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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ["15-20 Jahre sorglos"-Depot] Vorrat - Was soll rein?



BaJoJo
29.11.2011, 21:53
Hallo zusammen,

um es gleich klarzustellen: Ich bin ein eher fauler Preper! Deshalb bin ich auf der Suche nach Utensilien, die man in der (trockenen) Ecke eines Kellerraums verstauen kann, und die da die nächsten 15-20 Jahre bleiben sollen, ohne dass ich mich darum kümmern muß. Ich brauche also Produkte, die laaange halten. Das ist bei Nahrung und Wasser natürlich nicht ganz unproblematisch. Hier meine Vorschläge, die ich zur Diskussion stelle und die ich gerne aktualisiere (solange der das Board es erlaubt). Dabei soll es um ein Basispaket ohne viel Schnickschnack gehen, mit dem wir aber auch längere Zeit über die Runden kommen. Verpackt wird vermutlich alles in Plastik- oder Metallkisten.

Ach ja, bei allen Punkten wäre ich für Alternativ- oder Verbesserungs-Vorschläge dankbar! Einigen Dinge habe ich nämlich schon, andere stehen auf der Einkaufsliste.

Hier findet ihr meinen Thread ["15-20 Jahre sorglos"-Depot] Ausrüstung - Was soll rein? (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/6655-15-20-Jahre-sorglos-Depot-Ausrüstung-Was-soll-rein?).


Nahrung
- NRG-5 oder BP-5 für 4-5 Monate (etwas eintönig, aber ist ja nur für den Notfall)
- Evtl. EPAs für Abwechslung

Wasser
- Katadyn - Micropur Classic
- Katadyn - pocket
- Kaffee Filter, um die Membranen des Katadyns zu sparen.
- Zwei volle Regentonnen im Garten, die im Zweifel desinfiziert werden können

Hygiene & Medizin
- viel abgepackte Kernseife und Shampoo
- Pflaster und Verbände
- Packung ASS, Lopedium
- Multivitamin-Tabletten, Magnesium


Ansonsten versuche ich alles was wir sowieso regelmäßig essen und sich lange hält im Vorrat für 6-8 Wochen (Müsli, H-Milch, MineralWasser, ein paar Dosen, Nudeln, Reis) griffbereit zu haben (nicht in der Kellerecke).

SaintHas
29.11.2011, 22:38
Hallo zusammen,

um es gleich klarzustellen: Ich bin ein eher fauler Preper! Deshalb bin ich auf der Suche nach Utensilien, die man in der (trockenen) Ecke eines Kellerraums verstauen kann, und die da die nächsten 15-20 Jahre bleiben sollen, ohne dass ich mich darum kümmern muß.

Hallo Saint, bitte die Zitatfunktion ein wenig dosierter verwenden. Denn wenn wer den Beitrag duchliesst so ist er in der Regel auch informiert.

Ansonsten ein wenig hochscrollen, besten Dank!



Hallo BaJoJo
meine Meinung dazu ist das man sich die sache nicht so einfach gestallten kann. Ich persönlich möchte ganz ehrlich nicht 15 bis 20 Jahre Dosenfutter essen müssen. Ein einfaches Lagersystem mit dingen die du jeden Tag so essen kannst uns MAGST was für mich auch sehr wichtig ist ... + etwas luxus muss drin sein das die Sache auch Schmeckt und einen nicht fertig macht.
Es stellt sich die frage wie lange muss ich im schlimmsten Fall mit dem Kelleressen auskommen? Abhängig von deiner Umgebung halte ich für den Anfang 6 Monate ausreichend, das kann dann je nach Lust und Laune ausgebaut werden aber so weit bin ich noch nicht ich Arbeite noch am 6M-System .
Danach sollte je nach möglichkeiten schon ein Plan B in der Schublade liegen mit Einkommen aus Ernten oder so.
Und Sorglosichkeit halte ich für den falschen Plan es geht darum das man sich mit dem Thema auseinandersetzt und an sich und seinem Systhem arbeitet.

Grüße
Saint

BaJoJo
29.11.2011, 22:43
Hallo BaJoJo
meine Meinung dazu ist das man sich die sache nicht so einfach gestallten kann. Ich persönlich möchte ganz ehrlich nicht 15 bis 20 Jahre Dosenfutter essen müssen. Ein einfaches Lagersystem mit dingen die du jeden Tag so essen kannst uns MAGST was für mich auch sehr wichtig ist ... + etwas luxus muss drin sein das die Sache auch Schmeckt und einen nicht fertig macht.
Es stellt sich die frage wie lange muss ich im schlimmsten Fall mit dem Kelleressen auskommen? Abhängig von deiner Umgebung halte ich für den Anfang 6 Monate ausreichend, das kann dann je nach Lust und Laune ausgebaut werden aber so weit bin ich noch nicht ich Arbeite noch am 6M-System .
Danach sollte je nach möglichkeiten schon ein Plan B in der Schublade liegen mit Einkommen aus Ernten oder so.
Und Sorglosichkeit halte ich für den falschen Plan es geht darum das man sich mit dem Thema auseinandersetzt und an sich und seinem Systhem arbeitet.

Grüße
Saint

Hallo Saint,

der Vorrat soll ja auch nur für 6 Monate halten, aber ich möchte eben, dass er 20 Jahre haltbar ist. Und natürlich muß man sich mit dem Thema auseinandersetzen. Aber dafür habe ich aktuell keine Zeit, weil mein Job mich min. 11-12h pro Tag in Beschlag nimmt und der Rest der Zeit anders verplant ist. Deshalb möchte ich einen soliden Grundstock, auf dem man dann Stück für Stück aufbauen kann. Das Aufbauen wird aber eben sehr lange dauern... Und wenn es sein muß, dann eß ich Notrationen bis zum Umfallen. Außerdem gehe ich nicht von einem jetzt-auf-gleich Collapse aus. Also wir es vorerst auch noch Möglichkeiten geben, Nahrung zu kaufen, wenn man einfach etwas sensibler für das Thema Preparedness ist, als andere.

Waldschrat
29.11.2011, 23:31
Hallo zusammen,

um es gleich klarzustellen: Ich bin ein eher fauler Preper! Deshalb bin ich auf der Suche nach Utensilien, die man in der (trockenen) Ecke eines Kellerraums verstauen kann, und die da die nächsten 15-20 Jahre bleiben sollen, ohne dass ich mich darum kümmern muß.

Hallo BaJoJo,

erst einmal ganz herzlich willkommen im Forum. So, ich fasse Dein Lastenheft mal zusammen:

* Soll für ca. 6 Monate reichen.
* Soll aber 15-20 Jahre lagerfähig sein.
* Dein Motiv: Du willst möglichst wenig Arbeitsaufwand mit der Vorratshaltung haben.

Da hast Du natürlich die von Dir geschilderte Option



Nahrung
- NRG-5 oder BP-5 für 4-5 Monate (etwas eintönig, aber ist ja nur für den Notfall)
- Evtl. EPAs für Abwechslung


Das Zeug hält solange, da eingeschweisst, bestrahlt, mikrobiologisch garantiert tot. ich habe mal einen Selbstversuch mit einem 20 Jahre alten EPA gemacht. Das Zeug war noch essbar, ein Geschmackserlebnis ist was anderes. Nudeln, Reis, oder ähnliches waren z.B. nur noch matschig. Von dem Zeug kann man vermutlich überleben, zumindest ich will es nicht.

Was Du zudem in Betracht ziehen solltest, das zeug ist nach 10-15 Jahren praktisch vitaminfrei. Das gilt insbesondere für empfindliche Vitamine wie Vitamin C. Zu Zeiten von Kapitän Cook holte man sich auf einer sechsmonatigen Seereise durchaus einen Skorbut. Die zusätzliche Einlagerung von kristalliner Ascorbinsäure (= Vitamin C), die bei trockener und kühler Lagerung lange hält, wäre zumindest anzuraten. 100g etwa 3 € in Drogerien, Tagesbedarf so ungefähr 75 mg pro Nase. Eventuell könnten auch Multivitamintabletten eine Idee sein.

Ich bin allerdings der Meinung, dass gerade in Krisensituationen eine liebevoll und abwechslungsreich zubereite warme Mahlzeit pro Tag die "Moral der Truppe" unheimlich stärkt.

Wenn es kulinarisch anspruchsvoller sein soll (ein Weltuntergang ohne vorherigem Luxusfrühstück wäre mein absolutes Horrorszenario:rolleys:):

Schau Dir Deinen / Euren normalen Speiseplan an. Was mögt Ihr? Was davon kann ich mit mittelfristig ( 6 Monate .... einige Jahre) lagerbaren Vorräten realisisert werden. Die lagert Ihr als Sechsmonatsvorrat ein und rotiert sie nach dem Prinzip "last in, first out" durch.

Korrektur: Es muss natürlich "first in, first out" heissen. Sentencer, danke für den Hinweis!

Ausser den einmaligen Grosseinkäufen ist der Folgeaufwand auch nicht höher wie bei normaler Haushaltsführung. Bei Konserven neige ich dazu, mit Filzstift dick das Ablaufjahr draufzuschreiben, dann gibt es keinen Abfall wegen vergessen.

Neben Eingedostem kann man zum Beispiel auch sehr gut Dinge wie Hülsenfrüchte, Reis, Nudeln oder Getreide einlagern. Auch noch in Monat sechs einer Hungersnot gäbe es bei uns frisch gebackenes Brot zum Frühstück. Wir frieren zum Beispiel zur Vorratshaltung auch viel ein. Es macht keinen Sinn, zwei Portionen Kürbissuppe zu kochen. Da wird der ganze Kürbis verarbeitet und der Rest eingefroren. Allerdings steht da auch der Notstromdiesel standby.


Das wichtigste ist natürlich Wasser. Der Durchschnittseuropäer, auch der schlanke, trägt problemlos MREs für 14 Tage mit sich herum, aber ohne Wasser ist er möglicherweise schon an Tag 2 am Ende. Wasser ist die absolut wichtigste Ressource. Neben Trinkwasser auch Wasser für die hygienischen Bedürfnisse.

Wo wir gerade bei letzteren sind. Wenn zum Beispiel für längere Zeit (Tage, Wochen) das Stromnetz ausfällt, dann fällt in Folge auch in den meisten Regionen die Wasserversorgung aus, Pumpen brauchen Strom. Wer im 19. Stock eines Hochhauses lebt, hat dann sehr schnell ein Entsorgungsproblem seiner Stoffwechselendprodukte und sollte sich rechtzeitig eine Lösung überlegen. Hier kann ein Eimer Natrium- oder Calciumhypochlorit bzw. Schwimmbadchlor gute Dienste leisten.




Wasser
- Katadyn - Micropur Classic
- Katadyn - pocket


Das klingt für mich jetzt eher nach Ausrüstung für Rucksack oder Auto. Für zu Hause würde ich - schon aus Kostengründen - mal nach den Grosspackungen für die Wassertanks von Wohnmobilen oder Booten schauen. Geschmacklich nicht besonders reizvoll, aber in 5kg Dosen billig zu haben, Chlor für Swimming Pools. man kann Wasser auch per Elektrolyse oder mit UV-Licht entkeimen. Dazu wirst Du einige Beiträge hier im Forum finden.



Hygiene & Medizin


Da wirst Du hier im Forum sehr viele Beiträge zu durchdachten EH-Ausrüstungen finden. Schau Dich mal um!

P.S. Nachträgliche Ergänzung: Ein Durchdachtes EH-Kit zu haben, ist eine Sache, damit unter Umständen lebensrettend umgehen zu können eine andere. Zur Preparedness gehört für mich eine solide Grundausbildung in EH und regelmässige Auffrischungskurse alle zwei bis drei Jahre.

Nochmal herzlich willkommen, einen guten Start in unserem Forum! Fragen sind willkommen. Mein Motto: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten.

Matthias

Sentencer
30.11.2011, 11:12
Hallo Matthias,

*klugscheissmodus an*
es müsste heissen, "first in, first out"....
*modus off*

dann noch eine Frage:
"...hat dann sehr schnell ein Entsorgungsproblem seiner Stoffwechselendprodukte und sollte sich rechtzeitig eine Lösung überlegen. Hier kann ein Eimer Natrium- oder Calciumhypochlorit bzw. Schwimmbadchlor gute Dienste leisten."
Wie darf ich mir das vorstellen? Werden hier die Ausscheidung mit dem Chlor "entschärft"?

Gruß

ID 358
30.11.2011, 12:44
Ich persönlich möchte ganz ehrlich nicht 15 bis 20 Jahre (altes) Dosenfutter essen müssen.


Ich schon.
Wenn mein Rotationsvorrat aufgebraucht ist und der Fensterkitt noch weniger bekömmlich ist.
Das hundigste Essen wird mit Salz und irgendwas anderem Würzenden geniessbar und beendet quälendes Magenknurren. Deshalb gehört auch Salz in jeden Langzeitvorrat. Das wird ewig nicht kaputt.

Das Thema ist gut für Leute, die nicht rotieren wollen (und ja ich weiss, daß das aber das Optimale ist). Und mir ist ein Nachbar lieber, der wenigstens einen solchen Vorrat hat als gar keinen.

omawa
30.11.2011, 13:55
Grundsätzlich zu EPAs. Die "neuen" EPAs der Bundeswehr sind nicht mehr für so lange Zeiträume angelegt. So produziert z.B. die Firma Buss schon lange nicht mehr die ewig haltbaren Konserven.

Also vorsicht bei EPAs. Nur weil EPA draufsteht heißt das noch gar nichts. Wie es bei anderen Ländern um die haltbarkeit der Armeerationen steht weiß ich nicht.


Bei solchen Zeiträumen (15-20 Jahre) kommt eigentlich nur gefriergetrocknete Nahrung in Frage.

Wenn Du tatsächlich 6 Monate davon leben willst wird dir nichts anderes übrig bleiben. Vielleicht kann man ein paar Hartkekse oder Dosenbrote über die Distanz retten, das wars dann aber auch schon. Deinen schönen Weizenvorrat hat sich dann auch schon der Kornkäfer geholt.

Ein 1-Jahrespaket für 1 Person (oder 2x 6-Monate für 2 Personen) kostet hier

http://www.langzeitlebensmittel.de/

ca. 3.000€

Das ist dann wohl der Preis für die "Rotationsfaulheit:rolleys:"


Bezüglich der medizinischen Ausrüstung:

Medikamente halten i.d.R deutlich länger als auf der Packung beschrieben. Ob Sie 20 Jahre halten ist fraglich. Nur bei Antibiotika muss man höllisch aufpassen. Aber das ist eh ein Thema für sich.

Ob die Pflaster nach 20 Jahren noch kleben ????

Destilliertes Wasser hält übrigens ewig. Ist aber nicht billig.


Mein Tip:

Wenn du alleine bist bzw. Geld keine Rolle spielt würde ich mir wirklich das 6-Monatspaket für 1.500€ mal anschauen.

Falls Du deine Haltbarkeitsansprüche auf 6 Jahre herunterschrauben kannst, empfehle ich dir mal einen Blick auf folgende Seite zu werfen:
http://survival.4u.org/vorraete/monats-tonne-check-2010.htm

Ist deutlich billiger :rolleys:

Vergiss in deiner Aufzählung nicht Klopapier, Müllbeutel und DanKlorix Chlorreiniger um damit zur Not Wasser entkeimen zu können.

Sowie:

Wasserkanister (zum Transport)
Damenhygieneartikel (falls benötigt)
Windeln für Kinder (falls benötigt)
Streichhölzer & Teelichter (Kiloweise:lachen:)
Campiggaskocher + Kartuschen
Trichter, Dosenöffner
Hobokocher
usw.

+ Honig. Der ist nämlich ewig haltbar.

Cephalotus
30.11.2011, 14:16
Mein Ansatz:

Salz, Zucker, Notrationen, das allerdings nicht für so lange Zeiträume.

Umfangreiches Rotationssystem musste ich wieder aufgeben, da ich von den lange haltbaren Sachen im Alltag einfach viel zu wenig esse und ich keine große Lust haben, meine Ernährungsgewohnheiten wegen einer Vorratshaltung umzustellen.

Für 180 Tage und 1 Person das Zuhause herum sitzen zu überdauern dürften 100 Notrationspäckchen a 500g / 2200kcal schon ausreichen. Kostet 400-500 Euro. Wenn man die im ganzjährig kühlen Keller lagert dürften die nach 15-20 Jahren noch essbar sein. Der Geschmack ist sekundär, der Hunger wirds schon rein treiben.

Wenn tatsächlich alles kollabiert, dann hat man ja immer noch für ein paar Tage/Wochen normales Essen zuhause, das kann man da ja mischen. Außerdem wird man evtl ja an weitere Nahrung heran kommen, sei es die Sprossenzucht auf der Fensterbank, der Löwenzahn vom Wegesrand, die Taube oder die Suppe von staatlichen Einrichtungen. 1.000 kcal pro Tag extra zu haben in Form von bröseligem uralten Weizen/Fett/Zucker-Riegeln ist da viel, viel, viiiiieeeel besser als nix.

In anderen Zeiten und Regionen essen Menschen Lehm mit Fett um zu überleben, da ist so ein 15 Jahre alter Weizenriegel sicherlich noch deutlich überlegen.

Die spannende Frage für mich ist eher die, in welchem Szenario einem die Notration für 6 Monate eigentlich weiter hilft. Für im Krieg belagerte Städte (Sarajevo, Leningrad) ist es eher zuwenig, für die kleinen Katastrophen wie Überschwemmung & Co sind 2-4 Wochen meist locker ausreichend.
Man kann natürlich auch argumentieren, dass die 100 Packungen Notration auch anderen Leuten bei einer 2-4 wöchigen Notsituation helfen könnten, wenn man die verteilt oder verkauft.

Meine Vorräte müssen mittlerweile für 2 Personen reichen und meine Langzeitkomponente ohne Rotation besteht im Wesentlichen aus 1 Karton NRG-5, also 24 Päckchen a 500g.

Mit dem sonstigen Zeug aus dem Vorrat sollte man damit 4 Wochen bequem ohne Hunger über die Runden kommen, wenn man es streckt und zusammen mit dem Körperfett auch noch eine ganze Ecke länger. Für einen Krieg reicht es aber nicht...

mfg

propaghandi
30.11.2011, 14:21
Zum Thema "medizinische Vorräte" würde ich noch Söhngen Verbandsmaterial (http://www.safelincs.de/section.php?xSec=97) empfehlen, welches 20 Jahre (!) steril bleibt.

Grüße

ID 358
30.11.2011, 16:06
Die spannende Frage für mich ist eher die, in welchem Szenario einem Notrationen für 6 Monate eigentlich weiter helfen.

Ich würde mit mehreren (wenn auch nur kleineren) Szenarien hintereinander rechnen und die Leute haben nicht die Möglichkeit ihre Vorräte dazwischen aufzufüllen. Entweder weil es alles nur mehr rationiert gibt oder die meisten es nicht mehr bezahlen oder stehlen können.

SaintHas
30.11.2011, 20:19
Ich schon.
Wenn mein Rotationsvorrat aufgebraucht ist und der Fensterkitt noch weniger bekömmlich ist.
Das hundigste Essen wird mit Salz und irgendwas anderem Würzenden geniessbar und beendet quälendes Magenknurren. Deshalb gehört auch Salz in jeden Langzeitvorrat. Das wird ewig nicht kaputt.

Das Thema ist gut für Leute, die nicht rotieren wollen (und ja ich weiss, daß das aber das Optimale ist). Und mir ist ein Nachbar lieber, der wenigstens einen solchen Vorrat hat als gar keinen.


