der 30er Jahre wie so viele andere arbeitslos. Sie besassen jedoch ein Haus mit grossem Garten und ein paar Ar Wiese. Der Garten lieferte saemtliches Gemuese, Kartoffeln und Bohnen. Es gab Huehner und Hasen, zeitweise sogar eine Milchkuh. Es gabe Aepfel, Zwetschgen, Birnen und Kirschen. Die Fruechte wurden verkauft, eingewegt, getrocknet und es wurde Schnaps gebrannt. Gehungert haben die am Land nie.

Bei mir in Laos ist es so, dass ich auf mehrern ha Land Reis anbaue, unser Garten liefert Mangos, Kokosnuesse, Avokados, Orangen, Zitronen, Papaya, Drachenfruechte, Litschi, Passionsfrucht, ach ja und Bananen und noch einige andere Fruechte. Wir haben Salat, Bohnen, Suesskartoffeln, Gurken und andere Gemuese. Perlhuehner, Hasen und in Zukunft vielleicht sogar Wildschweine, falls ich die Zeit finde. Mehrere Teiche liefen Fische. Wir haben insgesamt 3 Tiefbrunnen und eine Zisterne.

Die ganzen Annehmlichkeiten die so eine Grossstadt zu bieten hat sind doch in einer Krise nicht mehr oder nur eingeschraenkt vorhanden, oder nicht?

Wenn ich aber in einer Stadt lebe ist eine Flucht aufs Land warscheinlich auch nicht die beste Loesung. Im Wald campen, einen Monat, ein Jahr? Mich durchbetteln, so wie die ausgebombten aus D, wie meine Oma uns erzahlte. Ich kann dem Stadtleben leider nix abgewinnen, Weder jetzt noch in der Krise.

Liebe Gruesse
Vansana

Schwede
03.11.2013, 19:07
Hallo!
Warum wir uns für ein urbanes Szenario vorbereiten?
Weil wir realistisch sind.

Vieles habt Ihr Euch aus den vorangegangenen Beiträgen schon beantwortet.

Hier nochmal die Kurzfassung:
- Von welchen nennenswerten wildreichen versteckreichen Jagdrevieren für 70-80Mio. Deutschen redet Ihr?
- Wie wollt Ihr dorthin kommen mit nennenswerten Vorräten? Aus staureichen Ballungszentren...
- Wie lange könnt Ihr von dem dort vorhandenen existieren?
- Welchen landwirtschlichen nennenswerten "landwirtschaftlichen Gürtel" um jede deutsche Stadt gibt es noch? (Im Gegensatz zum Ende des WK II?)
- Welcher Landwirt ist heute noch autark und kann unterstützen? (Im Gegensatz zum Ende des WK II?)
- Wo wird zuerst eine Versorgung im Krisenfall stattfinden?
- Wo gibt es die größeren "Reserven"(u.a., wenn "aufgegeben" wird)?

Natürlich ist das Gewaltpotential in Städten größer.
Aber dagegen kann man sich beizeiten vorbereiten und Maßnahmen ergreifen: z.B. Nachbarschaftshilfe, Unauffälligkeit, Bewaffnung, Ausweichmöglichkeiten schaffen...

Gruß & Hälsningar

el presidente
03.11.2013, 19:17
Auf dem Land sind halt die Quellen der Nahrungsmittel...
Von mir aus können alle in den Städten bleiben

Papa Bär
03.11.2013, 19:29
Natürlich ist das Gewaltpotential in Städten größer.

nicht nur das...auch ganz allgemein das Potenzial für Kriminalität. Ebenso das Potenzial für Seuchen. Ebenso das Potenzial für Großbrände. Ebenso das Potenzial für den allumfassenden Kollaps...
Wenn die Großstädte schon nach einer Woche in Chaos und Schei... ersticken, werde ich hier gemütlich Hirschmedaillons mit Herzoginkartoffeln und Gemüse aus eigenem Garten verspeisen...

moleson
03.11.2013, 19:46
Es ist schwierig gemütlich sein Hirschmedaillon zu verspeisen und eine 24/24 Wache zu stellen.
Denn Autos wird es noch geben sowie irgendwie Benzin und mit dem Fahrrad geht es auch weit.

Papa Bär
03.11.2013, 19:53
Zugang über nur eine dreispurige Brücke. Die ist schnell gesperrt.
Nächste Großstadt in mehr als 250 km Entfernung. So viel Ausdauer werden nur die allerwenigsten haben, und die schubsen wir ins Wasser...

Janus
03.11.2013, 22:11
Auf dem Land ist es auch nicht sicher, es sei denn, man wohnt soweit ab vom Schuss, daß man auf dem Weg dorthin verhungert. :-D

Vor einiger Zeit hatte hier im Forum mal jemand eine Seite gepostet, auf der darüber berichtet wurde, wie Ende des 19. Jhdts. Städter das Umland überfielen und die Bauern ausraubten bzw. diese auch massakrierten.

Ich finde den Link nicht mehr, aber das war sehr interessant. Google bringt mir gar nichts, da ich nicht weiß nach welchem Ereignis ich suchen soll.

Zum Thema:

Aus der Großstadt kommt man nicht weg. Weder auf Seitenstraßen, noch auf irgendwelchen vermeintlichen Geheimrouten. Das kann man alles vergessen. Jeder Einwohner kennt seinen Kiez besser als der Nachbar vom Kiez nebenan. Straßensperren werden von Gangs oder kooperierenden Nachbarschaften schnell aufgestellt sein. Da kommt man dann nur noch gegen Tauschwaren weiter.

Im Endeffekt hat man zwei Optionen:

1. Vor dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung abhauen.

2. Schafft man 1. nicht, muss man sich mit der unmittelbaren Nachbarschaft vernetzen, sofern man das nicht schon vorher getan hat. Alleine mit seinen Vorräten kommt man nicht weit, da sich andere dann schon längst vernetzt haben und die Wohnung des Einzelgängers mit den entsprechenden Vorräten aufbrechen werden.

Bei 2. wird es schwierig. Ich wohne hier in Berlin seit sechs Jahren in einem Etagenhaus und hatte mit meinen Nachbarn bisher nie viel zu tun. Pakete annehmen, Guten Tag sagen - das war es.

Die Bewohner wechseln das Haus wie im Taubenschlag. Eine echte Nachbarschaft gibt es nicht, da kein erkennbares gegenseitiges Interesse besteht.

Aktuell denke ich, könnte man im Krisenfall mit gewissen Tauschwaren und bestimmten Kenntnissen zu einem wertvollen Ansprechpartner werden. Allerdings kann das mit den Tauschwaren auch nach hinten losgehen.

Außerdem: Sollte man es bis ins Umland geschafft haben, werden die dort vorhanden Lager oder Bauern schon längst geplündert oder durch entsprechendes Militär geschützt sein.

Merke: Es wird immer andere Gruppen geben, die schneller waren.

Waldschrat
03.11.2013, 23:54
Wenn die Großstädte schon nach einer Woche in Chaos und Schei... ersticken, werde ich hier gemütlich Hirschmedaillons mit Herzoginkartoffeln und Gemüse aus eigenem Garten verspeisen...

Hallo Papa Bär,

ich denke, wir sind uns in zwei Dingen einig.

