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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die meist verwendete Ausrüstung



photography321
20.01.2013, 01:30
Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=YXPz-r1foFI&list=UU38_Fg9HQ5HsPHX6U5y239g


Bin letzthin auf dieses Video von Volwest (Franzose, der in US Montana lebt, Survivalist und Autor) gestossen.
Darin kritisiert er die viele Survival-Equipment/BOB, die auf Videoplattformen im Internet kursieren und seiner Meinung nach oft realitätsfremd sind.

Das Konzept besteht aus 5 Pfeilern und wird weltweit von Millionen Menschen in Lateinamerika, Afrika, Naher Osten, Indien, Asien in Krisengebieten verwendet.
Er sagt, dass diese Menschen bereits jetzt tagtäglich ums Überleben kämpfen und hat deren Basisausrüstung analysiert. Sie haben immer die gleiche Ausrüstung mit 5 Gegenständen und sie hat sich bewährt. Doch in den meisten Survival-Ausrüstungs-Videos kommen diese Gegenstände nicht vor.

1. Wasserkanister (20L)
"Man macht sich damit eben auf langen Märschen eben den Rücken kaputt. Doch eine 1L Militärtrinkflasche reicht nur für wenig Zeit."

2. Kochtopf (mind. 2 Liter)
"Für eine Familie mit 4 Leuten, oder wenn man einen Fasan braten will, brauchts viel Platz und es muss in grossen Mengen gekocht werden. Da reicht ein kleines Trekking-Töpfen nicht aus".

3. Tarp/Blache


4. Wolldecke


Diese Gegenstände bekommen Flüchtlinge als erstes in Flüchtlingslagern.
Dann gibt es noch das 5. Werkzeug:

5. Machete
"Ich muss immer lachen, wenn Prepper 5 Multitools im Rucksack haben. Das bringt nichts. Die Machete kann alles sehr gut machen (Werkzeug, Waffe) und sie steht bei allen Leuten, die Tag für Tag ums Überleben kämpfen müssen, im Haus.


Sein Tipp ist zu schauen, was Leute als Ausrüstungsgegenstände haben, die bereits jetzt tagtäglich ums Überleben kämpfen.

GrimmWolf
20.01.2013, 01:45
Das mag zutreffen, und deckt für die Leute in den Regionen das wichtigste ab...
aber wenn ich mit einer Machete im Wald dem Förster begegne... oder damit im 3er Tram zum Hbf fahre... krieg ich wohl ein kleines Problem.
Und statt einer Wolldecke die in unserem Klima nur gaaaanz schlecht trocknet wenn man sich über länger Zeit draussen aufhalten muss..lieber ein Wasserdichtes Tarp.
Und in Europa ist auch die Wassersituation ein klein wenig anders als im Rest der Welt. Hier kann ich meine 1l Flasche spätestens alle 5km mit TRINK(barem)WASSER auffüllen...
Was in Alaska funktioniert kann auch hier, muss aber nicht in der Maghreb...
Und wer in Südindien oder sonstwo Tropisch lebt hat andere Sorgen.
Gear, egal wie wenig oder wieviel muss den Umständen und den eigenen Fähigkeiten angepasst sein, sonst wird auch der teuerste HiTech Kram nutzlos.
Gruss

hamster
20.01.2013, 01:48
Is ja ganz ok für den ders mag. Mach mal einen Selbstversuch: Lauf mal einen Tag mit Machete und 20 l Kanister durch eine dt. Stadt.
Außerdem gibt es Gründe warum sich bei unseren Vorfahren gerade die Machete nicht durchgesetzt hat.
Preppen heißt für mich auch NICHT ums Überleben kämpfen zu müssen.

Opa
20.01.2013, 09:25
Hi,

Es ist doch gut, dass hier der Humor nicht ganz weg ist, anders kann ich den Vorschlag nicht sehen :-)
Wenn da eine kommt und meint, alle machen es total falsch, er machts genau richtig und Milionen von Menschen machen es genau so... aehm?

Nick

200680G60510
20.01.2013, 09:38
Ich schließe mich dem Beitrag voll und ganz an, nur zu Folgendem hab ich noch was zu sagen...

Nachteil: um jemanden mit einer Machete effektiv zu stoppen, muss ich ihn mindestens(!) schwer verletzen, das zielgerichtet zu tun, ohne jemanden aus Versehen zu verstümmeln oder zu töten ist nahezu unmöglich.