Ich gebe zu ich hab nicht aufgepasst ich bin davon ausgegangen das er einen Vorrat für 20 Jahre haben möchte von dem er jedentag essen kann ... für 20 Jahre ...
:Gut:

Nikwalla
30.11.2011, 21:33
Hallo zusammen,
dazu gab es schon mal einen fred Thema kaufen und vergessen / buy and forget oder so ähnlich.
Mit Erfahrungsberichten was, wie lange, wie aufbewahrt, hält...
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

Waldschrat
30.11.2011, 22:03
Hallo Matthias,

*klugscheissmodus an*
es müsste heissen, "first in, first out"....
*modus off*


hallo Sentencer,

Danke! Wer Recht hat, hat ganz einfach Recht.


dann noch eine Frage:
"...hat dann sehr schnell ein Entsorgungsproblem seiner Stoffwechselendprodukte und sollte sich rechtzeitig eine Lösung überlegen. Hier kann ein Eimer Natrium- oder Calciumhypochlorit bzw. Schwimmbadchlor gute Dienste leisten."
Wie darf ich mir das vorstellen? Werden hier die Ausscheidung mit dem Chlor "entschärft"?

Genau. Sämtlich Bakterien, Viren und Pilze nebst ihren Sporen sind dann mausetot. Geruchsstoffe werden zerstört. Das "Stoffwechselendprodukt" ist dann steril, stellt kein Infektionsrisiko mehr dar und stinkt nur noch dezent nach Chlor. zusätzlich kann man auch noch Kalk, Calciumchlorid oder ähnliches zur Flüssigkeitsbindung nehmen.

Viele Grüsse

Matthias

Nachtrag:

Warnhinweis: Die von mir genannten Stoffe dürfen unter keinen Umständen mit Säuren in Kontakt kommen, das gilt auch für saure (kalklösende) Haushaltsreiniger, weil sonst spontan grosse Mengen giftigen Chlorgases frei werden.

Sicherheitsdatenblätter gibt es hier zum Download http://www.eusdb.de/ bitte runterladen, ausdrucken und zusammen mit den Stoffen einlagern. Im Notfall habt ihr entweder kein Internet, oder andere Prioritäten, als nach Sicherheitsdatenblättern zu suchen.

BaJoJo
01.12.2011, 00:00
Hi Leute,

vielen Dank Euch für die vielen Reaktionen :)! Die Katadyn Dinger waren eher mein Verlegenheitsvorschlag, weil ich nicht viel Ahnung habe. Aber dieser Wohnmobil-Kram macht Sinn und Schwimmbad Chlor ist auch nicht verkehrt!

Zu den Verbandsmaterialien: Mir ist nicht ganz klar, warum das Söhngen Zeug so lange halten soll. Aber so teuer ist es jetzt auch nicht - kommt auf die Liste!

Teelichte und Streichhölzer hab ich im Ausrüstungs Thread aufgelistet.

Leider kann ich die Punkte nicht ändern, weil der "Bearbeiten"-Zeitraum schon um ist :(.

Szenario ist primär Peak-Oil mit Preisexplosion ("Swing producer"-Theorie in drastischer Form) über wenige Wochen und totalem Ausfall der Logistik nach kurzer Zeit. Da ich das nicht ausschließen möchte, möchte ich lieber vorsorgen. Dinge wie Klimawandel ergeben in meinen Augen nicht solche akut bedrohlichen Szenarios. Naturkatastrophen sind in meiner Umgebung auch eher unwahrscheinlich. Aber ohne billiges Öl keine Ernte, kein Transfer, kein nichts. Aber dann sind 6 Monate auch sehr wenig für den Aufbau alternativer Landwirtschaft und Versorgung. Aber das alles führt hier zu weit :).

propaghandi
01.12.2011, 07:51
Zu den Verbandsmaterialien: Mir ist nicht ganz klar, warum das Söhngen Zeug so lange halten soll. Aber so teuer ist es jetzt auch nicht - kommt auf die Liste!

Mir hat ein Sani mal erklärt, dass das "Steril-MHD" von Verbandsmaterialien vor allem durch die Verpackung bestimmt wird. Die üblichen Sterilpacks in den gängigen Erste-Hilfe-Kästen sind in gewachstes Papier verpackt - dass da nach 5 Jahren nicht mehr garantiert werden kann, dass die Dinger noch steril sind, erscheint einleuchtend. Die Firma Söhngen verpackt ihr Verbandsmaterial eben besser und kann so ein längeres MHD Datum garantieren. Auf den Zeitraum von 20 Jahren gerechnet ist so ein Verbandskasten sogar günstiger als einer, den ich alle 5 Jahre ersetzen muß.

Sentencer
01.12.2011, 09:46
Hallo Matthias,

ich muss nochmal nachfragen.
Die Erklärung habe ich verstanden und bedanke mich dafür.
Einzig bleibt mir noch das ungefähre Verhältnis von z.B. DanKlorix zu "Schmodder". ;)

Gruß

NoX
10.12.2011, 20:37
Einzig bleibt mir noch das ungefähre Verhältnis von z.B. DanKlorix zu "Schmodder". ;)


Also hier http://www.youtube.com/watch?v=Mmmpg-XCU-k
empfiehlt dieser Cody Lunden 2-4 Tropfen 5-6%iger Chlorbleiche pro qt(=ca. 0,95 Liter) und eine Dreivirtelstunde Einwirkzeit.
Wirkt jedenfalls so, als ob er Ahnung hätte, ich kenn mich in der Szene allerdings noch nicht so aus.

@omawa: Das mit den Monatsfässern sieht so aus als hätt's jemnd exakt auf meine Ansprüche und Möglichkeiten zugeschnitten:lachen:
Das werd ich doch mal ausprobieren. Mal sehen wo ich die Gefäße herbekomme. Ich hab da schon ne Idee, werd ich mal posten wenn es klappt.

omawa
10.12.2011, 22:37
Hallo Nox, die 120Liter Weithals Tonnen gibt es regelmäßig gebraucht bei ebay. Nur aufpassen das ein Spannring dabei ist und das vorher Lebensmittel drin waren.

Zu mehr als 120 Liter rate ich nicht, da man die 120L Tonne gerade noch alleine ne Treppe hoch bekommt. Kleinere Tonnen sind leider überproportional teurer.


zu Dan Klorix: Je nach Verschmutzungsgrad muss man zwischen 1 und 4 Tropfen pro Liter ins Wasser geben und mind. 30 Min warten.
Das ganze richtig zu dosieren ist nicht einfach und deshalb nur als absolute Notlösung zu gebraucht. Sprich: Dan Klorix kommt zum Einsatz wenn der 10.000 Liter Filter vom Katadyn Camp hinüber ist.

Zudem schmeckt das Wasser dann sehr stark nach Chlor:traurig:

Also bitte nicht Dan Klorix als billige Alternative zum Wasserfilter sehen. Wasser abzukochen ist eine weitere Alternative. 3 Minuten sprudelnd kochen reicht aus um alles abzutöten das bei 100 Grad abstirbt.

Lorenz
11.12.2011, 14:25
Das Sorglos-Paket gibts nicht -
entweder Du nimmst die Basic 4 der Mormonen (Weizen, Honig, Salz und Milchpulver), welches bei entsprechenden Lagerbedingungen durchaus 20 Jahre haltbar ist oder Du kaufst bei einem der Krisen-Angst-Profitmacher-Shops ein Jahrespaket.
beide Alternativen beruhigen vielleicht aber spätestens dann wenn Du mal versuchst nur 2 Wochen nur von diesem Zeug zu leben, wirst Du feststellen, ob das auch praktisch tauglich ist.

Nikwalla
11.12.2011, 20:08
Hallo alle zusammen,
zu den big four Weizen, Zucker (und / oder Honig), Salz und Milchpulver,
ist es ratsam sich getrocknete Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen oder Linsen) als Eiweisspender hinzulegen.

Für etwas Abwechslung sind Nudeln (ohne Ei), Kartoffelpüreepulver und Reis sowie Soßenpulver nicht schlecht.

Auch mag etwas Tee oder Kaffee sowie Backpulver und oder Trockenhefe eine sinnvolle Ergänzung sein.
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

qittatun
11.12.2011, 20:12
Mit Trockenhefe habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, sie funktionierte nach wenigen Monaten nicht mehr. Irgendwer, der mich eines Besseren belehren kann?
Manchmal hat Trockenhefe ja auch von Anfang an schon "Schlag"...

VG qittatun

omawa
11.12.2011, 20:28
Kurze Zwischenfrage: Wenn man die Sauerteigkultur zum Brotbacken selbst herstellt, dann braucht man doch keine Hefe mehr, oder ??? Alternative ohne Hefe: Pfannenbrot/Fladenbrot

Nikwalla
11.12.2011, 20:32
Hallo qittatu,
die Trockenhefe ist gut 2Jahre haltbar. Beim Einkauf auf das Verfallsdatum achten und bei Haltbarkeit unter einem Jahr kaufe ich woanders. Beste Zeit zum Einkauf jetzt (kurz nach Weihnachten, da ist die neue Hefe im Regal).

Ältere Hefe verdoppele ich als Zugabe zum Backen. Da ich einmal im Jahr einen ganzen Karton kaufe (je Päckchen 30 oder 40Cent kostet fast nichts) habe ich also immer einen Jahresvorrat auf Lager plus den Rest vom alten Jahr.

Es soll helfen alte Hefe vor dem Gebrauch nochmal einzufrieren (wenn möglich) und danach nicht gleich in die Mischung geben, sondern mit einer Teilmenge erst gehen lassen(wie bei frischer Hefe).

Natürlich sollte man sich das Rezept ins Lager legen, wie man Sauerteig ansetzt (bitte über die Forumssuche) und auch schon mal gemacht haben..
Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

qittatun
11.12.2011, 20:34
Also, ich kenne es zumindest bei der Zubereitung von Hermanns-Brot so, dass noch zusätzlich Hefe vonnöten ist.

VG qittatun

Wolverine
01.05.2012, 01:09
Hallo,

also ich habe mir letztes Jahr zwei Einheiten vom "30-Tage-Paket" der Firma Notvorrat24 (früher Innova) angeschafft. Eines dieser Set's enthält gesamthaft 36'285 kcal also etwa 1'210 kcal pro Tag. Es setzt sich zusammen aus:

Müesli "Schweizer Art" 600g
Rührei 600g
Nudeln in Tomatensauce 700g
Gartengemüse-Sojarisotto 800g
Linseneintopf 750g
Kartoffelbrei 1000g
Vollmilchpulver - Instant 650g
Tomatensuppe 700g
Vollkornbrot 750g
Pumpernickel 750g
Notration BP-5 5x500g


Das ist schon mal eine Basis. Aber diese Basis muss unbedingt noch erweitert und ergänzt werden. Diese Pakete habe ich mir nach dem Prinzip "kaufen, vergessen und im Notfall wieder dran erinnern" gekauft. Somit habe ich immerhin einen eisernen Vorrat für 60 Tage, den ich niemals angehen werde. Mit meinem rotierenden Vorrat, der für auch für etwa 60 Tage hält habe ich hier schon mal einen zünftigen Vorrat :lachen:

Von dieser Firma gibt es auch noch 90 und 360-Tagespakete, welche mein Budget dann aber doch überschreiten. Da mir ein grösserer rotierender Vorrat unsinnig erscheint, habe ich mir auch schon überlegt ein weiteres 30-Tagepaket zu kaufen. Oder ich stelle mir aus den verschiedenen Modulen selber eins zusammen...Mal sehen wie ich mich entscheide...

Grüsse Wolverine

Nikwalla
01.05.2012, 08:11
Hallo Wolverine,
danke für die Liste mit dem Inhalt des 30Tage Paketes.

Magst Du schreiben, was dieses Paket gekostet hat?

Hast Du schon probiert - schmeckt es Dir?

Sind diese Lebensmittel soviel besser im Geschmack im Vergleich zu den im Supermarkt erhältlichen?

Mir sind die Mengen im 30Tage Paket und in den Empfehlungen für die Vorsorge des Bundes zu gering. Die Kalorienanzahl stimmt sicher, doch ist am Ende des Tellers sicher noch viel Platz im Bauch übrig... Deshalb liegt mein Schwerpunkt für den Notvorrat (neben einem gutsortierten umfassenden Dosen, Nudel und Kartoffelpüree Kistchen) auf Getreide und Hülsenfrüchten, damit meine Zwerge satt ins Bettchen kommen. Selbstgebackenes Brot, Erbsen, Linsen und Bohnen werden zwar etwas eintönig, doch wenn andere nichts mehr haben, ist das bestimmt lecker...

Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

Henning
01.05.2012, 11:02
.Diese Pakete habe ich mir nach dem Prinzip "kaufen, vergessen und im Notfall wieder dran erinnern" gekauft. Somit habe ich immerhin einen eisernen Vorrat für 60 Tage, den ich niemals angehen werde. Mit meinem rotierenden Vorrat, der für auch für etwa 60 Tage hält habe ich hier schon mal einen zünftigen Vorrat :lachen:


Zwei Anmerkungen:

1. Die angeben Kalorienzahl reicht für den Grundumsatz eines Erwachsenen. Du wirst in einer Krise wahrscheinlich körplich recht schwer arbeiten müssen.

2. Was gibt der Verteiber als MHD an ? Das Paket dürfte maximal 2 Jahre lagerfähig sein (Müesli "Schweizer Art", Kartoffelbrei), wenn auch einige Komponenten
deutlich länger haltbar sind.

Survival-Asia
01.05.2012, 11:27
Quttatun hat geschrieben:



Mit Trockenhefe habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, sie funktionierte nach wenigen Monaten nicht mehr. Irgendwer, der mich eines Besseren belehren kann?
Manchmal hat Trockenhefe ja auch von Anfang an schon "Schlag"...

Ich arbeite in meiner Thailand-Bäckerei seit mehr als 12 Jahren NUR mit Trockenhefe und kann sagen, dass ich NIEMALS Probleme mit der Gärung bekommen habe!


Absolut wichtig ist jedoch, dass man die Plastiktüte, das Glass oder die Plastikbox 100%ig luftdicht verschlisst!

Denn Trockenhefe hat leider die unangenehme Eigenschaft, die Luftfeuchtigkeit geradezu magisch anzuziehen. Das heißt dann, dass die Hefe zu reagieren beginnt und erheblich an Triebkraft verliert!


Omawa hat geschrieben:


Kurze Zwischenfrage: Wenn man die Sauerteigkultur zum Brotbacken selbst herstellt, dann braucht man doch keine Hefe mehr, oder ???



Wenn Du nur Sauerteigkultur als reines Triebmittel einsetzt, brauchst Du viel, viel Zeit, bis das Brot in den Ofen geschoben werden kann.


Als Bäcker würde ich sagen, dass ein reines Sauerteigbrot (ohne Hefezugabe) ca. 4-8 Stunden auf Gare stehen muss, bevor es gebacken werden kann.

Ansonsten hast Du anschließend nur „Kleister“ im Brot, aber keine Krume!



Gruß sagt der Jörg

Wolverine
01.05.2012, 12:02
@ Henning: Ja. Darum habe ich geschrieben, dass ich es als Basis sehe welche ich noch ergänze. Wie meinst du das, dass ich in einer Krise wahrscheinlich körperlich schwer arbeiten muss? Das sehe ich nicht unbedingt so. Je nach Szenario halt...
Der hersteller gibt das MHD mit 15-20 Jahren an. Frische oder gekochte Lebensmittel werden schockgefroren. Das gefrorene Produkt kommt dann in eine spezielle Vakuumkammer, in der das Eis in Gasform umgewandelt und der Nahrung entzogen wird. Danach wird die Ware in Luft- und Wasserdichte Spezialdosen abgepackt. Bei der Abfüllung wird in den Dosen ein Vakuum gezogen und der Sauerstoff wird durch Stickstoff ersetzt.

Ich hoffe dir geholfen zu haben.

Gruss Wolverine

Wolverine
01.05.2012, 12:10
@Nikwalla: Hallo und bitteschön.

Für diese Pakete habe ich jeweils 360 Franken bezahlt. Probiert habe ich noch nichts, habe mir aber bereits ein Degustationspaket bestellt das ich dann verzehren werde.
Ich denke nicht, dass diese Lebensmittel geschmacklich besser sind als welche vom Supermarkt...eher im Gegenteil. Ich werde es sehen, sobald das Degustationspaket ankommt.
Ich halte die vom Hersteller angegebene Kalorienzahl eher für gering. Deshalb sehe ich diese Pakete nur als Basis, die im Notfall zwar ausreicht aber es sicher nicht schadet, wenn man diese Basis noch erweitert. Z.B. mit BP-5 Rationen.

Grüsse Wolverine

melusine
01.05.2012, 13:25
Wasser

- Zwei volle Regentonnen im Garten, die im Zweifel desinfiziert werden können


Ich würde stattdessen lieber eine Europalette kohlensäurehaltiges Mineralwasser in dunklen Glasflaschen mit Metallschraubverschluß in den Keller schaffen. Das Ganze sicherheitshalber noch lichtschutzmäßig abgedeckt, dann hast Du für mind 150 Tage Trinkwasser im Haus (36 Kästen a 12 Flaschen zu 0,7 Liter, Tagesbedarf 1 Person: 2 Liter). Den Inhalt der Regentonnen kannst Du dann als Brauchwasser nutzen, z.B. Körperhygiene, Wäsche waschen, Geschirr spülen.

Ach ja, der Trinkwasservorrat ist für eine Person gedacht. Für jede weitere rechne einfach eine Palette zusätzlich. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser, dunkel gelagert, ist quasi ewig haltbar.

lg

Henning
01.05.2012, 13:31
Der hersteller gibt das MHD mit 15-20 Jahren an

Ich war mal auf der Internetseite, der eiert mit seinen Ausagen nur so rum:

"Das Lebensmittelrecht sieht vor, dass Lebensmittel – auch solche mit einer extrem langen Haltbarkeit – nur mit maximal 2 Jahren abgestempelt werden dürfen.
Bei einigen Produkten gehen wir aber über diese Regelung hinaus und stempeln mit einer längeren Haltbarkeitsdauer."

Das deutsche Lebensmitelrecht kennt keine Begrenzung auf 2 Jahre, in der Schweitz kennne ich mich nicht aus.

Hersteller kommen aber wohl aus Deutschland:

"Die Produkte werden unter strengen Qualitäts kontrollen in Deutschland hergestellt"


"Die von uns angebotenen Spezialprodukte sind für die Langzeitlagerung gedacht und bei sachgemässer Aufbewahrung sogar weit länger als 15 Jahre haltbar."

Ja, was nun? Aufgedrucketes MDH oder "Garantieerklärung" ?

Aus der AGB:

"Schadenersatzansprüche wegen Fehlern in Abbildungen, Preisen und Texten oder wegen verspäteter und unterbliebener Lieferung bleiben strikt ausgeschlossen."

Papa Bär
01.05.2012, 14:34
@melusine
Du hast da aber sehr knapp gerechnet. Wenn man damit 150 Tage auskommen will, darf man aber nur trinken.

Rechne nochmal Wasser zum Kochen mit ein, ebenso Wasser zum Backen und Wasser zum Rehydrieren der trockenen Lebensmittel - Zähneputzen auch nicht vergessen - und du bist bei minimal 5 Litern pro Person und Tag.
Das bedeutet für 150 Tage und vier Personen einen Haufen Geld und massig Platz...

LG
Papa Bär

melusine
01.05.2012, 15:28
Deshalb habe ich ja auch geschrieben: Trinkwasser für 1 Person, bei einem Verbrauch (= trinken) von 2 Litern pro Tag. Selbst in meinen winzigen Kellerverschlag bekomme ich locker 3 Paletten unter, ohne die Regale entfernen zu müssen. Gut, an das BP-5 habe ich jetzt nicht gedacht. Da könnte man in der Tat Probleme mit der Menge kriegen.

