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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die „vergessenen“ Aspekte des Preppen



photography321
21.01.2013, 09:31
Mir ist bewusst, dass Survivalismus auf verschiedene Art und Weise ausgelebt werden kann. Im Survival stehen oft Ausrüstungsgegenstände und Handwerk im Vordergrund, was auch seine Berechtigung hat - Von nichts kommt nichts. Doch reicht ein Katastrophenszenario (z.B. Erdbeben, Wirtschaftskrise) als einzige Motivation aus? Kann man sich wirklich nur durch das Erwerben von Gegenständen absichern?

Persönlich denke ich, dass Survival viel mehr ist als das. Es handelt sich um einen Lebensstil, der die psychische und physische Gesundheit stärken und auf langfristige Entwicklungen angepasst sein soll (Stichwort Konsumgesellschaft oder Wirtschaftskrise). Da sollten auch Themen wie einfaches Leben, Verbundenheit mit der Natur, ökologisches Verhalten, Autonomie, Gemeinschaft, Spiritualität usw. eine Rolle spielen.

Man könnte von einer Symbiose von Preparedness und Voluntary Simplicity sprechen, die sich eigentlich gut ergänzen und in vielen Bereichen ineinander übergreifen. Bsp. entwickelt ein Prepper, der seinen Autarkiegrad erhöhen will gezwungenermassen eine Verbundenheit mit der Natur. Oder im Urban-Survival ist ihm auch Gemeinschaft wichtig, da man nur so überleben kann. Gleichzeitig konsumiert er bewusst und ist ev.auch bereit sein Arbeitpensum zugunsten von mehr Freizeit und Leben zu reduzieren.


Ein Thread, der sich auch mit diesem Thema befasst: http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php/27900-Philosophie-living-with-less-vs-prepping

@ Mod
Weiss nicht, ob das der richtige Bereich ist. Gäbe es einen Bereich über Preparedness im Allgemeinen?

hinterwäldler
21.01.2013, 12:15
Stimme Dir zu, photography, daß psychologische/geistige/philosophische Aspekte des Preppens bisher zu wenig thematisiert wurden.
Aber das können wir ja ändern, insofern herzlichen Dank für dieses Thema!

Für mich persönlich habe ich eigentlich längst den Punkt überschritten, wo das Anhäufen materieller Dinge mein Messie-Chaos vergrößert statt irgendeinen zusätzlichen Nutzen zu bringen.
Stattdessen müßte ich dringend meine Messie-Macke irgendwie psychologisch wenigstens soweit unter Kontrolle kriegen, daß sie mich im Alltag und im Ernstfall nicht gravierend behindert.
Das kostet aber enorme Überwindung, Disziplin und Bereitschaft zu schmerzhafter Selbstkritik, die ich bis jetzt noch nicht aufbringen konnte.

Im Allgemeinen finde ich es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wozu und unter welchen Umständen man (über-)leben will.
Ich vermute z. B, daß es etliche Szenarien gibt, die so schrecklich sind, daß ich dann lieber tot sein möchte.
Die von Cephalotus im Heizenergiefaden geschilderte großflächige radioaktive Verseuchung Europas gehört z.B. für mich dazu.
Ich bin schwer am Überlegen, ob ich für diesen Fall eine Flucht nach Chile oder Australien/NZ preppen soll oder nicht.
Die Aussicht auf Erfolg schätze ich sehr gering:
Es wird Millionen Menschen geben, die das Gleiche versuchen und bessere Voraussetzungen und Motive haben als ausgerechnet ein kinderloser, wenig qualifizierter 48-jähriger.
Mich würde niemand vermissen, also sollte ich besser für meinen schmerzlosen Freitod vorsorgen statt einen knappen Fluchtplatz für jemand nützlicheren zu blockieren.
Dieselbe Frage wird sich eines Tages aber auch ganz banal bei schwerer Krankheit und Pflegebedürftigkeit unweigerlich stellen.

Auf lange Sicht überleben "wir" sowieso nicht - weder als einzelne Menschen, noch als Menschheit, noch als irdische Biosphäre, spätestens sobald sich unsere Sonne in ein paar Millionen Jahren zum Roten Riesen aufbläht und unsere Erde verglüht...

Mit Spiritualität ist das so eine Sache, je nachdem, was jeder Einzelne darunter versteht.

