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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Must-Have: Taschenbeatmungsmaske und Fieberthermometer



ID 1769
09.05.2011, 22:51
Ich möchte euch hier zwei Dinge vorstellen, die nicht in jeder Erste-Hilfe-Tasche standardmässig dabei sind, aber auf jeden Fall dort hinein gehören.

Zum einen ist das die Taschenbeatmungsmaske. Einige von euch können sich sicher noch an das mühsame Beatmen im CPR-Grundkurs erinnern. Im realen Fall kommt noch dazu, dass die Nase des zu Beatmenden mit Blut oder Rotz verunreinigt sein kann. Mit einer Beatmungsmaske geht das Beatmen wesentlich einfacher und dank des eingebauten Ventils schützt man sich vor Infektionskrankheiten.
Wichtig ist dennoch, dass man die grundlegende Vorgehensweise nach dem ABC(D)-Schema berücksichtigt, also vor der Beatmung die Atemwege befreit. Diese Taschenbeatmungsmaske ist aber ohne weiteres von Laien anwendbar, wichtig ist wie gesagt der Nothelferkurs als Voraussetzung.

Das normale Modell:
https://dccdn.de/shop.doccheck.com/de/out/1/html/0/dyn_images/z1/dc_beatmungsmaske_600x600_z1.jpg

Normalpreis: http://shop.doccheck.com/ch/notfall-hausbesuch/beatmung-intubation/beatmungsmasken/arzt-15.html?lang=6
Studentenrabatt: http://shop.doccheck.com/ch/notfall-hausbesuch/beatmung-intubation/beatmungsmasken/doccheck_taschenmaske_studentenversion.html?lang=6

Dieses Modell ist extrem klein und leicht. Die Folie wird aufgefaltet und auf das Gesicht gespannt. Ich kann mir vorstellen, dass sie in der Anwendung etwas umständlicher als das obige Modell ist. Das ist aber nur meine persönliche Vermutung.
https://dccdn.de/shop.doccheck.com/de/out/1/html/0/dyn_images/z1/doccheckcprkey_410x410_z1.jpg

Normalpreis: http://shop.doccheck.com/ch/notfall-hausbesuch/beatmung-intubation/beatmungsmasken/doccheck_cpr_key.html?lang=6
Studentenrabatt: http://shop.doccheck.com/ch/lehrmaterial-studium/alles-fuer-das-medizinstudium/notfall-studium/doccheck_cpr_key_studentenversion.html?lang=6


Beim Fieberthermometer kann man lange diskutieren, ob man nun eines mit oder ohne Batterie nimmt. Während beim letzteren die Batterie im entscheidenden Moment versagen kann, ist ersteres nach einem Fall auf den Boden nicht mehr zu gebrauchen. Für meinen Fluchtrucksack habe ich die Variante ohne Strom gewählt.
Ein Thermometer kann hilfreich sein, wenn eine Person über Unwohlsein oder allgemeine Krankheitssymptome klagt. Der Unterschied zwischen 37.6° und 39.4° C ist nämlich von Hand und aus Sicht des Leidenden nicht spürbar.
Glasthermometer enthalten übrigens nicht mehr Quecksilber oder andere giftige Substanzen.
https://dccdn.de/shop.doccheck.com/de/out/1/html/0/dyn_images/z1/glas_fieberthermometer_410x410_z1.jpg

http://shop.doccheck.com/ch/diagnostik-instrumente/thermometer/glasthermometer/glas_fieberthermometer.html?lang=6

Bevor die Frage aufkommt: Das soll keine Werbung für DocCheck sein. Meine Sachen habe ich dort bestellt und sie sind angekommen. Natürlich kann man diese Dinge auch sonstwo beziehen.

