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Thema: Nimmt Wasser Geruch durch Plastik auf?

  1. #1
    HaggridoX
    Gast

    Standard Nimmt Wasser Geruch durch Plastik auf?

    Wie der Name schon besagt, habe ich die Frage, ob Wasser durch Geruch den Geschmack verändern kann.

    Folgendes: Ich habe mein Wasser (5l Plastikpackung von Thomas Phillips) zwischen Schrank und Zimmerwand stehen.
    Nun habe ich es so hoch gestapelt, dass es umzukippen drohte. Ich bin also kurzerhand in den Baumarkt und habe mir Restholz besorgt.
    Habe nun zwischen Schrank und Wand ein Stück Holz befestigt. Habe aus Dekozwecken ein Tuch drumgewickelt und es mit Tarnfarben lackiert.
    Und das stinkt wie SAU!
    Nun meine Frage, ob das Wasser evtl. den Geschmack annehmen könnte?

    Lg

    - - - AKTUALISIERT - - -

    Ich vertraue nun einfach mal meiner Nase und entferne das Stück und lass es draußen "abstinken" - Naja, oder ein Mod löscht diesen Thread

  2. #2
    gesperrt
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    Hallo Haggridox

    Ich denke in den Kanistern wird es zu keiner Kontamination kommen.

    Wo ich mir aber mehr Sorgen machen würde ist, die Ausgasung in den Wohnraum.

    Aber Du hast sicher auf die richtige Anwendung der "Plörre" geachtet.

    Wenn nicht würde ich mal nachschauen was das für eine Farbe war die Du da verteilt hast.

    Viele Grüsse, Ernst
    Usque ad finem!

  3. #3
    HaggridoX
    Gast

    Standard

    Ich habe, muss ich gestehen, auf nichts geachtet. Da wurde silberne Felgenfarbe mit goldenem Kunstspray gemischt und mit den Fingern verwischt :P

    Ich schaue mal, ob es Morgen noch so stinkt, sonst kommt das Tuch einfach ab! fertig

  4. #4
    Previval-Großmeister
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    Standard

    Hallo HaggridoX,

    zunächst die klassische Antwort à la Radio Eriwan: "Es kommt darauf an ..."

    Nämlich auf den Stoff, in Deinem Fall das/die Lösungsmittel und die Kunststoffsorte.

    Grundsätzlich können viele organische Lösungsmittel, besonders nicht polare, durch beinahe alle Kunststoffe durchdiffundieren.

    Manche, übrigens auch polare wie z.B. Aceton können eine Reihe von Kunststoffen regelrecht auflösen. Weshalb Du Aceton durchweg nur in Blechgebinden bekommst.

    Die reale Antwort auf Deine Frage lautet also: "Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ja."

    Grundsätzlich teile ich die Meinung von Ernst, dass die Schadstoffabgabe an die Wohnraumluft um Längen bedenklicher ist, als die an das Wasser.

    Ich würde die Deko also erst mal zum Ausdünsten auf die Terrasse oder den Balkon verfrachten.

    Meint

    Matthias
    Geändert von Waldschrat (04.03.2014 um 22:15 Uhr)

  5. #5
    HaggridoX
    Gast

    Standard

    Danke euch, für die schnellen Antworten. Da ich eh nicht aufs Verfallsdatum schaue und eine lange Lagerung im Sinne habe, werde ich einfach 2-3 Packungen Mikropur daneben stellen. Das wird schon ;)

  6. #6
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    Zitat Zitat von HaggridoX Beitrag anzeigen
    Danke euch, für die schnellen Antworten. Da ich eh nicht aufs Verfallsdatum schaue und eine lange Lagerung im Sinne habe, werde ich einfach 2-3 Packungen Mikropur daneben stellen. Das wird schon ;)
    Aber Du bist Dir schon bewusst, dass Mikropur nicht gegen chemische Kontamination hilft :rolleys:

    Ernst
    Usque ad finem!

