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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wasseranalyse Testkit Bakterien?



blende8
29.06.2011, 10:15
Gibt es relativ günstige Testkits für Bakterien?
Ich habe nur was gefunden, wo ein einziger Test ca. 25 Euro kostet.
Da gibt man das Wasser dazu und lässt es 48 Stunden sich vermehren und kann dann an der Farbe eigentlich nur sehen, ob was drin ist oder nicht. Keine quantitative Aussage.

Ich würde z.B. mal gerne wissen, wie "verseucht" das Wasser in unseren Regentonnen íst. Die sind lichtgeschützt und es bilden sich keine Algen. Das Wasser sieht ziemlich kar aus.

Kann man das auch zu einem Labor geben?

Frei's Petrollampen
29.06.2011, 10:29
Hallo Blende

Es gibt viele Labore die Wasser testen ......, da kommt es dann immer darauf an nach was Du suchst.

Das verursacht dann halt immer gewisse Kosten.

Die Frage ist dann halt wie wichtig ist es?

Das Wasser aus einem eigenen Brunnen mal zu testen macht Sinn und lohnt sich auch.
Aber Wasser aus der Regentonne ......?

Nimm einen richtigen Wasserfilter und dann klappt das schon mit dem Wasser aus der Tonne.

Viele Grüsse, Ernst

blende8
29.06.2011, 11:55
Ich würde natürlich beides testen, das Wasser direkt frisch aus dem Brunnen und dann aber auch das abgestandene aus der Tonne. Da würde mich interessieren wie groß der Unterschied ist.

Waldschrat
15.07.2011, 22:12
Gibt es relativ günstige Testkits für Bakterien?
Ich habe nur was gefunden, wo ein einziger Test ca. 25 Euro kostet.
Da gibt man das Wasser dazu und lässt es 48 Stunden sich vermehren und kann dann an der Farbe eigentlich nur sehen, ob was drin ist oder nicht. Keine quantitative Aussage.

Ich würde z.B. mal gerne wissen, wie "verseucht" das Wasser in unseren Regentonnen íst. Die sind lichtgeschützt und es bilden sich keine Algen. Das Wasser sieht ziemlich kar aus.

Kann man das auch zu einem Labor geben?

Wie auch schon von Ernst gesagt: Auf Verdacht filtern (Katadyn), chemisch entkeimen oder abkochen, dann bist Du auf der sicheren Seite.

Testkits und Labore kosten, letztere dauern auch ein paar Tage.

Einen preiswerten (etwa 20-30 Cent) "quick and dirty" Test könnte ich mir wie folgt vorstellen - er erfordert allerdings streng steriles Arbeiten, weil sonst keine Unterscheidung zwischen im Wasser vorhandenen oder durch unsteriles Arbeiten eingeschleppten Bakterien möglich ist.

Wasserprobe in ein steriles Reagenzglas geben (unmittelbar vorher in der Gasflamme sterilisieren). Die Wasserprobe, falls sie es nicht schon ist (fast immer der Fall) leicht alkalisch einstellen, z.B. Zugabe von einer geringen Menge Natriumhydrogencarbonat (Bicarbonat, Natron, Backpulver). Der pH-Wert sollte leicht über 7 liegen.

Mit etwas steriler Glukoselösung (vorher in einem anderen Reagenzglas aufgekocht) die Bakterien "anfüttern". Einige Tropfen Methylrotlösung (Laborbedarf) dazu, mit einem ebenfalls sterilen (mit Ethanol, Isopropanol oder ähnlichem abgeriebenen ) Gummistopfen verschließen. Bei erhöhter Raumtemperatur (ideal 30-35 °C) ca. 12h stehen lassen, ansonsten eher 24h. Wenn wir dann eine intensiv rote Färbung sehen, ist Bakterienbefall praktisch gesichert - allerdings keine Aussage darüber, inwieweit die Bakterien pathogen sind. Je früher die rote Färbung eintritt, je ärger der Befall.

Bei der Probe aus der Regenwassertonne wird dieser Test übrigens zu 100% positiv (roter Farbumschlag, Bakterien vorhanden) ausfallen, ist daher also sinnlos, bei abgekochtem oder mit Chlor, Silberionen, Katadynfilter entkeimtem und für längerfristige Lagerung gedachtem Wasser kann er Sinn machen.

Für eine Regentonne wäre im Notfall auch die Zugabe geringer Mengen von Cu2+ Ionen erwägenswert, die für Einzeller so ziemlich ein Ultragift darstellen, von Vielzellern (species homo sapiens) dagegen in niedrigen Konzentrationen gut vertragen werden. Die wirken ziemlich bakterizid und algizid.


Viele Grüsse

Matthias

DocAlmi
21.07.2011, 14:04
Die Keimbestimmungskits bieten in der Regel den Nachweis von E-coli als Marker der Fäkalienverschmutzung des Trinkwassers. Das macht aber keinen Sinn, wenn ich meine Regentonne untersuchen will.
Bakterien gibts zu viele, als das es Tests gäbe, die alles austesten.

Und dann noch die ganzen Protozooen, Algen, Parasiten etc. und dann noch die Chemie, der Asbest der Dachdeckung etc.

Ob brackiges Wasser trinkbar ist oder nicht kommt immer auf den Versuch an. Und den Versuch würd ich mir klemmen!
Ich würde brackiges, übelriechendes Wasser mit "sichtbaren Vitaminen und Spurenelementen" sprich Dreck drin nicht trinken, ohne es zu filtern, abzukochen, auszudestillieren, chemisch aufzubereiten oder sonstwie in einen geniessbaren Zustand zu überführen.

Test und Testkits helfen da ( mein ich ) nicht weiter.

Zu der "Anzuchtmethode": man müsste dann noch aerobe und anaerobe Versuchsansätze machen, denn mit Gummistoppen druff ist es wohl eher anaerob, mit einem wattestopfen wäre es dann aerob... wiegesagt ist aber immer entscheidend, ob die gefundenen Keime dann noch pathogen sind, also ob die Keime auch in der Lage sind, Krankheiten auszulösen. Denn in jedem Joghurt sind Bakterien :-)


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