bastler
10.05.2011, 13:15
Hallihallo,

ich weiß zwar nicht, was ein CFR Kurs ist (immer diese Abkürzungen für Insider...),
habe aber bei diversen Organisationen den gebrauch von verschiedenen Beatmungsgeräten für Laienhelfer (Intubation ist m.E. nichts mehr für den "angebrüteten Hilfswilligen") ausgebildet.
Zu den Geräten, die auf dem Markt sind:
- Das Beatmungstuch ("Lifekey")
als Minitasche für den Schlüsselanhänger erhältlich - habe ich auch. Gibt´s für´n
Appel und ´n Ei, stört nicht, ist immer dabei. Einziger Vorteil ist ein Infektionsschutz
(zumindest partiell) bei der klassischen Beatmung (Mund-Nase oder Mund-Mund). Die
bleibt einem nicht erspart, die psychologische Wirkung für den Ersthelfer (kein
direkter Kontakt mehr) ist enorm. Nachteil: der Gebrauch sollte schon mal geübt
worden sein, da das Abdichten der beatmungsstelle nicht soo easy ist.
- Beatmungsmasken (häufig: Laerdal Masken)
auch eine Hilfe für die direkte Beatmung. Vorteile: weitestgehender Infektionsschutz
für den Helfer durch das Ventil, leichte Anwendung, da das "Abdichten" der
Beatmungsstelle kein Problem ist (Luftwulst der Maske passt sich an), Beatmung von
Klein- und Kleinstkindern (im E-H-Kurs heißt es "dann muss man halt über Mund und
Nase zugleich beatmen...") wird leicht gemacht, da man durch die Luftwulst die Maske
auch gedreht auf kleiste Gesichter bekommt.
- Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel)
die selbe Maske mit Luftwulst, zusätzlich ein Beutel der im Grunde genommen wie ein
Blasebalg funktioniert. Hier hat man tatsächlich etwas als Ersatz für die direkte
Beatmung Mensch zu Mensch. Somit kann sich der Helfer auch körperlich schonen und
ggf. die Beatmung über einen längeren Zeitraum durchführen.

Was Ihr für Euch als notwendig erachtet? - muß jeder mit sich selbst ausmachen. Fest steht nur, dass die Systeme quasi jeweils eine Steigerung zu einander darstellen. Je intensiver man in den Bereich der Laienhilfe einsteigen will, desto weiter würde ich in der Tat auch mit solchem Gerät einsteigen.
Wenn ich mir überlege, dass hier offenbar einige Forumsmitglieder komplette OP Sätze vorhalten, ohne selber ausgebildet zu sein, dann sollte es sicher an 20 Teuros für nen gebrauchten Ambubeutel nicht fehlen...

Zum Fieberthermometer:
jetzt stocke ich erstmal...
Ich gehe davon aus, dass sich hier die Masse mit tiefgreifenden Versorgungsengpässen (zumindest der Theorie nach) beschäftigt.... Dass sich da etwas alltäglich unabdingbares auch noch tummelt....????
Spass beiseite:
Fieberthermometer gehört in jeden Haushalt - und zwar nicht in irgendeine hintere Ecke einer Schublade, sondern zu den vordersten greifbaren Dingen in Sachen Gesundheit!

Gruß vom bastler

Waldschrat
11.05.2011, 22:50
Hallihallo,

ich weiß zwar nicht, was ein CFR Kurs ist (immer diese Abkürzungen für Insider...),


Hallo Bastler,

ich vermute, hier liegt ein Tippfehler vor. Gemeint ist sicher CPR (cardiopulmonary resuscitation) auf gut deutsch, Herz-Lungen-Wiederbelebung

Vile Grüße

Matthias

Hümmlingtaskforce
12.05.2011, 06:01
Guten Morgen,

das Beatmungstuch für den Einmalgebrauch halte für den Laien als am praktikabelsten und auch in einer stressigen Notfallsituation für anwendbar.

Bei Beutel-Masken-Beatmung (oder auch nur Masken-Beatmung) bleibt zu beachten, dass jemand der beatmet werden muss eigentlich grundsätzlich bewusstlos ist und daher keinen eigenen Muskeltonus mehr hat. Als folge sind die "Backen schlabbrig" und das Abdichten der Maske fällt je nach Patient doch mal sehr schwer. Hier ist meiner Meinung nach im Vorfeld doch ein Bisschen Übung nötig, damit man dann im Ernstfall keine böse Überraschung erlebt.

