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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nebenprodukt der Dokumentensicherung



tomrc46
23.07.2012, 12:24
Hallo,

im Zuge meiner Datensicherungs-Scan- und Kopierorgie habe ich mir ein scheckkartengroßes Kärtchen angelegt, das ins EDC kommt. Darauf eine Tabelle:
Versicherung A - Versicherungsnummer - Telefonnummer
Versicherung B - Versicherungsnummer ...
Versicherung C ...

Weiterhin: zu benachrichtigende Person, eigene Blutgruppe, meine Einwilligung zur Orgenspende.
Das Ganze wird laminiert.

Was fällt euch noch Wichtiges ein? Ich hab auf der Rückseite noch Platz :lächeln:


Grüße
Tom

Maggi56
23.07.2012, 15:00
Moin Tom,

falls Du regelmäßig wichtige Medikamente einnehmen musst, dann solltest Du das vielleicht auf der Karte vermerken...

Auch ein Hinweis auf eine evtl. Medikamentenunverträglichkeit, oder auch eine vorhandene Allergie würde ich für sehr wichtig halten.

Ist ein interessantes Thema, ich denke gerne weiter darüber nach. :Gut:

Gruß

Michel

theBrain
23.07.2012, 17:45
Zur Blutgruppe und Organspende: Die Blutgruppe wird im Fall des Falles sicher noch einmal bestimmt, das dauert ein paar Sekunden, die kein Arzt einsparen wird, weil die Risiken die er damit eingeht in keinem Verhältnis zur Zeitersparnis stehen.
Die Frage nach der Organspende stellt sich mancherorts nicht, so ist es bspw. in AUT so, dass man grundsätzlich als Spender behandelt wird.

Was dagegen wesentlich interessanter wäre ist eine Angabe etwaiger Allergien und Unverträglichkeiten. Auch der eigene Name sollte evtl. nochmal drauf stehen, zusammen mit Adresse und Telefonnummer.

nashua
23.07.2012, 19:19
Zitat: Auch der eigene Name sollte evtl. nochmal drauf stehen, zusammen mit Adresse und Telefonnummer.

Kann ein Böser denn mit all den Daten keinen Schindluder treiben, sollte man die Karte bzw. den Aufbewahrungsort (Börse, Brieftasche usw.) verlieren?

Waldschrat
23.07.2012, 21:40
Hallo,

im Zuge meiner Datensicherungs-Scan- und Kopierorgie habe ich mir ein scheckkartengroßes Kärtchen angelegt, das ins EDC kommt. Darauf eine Tabelle:


Hallo Tom, ich habe in meinem edc zwei Dinge:

Ein Blatt DIN A4 mit dem Ausdruck einer EXCEL-Tabelle, auf dem alle meine Dokumente gelistet sind

Zum Beispiel Nummern und Daten von Pass, Perso, Führerschein, diversen Segel- und Bootsführerscheinen ...

Nummern von ec-Karte und Kreditkarten, nebst Notrufnummern für die Kartensperrung bei Verlust oder Diebstahl ...

Notrufnummern aller Art, von ADAC bis zu meiner Autoversicherung, Krankenversicherung, deutscher Botschaft in diversen beruflich wie privat oft besuchten Reiseländern .... (ja ich weiss, es gibt Mobiltelefone, aber wenn mir das zusammen mit der Brieftasche geklaut wird?)

Dann habe ich Kopien sämtlicher Dokumente, eine Kopie der oben erwähnten EXCEL-Tabelle plus einiges anderes auf einem kleinen Memory-Stick, der etwa 1,5 mm dick ist und das Format einer halben Briefmarke hat.

Auf Reisen sind Ausdrucke des Blatts deponiert in edc, Koffer, Notebooktasche, um Redundanz zu schaffen. Der Inhalt des Memory-Sticks ist ebenfalls auf dem Notebook und den eBook-Reader gespeichert.

Doppelt genäht hält besser!