Ich bemühe mich darum, die Welt so rational und objektiv zu erkennen, wie es meinem beschränkten Intellekt irgend möglich ist.
Das beeinträchtigt aber keineswegs die Gefühle von Ehrfurcht, wenn ich mir das Universum und unsere Biosphäre vergegenwärtige.

Auch wenn mir klar ist, daß das Leid eine unentbehrliche Triebkraft für die Evolution des Lebens war, ist und sein wird, macht es mich traurig, daß soviel vermeidbares Leid durch die menschliche Dummheit verursacht wird.
Auch diese wäre nämlich vermeidbar, insofern sie auf mangelnder Bildung, Unaufgeklärtheit und religiöser/politischer Verblendung beruht.

Gerade weil unsere Lebenszeit begrenzt ist, haben wir die Verantwortung, etwas Sinnvolles mit ihr anzufangen.
Was dieses Sinnvolle für jedes Individuum sein kann, kann dieses nur in einer philosophisch-politischen Debatte mit anderen Individuen für sich persönlich herausfinden.

T I D
25.01.2013, 18:00
In unseren Überlegungen bilden kulturelle Aspekte einen nicht unwesentlichen Teil der Überlegungen. Wir kommen alle aus Überflussbezügen. Bei einem plötzlicehn Wegfall der Option sich und seine Lieben jederzeit sicher versorgen zu können bedarf es mentaler Stärke, die, so glaube ich, nur in sehr engen Grenzen trainiert werden kann, da man ja weiß, das es irgendwie weiter geht.
Um diesen Lernprozess leichter zu machen sind kulturelle Stützen wie Literatur, Musik etc. sehr wichtige Bestandteile einer Vorbereitung.

Gruß

TID

Obwaldner
25.01.2013, 21:52
Es erstaunt mich nicht, dass dieser Fred hier im Forum nicht allzuviel Anklang findet. Das eigene tun zu Hinterfragen gehört heutzutage nicht mehr gerade zu den Kernkompetenzen in unserer Gesellschaft.Zeug anzuhäufen, coole Beiträge aus Blogs zu verfolgen, eventuell das Equipment im Urlaub testen... Das ist einfacher als sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich im schlimmsten Fall verhält.Während des Treffens 2010 gab es eine interessante Diskussion abends am Lagerfeuer genau über dieses Thema. Wie sich herausstellte haben sich damals die wenigsten der Teilnehmer wirklich Gedanken darüber gemacht, wie weit sie dazu beriet sind, im Falle eines Falles finale Massnahmen zu ergreifen. Betretenes Schweigen breitete sich aus.Grundsätzlich ist Preppen ein Lebensstil, kein Hobby. Nicht, wenn man es konsequent lebt.Das tun die wenigsten, bzw. die wenigsten sind, sei es aus familiären, beruflichen oder sonstigen Gründen dazu imstande. Das ist durchaus legitim, sollte aber nicht als Ausrede dienen sondern dazu stehen, dass man bloss ein Schreibtischtäter ist.Wie Photography schon schrieb: alle Aspekte des Lebens werden durch diesen Lebensstil beeinflusst. Man lebt bewusster, konsequenter, kompromissloser. Und auch besser. Dies aber nicht wegen den Vorräten im Keller, der tollen Ausrüstung oder dem Hof, auf dem man lebt. Man lebt ruhiger weil man weiss, dass man immer und überalll durchkommt bis zum Zeitpunkt, an dem es Zeit ist zu gehen.Wenn man dieses Stadium erreicht hat kann man sich ziemlich gelassen zurücklehnen und das Leben leichter nehmen.Ich brauchte ein paar Schicksalsschläge, und an dieses Stadium heranzukommen. Ich finde gute Ausrüstung immer noch toll, aber noch toller fühle ich mich, wenn ich irgendwo auf einem Berg sitze und weiss, dass ich alles einfach zurücklassen und gehen kann, wenn es soweit ist.

Waldschrat
25.01.2013, 22:12
...
Doch reicht ein Katastrophenszenario (z.B. Erdbeben, Wirtschaftskrise) als einzige Motivation aus? Kann man sich wirklich nur durch das Erwerben von Gegenständen absichern?


Klare Antwort: Nein.

Das wichtigste Thema ist meiner Meinung nach die "mental preparedness", das rechtzeitige Durchdenken von "was wäre wenn" Szenarien bis zu ihrem schwärzesten "worst case".

