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Thema: Erfahrungsbericht/Review Vargo Decagon Spirituskocher

  1. #1
    Previval-Interessierter
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    Standard Erfahrungsbericht/Review Vargo Decagon Spirituskocher

    Hallo Leute,

    Möchte euch heute mal die Ergebnisse einiger Versuche nahe bringen, die ich mit dem Spirituskocher Vargo Decagon machte, der heute bei mir ankam.

    Meinen Ansprüchen wird der Vargo Decagon leider nicht ganz gerecht.

    Mit einer Spiritus-Füllung schafft er es zwar 0,5 Liter Wasser zum kochen zu bringen. Die Herstellerangaben 20 Minuten Brennzeit, 1-2 Minuten Vorwärmzeit und 5-6 Minuten bis 500ml Wasser kochen, kann ich ebenfalls bestätigen.

    Dies aber nur indoor, bei völliger Windstille und wenn man den Topf direkt auf den Decagon stellt.
    Nutzt man ihn wie in dem Youtube-Video von Artur Konze gezeigt (
    https://www.youtube.com/watch?v=ivQ8OGiwdUQ) den Vargo Hexagon Hobo-Kocher als Windschutz (den ich auch habe), brennt der Decagon wegen dem Kamin-Effekt heftiger, geht dafür aber aus, bevor 0,5L Wasser kochen.

    Ich habe BW-Kochgeschirr mit Deckel benutzt. Ohne Deckel ist die Leistung sehr viel schlechter.

    Bei einem Liter Wasser tut sich der Decagon entsprechend schwer. Mit Hexagon braucht es dank Kamin-Effekt zwar nur 10 Minuten, was gut ist. Es benötigt aber mehr als eine Füllung, sodass der Kochvorgang unterbrochen und Spiritus nachgefüllt werden muss. Schüttet man versehentlich zu viel in den Kocher, was schnell passiert, muss man erneut warten, bis der Kocher richtig brennt und kommt über die 10 Minuten.
    Ohne Hexagon, direkt auf dem Decagon, kocht ein Liter erst nach ca. 25-30 Minuten und benötigt ebenfalls mindestens eine Nachfüllung.
    Tütengerichte mit Nudeln oder Reis wären also nur sehr umständlich auf diesem Kocher zuzubereiten.

    Der Hexagon kann nicht so als Windschutz dienen, dass der Topf noch direkt auf den Decagon gestellt werden kann, sodass zusätzlich zu den 40€ ein Windschutz her müsste.


    Der große Vorteil bleibt, dass Alkohol überall erhältlich ist. Die niedrige Heizleistung des Kochers und der dadurch hohe Verbauch an Brennstoff, weswegen man für längere Reisen entsprechend 1L mittragen müsste, bewegen mich nun aber doch dazu, primär auf einen Gaskocher zu setzen und den Vargo Hexagon als Hobo-Backup mitzuführen, falls kein Gas erhältlich sein sollte. Werde den Decagon trotzdem behalten und als dritte Notfall-Alternative mitführen, falls kein Gas erhältlich sein sollte und es regnet, sodass die Hobo-Alternative wegen nassem Holz ebenfalls wegfällt. Dann kann man sich vor Ort immer noch Spiritus besorgen und den Decagon auspacken. Ist zwar unwahrscheinlich, doch der Decagon wiegt nur 41g und hat ein geringes Packmaß, sodass nicht viel dagegen spricht, ihn zusätzlich mitzunehmen.

    Teilt mir gerne eure Erfahrungen mit dem Decagon oder anderen Kochern mit und welche Koch-Methode für euch am besten klappt.
    Geändert von AlexSupertramp (28.06.2016 um 23:33 Uhr)

  2. #2
    ksbulli
    Gast

    Standard

    Moin Alex,

    zuerst Danke für Deine präzise Beschreibung!

    Ich formuliere es mal spitz: Du hast herausgefunden, dass sich die Physik nicht besch***** lässt ...

    Aus 60 ml Spiritus lassen sich nun mal keine 3 kWh Energie zaubern! Da die Wärmeverteilung durch Konvektion im Kochwasser einfach auch ihre Zeit braucht (es sei denn, ich pumpe jede Menge Energie rein, dann geht es schneller) und währenddessen geht auch immer etwas Wärme durch Randeffekte verloren. Diese beiden Effekte laufen gegeneinander, wie Du in Deinem Versuch mit dem Hexagon-Hobo gemerkt hast.

    Außerdem ist das BW-Kochgeschirr für so einen Brennerzwerg schon eine echte Herausforderung. Ich habe mir auf die schnelle mal im Internet ein paar Erfahrungsberichte angesehen - die meisten hatten nur einen kleinen Topf / Tasse auf dem Kocher. Und selbst die sind nicht gerade vor Begeisterung übergeschäumt! Beim BW- Geschirr habe ich früher schon gerne mal einen Esbitwürfel mehr gebraucht, wenn ...