1. Übrleben ist Leben auf hohem kulinarischen Niveau. Meine Frau und ich würden in Monat drei zu den Hirschmedallions mit Herzoginkartoffeln und Gemüse einen guten Rotwein servieren und hinterher mal eine crème brûlée und einen Espresso anbieten. (Den man übrigens in einem beliebig einfachen Gerät auf einem Gaskocher zubereiten kann)

2. Kriminalität ist eine Frage der Bevölkerungsdichte. Auch der Tatsache geschuldet, dass "sozial problematische" Bevölkerungssschichten eher von Städten angezogen werden.


Völlig politisch unkorrekt

Matthias

urbanrolli
04.11.2013, 00:36
na, wie gut das ich das zeugs ned mag, was ihr da als quelle des hoch kullinarischen niveaus......anpreist.....
ein hochkullinarischer hochgenuss ist bei mir schon ne scheibe frisches selbstgemachtes brot frisch gebacken mit leckerer kalter butter,
dazu ein kaffee oder nen feinen tee...

überleben heisst für mich nicht nur essen, sondern leben an sich....die ,die ich mag in meiner nähe.....meine tiere am leben zu halten und meine
wohnung......bis dahin mach ich es gleich dem eichhörchen....vorräte für den winter anlegen.....

ich hab täglich genug zu tun, habe meinen frieden gefunden,was will ich mehr.....
dafür das mein leben keinem einen cent wert war, habe ich mich verdammt lange gehalten.......

nun jedem das seine. ich bestrebe nicht zu "erreichen" was andere geschafft haben, sondern gehe meinen eigenen individuellen weg ,
und nicht, den "man" so geht.....

natürlich ist für mich etwas zurückgeben in die lebensgemeinschafft und freunden auch zu geben, nicht nur nehmen..selbstverständlich.

möge jeder seinen weg erkennn und die power haben ihn zu gehn....

lg urban -rolli , grossstadtamazone, wäre auf dem land alleine verloren:)))

ps...in der stadt komm ich irgentwie durch, durch geistige flexibilität. auf dem land werden hände und mukies gefragt, zum zupacken...
das hört bei mir heute schon bei dem halten der zahnbürste auf.....so hat beides seine vorteile....

wandor
04.11.2013, 02:34
Ich stimme da urban rolli in gewisser Weise zu.

Ich würde je nachdem welches Szenario vorliegt und wie weit dann mein prepping gediehen ist evtl. Auch so lange wie möglich versuche "Normalität" aufrecht zu erhalten ohne, und das ist mir ebenfalls sehr wichtig, zu sehr aufzufallen.

Z. B. Ist es so das ich momentan reaktiv gut verdiene im Vergleich zu vorherigen Jobs von mir. Jedoch habe ich immer noch keinen 100"Flachbildschirm ( ich benutze meine 5 Jahre alten iMac mittels DVB-T stick als youtube/fernseh Station.)

Ich habe keinen Führerschein und kein Auto usw. Pp.

Das einzige an Luxus was ich mir leiste ist ein Smartphone und regelmäßig Bücher und aktuelle Magazine/Zeitungen sowie alle 4-5 Jahre einen neuen iMac. Ich fahre nicht großartig in Urlaub usw. Pp.

Einzig mein "teurer Equipmentfetischismus" ist aus der Existenzangst geboren das wenn ich eines Tages ( und das geht wie wir wissen schneller als wir denken) wieder arbeitslos werden sollte, ich einfach meinen gepackten BOB/wanderrucksack schnappen kann und für 0 Euro durch Deutschland ziehen kann. :-)

DerGerald
04.11.2013, 07:56
Hallo,

Zugang über nur eine dreispurige Brücke. Die ist schnell gesperrt.
Du wohnst auf einer Insel?

Ich denke, dass sich einige Leute hier zu sicher fühlen und einige haben zu viele Filme gesehen.
Ich bleib dabei, wenn man nicht schon am Land lebt, bzw sehr gute Kontakte dort hat, dann ist es besser man bleibt in der Stadt.

Gruß
Gerald

Bärti
04.11.2013, 09:38
Ich esse auch gerne Hirschmedallions (Kumpel von mir ist Jäger) und habe eine Fluchtburg auf dem Lande (17 Einwohner pro km²), wohne aber in der Grossstadt. Trotzdem sehe ich das Leben auf dem Lande in einer wirklichen Großkrise auch als sehr problematisch an. Ich würde trotzdem aufs Land gehen, aber nur um körperliche Gefahren für Frau und Kind (hoffentlich) zu minimieren, aber ich denke das es auch auf dem Land große Probleme geben wird. Auch da muß ich mich wie in der Stadt verhalten, nur vielleicht nicht ganz so extrem.

Ein Dorf zu verteidigen (Wehrdorf) ist meiner meinung nach illusorisch. Versuche doch mal, vor (!) der Krise, in der sich dann der städtische Mob plündernd ins flache Land ergießt, ein beliebiges Beispieldorf so zu organisieren daß es sich dann ganz fix in ein "Wehrdorf" verwandeln kann.
Da gehst Du also von Haus zu Haus, klingest und sagst: "Guten Tag! Ich bin der Papa Bär, und ich weiß, was die Zukunft bringt. Dieses Dorf muß sich in ein Wehrdorf verwandeln (können)! Schon jetzt müssen Sie sich für drei Jahre Vorräte anschaffen. Sie sollten schnellstmöglich einen Jagdschein machen! Rund um das Dorf müssen Stacheldrahthindernisse und Palisaden mit Wachtürmen geplant und vorbereitet werden. Ich werde mal den Bürgermeister bitten, in der Turnhalle eine Vollversammlung aller Einwohner einzuberufen: Dort werden dann Jedem Einzelnen seine Aufgaben für dieses und das nächste Jahr zugewiesen.

Und - ist die Krise erstmal ausgebrochen - dann ist es zu spät. In einem Dorf (mögen!) sich dann ein paar handfeste Männer finden, die nächtens Streife gehen. Aber alle übrigen haben dann doch völlig andere Sorgen!

Es gibt nämlich nichts zu beißen!!

Illusorisch halte ich auch bei einer länger anhaltenden Krise die Kultivierung von eigenen Anbauflächen. Gerade dann wenn überall Hunger herrscht. Es dürfte fruchtlos sein, sich hier nun in Details zu verlieren, wie sich Einer denken kann, er wäre dann vielleicht in einem Dorf, er hätte vielleicht gleich eine Wiese nebenan, er grübe die dann per Spaten um, er hätte auch Saatkartoffeln, die gediehen auch, Niemand Anderes würde die nächtens ernten, er könne die selber ernten, er hätte dann bis zur nächsten Ernte zu essen.
Alles ganz heimlich, ohne seine Schwester, deren Freund, seine Frau, deren Eltern, die Geschwister der Eltern, deren erwachsene Kinder und deren Verwandtschaft. Ganz ohne Zahnschmerzen, ohne Cholera => ... er hätte sich natürlich auch fix mal einen Brunnen gegraben, eine Schwengelpumpe und Rohre, die hätte er dann eben auch, er hätte einen Holzofen, ein Wald wäre auch ganz in der Nähe, und er hätte auch reichlich anderes Zeugs bevorratet, und die Nachbarn, die hätten all das nicht mitbekommen und stürben alle still weg ... nur er! - er eben nicht. Er sitzt gutgenäht an seinem Tisch.

Fakt ist meiner Meinung nach, die Dörfler werden Deine Vorräte unter sich aufteilen: Die sehen doch nicht verhungernd in aller Ruhe zu, wie Du mit dicken Backen Deine Vorräte verschmaust. Bei Gegenwehr hast Du im Dorf ganz schlechte Karten: In der folgenden Nacht wird man Dich abfackeln.

