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Thema: Landwirte in der Krise!

  1. #1
    evo86
    Gast

    Standard Landwirte in der Krise!

    Hallo Leute!
    Wenn man mit Menschen über eine bevorstehende Finanzkrise plaudert, hört man oft:,, Das gab es schon immer; Krisen kommen und gehen; etc"

    Ich hab neulich mit meinem Onkel über das Thema gesprochen.
    Er ist Landwirt und kennt auch noch die Geschichten von der ersten Finanzkrise.
    Damals waren die Landwirte Selbstversorger und konnten die Krise gut meistern.
    Die ,,Reichen" aus der Stadt sind in dieser Zeit aufs Land gefahren und haben versucht Schmuck und Gold gegen Eier und Brot zu tauschen.
    Andere haben gebettelt und wieder andere haben gestohlen.

    Nun, wie würde eine Finanzkrise in der heutigen Zeit aussehen ?
    Bei diesem Gespräch mit meinem Onkel ist mir etwas aufgefallen.
    Findet eine Entwertung des Geldes statt, trifft das nicht mehr nur
    die Städter sonder vor allem die Bauern.

    Klar haben sie immer noch ihre Äcker ihre Schweine und Kühe.
    Kleine Flächen könnten sie sicher auch ohne Maschinen bewirtschaften.
    Was ihnen allerdings fehlt ist vermehrungsfähiges Saatgut.
    In den Nachrichten steht immer: ,,Österreich bleibt Gen frei" !
    Sind diese Keimungsunfähigen Getreidesorten eine Laune der Natur?
    Ich denke nicht!
    Ich muss auch zugeben, ich bin kein Genforscher, von mir aus sollen diese Pflanzen auf natürliche Art und Weise gezüchtet worden sein.

    Der Punkt ist der, dass selbst die Bauern bluten kommt es zu einem Finanzcrash.
    Denn ohne Geld gibt es kein neues Saatgut, ohne neues Saatgut keine neue Ernte.
    Klar sind Landwirte immer noch die letzten die hungern.
    Bedenkt man allerdings, dass zunehmend kleine Landwirtschaftliche Betriebe von Großbauern aufgekauft werden, also die Anzahl der Landwirte immer kleiner wird, während die Bevölkerungsanzahl in den Städten ständig steigt. Kann man dem Argument:,, Krisen gab es schon immer; Die kommen und gehen", sehr gut entgegenwirken.
    Ich denke diese Überlegung kann man gut gebrauchen will man andere Überzeugen.
    Freue mich auf eure Kommentare

  2. #2
    ID-547
    Gast

    Standard

    Interessanter Ansatz. Der "Survival"-Bauer sollte sich schon gedanken machen, wie er selbst sein Saatgut herstellen sollte. Sonst sitzt er in der gleichen Falle wie wir alle - wir können etwas gut (Job, Handel, Handwerk), den Rest haben wir aber verlernt, oder besser gesagt nie gelernt.

  3. #3
    Ghost Account (Nicht mehr aktiver Account)
    Registriert seit
    14.01.2010
    Ort
    Stuttgart
    Beiträge
    194

    Standard

    Neben dem Saatgut-Thema ist noch folgendes anzumerken:

    es gibt ja immer weniger Bauernhöfe alter Art, und dafür immer mehr spezialisierte industrielle Großbetriebe, die in engen externen Zulieferabhängigkeiten (Strom, Öl, Saatgut, Mineraldünger, Futter) riesige Monokulturen bewirtschaften: tausend Schweine, oder tausend Kühe, oder tausende Hühner, oder tausend Hektar Biosprit-Kraut.

    Bei einer echten Krise gehen diese Betriebe unabängig von ihrem Geldbedarf bereits bei Zusammenbruch der Just-in-time-Versorgung sofort unrettbar kaputt. Man kann eben nicht tausend Kühe gleichzeitig mit der Hand melken, tausend Schweine mit der Hand füttern, tausend Hektar mit der Hand beackern.

    Also in der Tat kein Vergleich zu früher.
    Sieht alles nicht gut aus, das.

