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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hackengang vs. Fuchsgang - Godo Gangart



Peacefool
09.01.2012, 22:28
Und wenn nun jemand denkt, dass ginge mit dem sog. Fuchsgang (http://www.youtube.com/watch?v=zP2mg0KpZs0), bei dem das Abrollverhalten genau umgekehrt ist, gemessen an unserer normalen Gangart, kann man das auch vergessen, da da sehr viel Training dazu gehört um mit dieser anderen Gangart vernünftig voran zu kommen.

grüße,

Frank

Hat zwar nur am Rande mit dem Spurenverwischen zu tun, aber es stellt sich die Frage, ob wir mit dem Hackengang, wie wir ihn anerzogen bekommen, nicht von Anfang an die Fehler machen die u.a. zu schweren Haltungsschäden führen. Jedes Kleinkind, was zu laufen beginnt, hat den Fuchsgang/Ballengang natürlich drauf. Erst später passt es sich der Masse an und das die Masse selten alles richtig macht ist eine Binsenweisheit. Orthopäden haben natürlich kein Interesse an weniger Patienten :rolleys:

Vor ein paar Jahren habe ich mich mal mit Herrn Greb und seinem Godo-Gang (http://www.godo-vision.de/index.php?id=11) sowie seinen Schuhen beschäftigt. Leider nicht konsequent durchgezogen, aber steht auf der Agenda. Hier gibt es ein Interview mit Dr. Greb dazu (http://www.alpenparlament.tv/playlist/510-godo-eine-neue-gang-art) und hier einen Zeitungsartikel: Wer einmal schreitet, marschiert nie wieder. (http://www.godo-vision.de/images/presse_16.9.jpg)


Mir leuchtet das alles ein und jene die es durchgezogen haben sind begeistert. Ich bin es nach diversen Tests auch.

LG
Peace

FrankD
10.01.2012, 11:37
Hi,

ich hab da mal ein neues Thema daraus gemacht, weil es rein gar nichts mit Spuren Verwischen zu tun hat, aber in sich ein hoch interessantes neues Thema ist

Ich gebe Dir absolut recht. Die Gangart die bei Tom Brown faszinierten Menschen als Fuchsgang bekannt ist wird inzwischen auch Rückenbeschädigten in der Reha beigebracht. Die Hacke - Spitze, sprich unsere normale Gangart wird durch Schuhe verursacht. Mit einer starren Sole ist der Fuchsgang kaum hin zu bekommen.

Es ist halt die alte Gretchenfrage, die sich hier nun selbst bei einer so profanen Sache wie dem: Wie gehen wir? Stellt. Will ich achtsam mit wenig Schaden für mich und meine Umwelt durch das leben, oder - überspitzt gesagt - schnell und rücksichtslos.

Die westliche Welt hat ihre Entscheidung schon vor langer Zeit getroffen. Wir sind Hacke Spitze geher!

grüße,

Frank

Peacefool
10.01.2012, 12:26
Danke Frank,

ja, ein wichtiges Thema. Übrigens merkt man das geübten Ballengängern gar nicht mehr an, dass sie eigentlich anders laufen. Nur wenn man wirklich drauf achtet.

Mal was anderes. Wenn wir ganz bewusst schleichen wollen, auch meinetwegen zuhause um niemanden zu wecken, gehen wir automatisch "auf Zehenspitzen". Wenn man mit klassischen Schuhen und klassischem Gang auf Asphalt rennt (und sich mal die Ohren zuhält) spürt man die Schläge bei jedem Auftritt, die Erschütterung des gesamten Knochenbaus, sehr gut. Man nimmt sie normalerweise nur nicht mehr war, weil wir uns so daran gewöhnt haben. Geht man mal einige Schritte über den Ballen ist es zwar ungewohnt, aber butterweich. Keine Erschütterung ist zu spüren.

Dem Fuchs wird große Cleverness nachgesagt (ist er auch, wie ich leidvoll nahezu jedes Jahr bei manch geraubtem Huhn sehen muss) und er macht alles narturrichtig.

Sind wir einfach zu blöd?

LG
Peace

FrankD
10.01.2012, 19:33
Sind wir einfach zu blöd?

