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Thema: Hochseetaugliches EDC ??

  1. #1
    AndreasH
    Gast

    Standard Hochseetaugliches EDC ??

    Bei meiner Fährenüberfahrt diese Woche - von und nach Norwegen- hatte ich ja 13 Std. Zeit mir Gedanken zu machen " was wäre wenn"

    Man dümpelt in einer Fähre -mit Autodeck+ durch die Wellen des Nordatlantik,der Sturm nimmt zu,und vernimmt ein deutliches " " Klöönk" unter dem Hauptdeck.

    Kurz danach die Lautsprecherdurchsage das sich die Ankunft " unbestimmt verzögert" weil " technische Probleme" für eine " Minimalfahrt" sorgen.

    So weit so unangenehm,die haben den Kahn dann mit deutlicher Verspätung heile in den Ankunftshafen bekommen...

    Aber einen Gedanken werde ich nicht los : Was nützt mir mein EDC in einer " Hochsee-Ausnahmesituation"Fähre.jpg

    Wenn man über die 18 m hohe Bordwand ins Wasser plumpst ist mein 7 Kg EDC eher hinderlich..

    Kann man da " Einsatzbedingt" evtl. was verbessern ?Bild 004.jpg

  2. #2
    Previval-Anfänger Avatar von Blackforest
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    Standard

    Also Du könntest Dich vor oder während der Überfahrt mit den Sicherheitseinrichtungen der Fähre auseinandersetzen und wie Du diese im Falle des Falles erreichst, wissend, dass es noch andere Überlebenswillige an Bord hat. Ich denke ausrüstungstechn. wirst Du nicht viel machen können. Eine Schwimmweste im Auto dabeihaben ...?

    Blackforest

  3. #3
    AndreasH
    Gast

    Standard

    Das haben wir gemacht,bei 6-7 Überfahrten pro Jahr kennen wir die Fähren schon recht gut ;)

    Was halt ein wenig beruhigt : Die Skandinavier sind in Seerettung weltweit führend,das Sicherheitszeugs ist immer gut gewartet und sieht keinesfalls "schrottig" aus !

  4. #4
    Previval-Mitstreiter Avatar von Einzelkämper
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    Standard

    Hallo Andreas,

    sehe ich das richtig, das es dir nur noch um die Ausrüstungverbesserung am Mann geht, also die Sicherheitseinrichtungen (für dich) keine Frage mehr sind?

    Wenn ja wüsste ich als absolut seereise-unerfahrener Mitleser gerne was man alles an Bord für den Notfall "gestellt" bekommt.

    Schwimmwesten?
    Lifesaver-Anzüge?
    Rettungsinseln?
    ...


    Würde mir gerne mal ein Bild davon machen.


    Gruß Einzelkämper

  5. #5
    AndreasH
    Gast

    Standard

    Das will ich Dir gerne beantworten :

    Klassische Rettungsboote,Rettungsinseln und Schwimmwesten sind an Bord der Skandinavienfähren ausreichend vorhanden.

    ( Die meisten Personen werden wohl in einer Rettungsinsel Platz nehmen müssen,die Rettungsboote sind nur wenig vorhanden und dienen wohl eher dem Zweck im Wasser treibende personen einzusammeln. )

    Die "Befüllung" der Rettungsinseln erfolgt durch schlauchartige Notrutschen,die Bestandteil jeder rettungsinsel sind. Beim Ausklinken bleibt die Notrutsche mit dem Schiff verbunden und man springt dann durch eine Art Trichter der an Deck befestigt ist.

    Live Saver Anzüge werden nicht ausgegeben,man plant wohl keinen "längeren" Aufenthalt im Wasser. Die Dinger werden eher im Offshore Bereich auf Bohrinseln verwendet.