Andererseits ist das Wasser ja auch zum "vergessen" gedacht. So wie der ganze Vorrat des TE. Und er hat ja dann immer noch die Regenwassertonnen. Daraus würde ich dann erstmal, je nach Szenario, das Wasser zum kochen etc. nehmen. Zum trinken wäre es mir nichts, solange ich eben die Möglichkeit habe, sozusagen "garantiert keimfreies" Wasser zu trinken, ohne es erst geniessbar machen zu müssen.

Und Geld? Tja, preparedness ist nun mal etwas kostspielig. Aber das ist uns wahrscheinlich allen bewusst, hoffe ich doch. Bei Kaufland gab es letzte Woche den Kasten "Merkur Classic" für gerade mal 0,96€ im Angebot + 3,30 Pfand. Macht für eine Palette 153,36€. Da geben einige Prepper teilweise mehr Geld für einen Rucksack aus.:staunen:

Ich habe iwo mal gelesen, dass z.B. in Frankreich das Pfand bei Mineralwasser entfällt. Das spart natürlich nochmal deutlich. Also, nur für den Fall, wenn man z.b. eh regelmäßig ins Ausland in den Urlaub fährt, kann man sich doch jedesmal 'nen Kasten einpacken. Oder Freunde bitten: "Hey, könntet ihr mir nicht das nächste Mal 1-2 Kästen von diesem Wasser mitbringen? Das hab ich mal im Urlaub getrunken. Das war ja sooooo lecker. Ach büüüüüütteee!"

Ist schon machbar.
Und für einen guten Zweck.:rolleys:

lg

Papa Bär
01.05.2012, 18:49
Ja, ok, aber auch zum Kochen, Backen und Rehydrieren braucht man nun mal Trinkwasser, ob man es nun trinkt oder nicht...

Bedeutet, für ein halbes Jahr sind pro Person drei Europaletten mit Mineralwasser einzurechnen. Kosten: 450€ pro Person! Für einen Vier-Personen-Haushalt sind das dann schon mal 1800€ und 12 m² Platzbedarf, nur für Wasser... Abgesehen von über 5000 Flaschen Leergut, die evtl. auch noch unauffällig beseitigt werden wollen...

Da ist doch ein Wassertank (oder mehrere kleine) und etwas Micropur doch in jeder Hinsicht günstiger, sowohl was den Platzbedarf als auch die Beschaffungskosten angeht. Mit dem gleichen Platzbedarf wie drei Europaletten ließen sich statt 900 dann 3000 Liter einlagern.

LG
Papa Bär

melusine
01.05.2012, 20:05
So gesehen hast Du natürlich recht. Je mehr Personen versorgt werden sollen, desto unhandlicher wird die Geschichte mit den Wasserflaschen. Und beim durchrechnen meines Beispieles hat mir der Gedanke an das viele Leergut auch nicht behagt. Außerdem ist mir grad noch eingefallen, was ist bei einem Umzug? Die vielen Kästen möchte ich nicht aus einem Keller raus und in den nächsten wieder rein räumen.

Allerdings hätte ich da so meine Zweifel, ob mit Micropur behandeltes Wasser in einem Tank wirklich über so lange Zeit haltbar ist?! Gibt es diesbezüglich Langzeiterfahrungen (mind. über 10 Jahre)?

lg

Papa Bär
01.05.2012, 20:20
6 Monate ist es mit Micropur keimfrei zu halten, dann muss es wohl ausgetauscht werden... Weiss auch nicht, ob man es dann einfach wieder neu entkeimen kann?

Waldschrat
01.05.2012, 20:59
6 Monate ist es mit Micropur keimfrei zu halten, dann muss es wohl ausgetauscht werden... Weiss auch nicht, ob man es dann einfach wieder neu entkeimen kann?

Hallo Papa Bär,

die Antwort ist ebenso simpel wie übelriechend: Hypochlorit. Killt Bakterien, Viren Pilze und deren Sporen. Absolut zuverlässig.


Empfindliche Nasen geben vor dem Gebrauch des Wassers pro Liter zwei bis drei Tropfen einer ca. 5%igen Natriumthiosulfatlösung zu. Die beseitigt das Chlor zuverlässig.

Viele Grüsse

Matthias

Papa Bär
01.05.2012, 21:16
Also verstehe ich das richtig? Man kann das Wasser immer wieder neu behandeln? Also einmal entkeimen, dann mit Silber 6 Monate haltbar machen und dann wieder neu entkeimen und immer so weiter?

LG
Papa Bär

NoX
02.05.2012, 18:42
@Waldschrat: Natriumhydrogencarbonat (bildet meist den Bärenanteil im Backpulver) funktioniert doch auch und lässt sich außerdem sehr vielseitig einsetzen, was für einen Prepper, der gern auf ein Möglichst breites Spektrum von Ereignissen vorbereitet ist sicher ein Vorteil sein dürfte. Unter dem Handelsnamen "Kaisernatron" bekommt man's für ca. 2€ pro 250g in Drogerien und Reformhäusern.

@Papa Bär: Ich denke, das hängt auch ein wenig von dem Aufbereitungsmittel ab, welches man verwendet. Mit Schwermetallen wie Silber wäre ich da sehr vorsichtig, in einem Szenario da die Wasserversorgung ausfällt hat man garantiert auch keine Kapazitäten zur behandlung chronischer Vergiftungen mehr. Hypochlorid-Lösung: Ich hab eine Flasche unparfümiertes "Klorix" im Keller, die meisten anderen Produkte enthalten noch andere Stoffe, über deren Verträglichkeit ich mir nicht klar bin. 2-3 Tropfen auf einen Liter (klar-gefiltertes) Wasser, 1Std. einwirken lassen und das Wasser ist keimfrei. Es wirkt zwar nicht dauerhaft konservierend, da die Hypochlorid-Ionen im Gegensatz zu Silber nach einer Reaktion nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn der Tank aber dicht ist und keine Neuen Keime reinkommen, ist das aber vernachlässigbar und es zerfällt unter Normalbedingungen zu Kochsalz - insbesondere, wenn man noch eine winzige Messerspitze Natron zugibt - was in den geringen Dosen absolut unbedenklich ist. Außerdem sind die Kosten sehr überschaubar. Wenn man aber -einen- großen Tank hat, den man entsprchend über längere Zeit immer wieder zur Entnahme öffnet und die Keime reinlässt, wird es wirklich schwierig.

Henning
02.05.2012, 20:10
Ich hab eine Flasche unparfümiertes "Klorix" im Keller

Das ist zwar ein Stabilisator drinn, trozdem zerfällt das Natriumhypochlorit langsam.
Du weist nicht, ob Du eine 4%ige Lösung (frisch bei der Abfüllung) oder nur noch ein 0,02%ige hast. Also unsicher in der Anwendung.
Außerdem weist du nicht, welche Verunreinigung sonst noch drinn sind, ist ja als Sanitärreiniger gedacht und nicht zum trinken.

Waldschrat
02.05.2012, 20:58
@Waldschrat: Natriumhydrogencarbonat (bildet meist den Bärenanteil im Backpulver) funktioniert doch auch und lässt sich außerdem sehr vielseitig einsetzen, was für einen Prepper, der gern auf ein Möglichst breites Spektrum von Ereignissen vorbereitet ist sicher ein Vorteil sein dürfte. Unter dem Handelsnamen "Kaisernatron" bekommt man's für ca. 2€ pro 250g in Drogerien und Reformhäusern.

@Papa Bär:
...Hypochlorid-Lösung: Ich hab eine Flasche unparfümiertes "Klorix" im Keller, die meisten anderen Produkte enthalten noch andere Stoffe, über deren Verträglichkeit ich mir nicht klar bin. 2-3 Tropfen auf einen Liter (klar-gefiltertes) Wasser, 1Std. einwirken lassen und das Wasser ist keimfrei. Es wirkt zwar nicht dauerhaft konservierend, da die Hypochlorid-Ionen im Gegensatz zu Silber nach einer Reaktion nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn der Tank aber dicht ist und keine Neuen Keime reinkommen, ist das aber vernachlässigbar und es zerfällt unter Normalbedingungen zu Kochsalz - insbesondere, wenn man noch eine winzige Messerspitze Natron zugibt

Hallo NoX,

mir ist jetzt nicht ganz klar, was Du mit dem Natriumhydrogencarbonat machen willst. Es als Stabilisator für das Hypochlorit einsetzen? Ja, das funktioniert, weil es den pH im Basischen hält.

Es allein verwenden? Das hilft nur bedingt, wenn ich soviel dazu schütte, dass der pH-Wert in für Bakterien unangenehme Höhen geht. Es hilft aber nicht gegen Viren und Pilz-/Bakteriensporen, weil die keinen aktiven Stoffwechsel haben. Wasser mit reichlich Natriumhydrogencarbonat ist, obwohl physiologisch in weiten Grenzen unschädlich, nicht gerade ein Geschmackserlebnis.

Würde mich freuen, wenn Du Deine Idee näher erläutern würdest

Viele Grüsse

Matthias

P.S. Das DanKlorix hat den Nachteil, dass es meist noch eine ganze Reihe nicht deklarierter (weil nicht deklarierungspflichtiger) Zusatzstoffe enthält, es ist ja auch nicht als Lebensmittelzusatz im Handel. Ich würde es mit Notfall nehmen. Die Zusatzstoffe sind immer noch besser verträglich wie zum Beispiel Noroviren :ohhh:, aber eben nur im Notfall. Reines Natrium- oder Calciumhypochlorid gibt es in kleinen Mengen (bis 1 kg) im Laborbedarf, in grösseren Mengen im Schwimmbadbedarf.

Hier auch noch mal ein Warnhinweis: Es sollte jedem klar sein, dass Hypochlorite alles andere als unkritisch in der Lagerung sind. Sie sind nie völlig stabil, zerfallen langsam und gasen dabei Chlor aus. Chlor ist extrem korrosiv, Metalle oder Elektronikartikel sollten nie neben einem Gebinde Hypochlorid gelagert sein, insbesondere, wenn es angebrochen ist. Die Lagerung von Hypochlorit sollte deshalb auch an einem gut durchlüfteten Ort erfolgen, der Keller ist wenig geeignet, da Chlor schwerer als Luft ist. Hypchlorit darf nie, ich meine jetzt wirklich nie, mit Säuren (säurehaltige Entkalker, Sanitärreiniger, Essigreiniger, Zitronensäure...) in Kontakt kommen, da besteht unmittelbare Lebensgefahr!

Ich habe im Urlaub auf einem französischen Camingplatz schon mal einen Chlorunfall im Swimmingpool miterlebt, wo Hypochlorit und ein saurer pH-Regulator zusammenfanden. Da ist die Feuerwehr im ABC-Vollschutzanzug angerückt - bei 30 °C im Schatten, die armen Feuerwehrleute :Schwitz: und ich habe gesehen, wie sich eine grüne Wolke vom Technikgebäude des Swimming-Pools den - nicht für Camping benutzten - Hang runterwälzte. Deshalb erfreulicherweise keine Verletzten.

P.P.S. Auch das Silber steht Dir nicht dauerhaft zur Verfügung. Es wirken nämlich nur die Ag+ Ionen. Die produzieren Bakterienleichen. Bakterienleichen enthalten Aminosäuren. Einige davon sind schwefelhaltig und fällen das Ag+ als unlösliches Ag2S aus.

Gleiches gilt übrigens auch bei stark chloridhaltigen Wässern, also etwa solche mit höherem Kochsalzgehalt. Unlösliches AgCl. Silberionen ade.

Cephalotus
03.05.2012, 13:24
Zwei Anmerkungen:

1. Die angeben Kalorienzahl reicht für den Grundumsatz eines Erwachsenen. Du wirst in einer Krise wahrscheinlich körplich recht schwer arbeiten müssen.

Warum wird man in der Krise schwer arbeiten müssen? Wenn es tatsächlich nichts mehr zu futtern gibt dann gehe ich eher davon aus, dass ich irgendwo daheim in der Bude rumhocke. Mehrere Wochen lang kann ich außerdem von Körperfett zehren. Für einen Body-mass-Index von 20 (Grenze zum Untergewicht, tot ist man da noch lange nicht) habe ich derzeit fast 10kg Reserven auf den Rippen. Das sind weitere 70.000kcal und somit ausreichend, um bei nur 1.000kcal täglich vermutlich weitere 100 Tage völlig problemlos(!), wenn auch hungrig zu überstehen. Der Mensch kann sich auch auf längere Mangelernährung erstaunlich gut einstellen, man denke nur mal an die Rationen von Zwangsarbeitern in den diversen Gefangegenlagern dieser Welt.

Ob ichs in diesem thread schon geschrieben habe weiß ich nicht mehr:

Ich versuche mich derzeit am 4 Komponenten Vorrat:

1. Das normale Rotationszeug, was man halt so in der Küche, Kühlschrank und Abstellkammer rumstehen hat.
2. vergammelnder Notvorrat aus Mehl, Rapsöl & Co (ist spottbillig, alle 3-5 Jahre neu kaufen, alten Kram aufheben, ggf noch als Tauschware nutzbar)
3. BP-5, Zucker, Salz als Vorrat zum Vergessen (evtl nach 10-20 Jahren neu kaufen, alten Kram als Tauschware behalten)
4. Alles was man sonst noch auftreiben kann (Balkongarten, Essensverteilung, etc...)
(5. Körperfett)

Mit 500kcal/Tag aus Kategorie 1, 500kcal/Tag aus kategorie 2, 500kcal/Tag aus Kategorie 3 und ggf. noch Ergänzung aus 4+5 kommt man vermutlich klar.

Unterm Strich braucht man so für einen 100 Tage Vorrat dann nur 50.000 kcal rotierenden Vorrat an normalen Lebensmitteln (das hat man schnell zusammen). 50.000 kcal Billigkram (z.B. 12 Packen Mehl + 2l Rapsöl für zusammen keine 10 Euro) und 50.000 kcal BP-5 (ein 24er Karton). Das ist auch vom Platzbedarf her noch sehr überschaubar.

Ob einem 100 Tage als Notvorrat reichen muss jeder selber wissen, man kann das ja auch skalieren, nur beim rotierenden Vorrat kommt man dann eben sehr schnell in den Bereich, wo man die Vorräte managen muss.

50.000kcal/Person hingegen sind wirklich nicht die Welt, das ist ein halb voller Einkaufswagen.

mfg

Papa Bär
03.05.2012, 13:36
Ok, die einen sitzen in der Bude und zehren von ihrem Körperfett, die anderen arbeiten um Nahrungsmittel zu beschaffen oder zu schaffen...

Cephalotus
03.05.2012, 13:53
Ok, die einen sitzen in der Bude und zehren von ihrem Körperfett, die anderen arbeiten um Nahrungsmittel zu beschaffen oder zu schaffen...

Meinst Du die brauchen mich urplötzlich beim Rüben hacken auf dem Acker? Wahrscheinlich lässt sich auch so ein Szenario konstruieren, aber dann wirds ja wohl auch was zum Fressen für die geben, die (zwangs)arbeiten.

Und wenn ich mich auf die Suche nach Kartoffeln oder Hasen begebe, dann erwarte ich auch da eine positive Kalorienbilanz, ansonsten bleib ich zuhause.

Ich denke,viele Leute hier sind schon "Luxusprepper". Da muss das gewohnte Mittagsmahl auf dem Tisch stehen wegen der "Moral" und weil ja ungewohntes Essen so stresst. Und da müssen es auch die gewohnten 3.000kcal sein, weil ansonsten knurrt ja der Magen, das wäre ja auch ganz schrecklich.
Ist mir auch alles recht, jeder so wie er will und aus 1x 3.000kcal kann man immer noch 2x 1.500kcal machen, aber ich seh das eben relaxter. Vielleicht bin ich in der Krise dann der Loser, wenn ich noch 150 Tagen verhungert bin und Du erst nach 350 Tagen.
Da lasse ichs jetzt eben drauf ankommen, das ist ja auch kein Wettbewerb.

Man kann sich das kcal/Tag auch sparen und einfach die Gesmat kcal betrachten. Auf wie viele Tage man das dann verteilt kann man dann ja immer noch entscheiden.

---
kurz offtopic:
Hoch spannend ist übrigens die Geschichte, das mal für die Flucht zu kalkulieren. Da gibt es nämlich irgendwo ein Optimum an kcal/Tag in Bezug auf mitzutragendes Gewicht und somit der Geschwindigkeit und der Leistungsfähigkeit und somit schlussendlich der zurück legbaren Gesamtdistanz. Ist natürlich für jeden Fall anders und es gibt in der modernen Welt nur wenige Praxisberichte aus Laufwettbewerben oder von Ultraleichtwanderern. Expedtionen werden ja heute eine entsprechend leistungsfähige Logistik im Hintergrund.
---

mfg

Papa Bär
03.05.2012, 14:15
Nein, ich dachte eher an die Arbeit im eigenen Garten usw.

wolpi
03.05.2012, 14:59
Möglicherweise muß man in einer Krise auch ja noch Wasser heranschaffen und Brennmaterial sammeln, bzw Vorräte aufüllen .

ID 2621
03.05.2012, 15:16
Es ist tatsächlich so, dass der Körper eines Erwachsenen sehr, sehr lange mit 1.500 kcal am Tag funktionieren kann und das ausgesprochen gut. Klar knurrt der Magen aber man kriegt immerhin noch was zwischen die Zähne.

Jeder der mal abzunehmen versucht hat, kennt was passiert wenn der Körper auf Sparflamme schaltet und dieser jede Kalorie doppelt verwertet und man plötzlich kaum noch abnimmt, auch bei reduzierter Nahrungsaufnahme und Hunger nicht.

Neben dessen ist Hunger immer noch der beste Koch, da wird das abgestandenste Frühstucksfleisch zum leckerem Sonntagsbraten.

Für manche ist Essen nichts weiter als eine notwendige Unterbrechung des Alltags.
Für andere ist Essen extrem wichtig (ich gehöre selber zu diesen) und man möchte so lange wie möglich einigermassen normal weiter und gut Essen können. Es ist selbstverständlich dass diese Menschen umfassendere Vorräte einbunkern als die anderen.
Vorratshaltung mit Kindern sieht nochmals anders aus.
Jeder kann einlagern was er möchte.
Kleiner Tipp: In jede Bevorratung gehören Süssigkeiten. Teilweise Sehr lange haltbar, sehr kalorienreich und sind unglaubliche Glücklichmacher :lachen:

Jeder wie er eben mag, will und kann.

Grüsse

NoX
03.05.2012, 16:25
So, nochmal zu dem Hypochlorit/Klorix: Klorix ist per se eine ca. 5%ige Natriumhypochloritlösung, die natürlich auch mit der Zeit zerfällt - zu Kochsalz + o²/Oxiden, bei Kontakt mit stärkeren Säuren auch zu Chlor und mitunter Nitrosegasen(!!!) also nicht mit Säure mischen, es sei denn ihr beraucht nen behelfsmäßigen Maulwurfkiller oder so. Durch die Stabilisatoren wird aber (wenn ich das richtig verstanden habe) eine Gleichgewichtsreaktion bewirkt, die die Zersetzung mitunter wieder rückgängig macht, wenn man es also parallel im haushalt verwendet und immer eine oder zwei Flaschen vorrätig hält, hat man meiner meinung nach eine günstige, wenn auch nicht geschmacksneutrale Alternative zu Rommin und Micropur, wenn man allerdings, wie Waldschrat weiter oben meinte es auch in Pulver/Tablettenform bekommen kann, ist das selbstverständlich um Längen besser.
"Sicher" ist es schon, wenn die Desinfektion nähmlich erfolgreich war, bleibt ein leichter, chloriger Geruch bestehen, (das Wasser selbst, nicht die Restluft in der Flasche!) ist der nicht vorhanden, hat die Menge nicht gereicht.