Wenn ich jemanden mit einer Machete Angreiffe hat das den Gleichen Effekt wie bei z.B. Schwert o.ä.
Schwere-tödliche Verletzungen sind Automatisch vorprogrammiert. Ausserdem gibt es eine riesen Sauerei.
Dazu muss erst mal jemand im Stande sein sowas durchzuziehen
Ich meine es wird immer so leichtfertig darüber gesprochen sich mit einer Machete oder ähnlichem zu verteidigen, jedoch muss man dazu erst mal im Stande sein.

Wenn mich jemand mit einer Machete Angreifft gibt es nur folgende Möglichkeiten,
-ich bin so gut in SV und Nahkampf geschult daß ich den Angriff ohne eine gleichwertige Waffe abwehren kann (was mmn 99% nicht sind)
-ich habe eine gleichwertige Waffe und lasse mich auf einen Kampf ein (50-50chance)
-ich überlasse alles was ich habe dem Angreiffer und seh zu dass ich Land gewinne...

Ausserdem sollte jeder daran denken daß mich mein Gegner evtl. entwaffnen kann und die Waffe gegen mich verwendet wird.

Ich denke das sind ein Paar Punkte über die jeder nachdenken sollte der über sowas schreibt, spricht usw.

Nur mal so nebenbei.

:rolleys:
(PS: bitte jetzt keine Rambogeschichten... es sollte nur ein Denkanstoß sein)

Pfadfinder
20.01.2013, 09:50
Grundsätzlich stimmt das.
Und grundsätzlich stimme ich auch GrimmWolf und Sam de Illian zu.

In den meisten Fällen ist dies Equip sicherlich hilfreich.
Aber nicht in allen.
Aus eben den Gründen von den beiden.

Soweit zur verallgemeinerung, und jetzt noch mehr ;)

Jedes Video, jedes Buch das eine Liste mit den Top X Gegenständen zeigt, ist entweder absolut individuel, oder absolut generell...
Das heisst, für DICH ist es in keinem Fall das non-plus-ultra.
Schau dir einige Videos, von verschiedenen Regionen, für verschiedene Situationen, von verschiedenen Menschen an, und zieh dir das beste für deine Region, dich als Menschen, und dein können heraus.

Niemand kann dir eine Liste der Gegenstände geben dir 100% zu dir passt.
Mit Glück passen die meisten Listen die du findest zu max. ca 80% zu dir.
Soll heissen, anpassen musst du immer selbst.

Improvisieren, und vorraussehen ist immer gut ;)
So habe ich z.b. zwar keinen 20l kanister, aber ich habe 6 x 0.5L Petflaschen für Unterwegs, sowie zusätzlich 2x1.5L Petflaschen in meinem BoP falls ich mir irgendwo ein 'fixes' Lager baue.
Das sind zusammen 6 Liter, was theoretisch 'locker' für 2 Personen für 1 Tag , oder für 1 Person für 2 Tage reicht.
Wenn man sich ruhig verhält und einteilt könnte es sogar 3 tage für 1 person reichen, oder 1 tag für 3 personen.
Das ist kein Luxus für 6 Leute, aber ich bin single, und plane für 1 fixe und 1 fiktive (und dadurch halbwertige und vernachlissägbare) person.

EDIT:
Nachtrag: DU KANNST DICH NICHT AUF ALLES VORBEREITEN.
Ich hab mehr als 8 versch. Szenarien, aber ich bereite mich 'lediglich' auf 2-3 vor.
1) ich bleib in der wohnung
2) ich muss aufs 'feld'
3) alles bleibt gleich

Nach und nach, gaaanz langsam, wird für verschiedene andere Szenarien, additiv das wichtigste, zugleich kleinste und möglichst günstigste zu den 2 worst-case situationen, situationsgerecht erweitert.
z.B. Gaskocher zu hause, feuerstein mobil, und so ähnlich... so lässt isch das ganze sogar für verschiedene unterschiedlich kombinieren/vorbereiten.

Vincent
20.01.2013, 09:51
Sein Tipp ist zu schauen, was Leute als Ausrüstungsgegenstände haben, die bereits jetzt tagtäglich ums Überleben kämpfen.