LG

Wolf
12.05.2011, 22:16
Hallihallo,
Zum Fieberthermometer:
jetzt stocke ich erstmal...
Ich gehe davon aus, dass sich hier die Masse mit tiefgreifenden Versorgungsengpässen (zumindest der Theorie nach) beschäftigt.... Dass sich da etwas alltäglich unabdingbares auch noch tummelt....????
Spass beiseite:
Fieberthermometer gehört in jeden Haushalt - und zwar nicht in irgendeine hintere Ecke einer Schublade, sondern zu den vordersten greifbaren Dingen in Sachen Gesundheit!

Gruß vom bastler

Hallo bastler

ich denke, die Betonung liegt hier auf der analogen Version. Klar hat jeder ein oder meist mehrere von den Dingern. Aber eins ohne Batterie?
Ich wollte vor Jahren schon eins haben und musste seinerzeit das Internet auf links drehen um eins zu finden. Entweder unverschämt teuer -> 15€ aufwärts, oder nicht im Sortiment....

LG
Wolf

ID1685
13.05.2011, 21:43
Nur mal ne Frage (weiss es nicht wirklich, hab´s nur gehört):

Ist nicht nach einer neuen Richtlinie die Atemspende nicht mehr so wichtig, sondern eher die adäquate Herzdruckmassage?
Nach dem Motto: Die Frequenz des ständigen auf und ab bei der Massage reicht um genug Sauerstoff in den Körper zu bekommen.

Ich habe die Masken aber auch in der Ausstattung im Betrieb, im Auto führe ich einen Ambu-Beutel mit, Maske 3 und 5.

Gruss, jema

Waldschrat
13.05.2011, 22:12
Nur mal ne Frage (weiss es nicht wirklich, hab´s nur gehört):

Ist nicht nach einer neuen Richtlinie die Atemspende nicht mehr so wichtig, sondern eher die adäquate Herzdruckmassage?
Nach dem Motto: Die Frequenz des ständigen auf und ab bei der Massage reicht um genug Sauerstoff in den Körper zu bekommen.

Ich habe die Masken aber auch in der Ausstattung im Betrieb, im Auto führe ich einen Ambu-Beutel mit, Maske 3 und 5.

Gruss, jema

Druckmassage hat Vorrang. Ich habe folgendes beim Roten Kreuz gelernt (Kurs vor zwei Jahren):

Unteres Drittel Brustbein, Handballen einer Hand aufstützen, die zweite Hand drückt auf die erste Hand. Dreissig mal drücken, Frequenz etwa 100 / Minute (Ausbilderin: Stellt euch einen Techno-Rythmus vor), dann zwei mal Atemspende. Wenn es nicht funktioniert, Kopf nach hinten überstrecken, um die Atemwege frei zu machen.

Inoffizielles Zitat der Ausbilderin: "Ihr drückt bei der Herzmassage lieber zu kräftig zu und knackst ihm eine Rippe an und rettet ihm das Leben, als dass ihr zu zaghaft vorgeht."

Viele Grüße

Matthias

David
13.05.2011, 22:50
Jo, das mit 30 und 2 mal ist glaube ich heutiger Stand. Die Atemwege würde ich aber vorher überprüfen, soweit möglich. Ganz vorher natürlich: Person ansprechbar? Atmet oder atmet nicht ?

Die Taschenbeatmungsmasken haben auch den Vorteil, dass sie Schutz vor "Ekel" bieten, wobei das helfen dann leichter fällt (wie oft kommt sowas denn mal vor, als das man da Erfahrung mit haben könnte)

ZoomZee
13.05.2011, 22:55
Den CFR = Combat First Responder gibts allerdings auch. Hier mal ein paar Infos:

http://www.rettungsdienst.de/nachrichten/mehr-first-responder-fur-die-bundeswehr-11431

und ja es sind 30/2 heute.

FrankD
14.05.2011, 17:02
Halo liebe Leute,
Beatmen ist immernoch wichtig! Ich weiß nicht woher diese Scheißhausparolen kommen, dass Beatmen nicht mehr wichtig sei. Ständig höhre ich in meinen Erste Hilfe Kursen von Leuten die vor kurzem irgendwo einen Kurs gemacht haben wo der Ausbilder gesagt hat, dass die neuen Richtlienen vermutlich das Beatmen für Laien nicht mehr empfehlen würden.

