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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbst Brunnen anlegen (Nachbar hat auch einen)?



Madoa
07.07.2011, 17:29
Bin gerade am überlegen, ob wir im Garten einen Brunnen anlegen. Allerdings hätte unser Nachbar auch einen. Wenn ich mir jetzt einen Katadyn Wasserfilter zulege, könnten wir uns ja ergänzen. Aber dadurch sind wir auch wieder abhängig von ihm. Was meint ihr zu dem Thema?
Gruß
Madoa

Techniker
07.07.2011, 18:13
Selbst ist der Mann bzw. die Frau.

Eigener Brunnen ist Goldwert

Denn es funst nicht was du vor hast....

company iss lumpery

blende8
07.07.2011, 18:30
Wir haben auch einen "Brunnen" im Garten.
Allerdings ist das nur so ein Rohr, an das man eine Pumpe anschließen muss.
Wofür man wiederum Strom braucht.
Könnte man da auch eine Handpumpe anschließen? Gibt es sowas?
Am Rohr oben ist so ein Bajonettanschluss für Pumpenanschluss.

AZI
07.07.2011, 19:23
Google mal nach Schwengelpumpen, evtl mußt einen Adapter dazwischen, denn soweit ich bisher gesehen haben müßen die Geschraubt werden, aber das sollte nicht so der Akt sein

Stan
07.07.2011, 19:56
Hallo, ich würde mit einem Maßband oder Lot feststellen, ob und wie hoch Wasser da ist. Es wird nich weiter als 8 m runter gehen, weil das ungefähr die realistische technische Grenze für Saugpumpen aller Art ist.

Die Kupplung ist sich aus Alu (oder Messing) und wird sich daher leich abdrehen lassen. Wenn du noch Wasser hast sch auch mal nach Kolben oder Doppelkolbenpumpen. Wie groß ist der Rohrdurchmesser?
Stan

blende8
07.07.2011, 20:49
So sieht das aus:
5124
Durchmesser des Rohres ist oben ca. 4 cm.
Am besten wäre es vielleicht, da den Schlauch anzuschließen und daran dann eine Handpumpe irgendwie.
Gibt es sowas?

Stan
07.07.2011, 21:46
Kupplungen gibt es dafür mit allen Endungen: Vom Aufsteckende für Schläuche bis Innengewinde. Für den Anschluss an die Pumpe ebenso. Das kurze Stück Saugschlauch gibt es als Meterware im Baumarkt. Wenn du neu auf dem Gebiet Wasserleitungen bist: Lass dir zeigen, wie man mit Hanf oder Teflonband abdichtet. Es kann auch ein Rückschlagventil eingebaut werden: Die Pumpe ist dann, bei dichten Leitungen, einfacher in Betrieb zu nehmen.
Stan

blende8
07.07.2011, 22:28
Pumpe habe ich ja, nur elektrisch.
Die Frage wäre, ob es da auch was manuelles gibt.
Es gibt ja heute alles, werde mich mal schlau machen ...

Jeans
20.10.2011, 23:46
Was kostet denn so ein Brunnenbau? Kann man das Bohren selber machen?
Vermutlich ist es abhängig vom Erdboden, aber wenn das <1000€ kostet, ist es sicherlich eine Interessante Methode, wie man schnell an Grundwasser gelangen könnte!
Möglich wäre natürlich auch, es als Zierelement anzusetzen mit einer altertümlichen handpumpe.

Andi
21.10.2011, 01:17
Was kostet denn so ein Brunnenbau? Kann man das Bohren selber machen?

Bei uns im Feld haben wir selbst einen Brunnen gebohrt. Allerdings von Hand. Geht mit einer Bohrausrüstung für ca. 200 EUR bis ca. 10 m Tiefe. Zu zweit benötigt man(n) etwa 1 Tag um auf die Tiefe zu kommen.

Technik: Bohrer immer ca. 20 cm eindrehen, wieder herausdrehen und die Erde aus dem Bohrloch befördern. Die Bohrstange wird jeweils mit Elementen von einem Meter verlängert. Sobald ihr beim Bohren merkt, dass die Bohrstange höher steht, als ihr zuletzt gebohrt habt, seit ihr in der Wasserschicht. In der Wasserschicht schlämmt sich das Bohrloch sofort wieder zu.