'Tschuldigung wenn ich versehendlich Hypochlorid (mit "d" statt "t") geschrieben hatte.

Natriumhydrogencarbonat ist zur Neutralisation des Hypochlorits, statt dem schwefelhaltigen Thiosulfat, gedacht - das reaktive am Natriumhypochlorit ist doch der Sauerstoff am Chlorid-Ion(Summenformel NaClO), der im basischen Milieu recht schnell irgendwas zum Oxidieren findet, was übrig bleibt ist NaCl - Kochsalz und, bei natriumhydrogencarbonat Kohlendioxid und evtl. NaOH, welches mit der Magensäure wiederrum aussalzt.
wir sprechen hier von mengen, die benötigt werden, um die 3-4 Tropfen 5%iger Hypochloridlösung por Liter zu neutralisieren, das Sollte man kaum schmecken und es geht ja auch nicht um Gourmetwasser sondern lediglich um welches, das einen nicht an der Ruhr verrecken lässt.

Das mit den vom Schwefel ausgefällten Silberionen hatte ich garnicht bedacht, danke dafür.
edit.: Wie bereits oben gesagt, sollte das hypochlorit nicht unbedingt mit Säure in berührung kommen, auch nicht mit Magensäure - es sollte also unbedingt vor dem Verzehr Neutralisiert werden, auch wenn wir hier von verschweindend geringen Mengen sprechen, machen die in dem Wasser, das evtl. ne ganze weile das einzige für euch ist schon was aus.

Maresi
03.05.2012, 16:31
Hi!

Ich wollte mich nur mal zur ewigen Diskussion bzgl. Trinkwasser-Vorrat einschalten:

Ich bin mir nicht sicher, wie das in Deutschland oder der Schweiz ist, aber bei uns in Österreich fällt Trinkwasser in regelmäßigen Abständen vom Himmel. Nennt sich: "Regen".


Ich persönlich sehe nicht den großen Drang, einen 6-monatigen Wasservorrat zu bunkern. Eigentlich reichen ein paar Behälter (Zisterne, ...), ein paar Materialien für einen Eigenbau-Sandfilter (Aktivkohle, Quarzsand, Kiesel, Stofftuch oder -windel, Plastikkanister) und ein paar PET-Flaschen (SODIS-Methode). Damit hat man einen quasi unendlichen Wasservorrat.
Zusätzlich noch Mineralwasser für ca. einen Monat einbunkern (ggf. auch in den PET-Flaschen, die man für oben braucht), dann sollte man ziemlich auf der sicheren Seite sein.

LG,

Maresi

Papa Bär
03.05.2012, 17:48
Hallo Maresi,
so einfach ist das nicht. R
egenwasser ist sehr wohl biologisch belastet, muss also auch aufbereitet werden. Andere haben vielleicht nicht die Möglichkeit, Regenwasser in größeren Mengen aufzufangen.
Zu Eigenbau-Filtern schau dir mal FrankD's Beitrag zur Wasseraufbereitung an.
Für SODIS müsstest du in unseren Breiten schon deutlich über 3000 Meter wohnen, sonst reicht die UV-Einstrahlung nicht.

Ich werde allerdings auch kein Wasser einlagern, ich hab hier einen großen Teich von 20.000km³ vor der Haustür, da destilliere ich mir bei Bedarf

Cephalotus
03.05.2012, 19:32
Für SODIS müsstest du in unseren Breiten schon deutlich über 3000 Meter wohnen, sonst reicht die UV-Einstrahlung nicht.


Gibt es dafür eine Erklärung? Logisch erscheint es nämlich nicht.

Henning
03.05.2012, 19:35
Warum wird man in der Krise schwer arbeiten müssen?

Schon mal Wäsche per Hand ohne fließend Wasser aus der Wand gewaschen ?

Garten beackern, Wasser und Holzschleppen, Umbau/Reperaturen der Wohnung/Haus,
Erkundungs- und Beschaffungsturen usw.

Papa Bär
03.05.2012, 19:44
@cephalotus

Die Sonnenstrahlen legen - je höher die geographische Breite ist - einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück, dabei wird ein größerer Teil der UV-Strahlung herausgefiltert. Je höher du dich über dem Meeresspiegel befindest, desto dünner wird die Atmosphäre, weshalb der Anteil an UV-Strahlung wieder zunimmt.

LG
Papa Bär

Maresi
03.05.2012, 19:58
Hmm. SODIS sollte eigentlich bei uns auch funktionieren - man muss das Wasser halt mehr als 6 Stunden in die Sonne legen.
Aber rein vom energetischen Standpunkt aus ist das Abkochen wesentlich günstiger als destillieren.

Für mich persönlich stellt sich die Frage - eigenem Brunnen sei Dank - auch nicht. Aber ansonst würde ich wie oben beschrieben Vorgehen.
Weiteres gehört für mich zum Preppen nicht nur das Ansammeln von Wissen, Vorräten und Werkzeugen. Da gehört auch das Aufbauen einer gewissen Residenz gegen Keime - und daher halte ich das Trinken von Regenwasser für tolerierbar - habe schon aus schlimmer verkeimten Brühen getrunken...

Cephalotus
03.05.2012, 20:25
@cephalotus

Die Sonnenstrahlen legen - je höher die geographische Breite ist - einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück, dabei wird ein größerer Teil der UV-Strahlung herausgefiltert. Je höher du dich über dem Meeresspiegel befindest, desto dünner wird die Atmosphäre, weshalb der Anteil an UV-Strahlung wieder zunimmt.

LG
Papa Bär

Zellzerstörend ist im wesentlichen UV-C, aber davon kommt am Erdboden eh kaum was an, daher rate ich mal, dass es das UV-B ist, das bei dauerhafter Einstrahlung hier wirksam ist (und auch PET durchdringt?).

Die UV-B Einstrahlung ist bei uns auf 500m H ü.NN auch nicht geringer als in Afrika 500m ü.NN, wo man diese Methode empfiehlt, Sonnenschein jeweils vorausgesetzt. Wenn es also in Afrika funktioniert funktioniert es auch bei uns, die Sonneneinstrahlung am Äquator ist bei klarem Himmel nicht nennenswert höher als bei uns bei klarem Himmel.

Und die Uv Absorption findet ja vor allem in der Ozonschicht statt, die ist in Äquatornähe bekanntermaßen eher dicker als zu den Polen hin (und das ganze ist dann auch noch Jahreszeitenabhängig).

Kurz und gut, mir erschließt sich nicht, warum SODIS bei uns nur in Höhenlagen ab 3000m üNN funktionieren soll.

Darauf verlassen würde ich mich übrigens generell nicht, auch nicht in Afrika. Dort gilt vermutlich auch eher das Motto: Besser als garnix.
Hierzulande würde ich mir für daheim einen Keramikfilter einlagern, bei dem Wasser per Gravitation durch tröpfelt. Die halten pro Filterkerze angeblich 50.000l, selbst wenn es nur 5.000l sind dann reicht das eine ganze Weile.

Ich habe da auch keine Hemmungen, so einenn unbenutzten Filter 15-20 Jahre lang verpackt herum liegen zu lassen und dann erst zu benutzen. Was soll daran schon altern?

---

zum Thema schwere Arbeit:

Ich habe monatelang in Afrika, Südamerika und Asien meine Wäsche mit der Hand in Eimern gewaschen. Das ist kein sonderlich großer Spaß und ich halte die Waschmaschine für eine der besten Erfindungen überhaupt. Aber dennoch sehe ich hier kein Potenzial für "Schwerarbeit".Was soll ich da großartig waschen und schrubben? Wem das wichtig ist, der besorgt sich eine Stromversorgung für seine Waschmaschine und füttert die mit warmem Wasser und lässt die dann im Kaltwaschgang laufen (vorausgesetzt es gibt auch keine Elektrizität mehr)

Holz hacken brauche ich nicht, ich hab weder einen Holzofen (im Hobokocher oder Grill kann man nur kleine Mengen verwerten) noch habe ich in der Stadt Zugriff auf große Holzmengen. Zum Kochen und Warmwasser bereiten habe ich ausreichend Gas eingelagert.

Garten habe ich keinen, am Balkon muss ich mir keinen abbrechen, allerdings ist die Kalorienausbeute da auch homöopathisch :-)

Kommt also immer drauf an, was man eigentlich will. Die "typische Krise" mit 2 Wochen Versorgungsengpass kann ich bei bestem Lebensmittelkomfort abdecken und für was dann der "Sorglos-Vorrat" nützen soll muss sich dann eben zeigen oder wahrscheinlich auch nicht.

mfg

Papa Bär
03.05.2012, 20:39
UV-A Strahlung...Aber auch ein Teil der UV-C Strahlung geht durch die Ozonschicht, nur UV unter 200nm Wellenlänge wird dort absorbiert

Waldschrat
03.05.2012, 21:26
Zellzerstörend ist im wesentlichen UV-C, aber davon kommt am Erdboden eh kaum was an, daher rate ich mal, dass es das UV-B ist, das bei dauerhafter Einstrahlung hier wirksam ist (und auch PET durchdringt?).

Die UV-B Einstrahlung ist bei uns auf 500m H ü.NN auch nicht geringer als in Afrika 500m ü.NN, wo man diese Methode empfiehlt, Sonnenschein jeweils vorausgesetzt. Wenn es also in Afrika funktioniert funktioniert es auch bei uns, die Sonneneinstrahlung am Äquator ist bei klarem Himmel nicht nennenswert höher als bei uns bei klarem Himmel.


Hallo Cephalotus, wie bei allem in der Physik: kommt drauf an :lächeln:

Das gesamte UV-Spektrum, durchaus auch UV-A wirkt desinfizierend. UV-C wird vom Luftsauerstoff absorbiert, da kommt, wie Du sagst, kaum was unten an. UV-B, durch die Ozonschicht.

UV-A wird annähernf linear durch die Atmosphärenschicht abgeschwächt, die das Sonnenlicht durchlaufen muss. Die ist natürlich an einem Maimittag in Assuan (Kulminationshöhe der Sonne nahe 90°) natürlich am geringsten, an einem Maimittag in Süddeutschland oder Schweiz (Kulminationshöhe ca. 60°) deutlich da das Sonnenlicht eben schräg durch die Atmosphäre laufen muss.

Das UV-Absorptions- oder Transmissionsvermögen von Kunststoffen ist in weiten Grenzen steuerbar. PET lässt UV durch, ist in den meisten Fällen richtig, ich kann in der Produktion aber auch Stoffe zusetzen, die für UV-Absorption sorgen. Selbst als Kunststofffachmann sehe ich das der individuellen Flasche nicht an, da muss ich ins Labor und nachmessen.

Das einzige, wovon ich ziemlich sicher ausgehen kann ist, dass typische Gläser (Fensterglas, Verpackungsglas) das gesamte UV-Spektrum aussperren.

Viele Grüsse

Matthias

Papa Bär
03.05.2012, 21:36
Hallo Waldschrat,danke erstmal für die Erklärung. Aber in einem Punkt muss ich dir widersprechen:Gewöhnliches Fensterglas ist für einen großen Teil der ultravioletten Strahlen undurchlässig. Das gilt besonders für UV-Strahlen mit kurzen Wellenlängen (UV-B und UV-C), für UV-A ist Fensterglas jedoch durchlässig.Nicht umsonst werden für SODIS Glasflaschen besonders empfohlen, sie sind halt nur schwerer und anfälliger als PET

Maresi
03.05.2012, 23:23
Ich habe auf einer sehr empfehlenswerten Informationsseite (die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann:rolleys:) gelesen, dass einer im Selbstversuch die SODIS-Methode bei uns erfolgreich getestet hat: http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/1331-Sodis-Wasser-entkeimen-und-Lagern-mit-Sonnenlicht

Waldschrat
03.05.2012, 23:46
Natriumhypochloritlösung, die natürlich auch mit der Zeit zerfällt - zu Kochsalz + o²/Oxiden, bei Kontakt mit stärkeren Säuren auch zu Chlor

Hallo NoX,

das Hypochlorition ClO- hat zwei Zerfallsmechanismen:

1) ClO- -> Cl- und O (Chloridion und besonders reaktiver naszierender Sauerstoff, der sich noch nicht zum O2-Molekül verbunden hat)

2) 2 ClO- -> Cl2 und O2 (auch hier entsteht das Chlor erst mal als naszierendes einatomiges Chlor, das besonders reaktiv ist)

Du nanntest jetzt Reaktionsmechanismus eins, der eher im basischen Milieu stattfindet, im sauren Milieu überwiegt Reaktionsmechanismus zwei, Mechanismus drei ist eine Folgereaktion aus eins und zwei

3) Bildung von Chlordioxid aus naszierendem Sauerstoff und naszierendem Chlor, auch eine extrem oxidierende Verbindung





'Tschuldigung wenn ich versehendlich Hypochlorid (mit "d" statt "t") geschrieben hatte.

Passiert mir auch dauernd, dann steht unter meinem Beitrag "Geändert am/um ..." drunter :lächeln:


Natriumhydrogencarbonat ist zur Neutralisation des Hypochlorits, statt dem schwefelhaltigen Thiosulfat, gedacht

Das funktioniert leider nicht. Du musst einem Oxidationsmittel ein Reduktionsmittel zum Frass vorwerfen. :lächeln:

Wie oben geschrieben, es entstehen verschiedene Zersetzungsprodukte. HCO3- zu CO3-- ist zwar auch eine Oxidationsreaktion, funktioniert aber erstens nur mit Sauerstoff, zweitens (Einsatz Natriumhydrogencarbonat) gibt Natriumcarbonat dem Wasser einen unangenehm seifigen Geschmack und es ist leicht ätzend.

Ansonsten muss man sich um die Elimination von Sauerstoff aus der Zersetzung von Hypochlorit nicht wirklich kümmern. Der naszierende Sauerstoff lagert sich, wenn er keinen Reaktionspartner findet, relativ schnell zu Sauerstoffmolekülen (O2) zusammen, die entweder ausgasen, aber auch gelöst unschädlich und geschmacksneutral sind.

Chlor (Reaktionsweg zwei) wirst Du auf diesem Wege nicht los. Im Falle eines Zusatzes von Natriumthiosulfat läuft der Reaktionsweg hier wie folgt:

Na2S2O3 + 4 Cl2 + 5 H2O -> 2 NaHSO4 + 8 HCl

Die acht Moleküle Salzsäure (HCl) müssen bei den geringen Mengen neutralisiertem Chlor nun nicht wirklich beunruhigen, schliesslich besteht unsere Magensäure aus etwa 0,6%iger Salzsäure, aber wer das nicht mag, der kann dann noch Natriumhydrogencarbonat zugeben. Dann gibt das Kochsalz.


Viele Grüsse

Matthias

NoX
03.05.2012, 23:51
Hat eigentlich schon mal jemand darüber nachgedacht, einen Umkehr-Osmose-Filter mit ner handbetriebenen (Kolben-)Wasserpumpe zu verbinden?

Die Idee mit dem Keramikfilter hatte ich auch schon, ich habe ja das große Glück maximal 2m tief graben zu müssen um eine Wasserquelle zu finden und im Umkreis von 5km 3 Seen mit Grundwasseranbindung zu haben.

Und vor Urzeiten (naja, ich bin erst 23 also vor ca. 10 Jahren) hab' ich in einer halbwissenschaftlichen wissensshow ("Knoff-Hoff", glaub ich) gesehen, wie die in einer Wüste einfach eine Flache grube ausgehoben und mit einer Plane abgedeckt haben um in der Mitte der Grube des Nachts den von der plane tropfenden Tau aufzufangen. Sollte in unseren Breitengraden doch auch möglich sein und ich denke bei Tauwasser braucht man sich auch nicht mehr so viele Sorgen machen, oder? nur wie es mit der Ausbeute aussieht weiß ich nicht. Ich werd's wohl mal probieren.

Waldschrat
04.05.2012, 00:07
Hat eigentlich schon mal jemand darüber nachgedacht, einen Umkehr-Osmose-Filter mit ner handbetriebenen (Kolben-)Wasserpumpe zu verbinden?


Hallo NoX,

solche Produkte gibt es zum Beispiel von Katadyn http://www.katadyn.com/de/katadyn-produkte/produkte/katadynshopconnect/katadyn-entsalzer/, allerdings nicht ganz billig und die Membran hat auch eine begrenzte Lebensdauer


Die Idee mit dem Keramikfilter hatte ich auch schon, ich habe ja das große Glück maximal 2m tief graben zu müssen um eine Wasserquelle zu finden und im Umkreis von 5km 3 Seen mit Grundwasseranbindung zu haben.

Warum brauchst Du da Umkehrosmose? Da kommt doch Süsswasser raus



Und vor Urzeiten (naja, ich bin erst 23 also vor ca. 10 Jahren) hab' ich in einer halbwissenschaftlichen wissensshow ("Knoff-Hoff", glaub ich) gesehen, wie die in einer Wüste einfach eine Flache grube ausgehoben und mit einer Plane abgedeckt haben um in der Mitte der Grube des Nachts den von der plane tropfenden Tau aufzufangen.

Das habe ich aus Neugier mal in der algerischen Sahara selber ausprobiert. Der Erfolg (eher Misserfolg) war ziemlich ernüchternd. Ich wäre nach dem Rezept verdurstet. Es ist da eher interessant, nach dem Pflanzenwachstum zu gehen oder sich Trockenflussbette (Wadis) zu suchen und dort in den Innenkurven von (Trocken-)Flussbiegungen zu graben.

In vielen Survivalbüchern stehen Rezepte, die der Autor aus Sekundärliteratur abgeschrieben hat, ohne sie selber wirklich auszuprobieren. Trau also besser keinem Rezept, das Du nicht selber in der Praxis als wirksam erprobt hast.

Viele Grüsse

Matthias

Papa Bär
04.05.2012, 10:09
Tatsächlich scheinen die verfügbaren Informationen teilweise erheblich voneinander abzuweichen, bzw. sind so verallgemeinert, dass sie sinnentstellt sind so heisst es z.b. auf der SODIS-Seite von Wikipedia:

Gewisse Arten von Glas (Fensterglas) und PVC absorbieren UV-A-Licht und sind deshalb für SODIS nicht geeignet

dagegen auf der Wikipedia-Seite zur UV-Strahlung:

Gewöhnliches Fensterglas ist für einen großen Teil der ultravioletten Strahlen undurchlässig. Das gilt besonders für UV-Strahlen mit kurzen Wellenlängen (UV-B und UV-C), für UV-A ist Fensterglas jedoch durchlässig.

Im SODIS-manual heisst es:

The most favourable regions for SODIS are located between
latitude 15°N and 35°N (as well as 15°S and 35°S). These
semi-arid regions are characterized by the highest amount
of solar radiation. Over 90% of the sunlight touch the earth
as direct radiation due to the limited cloud cover and rainfall
(less than 250mm rain and usually more than 3000 hours of
sunshine annually).
The second most favourable region lies between the equator
and latitude 15°N and 15°S. Due to high humidity and
frequent cloud cover, the amount of scattered radiation in
this region is high (about 2500 hours of sunshine annually).


Weiterhin ist dort die Rede von der Leistung der Sonneneinstrahlung in Watt pro Stunde und Quadratmeter, die für SODIS minimal notwendig ist.