Daran ist grundsätzlich nichts verkehrt. Wenn man das tut wird man aber auch schnell feststellen dass da Unterschiede zwischen den Bewohnern der verschiedenen Klimazonen bestehen. Amazonasgebiet, arktische Tundra, Sahara, tibetisches Hochland, indische Tropen oder gemäßigte mitteleuropäische Zone (selbst hier gibt es teils große Unterschiede) stellen doch recht unterschiedliche Anforderungen. Auch wird man fesstellen dass viele dortige einheimische Menschen gerne auf technische Hilfsmittel zurückgreifen sofern sie die Möglichkeit dazu haben. Stichwort: Motorschlitten bei den Eskimos, Enduros bei den Mongolen usw.etc... Der obige Grundgedanke ist nicht schlecht, führt aber wie auch andere hier ebenfalls schon ausgeführt haben, weltweit definitiv nicht zum selben Ergebnis. Auch sollte man berücksichtigen dass wir es zum großen Teil eben nicht gewohnt sind, ums überleben zu kämpfen, da kommt einem eine erweiterte Starthilfe im Falle eines Falles gerade recht. Man schaltet beim Auto ja auch nicht vom 4. in den Rückwärtsgang oder läuft von 0 Metern über nn schnurstracks auf 5000 Meter über nn...

Trotzallem möchte ich hier gerne zugestehen dass es tatsächlich genau diese 5 aufgezählten Sachen (in abgewandelter Form) sind, die zu den essentiellen Dingen aller Flüchtlinge weltweit gehören; allerdings mit Sicherheit nicht freiwillig. Dies sollte deswegen aber für jemanden der erweiterte Möglichkeiten hat, kein Grund sein, diese doch sehr karge Ausstattung möglichst je nach seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen zu erweitern. Wegwerfen, tauschen und verschenken kann man immer :-)

Gruß
Vincent

ID 940
20.01.2013, 10:01
Danke für das Thema und den Diskussionsanreiz.

In der Sache stehen die vorgeschlagenen 5 Dinge für eine bestimmte Art von Survival bzw. Überlebenskampf. Die uns - hier im Prepper-Forum - wohl zu fremd erscheint. Diese Dinge sprechen Grundthemen an, Trinkwasser, Nahrung, Unterkunft, Wärme und Schutz. Das sind die gleichen Themen wie in jedem Fluchtrucksack.

Was würden wir tun, falls wir unser gesamtes Geld und unsere Ausrüstung in einer der o.g. Gegenden verlieren würden, welche Ausrüstung stünde uns in Afrika usw. zur Verfügung, welche könnten wir uns beschaffen, weil sie in der jeweiligen Kultur vorhanden ist ?

Etwa Survival-Messer oder platzsparende Wassersäcke oder HighTech-Tarp- bzw. Poncho-Material ?

Wir würden nehmen, was wir kriegen könnten.

Das Argument gegen die o.g. meist verwendeten Ausrüstungsgegenständen ist doch: diese Wahl würde wir nicht freiwillig treffen. Weil wir Besseres kennen, mit Anderem geübt sind, die Vor- wie Nachteile kennen.

Szenario
Ich müsste mich als Westeuropäer durch die Slums in einer asiatischen Großstadt durchschlagen. Rüste ich mich dazu mit westlichem HighTech auf ? Oder versuche ich mich den Gegebenheiten anzupassen, nicht aufzufallen, meine Herkunft zu verschleiern ... welche Strategie die klügere ist, lässt sich m.M. nicht verallgemeinern. Es kommt darauf an.

Sich an der Überlebensausstattung von "Millionen" zu orientieren, muss umgekehrt keineswegs in eine Empfehlung ausarten, es genauso zu machen. Wie erfolgreich ist denn dieses Konzept der Betroffenen ? Mir erscheint eine Mittel-zum-Zweck Beziehung ratsamer als das ultimative Gear. Seien es nur primitive Stellvertreter-Ausrüstungsgegenstände für die Survival-Themengebiete.

Der Mensch nutzt gerade in scheinbar auswegloser Situation all seinen Verstand, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Deshalb halte ich die o.g. "5 Dinge Ausstattung" alles andere als für abwegig. Hinreichend ja, ausreichend nein, falls es jedoch sinnvoll scheint etwa bei Grenzübergängen und Kontrollen sich auf dieses Mindestmaß (oder Weniger) zu beschränken, um strategisch andere Ziele zu erreichen, dann bleibt es eine Option.

Grundkritik gegen den Ausrüstungswahnsinn finde ich angebracht. Sich ständig hinterfragen, ob man nun das Richtige eingepackt hat, hat dennoch seine Grenzen. Die ständige "Optimierung" geht mir jedoch auf die Nerven, Survival funktioniert m.E. anders, beim Preppen hingegen ist der Aufwand höher, weil der Zeithorizont ein anderer ist und ein gewisser Komfort und eine gewisse Verantwortung (Familie) wichtig sind.