Dann benötigt ihr einen Rammfilter und Verlängerungsstangen. Diese treibt ihr nach und nach mit dem Vorschlaghammer in die Erde. Immer gut verschrauben und abdichten. Für 8 bis 10 Meter Tiefe bedarf es ca. 300 EUR.

Oben dann eine Schwengel- oder eine Elektrische Pumpe anschließen.

Diese Methode, anders als gefaßte, sprich gebuddelte Brunnen, hat aber den Nachteil, dass im Winter die Pumpe abgebaut werden und das Rohr abgedeckt werden muß. Dafür eben alles für ca. 500 EUR, wobei die Bohrausrüstung nach Erfolg beim Bohren wieder verkauft werden kann.

Wichtig ist die Tiefe vom Grundwasser. Oft kann bei 3 bis 4 Meter bereits Wasser gefunden werden. Dann ist es aber meist von Gülle und Schadstoffen aus der Landwirtschaft verunreinigt. Stinkt meist wie die Hölle.

Ohne Werbung zu machen. Ich habe unsere Ausrüstung hier: http://www.erdbohrer-brunnenbau.de/shop-SchwengelpumpeBrunnenbohrer.html

geordert. Sehr zufrieden und dort gibt es auch gute Anleitungen und Komplettpakete.

Grüsse Andi

Peacefool
21.10.2011, 02:18
Vor allem muss man erstmal Wasser finden. Dazu braucht es einen guten Rutengänger.

Dass ist keine Esoterik, sondern jahrhundertealte Erfahrung die heute noch nicht durch Technik zu ersetzen ist.

Wenn er/sie dann 2 sich kreuzende Wasseradern findet, dann dort bohren.

Nicht nur auf Tiefe und Pumptechnik, auf dauerhafte Förderung kommt es an.

Ich würde jedoch immer das Graben bevorzugen. Macht viel mehr Arbeit, ist aber die ertragreichste Methode, die immer auch von Hand funktioniert.

Ich habe einen Brunnen aus den 60er Jahren, der mit "Ohmsgruben" Betonringen einen Durchmesser von 1 Meter hat. Da geht was, zur Not auch mit Seil und Eimer.

LG
Peace

Andi
21.10.2011, 02:31
Frage war ja, wieviel es kosten wird. Für die dauerhafte Förderung ist es wichtig, dass es eine Wasserader wirklich gibt - wie beschrieben. Im Grenzfall ist es eben die Bohrung, die weniger kostet. Mit Betonringen wirds schnell teurer. Oder ist viel anstrengender das Loch selber zu buddeln und die Betonringe einzusetzen. Was die Findung von Wasser angeht - in 8 bis 10 m Tiefe habe ich, auf ebenem Gelände bisher immer Wasser gefunden. Allerdings lohnt sich der Rutengänger wirklich, da es unnötige Arbeit wirklich ersetzt. Danke für den Hinweis.
Grüsse Andi


Vor allem muss man erstmal Wasser finden. Dazu braucht es einen guten Rutengänger.

Dass ist keine Esoterik, sondern jahrhundertealte Erfahrung die heute noch nicht durch Technik zu ersetzen ist.

Wenn er/sie dann 2 sich kreuzende Wasseradern findet, dann dort bohren.

Nicht nur auf Tiefe und Pumptechnik, auf dauerhafte Förderung kommt es an.

LG
Peace

cholec
21.10.2011, 10:10
Kann man das Bohren selber machen?

Ja, bei Ebay bekommt man alle Utensilien nachgeschmissen. Lediglich beim Brunnenrohr muss man neu erwerben.


Was kostet denn so ein Brunnenbau?

Unter der Hand mit motorisiertem Bohrer ca. 400,- für 8 m incl. 115er Brunnenrohr.


Dann benötigt ihr einen Rammfilter und Verlängerungsstangen. Diese treibt ihr nach und nach mit dem Vorschlaghammer in die Erde. Immer gut verschrauben und abdichten. Für 8 bis 10 Meter Tiefe bedarf es ca. 300 EUR.

