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Thema: Erfahrungsbericht: Durchschlageübung "Light" / GHB Szenario mit Kleinkind

  1. #1
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    Rotes Gesicht Erfahrungsbericht: Durchschlageübung "Light" / GHB Szenario mit Kleinkind

    Moin zusammen.

    Hier auch von mir mal ein Erfahrungsbericht einer Freizeitwanderung, bei der ich natürlich so meine Hintergedanken hatte.:lächeln:
    Wie immer bei meinen Beiträgen bitte alles mit Augenzwinkern und Sarkasmus betrachten. Der Thread-Titel "Durchschlageübung" ist natürlich nur scherzhaft gewählt, im Prinzip handelte es sich ja nur um einen erweiterten Wochenendspaziergang.

    Mein gedankliches Szenario: Unterwegs im Nahbereich um den Wohnort im PKW mit Kind und Hund. PKW defekt, aus nicht näher definiertem Grund zufällig im Wald kaputtgegangen und unglücklicherweise geht das Mobilfunknetz nicht.

    Dazu von der Frau an einem etwa zehn Kilometer entfernten Punkt auf einem Berg absetzen lassen. Auftrag: Nach Hause wandern. Kind (fast fünf Jahre alt) findet das natürlich oberklasse. Hund auch. Wir haben also mittelmäßiges Hügelland vor uns, es handelt sich um einen teilweise bewirtschafteten Forst, so dass Streckenweise Schotterwege vorhanden sind, also eigentlich ein gemütlicher Herbstspaziergang. Um das ganze etwas interessanter zu gestalten, habe ich ab der Hälfte der zurückzulegenden Strecke das Verlassen der Forstwege und den direkten Weg durch den doch recht dichten Mischwald eingeplant. Dort sollte dann auch die eine Rast stattfinden.

    Ausrüstung: GHB mit Ausstattung für 1 Tag, Freizeitschuhe, Helikon Tex SFU Hose, sonst nix besonderes. Kind mit gutem Kinderrucksack und Proviant. Getränke: Eine Flasche Fruchtschorle, 0,75 Liter Leitungswasser. Getränke trage ich natürlich. ;)

    Kommunikation: HTC One Smartphone mit OpenStreetMaps und der Freizeitkartenerweiterung (Offline Navigation), Amateur-Handfunkgerät.

    Wetter: Heiter bis wolkig bei 22 Grad, also Optimalbedingungen. Regenjacke aber zur Sicherheit mitgenommen.

    PICT0019.jpgPICT0021.jpgPICT0023.jpg

    Einleuchtende Feststellung: Mit einem 5-Jährigen macht man natürlich nicht die Strecke, die man allein bzw. in einer Gruppe Erwachsener machen würde. Wir hatten zunächst einige Anstiege zu bewerkstelligen, die trotz gut gangbarem Forstweg recht zäh wurden. Man macht halt weniger Schritte. Positiv: Für Kinder ist sowas natürlich ein tolles Abenteuer. Habe ihm das auch so verkauft: Wir wandern jetzt nachhause.

    Auf der Hälfte der von mir grob vorgeplanten Strecke (ich war da oben selber noch nie) wurde der Wald dann "wilder". Sah dann so aus:

    PICT0025.jpgPICT0060.jpgPICT0061.jpg

    Für so einen Knirps wurde es dann schon recht anstrengend.
    Ich muß dazu sagen, dass der auf der Karte gangbar aussehende Forstweg irgendwann in einen Holzrückeweg endete, dieser dann in zwischen lauter Buchenschösslingen.
    Merke: Kartendaten können mehrere Jahre alt sein.

    Stellte dann auch fest, dass der Hund unfähig ist zwischen Schösslingen zu navigieren.

    Eine Weile später bot sich dann der ideale Lagerplatz für die vom Kind dringend erwartete Essenspause.

    PICT0033.jpg

    To be contiued im nächsten Beitrag, ich kann nur 8 Bilder anhängen..
    Geändert von ID 2572 (12.09.2015 um 19:06 Uhr)
    Pa capona - Sapere aude

  2. #2
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    Weiter gehts.