Pfadfinder
20.01.2013, 10:13
Comfort ist Luxus.
Ich habe nackt in 5 Stern Hotels gepennt, ebenso wie mit langen Unterhosen und Unterziehpullover im Schlafsack im freien und Schneefall bei -10° geschlottert.

Für mich persönlich nicht sehr, aber für viele andere seeehr wichtig!
Die Tasse Kaffee am morgen.
Wer dies am Morgen trinken kann, fühlt sich gleich wie wenn er nach französischem Weckdienst, gefolgt von Sauna und kalter Dusche frisch geboren wäre!
Alles vergangene ist Vergessen...


Luxusbedarf hört dort auf, wo die Nutzung des Luxusartikels nichts mehr mit überleben zu tun hat.,
oder der Danach-Konsum keine wieder-gut-machung für das Erlebte davor bringt (schlottern in der Nacht, Kopfschmerzen, Kochen, nasse Schuhe, o.ä.)
(( Kinder / Eltern sind von dieser Regel ausgenommen, die brauchen Spielzeug ! ))

Silverdragon
20.01.2013, 11:18
@photography321

Die Reihenfolge der gelisteten Gegenstände stimmt nicht ganz, entspricht aber ansonsten exakt der 3er Regel des Sterbens.

30 Sekunden wenn man gezielt von einem Menschen oder einem Raubtier angegriffen wird
3 Minuten wenn die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird (z.B. Brand, unter Wasser)
3 Stunden wenn die Außentemperatur zu weit von der 35 Grad-Wohlfühltemperatur abweicht
3 Tage wenn die Wasserzufuhr ausbleibt
3 Wochen wenn die Nahrungszufuhr ausbleibt
3 Monate wenn durch mangelnde Hygiene das Krankheitsrisiko extrem gestiegen ist (z.B. Cholera)
3 Jahre wenn man isoliert wurde und sich nicht psychologisch auf Vereinsamung und autarke Versorgung einrichten konnte.

Es gibt Prioritäten und ich kenne keinen Flüchtling, der bei Zusammenbruch von gesellschaftlichen Normen nicht die Waffe sehr weit oben hat. Alle Survivalisten die ich kenne wollen zumindest ein Messer dabei haben. Und in der Flüchtlingsrealität, die von Übergriffen geprägt ist, behält man nur das was andere nicht wollen oder das man verteidigen kann. Auch gegenüber Tieren.

Tarp und Decke bedeuten schlicht Wärme. Ein immer wieder unterschätzter Faktor. Er entscheidet aber auch in der Wüste darüber, ob man am nächsten Morgen noch gesund aufwacht. Und wenige Erkrankte gesunden auf der Flucht wieder.

Beim Wasser hatte ich ja schon erwähnt, dass ich lieber etwas mehr Wasser dabei habe. Der 20 Liter-Kanister erklärt sich, sobald man mal die mitteleuropäische Hobby-Brille abnimmt und die Realitätsbrille aufsetzt. In der Realität müssen nämlich auch die Kinder und Alten mit und alles was diese verbrauchen muss vom Starken getragen und verteidigt werden. Darunter auch das Wasser, von dem man bei unregelmäßiger Versorgung so viel einpackt, wie man maximal tragen kann.

Cephalotus
20.01.2013, 11:49
Das Konzept besteht aus 5 Pfeilern und wird weltweit von Millionen Menschen in Lateinamerika, Afrika, Naher Osten, Indien, Asien in Krisengebieten verwendet.
1. Wasserkanister (20L)
2. Kochtopf (mind. 2 Liter)
3. Tarp/Blache
4. Wolldecke
5. Machete

1. Ein BOB ist kein INCH, sondern für kurzfristige Flucht ausgelegt. Für die Dauerflucht hätte ich auch andere Ausrüstung als im BOB

2. Für eine Familie müssen Dinge größer sein als für Einzelpersonen. In Mitteleuropa muss ich nicht 20l Wasser schleppen, das kann in der Sahelzone ganz anders aussehen.

3. Die Leute nehmen die Dinge nicht mit, weil die besonders toll sind, sondern weil sie besonders billig und verfügbar sind. Keiner der afrikanischen Flüchtlinge kann sich ein Multitool leisten, einen Katadyn Pocket Wasserfilter oder einen guten Schlafsack/Isomatte oder Platypus Faltflaschen. Niemand dort kann sich eine extra Fluchtausrüstung leisten, sondern man nimmt eben die 5 Dinge mit, die auch im Alltag den ganzen Besitz ausmachen...