Ansonsten dabei:

Organspenderausweis, nebst Hinweis, dass sich auf dem Memorystick meine Patientenverfügung befindet.
Auf dem Memorystick eine Kopie meiner Patientenverfügung (für den Fall eines Falles), samt Hinweis darauf, wo das Original liegt.


Viele Grüsse

Matthias

- - - AKTUALISIERT - - -



Die Frage nach der Organspende stellt sich mancherorts nicht, so ist es bspw. in AUT so, dass man grundsätzlich als Spender behandelt wird.

Was seid Ihr Österreicher für vernünftige und pragmatische Menschen! Ich fürchte, soweit werden wir in D in 20 Jahren noch nicht sein!:traurig:
Hier gilt immer noch, dass ohne explizite Einwilligung Organe mit der Leiche verrotten und Menschen sterben müssen, die leben könnten.

Viele Grüsse

Matthias

tomrc46
24.07.2012, 08:01
Kann ein Böser denn mit all den Daten keinen Schindluder treiben, sollte man die Karte bzw. den Aufbewahrungsort (Börse, Brieftasche usw.) verlieren?

Hmmm... also bei mir sind keine PIN, TAN oder Paßwörter drauf. Was könnte man mit dem Wissen, bei wem ich was versichert habe anfangen? Im E-Fall ist mir der Zugriff auf das komprimierte Format wichtiger.
Ich muß halt vorher achtgeben. In Kaufhallen/bei Veranstaltungen trage ich die Brieftasche immer vorn rechts und hab die rechte Hand in der Tasche.

Grüße
Tom

Largo
24.07.2012, 08:25
Matthias das Kürzel AUT ist Australien soweit ich weiß.

Ich hab auf der einen Seite wichtige Rufnummern und auf der Rückseite Gesundheits-, Versicherungs- und Vertragsdaten.

theBrain
24.07.2012, 08:49
AUT ist schon Österreich. Australien wäre AUS.

Bärtram
24.07.2012, 18:27
Ist im Zweifelsfall schon auffällig, wenn man alle diese Daten (Versicherung, Führerscheine, etc.) im C-Fall oder als Flüchtling dabei hat.
Warum werfen Generationen von Flüchtlingen alles weg und haben nichts mehr?
Auch meine Oma ist damals mit nichts geflüchtet, das war wenigstens glaubhaft.
Klar, wenn man noch die Geldbörse dabei hat, dann darf ruhig der Führerschein, EC-Karte, BPA drin sein.
Aber wer schleppt schon seinen Lebenslauf mit allen Unterlagen mit sich rum?
Mich macht es immer stutzig, wenn die Neuankömmlinge immer alles parat haben.

nashua
24.07.2012, 18:32
Warum macht dich das stutzig? Und warum werfen Generationen von Flüchtlingen alles weg?

Bärtram
24.07.2012, 18:44
Warum macht dich das stutzig? Und warum werfen Generationen von Flüchtlingen alles weg?

Überleg mal...:unschuldig:

Mir ist auch noch nie jemand untergekommen, der nach dem schnellen Verlassen seines Landes (Krieg, Flucht, Vertreibung, etc.) seine Unterlagen auf einem USB-Stick hatte.
Eingenähte Unterlagen (mit Goldmünze) in der Jacke, im Brustbeutel, in Plastikbeutel, eingemauert im Haus (z.B. Soldbuch WK II), etc. habe ich schon zuhauf gehabt.
Unbeglaubigte Kopien von Ausweisen oder sonst. Unterlagen kommentiere ich nur mit einem Lächeln.
Das einzigste was zählt sind Originaldokumente und amtlich beglaubigte Kopien.
Und bei den amtl. begl. Kopien ist das von Land zu Land auch so eine Sache.

Einen Organspendeausweis würde ich z.B. nicht mit mir rumschleppen, außer er dokumentiert ausdrücklich, dass ich nichts spenden will.
Das könnte in einigen Ländern oder im C-Fall bedeuten, dass der Arzt abwartet, bis es bei mir was (raus-)zu holen gibt.