    - - - AKTUALISIERT - - -

    Zitat Zitat von lord_helmchen Beitrag anzeigen
    Ich hätte da wahrscheinlich nichts anderes dabei wie sonst in der Urbanität auch.
    Zu diesem Schluss bin ich auch in etwa gekommen,bisher ist mir nur eingefallen auf Seereisen noch eine Trillerpefeife in die Hosentsche zu stecken,dann kann man wenigstens bedingt auf sich aufmerksam machen...

  6. #6
    Gussnipfel
    Gast

    Standard

    Nehme mal an Boot sinkt weil zusammenstoss, Grossbrand oder schwerer Seegang

    Die grösste Gefahr ist dann meiner meinung nach das erfriern.
    Verhinder kannst du das schlecht. Da du im Wasser kein Feuer oder so machen kannst ;)
    Ich hätte eine Notseefackel dabei um auf sich aufmerksam zu machen, sowie etwas von den kleinen Wasserbeutelchen ca 3 Stück eine Blinklampe mit automatischer_wen _ins_wasser_fällt_an_zu_blinken_Funktion wäre sicher auch nicht verkehrt. Aber ich würde wie schon erwähnt: Denn nächsten Fluchtweg Rettungswesten/Anzüge/Boote erkunden sowie bei unwohlen Gefühl auf dem Deck oder oberhalb befinden ansosten gilt halt soschnell als möglich an irgend was schwimmbares zu kommen um auftrieb zu erlangen und hoffen.
    Geändert von Gussnipfel (06.12.2014 um 18:54 Uhr)

  7. #7
    Previval-Großmeister
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    Standard

    Wir hatten hier doch schon ein oder zwei Threads zu diesem Thema?

  8. #8
    AndreasH
    Gast

    Standard

    @ Gussnipfel :

    Schweren Seegang schliesse ich mal aus,die Schiffe halten das aus.Der Faktor menschliches Fehlverhalten macht mir eher Sorgen. Man denke da an die " Estonia" . Unterm Strich kam dabei ja raus das man Dinge die der Zoll nicht finden soll lieber nicht während WS 8 durch die geöffnte Bugklappe einer RoRo Fähre ins Wasser kanten sollte ;)

    Einen Trinkwasservorrat halte ich für nicht nötig,bei den aktuellen Nordseetemperaturen hat man nicht mehr als eine Handvoll Minuten,danach ist man durch die Kälte gelähmt und handlungsunfähig :(

    @ Papa Bär : Hatte schon gesucht,aber "Seenotrettung" hat nichts entsprechendes ergeben..Oder hab ich etwas übersehen ?
    Geändert von AndreasH (06.12.2014 um 19:26 Uhr)

  9. #9
    DocAlmi
    Gast

    Standard

    Hi !

    Papa Bär weiss da mehr drüber, ich bin nur ab und zu Mitsegler.
    (Aber das eigene Segelboot ist geplant! )

    Meineserachtens bei diesen Temperaturen in die Nordsee?
    Da würd ich erst mal denken, dass Deine einzige Rettung ist, schnell aus dem Wasser gefischt zu werden.
    Alles was Du tun kannst, um das zu unterstützen ist sinnvoll.
    Rettungsblitzlicht oder ähnliches fällt mir dabei ein.
    Alles was länger dauert als 10 min im Wasser geht in Richtung Wunder.

    Rettungsinsel, Rettungs-Kälteschutzanzüge etc. halte ich für höchst unpraktikabel.


    Vorrausschauendes Denken ist da eher angebracht: Vertrautmachen mit Rettungseinrichtungen an Bord steht da an erster Stelle.

    Ich erknenne einen guten Skipper daran, daß er eine vernünftige Einweisung vor dem Losfahren gibt, incl. wie die Aufgabenvereilung bei verschiedenen Notsituationen ist.
    Wer bedient das Funkgerät, wer macht wann was.

    So, Gruß noch und ab an den Herd. ( wer sich nicht wehrt der endet am Herd...)