Ich denke nein. Der Ballengang, wie Du es nennst ist einfach zu langsam. Uns selbst wenn man sehr geübt ist, sobleibt doch die Gefahr sich an Dornen oder in unserer zivilisierten Welt Schlimmerem, zu verletzten. Das war der Grund Schuhe ein zu führen. Selbst die römischen Legionen mit ihren Sandalen waren so flotter unterwegs, weil einfach das Verletzungsrisiko sank.

Daraus entstand das Gummitier, wie meine Liebste beim Spurenlesen immer zu Menschenspuren sagt. Die Schuhe wurden immer Robuster und starrer. Ich selbst liebäugel schon lange mit Vibram Zehenschuhen, ich hab ein paar Leute kennen gelernt, die sie nur noch tragen. Der Umgewöhnungsprozess ist enorm, wurde mir berichtet. Ich kenne auch jemanden der Barfuß Laufen geht, natürlich als Hacke-Ballen Gänger beim Joggen, aber auch er spricht von Muskelkater an Stellen die er vorher noch nicht kannte.

Was will ich mit all dem sagen? Ich denke wir sind nicht zu blöd, sondern es ist eine Entwicklung aus unserem Anpassungsverhalten heraus.

Grüße,

Frank

Peacefool
10.01.2012, 21:46
Hallo Frank,

ja, das Bedürfnis nach festen Sohlen, zumal auf immer mehr versiegelten Flächen, hat sicher erheblich dazu beigetragen. Aber Übung macht den Meister, wer weiß, ob der erste Marathonläufer der alten Griechen mit seinen Schlappen nicht auch noch diese Gangart nutzte?

Es stellt sich die Frage, wie die Römer mit ihren Sandalen (ohne Absatz) gelaufen sind. Deren Spuren dürften sich nicht mehr identifizieren lassen. :rolleys:

In Urlauben, gerade in Asien, laufe ich auch meist barfuss, aber ich merke auch wie verweichlicht meine Hornhaut ist. Und die Möglichkeit des Ballengangs habe ich erst später kennengelernt. Es ist auch eine Frage, inwieweit wir einfach mal Konventionen brechen und es durchziehen. Ich bin nach einem solchen Urlaub auch in einer deutschen Großstadt, beschwingt und glücklich, barfuß durch die City gegangen. Noch dazu habe ich wildfremde Leute angegrinst. Die Reaktionen waren meist sehr verwundert, ich habe es schnell sein gelassen.

Man muss es sich auch leisten können, die wenigsten können sich das erlauben bzw. nehmen auch ungünstige Reaktionen (die auch Renommee, Job und Geld kosten könnten) in Kauf. Eine Ausnahme habe ich vor ein paar Jahren erlebt. Auf einem Kongress in einem gehobenen Hotel. Lauter Schlipsträger und Finanzdienstleister. Und ein Kollege, den ich von früher kannte, lief tatsächlich barfuß rum. Oben feiner Anzug, alles tadellos, aber keine Schuhe. Und das im zeitigen Frühjahr. Ich fand es supercool, konnte aber seinen Grund dafür nicht erfragen.

Wir leben in Zeiten, in denen es genau darum geht: Konventionen durchbrechen und durch ehrliches Hinterfragen keine Rücksicht mehr nehmen auf Mode, Authoritäten, Dogmen. Es ist nicht leicht, mutige Leute müssen voran gehen, viele auf verschiedenen Ebenen tun es, (Survival-Leute wie Mediziner im Beispiel Gangart). Das Internet bietet die Möglichkeit, durch vernünftige Argumentation mit geringen Mitteln viele Menschen zu erreichen und zum Nachdenken anzuregen.


"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Encyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." - zu Johann Peter Eckermann, 16. Dezember 1828



LG
Peace

Kartoffelknilch
11.01.2012, 11:12
Naja, so wie ich das gelesen habe von dir Peace und im verlinkten Interview gehört habe, ist mir eines als aller erstes aufgefallen:
Wie soll ich solche "Leguanos" oder als Alternative die "Five Fingers" (habe ich in der "Bucht" gefunden, wurden da als Alternative angezeigt) auf der Arbeit tragen, wo Stahlkappen Pflicht sind?