    Beste Grüße,
    Foo
    Niemandes Herr ... niemandes Knecht.

  4. #4
    derHerzog
    Gast

    Standard

    Hallo,
    passend zu dem Thema.
    Bei uns hat ein Schweinezüchter eine nagelneue Halle auserhalb der Ortschaft hingestellt.
    Keine ahnung für wieviel Tiere.
    Aber... das Ding ist nie in Betrieb gegangen weil der Preis für das Fleisch dermaßen in den Keller gegangen ist das er aufgeben muste.
    Das selbe ist vor ein paar Jahren ein Onkel meiner Frau passiert.
    Alt eingesessener Bauernhof, etz isser aufm Bau.

    Jch habe auc meine zweifel das diese Höfe so schnell reaktiviert werden können.

    Und überhaupt welche "Fleischproduzent" züchtet noch natürlich??
    Die wenigsten haben doch eigene Keiler oder Bullen.
    Kommt alles vom Besamungsverein.

    Also das sie bauern im Crachfall besser darstehen bezweifel ich.

    MlG
    derHerzog

  5. #5
    User-ID-188
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von derHerzog Beitrag anzeigen

    Also das sie bauern im Crachfall besser darstehen bezweifel ich.

    Ja sie stehen besser da, aber sie werden uns in der ersten Zeit nicht versorgen können. Für sich selbst werden sie wohl gut sorgen können aus folgenden Gründen sie haben noch einiges an "altem" Wissen auch wenn sie es zur Zeit nicht einsetzen weil die Technik im Moment noch funktioniert, sie haben Land und alte Werkzeuge sind auch meist noch in einer Scheune zu finden.

    Gruß

    DosenBurger

  6. #6
    evo86
    Gast

    Standard

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,446922,00.html

    Ruin durch genverändertes Saatgut
    Die Not der Bauern hat sich in den vergangenen Jahren noch dadurch verschlimmert, dass sie auf den Feldern immer mehr Pestizide gegen Schädlinge einsetzten - um der Konkurrenz mit niedrigen Kosten zu begegnen. Falscher Gebrauch der chemischen Hilfsmittel führte jedoch dazu, dass Schädlinge resistent wurden, die Böden ausgelaugt wurden und die Erträge sanken.
    Dieses Problem sollte das genveränderte Baumwoll-Saatgut namens "Bacillus-thuringiensis-Cotton" lösen. Doch die Pflanzenkeime, die der Saatgut-Multi Mahayco-Monsanto Biotech vor vier Jahren eingeführt hat, sind dreimal so teuer wie konventionelle Samen. Heute gelten sie als Flop für die Bauern: "Alle Ankündigungen von Monsanto waren irreführend. Die aggressive Markteinführung vor drei Jahren hat Hunderte Bauern in den finanziellen Ruin getrieben", sagt R. V. Ramanjaneyulu vom Center for Sustainable Agriculture, einer Nicht-Regierungsorganisation. Monsanto dagegen verweist auf die "schwierigen klimatischen Bedingungen", die auch herkömmlichen Baumwollpflanzen geschadet hätten.
    Was nun? Das Anbauprodukt wechseln? Die Bauern sind ratlos. Vor wenigen Jahren brachte der Anbau von Pfeffer noch 270 Rupien pro Kilogramm. Heute haben die Pflanzer Schwierigkeiten, mehr als 60 Rupien zu bekommen. Vanille, einst mit 4000 Rupien pro Kilo gehandelt, muss heute für 130 Rupien abgestoßen werden. Die Situation der Kaffeeanbauer im südindischen Kerala ist keineswegs besser: Sie erzielen heute einen Preis von 24 Rupien pro Kilo - vor ein paar Jahren bekamen sie durchschnittlich fünfmal so viel.
    Armut auf dem Lande, Reichtum an der Börse
    Die Selbstmordrate der indischen Bauern wird in den wenigsten Medien des Landes erwähnt. Als sich in Vidarbha der 1000. Bauer wegen Überschuldung das Leben nahm, schauten alle auf die Börse in Bombay - dort hatte der indische Aktienindex erstmals die 13.000-Punkte-Grenze übersprungen.
    Dass beides nahezu zeitgleich geschah, charakterisiert auf bizarre Art, wie es um Indiens neue Wirtschaftswunderwelt bestellt ist: Die Wirtschaft wächst mit beachtlichen Raten, die Börse boomt - aber weniger als zwei Prozent aller Haushalte in dem südasiatischen Land investieren überhaupt Geld in Aktien. Jeder zweite Inder kann nicht richtig lesen und schreiben. Das Land feiert seine Industriekönige und Software-Ingenieure. Doch zwei Drittel aller Beschäftigten finden ihr Auskommen in der Landwirtschaft. Die Verlierer nimmt kaum jemand wahr.
    Aktivist Jawandhia träumt von Europa: "Dort bekommen die Bauern zwei Euro am Tag, um ihre Kühe zu füttern. Hier rackern wir uns tagein, tagaus auf unseren Feldern ab und verdienen nicht mal einen Euro." Jawandhia spottet: "In unserem nächsten Leben sind wir lieber Kühe in Europa als Bauern in Indien."