Oder ein geschlitztes Brunnenrohr und für das weitere Bohren einen Plunger bzw. Kiespumpe. Macht zwar mehr Arbeit, hat gegenüber dem Rammfilter den Vorteil des größeren Querschnitts und damit der höheren Förderleistung. Und falls dieser im Laufe der Zeit altert, lässt sich ein Brunnen mit Brunnenrohr mechanisch besser reaktivieren.


Vor allem muss man erstmal Wasser finden. Dazu braucht es einen guten Rutengänger.

Oder rudimentäre Kenntnisse der Geologie des Untergrundes und die physikalische Erkenntnis, dass Wasser immer nach unten fließt… Zumindest in DE ist in den meisten Gebieten das Grundwasser in verschiedenen Horizonten eher flächig verteilt.
Eine Anfrage bei den zuständigen Wasserbehörden kann eventuell auch weiterhelfen. Wohnt man in einer Stadt mit U-Bahn lohnt sich auch mal die Nachfrage bei der dazugehörigen Abteilung. Die kennen sich mit dem Untergrund und der Tiefe der wasserführenden Schichten sehr gut aus.

Gruß
cholec

Ziegenranch
21.10.2011, 11:29
Von mir mal ein Hinweis und Beispiel, wie es auch kommen kann: Die Handbohrmethode funktioniert nur bei Sandböden. Vielfach ist in Deutschland jedoch Fels im Untergrund. Und auch beim Ausschachten per Hand sollte man bedenken, dass es echtes Grundwasser in 8-10 m Tiefe oft nicht gibt - das ist vielfach Grundwasser, vermischt mit Oberflächenwasser und daher als Trinkwasser nicht zu gebrauchen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber wer echtes Trinkwasser will, muss oft tiefer in die Tasche greifen.
Wir wollten ursprünglich auch einen Brunnen mit Schwengelpumpe. Die Bohrung durch eine Spezialfirma musste dann aber auf 49 m (durch Fels) runter, bevor genügend Wasser (1000 Liter/Stunde) sprudelte - zu tief für eine Schwengelpumpe.
Nun arbeitet eine Tiefbrunnenpumpe die für Notfälle über eine Inselsolaranlage abgesichert ist.
Übrigens muss man vor der Bohrung, je nach Bundesland, eine Ausnahmegenehmigung vom Bezugszwang durch das örtliche Wasserwerk beantragen, ja, auch wenn es nur für die Gartenbewässerung ist.
Und jeder Brunnen ist beim Landratsamt zu melden. Darauf wird bei uns im Kreis verstärkt kontrolliert.

LG
ziegenranch

Jeans
21.10.2011, 13:32
Viele gute Antworten, anscheinend haben sich das viele hier schon überlegt und auch shcon durchgeführt!

Ich denke, für eine längerfristige Versorgung mit Trinkwasser kommt man um einen Brunnen nicht herum.
Flüsse können auch leicht verseucht werden, ohne dass man es kontrollieren kann. (Leichen, Chemikalien, usw)
Ein Grundwasserbrunnen hingegen könnte eine gute Wasserversorgung für die Familie bedeuten.

Wenn ich alleine wohnen würde, hätte ich das schon längst gemacht, muss ich wohl mal meine Eltern von überzeugen :D
Andererseits wäre es von Vorteil, um z.B. die Blumen im Garten zu gießen ;)

LG Jeans

Papa Bär
23.10.2011, 14:00
Vor allem muss man erstmal Wasser finden. Dazu braucht es einen guten Rutengänger

Funktioniert das tatsächlich? Ich hab das dann und wann im TV gesehen, aber die lagen bei kontrollierten Tests genauso oft richtig wie falsch. Hast Du dabei zugesehen? Würde mich brennend interessieren ob das Ganze wirklich echt ist.

Viele Grüsse

cholec
23.10.2011, 14:44
Funktioniert tatsächlich, liegt aber wohl eher daran, dass es in meisten Teilen Deutschlands ein Kunststück ist, nicht auf Wasser zu stoßen.

Wasseradern sind eine mittelalterliche Vorstellung von den Vorgängen unter unseren Füßen. Lediglich in Karstgebieten kann man soetwas finden. Ob die dann aber mit Ruten zu finden sind, wage ich zu bezweifeln.