Hier im "Flachland" wird diese Leistung nicht erreicht, wohl aber in gewissen Höhelagen.
Und dann gibt es wieder Berichte von der erfolgreichen Anwendung hier.

Obwohl das vielleicht erstmal in einem double-blind Versuch getestet werden sollte, man weiss ja nicht, wie hoch die mikrobiologische Belastung vor der Anwendung von SODIS war...

Cephalotus
04.05.2012, 16:11
Weiterhin ist dort die Rede von der Leistung der Sonneneinstrahlung in Watt pro Stunde und Quadratmeter, die für SODIS minimal notwendig ist.

Hier im "Flachland" wird diese Leistung nicht erreicht, wohl aber in gewissen Höhelagen....

Ich zitiere:

At a water temperature of about 30°C, a threshold solar
radiation intensity of at least 500 W/m2 (all spectral light) is
required for about 5 hours for SODIS to be efficient.

http://www.sodis.ch/methode/anwendung/ausbildungsmaterial/dokumente_material/manual_e.pdf

500W/m² erreicht man in unseren Breiten von Frühjhar bis Herbst bei Sonnenschein LOCKER, auch im Flachland.

Papa Bär
04.05.2012, 17:12
Die gesamte Sonneneinstrahlung beträgt in Deutschland im Mittel 1000kw/h pro m², also 2,73 kw/h am Tag, also durchschnittlich 230 Watt pro Stunde. Kann gerne mal jemand genau ausrechnen...
Dann rechne man noch die Stunden des Tages ab, in denen aufgrund des Sonnenstandes die UV-A Apsorption zu hoch ist ... und wird feststellen, dass SODIS hier gelegentlich an einigen Tagen im Hochsommer evtl. funktionieren mag...

melusine
05.05.2012, 10:37
'Tschuldigung, ich habe grad einen Knoten im Gehirn....:help:

1000 kWh/m² bedeutet, dass statistisch gesehen auf jeden m² Fläche in Deutschland in 1 Stunde 1000 kW Leistung treffen? Also 1 Megawatt, jederzeit, an jedem Ort? Das klingt mir zu gigantisch! Wo ist da mein Denkfehler???

Und falls das doch richtig ist, selbst wenn man Dämmerung und Nachtstunden abzieht und nur mit 8 Stunden verwertbarer Strahlungsintensität rechnet, bleiben immer noch ca. 333 kWh übrig (wir lassen jetzt mal außen vor, dass nachts keine Sonne scheint und demzufolge tagsüber eine wesentlich höhere Leistung erzielt wird, geht mir jetzt nur um den statistischen Mittelwert). Dividiert durch 8 Stunden macht pro Stunde und m² mehr als 40 kW Leistung, also 40.000 Watt.

Jetzt können wir noch soviele Störfaktoren (Wolken etc.) dazu rechnen, dass diese Leistung um bis zu 98% reduziert wird, um auf die geforderten 500 Watt zu kommen!!!

Somit scheint mir SODIS auch für uns im Notfall durchaus geeignet zu sein. Aber wie gesagt, ich habe selbst das Gefühl, dass ich irgendwo gedanklich falsch abgebogen bin! Wäre nett, wenn sich jemand meiner erbarmen und mich aufklären würde.

lg

Papa Bär
05.05.2012, 11:14
Hallo melusine,

1000 kw/h ist die Jahresleistung. Wenn man die Sonneneinstrahlung auf der Fläche von einem Quadratmeter ein ganzes Jahr lang addiert, erhält man eine Leistung, die der von 1000 Kilowatt pro Stunde entspricht. Also die gesamte Jahresleistung auf eine Stunde komprimiert...

Cephalotus
05.05.2012, 12:51
Hallo melusine,

1000 kw/h ist die Jahresleistung. Wenn man die Sonneneinstrahlung auf der Fläche von einem Quadratmeter ein ganzes Jahr lang addiert, erhält man eine Leistung, die der von 1000 Kilowatt pro Stunde entspricht. Also die gesamte Jahresleistung auf eine Stunde komprimiert...

Es sind 1000 kWh/m² und das ist keine Leistung sondern eine Energiemenge bezogen auf eine Fläche.

Die Einstrahlungsleistung pro Fläche liegt in Deutschland zwischen 0W/m² und 1300W/m², letzteres nur in besonderen Fällen, wenn Licht an Wolkenflanken reflektiert wird. An einem klaren sonnigen Tag beträgt die Leistung bei uns ca. 800-1000W/m², ob auf 0 m üNN oder 3.000m üNN macht da nur ein paar Promille hin oder her aus.

Wenn als SODIS ab 500W/m² funktioniert, dann tut es das in unseren Breiten an sonnigen Tagen.

Ich halte das aber (außer für absolute Notlösungen, wenn man garnix anderes hat) bei uns für Blödsinn, im Gegensatz zu Leuten in Afrika verfügen wir über zahlreiche weitaus bessere Alternativen und außerdem gibt es bei uns eben auch reichlich trübe Tage, an denen es dann eben nicht funktioniert. Das hat aber mit der Höhenlage nichts zu tun.

Wäre die Einstrahlung in Höhenlagen dramatisch besser, dann würde man dort die ganzen Photovoltaikanlagen hin bauen. Die Jahreseinstrahlung ist meistens tatsächlich geringfügig besser, aber das legt primär an mehr Sonnenscheinstunden und weniger Nebel im Hochland und nur im Promillebereich an der unterschiedlichen Lichtabsorption in der Atmosphäre.


mfg

Cephalotus
05.05.2012, 12:55
1000 kWh/m² bedeutet, dass statistisch gesehen auf jeden m² Fläche in Deutschland in 1 Stunde 1000 kW Leistung treffen? Also 1 Megawatt, jederzeit, an jedem Ort? Das klingt mir zu gigantisch! Wo ist da mein Denkfehler???

Die Energiemenge 1000kWh/m² bezieht sich auf ein Jahr, nicht auf eine Stunde.

mfg

Papa Bär
05.05.2012, 13:06
SODIS würde auch mit 1500 W/m² nicht funktionieren, wenn der Anteil an UV-Strahlung zu gering ist. Und da ist der Unterschied von ein paar tausend Metern durchaus signifikant...

Papa Bär
05.05.2012, 13:14
Es sind 1000 kWh/m² und das ist keine Leistung sondern eine Energiemenge bezogen auf eine Fläche

Bitte um Entschuldigung für die ungenaue Ausdrucksweise. Ich dachte, das es sich auf eine Fläche bezieht, geht aus dem Kontext meines Beitrages hervor. Und in der Schule hatte ich mal gelernt, dass Watt die Einheit für Leistung ist. Da das aber schon viele, viele Jahre her ist, lasse ich mich gerne eines besseren belehren...

NoX
05.05.2012, 23:19
Hallo NoX,

solche Produkte gibt es zum Beispiel von Katadyn http://www.katadyn.com/de/katadyn-produkte/produkte/katadynshopconnect/katadyn-entsalzer/, allerdings nicht ganz billig und die Membran hat auch eine begrenzte Lebensdauer


Warum brauchst Du da Umkehrosmose? Da kommt doch Süsswasser raus


Du sprichst hier von Meerwasserentsalzern, bei der umkehrosmotischen Filterung von Meerwasser muss meines wissens nach auch ein ca. 10-15 mal höherer druck anliegen. Ich spreche von handelsüblichen Umkehrosmoseanlagen, die man sich vor den Wasserhahn klemmt, um Kalk, Keime, Schwermetalle ect. aus seinem Tee-Wasser zu bekommen.
So wie es hier erklärt wird: http://www.youtube.com/watch?v=LkZ1H6y_HZk wird ab 3:10 interessant
oder wie's hier angeboten wird: http://www.wasserhaus.de/epages/62372559.sf/?Locale=de_DE&ObjectPath=/Shops/62372559/Products/12916&ViewAction=ViewProductViaPortal

Hoffmann
12.05.2012, 17:06
Also mir reichts zu wissen wo die nächsten Quellen bei mir im Ort sind :rolleys:

Henning
08.07.2012, 17:03
sondern auch noch nichts an gesunden und wichtigen Vitaminen und Nährstoffen haben.. Da leiden Körper und Seele noch mehr, weil man dann noch einen Mangel an wichtigen Stoffen hat, die für die neurobiologischen Vorgänge einfach gebraucht werden.

Also ich würde wenn es schon monoton sein muss, Getreide einlagern.
In meinem kleinen Büchlein steht, dass Weizen unter optimalsten Bedingungen auch für 15-20 Jahre eingelagert werden kann! Nur dass der noch ein paar Stoffe in sich hat, das Dosenzeug ist nur totes Zeug.


Dumm nur, das den Getreide ein paar wichtige Aminosäuren und Vitamine fehlen.
Aber vieleicht hält Dich ja Dein Glaube an Dein kleines Büchlein bei Deiner Gertreidediät gesund :staunen:

Ich bevorzuge jedenfals notfals eine Konserve statt lebenden Schimmelkulturen auf Brot, oder habe ich jetzt mit den lebenden Gerteide was nicht verstanden :confused:

Cephalotus
08.07.2012, 17:56
Stellt euch mal vor ihr verliert euren Job, die Supermärkte sind leer und man ist dementsprechend psychisch fertig und muss dann noch diese Füllstoffe essen, die nichtnur widerlich schmecken, sondern auch noch nichts an gesunden und wichtigen Vitaminen und Nährstoffen haben.. Da leiden Körper und Seele noch mehr, weil man dann noch einen Mangel an wichtigen Stoffen hat, die für die neurobiologischen Vorgänge einfach gebraucht werden.


Ich werd's überstehen und esse lieber BP-5 als garnix. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher.



Also ich würde wenn es schon monoton sein muss, Getreide einlagern.


Der Mensch ist ja von der Evolution nicht gerade darauf ausgelegt, sich ausschließlich von Grassamen zu leben.



Dieses ganze Notnahrungszeug würdest du ja sicher noch weniger essen, falls kein Krisenfall eintreten würde. Sprich wenn du nach 15 Jahren das Bundeswehzeug wegschmeißen musst, ist es immernoch billiger Getreide zu entsorgen.


Da gehen die Meinungen wahrscheinlich auseinander. Ich esse lieber BP-5 als das ich ein Kilo Dinkel runter würge.



Du kriegst 100kg Getreide je nach Qualität für 50-100€. Das ist doch ein Witz! Damit kommst du im zur Not bestimmt ein halbes oder kappes halbes Jahr aus. Von dem Epa und Notzeug kannst du für 100€ vielleicht einen Monat leben.


In der Tat, der Preis spricht gegen das fertig verpackte Zeug. Auf 10-20 Jahre Lagerzeit umgelegt reduziert sich der Preisnachteil aber etwas, trotzdem kommt man nicht an die Getreide + Hülsenfrüchte + Rapsöl Variante ran.



Also es ist mir echt ein Rätsel warum (nimms mir nicht übel :D) so viele so geil auf dieses Zeug sind.
Kapier ich einfach nicht :D

Kauf Dir einen Packen BP-5 und 1kg Weizen. Dann isst Du mal eine Weile nix, bis Du Hunger hast. Und dann stell beides vor Dich hin und ein großes Glas Wasser dazu und überlege, was Du lieber essen willst...
Wenn es dann immer noch der Weizen ist, dann solltest Du eben diesen einlagern.

mfg

PS: Was die Monotonie betrifft.Typischerweise hat man ja am Tag X noch ein bisschen was bis reichlich in der Küche herum stehen und wahrscheinlich auch nicht nur eine Packung Reis u.ä. zur Hand. Man kann also den Notvorrat durchaus mit einigen Alltagsnahrungsmittel strecken. BP-5 beispielsweise macht sich ganz passabel zu ner Suppe.

Und wem das nicht passt, dem steht es ja frei, sich anderweitig einen Langzeitvorrat aufzubauen.

Vincent
08.07.2012, 18:49
Kauf Dir einen Packen BP-5 und 1kg Weizen. Dann isst Du mal eine Weile nix, bis Du Hunger hast. Und dann stell beides vor Dich hin und ein großes Glas Wasser dazu und überlege, was Du lieber essen willst...


Jepp. So siehts aus. Dazu kommen dann noch so Vorteile wie besseres Packmass, fantastische Verpackung (Licht- Luft- Wasserdicht), keine weitere benötigte Zubereitung & Verarbeitung des Produkts und natürlich die wesentlich längeren garantierten Mindesthaltbarkeiten.

Das sind für viele Leute wohl einige der Gründe, die, die folgende Frage beantworten:


Also es ist mir echt ein Rätsel warum (nimms mir nicht übel :D) so viele so geil auf dieses Zeug sind.
Kapier ich einfach nicht :D

Die Leute werden mit Sicherheit nicht geil drauf sein, aber einem Produkt das genau für solche Fälle entwickelt wurde und mit Erfolg weltweit eingesetzt wird, eben aus den o.g. Gründen eher den Vorzug geben.

Gegen die ausschließliche Versorgung mit Getreide sprechen die geringere Haltbarkeit und die Tatsache dass das Getreide für Menschen unbedingt vor dem Verzehr bearbeitet werden muss, da die (meisten) Menschen (zumindestens) ernährungsphysiologisch nicht zum Vieh gehören.

Aber wie bei allen Dingen gilt natürlich auch hier: Jeder so wie er mag... Ich persönlich streue auch in dieser Angelegenheit lieber gezielt aber diversifiziert. Bedeutet:


Maximale Rotation (im Rahmen der MDH) von dem was ich eh so esse
Maximale Rotation (im Rahmen der MDH) von Reis, Nudeln, Nüssen, Kartoffelprodukten etc.
Maximale Rotation (im Rahmen der MDH) von Konserven welche ich durchaus auch mal zwischendurch esse
Ein paar Kilo verschiedenes Getreide (nicht besonders teuer & kann nach ablaufen der MDH locker im Winter an die Vögel verfüttert werden)
Einen gewissen Vorrat von BP5/NRG-5


Wenn alle anfangen zu laufen schaue ich gerne auch nochmal ob ich relativ unkompliziert noch was für "unsere Brüsseler Sloty" bekomme und würde in so einem Fall zusätzlich alles nehmen was der Markt noch hergibt. Schokolade, Studentenfutter, Salamis, Thunfisch etc. einfach alles. Zahlen tue ich dann entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten ausnahmsweise mit Karte :-P nur wenns sein muss auch mit X. Falls es nichts mehr gibt ist es auch ok, hab ja schon genug von allem im Rahmen des Möglichen und der MDH gebunkert. Zuzüglich zu dem was man auch in jeder WTSHTF Situation (außer nuklearer GAU) immer noch nachkaufen kann (wenn dann auch unter schlechteren Bedingungen) + dem was unser toller Staat nicht alles für uns tut; kann man dann schon eine ziemlich lange Zeit auskommen. Mein Fazit ist also dass ich jede einseitige Vorsorgestrategie für mich als unvollkommen ablehne, von daher sehe ich eine gewisse individuelle Menge an Langzeitlebensmitteln durchaus als begrüßenswerten Baustein im Gesamtpaket.

Gruß
Vincent

tomduly
08.07.2012, 19:10
Hallo,


Dumm nur, das den Getreide ein paar wichtige Aminosäuren und Vitamine fehlen.
Aber vieleicht hält Dich ja Dein Glaube an Dein kleines Büchlein bei Deiner Gertreidediät gesund...
Ich bevorzuge jedenfals notfals eine Konserve statt lebenden Schimmelkulturen auf Brot

soo schlecht ist Getreide per se nicht:

"Die verschiedenen Getreidearten haben ein ähnlich strukturiertes Korn. Das Innere, der Mehlkörper, besteht zu 70 % aus dem Kohlenhydrat Stärke und zu 8-14 % aus Eiweiß. Der nährstoffreiche Keimling enthält etwa 25 % Eiweiß, mit sehr vielen essentiellen Aminosäuren. Neben 10 % Fett, mit großteils wichtigen mehrfachungesättigten Fettsäuren, finden sich besonders B-Vitamine, Vitamin E und verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Phosphor, Fluor, Magnesium, Kupfer und Mangan sowie Spurenelemente. Den Mehlkörper umgibt die Aleuronschicht, welche ähnlich hochwertig ist wie der Keimling. Die alles umschließenden Randschichten, enthalten neben vielen Mineralstoffen vor allem die verdauungsfördernden Ballaststoffe.(...)Hafer ist wiederum eine der jüngeren Arten. Er ist das eiweiß-, fett-, vitamin- und mineralstoffreichste Getreide und enthält am meisten essentielle Aminosäuren, Linolsäure, Calcium, Eisen, Vitamin B1 und E.(...)" (Quelle (http://www.naturkost.de/basics/naturkost/getreide.htm)).

Das mit einer Konserve zu toppen, dürfte schwierig sein!

Die Kunst bei Getreide ist die frische Zubereitung und das möglichst schonende Mahlen mit wenig Luftkontakt und Erwärmung des Mahlguts. D.h. am besten erst Minuten vor dem Backen/Kochen sollte Getreide gemahlen werden, denn nur so lassen sich die meisten der empfindlichen Inhaltsstoffe ins Essen hinüberretten. (frei nach Getreidemühlen-"Papst" Schnitzer (http://www.dr-schnitzer-buecher-neu.de/)).

Vermutlich die Mehrheit der Erdbewohner ernährt sich vor allem von einfachen Getreidegerichten (Hirse-/Mais-/Reis-Brei, Fladenbrot etc.). Und die ganz einfachen Völker mahlen sich das Getreide erst kurz vorm Kochen, ganz pragmatisch, weil das ganze Korn besser zu lagern ist, als Mehl. Und ernähren sich so recht gesund.

Wenn man die Getreide"diät" ab und zu mit Gemüse, Fisch oder Fleisch aufpeppt, passt das auch mit den fehlenden Vitaminen und Spurenelementen. Und ein übersättigter Mitteleuropäer fällt nicht gleich vom Stengel, wenn er mal ein halbes Jahr "nur" getreidebasierende Kost bekommt (übrigens zählen Nudeln auch zu Getreideprodukten).

Ich seh das durchaus wie "Kanada": 3-4 Zentner Getreide kosten keine 100 Euro und halten recht lang (Brotweizen liegt grade um 22..23 Euro/Zentner). Wenn man sich klar macht, dass man damit eine 4köpfige Familie durchaus ein Jahr lang vor Hunger bewahren kann, sind die investierten 7 Cent pro Tagesration und Person geradezu lächerlich gering.

Zum Vergleich: da ich zur Zeit "Strohwitwer" (wg. Prüfungszeit, da brauch ich Ruhe) bin, mach ich grad ernährungstechnische Selbstversuche: heute war ich im "Erascorant" und hab mir eine Dose Chili con Carne gegönnt. 800g für 3,29 Euro. Ist als "2-Portionen" definiert und ergab auch knapp 2,5 Suppenteller voll. Geschmacklich eine "geht so"-Erfahrung - mit zwei Scheiben Brot (sic!) durchaus essbar. Allerdings für 2 Erwachsene mengenmässig an der Untergrenze des Sättigungseffekts. Aber rechnet man mal den Jahresbedarf in "Erasco"-Einheiten für eine Familie hoch, dann kommt man auf 2 solcher Dosen pro Tag mal 365 Tage. Macht 730 Dosen und kostet 2.400 Euro. Und man sollte ein stabiles Kellerregal haben, gewichtsmässig nähert man sich da schon einer Tonne. Und man sollte frostfrei lagern.