Wer das nachmachen will solls tun...

Papa Bär
20.01.2013, 12:03
Wenn ich solche minimalistischen Ansätze sehe, denke ich immer an "Die Trauben sind mir eh zu sauer"

Sicher, man kann durchaus zwei Wochen in der Wildnis überleben, wenn man nur ein Messer, eine Feldflasche und eine volle Blase hat - aber warum sollte man???

Ich denke mir immer, solche Spezial-Survivalkenntnisse sind sicher ganz nett... gut zu wissen, wie man überlebt nach dem man unverhofft des morgens im Amazonas-Regenwald aufwacht...aber wenn ich in einer solchen Situation aufwache und mein Equipment nicht bei mir habe - dann ist bereits im Vorfeld ganz gewaltig was schief gelaufen!

occam
20.01.2013, 13:50
Hi!

Ich denke der Ansatz selbst hat schon durchwegs seine Richtigkeit.
Nur die Parameter sind falsch!
Wie eben schon von vielen hier angesprochen, kann ich die Umstände hier
in Europa nicht mit denen in Afrika etc. vergleichen...

Man könnte aber schauen, was Leute verwenden, die HIER tagtäglich
"ums Überleben" kämpfen. Ein Blick zu Obdachlosen reicht.

Was haben die:
- mehrere Schichten Kleidung, Handschuhe, Kopfbedeckung, festes Schuhwerk
- Sackerl/Tüten mit Habseligkeiten, als Verstaumöglichkeiten
- manchmal zum Transport: Einkaufswagen/Trolley/Fahrrad
- Schlafsack/Decken/Planen/Kartons
- Taschenmesser
- Löffel (Besteck)
- Stock/Hund etc. zur Verteidigung
- Plastikflaschen/Tetrapacks zum Trinken

Wasserkanister und Machete konnte ich da noch nie ausnehmen.
Wasser gibts bei uns ja reichlich und ein Obdachloser mit Machete
hätte in der Stadt eine geringe Halbwertszeit.
[Und ich hatte während meiner Praxis viel mit Obdachlosen zu tun.]
Kochtopf eher selten. Tarp/Planen und Wolldecke/Schlafsack ja.

Ciao,
Occam

Silverdragon
20.01.2013, 15:10
@Sam de Illian

Erfahrungsgemäß tragen Kinder unter 12 Jahren besser wenig bis nichts und man darf froh sein, wenn sie sich im Erwachsenentempo mitschleppen können. Die Wandertage in den Schulen werden mit 6 km für Erst- und Zweitklässler und 10 km bis zur 6. Klasse ausgelegt. Plant der Lehrer einen Tagesmarsch von 20 km für Vierzehnjährige wird er schon als wahnsinnig eingestuft.
Unter 6 Jahren ist auf der 30 km-Referenzstrecke mehr oder weniger schnell das unvermeidliche Getragen werden angesagt. Am Kritischsten sind die Kinder zwischen 6-12. Für 30 km fast zu schwer zum Tragen, aber selten so stark die komplette Strecke zu marschieren. Die Aussage dass jeder "sein Päckchen" tragen soll ist daher realitätsfern. Schon beim Militär wird dem Leistungsfähigstem das MG oder das Gruppengepäck aufgebürdet, um die Gruppenmitglieder möglichst gleichmäßig zu belasten.

occam
20.01.2013, 15:46
@ Silverdragon: Grundsätzlich bejahe ich Deine Meinung.

Allerdings ist es so, daß (also bei uns hier und abseits von Grundwehrdiensten und Ausbildungen) das MG der MG-Schütze trägt
und sonst niemand. Hat ja auch irgendwie wenig Sinn, wenn (also ich spreche jetzt von Infanterie) das MG irgendwer, irgendwo in der Gruppe trägt.
Der MG-Schütze muß deswegen nicht zwangsweise der "Leistungsfähigste" sein.
Sonstiges Material, auch gerne Zusatzmunition, kann/soll natürlich innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden.

Edit: ich möchte aber noch dazu sagen, daß ich das sehr wohl auch kenne, daß das MG in der Gruppe "wandert"...
...und Positionen wechseln. Zumeist passiert das aber in Ausbildungen, damit nicht nur die Gruppenmitglieder unterschiedlich belastet
werden, sondern auch die unterschiedlichen Funktionen üben können.