Unser Brunnen liefert pro Stunde ca. 1,5m^3 aus 6 m Tiefe und mit der popeligen Aldi-Saugpumpe für 80,- , und das ganz ohne Wünschelrute.

Gruß
cholec

Funker
23.10.2011, 22:45
Mein Brunnen ist 17 m tief und ein ein Zoll-Rohr.
Für die elektrische Pumpe habe ich ein Stromaggregat sowie ein komplette Umkehrosmoseanlage um das Wasser von allem zu befreien was grösser als 300 nano groß ist.

Das sollte im Ernstfall schon helfen ein sauberes und trinkbares Wasser zu bekommen.

LG


Mike

Waldschrat
23.10.2011, 23:08
[QUOTE=Funker;82917]Mein Brunnen ist 17 m tief und ein ein Zoll-Rohr.
Für die elektrische Pumpe habe ich ein Stromaggregat sowie ein komplette Umkehrosmoseanlage um das Wasser von allem zu befreien was grösser als 300 nano groß ist.

Das sollte im Ernstfall schon helfen ein sauberes und trinkbares Wasser zu bekommen.
[QUOTE]

Hallo Mike,

Gratulation zum Brunnen!

Was ist Dein Feindbild bei der Umkehrosmoseanlage?

Ionen, die Dir die Suppe versalzen könnten (z.B. Schwermetalle), liegen bei etwa 100-150 nm und passieren.
Viren bei typisch 100 nm, passieren ebenfalls.
Bakterien bei typisch 600 nm (die würdest Du ausfiltern)

Das Verstopfungsrisiko der Membrane ist ohne gute Vorfilterung natürlich da.


Warum keine Entkeimung über Chemie oder UV?
Oder elektrisch erzeugte Hypochlorite, was im Endeffekt auch auf eine chemische Entkeimung hinausläuft?

Neugierig.

...-
-.--
--...
...--

Matthias

Funker
23.10.2011, 23:21
Uups, da muss ich gleich mal nachschauen.

Eigentlich sollten die Filter bis zu Viren und Radionukleiden herunter reichen.
Hoffentlich habe ich mich nur um eine Zehnerpotenz vertan und nicht die falsche Anlage...

Natürlich gibt es mehrstufige Vorfilter.

Und für alles für angeblich 2 Jahre Vebrauchsmaterial dazu.


LG

Michael


...- -.-- --... ...--

Waldschrat
23.10.2011, 23:47
Uups, da muss ich gleich mal nachschauen.

Eigentlich sollten die Filter bis zu Viren und Radionukleiden herunter reichen.

Hallo Michael,

Radionuklide sind aus einem 17m tiefen Brunnen nur dann zu befürchten, wenn Du zum Beispiel im Erzgebirge oder im Hochschwarzwald lebst und die Kontamination in Form von natürlichen(!) Uran- oder Thoriumerzen von unten kommt. Selbst im Fall eines- inzwischen in Mitteleuropa ziemlich hypothetischen - Kernwaffenangriffs ist eine 17m tiefe Quelle zunächst mal sicher. Auch Viren neigen typisch nicht dazu, so weit in den Untergrund einzudringen.

Viele Grüsse

Matthias

mallibast
08.05.2012, 12:37
Hallo,

für Brunnen Selbstbau ist hier noch ein Link, dort gibt es auch ein Forum.

http://www.lotze-wassertechnik.de/html/de/brunnenforum/brunnenforum-gid-Brunnenforum90.html

Gruß Mallibast

galahat
28.08.2012, 00:28
Frage 1:
Wer von euch hat jemals mit einem Brunnenbohrersatz z.B aus der Bucht (Beispiel1 (http://www.ebay.de/itm/Bohrgerat-Bohrschnecken-Forderschnecken-f-Brunnenbau-Brunnen-brunnenbohrgerat-/261081586977?pt=DE_Haus_Garten_Garten_Z%C3%A4une&var=&hash=item3cc9acdd21) und Beispiel2 (http://www.ebay.de/itm/Brunnenbohrer-Erdbohrer-Brunnenbohrgerat-Handbohrer-Bohrkopf-/261087538698?pt=Kommunaltechnik_Zubeh%C3%B6r&var=&hash=item3cca07ae0a)) einfach mal im Garten gebohrt und ist fündig geworden? Und hat sich sogar auf diesem Weg eine verlässliche Wasserquelle erschlossen?