    Ja und damit sind wir beim nächsten Problem, dem Windschutz! Und das betrifft alle Kocher, vom guten alten Esbit über die bewährten Trangias, Gas, Benzin bis hin zum BW-Geniol Petroleumkocher. Der zwar ordentlich Bums hat, aber auch entsprechendes Gewicht.
    Sie alle "ziehen" nicht richtig ... bei Wind. Das habe ich gerade erst wieder bei meinem kleinen Primus 71 (Benzin) gemerkt. (Ich gebe zu, ich verdränge das Problem gerne mal... )
    Aufgebaut, gestartet - passiert endlich mal was? Vom Nachbarn den Windschutz drumherum gestellt und - wups - Kaffee fertig!
    Mein Asbach-Uralt Bleulet hat mal so eine kleine Manschette um den Brenner spendiert bekommen. Aber so viel hat das auch nicht gebracht, er wurde halt nicht so schnell ausgepustet vor dem Zelt an der Nordsee. Aber kochen ging auch erst richtig mit Windschutz!

    Am Ende des Tages landet der Mensch dann doch gerne bei Konstruktionen wie dem Trangia-Set (!) oder vergleichbaren Modellen von Primus bis hin zu den High-Tech Modellen. Aber auch der Multi-Use von Hobos mit passenden Brennern ist gerne genommen - so wie Du es ja auch vor hattest.
    Mir ist - wenn es Rucksacktauglich sein soll - irgendwie das gute alte META50 Set der Schweizer Armee ans Herz gewachsen, wobei ich da noch an einer Modifikation rumsinniere, die es ermöglicht mit Edelstahltöpfen zu köcheln. Alu ist da mittlerweile zum No Go geworden ...
    Trangia-Clon rein und gut ist.

    Und damit bin ich bei meiner Frage angekommen:

    Warum packst Du nicht einfach einen Trangia (Clon) ein? Die Dinger kannst Du löschen und verschließen und musst sie nicht ausbrennen lassen, sie sind bewährt und sooo viel schwerer (keine 10g) sind sie schlussendlich auch nicht...

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass einige Hersteller den UL-Hype nutzen, um beim rausfeilen des letzten 1/10 Gramm Gewicht den Gewinn zu maximieren. Und zwar ohne das ganze praxistauglicher zu machen. Denn wie eingangs bereits gesagt: Die Physik lässt sich nicht ...

    :rolleys:

    JMO2CT
    Christian

  3. #3
    Previval-Interessierter
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    Standard

    Danke für die Tipps.
    Habe mir jetzt für den Gaskocher einen Windschutz besorgt.

    Der Trangia würde nicht in den Vargo Hexagon passen, das Set ist mir zu teuer nach all den Anschaffungen neulich.
    Aber jetzt wo ich einen Windschutz habe werde ich das vll. auch mal ausprobieren.

    LG

  4. #4
    Previval-Mitstreiter Avatar von Kradmelder
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    Hallo,
    ich habe beste Erfahrungen aus der Kombination Bush-Box und Trangia Brenner.Der passt sauber in die Bush-Box und diese dient als guter Windschutz. Ferner lässt sich ein Windschutz super aus Alufolie bauen , steht super , wiegt nix , kostet nix und nimmt keinen Platz weg .Weiterer Vorteil ist , sollte mal kein Spiritus zur stelle sein kann man die Bush-Box auch so benutzen wie es mal gedacht war.

  5. #5
    Cephalotus
    Gast

    Standard

    Wieviele ml bzw. wieviel g Spiritus passen denn überhaupt als eine Füllung in diesen Kocher rein? Mehr Energie als der Heizwert kann ja nicht raus kommen und um 1l kaltes Wasser zum kochen zu bringen braucht man ca. 100Wh, in der Praxis bei eher ineffizientem Kochgeschirr (dazu gehört für mich auch das BW Kochgeschirr) etwas mehr, bei Wind sehr viel mehr.

    Das wichtigste am Windschutz ist, dass er den Topfboden vor Wind schützt, weil der Wind sonst die Flamme "weg weht", der obere Teil des Topfes ist nicht sooo entscheidend.

    Deckel ist natürlich auch notwendig, 1l Wasser zu verdampfen braucht ein Vielfaches(!) der Energie im Vergleich zu 1l Wasser zum kochen zu bringen. Alles was an Wasserdampf entweicht sind daher riesige Energieverluste...

    MfG

  6. #6
    Chuck Noland
    Gast

    Standard

    Weiss eigentlich, wie warm/heiss die Flamme eines Trangia oder anderen Spiritusbrenners wird?
    Es geht mir nicht um den Heizwert, sondern um die Temperatur.
    Bei Google wurde ich nicht fündig.

  7. #7
    Weltengänger
    Gast

    Standard

    http://www.gutefrage.net/frage/wie-h...ethanol-flamme

    Das sollte sich auf den Trangia übertragen lassen, 650°C+ scheinen mir realistisch zu sein.

  8. #8
    Chuck Noland
    Gast

    Standard

    Danke. Mittlerweile habe ich meine theoretische Frage auch in der Praxis getestet.

    Ich habe für meinen Trangia-Triangle eine Auflage für den Edelstahlbecher gebastelt. Und da bei uns in der Schule die Schutzgasanlage momentan gewartet wird und ich keine Geduld hatte, habe ich die Auflage kurzerhand hartgelötet.
    Da das Messinglot bei etwa 900 bis 1000° wieder schmelzen soll, habe ich mich gefragt, wie heiss der Brenner wohl wird.

    Nach 20 Minuten haben die Verbindungen immer noch gehalten, obwohl sie extrem nahe an die Flammen kommen. Das bedeutet also, dass ich getrost meinen Kaffee im Edelstahlbecher auf der Auflage kochen kann. :lachen:

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