    Zu essen war angedacht, eines meiner selbstgestrickten EPAs anzureißen und heiss zu machen. Hier "Burger in Tomatensauce mit Kartoffelstückchen und undefinierbarem".

    Wärmequelle ist so eine Sicherheitsbrennpaste wie man sie in Fonduekochern verwendet. Wenn ich kein großes Feuer machen sondern nur schnell Nahrung / Wasser heiß machen möchte, habe ich für mich diese Dinger als ideal befunden: geringes Packmaß / Gewicht, brennen abslut sauber und rauchfrei, man sieht nicht mal eine Flamme.
    Habe im GHB immer vier Stück davon. Eine Schale ausreichend für drei von diesen Fertigfraß-Dingern plus einen halben Liter Wasser.

    PICT0035.jpgPICT0037.jpgPICT0040.jpg

    Bei den "Stäbchen" handelt es sich um Aluminium-Rundstäbe. Diese habe ich immer im Rucksack, sozusagen als "Grillgestell". In der Praxis grabe man mit dem Löffel aus dem Feldbesteck oder was halt gerade da ist ein kleines Loch für die Brennpaste, lege die Stäbe im Dreieck darüber und die Ess-Schale / das Kochgeschirr stelle man oben drauf.
    Ist mal aus einer Idee entstanden, funktioniert super. Hat den Vorteil, dass man sozusagen "Low Profile" kochen kann.
    Hier hatten wir zufällig feuchtes Totholz als Gestell so das ich kein Loch graben musste.

    PICT0044.jpgPICT0052.jpgPICT0050.jpg
    PICT0042.jpgPICT0054.jpg

    Wir haben uns also dieses merkwürdige Essen gekocht - war erstaunlich lecker. Dazu eine Tasse heisse Zitrone.
    Bis dahin alles stressfrei verlaufen.
    Während der Pause überlege ich, wass verbesserungswürdig wäre. Spontan:

    - Alutassen besorgen, Porzellantasse ist Notlösung
    - Ich denke darüber nach, einen BW Pickpott anzuschaffen.
    - Feldflasche für Gürtelmontage besorgen.
    - Wenns jetzt regnen würde --> blöd. Überlegung, ein Tarp zu beschaffen.

    Technik / Navigation:

    Zwar war da oben LTE verfügbar, aber wir haben ja mal so getan als ginge das nicht. Also: Telefon auf Flugzeugmodus geschaltet.
    Offline Navigation funktionierte gut, das verwendete Gerät ist sowohl GPS als auch GLONASS fähig; Auch im dichten Wald sofortiges Fix und präzise Positionierung. Das Gerät verfügt auch über einen Trägheitssensor sowie weitere Sensoren so dass begrenzt auch eine Navigation ohne Signal möglich wäre. Weg finden war also kein Problem.
    Wie gesagt war ich da auch ortsfremd, war noch nie in diesem Waldstück.

    Erfreulicherweise war es problemlos möglich, über die Distanz von gut sieben Kilometern zu meiner Frau daheim aufzunehmen.(zweites Handfunkgerät befand sich bei ihr im Wohnzimmer). Funktioniert also alles so, wie es mal geplant war. Im "Ernstfall" hätten wir also auf diese Weise Kontakt halten und Updates durchgeben können bzw. um Hilfe rufen. Von unserer "Pausenlocation" waren darüber hinaus diverse Relaisfunkstellen erreichbar, die die Reichweite entsprechend vergrößern. Über ein Echolink Relais konnte ich von "mitten ausm Wald" ein QSO (Gespräch) mit einem OM aus Italien führen. (Randomwahl)

    Der Abstieg war dann recht ereignislos, Kind schwächelte zwischendurch etwas. Auch muß man permanent versuchen, die "Moral der Truppe" oben zu halten, etwa mit "ich sehe was, das Du nicht siehst" spielen oder Bäume / Sträucher erklären. Mit einem Kleinkind sind jegliche Absetzbewegungen, Wanderungen, GHB Aktionen eine ganz andere Baustelle als allein oder in einer Gruppe Erwachsener. Wo mir noch übelst warm war, bekam das Kind schon Schluckauf weils ihm zu frisch wurde; Die Kleiderwahl muß da eine ganz andere sein.