  7. #7
    Elf
    Gast

    Standard Kühe und Saatgut

    Hallo,

    was an Landwirtschaft noch übrig geblieben ist, ist leider hochgradig energieaufwendig und dadurch extrem verwundbar im Krisenfall.
    Kein (!) Landwirt kann den wirtschaftlich notwenigen Milchaustoss heute noch ohne Kraftfutter (Bspw. Soja aus Südamerika) auskommen (selbst in der Schweiz, wo man angibt noch zu über 50% versorgungsautark zu sein, kommt der meiste Kram aus dem Ausland). Das sonstige konventionelle Futter wird zudem noch angewärmt, um den Verdauungsprozess zu beschleunigen. Die Kühe wurden damit und durch andere Massnahmen über die letzten Jahre immer stärker hochgerüstet, was man an dem massiven Anstieg des Milchaustosses je GVE (=Grossvieheinheit=gepimpte Kuh) sehen kann. Die Kehrseite der Medaille ist: Würde man wieder auf konventionelle Fütterungstechniken umstellen, würden die jetztigen Kühe innerhalb von 2-3 Tagen kollabieren und tot umfallen, da sie damit überhaupt nicht mehr klar kämen.
    Hinsichtlich Saatgut sieht es nicht anders aus. Mittlerweile kommt der Grossteil des Saatgutes von einer amerikanischen Firma namens Monsanto. Das ist einer der grössten Verbrecherbanden, die die Welt je heraus gebracht hat. Sie sind nachweislich für zahlreiche Selbstmorde bei Bauern in der Dritten Welt verantwortlich. Wer bei Monsanto kauft, kauft nicht nur Saatgut, sondern gleich eine Lizenz mit Abnahmeverpflichtung.
    Also hoffen wir, dass im Krisenfall nicht der Strom ausfällt oder der Bauer vergessen hat seine Melkmaschinen mit einem Notstromaggregat zu betreiben. Und natürlich, dass die Globalisierung im Krisenfall weiter funktioniert.
    Dummerweise ist Hoffnung leider keine Strategie. Aber dass wir uns hier darüber austauschen ist schon der erste Schritt zur Lösung.

  8. #8
    Buddelbär
    Gast

    Standard

    Fragt doch mal die Bauern in der Umgebung .
    VOr 40 Jahren hat es bei uns etwa 40 Bauern gegeben heute sind es acht und es hören immer noch welche auf...

  9. #9
    User-ID-118
    Gast

    Standard

    Gibt es keine alternativen Saatgutproduzenten zu Monsanto. Und ist es für die Bauern zu schwierig / kostenintensiv sein Saatgut selbst herzustellen?

    Gruß
    Nachtfalke

  10. #10
    User-ID-112
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Nachtfalke Beitrag anzeigen
    Gibt es keine alternativen Saatgutproduzenten zu Monsanto. ...
    naja, z.B. KWS

  11. #11
    User-ID-387
    Gast

    Standard

    Top-Thema Evo86!!! Passt perfekt hier hin!
    Warum?