    DocAlmi

  10. #10
    Previval-Großmeister
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    2.787

    Standard

    http://www.survivalforum.ch/forum/sh...iesen-versenkt

    Von diesem Thread ausgehend hat sich dann dieser entwickelt:

    http://www.survivalforum.ch/forum/sh...0986#post90986

    Halte ich persönlich für zielführender, denn wozu ein hochseetaugliches e.d.c. wenn man nicht jeden Tag auf hoher See ist?

  11. #11
    tomrc46
    Gast

    Standard

    Ich habe mal versucht, in Esbjerg ein Hochseerettungstraining zu machen, die arbeiten nur für die Offshoreindustrie soweit ich weiß.

  12. #12
    Romal
    Gast

    Standard

    Das große Problem ist ja das auskühlen. Was hälst du denn davon, einfach ein paar dieser tollen "aufreißwärmepads" mitzunehmen? Die kannst du dir noch im Wasser unters Hemd schieben und erhälst so ein paar Minuten mehr und zum wieder aufwärmen auf einer Rettungsinsel sicher auch praktisch. Vom Platzbedarf her passen die locker in die Backentasche...
    Für die ganz schnell frierenden gibt es auch die Packs die auf Wasser reagieren und fürs Feuerfreie Kochen entwickelt worden sind...

    Mit halbwegsisolierender Kleidung denke ich, das das zumindest eine Chance darstellt.

    Ansonsten für ganz viel paranoia: Neoprenanzug und selbstaufblasbare Schwimmweste drunter tragen ;)

    Aber mal ernsthaft, die Rettungsgeräte der größeren Fähren im Norden Europas sollten eigentlich ausreichen und wenn du das Gefühl brauchst etwas sinnvolles dabei zu haben, dann pack dir ein paar Wärmepacks mit ein.


    Revedere Romal

  13. #13
    Grübler
    Gast

    Standard

    Wie schnell das passieren kann, sieht man ja an der brennenden Norman Atlantic.

    Die Besatzung ist für solche Notfälle nicht geschult, es bricht Panik aus. Die beste Überlebensstrategie ist wohl sich selbst so gut es geht vorzubereiten, wenn man an Bord geht.
    D.h. Platz und Funktion der Schwimmwesten, Notausgänge/wege, Wo sind die Rettungsboote und Rettungsinseln, welche Alarmsysteme gibt es an Bord.

  14. #14
    Previval-Großmeister Avatar von Udo (DL 8 WP)
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    2.145

    Standard

    Hallo zusammen,

    mein jüngerer Sohn (inzwischen auch Tauchlehrer) hat vor genau 10 Jahren mit seinem Freund aus der Wasserwacht an einem Eisschwimmen in der Mosel in Cochem teilgenommen.
    Sie waren mit Neopren Tauch Anzügen ausgerüstet .... und alles von der Wasserwacht und Wasserschutzpolizei kontrolliert....

    Zwischenspeicher 033.jpg Zwischenspeicher 069.jpg


    Sein Freund hat zwischenndurch aufgegeben....

    Zwischenspeicher 101.jpg


    Zwischenspeicher 103.jpg

    die Sschwimmer wurden zwischendrin mit warmen Getränken versorgt....

    Zwischenspeicher 145.jpg

    anschließend wieder aufgewärmt....

    Zwischenspeicher 150.jpg

    die einzigen, für die das noch halbwegs gemütlich war, waren die, die Trockentauchanzüge hatten.....

    Mein Sohn hat seitdem nicht mehr das Bedürfnis verspürt, an so einer Veranstaltung teilzunehmen....

    Ich möchte nicht wissen, wie das jemand in "normalen Klamotten" nach einem Sprung von einem Schiff bei solchen Temperaturen überstanden hätte......

    Also Andreas, Trockentauchanzüge mitnehmen ..... ;)


    Gruss,

    Udo (DL 8 WP)
    Geändert von Udo (DL 8 WP) (30.12.2014 um 17:58 Uhr)

  15. #15
    eraperp
    Gast

    Standard

    Ganz einfach: Das Problem ist auskühlen (Hypothermie) und daran sterben. Falls also Wasserkontakt erwartet werden könnte hilft vor allem: so viel Schutz gegen Kälte, wie möglich.