    Zusammengefasst wären wir im Falle einer echten "GHB-Erforderlich" Situation ganz komfortabel unterwegs gewesen. Allerdings nur bei gutem Wetter. Bei Regenwetter wäre das ganze unentspannt geworden, da muß ich noch nachrüsten.

    Mir ist im Nebeneffekt auch wichtig, dass ich den Jungen an solche Aktionen heranführe, der Wald, das draußen essen, die Natur usw. keine Fremdkörper sind. Erstens macht es viel Spaß, zweitens lernt man fürś Leben. Und wer weiss, wann man es wirklich mal braucht.

    Danke fürś Lesen!
    Geändert von ID 2572 (12.09.2015 um 18:26 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler korrigiert, missverständliches geändert
    Pa capona - Sapere aude

  3. #3
    ksbulli
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    Zitat Zitat von Daywalker Beitrag anzeigen
    ... Danke fürś Lesen!
    Danke für´s Schreiben! :rolleys:

    Ein schöner Bericht, ich bin gespannt, wann ich mit einem von meinen Zwergen mal so eine Nummer "durchziehen" kann. Im Moment klappt das noch nicht, obwohl die zwei schon gut draußen unterwegs sind!

    Ist schon fein, mit Kindern draußen unterwegs zu sein...

    Christian

  4. #4
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    Zitat Zitat von ksbulli Beitrag anzeigen
    ich bin gespannt, wann ich mit einem von meinen Zwergen mal so eine Nummer "durchziehen" kann. Im Moment klappt das noch nicht, obwohl die zwei schon gut draußen unterwegs sind!
    Ich hab die erste Tour mit meinem gemacht, da war drei... ging ganz gut, das Kerlchen ist satte 5km marschiert (mit laaanger Pause) und wollte nur die letzten 1000m auf die Schultern. ;)
    Pa capona - Sapere aude

  5. #5
    SLEX
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    Netter Bericht. Finde mich ganz gut selber wieder...

    Frage - hast du deinen Junior auch was tragen lassen? Falls ja, was - und wieviel Gewicht?

  6. #6
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    Guten Morgen,

    er hatte auf eigenen Wunsch die "Futterdose" im Rucksack nebst eines kleinen Plüschtiers, einer kleinen Plastikbox mit Getränkepulver und einer Packung Taschentücher. Gewicht würde ich jetzt alles in Allem auf 1 Kilo schätzen.
    Pa capona - Sapere aude

  7. #7
    Previval-Interessierter Avatar von Lö Böss
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    danke fürs schreiben!

    Koppel-Flaschen halte ich aber nicht für geeignet.
    Das mag vielleicht an meinem schlechtem Modell liegen, vielleicht aber auch nur an meiner Generälen Abneigung gegenüber Plastikflaschen.
    Ich denke das Geld ist in einem Molle Trinkflaschenhalter und einer Alu-flasche besser angelegt, da es nicht nur besser schmeckt, sondern auch leichter zu tragen ist.

    Connor

  8. #8
    ksbulli
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    Zitat Zitat von Daywalker Beitrag anzeigen
    Ich hab die erste Tour mit meinem gemacht, da war drei... ging ganz gut, das Kerlchen ist satte 5km marschiert (mit laaanger Pause) und wollte nur die letzten 1000m auf die Schultern. ;)
    Moin Daywalker,

    das draußen sein und Wandern ist bei meinen Kleinen kein Problem, das machen wir öfter. Und wenn ich mal frage, wo wir in der Eifel hin sollen, kommt oft einfach "Kermeter"
    (guckt Du hier: http://www.nationalpark-eifel.de/go/...ilder_Weg.html )
    Besonders den "Balancierweg" im Windbruch von Kyrill finden die Zwei mächtig spannend. Nur der Hund hat da ein Problem, aber da muss er drüber... :rolleys:

    Alternativ ist es bis ins Venn für uns auch kein Thema.

    Nur habe ich mit einer soliden Arbeitsüberlastung "den Sittich" gemacht, muss zur Zeit einen Gang runter schalten und physisch wie psychisch wieder aufbauen.
    Das wird aber wieder ... Wie war das doch gleich: Hinfallen, Aufstehen, Mund abputzen und weiterlaufen!