Wie gesagt, alles im Worst Case Szenario. Das schwinden die Chancen auf dem Dorf meiner Meinung nach genauso wie in der Stadt, im besten Fall ist die Fallhöhe etwas geringer, aber immer noch ausreichend.

Porken
04.11.2013, 10:32
Es ist vielleicht auch eine Frage der Definition, was man als "Stadt" und was man als "Land" ansieht.
Natürlich, wer in einer Hochhaussiedlung wohnt, der ist an dieser Stelle fertig mit der Definition :rolleys:

Andererseits, wenn ich so lese, das manche ihr "Dorf" mit 4500 Eiinwohnern als "auf dem Land" bezeichnen (was ich mangels Kenntnis ja gar nicht in Abrede stellen möchte), stellt sich mir die Frage, wo da die Grenze liegen soll. Wir wohnen in Hamburg, einer Großstadt mit 1,8 Mio Einwohnern. Allerdings so weit am Stadtrand, das ich drauf wetten würde, das ich aus unserer Mietswohnung schneller im Wald und am Wasser bin, als die meisten Dorfbewohner hier.
Aufgewachsen bin ich im sehr ländlichen Schleswig-Holstein in einem Dorf mit damals 120 Einwohnern - auch die Nachbardörfer waren kaum größer, oft sogar kleiner. Alles eigenständige Gemeinden. Ein Dorf mit ~4000 Einwohnern würde ich fast als Kleinststadt ansehen :lächeln:

Unter "auf dem Dorf" verstehe ich halt Strukturen wie eben diese. Oder weite Landstriche von M-V und S-H. Wären wir nicht beruflich in HH gebunden, säßen wir schon längst in einem der netterweise ja auch spottbilligen Einfamilienhäuser "auf dem Land".

Bärti
04.11.2013, 10:51
Hi Porken, der Einwand stimmt genau. schaut man sich bei Wiki mal die Definition von Stadt an wird es teilweise gerade bei den Ausnahmen schon hakelig:

"Während etwa in Dänemark die Untergrenze der Bevölkerungszahl bei einer städtischen Siedlung bei 200 Einwohnern liegt, sind es in Deutschland und Frankreich 2000, in Österreich 5000, in der Schweiz, Italien, Spanien und Großbritannien 10.000 und in Japan 50.000 Einwohner. Der Begriff Stadt ist rechtlich nicht eindeutig definiert und so gibt es Gegenbeispiele: Die kleinste Stadt Deutschlands (http://www.survivalforum.ch/wiki/Liste_der_kleinsten_St%C3%A4dte_in_Deutschland_nach_Einwohne rzahl) ist mit 301 Einwohnern (2007) Arnis (http://www.survivalforum.ch/wiki/Arnis). Es wurde 1934 zur Stadt ernannt, da die Ortsbezeichnung Flecken (http://www.survivalforum.ch/wiki/Flecken_(Ort)) abgeschafft wurde. Die kleinste Stadt mit altem Stadtrecht (verliehen 1326) ist Neumark (http://www.survivalforum.ch/wiki/Neumark_(bei_Weimar)) in Thüringen mit 480 Einwohnern (2007)."

Ich denke mal, dass wenn man davon spricht auf dem Dorf zu leben (aus Prepper-Sicht) nicht mehr als eine Hausansammlung mit 150-200 Menschen meinen kann. Nur dann würde man noch alle Personen halbwegs kennen wenn man in die Dorfgemeinschaft gut integriert ist. Darüber hinaus in größeren Dörfern hat man zwar viele Leute die man kennt, aber bei 1900 Einwohnern hat man schon so viele unbekannte menschen um sich rum, dass dies schon bald wieder städtischen Chrarakter hat.

sonnenwolf
04.11.2013, 12:19
Ohne bestimmtes Szenario wird man die Frage "Gehen oder bleiben?" nie genau beantworten können. Es gibt genauso gute Gründe, am bekannten Ort zu bleiben, wie dafür, diesen zu verlassen. Das gilt für "Großstadt", "Stadt" oder "Dorf" gleich, nur die Szenarien sind halt unterschiedlich.

Und deshalb bereite ich beides vor: Ich kann eine Situation ohne weitere Vorbereitungen für einige Wochen aussitzen oder auch innerhalb von einer Stunde ohne jegliche Vorwarnung gut vorbereitet verschwinden oder in zwei Minuten mit dem Nötigsten im Auto sitzen (incl. einer exclusiven Lösung für das elektrische Sammelgaragentor)...

Alles andere wird man in der Situation improvisieren und anpassen müssen. Ich würde nie den Fehler machen, mir jetzt konkrete Pläne für bestimmte Szenarien auszudenken und diese dann blöd abzuarbeiten, ohne die Situation jeweils neu zu bewerten...

Vansana
04.11.2013, 13:03
@ Baerti

Die Krise dauert nun schon fast 2 Jahre, mittlerweile haben fast alle bei uns im Dorf angefangen etwas in Ihrem Garten anzubauen, viele halten Huehner, einige Ziegen, Schafen und Kuehe. Was wir nicht anbauen, tauschen wir mit unseren Nachbarn. Alle muessen sich einschraenken, hungern muss keiner. Nachbarschaft ist wieder ein hohes, unverzichtbares Gemeingut. Der Kontakt und die gegenseitige Hilfe unter unseren Nachbarn verlaeuft reibungslos und ist auch lebenswichtig.

Vereinzelt kommen immer noch einige Stadter vorbei. Wir erkennen sie sofort. Ihre hohlen eingefallenen Gesichter zeigten, daß Hunger, grimmiger Hunger sich mit den übrigen Entbehrungen und Anstrengungen verbündet hatte, um sie aufzureiben. Einige hatten immer noch ihre Rucksaecke, die sie Bob nennen, umgeschnallt, andere hatten diesen Ballast schon laengst fuer ein paar Aepfel oder Kartoffeln eingetauscht. Auch wir haben aufgehoert Lebensmittel and die Fluechtlinge zu verschenken. Wir haben noch lange jeder vorbeikommendenden Familie eine Kartoffel geschenkt, die haben die dann mit ihren blechernen Oefchen und ihrem Titangeschirr am nahen Waldrand gekocht. Vielleicht werden wir uns zur Erntezeit einige von Ihnen holen, die Nachbarn haben das schon bei der Ruebenernte ausprobiert.

Aber seit die Dorfmiliz zum dritten Mal aufgestockt wurde kommen fast keine mehr von ihnen durch. Die, die sie durchlassen haben Tauschwaren dabei, wir geben ihnen dann, Gemuese. Rueben oder Kartoffeln. In der Stadt beschlagnahmt die Polizei dann oft alle Lebensmittel, die die die Hamsterer zurueck bringen, da es nicht erlaubt ist Gemüse direkt vom Erzeuger zu beziehen.

Vansana

P. S. Aspekte aus der Nachkriegszeit (http://www.oral-history.tsn.at/index.php?pId=4)

Bärti
04.11.2013, 14:05
@Vansana

Ich denke auch, dass es den Leuten auf dem Land geringfügig besser gehen wird als in der Stadt (deshalb auch meine eigne Fluchtburg), aber eben halt nur ein bischen besser. Der Staat wird mit allem ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuchen innere Spannungen in der Gesellschaft durch "Gleichmachen" zu eleminieren. Geht es allen schlecht ist das Aufstandspotential geringer, als wenn es wenige "reiche und gutversorgte" Bauern gibt und zigtausende hungende Städter. Sollte das Worst-case-szenario eintreten bin ich mir recht sicher, dass wieder einige alte und auch neue Regularien zu Tage treten werden um diese Gleichmacherei zu erreichen.