200680G60510
20.01.2013, 17:46
1. Wasserkanister (20L)
2. Kochtopf (mind. 2 Liter)
3. Tarp/Blache
4. Wolldecke
5. Machete
Also ich bin z.B. hier in diesem Forum um näher zu erfahren und Info´s zu bekommen was ich mitnehmen kann ohne nur mit diesen 5 Dingen auskommen zu müssen.
Klar würde es auch gehen. Die Klamotten die man am Leibe trägt und die 5 Dinge die der Mensch offensichtlich "nur" braucht um zu Überleben.
Ich bin der Meinung das jeder der mehr mitschleppt als nötig ganz schnell die Dinge auf seinem Weg fallen lässt die ihm zu schwer werden.

Nicht umsonst verbringen manche Leute eine sehr lange Zeit damit (ich inkl.) ihre Ausrüstung zu optimieren.

Soll jeder machen wie er lustig ist und jeder mitnehmen soviel er schleppen will/kann/muss.

MfG
:rolleys:

Solarwind
20.01.2013, 18:17
Mir fällt an den fünf Dingen vor allem folgendes auf: Sie sind dort überall verfügbar und vor allem recht leicht ersetzbar. Es ist nichts, was großartig Neider anzieht oder kaputtgehen kann. Es sind vor allem Dinge, die nach längerer Krise übrig bleiben.

Schauen wir jetzt mal auf die minimalistischen Ansätze, die sich hier im Forum häufiger finden, so zeigt sich, dass in Europa ein Messer und ein kleines Beil die Axt ersetzt und 20-l-Kanister weniger verbreitet sind, was wohl an der besseren Verfügbarkeit von Wasser liegt.

Der Ansatz, sich die Habseligkeiten derer Anzuschauen, die in Dauerkrisen leben ist ist sehr gut.

Ein ganz entscheidener Punkt für diese Diskussion ist jedoch auch, ob wir hier über den Zusammenbruch der Gesellschaft und Rückkehr ins Mittelalter reden (Deren "Ausrüstung" könnte man auch noch mal betrachten), ober über das Überstehen von Krisensituationen und anschließender Rückkehr zu ähnlichen Verhältnissen, wie wir sie heute haben.

Grüße Solarwind

Silverdragon
21.01.2013, 18:27
@ Sam de Illian

Hier in Bayern verbinden manche Reservistenkameradschaften die Leistungsmärsche über 20, 25 und 30 km mit Familienbetreuung. Dann dürfen die Kleinen (natürlich ohne Gepäck) mal mit Papa im Marschtempo (6 km/h) mitlaufen solange es geht und werden dann von den Sammelpunkten, an denen sie aufgeben, zur Mama zurückgefahren. Es gibt sehr wenige Zehnjährige, die dieses Tempo, selbst ohne Zusatzgewicht, über 20 km durchgehalten haben.

Der Alpenverein empfiehlt 3-4 Stunden pro Tag im kindgerechtem 3 km/h-Tempo für Vorschulkinder (ohne Last). Mit Last (Pausenbrot, Getränk, Regenponcho) kann man dann Tagestouren im altersstufengerechten Tempo für Schulkinder wagen. Allerdings reichen die Empfehlungen für Grundschüler auch bei Tagestouren nicht über 15-20 km.

Bei den Pfadfindern, die tatsächlich auch ihr komplettes Päckchen selber tragen, scheinen mehrtägige Touren mit mehr als 20 km pro Tag auch selten durchgeführt zu werden.

ID 3537
22.01.2013, 09:45
Hallo zusammen,

finde die Aufstellung auch gut und sehr brauchbar.
Vorallem ist preppen vorbereitet sein. Ich muss nicht immer flüchten.
Ich kann auch in meiner Umgebung bleiben können, muss aber Wasser holen. Das geht mit einem 20 l Kanister besser als 20 mal mit einer 1 l Feldflasche zu laufen.
1 Tarp ist besser als keines, wenn ich einen Kurzzeitunterstnad brauche.
1 Wolldecke wärmt und wenn ich drauf aufpasse wird sie nicht einmal nass.
Zur Machete, ich muss mich als Prepper nicht immer gegen irgenwelche Feinde verteidigen. Und das schon gar nicht mit einem Werkzeug. (Machete ist in erster Linie Werkzeug und wird leider als Waffe mißbraucht).
Klar falle ich auf wenn ich damit im Wald herumlaufe. Aber mit einer großen Axt im Wald der nicht mir gehört habe ich wahrscheinlich die gleichen Schwierigkeiten wie mit der Machete.