Ich habe beispielsweise mal ein Fahrsicherheitstraining mitgemacht und ein Hinweis, den der Trainer uns gegeben hat, ist mir bleibend im Gedächtnis geblieben: "Wenn ihr ganz entspannt unterwegs seid, überlegt euch doch mal hin und wieder, was ihr tätet, wenn euch ein Geisterfahrer entgegen käme. Wo habt ihr die Gelegenheit zum Entkommen, eventuell auch zur Flucht ins Gelände?"

Gegenstände sind nur dann hilfreich, wenn ich sie nutzen kann. Ein gut ausgestatteter EH-Koffer ist ganz toll, aber wenn mein letzter Erste-Hilfe-Kurs 20 Jahre zurückliegt?



Persönlich denke ich, dass Survival viel mehr ist als das. Es handelt sich um einen Lebensstil, der die psychische und physische Gesundheit stärken und auf langfristige Entwicklungen angepasst sein soll (Stichwort Konsumgesellschaft oder Wirtschaftskrise). Da sollten auch Themen wie einfaches Leben, Verbundenheit mit der Natur, ökologisches Verhalten, Autonomie, Gemeinschaft, Spiritualität usw. eine Rolle spielen.

Ein Lebensstil, der die physische Gesundheit fördert, ist unstrittig. Das Thema psychische Robustheit ist für mich als psychologischem Laien bei anderen Menschen schwer kalkulierbar. Ich habe da in beide Richtungen schon erstaunliche Fehleinschätzungen erlebt. Persönlich würde ich sagen, was man schon mal durchdacht hat, damit kann man irgendwie auch umgehen. Wir sind das einzige Tier, das seine Vorstellungen an unserer Stelle in die Zukunft schicken und an unserer Stelle sterben lassen kann. Wir können einen "Raum der Handlungsoptionen" gedanklich ausloten und überlebenstaugliche Alternativen von untauglichen in der gedanklichen Simulation unterscheiden. Das setzt allerdings voraus, dass diese "Simulationsläufe" in unserem Gehirn stattfanden.

Was Spiritualität sein soll, erschliesst sich mir als nicht religiöser Mensch allerdings nicht. Da habe ich irgendwie keine Antenne dafür.


@ Mod
Weiss nicht, ob das der richtige Bereich ist. Gäbe es einen Bereich über Preparedness im Allgemeinen?

Das passt schon. Auch die psychologischen und philosophischen Aspekte von S&P sind wichtig und on topic.

Viele Grüsse

Matthias

photography321
25.01.2013, 22:22
@ Obwaldner

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Stimme dir zu.

Survivalismus ist nicht so ein genauer Begriff. Ich würde eher von Resilienz sprechen, auch im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen - besonders makroökonomischer Art)

Beispielsweise heize ich nur im Wohnzimmer. Dank der Heizungen der Nachbarn ist es immer noch etwa 15-18 Grad warm in der Wohnung. Im Schrank habe ich für den Notfall eine zweite grosse Decke, zwei Wolldecken und einen Daunenschlafsack. Wenn ich für längere Zeit am Schreibtisch arbeite, ziehe ich meine geschlossenen Filzpantoffeln, Fleecejacke und Schal an.

In dieser "Übung"/"Lebensstil" sehe ich folgende Vorteile:

a) ökomischer
b) ökologischer
c) bin mental bereit, falls man wirklich nicht mehr heizen kann oder nur beschränkt

Wolfshund
26.01.2013, 01:57
Im Allgemeinen finde ich es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wozu und unter welchen Umständen man (über-)leben will.
Ich vermute z. B, daß es etliche Szenarien gibt, die so schrecklich sind, daß ich dann lieber tot sein möchte.
Die von Cephalotus im Heizenergiefaden geschilderte großflächige radioaktive Verseuchung Europas gehört z.B. für mich dazu.

Noch viel wichtiger ist es sich vorher darüber zu informieren, ob die Situation wirklich so "schrecklich" wäre.
Es erstaunt immer wieder, wie schnell sich viele hier umbringen wollen, während an anderer Stelle die Wichtigkeit des Überlebenswillens und der mentalen Stärke propagiert wird.

Hier noch einmal in Stichpunkten, warum Suizid aufgrund von Radioaktivität keine gute idee ist:

- gravierende deterministische(sofortige) Strahlenschäden treten nur sehr selten auf und lassen sich durch Schutzmaßnahmen wirkungsvoll verhindern.

-die besten Schutzmaßnahmen sind: Abstand, Abschirmung, Aufenthaltsbegrenzung, abwarten, Atemschutz, ggf Dekontamination.