Dazu gehören unter anderem:

Planwirtschaft wo auf Basis der durchschnittlichen Ernteerträge an Hand der bewirtschafteten Flächen eine Naturalabgabe zwangsweise erfolgt.

Verbot von Schwarzschlachtungen wobei man die eigene Situation nur über "verloren gegangene oder gestohlene Tiere" verbessern kann.

Verringerung der Kalorienanzahl der auf Lebensmittelmarken zugeteilten Ansprüche für die landbevölkerung (was passiert dann bei einer schlechten Ernte?)

Plünderungen durch Städter die auch jeden noch so entlegenen Teil unseres landes mit dem Fahrrad auf Grund der guten Straßenanbindungen erreichen können. Jeder ungeübte Radfahrer schafft 80-100km am Tag, Fahrräder in den Städten gibt es viele.

Besuch von Kulturbereicherern aus diversen sammelunterkünften die auch auf dem Land existieren.

Bei wirklichem Hunger die Gefahr das sowieso das ganze Dorf weiß, dass man Vorräte hat. Dann muß man teilen. Die Anonymität der Stadt gibt es da nicht.

Wie viele Prepper sind denn wirkliche Bauern? Mit vielleicht 3000m² Grund und Boden kann ich vielleicht für meine Familie bei optimaler Ernte vorsorgen, ein schlechtes Erntejahr oder der Besuch von hungrigen Menschen über Nacht kann meinen Traum von der sicheren Ernährung schnell zu nichte machen. Niemand kann 24/7 sein Dorf mittels einer Bürgerwehr absichern, erst recht nicht wenn eine Hungersnot herrschen würde.

Reich vom Tauschen würden nur Großbauern werden, die genügend an den gesetzl. Regularien vorbei zur Seite schaffen können, den Großteil ihrer Ernte werden sie aber abgeben müssen. Da werden ob der eigenen Hungers auch die Kontrolleure des Staates drauf achten.

etc.......

Vansana
04.11.2013, 14:27
Ein Huhn, dessen Eier auf dem Schwarzmarkt einer Großstadt verkauft wurden, "verdiente" beispielsweise problemlos doppelt so viel wie ein Bergarbeiter. (http://www.return2style.de/1939-49/schwarzmarkt/schwarzmarkt1c.htm) :staun:

Bärti
04.11.2013, 14:53
Kriegswirtschaftsverordnung 1939 (Kiegszeit war ja auch krisenzeit) aus dem Wiki:

"Schwarzschlachtungen: Die Sondergerichte haben sich oft mit Schwarzschlachtungen beschäftigt und Todesurteile gefällt, weil dadurch unerlaubt Fleisch der staatlichen Bewirtschaftung entzogen worden ist."
:staun:

Die Braten, Frikadellen, Blutwurst, Leberwurst und Presskopf waren eingeweckt. Die Mettwürste waren nach drei Wochen im Rauch wieder zu Hause und hingen im halb tiefen Keller an der Decke. Eine Woche später hatte meine Mutter (die auch Hebamme für fünf Dörfer war) die zwei Schinken, die zwei fetten und zwei durchwachsenen Speckseiten aus der Salzlake herausgeholt, abgewaschen und zum Abtropfen am Haken unterm Brot im hinteren Eingangsbereich aufgehängt. Nun sollte ich zum Nachbarn, dem Bauern hingehen und den kleinen hölzernen so genannten Milchwagen leihen. Ich hatte aber gar keine Lust, denn dann folgte ja auch, dass ich das Fleisch nach Schafflund zur Räucherei bringen musste, circa vier Kilometer entfernt. Mein Gewissen plagte mich. Meine Mutter schwieg. Ich schwieg. Zu guter Letzt überwand ich den inneren Schweinehund. Meine Mutter legte ein sauberes Laken in den Wagen, die Fleischteile hinein, deckte es noch mal mit einem Laken zu und ich schob los. Ich war kaum 50 Meter vom Haus entfernt, als mir ein langsam fahrendes Militär Cabrio entgegenkam. Es hielt nicht an. Ich drehte mich auch nicht um. Als ich dann wohl nach zwei Stunden, (die Zeit spielte keine Rolle, ich hatte meinen Teil geleistet) zu Hause ankam, erzählte mir meine Mutter das die Militärpolizei da gewesen wäre, dass wir wegen „Schwarzschlachtens“ angezeigt waren und die Polizei die Speisekammer kontrolliert hätten. Die Mettwürste an der Decke wollten sie wohl nicht sehen, aber wo wir das Fleisch in den Gläsern hätten? Dieses hatten wir angeblich noch vom letzten Jahr übrig, als wir noch offiziell geschlachtet hatten. Letzteres hatte nur zur Folge, dass wir Teilselbstversorger = Lebensmittelkarten erhielten, aber das ganze Jahr keine ¼ Butter in der Zeitung aufgerufen wurde. Wir wollten auch mal Butter essen. Sahen uns daher wohl zur „Schwarzschlachtung“ genötigt. Es war nicht einfach vom Ferkel her an ein ¾ Jahr Geheimhaltung zu wahren. Auch für meinen Opa nicht, der es ja aufgepäppelt hatte. Da mein Vater ja im Krieg vermisst war, und mein acht Jahre älterer Bruder mit 16 Jahren auch noch eingezogen war. Er kam aber nach Kriegsende „Gott sei Dank“ wieder. Mein Vater leider nicht.



aus:

http://gezeiten.shz.de/Artikel/Krieg_und_Kriegsende/554_Schwarzschlachten_1945

Schwede
04.11.2013, 19:02
@el presidente: Dann antworte doch präzise auf Strichaufzählung 4&5 meiner Fragen.

- - - AKTUALISIERT - - -

Entschuldige Papa Bär - aber Du schreibst Phrasen.
Nichts ist bewiesen - nur vermutet.
Iss Du Deine Hirschmedaillons.
Mir / uns reichen Reis, Corned Beef...

Papa Bär
04.11.2013, 19:21
@Schwede

aber Du schreibst Phrasen
Nein, Auch wenn es vielleicht so rüberkommt. Meine Gegend ist wirklich extrem wildreich. Mein Problem ist eher, die Viecher aus dem Garten heraus zu halten.
Außerdem ist es meiner Region tatsächlich möglich, in Bezug auf die Grundversorgung völlig autark zu werden, die nötige Infrastruktur ist dafür da, auch wenn sie zum Teil aus Kostengründen momentan nicht genutzt wird.


Nichts ist bewiesen - nur vermutet
Prinzipiell ist alles hier nur vermutet, auch deine Strategie.


Iss Du Deine Hirschmedaillons
Mach ich. Aber erst wieder in der Krise, inzwischen hängen mir die nämlich schon zum Halse heraus...

Bärti
05.11.2013, 06:09
Hi Papa Bär,

melde dich mal auf www.wild-auf-wild.de an da können lokale Jäger gesucht werden und die Kunden kaufen direkt vom Rehkiller, das macht mein Kumpel auch, ersetzt zumindest die Jagdunkosten. Der hat schon eine kleine stammkundschaft und kommt plus minus null beim Hobby raus.....

moleson
06.11.2013, 12:13
Der Unterschied Land/Stadt ist kein so grosser Unterschied.