Was da im Interview als Gegenargument gebracht wurde, von wegen indigene Völker würden auch den Hackengang praktizieren, ist leider sehr schwach entkräftet worden. Als einfachstes Gegenargument kann gebracht werden, dass Menschen die Barfuß gehen, anders auftreten mit den Füßen und zwar mit der ganzen Sohle. Das allerdings auch nur dann, wenn man sich in unbekanntem Terrain bewegt oder auf unangenehmen Untergrund (steinig, Nadelwald...).
Also hauen die Indigenen nicht ihre Hacken in den Untergrund sondern setzen den Fuß als ganze Fläche auf, um das Gewicht besser zu verteilen und Stichverletzungen zu vermeiden.

Was deine Erfahrungen mit Barfußlaufen in der Stadt angeht, möchte ich ehrlich gesagt, jeden davon abraten soetwas nach zu machen. Die gepflasterten Flächen sind meist mit kleineren Glasstücken und Metallabfall "verseucht" und die Infektionsgefahr innerhalb einer Stadt ist komischerweise sehr viel höher als z.B. im Wald oder auf Wiesen.
Wenn man gerne Barfuß durch die Welt laufen möchte (tu ich meist auch, grade in Wald und auf der Wiese) dann möglichst weit weg von der Zivilisation oder im eigenen Garten, wo man genau weiss, das dort nicht der letzte Sauforgie 2 Dutzend Flaschen zum Opfer gefallen sind... :)

Barfly
14.01.2012, 01:19
Also ich finde es interessant das viele der Personen die sich mit der Survival-Thematik beschäftigen auch gleichzeitig Begeisterung für verschiedene.. ich sag mal "Zurück zu den Wurzeln"-Bewegungen zeigen (Dazu zähl ich jetzt der Einfachheit halber auch die verschiedenen Ansätze über einen "gesünderen" Gang, über "Barfuß-therapien", etc).
Ich persönlich bin gern in der Natur unterwegs, aber auf den festen, sicheren Halt und die Stabilität die mir ein hochwertiger (Berg-)Stiefel bietet möchte ich nicht verzichten. Den Vergleich zu den Ureinwohner-Völkern finde ich bezogen auf unseren Bereich wenig passend, insbesondere bezüglich dessen das wir in den meisten Fällen zusätzliches Gewicht und Belastung durch z.b. Rucksäcke haben. Da ist festes Schuhwerk, das das Abrollverhalten unterstützt und eine vernünftige Dämpfung hat und definitiv wichtiger als das erlernen einer "neuartigen Gangart"... IMHO!

Nikwalla
14.01.2012, 09:32
Hallo alle zusammen,
wer sich Mokassins macht oder kauft kann diese Gangart gut ausprobieren.
Mit normalen Schuhen ist das seehr anstrengend und mühsam und Unsinn. Mit der Spitze soll ja der Boden (ohne Hinschauen oder im Dunklen) ertastet werden um das Knacken von Zweigen zu vermeiden.

Es ist so möglich sich nahezu lautlos zu bewegen, erfordert aber auch eine leicht nach vorn geneigte Körperhaltung, kein Gepäck wegen der Körperhaltung und reichlich Zeit bis man sich daran gewöhnt hat. Ohne regelmäßige Übung wird das nichts.

Wer es probieren möchte bei warmen Wetter und trockenem Boden dann macht das Spass.

Mokassins: einfache Schnittmuster und zwei Stunden Zeit, dann sind sie fertig.
Wer kein Leder hat nehme ein Messer und schlachte beim Sperrmüll um die Ecke die nächste Ledercouch oder Sessel. Benötigt wird ein Stück von knapp A3 Größe je Mokassin. :rolleys:

Tipp: Falsch herum (glatte Seite nach innen und rauhe Seite nach außen - unbedingt nacht unten) sieht besser aus und man rutscht nicht so leicht. Haltbarkeit gut trocknen lassen nach Gebrauch, nicht auf der Heizung oder vor dem Feuerchen trocknen. Mit Niveacreme gut einfetten, dann bleibt das Leder geschmeidig.