Harmlos
24.07.2012, 18:54
Flüchtlinge werfen ihre Dokumente weg, um einer drohenden Rückführung vorzubeugen. Dann behaupten Sie aus einem Land/Region zu kommen, in das keine Rückführung droht. Inzwischen kann mit medizinischen Methoden (Isothope im Zahnschmeltz) die Region bestimmt werden, in der ein Mensch aufgewachsen ist.

Bei unübersichtlichen Flüchtlingssituationen spielen manches Mal auch Gerüchte eine Rolle, deren Wirkung und Ausbreitung nicht zu unterschätzen ist. Wenn es in einem WK2 Treck plötzlich geheißen hätte, dass alle Deutschen aus Schlesien nach Sibirien deportiert würden, dann hätte ich meine Unterlagen auch schnell thermisch recycelt.

Neben weggeworfenen Dokumenten kommen noch Diebstähle hinzu. Und wenn du wirklich am Ende bist dann lässt du vielleicht sogar dein gesamtes Gepäck zurück, wenn du sonst nicht mehr weiterkommst.

Beste Grüße

Bärtram
24.07.2012, 19:08
Eine Liste mit allen möglichen Namen, Nummern, etc. kann im C-Fall auch bedeuten, dass der Agent oder Saboteur es leider versäumt hat, seine neue Legende komplett auswendig zu lernen und die Unterlagen dann zu vernichten.
Normalerweise werden dann in Kriegszeiten bei solchen Fällen keine langwierigen Nachforschungen angestellt...

Brennt nur mal das Haus oder die Wohnung ab, ist (fast) alles wieder zu beschaffen.
Ausweise, Führerschein, etc. sind bei den jeweiligen Behörden gespeichert; es werden dann Ersatzdokumente ausgestellt.
Sind die Daten bei den Behörden, Versicherungen, Banken weg, haben wir ganz andere Probleme.

Es ist jedoch sinnvoll, Rechnungen vom Hausrat und ggf. Fotos von Wertgegenständen anzufertigen und bei der Bank o.ä. für den Schadensfall (Brand, Raub) zu hinterlegen.

nashua
24.07.2012, 20:09
Also hältst du gar nichts von Datensicherung auf einen Stick?

tomduly
24.07.2012, 20:44
Hallo Bärtram, Harmlos und Nashua,

das mit dem Abstreifen der alten (Daten-)Vergangenheit im Falle einer Flucht mag im 2. Weltkrieg funktioniert haben oder meinetwegen bei bürgerkriegsbedingten Migrationsbewegungen innerhalb Afrikas auch heute noch. Aber hier&heute, im "post-privacy" Zeitalter baue ich Eure Identität innerhalb von Minuten mit Hilfe von Google und Facebook wieder zusammen. Die Gesichtserkennung (im Sinne von Identifikation) ist bei Google gerade im Betatest... Versucht mal, Eure Spuren im Internet zu tilgen... :lächeln:

Ok, in einer globalen Apokalypse kommt natürlich auch kein Internet mehr vor, ich weiss. Aber zwischen normalen Zeiten und Apokalypse passen noch jede Menge diverser Kataströphchen, in denen eine digitale Datensicherung zum mitherumtragen sehr viel Sinn macht und wenn es nur eine Menge Arbeit und Lauferei erspart, wenn einem grade die Bude abgebrannt ist oder man komplett ausgeraubt wurde. Natürlich kann man annehmen, dass Behörden einen erkennen und dann mit neuen Dokumenten ausstatten. Es kann aber auch blöd laufen: "Identität ungeklärt" und man erst mal zu seinem Zahnarzt dackeln muss und ein aktuelles Zahnröntgenbild gegen ein archiviertes verglichen werden muss. Nimm an, Du bist Typ Einzelgänger, kein Familienanschluss, keine Freunde, machst Urlaub in Asien, wirst entführt, kehrst nach 5 Monaten als "anderer Mensch" zurück. Spazierst in die Botschaft deines Landes, sagst "Guten Tag, ich bin Hans Maier aus Dortmund und hätte gern neue Papiere und einen Reisekostenvorschuss nach Hause." Wenn Dein Fall nicht schon durch die Medien gegangen ist, dürfte es da ganz schön eng werden. Wie heisst es im behördendeutsch so schön: "seine Identität glaubhaft machen". Mach das mal ohne alles.