  7. #7
    HaggridoX
    Gast

    Standard

    Für den Fall, für den ich das Wasser etc. vorsehe, wird das dann das geringste Problem sein ;)

  8. #8
    Previval-Großmeister
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    Zitat Zitat von HaggridoX Beitrag anzeigen
    Für den Fall, für den ich das Wasser etc. vorsehe, wird das dann das geringste Problem sein ;)
    Hallo HaggridoX,

    es ist definitiv, wie Ernst sagt.

    Mit Micropur - der Silberionenvariante (Ag+) - kannst Du Bakterien, Pilze, Wurmeier und ähnliches Gelump abtöten, mit der Chlorvariante (ClO-) auch Viren und Sporen.

    Chemische oder radiologische Kontamination beseitigst Du damit nicht.

    Im Gegenteil, bei Kontamination des Wassers mit organischen Lösungsmitteln könnte die Zugabe von Chlorchemie sogar aus den vorhandenen schädlichen Chemikalien richtig schädliche Chemikalien machen und die Schadwirkung multiplizieren.

    Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung, da ich ein paar "seltsame" Hobbies habe. Eines davon ist Trinkwasserchemie und Trinkwasseraufbereitung.

    Viele Grüsse

    Matthias

  9. #9
    HaggridoX
    Gast

    Standard

    Oh Gott, ich habe Chemie nach der 11 Klasse abgewählt. Kann mir jemand jeweils einen Link zur Silberionenvariante und Chlorvariante geben?

    Matze du vllt?

  10. #10
    Previval-Großmeister
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    Zitat Zitat von HaggridoX Beitrag anzeigen
    Oh Gott, ich habe Chemie nach der 11 Klasse abgewählt. Kann mir jemand jeweils einen Link zur Silberionenvariante und Chlorvariante geben?

    Matze du vllt?
    Hallo HaggridoX,

    siehe hier

    Kurzfassung aus physiologischer Sicht:

    Ag+ Ionen (wie übrigens viele Schwermetallionen, man kann mit etwas toxikologischem Fingerspitzengefühl auch Cu++ nehmen) inhibieren lebenswichtige Enzyme von Mikroorganismen mit aktivem Stoffwechsel, also Bakterien, Pilze, aber auch Eier von Würmern, damit also auch Mehrzellern.

    Das richtig heftige Gift gegen Einzeller im Trinkwasser ist übrigens noch nicht einmal Ag+ (Micropur, Silbervariante) sondern Cu++, aber das nimmt man aus den unten geschilderten toxikologischen Gründen bei Überdosierung nicht so wirklich gern.

    Ag+ nimmt man deswegen gern, da es zwar an sich ein giftiges Schwermetall ist, mit dem Trinkwasser aufgenommene Überschüsse aber verlässlich von der Magensäure (0.7% HCl) zu unlöslichem und nicht mehr metabolisierbarem Silberchlorid neutralisiert werden. In Mengen überschüssiges Cu++ würde dagegen heftige Reizungen im Magen-Darmtrakt machen, Erbrechen, Durchfall.

    Organismen ohne Enzymaktivität, also Viren - die im Prinzip nur durch den "gekaperten" Stoffwechsel von Wirtszellen existieren können, oder Sporen, Bakterien im "Schlafzustand" ohne aktiven Stoffwechsel, werden von Enzymhemmern praktisch nicht beeinträchtigt.

    Da hilft nur aggressive oxidative Zerstörung, etwa durch Hypochlorite, Peroxide, Persulfate oder Permanganate und ähnliche Geschichten, oder Denaturierung ihrer Proteine durch langfristiges (20 - 30 min) Abkochen, das ist aber energieintensiv.

    Ich habe als Mittel der Wahl mehrere Substanzen im Regal sitzen.

    Natriumhypochlorit (die Chlorvariante)
    Wasserstoffperoxid (die Sauerstoffvariante )
    Kaliumpermanganat (auch eine Sauerstoffvariante)

    Alle drei erfordern aber zumindest mal eine grobe Analyse (welcher Dreck ist in dem Wasser drin) und eine stöchiometrische Zudosierung.