Mit freundlichen Grüßen
Nikwalla

Kartoffelknilch
16.01.2012, 12:07
Naja, ich wohne hier in einer kleineren Stadt als Mainz und auch wenn hier die Straßenreinigung regelmäßig unterwegs ist, haben wir hier viel Kopfsteinpflaster. Da ist in den Ritzen dann doch so einiges an unangenehmen Material... Wir haben hier halt viele (saufenden) Studenten :grosses Lachen:
Ich habe mir mal aus Jux diese hier bestellt:
http://www.vibram-fivefingers.de/vibram-fivefingers/kso
und werde mal berichten wie es sich damit laufen lässt :lächeln:

Kartoffelknilch
16.01.2012, 14:39
Na, dann viel Spass mit den Socken :lachen:

Wenn du bei einem großen bekannten Onlineauktionshaus (ihbej) nach "Zehensocken" suchst, bekommst du aber ganz ganz viele Treffer...
Dort kannst du dann auch weiter verfeinern, z.B. Seide angeben oder Sneaker...

:lachen:

Kartoffelknilch
18.11.2012, 13:27
So, nach gut einem Jahr, hole ich das Thema mal wieder nach oben...

Hatte hier in einem Beitrag geschrieben, das ich mir die KSO von Five-Fingers holen wollte, hab ich auch getan! :lächeln:

Nun also ein kleiner Erfahrungsbericht, auch zum Thema Barfußlaufen:

Als erstes, die KSO passten mir zwar von der Schuhgröße her, allerdings war das nicht so mit den "Zehentaschen".
Der große Zeh war einfach zu dick bei mir als das er da bequem drin sein konnte. Der kleine Zeh und der da neben (ist euch schon mal aufgefallen, das man Zehen nicht so benennen kann wie Finger? Bei einer Hand wäre es der Ringfinger...) waren nur halb in den Zehentaschen, was dazu führte, das die Taschen quasi rumlabberten beim gehen/laufen. Nicht die Zehen an sich waren zu kurz, sondern meine Fußform war wohl etwas "steiler" als sich die Hersteller das so gedacht hatten.

Nach längerem tragen der KSO hatte ich ein Druckgefühl in beiden großen Zehen und die Haut an den beiden äußeren Zehen war ein wenig gereizt aufgrund von Schubbern und Scheuern weil nicht richtig in den Zehentaschen.

Ich hab die nach ca. 1 Woche dann nicht mehr benutzt...

Da ich allerdings nicht so schnell aufgeben wollte, habe ich mich nach Alternativen umgesehen und habe dann die Huaraches entdeckt.
Oberflächlich beschrieben: Flip-Flops die eine Sohle aus Sohlengummi, Sohlenleder oder Autoreifen haben.
Hier findet man eine Bauanleitung: Huaraches (http://www.invisibleshoe.com/how-to-make-huaraches/)
Nach der Anleitung hatte ich mir dann welche aus 3mm Sohlengummi + 3mm Paracord selber gebaut. Auch wenn die ein wenig fragil aussehen, sie haben den Sommer locker überstanden. Getragen hab ich die hauptsächlich, wenn ich auf gepflasterten Untergrund unterwegs war, wo mit Zivilisationsmüll zu rechnen war.
Ansonsten bin ich jedoch einfach Barfuß gelaufen/gegangen.

Ich bin seit ca. März 2012 wo es nur geht quasi Barfuß unterwegs.
Anfänglich war es sehr anstrengend, da das laufen und gehen anders funktioniert als in den "normalen" Schuhen und mir so einen derben Muskelkater in den Füßen und Waden beschert hat. Auch die Füße waren unten noch sehr weich und empfindlich, was sich gerade auf Schotter sehr unangenehm zeigte.
Nach einem knappen Monat waren die Füße allerdings abgehärtet und auch die Muskulatur und Sehnen hatten sich angepasst, so das ich keinerlei körperliche Einschränkungen mehr hatte.
Der Sommer war wirklich herrlich zu genießen!
Spazieren gehen, Joggen... alles kein Problem mit-ohne-Schuhe... :lachen:

Tja, dann kam der Herbst und damit fingen die Probleme an!
In der feuchten Jahreszeit trug ich zwar noch die Huaraches, um das auskühlen der Füße durch Stein- und Betonboden zu verhindern, was auch gut geklappt hat, da meine Süße mir Socken gestrickt hatte mit separaten großen Zeh. Ich hatte mir auch ein paar billige (10€) Surfschuhe gekauft, mit Silikonsohle und Neoprenobergewebe... Die waren und sind auch echt nett, nur leider nicht Wasserdicht und selbst mit Wollsocken sehr kalt, da es keine Zirkulation gibt und das Neopren die Feuchtigkeit im Schuh hält.