Sich ein "Merk-Kärtchen" mit den Telefonnummern/Web-Seiten der eigenen Versicherungen, Banken etc. auszudrucken, kann hilfreich sein, aber ich würde niemals Kontonummern, Kartennummern etc. frei lesbar ausdrucken. Für sowas gibt es USB-Sticks mit hardwaremässiger Verschlüsselung der Daten, wie z.B. den DataTraveler Vault Privacy (http://www.amazon.de/Kingston-DataTraveler-Vault-USB-Stick-8GB/dp/B0014ZBPYA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1343154761&sr=8-1) von Kingston. Kann ich jedem nur raten, sich sowas anzuschaffen. Dokumente- und Nummern-Backups niemals als Klartetxtkopien anfertigen. Auch Daten, die Angestellte von Unternehmen per USB-Stick mit sich herumtragen: niemals im Klartext, immer hardware-verschlüsselt. Die 40 Euro Investition in so einen Stick ersparen u.U. ne riesen Menge Ärger.

Zusätzlich würde ich mir eine verschlüsselte Dokumenten-/Nummernsammlung als Mail-Anhang bei einem der üblichen Mailprovider wie GMX oder web.de o.ä. hinterlegen. So fährt man mehrgleisig: um kompletten Datenverlust zu erleiden, muss dann schon die Bude abbrennen, der USB-Stick geklaut werden und das Internet ausfallen...

Grüsse

Tom

nashua
24.07.2012, 20:59
Vielen Dank für den Tip.

Auf Grund deines Vorschlages bin ich im Netz noch auf folgendes gestoßen:
http://www.tomshardware.de/usb-sicherheit-aes,testberichte-240795.html
Bitte unbedingt komplett lesen.

Und auch das habe ich bei Amazon (http://www.amazon.de/review/R2S9TKE97JGLJ/ref=cm_cr_pr_viewpnt#R2S9TKE97JGLJ) gefunden:

"...Die Verwaltung des oder der USB-Sticks läuft über eine Webkonsole ab. Damit das USB-Gerät funktioniert, muss der Rechner in diesem Fall zwingend eine aktive Internetverbindung besitzen. Zur Einrichtung sind folgende Schritte notwendig:
Im ersten Schritt teilt man Windows über ein vom Anbieter bereitgestelltes Registry-File die Webadresse des Cloudservers mit, an den sich der USB-Stick anmeldet. Diese Registry-Daten muss der Administrator auf jedem Rechner installieren, auf dem der Kingston DataTraveler Vault Privacy laufen soll.
Anschließend gilt es, das SafeConsole-SSL-Zertifikat zu installieren. Das Zertifikat ist für jedes Setup einmalig und dient dazu, eine sichere Verbindung zwischen dem Server und den Geräten einzurichten. Das SafeConsole-Zertifikat muss man im Zertifikatsordner „Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen“ speichern.
Erst jetzt wird der Kingston-Stick an den Rechner gesteckt, der aufgrund der vorangegangenen Schritte korrekt von Windows erkannt und zunächst als CD-Laufwerk angezeigt wird. Die Anmeldung am Cloudserver erfolgt über die auf dem Daten-Stick gespeicherten Datei DTVPM_Launcher.exe, die den gegenwärtig in Windows angemeldeten Nutzer als Stick-Besitzer beim Server registriert. Bei erstmaliger Verwendung muss anschließend noch ein Passwort vergeben werden. Nach Passworteingabe öffnet sich der geschützte Datenbereich und der Testkandidat lässt sich wie ein gewöhnlicher USB-Stick einsetzen. Die Kingston-Software klinkt sich anschließend als Icon in die Taskleiste, über deren Kontextmenü der Anwender seinen Stick absperren, vom System abmelden oder das Stick-Passwort ändern kann..."