Wo der Wirkliche Unterschied ist, ist das auf dem Land man sein Häuschen haben kann mit Umschwung und deswegen weit aus unabhängiger sein kann als der Mieter in der 2 Zimmer Wohnung in der Stadt. Dazu besteht die Möglichkeit auf dem Land das man nicht alleine ist gewisse Reserven aufgebaut zu haben. Dazu gesellt sich was bei den Bauern stehen könnte, wenn es auch Monokultur ist, es sind immer gewaltige Mengen.

Woran ich überhaupt nicht glaube ist das man nach 3 Monaten gemütlich sein Hirschfilet verputzt mit einem Rotwein bei 22 Grad vor dem gemütlichen Feuer, während 250 km weiter weg Millionen von Menschen am verhungern sind. Und falls die auf die Idee kommen würden vorbei zu schauen, man sie abhalten kann.

Wenn wirklich die öffentliche Ordnung so weit zerfällt das in den Städten Millionen einfach verhungern, dann stehen auch alle Waffenarsenale offen zur Bedienung da. Das ist kein Hirngespinst, das ist genau so passiert in Albanien im März 1997. Alle Waffenarsenal sind geplündert worden und jeder hat sich geholt was er wollte, von der SKS bis zum Panzer.

Das sah dann etwa so aus:
http://img35.imageshack.us/img35/149/alb5.jpg (http://imageshack.us/photo/my-images/35/alb5.jpg/)

Interessanterweise hat es recht wenig Tote gegeben.

Wie auch immer, wenn der Staat völlig zusammenbricht wird etwas anderes das Gewaltmonopol übernehmen und auch die Mittel dazu haben. Am wahrscheinlichsten werden sich Warlord kleine Teile Zuschanzen. Wie das dann praktisch bei dem Hirschfilet Esser aussehen wird ist folgendermassen.

Ein paar Lastwagen kommen in dem Dorf an und 30-50 Bewaffnete Männer steigen aus. Es wird sich sehr schnell jemanden finden der denen erklärt, da gibt es den Prepper-Müller da gibt es etwas zu holen und ausserdem ist seine Tochter ein hübsches Luder. Dann stehen die nette Herren vor deinem Haus und entweder du gibst alles raus inklusive der Tochter, oder es wird ein Exempel statuiert, das brauch ich wohl nicht näher beschreiben.
Und die netten Bewaffneten Herren werden sich bereit erklären die Sicherheit für das Dorf zu übernehmen so wie auch in anderen Dörfern in der Gegend, und wie es auch heute der Fall man muss dafür etwas bezahlen (heute sind es Steuern).

Dem zu entgehen bedeutet eigentlich selber ein Warlord zu werden oder zu mindestens eine gleichwertige Bürgerwehr aufstellen mit allen was dazu gehört inklusive Waffen. Ich würde er Szenario wie oben als zu 95% Wahrscheinlich sehen.


Aber es wird nicht so kommen, egal ob der Euro zusammenbricht, das elektrische Netz, Internet oder im mittleren Osten ein nuklear Krieg wütet, es wird wie es die Geschichte gezeigt haben, der Staat weiter seine Funktion wahrnehmen. Wenn auch mit diktatorischen Massnahmen und auch im reduzierten Masse.

Im Staatsapparat sind nicht alle Blöd und die wissen auch was Überlebens wichtig ist. ich bin mir sicher die Lebensmittelkarten sind schon gedruckt, es wird auch alles getan werden um halbwegs eine Essensversorgung der grossen Ballungsgebiete zu gewährleisten. Dafür werden die wenigen Bauern die es noch gibt in die Pflicht genommen und auch einfach Transport Kapazitäten beschlagnahmt, auch wird man den gross Bauern die Mittel zu Verfügung stellen weiter Nahrung produzieren zu können, die sie dann aber ab zu liefern haben. Es ist gewissermassen heute selbst einfacher als vor 70 Jahren.

Prepper-Müller mit seinen Hühnern und seinem Schwein wird man völlig in Ruhe lassen. Das ist ein Tropfen auf dem heissen Stein im Vergleich zu der 10'000 Schwein Zucht oder dem Kartoffelbauer der 100 Tonnen einfährt. Im Gegenteil man wird wahrscheinlich die Bevölkerung dazu anhalten ihren Selbstversorger Grad zu verbessern.

Man kann heute nicht mit WKII vergleichen wo die Nahrung in er kleine Höfen produziert wurde und wo effektiv auch ein Hof wo es 3 Schwein gab am Schluss massgeblich beitrug.

Moleson

ID 358
06.11.2013, 16:57
Und die netten Bewaffneten Herren werden sich bereit erklären die Sicherheit für das Dorf zu übernehmen so wie auch in anderen Dörfern in der Gegend, und wie es auch heute der Fall man muss dafür etwas bezahlen (heute sind es Steuern).

Dem zu entgehen bedeutet eigentlich selber ein Warlord zu werden oder zu mindestens eine gleichwertige Bürgerwehr aufstellen mit allen was dazu gehört inklusive Waffen. Ich würde er Szenario wie oben als zu 95% Wahrscheinlich sehen.

Das kommt auf den Grad der Krisen-Tiefe an, und ob diese abrupt einsetzt oder langsam im Laufe von Jahren.
Ich tendiere eher dazu, daß sich schleichende Verschlechterung vieler Lebens-Umstände einstellt. Zu dem Zeitpunkt wird keiner mehr von "Lebensqualität" oder jetzigen Luxusproblemchen reden. Das sind für wache Augen die ersten Auslöser für den Entschluss, eventuell einer Großstadt mit sozialen Brennpunkten den Rücken zu kehren.
Wer seit Jahren vorausblickend gehandelt hat, weiss genau, wohin es geht und was ihn dort erwartet, bzw. besser gesagt, was er sich dort bereits geschaffen hat. Eine eher armselig aussehende Gartenhütte mit rundherum seltsam verwilderten Garten wird vermutlich sicherer sein als der Bungalow mit Swimmingpool und sichtbarer Alarmanlage.

Wie schon gesagt wurde: die Voraussage was für alle von uns das Richtige sein wird, kann es nicht geben.
Jeder muss seine Situation beurteilen und dazu gibt es hier etliche gute Denkanstösse.
Interessant war die Feststellung, was wo als Stadt definiert wird und wo nun das Land anfängt...
Ich sage mir, Hauptsache keine Millionenstadt im Umkreis von wenigstens 100 km.
Städte mit weniger als 100.000 EW werden nie so "explodieren" wie die wirklich großen Ballungsgebiete.

Es wird bestimmt Leute geben, die sogar am Stadtrand mit eigenem ausreichend großen Grundstück gut durchkommen werden.
Es wird Leute geben, die trotz bester Ausrüstung im Landdomizil einen Fehler machen oder einfach Pech haben und draufgehen.
Es wird Leute geben, die mit Null-Vorbereitung mitten in der Großstadt ihren Mann stehen und sich durchbeissen werden.

Ist so ähnlich wie im Krieg: der eine überlebt weil er beim Militär gut versorgt war und keine gefährlichen Einsätze hatte,
ein anderer der sich zuhause verkriecht, kriegt eine Bombe aufs Dach und vergammelt neben seinen Gulaschdosen.