    @Lö Böss: Moin Connor, blätter´ mal die Diskussionen hier im Forum zum Thema Alu und Trinkwasser / Lebensmittel durch. (Ich will mich jetzt nicht selbst zitieren ... )
    Es soll Foris geben, die aus gegebenem Anlass Alu gezielt aussondern. :rolleys:
    (Und jetzt bitte nicht wieder eine Diskussion darüber starten, gibt es schon zur Genüge, wie die Suchfunktion gerne bestätigen wird ... )

    Be perpared!

    Christian

  9. #9
    Semper Fi
    Gast

    Standard

    Hallo Zusammen,

    bin noch neu im Forum und wahrscheinlich gibt es Dutzende Diskussionen zu dem Thema , die ich noch nicht entdeckt habe. Danke für den Bericht. Das ist ein Thema, dass mir nicht aus dem Kopf gehen will: Evasion/Escape/Survival mit Kindern. Quasi Previval mit der Familie. Gerade Kinder, die es noch nicht verstehen können (und Frauen, die es nicht verstehen wollen), können eine solche Situation deutlich schwieriger, vielleicht sogar unmöglich machen. Mein dreijähriger Sohn geht seit ein paar Tagen in einen Waldkindergarten; die Kurzen spielen bei fast jedem Wetter draußen, ein großer Wildpark ist angeschlossen, so dass er Witterung und Waldtiere kennenlernen kann. Meine Tochter ist gerade ein Jahr alt und schreit altersgemäß, wenn ihr etwas nicht passt. Dein Beitrag stimmt mich sehr nachdenklich, War doch meine letzte Durchschlageübung über eine Distanz von gut 60 Km mit einer Gruppe hochmotivierter Offizieranwärter schon ziemlich schwierig. Gibt es eigentlich eine Gruppe für Previval-Eltern?

    Liebe Grüße aus TBB

    Semper Fi

  10. #10
    Previval-Anfänger
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    Zitat Zitat von Semper Fi Beitrag anzeigen
    Hallo Zusammen,

    bin noch neu im Forum und wahrscheinlich gibt es Dutzende Diskussionen zu dem Thema , die ich noch nicht entdeckt habe. Danke für den Bericht. Das ist ein Thema, dass mir nicht aus dem Kopf gehen will: Evasion/Escape/Survival mit Kindern. Quasi Previval mit der Familie. Gerade Kinder, die es noch nicht verstehen können (und Frauen, die es nicht verstehen wollen), können eine solche Situation deutlich schwieriger, vielleicht sogar unmöglich machen. Mein dreijähriger Sohn geht seit ein paar Tagen in einen Waldkindergarten; die Kurzen spielen bei fast jedem Wetter draußen, ein großer Wildpark ist angeschlossen, so dass er Witterung und Waldtiere kennenlernen kann. Meine Tochter ist gerade ein Jahr alt und schreit altersgemäß, wenn ihr etwas nicht passt. Dein Beitrag stimmt mich sehr nachdenklich, War doch meine letzte Durchschlageübung über eine Distanz von gut 60 Km mit einer Gruppe hochmotivierter Offizieranwärter schon ziemlich schwierig. Gibt es eigentlich eine Gruppe für Previval-Eltern?

    Liebe Grüße aus TBB

    Semper Fi
    hallo Semper Fi,

    ist bei mir hier ähnlich (nur das der Mann es hier nicht so ganz verstehen will :rolleys:)...
    Meine Kids sind knapp 4Jahre und 16 Monate alt. Eine Bergwanderung geht mit der kurzen auf dem Rücken und dem kleinen (der alles selber laufen muss) mit viel Motivation, Ablenkung und de Aussicht auf eine Spielplatz und was leckeres zum Essen auf der Alm ganz gut... Allerdings ist beides bei einer Flucht eher unwahrscheinlich.. Eine wirkliche Lösung dafür hab ich aber auch nicht...
    eine Gruppe für Previval-Eltern wäre toll...

    liebe Grüße
    Littleq

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