Das ist vollkommender Unsin. Der ERC, das ist der europäische Fachverband der sich unter andem mit Richtlineien zur Herz Lungen Wiederbelebung beschäftigt hat ende letzten Jahres neue Richtlinien heraus gegeben, sie stimmen im wesendlichen mit den Empfehlungen aus 2005 überein. 30:2, d.h. 30 mal Herzdruckmassage und 2 mal Beatmen ist die aktuelle Empfehlung. Nach dem Diagnostischen Block, das ist das Ansprechen + Anfassen und die Atmungsüberprüfung beginnt man wenn beides nicht vorhanden ist mit 30x Drücken und dann 2x Beatmen. Man beginnt mit 30x Drücken um die im Blut noch vorhandenen Sauerstoffmengen erstmal zu verteilen.

Alles nach zu lesen auf www.erc.edu (http://www.erc.edu), bzw auf deutsch hier (http://www.springerlink.com/content/nlr22146w7573341/fulltext.html).

Bevor jetzt jemand daher kommt und sagt: aber da steht doch, wenn jemand nicht ausgebildet ist soll er nur drücken - das ist nichts neues, die Anleitung zur Reanimation per Telefon bei einem Notruf gibt es schon seit 15 Jahren und seit 15 Jahren wird bei den Rettungsdienstbezirken die Rea-Phone Konzepte haben nur das Drücken per Telefon erklährt, alles andere wäre auch fast unmöglich.

Zu den oben beschriebenen Beatmungshilfen: Keine davon funktioniert ohne Übung. Glaubt mir ich bilde Ersthelfer und Rettungsdienstleute seit fast 10 Jahren aus. Die Schlüsselanhänger sind, wie oben schon von jemand anderem erwähnt mehr eine psychologische Hilfe als ein Infektionsschutz. Die Beamtungsmasken gibt es nur in Einheitsgröße und damit passen sie zu einen nicht auf jedes Gesicht zum anderne sind sie zu sperrig um sie immer dabei zu haben. Dauerhaft im Auto gelagert wird das Plastik nach ca 2 Jahren porös.

Von daher lasst die Finger von dem Quatsch. Wenn der Patient euch zu ekelig ist oder Gesichtsverletzungen dann drückt halt nur, vieleicht findet sich wenigstens noch jemand anderes der die ganze Zeit den Kopf überstreckt hält, damit die Atemwege frei bleiben.

ID 1769
15.05.2011, 15:20
Darum habe ich zu Beginn auch geschrieben, ein aktueller CPR-Kurs (Cardio-Pulmonale Reanimation) bzw. Nothelfer-Kurs wird vorausgesetzt, um richtig reanimieren zu können - ob mit oder ohne Maske.

Mir wurde die Gesichtsmaske in der Grundausbildung im Zivilschutz vom Ausbildner (langjähriger Rettungssanitäter) empfohlen. Wir durften sie auch an den Puppen ausprobieren, was gut funktionierte. Meiner Freundin und mir passt sie auch dicht aufs Gesicht, was bei Kindern natürlich nicht der Fall sein muss.

Wenn sie du als Ausbildner für unsinnig hältst, ist das ein starkes Votum. Im Ernstfall ist Know-How sicher wichtiger als das Vorhandensein oder Fehlen einer Maske.

FrankD
15.05.2011, 18:18
Beatmungsmasken bieten mit ihrem Virenfilter guten Infektionsschutz, sind aber zu groß um sie immer dabei zu haben. Als günstige Alternative zum Beatmungsbeutel machen sie in der großen Erste Hilfe Ausrüstung, beispielsweise in Schwimmbädern oder in der Werkstatt sinn. Üben muss man trotzdem damit. Die Größe der Masken ist so gewählt, dass sie den meisten passt. Aber alleine im Erwachsenen Notfallkoffer eines Rettungswagens befinden sich meist drei verschiedene große Masken für den Beatmungsbeutel.

Sie sind für mich kein "Must-Have" sondern ein "Nice-to-have". Ein "Must-Have" ist jedes Jahr einen Erste Hilfe Kurs zu besuchen.

Grüße,

Frank

DocAlmi
18.05.2011, 13:57
Hi !

ich hab lang darüber nachgedacht, hier was zu schreiben...(hinterher werden die meisten denken: Hätte er es mal nicht getan...) Aber auf die Gefahr hin, ich riskier es.
Survival der besonderen Art :-)
Ich will nicht den Forumstroll machen, aber ich seh den Nutzen nicht.
Ich halte beides für absoluten Unsinn.
Kein "Must Have".
Selbst im "normalen tiefen Frieden" nicht. In Extremsituationen erst recht nicht.