Nicht falsch verstehen,
Aber jeder nimmt die Ausrüstung die ihm am besten zusagt.
Meine Ausrüstung ist für mich die beste, für andere uU nicht.

lg

menatarms

DocAlmi
22.01.2013, 13:45
Moinsen !

Sehr netter Beitrag und so schön polarisierend, dass es mir sofort in den Fingern juckt, etwas zu schreiben.

Ich hab mir grad den ersten Beitrag nochmal angeschaut und was mich stört ist die Pauschalierung bzw. die Verkürzung.


Hier meine Kurzgedanken:
1.) Ich soll nicht immer sagen: „ Das kommt auf die Umstände an“ aber:
Tut es eben doch. Ich bin mal 3 Wochen an einem Fluss in Kanada entlanggelaufen. Meine Wasserflasche habe ich definitiv kein einziges Mal benutzt. Doch einmal hab ich mir Rotwein gekauft und das Glas war mir zu unsicher.
Wer da einen Kanister mit rumschleppt riskiert, dass sich die Grizzlys schwarz lachen.
Wer eine Kompanie Altenheimbewohner im Desierto de Tabernas versorgen muss, für den sieht es halt anders aus.
2.)
Wenn ich mir Gedanken um ein MG mache, dann ist der Suppentopf mein kleinstes Problem. Wie bin ich eigentlich mein ganzes halbes Leben da draussen ohne Suppentopf zurechtgekommen? Auf einem 6 Wochen Trip zu zweit durch Deutschland haben wir aus Gewichtsgründen die Isomatte halbiert. Allerdings hatten wir als einzigen Luxusartikel eine geschmiedete Pfanne dabei, die wir sehr geliebt haben. Es ist nicht immer rational begründbar, was man tut.

3.) Ich hatte immer 2 BW Ponchos dabei. Und mir fallen 100 Verwendungsmöglichkeiten
dazu ein. Aber na gut. Geschmacksache.

4.) Wolldecke. Ich habs ausprobiert, durchaus eine Alternative und vielseitiger als ein Schlafsack und man baut den Regenschutz etwas sorgfältiger. Aber auch hier. Kommt halt drauf an was man will.

5.) Machete: Da hab ich ja mal drauf gewartet. Der Spruch "je kleiner der Pfadfinder desto größer das Messer" hat schon seine Berechtigung. Macheten sind zum Hauen von Buschwerk da. Die Macchia in meinen begangenen Gebieten ist da eher selten. Mit der Machete kannst nicht wirklich nen Baum fällen und etwas filigraneres schnitzen ( Fischspeer, Falle, Geschirr) fällt ebenso fast flach. Waffendiskussionen sind nicht gewünscht aber die Hasenfuß-Taktik ist meine bevorzugte Waffe. Also erst gar nicht gesehen bzw. wahrgenommen werden ist die maximale Verteidigung. Aber auch hier kommts halt immer drauf an. Wenn ich mordlustige Gesellen befürchten muss, greife ich auf der nach oben offenen Eskalationsskala das wirkungsvollste Werkzeug. 40 cm Machete gegen Besenstiel. Ich würd vermutlich den Besenstiel nehmen. Oder überschallbeschleunigtes Blei aber das führt zu weit.

Damit kommt man direkt zu Punkt A:

I c h muss entscheiden, was I c h mitnehme. Das hängt von meinen Kenntnissen , Erfahrungen und Zielen ab.
I c h würde einen Besenstiel wählen, weil ich mir aufgrund von Kampfsporterfahrung zutraue, damit einen Angriff unter einer Feuerwaffe abzuwehren. Vorausgesetzt mir steht nicht ein ebenso erfahrener Kämpfer gegenüber. Dann wird’s sportlich:-).

Beispiel 2: Ich brauche nicht zwangsläufig einen Feuerstarter und Brandbeschleuniger. Zur Not krieg ich das auch mit zwei Hölzern hin.
Dafür brauch ich ne Brille, weil ich sonst meine Füsse nicht mehr finde.
Deswegen muss aber nicht zwangsläufig jeder eine Brille dabeihaben und ich bin schon etwas davon entfernt, jeden einen dummen Ochsenfrosch zu hießen, der ohne Brille durch den Wald rennt.