Cephalotus
07.11.2013, 02:29
Man kann heute nicht mit WKII vergleichen wo die Nahrung in er kleine Höfen produziert wurde und wo effektiv auch ein Hof wo es 3 Schwein gab am Schluss massgeblich beitrug.

Außerdem hatte der Hunger nach WKII einige Jahre Vorlaufzeit, die bäuerlichen Strukturen waren gänzlich andere, die Leute waren generell wesentlich ärmer, die Städte ausgebombt und mehrere Millionen überwiegend mittelalte Männer fehlten. Gleichzeitig gab es eine nur mäßig wohlwollende Besatzungsmacht und wer als Flüchtling ankam, für den war es eh egal, ob er aus einem Dorf oder einer Stadt kam, die wurden gleichermaßen vertrieben.

Sich ein Szenario auszudenken, bei dem die Verhältnisse von 1947 auf heute oder die nahe Zukunft übertragbar wären ist schwer, von daher rate ich auch davon ab, davon auszugehen, dass das, was damals stimmte bei der nächsten Krise genau so sein wird.

mfg

- - - AKTUALISIERT - - -


Eine eher armselig aussehende Gartenhütte mit rundherum seltsam verwilderten Garten wird vermutlich sicherer sein als der Bungalow mit Swimmingpool und sichtbarer Alarmanlage.


Warum eigentlich denkt ihr, dass alle Eure Mitbürger vollkommene Trottel sind. 80% wissen sehr wohl, wie eine Kartoffelpflanze aussieht und die anderen 20% lernen das sehr, sehr schnell.

Wieso soll eigentlich die Nahrung so ein großes Problem sein?

Selbst um 1000 Tage Hungersnot zu überstehen (was sehr lange ist) komme ich mit 1000 kcal/Nase und Tag zusätzlich zu den Notrationen schon sehr, sehr weit. Das sind 1 Mio kcal pro Person also keineswegs eine sonderlich aufwändige, teure oder platzraubende Lösung, die in einer Stadtwohnung nicht möglich wäre.
Wer also wirklich vor der Hungersnot Angst hat, der lagert eben 1 Mio. kcal / Nase ein (oder was er eben meint, das nötig wäre) und gut ist es. Die muss der Gärtner erstmal in den 1000 Tage von seiner Scholle in seinen Magen bekommen...

1 Mio. kcal pro Nase auf Verdacht einzukaufen und zu lagern war für einen typischen Arbeiter vor 70 Jahren schlichtweg nicht machbar, heute ist es eigentlich ein Klacks.

http://survival.4u.org/vorraete/jahresvorrat-500.htm

mfg

ID 358
07.11.2013, 11:36
Warum eigentlich denkt ihr, dass alle Eure Mitbürger vollkommene Trottel sind. 80% wissen sehr wohl, wie eine Kartoffelpflanze aussieht und die anderen 20% lernen das sehr, sehr schnell.

Wieso soll eigentlich die Nahrung so ein großes Problem sein?

Weil es in Krisenzeit so gut wie keine Einkommen mehr geben wird und die Lebensmittelpreise relativ höher sein werden als bisher. Deshalb ist ein kleiner Kartoffelacker u.a. schon eine feine Sache.

Bei meinem verwilderten Garten mit baufälliger Gartenhütte ist von außen kein Kartoffelacker zu sehen.
Und selbst wer unerlaubt so weit auf mein Grundstück geht, daß er den Acker sehen kann, wird zu Zeiten der kommenden Kartoffelreife nicht viel von den Kartoffelpflanzen sehen, weil dazwischen sogenanntes Unkraut wuchert.

Du hast recht, daß man nicht alles aus der Nachkriegszeit mit heute oder morgen wird vergleichen können.
Aber daß nach dem Krieg bis in die späten 40er Jahre sehr viele unserer Landsleute verhungert sind, ist Tatsache. Säuglinge und alte Leute hatten sowieso eine hohe Sterblichkeitsrate und selbst als Mensch in den besten Jahren ist man schnell tot, wenn man das Pech einer Krankheit oder eines Unfalles hat bei gleichzeitigem Nahrungsmangel.

Bärti
07.11.2013, 12:04
Eine Nahrungsknappheit sehe ich dann kommen, wenn die Lieferketten einmal wirklich zusammengebrochen sind. Um das bei unserer heutigen Just-in-Time Liefermethode verbunden mit den sehr komplexen und in sich vernetzten Warenwirtschaftssystemen wieder auf die Beine zu stellen und den neuen Gegebenheiten die sich dann auch noch ständig anpassen wird schwer. Und wenn das mal zusammengebrochen ist haben wir mit unserer "Lagerhaltung auf der Strasse in den LKW`s" die wir haben ein Problem an der Backe.

nemesis12
07.11.2013, 12:15
Zum Tema Grossstadt bleiben oder gehen , ich hab früher auch in einer Stadt gewohnt und für mich war klar ( auch mit genügend Vorräten ) wird es bei einer Kriese in der Stad schnell eng . Darum habe ich mir schon damals die Möglichkeit geschaffen eventuell bei Freunden oder Verwandten unter zu kommen .

witchcraft
11.12.2013, 12:59
Bleiben oder gehen..dafür gibt es kein JA oder NEIN..sondern das ist Situations und Tagesabhängig.
Du kannst zu früh gehen und dadurch richtig in Chaos geraten, eventuell auch unnötig gegangen sein und Deinen Besitz komplett
verlieren, obwohl es nicht nötig war. Du kannst aber auch zu lange warten.
Das vergleiche ich mal mit dem kleineren Stau auf der Autobahn. Du fährst ab und sitzt erst richtig im Dicken (weil es auch alle anderen machen) oder Du bleibst drauf und es war dann gar nicht soooo schlimm, sondern wenn man mal auf die Uhr schaut 10 Minuten Verzögerung.

Das hängt von so vielen Faktoren ab, Wetter, Art der Katastrophe/Krise, was geht noch, was geht nicht mehr.
Unmöglich pauschal zu beantworten.

Janus
13.12.2013, 21:49
Ich lese gerade Blackout von Marc Elsberg. In dem Buch geht es um einen europaweiten Stromausfall. Sehr empfehlenswert!

Jedenfalls steht da ein Detail drin, das mir im Zusammenhang Stromausfall (mehrere Tage) und Großstadt noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. Allerdings liegt es nahe.
Natürlich funktionieren bei einem Stromausfall die WC-Spülungen nicht und alles was da reingeschi**** wird, kann nicht mehr weg. D.h. Seuchengefahr, was widerrum bedeutet, dass Evakuierungen durchgeführt werden müssen, was ca. 20 Mio. Deutsche in Miethäusern betrifft. Dazu kommt die nicht mehr vorhandene Müllentsorgung.

Sollten diese Evakuierungen mit Waffengewalt erzwungen werden, ist es zwecklos, sich auf eine vielleicht 2Wöchige Durststrecke in der Mietwohnung vorzubereiten. Der 2Wochenvorrat ist dann erstmal für Tonne.

Kommt man nämlich nicht rechtzeitig aus der Großstadt raus, sollte man sich auf eine Evakuierung in ein Lager vorbereiten. Siehe dazu auch das neue Thema (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/30830-Evakuierung-in-ein-Lager?p=156365#post156365).

Waldschrat
13.12.2013, 22:20
Ich lese gerade Blackout von Marc Elsberg. In dem Buch geht es um einen europaweiten Stromausfall. Sehr empfehlenswert!