Frage 2:
Kann es passieren (beim Drauflosbohren), dass man eine "Wasserader" trifft und ungewollt einen Springbrunnen im Garten hat?



Ich finde die Idee des eigenen Brunnens seeeehr sympathisch,
würde daraus aber keine Wissenschaft machen wollen.

100 EUR für solch einen Bohrersatz würde ich springen lassen und dann einfach mal versuchen.

Ich hätte nicht mal den Anspruch, dass es sofort Trinkwasser wäre, Aufbereitungsmittel habe ich genügend hier,
d.h. in Normalzeiten wäre es Blumenwasser und wenn es darauf ankommt ist die Wasserversorgung gewährleistet.

Wir leben recht weit weg von jedem Gewässer und ich habe "nur" Regenwasser zur Verfügung (bisher 1000L).
Von daher liebäugel ich mit einem Projekt namens "Brunnenbau" :-)

nashua
28.08.2012, 08:50
Bitte beachtet dass ihr für Brunnenbohrungen euer Wasserwerk kontaktieren müsst.
In vielen Bundesländern braucht es für die Bohrung und das Betreiben eines Brunnens eine Genehmigung. In manchen muss man sogar Gebühren bezahlen.

Geregelt ist das in dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und im Landeswassergesetz (LWG).

Denkt dabei auch an dem bösen Nachbarn dem es nicht gefällt, wenn ihr was habt was er nicht hat.

nashua

galahat
28.08.2012, 09:21
Bitte beachtet dass ihr für Brunnenbohrungen euer Wasserwerk kontaktieren müsst.
In vielen Bundesländern braucht es für die Bohrung und das Betreiben eines Brunnens eine Genehmigung. In manchen muss man sogar Gebühren bezahlen.


Macht man das BEVOR oder NACHDEM man weiß, dass man überhaupt an Wasser kommt?
In D wahrscheinlich lange bevor man überhaupt einen Erdbohrer besitzt, das wäre so typisch.

Ich erlaube mir mal den Vergleich zu meiner Selbstständigkeit, hättte ich mich VOR der Gründung an alle Regeln gehalten, hätte ich bis heute nicht gegründet!
Damit möchte ich nicht zum Regelbruch aufrufen, aber bei manchen Themen steht bei mir erst mal die Aussicht auf Erfolg und DANN die Regularien (vor allem bei anfallenden Gebühren!)

Daher meine Frage technischer Natur, kann ich beim Bohren irgendetwas kaputt machen oder jemand anderen schädigen?
Das wäre mir vor den Registrierungen erst mal wichtiger.

Papa Bär
28.08.2012, 09:42
Kann es passieren (beim Drauflosbohren), dass man eine "Wasserader" trifft und ungewollt einen Springbrunnen im Garten hat?


Ich nehme mal an, damit meinst du eine natürliche "Wasserader"? Das kann in einem Gebirgstal durchaus mal vorkommen, wenn das Einzugsgebiet höheres Gelände ist und der Boden im Tal normalerweise nicht wasserdurchlässig ist
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Artesian_Well_DE.png&filetimestamp=20090326130245


Daher meine Frage technischer Natur, kann ich beim Bohren irgendetwas kaputt machen oder jemand anderen schädigen?
Das wäre mir vor den Registrierungen erst mal wichtiger

Das kann in Wohngebieten oder in für den Bau erschlossenen Gebieten vorkommen. Deshalb vorher unbedingt kundig machen, ob Rohrleitungen oder ähnliches durch das Gebiet laufen. Vielleicht ist die neu entdeckte Ölquelle eigentlich eine Pipeline?

nashua
28.08.2012, 09:50
Ob sich jemand an den Antrag zur Genehmigung hält, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Aber sich beim Wasserwerk zu erkundigen, bringt ausserdem den Vorteil, dass man auch dort erfährt wie hoch der Grundwasserspiegel ist. (Das entscheidet ja immerhin die Bohrtiefe.) Ob es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt und vieles andere mehr.