-Selbst bei einer extrem hohen Strahlenbelastung, durch z.B. durch Kernwaffeneinsatz kann die Abschirmung (z.B. Keller) spätestens nach ein paar Wochen wieder verlassen werden.

-stochastische (späte) Strahlenfolgen wie z.B. Krebs können auftreten, müssen jedoch nicht! In Hiroshima & Nagasaki sind Menschen nach der Explosion direkt am G.Z. vorbeigelaufen und haben, ohne Leiden, ein normales Alter erreicht.

olafwausr
28.01.2013, 19:52
Hallo alle zusammen,

ich denke hier kann ich auch etwas beitragen. Natürlich ist die materielle Vorbereitung meines Erachtens nach wichtig.
Mindestens genau so wichtig ist aber auch das richtige "Umgehen" mit den angehäuften Dingen.
Im Ernstfall erstmals darüber nachzudenken was zu tun ist, kann zu spät sein.
In meinem "früheren Leben" war ich bei der Berufsfeuerwehr einer Chemiefirma beschäftigt. Natürlich wurden da ganz
normale Übungen abgehalten. Fast jeden Tag aber kam auch mein Chef in die Leitstelle mit den Worten
"theoretische Übung, Feuer (Unfall etc.) dort und dort, was machst du?"
Das hatte zur Folge, das man oft, mit den oben schon beschriebenen, - was währe wenn - Szenarien vertraut war und
ab und an mal einen Gedanken daran verschwendet. Den -was währe wenn- denken habe ich mir bewahrt, zumal ich
mittlerweile zur See fahre und das Vorausdenken auch hier angebracht ist.


Beste Grüße, Olaf

- Vorbeugen ist besser als nach hinten fallen -

wandor
30.05.2013, 21:57
Hallo,


Ich möchte diesen Beitrag nutzen um m zu fragen wie ihr euch langfristig motiviert um das preppen/survival/bushcraft nicht zum Strohfeuer werden zu lassen.

Ich habe um mal das negative Beispiel abzubringen, keine Lust das die "teure Ausrichtung" in der Ecke verstaubt :-)

Oder das der Notvorrat irgendwann aufgebraucht wird und nichts mehr bleibt. Oder, oder, oder.

photography321
30.05.2013, 23:09
@ wandor

diese frage stelle ich mir auch gerade..

wandor
30.05.2013, 23:30
Ich meine das es nützlich ist, das es sinnvoll ist etc. Sollte vielen hier im Forum klar sein. Aber gerade wenn es um " Neueinsteiger BOB" und so Sachen geht, dann frage ich mich wie man sich selbst bei der Stange hält ohne irgevdwann zu denke:"oh man alles zeit und Geld umsonst".

Ich bin nun seit gut 3 Jahren auf dem "weg" zum prepper. Aber ich spüre das ich einerseits etwas tun muss ( das gute Gefühl vorbereitet zu sein) wegen Finanzcrash oder was weiß ich nicht was. Auf der anderen Seite denke ich Aber an jene Leute die vor meiner zeit schon die selben Zukunftängste hatte und nun auf ihrer Ausrüstung sitzen bleiben. Oder oder oder.

Ich hoffe sehr das auch einzelnen Forumsnutzer nicht an meinen "fallbeispielen" aufregen sonder das was ich im Kern sagen möchte rüber kommt.

ID 4974
31.05.2013, 00:02
@wandor
Wenn man sich wirklich für Prepareness und Survival interessiert denke ich nicht, dass deine Ausrüstung in der Ecke stehen bleibt, oder?
Nächsten Monat nehme ich mit meinem Freund z.B. an einem Off-Road Treffen in Frankreich teil. Da wird mein EBOB so wie er ist eingepackt, dann kommt noch das Zelt dazu und zwei Alukisten mit Ausrüstung und natürlich Werkzeug, Essen etc.
Aber selbst wenn man nur einen ganz normalen Camping-Urlaub macht, kann man viel von dem "Zeugs" gebrauchen!
Was z.B. Nahrungsmittelvorräte angeht; die musst du doch sowieso in einem rotierenden Ablauf benutzen, sonst hast du Lebensmittel gehortet, die sagen wir mal 10 Jahre haltbar sind, in 9 Jahren und 11 Monaten kommt das worst case scenario und dein Essen ist kurz davor zu verderben... :Schlecht:
Ich denke es sind eigentlich sehr wenig Dinge, die sich ein wirklicher Prepper anschafft, die dann jahrelang nur rumliegen.
Außerdem, was bringt es dir, wenn du dir teuren Kram gekauft hast, der irgendwann mal dein Überleben sichern soll und wenn es dann soweit ist, weißt du gar nicht wie sie einzusetzen sind!
"Super, das Teil ist noch in der Original-Verpackung von 1972!!!" Aber es geht uns ja nicht um Comics oder so... :grosses Lachen:
Ich würde sagen, kauf dir was schönes, geh in den Wald und probier es aus. Stell dir deinen Anfangs-EBOB zusammen und verbring damit ein Wochenende im Wald! Ich verspreche, das kann verdammt viel Spaß machen!!!