Jedenfalls steht da ein Detail drin, das mir im Zusammenhang Stromausfall (mehrere Tage) und Großstadt noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. Allerdings liegt es nahe.
Natürlich funktionieren bei einem Stromausfall die WC-Spülungen nicht

Hallo Janus,

das kommt interessanterweise den meisten nicht in den Sinn, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt. Ich möchte dann nicht in einem zwanzigstöckigen innerstädtischen Wohnturm hausen, die Hygienebedingungen dürften spätestens ab Tag 3 mit katastrophal nur unzureichend beschrieben sein. Ich gehe davon aus, dass sowohl die Notdurft im Treppenhaus verrichtet wird als auch - wie im Mittelalter - einschlägige Gefässe aus dem Fenster auf die Strasse entleert werden. Typhus und Cholera werden nicht lange auf sich warten lassen. Gut, wer dagegen geimpft ist.





Kommt man nämlich nicht rechtzeitig aus der Großstadt raus, sollte man sich auf eine Evakuierung in ein Lager vorbereiten. Siehe dazu auch das neue Thema (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/30830-Evakuierung-in-ein-Lager?p=156365#post156365).

S&P hat eine absolut krisenfeste Währung: Information. Wer die Grossstadt verlässt, bevor auch nur der Regierungssprecher auf die Idee kommt, eine potentielle Krise zu dementieren, der hat beste Karten.

Also: Was gehört auch zu S&P: Die tägliche Lektüre einer Tageszeitung mit Meldungen aus der Region, die tägliche Verfolgung von nationalen und internationalen Medien, zum Beispiel im Internet nzz.ch, faz.net oder spiegel.de, aber ebenso CNN, BBC, NHK und das täglich mehrfache Hören von Radionachrichten.

Wenn es etwas weiter weg eine Krise gibt, dann schmeisse ich die spitzen Ohren meiner Amateurfunkstation an und höre Sender der Region. (Okay, ich bin wegen beruflicher wie privater Auslandsaufenthalte ein bisserle ein Mehrsprachler und ein sehr geduldiger Lehrer hat mir Unbegabtem sogar mal die arabische Schrift und Sprache beigebracht:rolleys: Ist zwar nicht mehr sehr viel hängen geblieben, den ägyptischen Literaturnobelpreisträger Nagib Mahfouz im Original lesen zu wollen ging voll in die Hose, aber Al Jazeera geht gerade noch.)

Meint

Matthias

Janus
13.12.2013, 22:40
@ Waldschrat

um beim Thema Großstadt zu bleiben:

Informationsvorsprung ist Dreh- und Angelpunkt, um rechtzeitig in Aktion zu treten. Das hat sich in den verschiedensten Themen hier Forum herausgestellt.

Es ist also wichtig zu wissen, wann man ins Auto steigen sollte, um zu fliehen.

Hierfür sind verschiedene Abwägungen notwendig:

Zeitpunkt:
- ist es mitten in der Woche?
- sollte ich mitten in der Woche fliehen, fehle ich am nächsten Tag auf Arbeit > passende Ausrede (Krank etc.)
- ist es Freitag vor dem Wochenende?
- reichen die Indikatoren, um zu fliehen?

Indikatoren bzw. Anhaltspunkte:
- Geldausgabe bei der Bank wird beschränkt
- zeitweise Stromausfälle
- Ausfall öffentliche Verkehrsmittel
- Supermarktregale bleiben teilweise leer
- Apotheken haben verkürzte Öffnungszeiten
- Politiker versuchen zu beschwichtigen/beruhigen (alles ok)
- Verkehrsmeldungen im Auge behalten

Welche Medien:
- keine gedruckten Tagesszeitungen
- Zeitungen online ja, aber kritisch lesen > Filterung wesentlicher Informationen möglich
- Tickermeldungen studieren > redaktionelle Filterung, um Panik zu vermeiden ist möglicherweise fehlerhaft
- zwischen den Zeilen lesen
- Börsen: Preise für Edelmetalle/Rohstoffe im Auge behalten > Krisen können sich hier auch ankündigen
- alternative Medien

Stichpunkte haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen sind willkommen!

Niemand sagt, dass es einfach wäre, aber staatlichen Einrichtungen traue ich nicht über den Weg.

Lumba
16.01.2014, 10:40
Ich denke, die meisten Szenarien würden sich tatsächlich abspielen wie FrankD es hier darlegt. Es gibt in Ballungsräumen aber auch bestimmte "Trigger" die in Städten von einem auf den anderen Tag aus den banalsten Gründen in Unruhen umschlagen können.
Gerade im Ruhrgebiet allerdings hätte man über die teils völlig toten Stadtgebiete an den Stadträndern aber schon gute Fluchtmöglichkeiten, so man denn einen PKW zur Verfügung hat. In Hamburg und Berlin würde ich sogar sehr einfach zu Fuß aus den Städten kommen, weil ich mich dort sehr gut auskenne.

In einer Großstadt würde ich in so einer Situation vor allem darauf achten unauffällig zu bleiben und jeden Anschein vermeiden, dass es bei mir etwas zu holen gäbe, sollte ich mich dafür entscheiden dort zu bleiben oder müsste ich mich ohne Fahrzeug herausbewegen. Da dürften gewisse soziale Fähigkeiten auch ganz hilfreich sein. Gerade in Brennpunkten dürfte es außerdem auch wichtig sein in Gruppen unterwegs zu sein die von ihrer Außenwirkung her schon abschrecken.

Cephalotus
16.01.2014, 11:35
das kommt interessanterweise den meisten nicht in den Sinn, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt. Ich möchte dann nicht in einem zwanzigstöckigen innerstädtischen Wohnturm hausen, die Hygienebedingungen dürften spätestens ab Tag 3 mit katastrophal nur unzureichend beschrieben sein. Ich gehe davon aus, dass sowohl die Notdurft im Treppenhaus verrichtet wird als auch - wie im Mittelalter - einschlägige Gefässe aus dem Fenster auf die Strasse entleert werden. Typhus und Cholera werden nicht lange auf sich warten lassen. Gut, wer dagegen geimpft ist...

Auch wenn ich mich wiederhole: Meine Toilettenspülung funktioniert mit Wasser und Schwerkraft, nicht mit Strom. Wenn ich also in der Lage bin, Wasser aus einem Eimer in die Kloschüssel zu kippen, dann kann ich auch meine Notdurft weg spülen. Ich käme im Traum nicht darauf, ins Treppenhaus zu scheißen, wieso auch?

Wasser in einem Eimer trag ich in Deinem Extrembeispiel zur Not dann eben 20 Stockwerke hoch (in meinem Fall sinds 4 Stockwerke), wenn aus der Leitung nix mehr kommt. Als Brauchwasser braucht man das eh, und zum Spülen tut es ja auch "Schmutzwasser" vom Abwasch, der Wäsche oder der Körperreinigung...

mfg

Porken
16.01.2014, 12:24
Auch wenn ich mich wiederhole: Meine Toilettenspülung funktioniert mit Wasser und Schwerkraft, nicht mit Strom. Wenn ich also in der Lage bin, Wasser aus einem Eimer in die Kloschüssel zu kippen, dann kann ich auch meine Notdurft weg spülen. Ich käme im Traum nicht darauf, ins Treppenhaus zu scheißen, wieso auch?