    Dafür gibt es mehrere Strategien:

    1. Trockenanzug
    Ist die beste Variante und hält sehr lange vor - so er denn heil bleibt - ansonsten ist auch ganz schnell Sense.

    2. Neoprenanzug
    Je nach Dicke und Aufbau schon mal sehr gut - nicht ganz so wie der Trockenanzug aber sehr viel robuster. Ein Loch ist nicht schön, bedeutet aber nicht gleich den Tod.
    Je dicker, je besser. Sehr sehr wichtig ist die Kopfhaube, denn der Kopf verliert eine Menge Energie. Ohne Kopfhaube sehr schlecht.

    3. Viele Klamotten, möglichst synthetisch.
    So viele Schichten wie möglich übereinander ziehen - Problem dabei - man darf nicht untergehen, denn die Klamotten werden natürlich bleischwer.
    Ohne Schwimmweste (groß) oder andere Auftriebskörper kann das auch der sichere Untergang bedeuten.
    Dabei wieder auf den Kopf achten: Synthetikmütze oder zwei/drei sind auch wieder am besten.

    Was soll erreicht werden?
    Der Wasseraustausch soll in den Klamotten unterbunden werden und die Klamotten sollen eine vom Körper aufgewärmte Wasserschicht möglichst ohne Bewegung dieser Schicht am Platz halten.


    Das vergrößert die Überlebenschancen enorm.
    Pfeife nicht vergessen.

    Bei Haien: den Schwimmnachbarn zu mehr Bewegung animieren.
    Auf ner einsamen Insel: nach Freitag suchen.

    cu Tom

  16. #16
    olafwausr
    Gast

    Standard

    Aaaallllssssoooo,

    ich war schon das ein oder andere Mal auf einem Schiff.

    Als Passagier ist das wichtigste: Lerne die Rettungswege !

    Halbwegs gut auskennen reicht nicht. Es wird im Extremfall stockdunkel und oder verraucht sein.
    Hunderte andere Passagiere sind in Panik und meistens völlig ziellos.
    Um überhaupt erfrieren zu können, must du erst mal da raus kommen. Deshalb ist dein Standort überlebenswichtig.
    Mittschiffs auf Höhe der Rettungsmittel ist der beste Platz.
    Besorge dir Tabletten oder Pflaster gegen Seekrankheit. In einem Rettungsboot/Insel wird JEDER Seekrank
    und verliert dadurch Unmengen Flüssigkeit.

    Besorge Dir einen Überlebensanzug, alles andere ist Quatsch. Mit so einem Anzug kannst du auch in der kalten Nordsee
    locker 5 Stunden ins Wasser. Sonst hast du 3 - 5 Minuten. Wenn Chancen bestehen, gehe lieber in ein Rettungsfloß statt
    ein Rettungsboot. Die Dinger schaukeln zwar genau so, "Kleben" aber förmlich an der Oberfläche.

    Versuche möglichst trocken in das Rettungsmittel zu kommen. Auch im Mittelmeer kann man auf die Dauer erfrieren.
    Gepäck darfst du nicht mitnehmen. Einen "unsichtbaren Wasservorrat solltest du haben.
    Hab alle Papiere und Bargeld immer am Mann (keine Aktenordner aber ein großer Brustbeutel unter der Kleidung geht).

    Achte auf Stromschwankungen im Schiff.
    Ohne Elektrik ist ein Schiff, egal wie groß, nur ein Spielball der Wellen.

    Bedenke immer, DER SICHERSTE PLATZ IST AN BORD. nur wenige Schiffe sinken schlagartig,
    Rettungskräfte finden ein Schiff viel eher als ein Rettungsmittel.

    Zu guter letzt, es gibt sogenannte AIS SART Transponder, der ist so groß wie 2 Zigarettenschachteln und aktiviert sich bei
    Seewasserkontakt, kostet aber auch locker 800 Euro.

    Beste Grüße, Olaf

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