Ein weiterer Vorteil neben den vernachlässigbaren Kosten für Getreide im Vorrat: man kann es im Alltag nutzen (ist halt Gewöhnungssache, sich frisches Mehl zu machen, statt abgepacktes zu nehmen).
Wenn man den Getreidevorrat von sagen wir 100kg jährlich einmal erneuert (oder alle zwei Jahre), hat man stets relativ frisches Getreide, was die Gammel- und Tierchengefahr deutlich reduziert. Das überschüssige Getreide kann man ideal als Hühner- oder Schweinefutter nehmen (so man entsprechende Tiere selber oder in der Verwandschaft hält) oder notfalls bei einer Pelletheizung als Notbrennstoff verfeuern.

Dosen sollte man alle 5 Jahre erneuern, wenn man das nicht alle 5 Jahre auf einen Schlag machen möchte, muss man Dosenfutter in die alltägliche Ernährung einbauen, damit der Bestand rotiert. Stelle ich mir eher unlecker vor - ausserdem bei berufstätigen bzw. schulpflichtigen Familienmitgliedern wird in Friedenszeiten eh überwiegend ausser Haus gegessen. Die Frage ist daher berechtigt, ob man es überhaupt schafft, die 730 Dosen aus dem Beispiel innerhalb der üblichen 5jährigen Haltbarkeitsperiode zu verbrauchen - selbst wenn man den Bestand nach und nach aufbaut und so ein gestaffeltes MHD im Vorrat hat. Ich weiss, dass es (sündteure) Langzeitkonserven gibt, die länger haltbar sind, als 5 Jahre. Meist ist es ohnehin die Dose, die vor dem Inhalt aufgibt: das Etikett abgeschimmelt, die Lötnaht durchkorrodiert, die Innenwände rostig. Und ob 5kg-Dosen mit Trocken-Ei o.ä. ein sinnvolles, gar "innova"-tives Bevorratungskonzept sind, wage ich zumindest für Privathaushalte zu bezweifeln.

Grüsse

Tom

P.S. Ich lagere 150kg Getreide als "Tag-X-Reserve" für 6+ Monate Grundversorgung, 100kg davon verteilt auf zwei 55l Weithalstonnen (http://www.spezido.de/curtec-weithals-tonne-fass-55-Liter-lebensmittel-vorsorge-verpflegung-notration-monatsration-jahresration-essen-trinken-Vorsorge-Katastrophe-Energie-Energieausfall-Atom-Chemie-Brand_1): kühl, dunkel, trocken. Und 50kg sind in einer innen mit Holz ausgekleideten und mit zwei Fächern ausgestattete Stahlblechkiste (aus Armeebeständen) als "Gebrauchsvorrat" im normalen Vorratsraum. 100kg Weizen und 50kg Dinkel. Der ganze "Spass" hat mich einmalig 250 Euro gekostet (Getreide-Erstausstattung, die 55l-Tonnen und die Blechkiste). Im Preis inbegriffen eine leistungsfähige elektrische Getreidemühle (Elsässer Samap mit Steinmahlwerk (http://www.top-getreidemuehlen.de/elsaesser.shtml)), die ich kaum gebraucht für 40 Euro einer kleinen Bäckerei, die mangels Betriebsnachfolger dicht machte, abgekauft hatte. Klar wäre eine D525 (http://www.top-getreidemuehlen.de/ka_diamant.shtml)"besser", aber bislang ist mir noch keine bezahlbare über den Weg gelaufen und bis dahin muss ich auf meine Stromerzeugungsfähigkeiten als Elektrotechniker vertrauen...
Ein Vorteil der Plastiktonnen: sie sind mit je etwa 53kg Gewicht zu zweit noch gut tragbar und können notfalls mitgenommen werden (AKW-Sperrzonen-Szenario...)

Henning
08.07.2012, 20:47
soo schlecht ist Getreide per se nicht:
....
Wenn man die Getreide"diät" ab und zu mit Gemüse, Fisch oder Fleisch aufpeppt, passt das auch mit den fehlenden Vitaminen und Spurenelementen.


Getreide + Hülsenfrüche sind eine ganz gute Kombination.
Ich mag Abwechslung und mir graut es vor den Gedanken, was zu kaufen, um es wegzuwerfen.
Also habe ich vorwiegende das im Vorat, was ich auch sonst esse.
ein paar Komprimisse mußte ich trozdem eingehen, z.B. gibt es jetzt wesentlich öfters Hülsenfrüchte,
Dosenbrot habe ich früher nie gekauft, aber 3-4 Dosen im Jahr sind nicht das Problem und aus den
"Rotations-Keksen" gibt es eben alle halbe Jahre einen "Kalten Hund".





Ich seh das durchaus wie "Kanada": 3-4 Zentner Getreide kosten keine 100 Euro und halten recht lang (Brotweizen liegt grade um 22..23 Euro/Zentner).


+ Lagerbehälter + gescheite Mühle (und die braucht auch noch ihren Platz in der Küche)

Schon sieht die Rechnung ganz anders aus, zumindestens für mich als Singel.

Außerdem bekomme ich 100kg Getreide nicht rotiert, ich bin berufsbedingt alle paar Monate an einer andere Ecke und nur eine paar Stunden am Wochende zu Hause.
Da ist nichts mit Brotbacken und Pasta selber machen, auch wenn ich da reichlich Übung habe und es mir Spaß macht.
Also müssen ein paar Tüten Mehl, etwas Gries, Haferflocken, Couscous, reichlich Pasta und Reis reichen.




Dosen sollte man alle 5 Jahre erneuern, wenn man das nicht alle 5 Jahre auf einen Schlag machen möchte, muss man Dosenfutter in die alltägliche Ernährung einbauen, damit der Bestand rotiert.


Die paar Fertiggerichte (Erbsen, Bohne, Linsensuppe, Gulasch usw.) die ich habe, bekomme ich ganz gut auf meinen berufsbedingten Reise rotiert,
bei Gemüse war ich auch erst etwas skeptisch, aber so schlecht sind da die Konserven auch nicht.




Meist ist es ohnehin die Dose, die vor dem Inhalt aufgibt: das Etikett abgeschimmelt, die Lötnaht durchkorrodiert, die Innenwände rostig.


Dosen sind inzwischen alle innen geschichtet, außerdem gibt es fas alles auch in Gläsern.
Und Du lagerst Dein Getreide auch nicht ungeschützt im nassen Keller.



Im Preis inbegriffen eine leistungsfähige elektrische Getreidemühle (Elsässer Samap mit Steinmahlwerk (http://www.top-getreidemuehlen.de/elsaesser.shtml)), die ich kaum gebraucht für 40 Euro einer kleinen Bäckerei, die mangels Betriebsnachfolger dicht machte, abgekauft hatte.

Glückspilz, die kostet neu das 20-fache.

KUPFERSALZ
08.07.2012, 21:29
Bei dem Vergleich ging es darum das man eben diese Notnahrung ohne weitere Verarbeitung (Zeit- und Energieeinsatz) verzehren und somit sich vieles sparen kann. Sicherlich hat beides seine Rechtfertigung. Ich z.B. kann mit 50 kg Getreide im Moment wenig anfangen ohne vernünftige Mühle und der Zeit die ich für eine gute Verwertung bräuchte. In meinem Fall gehe ich auch noch von einem mobilen Szenario aus, da ich aus der Großstadt raus muss und spätestens dann wären Zutaten im Rohzustand absolut unpraktisch und die Konserven oder BP5 etc. vorzuziehen.
Bei einem statischen Szenario sieht das ganze natürlich wieder anders aus, so hat jeder halt seine Bedürfnisse und muss sich darauf zugeschnitten Vorbereiten.

Gruß KUPFERSALZ

melusine
08.07.2012, 21:30
Oh Mann, und wieder einmal ist der kulinarische Glaubenskrieg ausgebrochen!:Schlecht:

Mir hängt dieser permanent erhobene Zeigefinger der "Körneresserfraktion" langsam echt zum Hals raus!:brech:

Ich habe weder Lust noch Möglichkeit, Zentnersäcker mit Getreide einzulagern und mich im Krisenfall erstmal einen halben Tag mit der Zubereitung einer!!! Mahlzeit zu beschäftigen. Wenn es hart auf hart kommt, zählt für mich in erster Linie Effizienz bei der Nahrungsaufnahme. Dose auf, Inhalt muss noch nichtmal in einen Topf umgefüllt werden, mit 'nem Gaskocher/Hoboofen erwärmen, essen, fertig. Dauert, selbst ohne zu hetzen, maximal 'ne halbe Stunde. Dann kann ich mich wieder wichtigeren Dingen zuwenden. Flucht, Verteidigung, Informationsbeschaffung, anderen Menschen helfen etc., während andere noch mit knurrendem Magen darauf warten, dass der Brotteig endlich aufgeht. Falls sie bis dahin denn schon fertig sind mit dem Getreidemahlen.

Und wenn ich dann zum hundertsten Male lese, dass BP-5 und co. keine Nährstoffe enthalten, sondern nur "totes"... ja was denn eigentlich? enthalten, kann ich schonmal aus der Haut fahren. Man sollte sich doch wenigstens mal die Mühe machen, sich zu informieren, bevor man hier den Oberlehrer raushängen lässt!
Emergency Food enthält in komprimierter Form alle lebensnotwendigen Stoffe. Über Geschmack kann man bekanntlich streiten; mir persönlich schmeckt es, erinnert mich an Mürbegebäck.
Fertiggerichte aus der Dose versorgen mich zunächst mal mit Eiweiß, Fett und Kohlehydraten. Sicher nicht in der optimalen, gesunden Menge aber zumindest werde ich dadurch nicht verhungern. Im Gegenteil, mein Körper bekommt genügend Energie für's Tagwerk. Den Mangel an Vitaminen und Spurenelementen (obwohl selbst hier enthalten!) kann der menschliche Körper einige Tage abpuffern. Und auch bei einem reinen Getreidevorrat muss ich mir Gedanken über die Vitaminversorgung machen.

Und wieso müssen Dosen nach 5 Jahren ausgetauscht werden? Der Inhalt kann nicht verderben, solange die Dose dicht ist. Wenn sie sich aufbläht, ok. Dann ist bei der Produktion etwas schief gelaufen. Ist dann halt Pech. Bei Getreide kann auch mal ein Sack verschimmeln. Und diese Gefahr schätze ich sogar noch höher ein. By the way, die Kosten für Behälter und Getreidemühle, die extra angeschafft werden müssen, sollten bei der ganzen Geschichte auch nicht unterschlagen werden. Und das andere Zeug, dass aus dem rohen Korn erst eine Mahlzeit macht. Oder gebt ihr euren Kindern etwa nur mit Wasser vermengtes Mehl zu essen?

Also tut mir bitte den Gefallen und liefert mir sachliche, stichhaltige Beweise für die Überlegenheit eines Getreidelagers gegenüber Notfallnahrung und Fertiggerichten. Ansonsten dürft ihr eure Überzeugungen gerne auch mal für euch behalten! Ich betone jetzt zur Sicherheit nochmal, dass ich das Einlagern und frisch verarbeiten von Getreide für eine sinnvolle Sache halte. Wenn man dafür sowohl Zeit, Geld, Transport- und Lagermöglichkeiten hat.

All das ist z.B. bei mir nicht der Fall. Dafür kann ich bei jedem Wocheneinkauf 2-3 Dosen aus der Werbung mit nach Hause nehmen. Mehr gibt meine persönliche Situation nunmal nicht her. Das ist aber noch lange kein Grund, über Leute wie mich die Nase zu rümpfen oder gar mit dem Finger auf mich zu zeigen.

Ich werde in der Not sicher nicht von mir behaupten können, dass ich nun, da das System zusammengebrochen ist, in Einklang mit der Natur lebe. Aber ich werde überleben! Und noch weit mehr als das.

Es gibt so viele Themen hier, in denen weitestgehend sachlich und zielstrebig diskutiert wird. Wäre schön, wenn wir das endlich auch mal beim Thema Lebensmittel/Vorräte und ähnliche hinbekommen würden.

Das musste jetzt mal raus.

lg

Cephalotus
08.07.2012, 21:49
Das überschüssige Getreide kann man ...notfalls bei einer Pelletheizung als Notbrennstoff verfeuern.


Davon rate ich ab. Nicht nur dass dabei sehr viel Schlacke entsteht, vor allem das viele Chlor bei der Getreideverbrennung erzeugt reichlich Salzsäure und die möchtest Du im Kessel nicht wirklich haben.

Es hat seine Gründe, warum Getreideverbrennung nach anfänglichen Versuchen eine kleine Nische geblieben ist und am Preis liegt das nicht.




muss man Dosenfutter in die alltägliche Ernährung einbauen, damit der Bestand rotiert. Stelle ich mir eher unlecker vor


und vermutlich nimmt man ziemlich viel Salz zu sich. Vom dürftigen Geschmack mal abgesehen. Ich würd daher auch keine Dosen rotieren.
Aber am Ende sind wir dann eben doch wieder beim Thema des threads angelangt, was die leute machen, die keine Nahrungsmittel in riesigen Mengen rotieren wollen.



Und ob 5kg-Dosen mit Trocken-Ei o.ä. ein sinnvolles, gar "innova"-tives Bevorratungskonzept sind, wage ich zumindest für Privathaushalte zu bezweifeln.


Das sehe ich auch so. Vor allem sind die Preise dieser Produkte jenseits von gut und böse. Bei fast allen Sachen kann man die Supermarktware zum MHD weg werfen und kommt am Ende trotzdem billiger als mit der 20 Jahres Version.



P.S. Ich lagere 150kg Getreide als "Tag-X-Reserve" für 6+ Monate Grundversorgung,

Ich bin absolut der Meinung, dass das eine gute Lösung ist. Für mich funktioniert das halt nur bedingt, denn unser Bedarf an Mehl liegt bei vielleicht 5-10kg im Jahr und das zu gefühlt 90% für Kuchen, Pizzateig und Soße andicken. Ob das mit selbst gemahlenem Mehl auch gelingt?

Für Vitamine setze ich übrigens in Notzeiten neben NRG-5 und Multivitamintabletten auf Sprossen im Winter und Balkongemüse im Sommer, wobei ich gestehen muss, dass ich bzgl. Sprossen derzeit nicht wirklich viel eingelagert habe. (kommt gleich auf die to-do-Liste)

PS: Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja im Falle das Falles auch eine Tauschwirtschaft. Der eine gibt ne Dose, der andere frisch gemahlenes Getreide. Davon könnten beide profitieren. Ich denek, das darf man alles nicht so eng sehen.

Im übrigen ist Getreide auch das, was die Regierung im Wesentlichen einlagert, man wird also vom Staat vermutlich vor allem Brot bekommen, evtl. noch ein paar Hülsenfrüchte oder Haferflocken. Ich habe nicht vor, auf die staatlichen Lebensmittelzuteilungen zu verzichten, sollte es welche geben.

Selbst wenn man sichs selber nicht abholt, so kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass man sich diese Produkte eintauschen kann und den Tauschpreis bestimmt meistens Angebot und Nachfrage.
Zu dem Thema wurden ganze Romane geschrieben, z.B. "Stadt der Diebe".

"...
Die staatlichen Notreserven bestehen zum einen aus Weizen, Roggen und Hafer (Bundesreserve Ge*treide). Daraus soll im Krisenfall vor allem Mehl für die Brotversorgung der Bevölkerung hergestellt werden. Zum anderen werden Reis, Erbsen, Linsen und Kondensmilch eingelagert (Zivile Notfallreserve). Diese gebrauchsfertigen Nahrungsmittel sol*len im Krisenfall über Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen vor allem an Verbraucher in den Ballungsregionen abgegeben werden, um die dortige Bevölkerung zumindest mit einer warmen Mahlzeit am Tag verpflegen zu können...."

Quelle: http://www.ernaehrungsvorsorge.de/de/staatliche-vorsorge/haeufig-gestellte-fragen-faq/

(fett hervorgehoben von mir. Das ist so nebenbei eigentlich auch eine interessante Aussage, ganz offiziell und schwarz auf weiß)

melusine
08.07.2012, 22:07
Hallo Kanada,


Also bitte, mach dich mal nicht lächerlicher als du bist.

...wer dann so eine hysterische Offensive mit "Körneresserfraktion" startet, zeigt doch nur dass er noch etwas pubertär ist...

mehr hast zu dem Thema nicht zu bieten? Persönliche Beleidigungen und das war's dann?

Vielleicht solltest Du erstmal meinen ganzen Post lesen, bevor du mich angreifst! Ich habe doch wohl deutlich gemacht, dass es bei mir hauptsächlich der Zeitfaktor bei der Nahrungsaufnahme ist, der für mich im Notfall zählt. Und ich weiß auch sehr genau, woraus BP-5 besteht! Zudem habe ich geschrieben, dass ich Getreide als Vorrat durchaus gut heiße, wenn es denn die persönlichen Umstände zulassen.

Mit Deiner Reaktion hast Du aber den Beweis geliefert, dass mein Ärger über Deine Attitüde nicht aus der Luft gegriffen ist! Du kennst doch bestimmt das Sprichwort:"Wer austeilt, muss auch einstecken können." Es ist natürlich leicht, sich in der Anonymität des Internets über andere zu erheben. Dennoch zeigt es doch wohl eher von geistiger Reife, auch andere Meinungen gelten zu lassen; selbst wenn sie einem nicht behagen.


lg

Cephalotus
08.07.2012, 22:35
Aber was glauben manche eigentlich was man mit Getreide macht? Sich ein kühles Glas Wasser hinstell und auf den Körnern rumkauen oder was?
Schonmal was von Backen gehört?


Ich hab nen Elektroherd und gehe mal davon aus, dass in einer Krise, die so dramatisch ist, dass die Leute nix mehr zu fressen haben, wahrscheinlich auch kein Strom mehr verfügbar sein wird.
Ja, man kann Brot auch im Topf backen, hab ich auch schon ausprobiert, aber dann darf man den Aufwand dafür (zeitlich und finanziell nicht vergessen)



Ich mache mit meinem Getreide Brot, Semmeln, Kuchen, Pizzateig, Nudeln, Müsli etc.


Aber vermutlich nicht mit dem Getreide pur. Schon sind wir bei einem etwas komplexeren Lagersystem. Wie machst Du das z.B. mit der Hefe?



Ähm, Getreide, sollen ein paar Grassamen sein?!


Natürlich sind sie das, was denn sonst? Sie haben allerdings ein paar tausend jahre Züchtung hinter sich, das ist richtig.



Also ich hätte ja gerne mit dir über Getreide diskutiert, aber offensichtlich hast du nur ein paar Klischees parat und weißt nicht, dass Getreide auch so eine Art Urnahrung des Menschen ist.


Homo sapiens ist omnivor, wie man schon am Gebiss und Verdauungstrakt erkennen kann. Das sind primär Früchte und Fleisch, Eier, etc... Dazu als Ergänzung Wurzeln. Grassamen waren es ursprünglich wohl eher seltener, da die beim Sammeln nicht sehr ergiebig sind.

Mit dem sesshaft werden und den Zuchtformen des Getreides stieg die Bevölkerungsdichte an und es konnten sich komplexere Strukturen bilden, aber z.B. die Größe der Menschen nahm eher ab, es gab zumindest in dieser Phase mehr Mangelerscheinungen als zu Zeiten der Jäger und Sammler.
Daraus soll nun jeder das ableiten was er will, ich bin da kein Experte und bevorzuge schlichtweg alles zu essen, was mir unterkommt und schmeckt.



Und ich will auch Niemanden angreifen, aber ich unterstreiche mein Gefühl, nämlich das dieses Bundeswehr und Notnahrungszeug für viele offensichtlich was aufregendes, männliches hat.