    Das ganze Geschriebene hier nicke ich für mich selbst komplett ab:rolleys:

    Die Bauern werden auch bei einem solchen Crash "ihre Systeme" in angepasster Größe wieder hochfahren, da habe ich keinen Zweifel.
    Die werden auch schon untereinander Bullen und andere natürliche "Besamer" organisieren...
    Auch vermehrungsfähiges Saatgut wird irgendwo herkommen...

    Aber: Ja! Es wird eine Zeit lang dauern.
    Und in dieser Zeit werden wohl Prepper wie wir hier eher zu den Gewinnern zählen

    Die regionalen Bauern (in gesunder Größe) wären dann wieder die "Grundfesten" unserer Gesellschaft. ...zu Recht!
    Und es gibt glaube ich genug "helle Köpfe", die darauf achten, dass in der Zeit meinem geliebten Bauern von Nebenan nix passiert

    ...und ich glaube mal, so mancher Bauer hat längst schon solche Gedanken als Plan-B

  12. #12
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    Standard

    Ob KWS ne Alternative zu Monsanto ist, wage ich zu bezweifeln. Grade haben Gentechnikgegner ein Zuckerrüben-Feld von denen besetzen müssen, ist aber mittlerweile auch schon wieder geräumt ... www.kws-gentechnikfrei.de

  13. #13
    KUPFERSALZ
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von evo86 Beitrag anzeigen
    ,,Österreich bleibt Gen frei" !
    Sind diese Keimungsunfähigen Getreidesorten eine Laune der Natur?
    Zitat Zitat von bommel Beitrag anzeigen
    Ob KWS ne Alternative zu Monsano ist, wage ich zu bezweifeln. Grade haben Gentechnikgegner ein Zuckerrüben-Feld von denen besetzen müssen, ist aber mittlerweile auch schon wieder geräumt ... www.kws-gentechnikfrei.de
    Ihr müsst aufpassen das ihr nicht verschiedene Sachverhalte in einen Topf werft.

    Das Problem bei der Vermehrung von Pflanzen ist nicht die Gentechnik sondern der Anbau von Hybridsorten. Hybridsorten entstehen durch die Kreuzung von Inzuchtlinien. Der sogenannte Heterosiseffekt führt dazu das man besonders ertragsreiche und kräftige Pflanzen erhält. Wenn Saatgut dieser Pflanzen ausgesät wird kommen in der f2 Generation wieder unerwünste Merkmale zum vorschein. Diese oft rezessiven Eigenschaften wurden durch den Heterosiseffekt unterdrückt. Das ganze hat rein garnichts mit gentechnik (die ich auch nicht mag) zu tun. Wenn Saatgut von Hybridpflanzen gesät wird heist das auch nicht das man gar keine Ernte erhält bloß nicht annährend so viel wie vorher.

    Gruß KUPFERSALZ

  14. #14
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    Standard

    Wenn Gentechnik bei Pflanzen kein Problem ist, dann kann ich ja ab jetzt wieder beruhigt schlafen ...
    Ich habe lediglich geschrieben, daß KWS keine Alternative ist und nichts in einen Topf geworfen.

  15. #15
    User-ID-118
    Gast

    Standard

    Hab mich etwas undeutlich ausgedrückt! Gibt es Anbieter für Bauern die keine Hybridsorten anbieten?
    Also ich meine Anbieter die auch einen großen Bedarf decken können. Das Biosaatgut für den Hobbygärtner ist sehr schön, für alle Felder wird dies wohl nicht ausreichen.

    Anders gefragt: Werden heute nur noch Hybridsorten ausgesät?

    Gruß
    Nachtfalke

  16. #16
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    Standard

    Nicht nur, aber es ist weit verbreitet, teilweise sogar bei BioBauern: www.kultursaat.org/pdf/biohandel08.pdf
    Unten drunter stehen etliche Anbieter für Saatgut. Ich kenne nicht alle davon, deshalb schau am besten mal durch.

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