@Admins, sollte ich gegen Bestimmungen verstoßen habe, dann bitte alle Verstöße löschen. Vielen Dank.



nashua

Waldschrat
24.07.2012, 21:28
Hallo Bärtram, Harmlos und Nashua,

das mit dem Abstreifen der alten (Daten-)Vergangenheit im Falle einer Flucht mag im 2. Weltkrieg funktioniert haben oder meinetwegen bei bürgerkriegsbedingten Migrationsbewegungen innerhalb Afrikas auch heute noch. Aber hier&heute, im "post-privacy" Zeitalter baue ich Eure Identität innerhalb von Minuten mit Hilfe von Google und Facebook wieder zusammen.


Hallo Tom,
ich habe neulich mit meiner Frau rumgewitzelt , das Gespräch kam auf Facebook und ich habe gesagt: "Schatz, ich habe mir gerade eine Grabsteininschrift ausgesucht":lächeln:

Meine Frau guckte mich fragend an.

"Ja, die Inschrift lautet, hier liegt der letzte Mensch ohne Facebook"freunde."

Ich füttere Marc Zuckerberg nicht mit meinen Daten und statt google nutze ich ixquick als Suchmaschine, die ich nur wirklich jedem empfehlen kann.

https://www.ixquick.de/

Ich kann nur sagen, kein Personaler und kein Fachvorgesetzer eines Unternehmens wird Bewerber je googeln oder mal nachschauen, was sie auf sozialen Netzwerken so treiben.
Selig die Leichtgläubigen ....


viele Grüsse

Matthias

tomduly
25.07.2012, 08:00
Ich kann nur sagen, kein Personaler und kein Fachvorgesetzer eines Unternehmens wird Bewerber je googeln oder mal nachschauen, was sie auf sozialen Netzwerken so treiben. Selig die Leichtgläubigen ....

So isses...niemand hat die Absicht, persönliche Daten zu sammeln und zu verknüpfen, um daraus einen profitablen Mehrwert zu generieren, nö nö... :kichern:

Paddy
25.07.2012, 08:31
Hallo tomduly,

eine Frage zu Deinen Ausführungen, wieso eigentlich Hardwareverschlüsselt?
Ich verwende zur Verschlüsselung meiner Dokumente auf USB-Sticks TrueCrypt. Das Programm ist dann auf dem Stick mit drauf, ebenso wie die Anweisung wie es zu nutzen ist, sowie ein Hinweis auf das Kennwort (in dem Sinne, daß nur jemand der mich sehr sehr gut kennt dann das Passwort, welches noch nach Anleitung umgewandelt wird, um keine Lexikonwörter zu enthalten, ermitteln kann) falls ich die Daten nicht mehr selbst entschlüsseln kann, und z.B. meine Frau auf die Daten zugreifen muss.

Gruß
Paddy

tomduly
25.07.2012, 08:44
Hallo nashua,


Vielen Dank für den Tip.

Auf Grund deines Vorschlages bin ich im Netz noch auf folgendes gestoßen:
http://www.tomshardware.de/usb-sicherheit-aes,testberichte-240795.html
Bitte unbedingt komplett lesen.