    Micropur ist bei mir eher ein Fall für EDC und BoB.

    Kupfer(II)sulfat habe ich auch, das wäre für mich aber eher ein Mittel der zweiten Wahl mit einer Nachbehandlung als Stufe 2, um überschüssiges Cu++ sicher auszufällen, etwa im alkalischen Milieu als (Hydrogen-)Carbonat.
    Meint

    Matthias

    viele Grüsse

    Matthias
    Geändert von Waldschrat (04.03.2014 um 23:45 Uhr)

  11. #11
    HaggridoX
    Gast

    Standard

    Ich sehe, ich habe Nachholbedarf. Vielen dank, ich werde mich mal weiter informieren. Hast mir sehr geholfen :)

    Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern
    Geändert von HaggridoX (05.03.2014 um 02:10 Uhr)

  12. #12
    Isuzufan
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Waldschrat Beitrag anzeigen
    Chemische oder radiologische Kontamination beseitigst Du damit nicht.
    Viele Grüsse
    Matthias
    Bist Du Dir sicher das Wasser in einem verschlossenen Behälter radiologisch kontaminiert werden kann?

    Meines allerdings schon lange zurückliegenden Schulwissens nach können nur extern eingebrachte Partikel Strahlung abgeben.
    Aber: Errare humanum est, in errore perseverare stultum

    Wäre wichtig für mich zu wissen da ich immer davon ausgegangen bin mittels meiner Destille durch radioaktiven Fallout verseuchtes Wasser problemlos dekontaminieren zu können.

    LG Wolfgang

  13. #13
    Henning
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von HaggridoX Beitrag anzeigen

    Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern
    Nein, Miropur (beide Varianten) werden mit den Apfelsaft reagieren (und dann nichts mehr abtöten).

  14. #14
    Isuzufan
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von HaggridoX Beitrag anzeigen
    Ich sehe, ich habe Nachholbedarf. Vielen dank, ich werde mich mal weiter informieren. Hast mir sehr geholfen :)

    Eine Frage, die mir auch eingefallen ist, wäre, ob man generell mit Mitteln wie Mikropur auch Säfte behandeln könnte? Denn dann könnte man den Vorrat um ein paar 5l Apfelsaftkanister etc. erweitern
    Wozu?

    Apfelsaft pasteurisiert und luftdicht abgefüllt hält auch so "ewig"

    Ich nehme die Literflaschen von Weck dazu oder auch super die Süßmostflaschen von Billa Corso.


    LG Wolfgang

  15. #15
    tomduly
    Gast

    Standard

    Hallo,
    Zitat Zitat von HaggridoX
    Habe aus Dekozwecken ein Tuch drumgewickelt und es mit Tarnfarben lackiert.
    Zitat Zitat von HaggridoX
    Da wurde silberne Felgenfarbe mit goldenem Kunstspray gemischt
    ...interessantes Tarnschema - ist vermutlich für Tauchgänge in Onkel Dagoberts Geldspeicher entwickelt worden...

    Wer sich davon überzeugen will, dass Kunststoffe diffusionsoffen sind, braucht entweder nur einen gefüllten Benzinkanister an einem Sommertag ins Auto stellen - es riecht hinterher deutlich nach Benzin im Auto. Oder man legt eine PET-Flasche Mineralwasser o.ä. ein paar Monate ins Reserverad - das Wasser riecht anschliessend nach Gummi.

    Grüsse

    Tom

  16. #16
    Isuzufan
    Gast

    Standard

    Hallo Tom!

    Das ist einer der Gründe warum ich das wenige Mineralwasser das ich trotz allen anderen Wasservorsorgen vorrätig habe in Glasflaschen beziehe (Waldquelle).

    LG Wolfgang
    Geändert von Isuzufan (05.03.2014 um 08:15 Uhr)

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