wandor
31.05.2013, 00:03
Ich spreche hier nicht davon das man darin keinen Sinn mehr sieht sonder das eben eine "Durststrecke in der Motivation" Eintritt.

wandor
31.05.2013, 00:05
@wandor
Wenn man sich wirklich für Prepareness und Survival interessiert denke ich nicht, dass deine Ausrüstung in der Ecke stehen bleibt, oder?
Nächsten Monat nehme ich mit meinem Freund z.B. an einem Off-Road Treffen in Frankreich teil. Da wird mein EBOB so wie er ist eingepackt, dann kommt noch das Zelt dazu und zwei Alukisten mit Ausrüstung und natürlich Werkzeug, Essen etc.
Aber selbst wenn man nur einen ganz normalen Camping-Urlaub macht, kann man viel von dem "Zeugs" gebrauchen!
Was z.B. Nahrungsmittelvorräte angeht; die musst du doch sowieso in einem rotierenden Ablauf benutzen, sonst hast du Lebensmittel gehortet, die sagen wir mal 10 Jahre haltbar sind, in 9 Jahren und 11 Monaten kommt das worst case scenario und dein Essen ist kurz davor zu verderben... :Schlecht:
Ich denke es sind eigentlich sehr wenig Dinge, die sich ein wirklicher Prepper anschafft, die dann jahrelang nur rumliegen.
Außerdem, was bringt es dir, wenn du dir teuren Kram gekauft hast, der irgendwann mal dein Überleben sichern soll und wenn es dann soweit ist, weißt du gar nicht wie sie einzusetzen sind!
"Super, das Teil ist noch in der Original-Verpackung von 1972!!!" Aber es geht uns ja nicht um Comics oder so... :grosses Lachen:
Ich würde sagen, kauf dir was schönes, geh in den Wald und probier es aus. Stell dir deinen Anfangs-EBOB zusammen und verbring damit ein Wochenende im Wald! Ich verspreche, das kann verdammt viel Spaß machen!!!

Dem stimme ich 100% zu

Waldschrat
31.05.2013, 15:44
...


Spätestens im Krisenfall werden mir die angehäuften dritt-bis zwölft Laternen oder Kocher einen ordenlichen Vorsprung gegenüber dem gemeinen Volk bringen....


Hallo Endzeitsimmung,

eventuell als Handelsgut. Aber vielleicht stellst Du ja auch fest, dass Du statt Leuchte Nummer zwölf besser ein Funkgerät eingelagert hättest, oder Kartenmaterial mitsamt einem Kompass, der diesen Namen verdient. Ich setze da eher auf Diversifikation meiner Ausrüstung, Redundanz nur bei essentiellen Gegenständen, zu denen allerdings Kocher und Lampen gehören. Dreifachredundanz langt mir da allerdings:lächeln:



Großes Problem ist eine objektive Risikoanalyse
...
Lobbyarbeit machts möglich - man hat einfach kein Verhältnis zur Gefahr!

Da gibts tausende Beispiele.


Da hast Du wohl recht. Man informiere sich mal, wieviele Menschen in D durch Gewaltkriminalität ums Leben kommen, wieviele - als Nichtraucher - durch Lungentumoren als Folge unfreiwilligen Passivrauchens. Die Zahlen für A und CH dürften vermutlich nicht viel anders aussehen.

Statistik ist kontraintuitiv. Medienberichte verzerren die Wirklichkeit. Ein Flugzeugabsturz ist DIE Schlagzeile. Dennoch ist der gefährlichste Teil einer Flugreise nach wie vor die Autofahrt zum Flughafen.