Wie wäre es denn verschiedene Geschmäcker zu akzeptieren? Ich mag die Militärrationen auch nicht, andere schon. Schmecken tun mir die Notriegel auch nicht wahnsinnig gut, aber als Notration sind sie eben gut geeignet, denn genau dafür sind sie optimiert. Im übrigen bestehen auch die zu einem großen Teil aus geröstetem Weizen und ob das Vitamin B1 nun aus dem Keimling kommt oder zugesetzt wurde ist mir bei der Notration herzlich egal, Hauptsache es ist drin.



Also ich mach mir lieber meine Nudeln direkt vorher selber, als dass ich irgendwelche weichen, schlabbrigen toten 10 Jahre alte Nudeln esse


Das ist super und toll. Ich geh arbeiten und verdien' Geld, ist ein Konzept, das für mich funktioniert. Nudel kaufe ich dann eben im Supermarkt und die werden getrocknet gelagert im übrigen auch nicht schlabbrig. Ich gehöre zu den Leuten, die merken noch nicht mal den Unterschied zwischen Spaghetti frisch aus dem Supermarkt und 5 Jahre alten.

Eine feine Eigenschaft von Getreide ergänze ich sogar noch:

Es braucht sehr wenige Ressourcen das anzubauen. Da dürfte Dosenfutter dramatisch schlechter abschneiden. Ich erlaube mir gerne das Gedankenexperiment, was denn wäre, wenn das alle tun würden und bei den Getreidemühlenfreunden käme eine Welt mit vielen Überschüssen raus (solange man nicht jedes Brot einzeln in den E-Herd schiebt), bei den Dosenleuten wäre die Welt nicht zu ernähren und wir würden im Müll ersticken. Etwas bildlich dargestellt.

mfg

tomduly
08.07.2012, 23:07
Hallo,

eigentlich kann doch jeder bevorraten, was und wie er will. Der eine will was rucksacktaugliches. Da gibts wohl kaum was kompakteres als BP-5 und Konsorten, von daher, für so einen Fall, absolut ok. Die professionellen Hungersnotbekämpfer setzen als "Akutwaffe" mittlerweile fast alle Plumpy'nut (http://de.wikipedia.org/wiki/Plumpy%E2%80%99nut) ein, eine hochkalorische Erdnussbutterpaste, da steckt noch mehr Energie drin, als im BP-5 und es ist wohl sehr rasch vom Körper resorbierbar, d.h. man kriegt auch schon lebensgefährlich unterernährte Menschen (v.a. Kinder) relativ schnell wieder stabilisiert. Leider ist das Zeug nicht im normalen Handel zu bekommen und ist aufgrund des hohen Fett-/Öl-Anteils nicht so lange lagerfähig wie Trockenkonzentrate a la BP-5. Aber Plumpy'nut ist die wohl konzentrierteste und effektivste Notnahrung.

Übrigens, die UN-Hungerbekämpfung funktioniert heute so: mit der Erdnusspaste wird die akuteste Not bekämpft (in Kriegsgebieten ggf. auch einfach aus der Luft abgeworfen), kommt dann die bodengestützte Hilfsmaschinerie in Gang wird in grossem Stil (nur noch) Maismehl in Säcken verteilt.

Es gehen beim Thema Vorratshaltung und speziell beim 15-20-Jahre-Langzeitvorrat die Meinungen nun einmal auseinander. Wer Platz und eine sinnvolle "Anschlussverwendung" für Getreide hat, riskiert nicht viel Geld, wenn er sich 100kg Körner in die Ecke stellt. Wie ich in meinem vorherigen Beitrag vorgerechnet hab, kostet ein Konserven- (oder EPA- oder BP-5-)Jahresvorrat locker das 10fache (Lagerbehälter und Körnermühle schon miteingerechnet) bzw. gut das 20fache eines Körnervorrats.

Dass das zentnerweise Lagern von Körnern für einen 1-Personen-Haushalt mitten in der Stadt ohne passenden Stauraum eher keine Option ist oder für jemand, der ständig auf Achse ist, ist klar. Nur sollte man sich keine Illusion machen, dass ein Konserven-Jahresvorrat besser machbar wäre.

Die Nährwertvergleiche der unterschiedlichen Vorratslebensmittel halte ich für beliebig, keines der x-Jahre haltbaren Lebensmittel ist 100% bedarfsdeckend.

Bemerkenswert finde ich Cephalotus' Fund bei der staatlichen dt. Ernährungsvorsorge, dass dort unumwunden die Versorgung der Stadtbevölkerung Vorrang hat. Aber es ist wohl auch eine Erkenntnis, dass die echte Landbevölkerung (Stadtrand-Reihenhaus-Neubaugebiete und Trabanten-Wohnstädte zählen nicht dazu) schon immer durchaus zur Selbstversorgung und einer gewissen Autarkie fähig ist.

Grüsse

Tom

Vincent
08.07.2012, 23:31
Vielleicht einfach nochmal zur allgemeinen Entspannung & Richtigstellung:

Als Getreide (von mhd. getregede „das [von der Erde] Getragene, der (Boden-)Ertrag”) werden wegen ihrer Körnerfrüchte (http://www.survivalforum.ch/wiki/Karyopse) kultivierte Pflanzen der Familie der Süßgräser (http://www.survivalforum.ch/wiki/S%C3%BC%C3%9Fgr%C3%A4ser) bezeichnet.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Getreide

Des Weiteren die Inhaltsstoffe von zB. NRG-5

Quelle: http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/1644-Bp5-Nrg5-K1000


Das NRG-5 entspricht in der Zusammensetzung etwa dem original BP-5™ Emergency rations.

"Zutaten:


gerösteter Weizen
Pflanzenfett
Zucker
Pflanzenprotein
Malz
Vitamine und Mineralstoffe



Zugesetzte Vitamine pro 100 Gramm:

A 1.570 IU
D3 172 IU
E 3,5 mg
C 40 mg
B1 0,52 mg
B2 0,52 mg
B6 0,87 mg
B12 1,3 µg
Niacin 6,5 mg
Panthotensäure 2,2 mg
Folsäure 130 µg
Biotin 62,5 µg

Zugesetzte Mineralstoffe, pro 100 Gramm:

Kalzium 300 mg
Phosphor 300 mg
Kalium 250 mg
Magnesium 60 mg
Chlorid 60 mg
Natrium 15 mg
Eisen 10 mg
Zink 10 mg
Kupfer 200 µg
Jod 100 µg"

Quelle (http://cgi.ebay.de/NRG-5-aehnlich-BP-5-Kompaktweizenriegel-Trekking-/130428116207)

Das Thema des Threads lautet:


["15-20 Jahre sorglos"-Depot] Vorrat - Was soll rein? (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/6657-15-20-Jahre-sorglos-Depot-Vorrat-Was-soll-rein)


Auch hier nochmal ganz allgemein. Auch wenn der TE hier nicht mehr aktiv ist verstehe ich nicht wie man bei dieser Fragestellung empfiehlt sich 100 kg Getreide zu kaufen (+ Behälter, Stickstoff, Vakuumiergerät, Beutel, Silicia, etc.) um es alle 2 Jahre auszutauschen. Irgendwie geht das meiner Meinung nach total an der Fragestellung vorbei. Es ist zwar generell ein alternativer Lösungsansatz für die Vorsorge, aber halt nicht im Sinne der Fragestellung und gehört dementsprechend meiner Meinung nach in einen anderen Thread.

Wer keine Langzeitlebensmittel in seinen Vorrat integrieren will soll es halt lassen (wen juckts), aber er sollte die Leute die LZL in ihre Vorsorge integrieren wollen auch machen lassen was sie möchten. Deswegen muss man noch lange nicht den Thread "highjacken" und aufeinander losgehen. Zu guter Letzt finde ich ebenfalls das Cephs angeführtes Argument dass Getreide im C Fall einer der Sachen ist, die am meisten an die Bevölkerung verteilt werden, bei einer Entscheidungsfindung sehr hilfreich ist. Aber wie gesagt, jeder nach seinen Möglichkeiten und seiner Facon.

Gruß
Vincent

Vincent
09.07.2012, 18:23
Also natürlich soll sich jeder bevorraten was er will,

Als erstes freue ich mich dass du auf der Sachebene angekommen bist. Wenn man bei 12 Beiträgen 5 "Gefällt mir nicht" kassiert, ist es sicherlich nicht unangebracht sein Verhalten nochmal zu überdenken.


1. Getreide muss luftig gelagert werden, damit sich durch die Restfeuchtigkeit kein Schimmel bildet, also in stinknormalen primitiven Papiersäcken
2. Dadruch fallen Behälter, Stickstoff, Vakuumiergerät und ähnlicher Schnickschnack weg

Dann machen hier einige Leute wohl was falsch, aber ich kann bestätigen dass diese Aussage sich mit den Informationen aus den folgenden Fachinformationen welche ich irgendwann mal, irgendwo hier in diesem Forum runtergeladen habe deckt.

8964

8965

8966

In diesem Sinne :-) Quelle: http://www.survivalforum.ch


3. Getreide muss man nicht alle 2 Jahre austauschen, sondern bei wenig Restfeuchtigkeit und kühlen trockenen Lagerbedingungen hält es 15-20 Jahre, was den Anforderungen des Themenstarter entsprechen würde.

Also wenn ich mir bei Alnatura ein Kilo Getreide kaufe ist da meistens ein MDH von ca. 1 Jahr angegeben, welches ich von mir heraus mit Sicherheit nicht mehr als maximal um ein weiteres Jahr überziehen würde. Im Link von Cephalotus ist zu entnehmen dass die Regierung (Profis) ihre Sachen auch spätestens alle 10 Jahre wälzt, ich denke es macht sicherlich Sinn sich daran zu orientieren. Hierbei ist dann aber zu beachten dass man dafür mit optimalen Bedingungen aufwarten muss um eine solche Zeit zu erreichen. Nähere Informationen dazu was optimale Bedingungen sind, kann man ebenfalls den PDF's entnehmen. Es ist sicherlich nicht falsch zu sagen dass eher die wenigsten hier solche optimalen Bedingungen in einer Mietswohnung ohne größeren Aufwand realisieren können und wollen. Das bringt uns dann wieder dazu, dass jeder machen & lassen kann, was und wie er will. Da waren wir uns ja erfreulicherweise alle einig. In diesem Sinne: Keep on prepping...

Gruß
Vincent

Frei's Petrollampen
09.07.2012, 21:24
Hallo Kanada

Ich habe was von Dir gelöscht, das ist richtig!

Du hast einen Tonfall angeschlagen den ich so nicht stehen lassen konnte.

Du weisst auf Grund meiner PN auch um was es geht.

Bitte verdrehe jetzt nicht die Tatsachen.

Die Meinungsfreiheit ..........., ja ja! Als nächstes folgt die Zensur und so!

Bitte halte Dich an die Regeln des guten Anstandes und alles wird gut.

Weitere Fragen werde ich Dir gerne per PN beantworten.

Ernst


So und jetzt bitte mit normalem Ton und Anstand weiter mit dem Thema!

NoX
11.07.2012, 16:45
Ähm, mal eher Frage als Aussage: Wenn das geröstete Weizenmehl im BP5 locker 10 Jahre mitmacht, könnte man dann nicht auch herkömmliches Getreide entsprechend haltbar machen, indem man es in entsprechenden hitzebeständigen und dicht schließenden/versiegelbaren Fässern für 24+ Stunden (je nach größe des Fasses) bei 120° in der Sauna schmoren lässt?

Und davon abgesehen: sind die Vitamine in den Langzeitlebensmitteln eigentlich halbwegs stabil oder muss man ab einem Bestimmten Alter der Ware von drastisch reduziertem Vitamingehalt ausgegangen werden?

ID 3334
11.07.2012, 17:13
Ähm, mal eher Frage als Aussage: Wenn das geröstete Weizenmehl im BP5 locker 10 Jahre mitmacht, könnte man dann nicht auch herkömmliches Getreide entsprechend haltbar machen, indem man es in entsprechenden hitzebeständigen und dicht schließenden/versiegelbaren Fässern für 24+ Stunden (je nach größe des Fasses) bei 120° in der Sauna schmoren lässt?
Und davon abgesehen: sind die Vitamine in den Langzeitlebensmitteln eigentlich halbwegs stabil oder muss man ab einem Bestimmten Alter der Ware von drastisch reduziertem Vitamingehalt ausgegangen werden?

Vitamine werden durch Licht, Sauerstoff und Wärme/Hitze geschädigt.
Wenn du sie also über 24 Stunden kochst, gehe ich mal davon aus, dass du einen großteil der vorhandenen Vitamine dadurch zerstörst.

Und zur Haltbarkeit von Lebensmitteln: Wenn Lebensmittel "schlecht werden", ist das ja nicht nur ein Zerfallsvorgang. Mikroorganismen tragen einen bedeutenden Teil dazu bei bei, dass Lebensmittel für uns ungenießbar werden.
Wenn du deine Lebensmittel also wie in diesem Beispiel 24 Stunden lang erhitzt, kann ich dir versprechen, dass sich dabei Sporen bilden werden. Man spricht von einem Zeitraum von etwa 6 Stunden, den Bakterien üblicherweise
benötigen um sich in Spore als Überdauerungsform zu "verwandeln". Das halte ich bei der Tonne für möglich, da das Innere ja einige Zeit braucht um eine lebensbedrohliche Temperatur zu erreichen. Sobald du die Tonne dann aus
der Sauna holst, beginnt sie abzukühlen und die Sporen fangen, zwar nicht sofort aber mit der Zeit, an, wieder lebensfähige Mikroorganismen auszubilden. Die Tonne ist dann immernoch Luftdicht verschlossen, gibt aber auch genug
eingeschlossene Luft her um damit Bakterien zu versorgen, die aus ihrer Spore schlüpfen. Außerdem brauchen nicht alle Bakterien Luft, manche geben sich im Zweifel auch mit C02 zufrieden.

Wahrscheinlich könntest du mit der Methode (vorrausgesetzt die Tonne platzt bei dem Druck nicht :grosses Lachen:) deine Lebensmittel haltbarer machen. Ich schließe aber aus, dass man die Haltbarkeit um 10Jahre oÄ erhöhen kann.
Außerdem zerstörst du viele der Nährstoffe dabei..

Vincent
11.07.2012, 17:31
Hallo NoX,

zum unteren Teil deiner Frage wie folgt:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) in Deutschland (http://www.survivalforum.ch/wiki/Deutschland)[1] (http://www.survivalforum.ch/forum/#cite_note-Vp-bw-0), in Österreich (http://www.survivalforum.ch/wiki/%C3%96sterreich) die empfohlene Aufbrauchsfrist[2] (http://www.survivalforum.ch/forum/#cite_note-1), ist ein auf Fertigpackungen (http://www.survivalforum.ch/wiki/Fertigpackung) anzugebendes Datum, das angibt, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel (http://www.survivalforum.ch/wiki/Lebensmittel) bei sachgerechter Aufbewahrung (insbesondere Einhaltung der im Zusammenhang mit dem MHD genannten Lagertemperatur) auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko zu konsumieren ist.

Bedeutet also wenn irgendwo drauf steht: Enthält dies und das und ist bei sachgerechter Lagerung mindestens 10 Jahre haltbar, dann muss das auch nach 9 Jahren und 11 Monaten so sein; sonst wäre es ja eine wesentliche Qualitätseinbuße...

Mehr dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Mindesthaltbarkeitsdatum

Gruß
Vincent

tecneeq
14.07.2012, 03:20
der Vorrat soll ja auch nur für 6 Monate halten, aber ich möchte eben, dass er 20 Jahre haltbar ist.

Dosenfleisch/Dosengemüse und die Dosen in Paraffin tunken. Dann hoffen das sie 20 Jahre durch machen. Alternative ist Weizen in Mylarfolie, da muss man aber recht masochistisch sein um das tatsächlich mal nach 20 Jahren zu rotieren. :kichern:


Wenn man gezwungen werden würde, nur eine Nahrung essen zu dürfen, wäre zB Dinkel, wahrscheinlich sogar das Beste was diese Erde zu bieten hat.

Vorweg, habe dein Posting geliked, weil ich den Tenor mag. Aber der Teufel ist im Detail:

Ich glaube eine Diät aus Dinkel würde dir einen langsamen Tod bescheren. Eiweiß- und Fettmangel, das kann man durch Kohlenhydrate nicht ausgleichen. Mit ist klar das in Dinkel beides auch drin ist, aber deutlich weniger als man sich wünschen würde. So weit ich sagen kann gibt es, abgesehen von Kokosnuss, kein Universallebensmittel.

NoX
14.07.2012, 04:04
Normales Getreide im vollen Korn musst du nichtmal bearbeiten. Zumindest Weizen und Dinkel halten unter guten Bedingungen (kühl und trocken) bis über 10 Jahre

Mag ja sein, aber ich gehe nicht davon aus, dass es ohne übertriebenen Aufwand möglich ist, diese Bedingungen auch über den entsprechenden Zeitraum aufrechtzuhalten - nicht in meinem Keller, der im Sommer auch mal warm wird und schon garnicht in eventuellen, ausgelagerten caches.

melusine
14.07.2012, 08:19
Mir kommt da grad noch das Thema Schädlingsbefall in den Sinn. Gerade wenn man Getreide möglichst luftig lagert, in Papiersäcken o.ä., damit es nicht anfängt zu schimmeln, hat man das Problem, Motten, Käfer, Mäuse und dergleichen von seinen Vorräten fernzuhalten. Bei der Vorgabe hier, sich einen Vorrat in den Keller zu stellen und ihn dann für Jahrzehnte vergessen zu können, wäre schon das für mich das K.O.-Kriterium für alle nicht luftdicht und relativ nagersicher verpackten Lebensmittel; wie gesund sie auch sein mögen.

Es sei denn, es gäbe diesbezüglich Möglichkeiten, die ich noch nicht kenne.
lg

Henning
14.07.2012, 11:29
Normales Getreide im vollen Korn musst du nichtmal bearbeiten.

Du kaust die ganzen Körner ? In den Menge, das Du davon satt wirst? Respekt, mein Zahnarzt wäre von so einen Gebiß begeistert.

Ich würde sie zumindestens keimen lassen (dauert ein paar Tage) oder als kochen (das dauert bei ganzen Weizen mit über Nacht einweichen 1 1/2 bis 2 Stunden (je älter, umso länger)). Oder eben mahlen.

tecneeq
14.07.2012, 17:05
Dem Threadersteller würde ich trotzdem Dosen in Paraffin-Hülle ans Herz legen. Oder noch besser, die Zeit finden einen normalen Vorrat zu rotieren.

NoX
14.07.2012, 19:55
Na ich vermute mal stark, dass der einzig triftige Grund für einen 15-20 Jahre haltbaren Vorrat sein wird, dass man vorhat den Kram zu verbuddeln - falls die Plünderer einem den eigentlichen Vorrat mit vorgehaltener Waffe aus dem Keller holen, ist man da nicht ganz aufgeschmissen - kann mit so einem Vorrat aber natürlich nicht rotieren - wenn man jedes Jahr an der gleichen Stelle buddelt fällt das früher oder später wem auf.

Der Hauptunterschied zwischen EPAs und normalen Konserven? Schwer zu sagen, zumal die das meist nicht draufschreiben. Möglicherweise sind EPAs auch mit aggressiveren Konservierungsstoffen konserviert, die für Kinder vielleicht schädlich wären (hab sie bisher auch immer nur als Sammlerware angeboten gesehen, kann am fehlenden MHD liegen, muss aber nicht nur) und mit Sicherheit wird dabei auf ein auf den Tagesbedarf angepasstes Verhältnis von Kohlenhydraten, Fett und Eiweis geachtet. Aber hauptsächlich dürfte es der Psychologische Teil des Fehlenden MHD sein.
- Ich hab, glaub ich nur Französische (die haben leckerere Menüs und mehr Dessert als die Deutschen), ich schau mal trotzdem, ob die Nährstoffangaben haben.

edit: Soo, hab gerade eine vor mir zu stehen, die Franzosen scheinen ihre EPAs nicht auf lange Haltbarkeit sondern auf Geschmack und Glückliche Soldaten zu trimmen (auf einer enthaltenen Packung Kekse war ein MHD, mitte 2013 vermerkt) ist also wohl ein schlechter ausgangspunkt, die Haltbarmachung zu bewerten.

