Hallo,

Zitat Zitat von Anomen Beitrag anzeigen
Muss ich flüchten, oder reicht es in den Keller zu gehen, resp. die Fenster abzudichten?
meine persönliche Meinung:

1) bei einer schmutzigen Bombe gehe ich von einer lokal begrenzten Verseuchung aus, dh. die unmittelbare Umgebung des Explosionsorts ist radioaktiv kontaminiert. Je nachdem, welche Isotope/radioaktive Materialien mit im Spiel waren, handelt es sich um Alpha-, Beta- oder Gammastrahlung. Dein Messgerät kann vor allem Gammastrahlung nachweisen, bei Betastrahlung muss man schon recht nah ans strahlende Material und Alphastrahlung von Nudnik erwähnt, nur von ganz speziellen Detektoren erfasst werden, dabei muss die Probe unmittelbar vor dem Detektor sein (Millimeterabstand). Wenn mit der Bombe vorzugsweise Alphastrahler verteilt wurden, merkt das der GMC300 gar nicht mal. Da die strahlenden Partikel in diesem Fall nicht wesentlich weiter als der unimttelbare Wirkradius der Druckwelle der Bombe verteilt werden dürften, wird man schon eine Strasse oder einen Häuserblock weiter "sicher" sein.

2) Reaktorunglück: hier ist entscheidend, ob das Containment des Reaktorgebäudes dicht bleibt oder nicht. Erst wenn Radioaktivität entweicht, droht Gefahr auch für das weitere Umland. Seit Fukushima gehen Atom-Experten davon aus, dass man eine Region mit 200km Radius um das AKW evakuieren muss - natürlich abhängig vom Verlauf der Havarie und den Wetterbedingungen. Für mich wäre das wichtigste Kriterium die Windrichtung zum Zeitpunkt der Freisetzung von Radioaktivität aus dem AKW in die Umwelt. Sowohl bei Tschernobyl als auch bei Fukushima bildeten sich radioaktive "Wolken" die mit dem Wind übers Land zogen und unterwegs strahlende Partikel als Fallout bzw. kontaminierten Niederschlag verteilten. Im besten Fall stösst das AKW nur einen Moment lang Radioaktivität aus und konstant wehender Wind trägt die Wolke nur in eine Richtung (wie in Fukushima aufs offene Meer hinaus). Im schlechtesten Fall (wie in Tschernobyl) brennt der Meiler tagelang mit sehr hohen Temperaturen und die Wolke steigt in verschiedene Höhen der Atmosphäre auf und der Wind weht mal hier hin mal dahin.

Bei einerm Reaktorunglück hat man, wenn man nicht direkt in der Nähe wohnt und den Wind mit der Wolke sofort abkriegt, eine Frist von einigen Stunden, evtl. Tagen. Da heisst es dann Fenster abdichten, Fluchtgepäck klarmachen und sich quer zur Hauptwindrichtung absetzen, mindestens 200km weit. Und einkalkulieren, dass es eine Abreise ohne Rückkehr sein kann, sofern der eigene Wohnort später mal zur dauerhaften "Sperrzone" deklariert wird.

3) Atombombe. Nun ja. Abstand hilft hier als einziges. Viel Abstand. Dafür funktioniert hier der GMC300 dann wahrscheinlich ganz gut (sofern er den NEMP übersteht): Atomexplosionen erzeugen sehr starke Gammastrahlen-"Blitze" und auch der Ground Zero und die Umgebung strahlt stark Gammastrahlung ab. In einer solchen Apokalypse würde der Geigerzähler helfen, die akute Gefährlichkeit eines Einschlagortes einer Atombombe zu bewerten. Generell bleibt bei Atomexplosionen das Problem der Alphastrahlung: kaum nachweisbar, aber im radioaktiven Fallout überall vorhanden. Gegen die Alphastrahlung reicht schon ein normaler Schutzanzug, Handschuhe und Atemschutz. Man darf alphastrahlende Partikel nicht in den Körper gelangen lassen (schlucken, einatmen), schafft man das, hat man ganz gute Karten. Das setzt aber voraus, dass man sich gründlich dekontaminieren kann.

Grüsse

Tom