Deswegen finde ich solche Diskussionen zwar immer amüsant und kurzweilig, aber wirklich Brauchbares kommt da nicht heraus.
Vielleicht sollten wir uns drauf konzentrieren, unter welchen Umständen wer warum eine andere Sicht hat.

Einige Beiträge fand ich diesbezüglich wirklich schön und informativ, Vielen Dank, auch wenn mir grad die Zeit fehlt, alle like und gefälltmir buttons zu drücken, da ich noch einen Döner erlegen muss, bevor das Horrorszenario „Arbeit“ hier einen vermutlich desaströsen Fortgang nimmt.

Gruß, Almi, albern aber doch noch mit Resten von Aufmerksamkeit heute dabei.

- - - AKTUALISIERT - - -

Nachtrag: Zum Begriff des Kurzgedankens.

Wenn ich erst mal Langedanken formuliere, dann gute nacht Marie.

Dies quasi als Entschuldigung für die mitunter etwas ausschweifende Art des Erzählens. Sorry.

Almi

Papa Bär
22.01.2013, 14:08
Machete: Da hab ich ja mal drauf gewartet. Der Spruch "je kleiner der Pfadfinder desto größer das Messer" hat schon seine Berechtigung. Macheten sind zum Hauen von Buschwerk da. Die Macchia in meinen begangenen Gebieten ist da eher selten. Mit der Machete kannst nicht wirklich nen Baum fällen und etwas filigraneres schnitzen ( Fischspeer, Falle, Geschirr) fällt ebenso fast flach.

Da muss ich gleich mal einhaken, denn:

"Es kommt darauf an":grosses Lachen:

Wir haben letzte Woche einen Kukri getestet (Bericht folgt in Kürze) und mit dem Ding kann man tatsächlich einen Baum fällen - ok, vielleicht nicht gerade einen Mammutbaum, aber alles, was man an Baumstärke für einen Unterschlupf oder Feuerholz benötigt, ist damit machbar. Und durch das Dickicht gleich hinter meinem Garten kommt man im Sommer ohne Haumesser auch nicht mehr:Schwitz:
Auch schnitzen ist damit möglich, nicht gerade Ornamente, aber einen Stock anspitzen geht schon ganz gut.

Maresi
22.01.2013, 19:42
Hi!

Ich war gerade dabei, mich über die sinnhaftigkeit bzw. sinnlosigkeit der Ausrüstung des Eingangsposts auszulassen (und war damit quasi schon fertig), als mich die Erleuchtung gestreift hat:
Quasi alle hier gehen von der falschen Voraussetzung aus:
Die im Eingangspost aufgeführte Ausrüstung ist ziemlich sicher nicht für eine mobile Flucht (BOB o.ä.), sondern für ein langfristiges, stationäres Szenario (z.B. Dauer"campen" im Wald) gedacht!

In diesem Fall macht sie nämlich durchau Sinn. Denn plötzlich läuft niemand mehr mit der Machete durch die Stadt bzw. mit 20kg Wasser auf dem Rücken herum oder bewältigt damit Gewaltmärsche...

Und in so einem Fall macht eine Machete wieder Sinn, da sie relativ vielseitig ist und damit auch prima Feuerholz bzw. dass Holz für eine Hütte gemacht werden kann. Ein kleineres Beimesser für feinere Arbeiten ist natürlich trotzdem wichtig.

Der Kochtopf ist dann auch wieder praktisch, da das (mit der Falle gefangene?!?) Karnickel dann zu Ragout verarbeitet oder ggf. auch Wäsche gewaschen werden kann.
Die Wolldecke wird - in Kombination mit einem Unterbau - vom Tarp vor Nässe geschützt, und eine gute, schwere Wolldecke hält bedeutend länger als ein Schlafsack...

Unter diesem Gesichtspunkt ist die Zusammenstellung mMn durchaus sinnvoll!

LG,

Maresi

photography321
22.01.2013, 20:27
@ Maresi

Endlich jemand, der es verstanden hat!!!

Der Autor sagt ja auch, dass ursprünglich von einem Flüchtlingslager-Szenario ist.
BOB ist für die ersten paar Stunden, Tage. Danach sollte man sich irgendwo niederlassen können. Da machen die aufgelisteten Gegenstände mehr Sinn.
Behaupte mal, dass ein BOB nur für kurzfristige Katastrophen ist (Gewaltausbrüche, Ausfälle der Infrastruktur etc.). Danach gilt es die Sch****e auszusitzen.


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