Aber nebenbei kann ich die FRZ-EPAs empfehlen allein wegen dem Süßkram und dem mini-Esbit-Kocher... auch wenn sie nicht ewig haltbar sind, die hier werd ich nächstes WE zum Zelten entführen.

Vincent
14.07.2012, 23:28
Es gibt bei diesem Thema wesentliche Gegensätzlichkeiten. Auf der einen Seite gibt es Alternativen mit kürzerem MHD, welches man mit entsprechendem Aufwand, auf eigenes Risiko verlängern oder überziehen kann. Stichworte: ist möglich, eventuell, ist schon mal vorgekommen etc. Dem gegenüber stehen Produkte welche ohne irgendeinen Aufwand oder irgendwas zu tun garantiert um ein vielfaches länger haltbar sind (das war übrigens auch das Anliegen des TE, nur nochmal am Rande bemerkt).

Hier mal 3 Produkte aus meinem Vorrat im direkten Vergleich

8997 8998 8999 9000

1 KG Weizen, vor einem Jahr gekauft, frisch abgelaufen, Kosten 1,15 €, Brennwert 1490 kcal/500 Gramm
500 Gramm Reis, vor einem Jahr gekauft, noch knapp 1 Jahr haltbar, Kosten 0,50 € Brennwert 1745kcal/500 Gramm
500 Gramm NRG-5, vor einem Jahr gekauft, noch knapp 9 Jahre haltbar, Kosten 5,41 € Brennwert 2300kcal/500 Gramm

Zusätzlich zu den bereits geposteten Informationen der Landesministerien für Agrarprodukte gibts unter anderem auch hier sehr gute Informationen zur Thematik, welche bezüglich der Getreidelagerung mit den PDF's übereinstimmen und meiner Meinung nach somit als seriös einzustufen sind.


Kaufen wir z.B. einen Sack Weizen, so wird in der Regel eine Haltbarkeit von 1-2 Jahren angegeben. Stellt man den Sack Weizen jedoch nicht einfach ohne weiteres in die Ecke, sondern beachtet einige grundlegende Faktoren, so kann man beispielsweise bei Hartweizen auch eine Haltbarkeit von 10 oder 20 Jahren erreichen, selbst Berichte von 30 Jahre gelagertem und immer noch genießbarem Weizen sind zu finden. Weiterlesen (http://shop.conserva.de/epages/es116266.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es116266_conserva/Categories/Langzeit-Nahrung/information_shelf_life_factors)

Hier wird nochmals auf wissenschaftliche Art und Weise klar und verständlich dargelegt, dass es umfassendere Massnahmen (& somit auch Kosten) bedarf, um die Haltbarkeit von Getreide über 1-2 Jahren hinaus zu steigern. Auch der Reis ist da ein gutes Beispiel. Reis ist so ziemlich das trockenste aller Getreide (deswegen packt man den sogar in die Salzstreuer) trotzdem übersteigt das garantierte MHD von Reis das des Weizens nur um 1 Jahr.

Auch zum Thema Konserven erfährt man dort nützliches


Im Prinzip haben Konserven eine nahezu unendliche Haltbarkeit bei moderaten Temperaturen (bis zu 23°C). 100 Jahre alte in gesunkenen Schiffen gefundene Konserven wurden noch immer als mikrobiologisch sicher befunden! Wir empfehlen zwar nicht, Konserven für 100 Jahre aufzubewahren, aber wenn die Dose intakt ist, ist der Inhalt essbar Weiterlesen (http://shop.conserva.de/epages/es116266.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es116266_conserva/Categories/Langzeit-Nahrung/information_shelf-life_tins)

Wir sehen auch hier: Möglich und passiert ist vieles, aber wirklich empfehlen tut man es nicht und garantieren schon mal gar nicht. Garantien kosten nun mal extra. Dies hat wie überall im Leben einfach nur was mit den erweiterten Produktions- & Verarbeitungsmethoden solcher Produkte zu tun. Diese sind bei solchen Produkten logischerweise auch kostenintensiver und machen sich dann natürlich auch im Preis bemerkbar.


Mountain House garantiert 25 Jahre Haltbarkeit (bei fachgerechter Lagerung) bei bestem Geschmack und Aussehen.Nach 30 Jahren (sofern die Dose nicht geöffnet oder beschädigt wurde), kann es zu leichten Veränderungen in Geschmack und Konsistenz kommen.
Das Produkt wurde schonend gefriergetrocknet und unter Schutzatmosphäre (Sauerstoff-frei durch die Verwendung von Sauerstoff-Absorbern) in einer Groβdose verpackt. Auf diese Weise - geschützt vor Sauerstoff und Feuchtigkeit kann die extrem lange Haltbarkeit erreicht werden.
Weiterlesen (http://shop.conserva.de/epages/es116266.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es116266_conserva/Products/MH-TIN-CTI-06)

Tja, so sind die Fakten. Deswegen halte ich, neben allen anderen Alternativen welche ich wie gesagt auch nutze, Langzeitlebensmittel durchaus für einen guten ergänzenden Baustein im System der Krisenvorsorge. Hey, und 30 Jahre sind schon fast ein halbes Leben. Wie wir alle aus der Vergangenheit (und anderenorts auch durchaus aus der Gegenwart) wissen, kann man sich auf einen kleinen entscheidenden Teil gewisser Leute zu 100 % verlassen, wenn es darum geht Probleme für die anderen Mitmenschen zu verursachen.

Nach soviel Sachlichkeit steht mir abschliessend dann auch noch der Sinn, nach einem Hauch Klassischer Musik und abwechselnder Signaturen. Beim Lesen des Fadens kam mir vor allem ein Erlebnis aus meiner vergangenen BW Zeit in den Sinn, keine Ahnung wieso ;-) Dieses Erlebnis führt mich dann unweigerlich noch zu 2 & 3.

1.Es ist ein Ratschlag/Instruktion meiner damaligen Ausbilder bezüglich eines gegnerischen Atomschlags: Man sollte möglichst vermeiden in den Blitz zu schauen, aus diesem Grund ist es z.B. hilfreich sich in einen Kleiderschrank zu stellen falls möglich...
2. Ich persönlich bin ja davon überzeugt, ja ich glaube wirklich fest dran :-): Dass in meinem Kühlschrank das Licht ausgeht, wenn ich seine Tür schließe...
3. Wenn ich übers Wasser gehe sagen meine Kritiker: Noch nich mal schwimmen kann der...

In diesem Sinne: Machts gut und Danke für den vielen Fisch ^^

:winke:
Gruß
Vincent

tecneeq
15.07.2012, 05:01
Ja, BP5 ist ne andere Baustelle. Wer das mal über 3 Tage gegessen hat wird diese Erfahrung vermutlich nie vergessen. :lachen:

Unbedingt ausprobieren bevor man sich in Unkosten stürtzt.

Vincent
15.07.2012, 12:56
Zufälligerweise gibt es heute einen Artikel auf WON über die zivile Krisenvorsorge. Ist ganz interessant zu lesen. Trifft jetzt nicht zu 100 % das Thema aber ich wollte dafür keinen neuen Thread eröffnen (optional aktuelle Nachrichten). Er passt aber andererseits auch ganz gut hier rein, weil man diese Erkenntnisse (meiner Meinung nach eher im pessimistischen Sinne, Stichwort:10 KG pro Nase) durchaus mit in sein Vorsorgemanagement einbeziehen kann.


800.000 Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland für den Notfall gelagert – Weizen, Hafer und Kondensmilch etwa. Die Idee stammt aus der Zeit des Kalten Krieges. Doch ist sie noch zeitgemäß?

Weiterlesen (http://www.welt.de/politik/deutschland/article108292654/Deutschland-hortet-tonnenweise-Lebensmittel-Vorraete.html)

Auch sieht man hier ein professionelles Lager mal von innen. Ich finde wie viele andere auch. Es könnte kaum zeitgemäßer sein zu bunkern. Interessant ist auch die Haltung der Regierung bei diesem Posten in Zukunft einzusparen. Man verschenkt lieber Millionen, ach was Milliarden an Banken und andere gute Freunde, anstatt 20 Cent Versicherungsgebühr/pro Jahr/& Bürger für seine eigenen Leute aufzubringen :verärgert: Was für ein Skandal, als ob 10 KG pro Nase bei 20 Cent pro Bürger/Jahr Wunder was wär, na ja von uns hat wohl keiner was anderes erwartet sonst wären wir wohl kaum hier...

Gruß
Vincent

P.S. Nachtrag aus einem Leserkommentar: Goldreserven auflösen, Vorräte auflösen, Bundeswehr verkleinern, ESM einrichten. Klingt nach einem super Plan...

Weiterer Leser-Kommentar: Im Herbst 2011 hat ein Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS für die Zukunft 3 Sorten Metalle empfohlen: Edelmetall, Konservendosen und kleinkalibrige Waffen. Völlig abwegig ist das - leider - nicht. :staunen:

tecneeq
15.07.2012, 14:44
@Vincent: Da hätte es sich sicher gelohnt mal einen neuen Thread für aufzumachen, das Thema ist immer gut für eine spannende Diskussion.

Eventuell kann die Moderation das mal abknipsen und auslagern? :)

Was deine Ansicht zum Abbau der Vorräte angeht, ich stimme zu. Die Bundesreserve Getreide hat in den 90ern ja schon mal eine Hungerkatastrophe in Europa verhindert. Zwar im Kosovo und nicht bei uns, aber hätte auch umgekehrt sein können.

Das die FDP immer reflexhaft fordert alles zu verkaufen ist ja klar, von denen erwartet man nichts besseres. Aber das selbst die Konservativen teilweise sagen wir ,,können uns das nicht leisten'' ist doch schon ein starkes Stück.

Es gibt aber auch Kräfte die das System umbauen wollen, das muss nicht unbedingt schlecht sein. Z.B. lagert der Bund keine Konservenmilch sondern bezahlt die Milchhersteller das zu tun. Macht ja auch Sinn, die können das optimal durch rotieren.

Bei Weizen/Reis und Erbsen sehe ich, wegen der langen Lagerfähigkeit und des einfachen Verkaufs, aber das Problem nicht. In der Regel wird der Weizen gekauft, gelagert und 10 Jahre später als Brot- oder Futterweizen, je nach Qualität, wieder verkauft.

"Soll auf Fertignahrung umgestellt werden? Das wäre teurer, schließlich ist die Haltbarkeit geringer und jedes Jahr müsste "gewälzt" werden.". Ach nein, wirklich? Wer kommt auf solche Ideen? Gibt es da etwa Lobby-Druck von Nestle, Buss und Co?

"Die Schweiz etwa hat einen anderen Weg gewählt: Mit bestimmten Handelspartnern hat das Land Verträge abgeschlossen, die im Notfall eine bestimmte Summe an Lebensmitteln zur Verfügung stellen." Das haben die Kommunen hier mit Streusalz gemacht. Dafür hat man dann das lokale Salzlager mit 160000 Tonnen verkauft. Als das Salz dann tatsächlich gebraucht wurde (so 20 000 Tonnen für Duisburg) war keins da. Also das war nicht mal eben so eine Straße die nicht befahrbar war, Duisburg und angrenzende Kommunen waren praktisch für zu.

Bezahlte Rotation wie bei den Milchkonserven, das kann funktionieren wenn man den Lagerbestand beim Hersteller ständig überprüft. Aber hoffen das der freie Markt von sich lagert und liefern kann wenn es eine Krise gibt? Oh je!

Vincent
15.07.2012, 15:14
@Vincent: Da hätte es sich sicher gelohnt mal einen neuen Thread für aufzumachen, das Thema ist immer gut für eine spannende Diskussion. Eventuell kann die Moderation das mal abknipsen und auslagern? :)

Nicht nötig, mir war beim posten schon klar dass andere hier wahrscheinlich auch gerade das gleiche tun. Und so ist es auch, bin aber schneller gewesen :rolleys: . Wer das Thema ausdiskutieren möchte kann das bis auf weiteres HIER (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/27077-WELT-Online-Deutschland-hortet-tonnenweise-Lebensmittel-Vorr%C3%A4te?p=105738#post105738)oder HIER (http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/26453-Lebensmittel-Reserve-der-BRD-Sinnvoll-oder-nicht?p=105734#post105734)tun. Wie gesagt, hier passt der Bericht an sich aufgrund der oben aufgeführten Gründe aber auch gut rein. Nur noch soviel: Bin aber wie gesagt auch der Meinung dass es ein Skandal ist diesen Posten vor dem Hintergrund anderer wesentlich höherer & fragwürdigerer Ausgaben kürzen zu wollen. Das Gegenteil, die Erweiterung solcher Massnahmen, wäre mit Sicherheit angebrachter. Na ja, wer sich auf die Politikdarsteller in Berlin und Brüssel verlässt, ist eben verlassen. War eh noch nie meine Philosophie, ich bevorzuge diesbezüglich lieber solche Prepper Mantras wie: "Hope the best, prepare for the worst" oder "Its better to have it and not to need it, than to need it and not to have it" Ist zwar ein bisschen abgedroschen, bewahrt aber vor Enttäuschungen und macht im C-Fall, welcher bisher immer mit gewisser Regelmäßigkeit eingetreten ist, sicher satt.

Gruß
Vincent

ID 3635
09.04.2013, 11:03
Momentan überdenke ich gerade meine gesamte Preparation und grabe deshalb in älteren Threads herum. Sollte sich jemand an der teilweisen "Wiederbelebung" stören, bitte ich gleich im Vorhinein um Entschuldigung.

Ich habe mir mittlerweile ein halbwegs gutes Lager aufgebaut und Vorräte angesammelt. Leider geschah dies in den letzten Jahren mehr oder weniger ohne größere Koordination sondern eher nach dem "beim Einkauf kommt immer ein bisserl was Extra mit und wird dann ins Regal gestellt." Ich möchte da jetzt, nachdem sich meine Wohnsituation um einiges geändert hat, endlich etwas mehr Ordnung hineinbringen und auch einen kleinen Teil meiner Vorsorge auf "Einmal kaufen und erst wieder im Bedarfsdall drann erinnern" aufbauen - zumindest 2 Monate für 2 Personen. Habe mich hier in den letzten Tagen online etwas eingelesen und bin im Endeffekt auf 2 Firmen gestossen, die meines Erachtens, gute Lösungen anbieten, die man auch schnell mal in ein Auto einladen und damit abhauen kann:

Mountain House mit den größeren Vorratsdosen zu je 9 Mahlzeiten

WiseFood, die Sets (versiegelt in einem Kunststoffkübel) anbieten, welche auf eine Woche, ein Monat,... zugeschnitten sind, und deshalb gut stapelbar wären.

Von MountainHouse gibt es auch in der EU diverse Bezugsquellen und man kann das Essen auch in kleineren Beuteln (Outdoorversionen) zum "Probieren" bestellen. Für mein Lager wäre mir die Lösung von Wisefood denke ich lieber, ich finde aber keinen einzigen Händler in der EU, der dieses Zeug verkauft. Und die Versandkosten aus den USA rechnen sich leider nichtmal ansatzweise.

Ich wollte prinzipiell mal anfragen, ob jemand mit diesen 2 Firmen bereits Erfahrungen gemacht hat und wenn ja welche, bzw. ob jemand Bezugsquellen für Wisefood kennt.

ID 3635
17.07.2013, 20:36
Ich habe mich seit meinem letzten Posting umgeschaut und habe mir direkt aus Übersee ein Set von WiseFood bestellt, dass für einen Erwachsenen ein Monat lang dehydriertes Essen auf engstem Raum bereithält und das auch noch mit einem Mindeshaltbarkeitsdatum von 25 Jahren. Leider wird das zum jetzigen Zeitpunkt auf Grund der Überirdischen Versandkosten und des Zollabgabenaufschlages eine vorerst einmalige Aktion bleiben. Dennoch ist das für mich eine gangbare "Kaufen - Ins Regal stellen - vergessen und erst wieder im Bedarfsfall hervorkramen" Option. Bei einer europäischen Vertretung würde ich sicher einige Euros lassen.

13119

melusine
17.07.2013, 21:08
Ist das jetzt nur ein Kübel mit "Essenspulver" oder so? Oder sind da noch separat verpackte Fertigmahlzeiten drin?

lg
melusine

ID 3635
17.07.2013, 21:20
Sind einzelne Packungen

Frequenzkatastrophe
17.07.2013, 21:44
@sokaris (http://www.survivalforum.ch/forum/member.php/3635-sokaris) Kannst Du uns mit ein paar mehr Informationen füttern? Packmaß, Gewicht, Nährstoffzusammensetzung, Vitamine, Preis etc. - Danke!

Gnomkeller
17.07.2013, 21:51
Das WiseFood hört sich wirklich interessant an. Nach den Videos welche man online findet über dieses Thema, wird teilweise kritisiert, dass die Pasta nicht gut Vakumiert ist, aber das sollte das geringste Problem sein.
Wenn es ein Gutes Produkt ist, aber keinen lieferanten in EU, lohnt es sich evt. eine Sammelbestellung zu machen?
Wirst du es versuchen oder lagern?

pinsel
17.07.2013, 22:31
Ein kurzes googlen ergab einige Treffer in Großbritannien ( amazon.uk). Da fällt kein Zoll an.


Zu Versandkosten konnte ich nichts finden.

Gnomkeller
18.07.2013, 06:49
Danke für den Tipp. Wenn ich es recht gesehen habe, gibt es in keine Versandkosten, hätte es für CHF 262.49 in die Schweiz bekommen. Nur die Adresse amazon.co.uk

Henning
18.07.2013, 08:00
ein Set von WiseFood bestellt, dass für einen Erwachsenen ein Monat lang dehydriertes Essen auf engstem Raum bereithält

Das ist maßlos übertrieben. Laut deren Homepage ist das in Tüten zu 4 Portionen verpackt. Eine Portion enthält 100-270 kcal, es sind 2 Portionen pro Tag
vorgesehen. Gesamtgehalt pro Eimer ist nicht angeben, da wäre das wohl zu schnell aufgefallen.
Das reicht bei weiten nicht für den Grundumsatzt eines Erwachsen.

ID 3635
18.07.2013, 16:55
13120
Hier die einzelnen Nutrition Facts von der Verpackung. Stimmt - von den Kalorien her wird man bei Weitem nicht an den Tagesbedarf herankommen. Die einzelnen Mahlzeiten haben pro angedachter Portion zwischen 200 und 300 kCal. Davon wird man nicht satt werden, es ist jedoch mal ein Anfang und bedeutet 2 warme Mahlzeiten am Tag, die ich mir halt mit Beiwerk noch strecken muss. Mir persönlich ist es jedenfalls für eine größere Vorratshaltung zu teuer (auch aus UK sind die Versandkosten leider überirdisch - fast gleich wie die aus den USA) - da kauf ich mir lieber (wenns schon dehydriert sein soll) Pasta Snacks und fahre gleich gut - wenn auch mit einem angegebenen Haltbarkeitsdatum von "nur" 1-3 Jahren - wobei das sicher auch nur eine "Empfehlung ist".

P.S.: Sorry für die Qualität der Bilder - es ging nicht schlechter :-D


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