Und auch das habe ich bei Amazon (http://www.amazon.de/review/R2S9TKE97JGLJ/ref=cm_cr_pr_viewpnt#R2S9TKE97JGLJ) gefunden...


beim DTVP USB-Stick muss man wohl frühere und aktuelle Versionen unterscheiden. Die von Dir gelisteten Stellen bzw. Kommentare zum DTVP treffen auf das aktuelle Modell nur sehr bedingt zu. Ich will hier keine Lanze für irgendeinen Produkthersteller wie Kingston brechen (die haben gerade im Security auch schon recht obskuren Mist produziert), aber einige der Aussagen aus den Links muss ich widersprechen:

1. "Der Stick braucht eine aktive Internetverbindung" - Das ist schlicht falsch. Funktioniert problemlos an einem Rechner ohne Internetzugang (gerade extra noch mal getestet). Es flattert einem beim Auspacken auch kein ominöses Zettelchen entgegen, das einen auf eine noch ominösere Webapplikation oder Software hinweist. Der Stick ist aus Sicht eines PCs quasi zweigeteilt. Nach dem Einstöpseln erkennt der PC eine CD-ROM und bindet den Stick als CD-Laufwerk ein. Dort befindet sich im Rootverzeichnis ein Programm namens DTVO_Launcher.exe diese startet bei neueren Windows-Versionen und je nach Security-Enstellungen am Rechner automatisch, sonst muss man sie per Doppelklick ausführen. Das geht nach meiner Erfahrung auf allen Rechnern, auch wenn man nur Gast-Rechte hat. Ist das Programm gestartet, öffnet sich ein kleines Programmfenster, das einen zur Passworteingabe auffordert. Hat man das Passwort korrekt eingegeben, mounted das Programm den eigentlichen USB-Stick, er wird dann als ganz normaler Datenträger wie eine Festplatte bzw. ein normaler USB-Stick ins System eingebunden.

Die Sache mit der SafeConsole bzw. dem Cloudserver dient der Administration von DTVP-Sticks, wenn sie z.B. in Unternehmen eingesetzt werden und die Firma die Hand auf den Sticks haben möchte. Dann verbleibt das eigentliche Passwort zur Verwaltugn des DTVPSticks bei der Firma und der Anwender bekommt nur ein Anwenderpasswort mit weniger "Macht". Das ist eine aus Unternehmersicht durchaus nachvollziehbare Anwendung, dabei geht es um die Möglichkeit, so einen DTVP-Stick sperren zu können (z.B. wenn der Mitarbeiter die Firma verlässt oder als nicht mehr vertrauenswürdig gilt) oder ohne Datenverlust freischalten zu können, wenn der Mitarbeiter sein Passwort vergessen hat und wichtige Daten auf dem Stick sind. Diese Geschichte hat aber für den Anwender eines einzelnen Sticks, die nicht im Rahmen einer IT-Security-Policy einer Firma ausgegeben werden, keine Bedeutung.

2. "Benutzer von Linux oder Mac sind ausgeschlossen." - Ist auch falsch. Auf dem virtuellen CD-ROM-Laufwerk befinden sich zwei Verzeichnisse "linux" und "mac" mit den entsprechenden Anwendungen bzw. Apps zur Verwendung unter Linux bzw. Mac. Bei Linux noch unterschieden nach 32 und 64 Bit Versionen. Es sind halt zwei Mausklicks mehr als für den Windows-Nutzer.

Zu den Kritikpunkten des Arztes in der Amazon-Rezension: nun ja, Baugrösse und wackelige Kappe sind Schönheitsfehler, wenn mir das wichtiger ist, als eine sichere Verwahrung sensibler Daten, ich weiss nicht. Die von ihm berichteten Ausfälle/Erkennungsprobleme und die langsame Übetragungsgeschwindigkeit könnten aber auch an der USB-Buchse seines Rechners liegen, ich wage es zu bezweifeln, dass er Performance-Tests mit verschiedenen Rechnern gemacht hat.