- - - AKTUALISIERT - - -

Ich habe im Netz noch eine supertolle Seite gefunden mit Zeichnung und vielen Infos:

http://www.baumarkt.de/nxs/323///baumarkt/schablone1/Ein-eigener-Brunnen-eine-Alternative-zur-Regenwassernutzung

tomrc46
28.08.2012, 12:23
Hallo,

ich hätte bei 8m Bohrtiefe schon 2,3 bis 3m Wasser stehen. Was ist, wenn bei Hochwasser das Oberflächenwasser verseucht ist?
Reicht es wenn das geförderte Wasser nicht in Kontakt mit Oberflächenwasser kommt?
Ich würde auf eine Filterkaskade setzen, die bis 300 nm alles zurückhält - Radionuklide halte ich für unwahrscheinlich.

Grüße
Tom

Henning
28.08.2012, 19:36
Daher meine Frage technischer Natur, kann ich beim Bohren irgendetwas kaputt machen oder jemand anderen schädigen?
Das wäre mir vor den Registrierungen erst mal wichtiger.

Sehr oft gibt es mehre Grundwasserhorizonte, die durch schlecht wasserdurchlässige Schichten voneinander getrennt sind.

Wenn Du nun bei Bohren nicht besondere Maßnahmen trifft, verbindest Du dieses Schichten hydraulisch.
Die unteren Schichten haben oft die bessere Wasserqualität, wenn nun die oberflächennahes Dreckwasser dort reinkommt,
kann es sein, das Wasserwerke oder Betriebe Brunnen stilllegen müssen.
Die Schäden gehen dann in die Millionen, zumal sich nicht überall leicht alternative Brunnen bohren lassen.

Ruebe
28.08.2012, 19:46
Hallo,

ich hab ein Haus aus 1971.
Da war nun der Brunnen dicht und ich habe einen neuen spülen lassen.

Das Ganze hat mit Saugfilter, Anschlüssen, PE-Leitung usw. 150,- Eumels (Nachbarschaftshilfe ;o)) gekostet.
Grundwasser in Top-Qualität ist bei uns in einer Tiefe von ca. 5m.

Gruß

Rübe

BVS-Sobi
28.08.2012, 21:43
Hallo,

ich hatte vor meinem Brunnenprojekt einen Rutengänger bei mir.
In 5m und 7m Tiefe fand er "Wasserader".
Ich habe es selbst mit einer "Anfängerrute" des Rutengängers probiert und bei mir bewegten sich auch die Spitzen der Rute.

Dann habe ich einen Brunnenbauer gefunden, der auch schon in der Gegend nach Wasser gebohrt hat.
Er sagte mir, dass in 5 - 7 m nur Oberflächenwasser vorhanden ist.
Die gleiche Aussage bekam ich von der unteren Wasserbehörde.

Der Brunnen wurde auf 30 m Tiefe gebohrt. Danach ist eine wasserdichte Schicht. Das Wasser wird in dem Rohr bis auf ca. 10m hoch gedrückt. Wassermenge lautAngaben des Brunnenbauers: Ca. 3qm/Minute.

Ein Brunnenwassertest in einem Labor (ca. 50,-€) ergab gutes Wasser mit Trinkwasserqualität.

In dem Bohrloch ist ein100er (mm) Rohr mit Pumpe auf ca. 20m.

Genehmigung ist in NRW nicht erforderlich, wenn das Wasser nur zur Gartenbewässerung, wie bei mir, benutzt wird.
Ein Notgenerator ist vorhanden.

wolpi
28.08.2012, 23:30
Zum Thema "Kaputt-machen" ist folgender Aspekt zu berücksichtigen :

wenn man eine wasserdichte Bodenschicht durchbohrt, über der sich Wasser befindet, kann Wasser durch die Bohrung durch die wasserdichte Schicht hindurchlaufen .
Stößt die Bohrung dann weiter unten auf die nächste wasserführende Schicht , kann das Wasser von Oben außen entlang der Bohrung in die untere Schicht gelangen .
Das ganze ist problematisch, wenn die obere Wasserschicht zB durch Gülle/Nitrat etc. verunreinigt ist . Von daher kommts auf den geologischen Aufbau an . Ich kann jetzt nur von der hiesigen Situation ausgehen. Niederbayrisches Hügelland, Lehmböden . Wasserkontakt ca. nach 2 - 3 Meter. Die alten gemaueten Brunnen sind ca. 6-8 Meter tief. = maximale Saughöhe bei Saupumpen. Die Wasserschicht wird in der Regel als Oberflächenwasser bezeichnet. Gülleeintrag /Wasserstand jahreszeitlich häufig bemerkbar.