Die wirkliche Tragödie passierte allerdings, als ich ende Oktober meinen ersten Lehrgang Wildnispädagogik 2 hatte.
Die ersten 3 Tage bin ich noch mit den Surfschuhen durch den Wald. Hatte zwar feuchte Füße, aber war nicht so wild, konnte die so alle 2-3h mal am Lagerfeuer trocknen, die Kälte störte mich zu dem Zeitpunkt weniger, hatte genug Bewegung und eine gute Durchblutung => warme Füße. :lächeln:
An Tag 4 fing es allerdings abends an zu schneien...
Morgens hatten wir ca. 15cm Schnee. Da ich ja kein kleiner Doofer mehr bin, sondern schon ein großer, hatte ich meine Springerstiefel mit, falls das Wetter zu extrem werden sollte.
Tjoar... Stiefel angezogen, 4-5m gegangen und mich prompt auf die Klappe gelegt!
Ich hatte das Gefühl, ich hätte eine 2cm dicke Stahlsohle unter meinen Füßen!
Absolut keine Infos mehr von meinen Füßen, wie der Boden beschaffen ist, das war, als ob ich plötzlich blind war!
Ich hatte echte Probleme "normal" zu gehen! Nach einer halben Stunde ging es dann so einigermaßen, war zwar noch unterwegs, als ob ich was getrunken hätte, aber immerhin hab ich nicht dauernd auf dem Boden gelegen...:staunen:
Nun bin ich auf der Suche nach "Barfußwinterstiefeln"...
Es bleibt also spannend, stay tuned :lachen:

FrankD
18.11.2012, 20:35
Hi,
cooler Bericht. Wie währe es für die Winterproblematik mit Mukluks (http://en.wikipedia.org/wiki/Mukluk)?

grüße,

Frank

Kartoffelknilch
18.11.2012, 22:26
An so was ähnliches hab ich auch schon gedacht...

Nur sollten die Schuhe in irgend einer weise wenigstens halbwegs "zivilisiert" aussehen, da ich ab und an Kundenkontakt nicht vermeiden kann :lächeln:
Mokassins gibt es schon von der Stange weg zu kaufen, nur ist es immer sehr schwierig welche zu finden, die keinen abgesetzten Hacken haben...
Die Selbstbauvariante wäre mir natl. am liebsten, so kann ich gleichzeitig meine handwerklichen Fertigkeiten üben...
Allerdings sehe ich da einiges an Problemen auf mich zukommen im Winter, da hier doch viel Salz ausgebracht wird und so etwas für richtige Lederschuhe doch eher tödlich ist.

Generell ist es sehr schwer "Barfuß" Schuhwerk zu bekommen... jedenfalls in den vor Ort ansässigen Schuhgeschäften.

Als ich auf der Suche nach Sohlengummi war bin ich in insgesamt 5-6 Schustereien gewesen.
Wenn ich da nach Sohlengummi gefragt hab, haben die mich angeschaut, als ob ich was verbotenes kaufen wollte...
Teilweise sind die echt unfreundlich gewesen, so das ich mich mit den Worten verabschiedet habe:"Eigentlich wollte ich die lokale Wirtschaft unterstützen, aber ich kann das alles natl. auch im Internet bestellen..."
Mein ehemaliger Vermieter ist Orthopädischer Schumacher, der hatte zwar kein Sohlenmaterial für mich, aber eine Menge guter Tips, unter anderem auch über einen Kollegen von ihm, der Sohlenmaterial hat und wo ich dann auch schlussendlich was kaufen konnte.

nashua
18.11.2012, 22:46
Was ist denn mit den "Schuhen" in denen all die Jugendlichen herumlaufen, selbst bei tiefsten Temperaturen? Ich rede von Segeltuchturnschuhen.
oder von solchen hier:
http://www.kwon.com/kwon/schuhe/performance/585/schuh-step-light-weiss-/-schwarz-by-kwon



(http://www.kwon.com/kwon/schuhe/performance/585/schuh-step-light-weiss-/-schwarz-by-kwon)

Kartoffelknilch
18.11.2012, 23:56
Die sind leider alle viel zu eng, wenn du erstmal gewohnt bist die Freiheit von bloßen Füßen zu genießen...