Meint

Matthias

urbanrolli
01.06.2013, 21:03
das kann ich nachvollziehen. aber bestimmte dinge brauche ich auch auch mehrmals.
da ich ned gut zufuss bin hab ich in jedem raum ne taschenlampe ,ne elekrtische fliegenpatzsche
und was zum schneiden...messer oder schere......

alles griffbereit und nutzbar. nun es hat mir schon oft geholfen. nur oft kann ich mir nicht ge gute variante
kaufen, mangels masse. dann kaufe ich erst mal für den notfall und bei gelegenheit und verfügbarkeit die bessere
variante....nun ich benutze meinen kram auch oft im alltag. was soll ich mir sachen zulegen, die ich sonst nie
gebrauche??? was soll ich dann im wc damit anfangen???

dinge, die ich täglich bzw oft gebrauche, sind mir vertraut, ich nehme sie und nutze sie.
fremde sachen sind mir erst mal suspekt...nun denn es ist kein fehler eine gute ausrüstung und vorräte zu haben.

lieber als mein geld durch unnötige kneipengänge, brauch ich ned, oder prassen rauszuschmeissen.

ich brauch keinen besonderen luxus, nur wam hab ichs gerne.... habe mein leben lang so gefroren..
keine kohle für die kohlen, und das holz ist zu schnell runtergebrannt..nun hab ich fett rheuma...
aber dank schafswoll/fellschuhen und dergleichen kann man sich auch schon sehr gut weiterhelfen...

mentale stärke hat noch keinem geschadet..im gegenteil, sie hilft im alltag und im urlaub,
unterwegs sowie zuhause.

nun jeder hat zeiten, da ist er mal down, traurig, und einfach mal fertig mit de welt ist.
aber das ding ist, hat man die mentale stärke, kommt man viel schneller wieder hoch als
ohne. und wenn ich alles gedanklich, oder durch kurse, lehrgänge, treffen austausch
schon kennengelernt habe, dann hauts mich nicht so schnell vom hocker.....

ausserdem finde ich so ne art krisensitzung mit sich selbst und evtl eine umorientierung gar ned so verkehrt,
da mit zunahme des wissenstandes, mein leben ganz anders verläuft.deshalb nehme ich auch gerade wieder
eine wegänderung vor, bzw, meine priroritäten ham sich geändert.nicht alle, aber einige.

dem trage ich rechnung, alles ist immer im fluss...besser als stillstand.

lg urban-rolli

Waldschrat
01.06.2013, 21:23
...
mentale stärke hat noch keinem geschadet..im gegenteil, sie hilft im alltag und im urlaub,
unterwegs sowie zuhause.

nun jeder hat zeiten, da ist er mal down, traurig, und einfach mal fertig mit de welt ist.
aber das ding ist, hat man die mentale stärke, kommt man viel schneller wieder hoch als
ohne.




Hallo Urbanrolli,

da hast Du wohl absolut recht, obwohl Du sicher mehr praktische Übung als ich hast. Innere Gelassenheit ist die absolut wichtigste Energiereserve, wenn es mal dumm hergeht. Ich empfehle antike Philosophen wie Seneca oder Epikur als Energiequelle. Aber das ist meine persönliche Ansicht.


Meint

Matthias

urbanrolli
01.06.2013, 21:38
hi waldschrat,

nun deine vorliebe zu philosophen hab ich schon erkannt.

manche mag ich, aber ich liebe die erfahrungen, die durch leben und zusammenleben gemacht wurden.
daraus kann ich mehr energie ziehen als auf theoretische auseinandersetzungen mit themen.

das ist zwar auch spannend...

als beispiel: ich habe, als ich trocken wurde, alle bücher über alkoholismus verschlungen.

aber geholfen beim trockenbleiben, das waren die, die mir vorgemacht haben, es geht; es ist machbar.

nun ich hatte viel zeit zu üben. trotzdem bin ich oft noch ein wibbelstetz und caot.
aber wenns brenzlig wird, sind meine reaktionen durchaus ansehnlich.
zum glück kann ich mich klar artikulieren.... als ich gestern einen eigenen notfall hatte,
hab ich in den laden reingerufen...ich brauche hilfe, das brauch ich..zack, die frau hat registiert das wird gebraucht
hat es innerhalb einer minute gebracht, und mir war geholfen....

nur so läufts im notfall....klare linie.

nur bei der mentalen stärke kommt noch mehr dazu. diese ziehe ich zwar auch aus erlebtem,
aber auch in der stille, keine geräuschkullisse, kein tv, kein radio, kein läppi.