Unter dieser Oberfächenwasserschicht befindet sich dann eine wasserdichte Schicht. Die erste Grundwasserschicht befindet sich dann erst wieder in einer Tiefe ab mindestens 50 Meter. Die Tiefenbrunnen werden nur maschinell gebohrt . Hierbei wird der Durchmesser der Bohrung bis unterhalb der ersten wasserdichten Schicht größer gewählt, so daß
der "Durchstichbereich" gegen hinterunterlaufendes Oberflächenwasser verdichtet werden kann. Dadurch wird verhindert, daß kontaminiertes Oberflächenwasser ins Grundwasser gelingen kann.

Diese erste echte Grundwasserschicht wird hier dann auch für die privaten Trinkwassertiefbrunnen und die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Ein Schutz dieser Wasserschichten erscheint sinnvoll.

Sofern man aber nur in den oberen 8 Metern von Hand "herumstochert" wird man wohl keine Gefährdungen verursachen.

Über die gesetzliche Lage sollte man sich shon vorher erkunidgen , aber bei der Wasserbehörde, Gemeinde , Wasserwerk würde ich mich vorher nicht schlau machen , eher im "historischen Bereich" aus der Zeit vor der Einführung der zentralen Wasservsorgungen . Um ja keine Ölpipeline, Stromkabel, Wasserleitung anzubohren, kann man ja mal ins Grundbuch schauen, ob da entsprechende Leitungsrechte eingetragen sind.

wolpi

Apo
19.01.2013, 16:20
Ich habe glaub ich hier im Forum mal den Link zu einem Brunnenbauer der alten Schule gefunden.
Trotz Suche fehlen mir wohl die richtigen Worte um ihn zu finden.

Im Film ging es um einen alten Brunnenbauer der das noch von seinem Vater gelernt hat, und von Hand den Brunnen schachtete.

Hat den Link hier jemand? Wollte das gerne dem Heimatverein bei uns im Ort zukommen lassen.

Danke schon mal

Habs doch gefunden (direkt bei Youtube gesucht)
http://www.youtube.com/watch?v=7hFcrt0aprw

Mösi
19.01.2013, 19:53
Meine Frau und ich haben vor 3 Jahren ein altes Haus von 1863 gekauft. Es ist eine alte Metzgerei mit viel Umschwung und eigener Wasserquelle, die aber nicht am Haus angeschlossen ist. Noch nicht.
Letztes Jahr, durfte eine Woche lang das Leitungswasser nicht getrunken werden wegen Verunreinigung.
Wir, Topf genommen, draussen beim Brunnen Wasser geholt. Da merkte ich, wie wertvoll ein eigener Brunnen sein kann.

hamster
19.01.2013, 20:09
Ich habe meinen Brunnen gegraben. Grundwasser gibt es ab ca 2 m. Zuerst legte ich einen Betonring mit ca 1 m Innendurchmesser auf den Boden. Dann habe ich innen die Erde ausgehoben. Der Ring sinkt dabei langsam ein. Wenn er ebenerdig ist kommt der nächste drauf. Außer einem Spaten, einer Wasserwaage und einem Eimer mit Seil braucht man keine Werkzeuge. Geht bis zum 3 Ring (1,5 m) auch allein. Danach ist es hilfreich wenn ein anderer den Aushub hochzieht. Wir haben dann auch einen beim Nachbarn gebaut. Beide auf 4 m Tiefe. Sind in den letzten 30 Jahren nicht trockegefallen oder eingefroren. Notfalls kann man hier das Wasser mit einem Eimer hochziehen. Außerdem ist es kein Brunnen sondern ein abgesoffener Öko-Kühlschrank.

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