Reanimieren is mehr als jemanden keimfrei aufblasen,
Thermometer sind nette Spielzeuge, beruhigen Mamis Nerven, helfen aber weder diagnostisch noch therapeutisch irgendwem weiter.
(Thermometer machen im Krankenhaus eventuell Sinn. In Survivalsituationen entbehrlich, obwohl ich für das Quecksilber beschleunigte Anwendungsbeispiele fände, die aber hier nicht dazugehören, weil verboten).

Dafü zu sorgen, dass keiner infiziert/verletzt ist macht mehr Sinn (Prävention), Ausbildung ist durch nix zu ersetzen, Sicherheit geht vor etc. seh ich alles ein.
Beatmungsgadgets jedweder Couleur und Thermometer mit oder ohne digital/analog/mit Gezeitenrechner sind teurer Ballast, es sei denn ich koche mit dem Thermometer marmelade ein oder finde eine andere Verwendung für das Beatmungsdingens als Wasserfilter oder als Trichter...

Sagt mir eine Situation, in der Ich oder jeder andere Survivalist eines der beiden Dinge vermissen könnte.

Gruss, Almi

ID1685
18.05.2011, 14:10
@DocAlmi

Wollen wir hoffen dass Du nie in die Situation kommst einem Menschen Erste Hilfe leisten zu müssen!
Gerade bei der Atemspende ist es angenehmer ein Hilfsmittel zu haben. Der direkte Kontakt zu fremder Haut ist vielen Ersthelfern sehr unangenehm, weswegen sie es dann halt lassen zu helfen. Trotz gesetzlicher Verpflichtung. Und bei Gewichten von unter 100 Gramm ist doch kaum von "Balast" zu reden, oder?

Und die "Erste Hilfe" sollte selbstverständlich sein! Denke immer dran: Auch Du könntest da liegen und auf Hilfe hoffen.

Groetjes, jema

DocAlmi
18.05.2011, 15:03
@jema

Gerade weil ich häufig in der Situation bin, schreib ich das ja...
Du schreibst es ist angenehmer. Soweit bin ich ja dabei. Noch angenehmer ist ein gut bestückter Rettungswagen oder gar ne Uniklinik-Intensivstation.
trotzdem würde keiner auf die idee kommen zu schreiben, es ist ein "MustHave" mit einem Rettungswagen durch die Gegend zu Kurven.
Angenehm ja, da sind die Geschmäcker verschieden (Ok, in dem Zusammenhang von Geschmack zu schreiben ist zweideutig).

Aber ein "must have" ist etwas, was jeder haben muss. Es ist aus meiner Sicht eben ein "nice to have".
Und wozu das gut sein soll, ist auch net geklärt.
Sprechen wir hier von tiefem Frieden, 112 informiert und in spätestens 9 min vor Ort und ich muss die Zeit bis dahin überbrücken oder befinde ich mich in einer Survival-Extremsituation? Da siehst nämlich mit dem nice to have gadget ziemlich alt aus.

Und der Thermometer?
Welche Entscheidung mache ich im Busch davon abhängig, ob ich 38.61 °C oder 39.4°C habe ?

mal sehen, was noch kommt....

Almi

ID1685
18.05.2011, 15:41
Hi Almi,

Du hast schon Recht. Ein "MustHave" sind die Dinge nicht. "NiceToHave" passt da schon besser. Auch was das Thermometer angeht.
Wir sind in Deutschland ja in der guten Lage eine sehr gute Infrastruktur zu haben was den Rettungsdienst angeht.

Aber die Idee mit dem RTW ist schon nicht schlecht. Viel Platz zum schlafen, Staufächer genug und Standheizung oft auch.... Hmm. OT-Ende :-)

Denke man kann sagen dass ein "Erste-Hilfe-Kurs" ein "MustHave" ist. Denn ohne Wissen kann man das beste Equipment nicht einsetzen.