einfach nur ruhe.....da hör ich die vögel...cool, sie wecken mich oft....die vögel draussen, meine dann auch
aber die sind laut..draussen die sind leise und fein....

ich sag es öfters, sonnenuntergang am wasser, vom land aus,meinen hund an meiner seite,
...ist für mich das schönste was es gibt.... sind meine glücksmomente..meine stillen.......

hab ich auch wenn ich meine indianermusik höre.....da kann ich total drinn versinken, in ruhe..cool

selbiges am frühen morgen, aber bei mir sehr selten.einfach fantastisch, gratis, unendlich, ruhig,
einfach innehalten und geniessen.

lg urban-rolli

Kruemelchen1
01.06.2013, 21:39
Du sprichst da aus meiner Sicht etwas sehr wichtiges an: psychische und physische Gesundheit stärken. Ich bin aus einer leitenden Position eines Tages ausgestiegen, weil ich das Gefühl hatte irre zu werden und habe beruflich vollkommen umgesattelt. Daraus hat sich ein wesentlich geringeres Einkommen ergeben, aber auch viel mehr Zeit. Vieles war nicht mehr bezahlbar für mich - und das war eine echte Befreiung. Ich lebe inzwischen sehr schlicht mit Holzofen/Herd ohne Fernseher usw und fühle mich unendlich frei, kann meine Zeit für die Holzbearbeitung nutzen, viele Dinge versuchen und selbst herstellen und bekomme immer mehr Mitleid mit meinen Freunden und Bekannten, die immer nur hinter irgendetwas herhecheln, das Sie unbedingt zu benötigen meinen. Ihnen macht alles mögliche Angst, selbst die Natur 100 Meter hinter dem nächsten Parkplatz. Wie sollen solche Menschen in Krisensituationen klarkommen ? Ich bin bestimmt nicht perfekt ausgerüstet, aber ich lerne jeden Tag etwas Neues und ich habe gelernt mir selber zu helfen. Und das ist schon ein sehr beruhigendes Gefühl....

urbanrolli
01.06.2013, 22:13
das finde ich mutig und konsequent. so bieb dir burn out und persönlicher crash erspart und du hast dein leben
zum leben, welches dich bereichert.

find ich toll, das du das so durchgezogen hast. ich hätte auch in die höheren etagen kommen können..
hatte ein angebot, guter verdienst, aber immer im hotel, und viel unterwegs.

nö das war nix für mich im konstüm durch die gegend zu reisen...nein ich liebte meine arbeitslatzhose und
die schmutzigen finger....das war leben an der unterkannte, aber mit viel engerie und schaffensfreude.....

was nützt dir dein job, deine kohle...wenn das menschsein und das leben an einem vorbei geht.
mit 60 herzinfarkt ......das wars dann..und wo war mein leben??? futsch.....

geld kann man nicht essen.

lg urban-rolli

Kruemelchen1
01.06.2013, 22:35
da sind wir uns ähnlich !
Manchmal ist es leichter, manchmal schwerer so knapp zu leben, aber erstens habe ich in den 10 Jahren nicht eine Minute bereut und zweitens ist das Beste was einem passieren kann, wenn man morgens aufsteht und denkt: Tag ich komme !!!

wandor
02.06.2013, 01:19
Hallo krümelchen und urban Rolli,

Mentale Stärke ist wirklich sehr sehr wichtig. Aber auch andere Erfahrungen können sehr von nutzen sein.

Ich habe von Dezember 2005 bis November 2006 in Nordnorwegen gelebt. Die Erfahrungen dort sind Gold Wert.

1. die Unterhaltung und entfachend eines holzofens mit Holzhacker und alles was dazu gehört, oder man friert eben.

2. selbst zu kochen. Da der nächste Einkaufsladen a) weiter weg ist und b) nicht 30 verschiedene Fertiggerichte.

3. soziale Kompetenz. Ohne die Mitmenschen ist man nichts.