Eine Sache noch: so ein DTVP-Stick besitzt einen Kryptochip, der die Datenverschlüsselung auf dem Stick durchführt und vor allem werden auch tatsächlich die Daten (AES-)verschlüsselt, nicht nur das Zugangspasswort, was die meisten der am Markt befindlichen "Security"-USB-Sticks machen und die eigentlichen Daten maximal mit einer Ballaballa-Verschlüsselung a la XOR oder ROT13 schützen (wenn sie die Daten überhaupt verschlüsseln). Zusätzlich hat der DTVP einen Fehlversuchszähler: nach 10 falschen Passworteingaben (auch über mehrere Sitzungen hinweg) ist Schluss mit lustig: nun kann man den Stick nur noch formatieren (und dann mit einem neuen passwort versehen), aber nicht mehr an die Daten ran. Ausserdem unterbindet die DTVP-Anwendung simple Passwörter, ebenso verhindert sie, dass man die gewählte Zeichenfolge z.B. im "Erinnerungshinweis" oder in einem Verzeichnisnamen einbaut. Da wurde bei Kingston schon mitgedacht und aus Fehlern der letzten Jahre gelernt.

Mir ist bei USB-Sticks ausser den DTVP von Kingston derzeit nur noch die Marke IronKey bekannt, die gleich sicher bzw. noch sicherer sind. Die IronKeys sind aber nochmal ne Nummer teurer, weil zertifiziert und haben den Nachteil, dass sie sich nach ereichen der erlaubten Anzahl von Fehleingaben automatisch unbrauchbar machen, man kann sie dann auch nicht mehr formatieren.


Grüsse

Tom

- - - AKTUALISIERT - - -

Hallo Paddy,


Hallo tomduly,
eine Frage zu Deinen Ausführungen, wieso eigentlich Hardwareverschlüsselt?
Ich verwende zur Verschlüsselung meiner Dokumente auf USB-Sticks TrueCrypt.

TruCrypt ist auch ok - kannst Du es denn auf fremden Rechnern ohne Admin- bzw. nur mit Gast-Rechten auch vom Stick aus ausführen? Bin mir da nicht sicher, dass das immer funktioniert.

ArchiCryptLive ist auch recht gut.

Grüsse

Tom

Maresi
25.07.2012, 10:11
Ist im Zweifelsfall schon auffällig, wenn man alle diese Daten (Versicherung, Führerscheine, etc.) im C-Fall oder als Flüchtling dabei hat.
Warum werfen Generationen von Flüchtlingen alles weg und haben nichts mehr?
Auch meine Oma ist damals mit nichts geflüchtet, das war wenigstens glaubhaft.
Klar, wenn man noch die Geldbörse dabei hat, dann darf ruhig der Führerschein, EC-Karte, BPA drin sein.
Aber wer schleppt schon seinen Lebenslauf mit allen Unterlagen mit sich rum?
Mich macht es immer stutzig, wenn die Neuankömmlinge immer alles parat haben.

Meine Oma musste damals auch (aus Tschechien) flüchten. Dass sie damals keinen USB-Stick mithatte liegt v.a. daran, dass es damals keine USB-Sticks gab.
Sie hat es aber trotzdem geschafft, ihre Unterlagen, Kleidung und sogar eine Kuh mitzunehmen. Weil nämlich die Vertreibung nicht innerhalb von Mintuten, sondern Wochen geschah. Da konnte man sich darauf vorbereiten...

Dass ich keine Zeit mehr habe, meine Unterlagen zu retten kkommt üblicherweise nur im Falle eines Hausbrandes vor. In Friedenszeiten stellt das normalerweise kein Problem dar {weil ich a meine Unterlagen als Kopie im Bankschließfach habe und b) sie mir rasch wieder besorgen kann}.
Ich habe daher meine persönlichen Dateien ebenfalls auf USB mit, allerdings verschlüsselt.
Im Falle einer Flucht würde ich mich von meinen Dokumenten nur dann trennen, wenn ich durch ihre Anwesenheit einen gravierenden Nachteil hätte.

LG,

Maresi

Bärtram
25.07.2012, 10:37
Hallo zusammen,

bei den üblichen Katastrophen (Feuer, Überschwemmung, etc.) hat man keine Probleme, abhanden gekommene Dokumente durch die immer noch funktionierenden Behörden ersetzt zu bekommen - kostet halt nur Zeit und Geld.