Ich hab solche Kampfsportschuhe fürs Training, ist mir aber echt nicht möglich die zu tragen, selbst für die 2h Training.
Ist ein Gefühl, als ob ich meine Füße in einen Schraubstock spanne.

Ist echt ein wenig seltsam, ich glaube, das ist das Gefühl welches man hat, wenn man die ganze Zeit in einen 5mal5 Meter Raum eingesperrt war und plötzlich nach Draußen kommt und die frische Luft atmen kann...
Erst hat man ein wenig Angst, weil alles neu ist und ungewohnt, wenn man sich aber dann daran gewöhnt hat, will man das echt nicht mehr missen!

Was die Temperaturen angeht:

Ich laufen seit ca. 3 Jahren selbst im Winter bei -20°C mit Sandalen rum, wenn es nicht allzu nass ist, sprich kein Schnee/Schneematsch meine Füße durchnässen würde.
Dabei hab ich nur gestrickte Socken an, die meine Süße mir gemacht hat, aus normaler Sockenwolle.
Also keine hyper-hightec Materialien sondern nur Wolle mit bissel Synthetik oder reine Wolle.
In den ersten 5 min ist es noch ein wenig kalt, aber wenn man erstmal bissel gelaufen ist, gehts sehr gut und ich habe angenehm warme Füße.
Ich denke ist genau so, als wenn du mit Wollhandschuhen im Winter arbeitest, dann hat man auch warme Hände in dem Moment.
Und weil man die ganze Zeit ja die Füße benutzt (gehen/laufen), hat man halt auch warme Füße.:lächeln:

Meine Theorie des ganzen ist, das die Feuchtigkeit in geschlossenen Schuhen nicht schnell genug ausdünsten kann, selbst bei Goretex und was weiß ich für hightec Materialien, und die Feuchtigkeit die Kälte des Schuhs nach innen leitet/die Wärme nach draußen leitet.

nashua
19.11.2012, 06:12
schau mal, das habe ich nach langem suchen im Netz gefunden. Über die Seite mit Bär-Schuhe

http://www.joe-nimble.com/de/
Barfußschuhe Nimbletons
Nimbletoes®: Direkter kann man nicht leben.
Nimbletoes® sind so wenig Schuh wie möglich, um dem Fuß mit seinen natürlichen Funktionen wieder Raum zu geben, sich entfalten zu können. Der Fuß wurde im Laufe der Jahrzehnte immer mehr zum Schuhträger und immer weniger Laufwerkzeug, zu dem die Evolution ihn in perfekter Form über Jahrtausende hat werden lassen. Nur können wir uns das Barfußlaufen in unserer Gesellschaft nicht leisten. Nimbletoes® sind deshalb „fast-barfuß“-Schuhe, die sich auf das Wesentliche reduzieren, um das Maximum an Laufgefühl und Laufqualität zu ermöglichen – the bare life.


Edit: durch das Eingangsposting habe ich hier diese "Schuhe" gefunden, speziell für den Business-Bereich:
http://www.barfuss-leguano.com/barfuss-leguano-PREMIUM/barfuss-leguano-PREMIUM-business.html

karpatenwolfes
19.11.2012, 06:52
Ist ja interessant. Ich las jetzt erst den Threat komplett.
und, ja, wenn ich barfuß laufe, zB auch daheim, laufe ich
auf den Ballen, nicht über die Ferse, am Strand nicht.
Beim Joggen (kommt leider zu selten vor) tut mir nach
kurzer Strecke der Rücken weh und ich verfalle automatisch
in den Ballengang.
Will das mal weiterverfolgen.

Liebe Grüße und schönen Tag noch.

ID 1136
20.11.2012, 11:05
Hallo zusammen,

ich habe nun einige Zeit im Netz nach "Schnittmustern" für Mokassins gesucht und nichts bzw. nur von schlechter Qualität (ich brauche es sehr präzise in der Erklärung :staun:) gefunden . Hat von euch jemand eine seeehr detaillierte Beschreibung?
Gruß
hogan

Kartoffelknilch
20.11.2012, 19:31
So, hier die versprochene Antwort an
Nashua:

Die Links, die du gepostet hast, sind schon nützlich, ist immer gut, wenn man mehrere Anbieter in der Auswahl hat, alleine weil man die dann auch in diverse Suchmaschinen eingeben kann und meist auch noch ähnliche Anbieter mit angezeigt bekommt und so noch mehr an Infos zusammen kommen!