So denken und handeln in der Regel normal sozialisierte.
Wenn ich mir allerdings bestimmte Ethnien in bestimmten Großstadtvierteln so anschaue und deren Verhalten in Normalzeiten extrapoliere in Krisenzeiten, dann würde mich das keineswegs wundern, wenn sich diese Klientel "ein wenig anders" verhält. Warum auch nicht - sie kennen es ja teilweise nicht anders aus ihrem (ehemaligen) Heimatland...

raimund20
10.02.2014, 12:05
Ab in die Natur!!, bei einer solchen situation waere in der Stadt ein extremes chaos und es waere gefaehrlich,

In der Wildnis koennte man gut ueberleben da haettest du viele moeglichkeiten dich zu verstecken,, und mit nur ein paar gute werkzeuge und nen Jagdmesser koennte man gut
durchkommen,,
man sollte dann nur den kopf klar kriegen und realisieren wo man ist

witchcraft
10.02.2014, 13:48
Ab in die Natur!!, bei einer solchen situation waere in der Stadt ein extremes chaos und es waere gefaehrlich,

In der Wildnis koennte man gut ueberleben da haettest du viele moeglichkeiten dich zu verstecken,, und mit nur ein paar gute werkzeuge und nen Jagdmesser koennte man gut
durchkommen,,
man sollte dann nur den kopf klar kriegen und realisieren wo man ist

Ja, es gibt ein paar Leute die in der Wildnis mit dem Jagdmesser + Werkzeugset zurechtkommen. Ein paar. Die anderen werden je nach Wetterlage schnell ein Unterkunfts-Problem bekommen (schon am ersten Abend) , spätestens am nächsten Morgen auf Frischwassersuche sein und spätestens nach drei Tagen (oder mit etwas Handvorrat nach einer Woche) , sich dem Thema Jagd, Fallenstellen, Tiere töten stellen müssen, einschließlich des dann notwendigen Abziehens, ausbalgen und ausnehmen von Wild. Das ist nebenbei dann Wilderei..nur falls wieder geordnete Zeiten kommen wo das wieder eine Rolle spielt.

Die Wälder Österreichs , der Schweiz und Deutschlands sind klimatisch nicht das ganze Jahr extrem, aber zeitweise schon recht ungastlich. Wild und essbare Dinge sind nicht so breit gestreut , das Wild gewohnt bejagt zu werden und nicht gerade handzahm. Die Belaubung der einheimischen Bäume bieten nicht mal eben schnell ein dichtes Blätterdach für einen Unterstand.
Ganz so einfach ist es dann in der "Wildnis" doch nicht mit dem (menschenwürdigen ) Überleben nun auch nicht. Sollte es je so kommen, wünsche ich aber ohne jede Ironie viel Erfolg und viel Glück dabei. Ich kann verraten, dass man auch mit guter Ausrüstung, nach drei Wochen die Nase richtig voll hat davon, aber richtig.

ID 358
11.02.2014, 12:37
Dann eben die goldene Mitte wählen:
Raus aus der Stadt - hinein in die ländliche Gegend, wo man tageweise in Wald und Flur eintaucht, aber immer wieder zurück kann in eine kleine Hütte mit dem charmanten Komfort der ganz alten Zeit.

Isuzufan
11.02.2014, 15:03
Ich glaube das jeder in seiner gewohnten Umgebung die besten Überlebenschancen hat.

Die Stadt hat im SHTF auch seine Vorteile, speziell für normale Menschen.

LG Wolfgang

frieder59
11.02.2014, 15:43
@ Wolfgang
war meinst Du mit "normale Menschen" ? Solche die sich bis zum SHTF keinerlei Gedanken gemacht und Vorbereitungen getroffen haben ?

lG Frieder

prepp
11.02.2014, 15:47
Also, bei genügend Vorräten zuhause, und dein Block oder Haus nicht gerade eine Holzkonstruktion ist (Wegen Bränden) und du deinen Bereich gut sichern kannst, wieso nicht bleiben?
Aber ja, kommt halt auf das Szenario an.. wenn ein Ende Absehbar ist, dann bleiben, wenss aussichtslos ist, packen und gehen.. bei vielen vorräten ist das wiederum bereits ein Problem und du musst mit einer Gruppe agieren. Das wiederum fällt mehr auf.. also gibts da glaub kein bleiben oder gehen, muss jeder selber einschätzen.

und nein, ich hab nicht alle 6 Seiten durchgelesen, könnte also den gleichen Quark verzapfen wie schon andere vor mir, in dem Fall - sorry!

ID 116
11.02.2014, 15:49
@ Wolfgang
war meinst Du mit "normale Menschen" ? Solche die sich bis zum SHTF keinerlei Gedanken gemacht und Vorbereitungen getroffen haben ?

lG Frieder

Normale Menschen sind eben nicht die OneShotOneKillFernspähKommando Kräfte die 1 Jahr nur mit Paracord Armband in den afgahnaischen Bergen überleben.

Es gibt tatsächlcih Menschen die in der Großstadt leben weil es ihnen gefällt, oder sie dort Arbeit und Verpflichtungen haben und nicht wegkönnen. Das ist übrigens eine große Gemeinsamkeit der Prepper Communities in verschiedenen Ländern: Das Unverständnis gegenüber Leuten die gerne in Großstädten leben ohne ständig paranoid um sich zu blicken oder im Restaurant mit dem Rücken zur Wand neben dem Notausgang zu sitzen.

Isuzufan
11.02.2014, 16:26
Schließe mich Chupacabras vollinhaltlich an!

Ich bin überzeugt das 90% in den Wäldern nicht überleben würden(trotz Prepperwissen und BOB).

Genauso bin ich überzeugt das mindestens 90% der Prepper überleben werden wenn sie zuhause(egal wo) bleiben und dort vorgesorgt haben.

LG Wolfgang

Porken
11.02.2014, 18:50
Normale Menschen sind eben nicht die OneShotOneKillFernspähKommando Kräfte die 1 Jahr nur mit Paracord Armband in den afgahnaischen Bergen überleben.

Es gibt tatsächlcih Menschen die in der Großstadt leben weil es ihnen gefällt, oder sie dort Arbeit und Verpflichtungen haben und nicht wegkönnen. Das ist übrigens eine große Gemeinsamkeit der Prepper Communities in verschiedenen Ländern: Das Unverständnis gegenüber Leuten die gerne in Großstädten leben ohne ständig paranoid um sich zu blicken oder im Restaurant mit dem Rücken zur Wand neben dem Notausgang zu sitzen.


Sorry für FullQuote, aber: Das ist mit Abstand der inhaltlich beste und treffenste Beitrag, den ich hier seit langem gelesen habe.

Gresli
11.02.2014, 19:17
Hallo


Genauso bin ich überzeugt das mindestens 90% der Prepper überleben werden wenn sie zuhause(egal wo) bleiben und dort vorgesorgt haben.

Ich habe das schon öfter, zwar nicht in diesem Zusammenhang, geschrieben, aber es stimmt sinngemäss auch hier:

Das dümmste was einem in einer Krise passieren kann ist irgendwo fremd zu sein.

Grüsse, Gresli

Hunted
11.02.2014, 19:56
Oder man plant mit nem Irokesenhaarschnitt auf dem Kopf und der Kalaschnikow in der Hand mit dem offenen Jeep durch die Innenstadt zu brausen... so als Gegenkonzept zur Stadtflucht/Einmauern ;-)
(Vorsicht, kann Spuren von Ironie enthalten)


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