Groetjes, jema

DocAlmi
18.05.2011, 19:44
Hi Jema !
Freut mich daß Du mir net bös bist, nach nochmaligem durchlesen hatte ich schon Angst, daß ich zu aggressiv rüberkomme, das will ich nicht und das täte mir leid.
Ich mein halt, daß das Wissen darum, wie man hilft das A und O ist. Übrigens habe ich hier viele gute Anleitungen und internetquellen gefunden. Dafür ist das Forum hier wirklich einzigartig geeignet.
Das mit der Reanimation: Ich wollt kurz noch schreiben wie ich das meine:
An sich ist es nicht schwer die Technik zu erlernen, die man braucht um jemanden halbwegs brauchbar über 10-15 min zu schaukeln, vorrausgesetzt die Gründe für das Eintreten des Todes sind nicht so schwer sonst gehts einem wie dem, der mit dem Tiefkühlhähnchen zum Tierarzt rennt und fragt, ob man da noch irgendwas machen könnte.
Wenn ich aber wo bin, wo Hilfe nicht zu bekommen oder nicht zu erwarten bin, dann hilft es mir gar nix, ne astreine Reanimation hinzukriegen, wenn mir Hinterher die Möglichkeit fehlt, das Reanimationsergebnis dauerhaft zu sichern. Es gibt nur wenig Erkankungen die unbehandelt zum Tode führen, die aber mittels Reanimation "geheilt" werden können.
Deswegen ist aus meiner Sicht die Ausbildung das Wichtigste. Oft wäre schon viel Unheil verhindert, wenn eine Unfallstelle richtig abgesichert werden würde.
Das lernt man in Kursen, wie vieles andere auch.
Noch besser ist, Unfälle / Gefahrensituationen zu vermeiden. Klar, ich weiß daß Du das auch weist und darum gehtsja auch eigentlich nicht.
Ich meine nur: Reanimieren hilft letzten Endes auch nicht, es ist meist der verzweifelte Versuch einer gründlich schiefgelaufenen Aktion die entscheidende Wende zu bringen.
Das gelingt nur meist nicht oder nicht gut.
Fakten? Zahlen?:
Ok:
Zitat aus
http://www.medizin-forum.de/index.php?option=com_content&task=view&id=68&Itemid=141

Traumatisch (also unfall-) bedingte Herzkreislaufstillstände: Großraum Köln von 1987 bis 1990 bei 224
erfolgreiche Reanimationen: 4 Überlebenden( Einer schwerbehindert)

Eine amerikanische Studie (J.Trauma 93 Rosemurgy et al) mit 138 Patienten wies keine Überlebenden auf und würde auch so keine Überlebenschance prognostizieren.

Bei 362 Patienten überlebten also ca. 1 %; gutes neurologisches Outcome für 0,8 %

Eine andere Quelle:

Notfall + Rettungsmedizin
Volume 3, Number 1, 22-31, DOI: 10.1007/s100490050194

Originalien: Outcome nach präklinischer CPR
Outcome nach präklinischer Reanimation
Prospektive Langzeituntersuchung in ländlichem Rettungsdienstsystem mit Hilfe des Utstein-Styles
Outcome after cardiocerebral resuscitation. Long-term study in a country area in accordance of the Utstein-Style


...Bei 369 Reanimationen konnten 25% der Patienten mit wiederhergestelltem Kreislauf auf eine Intensivstation aufgenommen werden; aus der Klinik entlassen wurden 9,2%. Dabei beeinflusste die Dauer von Koma und Beatmung das Überleben signifikant, auch die Dauer der Kreislaufinsuffizienz schien einen Einfluss zu haben. Von den 34 entlassenen Patienten verstarben 8 binnen eines Jahres nach Entlassung...


Deswegen meinte ich ist es für den medizinischen Laien schwer, mithilfe einer Reanimation alleine etwas zu reißen.
Deswegen meine ich, dass das mitführen jedwedes Beatmungsteils eher so viel hilft wie ein Talisman. Eventuell ist mann dann vorsichtiger, dann hat es ja schon genutzt.
Nur:
Die Zahlen sind von erfahrenen Rettungsmedizinern, die %Quote der Laien ist sicherlich deutlich darunter.