Mein derzeitiger Favorit ist allerdings dieser hier: Sole Runner FX Trainer (http://www.amazon.de/Trainer-11147-Unisex-Erwachsene-Outdoor-Fitnessschuhe/dp/B005MUP8QY/ref=wl_it_dp_o_pC_S_nC?ie=UTF8&colid=2O9G7LUBFYXJK&coliid=IFQDYUV8T0QTV)

Hat gute Kritiken bekommen im Netz und ist auch eine einheimische Firma, die Kohle muss ja nicht immer über den großen Teich wandern :lächeln:

An
hogan:

Schaust du hier: Hudsons-Bay (http://www.hudsons-bay.com/shopware.php/sViewport,cat/sCategory,198)

Da sind noch diverse andere Schnittmuster mit dabei und auch Fertigbausätze für Mokassins.
Wobei noch zu erwähnen wäre: Der mindest Bestellpreis liegt bei 50,00€, wenn man also mal so einen Bausatz ausprobieren will, muss man entweder 2 nehmen oder wie schließen uns zusammen und bestellen dann im Rudel mit anschließendem versenden an die einzelnen.:lächeln:

Kartoffelknilch
20.11.2012, 20:49
Interessant.
Ein paar Probleme sehe ich:

1. Der Winter. Hier stellt sich für mich die Frage, ob der Fuß sich an die Kälte gewöhnen kann. (Dank an Kartoffelknilch für den Selbsttest). Wie haben unsere Vorfahren (die, die noch in Höhlen lebten) das gelöst? Solange man sich bewegt ist es vielleicht nicht so ein Problem. Aber was ist, wenn man das nicht mehr tut? Z.B. weil man müde ist...

2. Verletzungsgefahr. Das könnte man durch bewusstes Gehen in den Griff bekommen, denke ich. Wie es allerdings in unwegsamen Gelände aussieht... Ich denke da an alpine Geröllhalden, wo mich meine Schuhe mehr als ein mal vor dem umknicken bewahrt haben.

3. Praktische Dinge des alltäglichen Lebens. Die Pedale meines Traktors für den täglichen Weg ins Büro sind so schon schwer zu treten. :rolleys: Und dann die hämischen Blicke der Nachbarn.

Mist. Ich muss jetzt weg. Ich schreibe morgen weiter.

zu 1):
Modell "Ötzi"
Aus der Wikipedia:

Ötzis Schuhe bestehen aus verschiedenen Materialien. Für den Schaft wurde Rindleder (frühere Bestimmung: Hirsch) verwendet, dessen Haarseite zur Nässeabwehr nach außen zeigte. Die Sohle bestand aus besser isolierendem Bärenfell, dessen Haarseite innen lag. An der Unterseite der Sohle wurde ein quer laufender und sich überkreuzender Lederstreifen angebracht, der damit die älteste bekannte Profilsohle eines Schuhs darstellt. Schaftleder und Sohle wurden durch ein umlaufend – in Vorstichtechnik eingezogenes – Lederband gehalten. Der Innenschuh bestand aus gedrillten und verzwirnten Grasschnüren. Dieses Geflecht war durch den umlaufenden Lederriemen fest mit der Sohle verbunden, nach oben zum Schaft hin aber offen. Zwischen das Geflecht des Innenschuhs und das Schaftleder wurde trockenes Süßgras (Fieder-Zwenke und Borstgras) gestopft, das als Polster und Isolierschicht diente. Der speziell für Erfordernisse im Hochgebirge gebaute Schuh wurde mit einem „Schnürsenkel“ aus Lindenbast verschlossen.

Und das ist das, was man wirklich gefunden hat...
Siehe den Post von FrankD mit den Mukluks, die Variante gibts ja auch noch!

zu2 und 3 kommt bissel später... grade wurd ich angefordert ^^

Fortsetzung, da bisher noch niemand weiteres gepostet hat...