4. und natürlich der Kulturschock wenn man wieder her kommt.

urbanrolli
02.06.2013, 22:26
hallo wandor,

na das nimmt sich ja cool an norwegen......wie hast du die lange dunkelheit überstanden???
das wäre glaub ich kein lang für mich.

aber die natur ist zwar kalt aber unheimlich schön.

nun holzhacken, feuern hab ich als kind schon lernen müssen, das hat mir ned geschadet..
das ich dann 30 jahre lang holz hacken und sägen würde ,stundenlang, damit nix einfriert in der bude..
nun früher hatte ich wenigstens nen holzofen auf dem ich kochen konnte und wassern warmhalten konnte.
mein kulturschock kamm als ich einen eingebauten ofen hatte , der das zeugs nur so durchgebrannt hat...
wie unpraktisch, echt so was dämliches, unwirtschaftliches..

nun denn..kochen hab ich nicht gelernt, das habe ich mir beigebracht. hab einfach den kram
in den topf und gelernt wie was geht...am anfang mit kochbuch...aber schnell in die ecke gefeuert.

nun bei gebäck ist schon mehr übung nötig...das hab ich mir in der ersten ausbildung schon
survivalmässig ohne küche zubereitet..

hatte schon immer ne abneigung gegen fertiggerichte und backmischungen.
mein essen und wenns dasselbe ist, wie letzte woche, schmeckt jedesmal anders..
das ist essen und nicht immer einheitsgeschmack....

soziale kompetenz ist so mit das schwerste zu lernen. je nachdem wie man aufgewachsen ist.
leider bin ich sehr unmenschlich unfreundlich und unlebenswert aufgewachsen.

nun aber mensch hält viel aus, und kann viel lernen. wenn er es zulässt und auch seinen
astralkörper mal von a nach b bewegt. d.h. aktiv wird. auch im kopf...da fängt alles an.

freut mich das du spass am kochen hast. heute wird viel für mich gekocht, aber nach meiner anweisung,
und wenn ich es schaffe würz ich auch....

habe auch leute hier, die lassen das nudelwasser anbrennen.. sowas gibts; die frau ist fast mitte 40,
lebt allein...frag mich wie die satt wird??!!!

lg urban-rolli

wandor
03.06.2013, 00:48
Hallo,

Ach die Dunkelheit war nicht das schlimme :-) das helle im Sommer war eher das nervige :-) ich bin eben eher Nachtmensch.

Naja also Spaß am kochen hab ich eher weniger. Ich nun einfach zu faul. Ich hab eher Spaß am verzehren :) aber um zum verzehren zu gelangen muss man erst kochen :)

Ich muss gestehen das ich auch erst dort mit rund 20 Jahren das erste mal Nudel und Reis usw. Gekocht habe. Vorher war ich in der Pension Mutter untergebracht in Vollpension ;)

Ich habe in Norwegen auch viel die Lebensart angenommen und bewundert. Hier wird man ( ich kam ja auch gerade aus der Ausbildung) nur auf Effizienz getrimmt.

Dort steht eher das Ergebnis im Vordergrund. Das wie/ wann/wo das bleibt dir überlassen.

Und das lässt nicht heute noch im Beruf anecken. Wenn ich Einwände habe oder Vorschläge wie man was machen kann dann bekomme ich desöfteren zu hören das ich nur zu gehorchen habe nicht zu denken.

bogner
06.07.2013, 13:35
Preparedness, Survival, Bushcraft.... und Voluntary Simplicity muss meiner Meinung nach kein Widerspruch sein, sondern lässt sich gut in einer eigenen "Lebensphilosophie" vereinbaren.
Ich reduziere gerne in meinem Leben, d.h. ich entrümple zum Beispiel gerne und gebe überflüssige Dinge weg. Leider fällt es mir dabei nicht leicht, jeden beliebigen Gegenstand zu nehmen und einfach wegzugeben. Das hätte ich aber gerne. Ich überlege dann doch immer, ob ich das jeweilige Ding noch benötigen kann oder nicht.
Gerade das Auseinandersetzen mit den Themen Preparedness, Survival usw. hilft mir dabei aber sehr viel weiter. Dadurch ist es mir gelungen eine (eher kurze) Liste mit jenen paar Gegenständen zu erstellen bei denen ich denke, dass ich sie in Krisenzeiten benötigen kann. Alles andere kann ich getrost weggeben und das sind mehr Gegenstände als zu jenem Zeitpunkt davor, wo ich noch keine entsprechende Liste hatte.
Dazu kam, dass ich seitdem auch insgesamt etwas reduzierter lebe. Mir werden die ökologischen Aspekte in meinem Leben immer wichtiger. Ich verzichte wenn möglich auf das Auto, habe mir eine spritsparende Fahrweise zugelegt, achte beim Einkauf auf unnötige Verpackungen usw. Es hängt einfach alles zusammen und ergibt ein Ganzes.


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