Aber nochmal:

Natürlich soll reanimiert werden. Vermutlich würde ich es sogar mitten im Busch versuchen, wenn mein Kumpel da liegt. Allein schon für mein Gewissen.

Und: Hier und heute und in einem rettungsmedizinisch so gut ausgerüsteten Land: Natürlich anfangen zu helfen! Egal ob das was bringt oder nicht.
Ein Laie kann das nicht einschätzen und deswegen kann ich als Laie auch keine Entscheidung treffen. Bis dahin gehe ich aber davon aus... better safe than sorry... dass meine maßnahmen irgendwem hilft und helfe.

So genug für heute, ich rette mich nach Hause.

Ach ja; war der Unfall selbst schon bitter, kommt auch noch der Johanniter....

In diesem Sinne

Almi

ID 1769
30.05.2011, 19:14
Hatte heute im Rahmen des Studiums die Möglichkeit, die beiden Beatmungshilfen an einer Puppe auszuprobieren. Natürlich lässt sich das nur bedingt mit einer realen Notsituation vergleichen. Dennoch möchte ich euch meine Erfahrungen mitteilen.

Der LifeKey, also diese Folie mit Ventil für den Schlüsselbund erleichtert das Beatmen nicht im Vergleich zur "nackten" Methode. Sie muss mit beiden Händen abgedichtet werden, sonst pfeift es auf der Seite raus. Ich kann mir aber vorstellen, dass dieses Hilfsmittel die Hemmschwelle herabsetzen kann, gerade wenn der oder die Verunfallte noch Rotz oder Blut im Gesicht hat.
Wenn dieses Hilfsmittel im Notfall darüber entscheidet, ob man aus Ekel nicht beatmet oder dank der Folie eben doch, so haben sich Preis, Gewicht und Grösse - allesamt sehr gering - durchaus gelohnt!

Die Taschenbeatmungsmaske erlebte ich als sehr komfortabel. Aufs Gesicht pressen, Kopf leicht überstrecken und rein mit der Luft. Sie dichtete an der Puppe gut ab und erleichterte das Beatmen stark. Leider ist sie nicht ganz so leicht mitzunehmen wie der Schlüsselanhänger, aber in einer Autoapotheke würde ich so eine Maske durchaus schätzen. Empfehlenswert! Aber leider im Alltag nicht immer verfügbar.

Allgemein lässt sich noch sagen, dass gemäss den neusten Empfehlungen das Beatmen eher im Hintergrund steht. Neuerdings gilt das Schema CAB (nicht mehr ABC): Circulation, Airway, Breathing. Besonders bei einem akuten koronaren Syndrom (u.a. Herzstillstand) muss nach der Alarmierung sofort mit der Thoraxkompression begonnen werden und erst nach 30 Kompressionen mit zwei Beatmungsstössen unterbrochen werden (vorher wars umgekehrt).
Die vorgestellten Beatmungshilfen sind demnach nicht als obligatorische Ausrüstung zu verstehen. Ich wollte mit diesen Tipps schlicht eine Alternative zu den Empfehlungen anderer Forumsmitglieder bieten. Teilweise wird hier medizinisches Material präsentiert, mit welchem man als Laie absolut nichts anfangen kann und möglichweise mehr schaden anrichtet anstatt zu helfen. Wenn man vor lauter chirurgischem Besteck, Infusionen und Morphin kein Fieberthermometer und keine Taschenbeatmungsmaske einpackt, ist etwas schief gelaufen.

Mit den vorgestellten Beatmungshilfen kann jedoch in einer Notsituation auch als Laie etwas mehr Effizienz erreicht werden - aber ausdrücklich nur, wenn man über das geeignete Basiswissen aus dem Nothelfer/CPR-Grundkurs verfügt.

Solarwind
03.06.2011, 16:29
Hallo bastler

ich denke, die Betonung liegt hier auf der analogen Version. Klar hat jeder ein oder meist mehrere von den Dingern. Aber eins ohne Batterie?
Ich wollte vor Jahren schon eins haben und musste seinerzeit das Internet auf links drehen um eins zu finden. Entweder unverschämt teuer -> 15€ aufwärts, oder nicht im Sortiment....

LG
Wolf

4,95 € in der Apotheke von Geratherm. Es hat sogar ein Ökotest-GUT und ist ohne Quecksilber.


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