Wenn die Behörden nicht mehr arbeiten (ehem. Jugoslawien) sind Ersatzdokumente (zunächst) nicht mehr zu bekommen, aber auch bei einer Flucht in ein anderes Land bringen mir die aus USB-Stick gesicherten Daten nichts, da sie mangels Glaubhaftigkeit nicht anerkannt werden.

Dafür ist die Datensicherung recht aufwendig mit bestenfalls zweifelhaften Ergebnis.
Dagegen macht es für mich schon viel Sinn, Familienfotos und sonst. pers. Erinnerungen als Backup auf USB-Stick zu speichern; habe ich auch gemacht.

Die Vorstellung, dass man jeden Lebenslauf durch Google, Facebook + Co. wieder aufbauen oder verifizieren kann, ist falsch.
Sicherlich hinterlässt man viele Datenspuren im Netz, aber wenn man sich dessen bewusst ist, kann man auch vieles vermeiden.
Allerdings kann diese Datenvermeidung auch wieder auffällig sein...

Paddy
25.07.2012, 12:24
@ tomduly

Du hast recht, truecrypt läßt sich vom Stick nur mit Admin-rechten starten


@ Sam de Illian



...
Sonst kann man den verschlüsselten Datenblock einfach kopieren und dann an leistungsfähigen Rechnern -wenn nicht entsprechende Vorkehrungen getroffen sind- entschlüsseln.
...


ich denke jemand der an eine leistungsfähige Rechnerfarm rankommt um einen TC Container zu entschlüsseln, der interessiert sich wohl nicht für meine persönlichen Daten oder die eines anderen ganz normalen Menschen, hier gehts ja nicht um Regierungs- oder Firmengeheimnisse, wo sich der Aufwand vielleicht lohnen würde.

Gruß
Paddy

Paddy
25.07.2012, 15:21
Hallo Sam,

danke für deine ausführliche Erläuterung zur Passwortsicherheit, natürlich hast Du recht, dass oft zu einfache Passwörter gewählt werden, aber davon ab, also bei der Verwendung eines "starken" Passwortes ist die Verschlüsselung von z.B. TC eben nicht mit ein-zwei PCs zuschaffen.

Problematisch bei "starken" Passwörtern ist das merken derer, gerade für Passwörter die man nicht täglich nutzt.
Ich habe dies so gelöst, dass ich die Anleitung zum erstellen des Passwortes als txt mitliefere: die Ausgangswörter kann nur jemand wissen der mich sehr gut kennt (oder über einen nachrichtendienstlichen Apparat verfügt - da sind wir aber wieder bei der nicht vorhandenen Wichtigkeit meiner Person), und außerdem wie diese mehreren (zunächst) Klarwörter umgewandelt werden um gegen Lexikon-Angriffe geschützt zu sein, hierbei entstehen auch Zahlen und Sonderzeichen, um einen umfangreichen Zeichensatz zu nutzen.

Gruß
Paddy

tomrc46
26.07.2012, 20:22
@Paddy: Ich steh' gerade auf dem Schlauch. Kannst Du mir mal ein Beispiel so einer 'Herleitung' geben? Thnx

Paddy
27.07.2012, 13:11
Hallo tomrc46,

gerne, kein Problem, anbei ein (einfaches) Beispiel, da gibt es aber viele Möglichkeiten, sowohl was die Ausgangsworte angeht, als auch was deren Codierung angeht, zusätzlich könnten z.B. die einzelnen Passwortteile noch durch ein drittes "gemischt" werden.
Die Ausgangsworte sollte man so wählen, dass sie nicht sehr kurz sind (im Beispiel ist dies hier aber so um das System zu erläutern).

Gruß
Paddy

9102

tomrc46
27.07.2012, 17:12
:Gut:Super! Danke, jetzt hab ich's kapiert.


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