Noch weiter zu 1):
Gerade das Auffinden von irgendwelchen Alltagsdingen aus dem Neolithikum ist eher selten, da halt alle Dinge aus natürlichen Materialien hergestellt wurden und meist einfach verrottet sind.
Ich habe mal eine sehr schöne Analogie zum Thema Archäologie gehört:
"Alles was wir bisher gefunden haben, können sie sich wie einzelne Wörter auf einer voll bedruckten DinA4 vorstellen, mit dem Unterschied, das wir pro Zeile nur 1-2 Buchstaben haben. Nun versuchen sie mal daraus den ganzen Text wieder her zu stellen... Deswegen sage ich, die Archäologie ist nur ein gutes und wissenschaftlich fundiertes Raten, nur ab und an können wir mal ein ganzes Wort zusammen setzten in dem 1000-seitigen Buch, welches wir Erdgeschichte nennen!"

Zu 2):
Du gehst, wenn du wirklich mehr oder weniger Barfuß unterwegs bist, einfach langsamer und viel bewusster.
Du hast auch, wie ich schon geschrieben habe, einfach stärkere Muskeln und Sehnen in deinen Beinen, wenn du bei der Sache bleibst.
Prinzipiell ist es wie mit allen neuen Dingen, geh die Sache langsam an und trainiere deine Muskeln und Sehnen, und auch deinen Gleichgewichtssinn.

Zu 3.):
Siehe zu 2) :lächeln:
Man muss für einen Marathon erst trainieren...
Der bessere Vergleich wäre wohl eher das starten mit Krafttraining. Am Anfang wirst du nicht viel bewegen können, aber schon nach kurzer Zeit, wenn du regelmäßig trainierst, hat sich das Trainingsgewicht drastisch erhöht!
Das passende Schuhwerk gibt es genügend zu kaufen... auch für die eher offizielleren Anlässe :lächeln:
Habe dazu ja weiter oben schon mal einen Link gepostet...

Blacky
23.11.2012, 18:49
Ich denke einmal man sollte bei diesem Thema etwas trennen.

a) verschiedene "Gangarten"
b) Barfußlaufen ... ob nun aus Gesundheitsgründen oder "Überzeugung"
c) Schuhmode a la Meindl vs. Lowa u.ä. "Präferenzen"

Zu a) kurze Ausführung meinerseits.

Es gab früher ... hinsichtlich verschiedener "Gangarten" ... in den Handbüchern geprägt durch alte Ausbilder welche noch über Erfahrungen im "Anschleichen" und "Trapper- und Indianermäßigen Bewegen" aus Zeiten verfügten wo es wirklich "Überlebenswichtig" war, die Ausbildung sich je nach Bodenbeschaffenheit, Geländebedingungen, Sicht und Deckung usw., zweckmäßiger "Gangarten" zu bedienen. Diese "jägermäßigen" Gangarten richteten sich nach Sicht, Bodenbeschaffenheit, Bewuchs usw. und sollten das möglichst lautlose Bewegen ermöglichen. Hackengang, Ballengang, Gang auf dem Außenrist, "Storchengang" oder auch "Schleichgang" waren da so einige Beispiele. Es ist durchaus ein Unterschied ob ich auf festem Boden, Kies, Geröll, Wiese, Waldboden (Moos, Laub und Gehölz, Bruchholz usw.), durchs Wasser (Furten, Bach; Teich ...) gehe und wie ich dabei die Füße aufsetze um Geräusche u. auch Spuren zu vermeiden bzw. gering zu halten. Einige dieser Gangarten waren durchaus anstrengend , erforderten Übung und waren (auf Grund langsamer Bewegungsgeschwindigkeit, erhöhter Konzentration und Kraftaufwand) definitiv nicht für längere Strecken geeignet. ... Viele dieser "jägermäßigen" Bewegungsarten, der Begriff Pirschgang für das möglichst lautlose Annähern des Jägers an Wild ist zumindest begrifflich auch Nichtjägern bekannt, sind irgendwie als altes "Handwerk" ein bissel in Vergessenheit geraten.

Blacky - inzwischen Alters- und Gewichtsbedingt eher Typ "schnaufende und brachial durchs Dickicht brechende olle Kampfsau" -


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